Schiffbruch mit Tiger

Buch von Yann Martel, Manfred Allié, Gabriele Kempf-Allié

Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Schiffbruch mit Tiger

Schiffbruch mit Tiger? Diese Geschichte würden Sie nicht glauben? Kein Wunder. Fantastisch. Verwegen. Atemberaubend. Wahnsinnig komisch. Eine Geschichte, die Sie an Gott glauben lässt. Pi Patel, der Sohn eines indischen Zoobesitzers und praktizierender Hindu, Christ und Muslim erleidet mit einer Hyäne, einem Orang-Utan, einem verletzten Zebra und einem 450 Pfund schweren bengalischen Tiger namens Richard Parker Schiffbruch. Bald hat der Tiger alle erledigt – alle, außer Pi. Alleine treiben sie in einem Rettungsboot auf dem Ozean. Eine wundersame, abenteuerliche Odyssee beginnt. »Martel schreibt wie ein leidenschaftlicher Paul Auster.« Times Literary Supplement »Eine Reminiszenz an Italo Calvino.« Independent on Sunday
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Bewertungen

Schiffbruch mit Tiger wurde insgesamt 84 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 3,9 Sternen.

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Meinungen

  • Nach mehreren Versuchen abgebrochen.

    Farast

Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Schiffbruch mit Tiger

    Zu Beginn klatscht das Buch dem Leser bereits ins Gesicht, dass Pi überlebt - und der deutsche Titel verrät schon, dass er es mit einem Tiger an Bord schafft. Es ist nicht ungewöhnlich, dass eine Geschichte so alle Spannung vorwegnimmt, will sie doch eigentlich einen Fokus auf religiöse und philosophische Fragen legen. Das zumindest soll wohl der erste Teil vermitteln, aber die großspurige Ankündigung, die Geschichte würde jemanden zu Gott führen, kommt und verpufft. Gut, der erste Teil befasst sich irgendwann mal damit und das Streitgespräch der drei Religionen könnte eine Sternstunde sein, wäre es ausgebaut worden. Ansonsten plätschert der Anfang dahin und die zweite Ebene, als Pi in Kanada besucht wird, verschwindet irgendwann einfach.
    Der zweite Teil ist die eigentliche Geschichte und jeder Spannungsmoment ist nicht richtig spannend, weil Pi nun mal überleben muss. Nervig ist der Wechsel zwischen kleinen Szenen und allgemeinen Beschreibungen über mehrwöchiges Überleben. Es ist die naheliegendste Art, diesen Teil der Geschichte zu erzählen, aber es ist einfach misslungen, weil es an den falschen Stellen eingesetzt wird. Anfangs muss Pi noch jeden Schritt überdenken, er hat noch keine neue Existenzgrundlage, noch keine Routinen und Überlebensstrategien - und plötzlich sind schon ein paar Wochen vergangen. Andererseits kann ich aber froh darüber sein, dass mal abgekürzt wurde, denn ich hatte das Gefühl, später nur noch Wiederholungen zu lesen.
    Der letzte Teil ist durch die beiden Japaner lustig, aber tiefsinnige Fragen werden wieder nur oberflächlich angeschnitten. Na ja, ich hatte einfach keine Lust mehr, mich groß damit zu beschäftigen. Meine primäre Gefühlsregung zum Buch war sowieso nur Ekel. Es ist verständlich, dass Pi Tiere ausnehmen und essen muss, aber eine dezentere Beschreibung hätte meinem Magen auch gereicht.
    Buch gelesen und keine neuen Erkenntnisse raus gezogen. Nach den großspurigen Ankündigungen ziemlich enttäuschend.
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  • Rezension zu Schiffbruch mit Tiger

    Im Vorwort des Buches heißt es, dass diese Geschichte dem Leser mindestens eine neue Betrachtungsweise auf das Leben, wenn nicht sogar den Glauben an Gott bringen würde. So krass war die Wirkung auf mich zwar nicht, aber dennoch hat mich die Geschichte enorm beeindruckt.
    Allein schon die Erzählstruktur des Buches finde ich bemerkenswert. Es gibt zwei Ich-Erzähler, wovon einer mit Yann Martel selbst identifiziert werden kann und einer Pi selbst ist. Eine Autoren-Figur trifft den erwachsenen Piscine Patel, hört sich seine Geschichte an und verfasst daraufhin die Geschichte. Dieser Aufbau sorgt dafür, dass sich innerhalb der Geschichte immer wieder reflektierende Passagen befinden, in denen die Autoren-Figur Kommentare und Wertungen zu den Geschehnissen abgibt. Diese Versifizierungssignale bauen eine wirklich (so sehr ich dieses Wort in Rezis auch hasse) authentische Atmosphäre auf, in der der Leser komplett versinken kann.
    Die Haupthandlung, während der Pi mit dem Tiger über den Pazifik schippert, wird eingerahmt von Pis Vorgeschichte und der Zeit unmittelbar nach dem Ende der Haupthandlung. Vor allem der erste Teil besticht durch facettenreiche Schilderungen von Pis Kindheit, die durch den Zoo, den sein Vater betrieben hat, schon ziemlich außergewöhnlich begonnen hat. Kleine Exkurse sowohl in die Welt der Zoologie als auch in die Welt der Theologie vermischen naturwissenschaftliche Logik und transzendente Überlegungen miteinander, was wiedermal beweist, dass sich diese beiden Pole gar nicht unbedingt ausschließen.
    Die Zeit, die Pi auf dem Rettungsboot verbringt, nimmt den größten Teil des Raumes ein. Während dieser Zeit muss Pi nicht nur mit den größten Entbehrungen zurechtkommen und sich auf die grundlegensten Überlebensmaßnahmen besinnen und vor allem auch beschränken - vor allem die Trinkwasserbeschaffung macht ihm mitten im Salzwasser die größten Probleme - und nebenbei seine Revieransprüche vor einer riesigen Raubkatze verteidigen. Denn die einzige Chance, wie Pi diese Odyssee überleben kann, besteht darin, der Alpha-Tiger zu werden.
    Der dritte und letzte Teil hat mich dann tatsächlich überrascht. Ein bisschen habe ich damit gerechnet, dass am Ende alles schnell abgefertigt wird und man - wie es ja leider öfter passiert - zack, zack aus der Geschichte rausgeworfen wird. Aber Martell hat sich auch hier Zeit genommen, um sowohl ein paar weitere philosophische Überlegungen als auch ein bisschen Humor anzubringen.
    Im Gesamten kann ich dieses Buch auf jeden Fall klar empfehlen und es darf feierlich in die Annalen meiner Schatzbuchsammlung einziehen. gibt es von mir.
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  • Rezension zu Schiffbruch mit Tiger

