Beiträge von DaveAndy

    Ich als leidenschaftlicher Thriller- und Horrorleser, liebe das Extreme und will immer wieder aufs Neue meine Grenzen austesten. Als ich von "Kannibalen" erfuhr, wurde meine Neugierde gleich gepackt und nun, nach der Lektüre des Buches, muss ich mir eingestehen an einige Grenzen meiner Lesebelastbarkeit gestoßen zu sein.


    Das, was die 13 Autoren hier abliefern, ist eindeutig ein sittliches und moralisches Tabu: Kannibalismus.
    Ein toller Mix von alten, "klassischen" Horrorautoren und neuen, frischen jungen Schreiberlingen, sodass für jeden Leser etwas dabei ist. Da ich eher zur jungen Generation gehöre, haben mich die Storys von Greg F. Gifune, Tim Curran, Graham Masterton und Edward Lee am meisten angesprochen. Der Schreibstil ist natürlich bei jeder Geschichte anders. Gemeinsam haben sie allerdings alle, dass das Thema Kannibalismus explizit dargestellt wird. Hier ist nichts mit schönen Umschreibungen, denn hier geht es ans Eingemachte - im wahrsten Sinne des Wortes ;-)


    Besonders die Kurzgeschichte "Maden" von Tim Curran hat mich trotz geringer Seitenzahl mehrfach tief durchatmen und zweimal pausieren lassen und mir am Ende auch noch den Appetit verdorben. Ohne zu viel zu verraten, muss ich sagen, dass dies wirklich nah an meine Lesegrenze gestoßen ist. Gleichzeitig aber auch faszinierte es mich und war einfach wieder einmal ein neues Leseerlebnis.


    Interessant und erschreckend zu gleich sind die kleinen Zeitungsberichte, welche wir vor jeder Kurzgeschichte vorfinden. Frank Festa, der Herausgeber dieser Anthropologie, hat diese über Jahre gesammelt. Hier wird dem Leser, nach jeder fiktiven Story, eine wahre und reale präsentiert. Hier zeigt sich das Grauen und die Realität, wie sie wirklich ist und schockiert einen immer wieder aufs Neue.


    Dieses Buch ist ganz klar nichts für zart besaitetet Leser, aber ein Geheimtipp für all diejenigen, die diese Art von Horror und Thrill lieben. Atmet tief durch und lasst es euch schmecken.

    Inhalt bei amazon.de
    „Greg F. Gifune schreibt Thriller vom Feinsten.


    Andy und Angela wurden von ihrem Onkel immer vor allem Übel dieser Welt beschützt. Onkel war ein guter Mensch. Onkel half den Kindern. Onkel wusste immer, was zu tun war. Doch als sie älter werden, ist es für die beiden sehr schmerzhaft, zu verstehen, dass Onkel selbst böse sein muss, um das Böse zu bekämpfen …


    Mit einem Vorwort von Tom Piccirilli. Greg F. Gifune (geb. 1963) gilt als einer der besten Thrillerautoren seiner Generation«. Neben vielen Erzählungen sind bereits 15 Romane von ihm erschienen. Ihr dunkel-melancholischer Ton hat ihm unter Kritikern und Lesern fanatische Fans gesichert. Er lebt mit seiner Frau und einer ganzen Schar Katzen in Massachusetts/USA.“




    Meine Meinung
    Nachdem ich „Blutiges Frühjahr“ und „Die Einsamkeit des Todbringers“ gelesen und geliebt habe, kam ich auch um „Sag Onkel“ keineswegs herum.
    Greg F. Gifune ist sofort nach seinem ersten in Deutschland veröffentlichten Buch für mich ein besonderer Autor geworden, bei dem mir klar war, dass ich jedes Buch von ihm lesen will und werde.


