Stephen King - Der Outsider / The Outsider

  • Kurzmeinung

    Firkraag
    Ein routinierter King! Gut gestaltete Charaktere! Interessante Story! Aber die ganz große Faszination fehlte!
  • Kurzmeinung

    Aleshanee
    Spannend von der ersten bis zur letzten Seite!
  • Produktvorstellung bei amazon.de (die deutsche Ausgabe erscheint im August):


    Im Stadtpark von Flint City wird die geschändete Leiche eines elfjährigen Jungen gefunden. Augenzeugenberichte und Tatortspuren deuten unmissverständlich auf einen unbescholtenen Bürger: Terry Maitland, ein allseits beliebter Englischlehrer, zudem Coach der Jugendbaseballmannschaft, verheiratet, zwei kleine Töchter. Detective Ralph Anderson, dessen Sohn von Maitland trainiert wurde, ordnet eine sofortige Festnahme an, die in aller Öffentlichkeit stattfindet. Der Verdächtige kann zwar ein Alibi vorweisen, aber Anderson und der Staatsanwalt verfügen nach der Obduktion über eindeutige DNA-Beweise für das Verbrechen – ein wasserdichter Fall also?


    Bei den andauernden Ermittlungen kommen weitere schreckliche Einzelheiten zutage, aber auch immer mehr Ungereimtheiten. Hat der nette Maitland wirklich zwei Gesichter und ist zu solch unmenschlichen Schandtaten fähig? Wie erklärt es sich, dass er an zwei Orten zugleich war? Mit der wahren, schrecklichen Antwort rechnet schließlich niemand.


    Eigene Beurteilung:


    Trotz der aufkommenden Zweifel der Ermittler führt die juristische Maschine zunächst einmal ihre Arbeit fort und Terry wird zu einem Haftprüfungstermin vor Gericht gebracht und dies wieder in einer sehr öffentlichen Form – was zu einem fürchterlichen Unglück führen soll.


    In der Folge ermittelt der zeitweise suspendierte Ralph Anderson unerlaubt weiter um die Unge-reimtheiten in diesem Fall aufzuklären und er stößt dabei auf eine Spur in Ohio, die ihn veranlasst über einige Umwege Finder’s Keepers einzuschalten – und Holly Gibney übernimmt den Fall. Und nun driften die Ermittlungen immer mehr ins Unheimliche und Unglaubliche ab – ein Gebiet, mit dem Holly ja bereits bestens vertraut ist.


    Ein weiterer spannender Horror-Krimi aus der Tastatur von Meister King, der zunächst mit einigen Verhörprotokollen beginnt um dann zu einer fortlaufenden Erzählung zu werden. Der Rückgriff auf eine Figur aus der „Mr.Mercedes“-Reihe ist ein erfreuliches Extra und gibt der an sich schon span-nenden und mit guten Charakteren gefüllten Geschichte einen weiteren Schub. Auf jeden Fall zu empfehlen – und auch ohne Kenntnis der drei „Finder’s-Keeper“-Romane gut zu lesen.

  • und Holly Gibney übernimmt den Fall.

    Das ist mir bisher völlig entgangen. Hat es denn unbedingt Holly sein müssen? :| Gerade diesen Charakter habe ich in der Trilogie nicht besonders geschätzt.

    Es ist also wieder eher ein Kriminalfall mit Mysteryelementen und kein lupenreiner Horrorroman, richtig?

  • Der Rückgriff auf eine Figur aus der „Mr.Mercedes“-Reihe ist ein erfreuliches Extra und gibt der an sich schon span-nenden und mit guten Charakteren gefüllten Geschichte einen weiteren Schub. Auf jeden Fall zu empfehlen – und auch ohne Kenntnis der drei „Finder’s-Keeper“-Romane gut zu lesen.

    Gehört das jetzt hier zur Reihe dazu????
    https://www.buechertreff.de/bu…stephen-king-reihenfolge/

    :study: Ich bin alt genug, um zu tun, was ich will und jung genug, um daran Spaß zu haben. :totlach: na ja schön langsam nicht mehr :puker:

  • Gehört das jetzt hier zur Reihe dazu????

    Es ist zumindest nicht so ausgeschrieben - und Holly taucht ja auch erst im letzten Drittel des Romans auf. Außerdem hat King ja eigentlich eine große zusammenhängende Erzählwelt geschaffen, so dass öfter mal in Büchern Bezug auf Charaktere oder Ereignisse in anderen Büchern genommen wird.