    Inhalt:
    Wenn man als Kind mit dem Vornamen “Piscine” klarkommen muss, wird man erfinderisch, und so überlegt sich der Junge, dass er, um dem Spitznamen “Pisser” zu entgehen, lieber “Pi” genannt werden will. Dabei ist eine Zahl wie Pi, die ins Unendliche weitergeht und dabei völlig unregelmäßig ist, eigentlich etwas, das dem Jungen widerstrebt.
    Pi sehnt sich nach dem Wissen über eine höhere Macht, und er findet Trost im Hinduismus, der Religion seiner Familie. Und im Islam. Und im Christentum. Dass man nur einer Religion angehören sollte, das erscheint dem Jungen nicht nachvollziehbar. Letzten Endes beten Christen und Moslems doch irgendwie zu dem gleichen Gott? Und jede Religion mit ihren Besonderheiten erscheint doch so gut und so… glaubwürdig.
    Pis Glaube soll eines Tages auf eine Probe gestellt werden; als die Familie des Jungen von Indien nach Kanada übersiedeln will und Pis Vater so ziemlich alle Zootiere aus seinem ehemaligen Zoo mit auf das Schiff nimmt, kommt es zur Katastrophe. Das Schiff sinkt und Pi findet sich plötzlich ganz allein auf einem Rettungsboot mitten im Pazifik. Na ja, nicht ganz allein. Da ist ja noch dieser Tiger…
    Meine Meinung:
    Dieses Buch beweist, dass manche Bücher einfach zu Unrecht ungelesen im Regal herumstehen. “Schiffbruch mit Tiger” ist ein ganz großartiges Buch, das ich unbedingt weiterempfehlen würde. Es hat mir sehr gut gefallen und einen Eindruck hinterlassen, der ganz sicher bleibend ist.
    Zuerst einmal ist da die Sprache, die man unbedingt erwähnen sollte, denn Martels Stil ist klar und unverschnörkelt, trotzdem aber schön zu lesen und mit zum Teil sehr eingängigen Bildern. Das hat mir sehr gut gefallen. Und obwohl rein objektiv betrachtet in manchen Abschnitten des Romans wenig Handlung zu finden ist, wird es einfach nicht langweilig – und das muss man erstmal schaffen.
    Der Roman ist in drei Teile gegliedert: der erste ist voller Hintergrundwissen für den Leser über Pi, sein Verhältnis zu wilden Tieren, seine Schulzeit und seinen Weg zur Religion. Der zweite behandelt den Schiffbruch und Pis großes Abenteuer auf hoher See – und im dritten Teil erfahren wir, was später mit Pi passiert. Jeder der drei Teile hat seinen ganz eigenen Reiz und ich muss sagen, der dritte war voller unerwarteter Erkenntnisse und zum Teil so lustig, das ich wirklich lachen musste. Auf dem Meer hat man gemeinsam mit Pi natürlich wenig zu lachen, aber es ist bewundernswert, wie der Junge diese lange Zeit übersteht.
    Ein besonderer Reiz dieser Geschichte (insbesondere, wenn man das Ende bedenkt) ist die große Glaubwürdigkeit. Pi ist ein Erzähler, zu dem ich schnell Vertrauen gefasst habe, und dem ich seine Geschichte vom Überleben auf hoher See wirklich abgenommen habe. Ich war beeindruckt davon, wie authentisch das alles auf mich gewirkt hat.
    Das Ende hat mich vollkommen unerwartet getroffen. Dazu werde ich logischerweise jetzt nichts mehr sagen, aber Teil 3 ist für mich ein weiteres und ganz klares Plus für diesen Roman. Erfreut habe ich festgestellt, dass Martel noch weitere Romane geschrieben hat. Er ist ein Autor, der toll erzählen kann, und er hat etwas zu sagen. Eine tolle Mischung.
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Ausgaben von Schiffbruch mit Tiger

Taschenbuch

Seitenzahl: 384

Hardcover

Seitenzahl: 368

E-Book

Seitenzahl: 529

Schiffbruch mit Tiger in anderen Sprachen

  • Deutsch: Schiffbruch mit Tiger (Details)
  • Englisch: Life of Pi (Details)

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