    Kleinstadtabenteuer scheinen Gifunes Vorliebe und Spezialität zu sein, denn auch „Sag Onkel“ lebt von den schrecklichen Geschehnissen „beim Nachbarn nebenan“. Seine Geschichte rund um Andy, dessen Schwester und ihrem verstorbenen Onkel ist so packend und erneut depressiv verstimmend, dass ich sie in einem Rutsch verschlungen habe. Gifune wechselt von der Gegenwart immer wieder in die Vergangenheit und der Leser bekommt so nach und nach all die Tragik von Andys zerstörter Kindheit mit. Wirklich nur seiner? Aber lest selbst...
    Seine Charaktere hat Gifune wieder einmal wunderbar ausgearbeitet. Andy war mir von Beginn an total sympathisch. Wir als Leser erleben einen ganzen Tag in seinem Leben, einen Tag, der Andys Vergangenheit und verdrängte Erinnerungen wachrüttelt und wiederbelebt. Gifune beschreibt seine Gedanken und Handlungen so gefühlsecht und authentisch, dass einem beim Lesen eine Gänsehaut nach der anderen den Körper herunterjagt. Ich muss hier erneut seinen wundervollen Schreibstil loben! Er reißt einen mit, obwohl man gar nicht wirklich weiß, warum. Es liest sich so flüssig und mitreißend, dass ich von seinen Texten nicht mehr wegkomme.


    Wie kein anderer, den ich zuvor gelesen habe, versteht er, sich besonders düster, anmutend, mitfühlend und rührend auszudrücken. Er nimmt einen quasi bei der Hand und mit auf eine Reise, auf der man als Leser sehr viel zum Nachdenken und Grübeln kommt.
    Gifune kommt fast komplett ohne Blut aus, vielmehr schockiert er mit seinen Protagonisten, deren Gedanken und Taten, und so war „Sag Onkel“ ebenfalls wieder sehr makaber. Erwähnt werden muss, dass seine Charaktere keinesfalls durchgedrehte Freaks oder Wahnsinnige sind, nein, sie sind Menschen, wie du und ich, sodass all ihre Handlungen so verdammt realistisch und nachvollziehbar sind. Dies schockt viel mehr als blutige Beschreibungen eines Tatortes oder Mordes. Bei Gifune heißt es: Tatort Mensch. In jeglicher Hinsicht.


    Ich brauche keine ca. 50 Seiten, um in einen „Gifune“ rein zu finden, ich bin sofort drin! Suchtgefahr ist hoch und ich kann daher jedem Genussleser „Sag Onkel“ nur wärmstens ans Thrillerherz legen.


    Solltet ihr das Buch in einer Buchhandlung sehen, greift zu und lest das Vorwort. Für mich drücken Tom Piccirilli Worte über Gifunes Bücher genau das aus, was ich während des Lesens empfand und worüber es mir schwer fiel, es hier in der Rezension zu beschreiben.

    „Melancholisch, düster, authentisch: Bei Gifune heißt es Tatort Mensch.“

    Inhalt bei amazon.de
    „Vor ihr liegt die Wildnis. Zwei Schritte hinter ihr: Ein Killer


    Zwei Mädchen verschwinden aus Stephanies Dorf – das Wort vom Serienmörder geht um. Stephanie nimmt es auf die leichte Schulter – so was würde ihr nie passieren. Falsch gedacht. Auf dem Heimweg überfällt und betäubt sie ein Unbekannter – sein Gesicht kann Stephanie nicht erkennen. Am nächsten Tag wacht sie in einer Hütte mitten im Niemandsland auf – gefesselt und allein. Stephanie befreit sich, doch noch ist sie nicht in Sicherheit: Sie muss durch den gefährlichen, wilden Forst nach Hause finden – und der Entführer ist immer zwei Schritte hinter ihr …“



    Meine Meinung
    Da dieses Buch nur knappe 180 Seiten stark ist und ein kleines Format besitzt als ein normalgroßes Taschenbuch, hatte ich es binnen einer Stunde gelesen. Allerdings war dies nicht der einzige Grund, denn der Hauptgrund, wieso ich dieses Buch wahrlich verschlungen habe, ist, dass es super temporeich ist.