  • Einerseits finde ich es schade, dass Stephen King momentan wohl ein wenig in der Mysterykrimi-Schiene festzustecken scheint, denn in dieser Zeit könnte er doch wunderbar ein paar lupenreine Horrorromane schreiben. :lol: Andererseits ist "Der Outsider" eigentlich viel zu gut geworden um darüber zu lästern und er ist schon wieder etwas näher am lupenreinen Grusel als das die Trilogie um Bill Hodges war oder auch das eher seichte "Sleeping Beauties". In manchen Szenen mit dem Outsider hat sich schon etwas Gänsehaut breit gemacht. Die Geschichte war auch wirklich spannend geschrieben und steckte nur nach dem ziemlich interessanten Beginn kurzzeitig in der Krise als es mal nicht vorwärts ging und sich nichts weiterentwickelte. Zum Ende hin wird es wieder richtig gut und Kings flüssiger Schreibstil ist klar zu erkennen. Sogar mit Holly konnte ich meinen Frieden schließen, da mich das Wiedersehen trotzdem erfreut hat und sie mich nicht so genervt hat wie in den Büchern mit Bill Hodges. Im übrigen geht es mir manchmal bei bestimmten Figuren so, dass ich direkt ein bekanntes Gesicht dazu sehe bzw. ich mir diese Person so vorstelle und bei Holly ist dies bei mir immer die Schauspielerin Frances McDormand.:D


    Fazit: Fast ein echter King. Zu seinen besten Werken wird "Der Outsider" wohl nie gehören, aber für einige angenehme Schauermomente konnte das Buch definitiv sorgen.

    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Immer mal wieder ein King zwischendrin rächt sich spätestens nach der Lektüre dieses Romans. Weil:

    Der Rückgriff auf eine Figur aus der „Mr.Mercedes“-Reihe ist ein erfreuliches Extra und gibt der an sich schon span-nenden und mit guten Charakteren gefüllten Geschichte einen weiteren Schub. Auf jeden Fall zu empfehlen – und auch ohne Kenntnis der drei „Finder’s-Keeper“-Romane gut zu lesen.

    Bei letzterem Punkt stimme ich durchaus zu, ohne Vorkenntnisse durchaus zu leisen, ABER die genannte Reihe wird doch arg gespoilert, wie ich annehme. Ich zumindest habe jetzt keinen großen Drang mehr die zu lesen, nachdem ich die Aulösungen aller drei Bücher kenne. Dafür plaudert Holly zu sehr aus dem Nähkästchen.

    Also, vorweg eine Spoilerwarnung: Wer mit dem Gedanken spielt die Finders Keepers Reihe zu lesen, sollte das unbedingt tun, bevor er zum Outsider greift.


    Ansonsten, ein guter King, ich gebe Kapo Recht, sicherlich nicht sein bester aber solide Kost in Anlehnung an die alten Werke. So manches Mal hatte ich bei Twists ein Deja Vu und dachte: Jaja, sowas ähnliches gabs da und dort bei ihm schonmal.

    Immer wieder erwähnenswert ist die Fabulierkunst von King, was ihm so leicht nur wenige nachmachen. Mich hat er fast immer nach den ersten paar Seiten am Haken, weil er sehr atmosphärisch erzählt. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    "Imagination, rather than mere intelligence, is the truly human quality."


    "Chaos is found in greatest abundance wherever order is being sought. It always defeats order, because it is better organized."

    Terry Pratchett

    "The person, be it gentleman or lady, who has not pleasure in a good novel, must be intolerably stupid."

    Jane Austen


    :study:

    Robert Galbraith - Der Ruf des Kuckucks

    Andrew Jefford - Whisky Island

    Randale Munroe - What if 2


    :bewertung1von5: 2024: 6 :bewertung1von5:

  • Ich muss sagen, dass mir vor allem der zweite Teil des Buches nicht gefallen hat. Stephen King verlässt sich in diesem Buch vor allem auf die übliche Erzählstruktur und die Stereotypen, die er sonst auch verwendet, allerdings fühlt es sich im zweiten Teil wesentlich mehr nach einem Indiana-Jones-Film, als nach einem Horror-Buch an. Die Handlung ist voraussehbar, unspektakulär und am Ende entäuschend, King hat schon wesentlich bessere Storys als diese geschrieben...

  • Wir haben über die Weihnachtsfeiertage die Reihe auf Netflix gesehen. Was soll ich sagen? Typisch Stephen King. Ein bisschen Krimi, ein bisschen Horror, ein bisschen Fiction.

    Mir hat die 10teilige Reihe gut gefallen.

  • Aufruhr in der kleinen Stadt Flint City: der Jugend-Baseballtrainer Terry Maitland, auch gerne liebevoll Coach T genannt, wird vor den Augen seiner Mannschaft mitten auf dem Spielfeld verhaftet und beschuldigt, einen Jungen brutal gequält und ermordet zu haben. Obwohl Maitland verzweifelt seine Unschuld beteuert und ganz genau weiß, dass er ein hieb- und stichfestes Alibi hat, ist die Beweislage erdrückend, DNA-Spuren inklusive.


    In der Brust von Detective Ralph Anderson, der mit dem Fall betraut ist, ringen zwei Seelen miteinander. Er kann sich kaum vorstellen, dass Terry, den er seit einer halben Ewigkeit kennt, ein so abscheuliches Verbrechen begangen haben soll, andererseits sprechen die Indizien eine mehr als deutliche Sprache. Doch als ein weiterer Mord geschieht und die Umstände ähnlich kurios sind, beginnt er, fast wider besseres Wissen, noch einmal ganz genau hinzusehen. Unterstützt von der Privatermittlerin Holly Gibney (die King-Fans aus der Bill-Hodges-Trilogie kennen) und Terry Maitlands Rechtsanwalt versucht Ralph fieberhaft, Licht ins Dunkel zu bringen und gerät dabei selbst in Gefahr.