    Die Autorin hält sich nicht lange mit unnötigen oder überflüssigen Beschreibungen auf, sondern alles, was wir hier zu lesen bekommen, passt genau und reicht völlig aus, um ein spannendes und actionreiches Jugendbuch zu schreiben.
    Steph war mir von Anfang an sympathisch und obwohl ihre Freundin und ihre Eltern eine kleine Nebenrolle spielen, handelt das ganze Buch eigentlich nur von ihr. Der Vorspann zur eigentlichen Handlung ist schnell weggelesen und plötzlich befindet sich der Leser alleine mit Steph in einer alten Hütte. Denn Steph wurde, wie zwei andere Mädchen aus ihrem Dorf zuvor, ebenfalls entführt. Nun gilt es, die Flucht zu ergreifen und durch den verwilderten Wald einen Ausweg zu finden.


    Der Autorin ist es wirklich super gelungen, sehr viel Tempo in die Geschichte zu bringen. Ich bin nur so durch die Seiten gestürzt beim Lesen. Alles passiert schnell nacheinander und auch Stephs Gefühlswelt wird authentisch beschrieben, sodass man sie gut nachempfinden kann.


    Für einen kurzweiligen Jugendthriller hat dieses Buch wirklich genau die richtige Länge und Spannung der Handlung. Es beschreibt die Hilflosigkeit von Steph und besonders die Auflösung des Entführungsfalls ist schockierend genug, um diesem Buch ein lesenswert zu geben.

    Seit ich wusste, dass ein neuer Laymon im Festa Verlag erscheinen wird, war mir bewusst, dass ich ihn sofort nach Veröffentlichung lesen will. Im Bereich des Laymon-Horrors bin ich noch gar nicht so stark belesen, dennoch ist Laymon für mich der Inbegriff des brutalen und sexistischen Horrors. Nachdem ich 2010 den Kurzgeschichtenband „Furien“ von ihm gelesen habe, sammelten sich einige Laymons auf meinem SUB ein.
    „In den finsteren Wäldern“ allerdings wurde sofort nach dem es mich erreichte von mir gelesen.


    Das Buch wird als den härtesten Laymon beworben, was mich umso neugieriger machte. Die Story ist mit der Inhaltangabe gut beschrieben. Sie beginnt sofort und Laymon hält sich nicht lange mit diversen Hintergrundinformationen auf. Dies bedeutet, dass die Story sehr schnell in Schwung kommt und die ersten Kapitel haben sich weg gelesen wie nichts. Der Leser ist sofort in der Geschichte drin und ich habe direkt Laymons Stil erkannt. Er schreibt meiner Meinung nach plump und einfach drauf los, seine Sprache ist sehr einfach gehalten und daher leicht verständlich. Bei ihm ist es einfach ein spaßiges und gleichzeitig brutales und sexistisches Abenteuer und so war auch „In den finsteren Wäldern“ schnell auf diesem Niveau angekommen.
    Nur, damit man mich nicht falsch versteht: Ich mag Laymon! Ich mag seine Bücher, jedenfalls die, die ich bisher gelesen habe. Und ich meine dies keinesfalls negativ. Denn es gibt genügend Bücher, wo man ernsthaft mitdenken muss. Bei Laymon weiß man einfach, was man bekommt und hat. Hier muss man nicht viel mitdenken, sondern kann genüsslich lesen und die Story auf sich einwirken lassen. Dies hat mir hierbei wieder gut gefallen. Bei Laymon ist es einfach ein Fest inklusiver Brutalität und diversen Sexualpraktiken. Für mich ist dieser Punkt kein negativer, denn damit hat ein Laymon für mich einen großen Unterscheidungspunkt zu anderen Autoren. Es war eben seine Art zu schreiben und die muss eben nicht jedermann gefallen.

    Einziges Manko, was mich recht schnell an diesem Buch gestört hat, waren die anfangs vielen verschiedenen Personen, die ich bald nicht mehr wirklich auseinander halten konnte, denn Laymons Schreibstil ist schnell und wendig, die Kapitel kurz und knackig und sehr actionreich, was bedeutet, dass vieles schnell oder gar gleichzeitig passiert.
    Dank der einleitenden Worte seiner Tochter war mir zwar bewusst, um wen es als Hauptcharakter geht, aber in welcher Beziehung derjenige zu all den anderen steht, war mir schnell nicht mehr ganz klar und ich habe die Übersicht verloren.
    Dieser Aspekt hat war nicht viel vom Lesevergnügen genommen, allerdings hat er mich doch ziemlich gestört.


    Was Laymons Charaktere in „In den finsteren Wäldern“ so alles erleben, wird man nach dem Lesen des Klappentextes erahnen. Viel neues fand ich hier leider nicht, wenn ich aber bedenke, dass dieses Buch das zweite war, was Laymon je geschrieben hat – und dies natürlich schon einige Jährchen her ist – so passt es wieder ziemlich gut in das Genre Horror.
    Dass Laymon mit seinen direkten und sexistischen Beschreibungen nichts beschönigt, dürfte auch jedem klar sein, der zumindest schon einmal einen Laymon gelesen hat. Auch hier drin gibt es wieder ordentlich Kopfkino zu erleben, ob man will, oder nicht. Laymon nimmt kein Blatt vor dem Mund, das sollte einem bewusst sein, bevor man sich drauf einlässt und das Buch nach den ersten Kapiteln angewidert beiseite legt.
    Ob dieses Buch wirklich Laymons „härtestes“ ist, kann ich leider nicht beurteilen, da ich wie gesagt noch zu wenige seiner Werke gelesen habe. Dass dieses Buch aber kein Ritt auf einem Pony ist, dürfte klar sein.


    Es hat mich gut unterhalten, ich hatte meinen Spaß, trotz erwähntem Manko, viel Neues war es nicht, aber es war dennoch ein guter Laymon.

    Vielen Dank für die tolle Rezi!


    Macht total Lust auf mehr, ich habe das Buch schon auf dem SUB liegen, mich erschrecken die 500 Seiten momentan nur etwas, aber ich denke, allzulange subbt es nicht mehr :lechz:

    Auf dieses Buch habe ich mich seit Monaten gefreut. Allein die Aufmachung laut Bildern hat mich sehr neugierig gemacht. Hinzu kamen diverse Trailer auf Youtube und Informationen des Verlages selbst, sodass ich den Erscheinungstermin nur so entgegen fieberte.


    Als es dann endlich soweit war, und ich das Buch „Die Insel der besonderen Kinder“ in meinen Händen halten konnte, war es um mich geschehen: Das Cover glänzt, wie oftmals vom PAN Verlag gewohnt und das schwebende Mädchen wirkt gespenstisch gruselig und fantastisch zugleich. Ein kurzes Reinblättern hatte dann zu Folge, dass ich dieses Buch sofort lesen musste, obwohl ich dato noch an einem anderen das, denn die innere Aufmachung hat mich besonderes mit ihren zahlreichen gruseligen und verstörenden Bildern sofort in ihren Bann gezogen.


    Der Plot der Geschichte ist schnell und kurz erzählt, denn dieses Buch muss man von Anfang an selbst erleben. Ich ging soweit völlig unbefangen an dieses Buch heran und wurde nur so in einen Sog von Spannung, Grusel und Fantastik gesogen, dass ich mich nicht mehr herausziehen konnte.
    Jacob ist 16 Jahre alt und lebt zusammen mit seinen Eltern und seinem Großvater. Dieser erzählte ihm von kleinauf Gruselgeschichten und versprach Jacob, dass sie wahr seien. Als kleines Kind glaubte Jacob dies, doch je älter er und sein Großvater wurden, desto mehr distanzierte er sich von den Geschichten und schenkte bald all den Beweisfotos seines Großvaters, welches man zuhauf im Buch abgebildet vor findet, keinerlei Glauben mehr.
    Als sein Großvater eines Tages wieder in seine Todesangst vor den fantastischen Wesen verfällt, will Jacob nur nach Hause, um nach dem Rechten zu schauen. Doch als er dort ankommt, findet er seinen Großvater tot vor - ermordet unter mysteriösen Umständen. Jacob ist fassungslos und schaut sich wie wild am Tatort um – und wen oder was entdeckt er da auf einmal hinter einem Baum? Wird er jetzt auch verrückt, oder hatte sein Opa gar nicht so Unrecht mit seinen Gruselgeschichten?