    Es beginnt wie ein ganz normaler Krimi, mit Erzählkapiteln, die sich mit Polizeireports, Verhörprotokollen und Berichten der Gerichtsmedizin abwechseln. Doch schon bald schleicht sich der Zweifel ein, ob alles mit rechten Dingen zugehen kann, wenn ein Tatverdächtiger ein hundertprozentiges Alibi hat und trotzdem am Tatort eindeutige Beweise für seine Anwesenheit zu finden sind, untermauert noch durch mehrere Zeugenaussagen.


    Bei King ist es natürlich nichts Ungewöhnliches, dass sich hinter der ganz normalen Alltagsfassade mehr verbirgt, als die Schulweisheit sich träumen lässt. Ganz allmählich verdichten sich die Hinweise auf das, was wirklich geschehen ist, während King es wieder bestens versteht, sowohl die Spannungsschraube langsam anzuziehen als auch, sich großartig in seine Charaktere hineinzuversetzen und rund um seine Schauplätze viel Atmosphäre zu schaffen, egal ob im häuslichen Umfeld seiner Figuren, einem abgeranzten Stripclub oder einem verlassenen Höhlen-Erlebnispark.


    Ein gelungener und fesselnder Mysterykrimi - einzig die unappetitlichen Details zur Ermordung des ersten Opfers hätte ich nicht unbedingt so gebraucht.

  • Klappentext


    Das Böse hat viele Gesichter ... vielleicht sogar deines


    Ein unbeschreibliches Verbrechen. Eine Fülle an Beweisen. Ein überführter Unschuldiger.

    Zwei gegensätzliche Storys, die beide wahr sind.


    Meine Meinung


    Ein sehr dürftiger Klappentext, der aber eigentlich alles aussagt. Als ich meinem Sohn die Story schmackhaft machen wollte, gab es eigentlich auch nicht wirklich viel zu sagen und ich hab in zwei fragende Augen geblickt *lach* Die Handlung beschränkt sich auf die Aufklärung eines schweren Verbrechens, bei dem der Täter ein wasserdichtes Alibi hat. Eigentlich nicht möglich.


    Bei King ist aber, wie man weiß, mehr möglich als man glaubt :D

    Ich fands von Anfang an spannend! Die Verhaftung, die Verhöre und das unglaubliche Szenario, dass trotz so vieler schlüssiger Beweise nicht zusammen zu passen scheint, lädt zum miträtseln ein.


    Genial auch wie so oft bei King die Charakterzeichnungen. Jeder von ihnen ist so plastisch, so authentisch und wenn er auch nur die kleinste Nebenrolle hat, ist sofort spürbar, wie dieser Mensch drauf ist und man hat sofort ein Bild vor Augen. Das ist jedes Mal wieder was ganz besonderes.


    Dass Unschuldige verhaftet werden oder sogar im Gefängnis landen hört man ja immer wieder, zum Glück ja sehr selten - aber diejenigen, die es trifft, das ist schon mehr als bitter und nie mehr wieder gut zu machen. Aber kein Mensch ist unfehlbar... Dennoch erinnert mich das hier wieder daran, dass es eben doch passieren kann.


    Auch die Sensationslust der Menschen und der "Mob", der hier entsteht durch die Berichterstattung der Medien zeigt, wie leicht Menschen sich beeinflussen lassen und wie schnell so etwas außer Kontrolle geraten kann. Ebenso leider auch wie in den social media Kanälen, wo recht schnell Urteile gefällt und Hass verbreitet werden, oder jedwede Hintergründe zu kennen oder Aussagen auch nur zu hinterfragen... Ein sehr trauriger Trend, der hoffentlich wieder vergeht.

    Was dieser Mob auslöst und wie schwer man es hat, öffentlich angeprangert zu werden, wird hier jedenfalls mehr als deutlich. Die Schicksale, die King hier miteinander verwebt, löst eine Art Kettenreaktion aus, das ein Drama nach dem anderen nach sich zieht.


    Was wie eine Mischung aus spannendem Krimi und Thriller beginnt, driftet irgendwann ins unerklärliche ab. King-Fans sind ja gewohnt, dass mystische oder okkulte Phänomene mit im Spiel sind - andere sollten sich schon vor dem Lesen damit anfreunden, da sie sonst vielleicht enttäuscht wären. Mich jedenfalls konnte es sehr begeistern!


    Da es Bezüge zur Bill Hodges Trilogie gibt, bzw. mit einem Charakter aus der Trilogie und hier auch einige Ereignisse in Erinnerung gerufen wurden, wäre mein Rat, diese vor dem Outsider zu lesen.