    Was nun beginnt ist ein Abenteuer der besonderen Art und Weise. Nie zu vor habe ich so ein Fantasybuch gelesen, welches so mystisch und gruselig ist. Ich war sofort gefangen in Jacobs Leben und die wenige Zeit, die ich zusammen mit seinem Großvater zu Beginn verbringen durfte, habe ich sehr genossen, denn der Autor hat es hier geschafft, den Großvater als absolut authentisch wirken zu lassen. So ist dem Leser von Anfang an bewusst, dass der Großvater keineswegs verrückt ist und auch Jacob wirkt unsicher, ob und was er nun genau glauben soll.
    Jacob war mir von Anfang an unglaublich sympathisch. Für seine sechzehn Jahre habe ich ihn als sehr reif und erwachsen empfunden. Er ist keineswegs kindlich oder unreif und handelt auch absolut nicht so! Er ist einer der Protagonisten, welche ich gerne während des Lesens die ganze Zeit um mich herum habe. Umso
    erfreuter war ich zu diesem Zeitpunkt darüber, dass dieses Buch der erste Teil einer Reihe sein soll. So werden wir Jacob wieder treffen und darauf freu ich mich jetzt schon! Er wirkte auf mich wie ein Nachbarsjunge, mit dem man im Sommer abends herumtollte und mit dem man sich einfach gut versteht. Sehr toller Charakter und die Entwicklung, die er über das Buch hinweg nimmt, ist glaubhaft und eine wirklich starke.
    Der Autor hat einen unglaublich packenden und faszinierenden Schreibstil. Die Geschichte war mir an keiner Stelle zu fantasylastig, als dass ich ihr nicht mehr folge könnte oder als wäre sie mir zu abgedreht. Absolut nicht! Trotz der Fantasyanteile überwiegt das Gruselige und Verstörende. Die zahlreichen Bilder unterstützen und fördern den Lesegenuss sehr, sodass ich das Buch auch gar nicht beiseite legen wollte, ohne beim nächsten Bild angekommen zu sein. Dies führte dazu, dass ich dieses Buch binnen zwei Tagen verschlang. Ich konnte und konnte es einfach nicht beiseite legen. Die Fotos sind auch sehr besonders, denn sie zeigen die besonderen Kinder des Buches. Dies war so super, dass ich mich total gut in diese Geschichte hineinfühlen konnte und den Figuren noch viel näher war, als sonst beim Lesen.


    Ein wunderbares und besonderes Buch, welches ich oft verschenken werde, denn ich bin so sehr davon begeistert, dass ich mir wünsche, dass viele LeserInnen hierzu greifen werden und sich auf dieses besondere Abenteuer begeben!
    Für mich ganz klar ein heißer Anwärter auf den 2. Halbsjahresfavoriten 2011!

    Was ich als erstes unbedingt erwähnen will, ist der gefühlvolle, bildliche und sehr direkte Schreibstil der Autorin. Lilly Lindner schreibt keineswegs professionell, aber mit einer solchen Gefühlswucht, dass es mich beim Lesen nahezu umgehauen hat. Besonders die erste Hälfte des Buches ist so enorm gefühlsstark und authentisch, dass es mir ständig kalt den Rücken herunter gelaufen ist. Besonders intensiv
    Was Lilly als kleines Kind erlebt hat und was man ihr antat, ist ein schreckliches Beispiel von leider viel zu vielen in Deutschland und der ganzen Welt. Besonders diese Schilderungen des sexuellen Missbrauches waren es, welche mich schockiert haben. Die Autorin beschreibt dies teilweise ziemlich indirekt, obwohl dem Leser durch genau diese Schilderungen absolut klar ist, was passiert ist. Andernfalls aber auch nimmt sie kein Blatt vor den Mund und schreibt eiskalt und knallhart, was sie erleben musste.
    Besonders intensiv beschreibt sie ihren Kampf mit der späteren Bulimie. Ihr Wunsch, so wenig von ihrem missbrauchten Körper übrigen zu lassen, beschreibt sie dem Leser mehr als deutlich. Obwohl ich weder Betroffene kenne noch selbst irgendwelche Erfahrungen diesbezüglich machen musste, konnte ich nur anhand der Wortwahl oft sehr viel zwischen den Zeilen lesen und verstehen.
    Besonders der leicht provozierende Buchtitel macht seinem Ruf alle Ehre: Wer sich mit dem Thema Bulimie, Vergewaltigung, Missbrauch und Prostitution nicht auseinandersetzen will oder kann, dem sei dieses Buch keinesfalls empfohlen. Sind die Wortwahl und der Schreibstil recht jugendlich und einfach gehalten, entstehen immer wieder sehr berührende und intensive Passagen, wo insbesondere das Gefühlszentrum des Lesers angesprochen wird. Und wer hier die erwähnten Thematiken nicht verkraftet, hat wahrscheinlich lange dran zu knabbern.
    Leider gibt es auch ein paar negative Anmerkungen meinerseits. Fängt die Lebensgeschichte so gefühlsintensiv an, erlebt sie ab der Hälfte etwa einen Spannungseinbruch. Die Autorin berichtet sehr intensiv über ihr Leben im Bordell und viele Situationen wiederholen sich. Während diesen Kapiteln habe ich auch etwas mit mir kämpfen müssen, denn sie waren doch recht langatmig für mich. Es passierte einfach nicht viel Neues und so zog es sich in der zweiten Hälfte des Buches hin.


    Abschließend ist zu sagen, dass mir Splitterfasernackt gut gefallen hat und ich noch lange an das Buch denken musste bzw. sicherlich auch noch weiterhin werde, denn es hat mich schockiert und entsetzt zurückgelassen.

    Meine Meinung
    Da ich sehr gerne Romane über Geister und Co. lese, sprach mich dieses Buch direkt an.
    Und seit ich das Genre Urban Fantasy für mich entdeckt habe, ist sowieso kein
    Buch aus diesem Bereich mehr vor mir sicher. Dafür, dass „Geisterflut“ zu den
    ersten Büchern, welche ich aus diesem Genre gelesen habe, gehört, hat es mir so
    gut gefallen, dass ich mir gleich auch den 2. Teil bestellt habe. Die Reihe
    will ich nämlich unbedingt weiter lesen.


    Zuerst: Titel wie Cover passen total gut zum Inhalt. Besonders Chess ist „gut
    getroffen“, wie ich finde, denn während des Lesens hatte ich ständig das Gefühl,
    dass Chess genauso aussieht, wie die Frau auf dem Cover. Das habe ich nicht oft
    und somit war dies wirklich ein toller Nebeneffekt beim Lesen. Sehr coole
    Sache!


    Chess Putnam selber ist Geisterjägerin von Beruf. Sie lebt im Jahre 2020 und hat mit
    vielen Geisterbannungen zutun, seitdem die Geister vor über 20 Jahren auf die
    Erde zurückgekehrt sind. Sie arbeitet für eine Kirche, welche sich zur Aufgabe
    gemacht hat, die Erde wieder friedlicher zu gestalten. Und so kommt es, dass
    Chess einiges zutun hat, denn von überall gibt es Aufträge von Menschen, welche
    behaupten, bei ihnen zuhause spukt es. Somit ist es Chess Aufgabe,
    herauszufinden, ob dies wirklich stimmt und wenn ja, ihnen eine
    Entschädigungssumme zu zahlen.

    Eines Tages erhält sie allerdings einen Auftrag, der ihr gar nicht so sauber vorkommt
    und so durchkämpft sie sich zusammen mit zwei mehr oder weniger attraktiven
    Männern durch die Geisterwelt.


    Der Schreibstil hat mir von Anfang an gut gefallen, das Buch lässt sich schnell und
    locker lesen. Anfangs habe ich immer Zweifel, ob es mir leicht fallen wird,
    mich in der neuen und unbekannten Fantasywelt zurechtzufinden. Diese Bedenken
    hatte ich hier in keinem Fall, denn der Autorin ist es gelungen, mich sehr gut
    in die Welt von Chess einzuführen. Ich hatte keinerlei Verständnisprobleme und
    habe mich auch nie verirrt beim Lesen.

    Chess war mir von Anfang an ein sympathischer Charakter. Man weiß ja vorher nie so genau,
    wie die Charaktere sein werden, und besonders bei Urban Fantasy Romanen hat man
    oft viel Kitsch dabei. Dies war hier nicht der Fall. Chess ist tough und stark,
    mit Schwächen und Macken. Sie wirkt echt und nahbar und ist kein kleines
    quengeliges Mädchen. Das hat mir sehr gut gefallen, denn ich habe bei dieser
    Beschreibung des Buches auch nichts anderes erwartet.

    Auch die zwei Erotikszenen haben mich keinesfalls gestört. Ich weiß, dass Erotik in
    diesem Fantasygenre eine große Rolle spielt und es war absolut nicht störend.
    Es hat gepasst und es war weder schnulzig noch zu penetrant.


    Ich kann „Geisterflut“ nur jedem Urban Fantasy Fan ans Leserherz legen und auch allen, die einmal das
    Genre ausprobieren wollen.

    In meinem Buchregal wartet schon der 2. Teil namens „Seelenzorn“ auf mich. Ich freu mich
    drauf!

    Wer mich kennt, weiß, dass ich ein riesen Fitzek Fan bin. Ich habe all seine Bücher verschlungen und liebe sie fast alle.
    Nachdem ich den Augensammler 2010 gelesen und ebenfalls geliebt habe, konnte ich auf den Augenjäger kaum warten. Als er nun endlich im September erschien, habe ich ihn gleich zur Hand genommen. Und was soll ich sagen? Ich bin leider ziemlich enttäuscht.


    Nach dem Lesen der Beschreibung klang es für mich nach einem super spannenden Thriller, in dem es hauptsächlich um den sadistischen Augenchirurgen Suker gehen soll. Genau dieser Punkt war es, der mich ungeduldig auf die Veröffentlichung warten ließ.
    Doch als ich dann mit dem Buch begann merkte ich schnell, dass ganz andere Dinge viel mehr im Vordergrund stehen. Ohne jetzt zu viel verraten zu wollen, war ich sehr überrascht, wie viel die „alten“ Protagonisten, allen voran Alina Gregoriev und Alexander Zorbach, im Mittelpunkt stehen. Fand ich beide im Augensammler noch sympathisch, entwickelten sie sich in diesem Buch zu recht nervigen Charakteren.
    Besonders die Tatsache, dass ich beim Lesen total verwirrt wurde und den ganzen Handlungssträngen nicht mehr folgen konnte, verlangsamte mein Lesetempo enorm und nahm mir sehr die Leselust. Zwar ist Fitzek für seine kurzen und knackigen Kapitel inklusive Cliffhanger bekannt, welche auch hier vorzufinden sind, jedoch waren diese für meinen Geschmack einfach zu viele.
    Als Haupthandlung hatte ich mir einfach ganz andere Dinge vorgestellt. Viel, viel mehr Hintergrundinformationen zum neuen Charakter Suker. Ich hatte das Gefühl, dass er so gut wie gar nicht erwähnt wurde, bzw. dass seine Person total die Nebenrolle hatte, obwohl gerade er mich am meisten interessierte, denn Zorbach und Co. kannte ich ja schon zu genüge aus dem Augensammler.
    Neben den kleinen Chliffhangern, die ab und zu spannend waren, empfand ich das Buch insgesamt auch als ziemlich langweilig. Das Ende war für mich vorausschauend, denn es endete genauso, wie ich es mir nach den ersten Kapiteln gedacht habe. Der Aspekt ist total untypisch für einen Fitzek, denn normalerweise wirft er immer alle zuvor gedachten Lösungsansätze komplett über Bord und schockt mit einem ganz anderen Ende, mit dem man nie gerechnet hätte. Dies war für mich hier leider nicht der Fall.
    Was ich dem Buch zu gute halten möchte, ist die Tatsache, dass der Autor hier wirklich sehr gut recherchiert hat. Er zeigt wieder einige Vorurteile Blinden gegenüber auf und versucht sie zu stürzen. Das hat mir gefallen.


    Ich habe sehr lange überlegt, wie viele Sterne ich diesem Buch nun gebe.
    Ich bin von Fitzek eigentlich nur 4 bis 5 Sterne-Bücher gewohnt, aber mehr als 3 Sterne waren einfach die ganze Zeit über nicht machbar. Wenn ich nun aber alle Punkte durchgehe und mir meinen gesamten Eindruck vor Augen führe, sind es maximal 2,5 Punkte.
    Eine Leseempfehlung kann ich leider nicht aussprechen. Mir hat es nicht gefallen, es war allen falls OK.

    Inhalt bei amazon.de
    „Kann man als Nichtschwimmer auf hoher See bestattet werden? Gibt es auch Second-Hand-Särge? Kann ich den Opa im Kombi selbst zum Friedhof fahren? Diese und andere nicht immer ganz ernst gemeinte Fragen rund ums Sterben begegnen Peter Willhelm täglich. Die skurrilsten versammelt er nun in seinem zweiten Buch.“



    Meine Meinung
    Ab und zu lese ich sehr gerne Bücher, welche nicht direkt in ein bestimmtes Genre passen. Witzig, skurril oder einfach nur interessant auf eine besondere Art und Weise und schon hat das Buch einen neuen Leser gefunden – mich. Genauso ging es mir auch mit diesem Buch hier. Schon alleine der Titel hat mich sehr neugierig gemacht.


    Ich erwartete eines von diesen vielen „komischen“ Büchern, wo man sich oftmals über die (nicht vorhandene?) Intelligenz des Verfassers wundert, doch ich wurde hiermit eines besseren belehrt, denn „Darf ich meine Oma selbst bestatten?“ ist kein Ableger von diesen vielen eher dümmlichen Büchern, deren Humor nicht wirklich meiner ist.
    Der Autor Peter Wilhelm ist von Beruf Bestatter und berichtet uns in diesem Buch über viele witzige, makabere, aber auch ernstere Fragen rund um das Thema Tod und Bestattung. Oftmals sind Fragen dabei, die so gefaked klingen, dass die Antwort durch den Autor genauso ironisch aufzufassen ist. Doch dies ist eher die Seltenheit. Hauptsächlich erklärt uns Peter Wilhelm, wie es wirklich bei einem Bestattungsunternehmen abläuft, bzw. welche Mythen immer noch in den Köpfen der Menschen existieren. Hierfür muss man keinesfalls ein Experte sein, denn der Autor erklärt alles sehr verständlich und deutlich, sodass jeder Laie damit klar kommt. Es gibt keine wirklichen Fachbegriffe und wenn doch, werden sie gut erläuterte.
    Trotz des ernsten Themas hatte ich beim Lesen viel Spaß. Die Fragen werden, bis auf ein paar Ausnahmen, kurz und präzise beantwortet und der Lerngehalt ist auf jeden Fall gegeben. Die geschilderten Szenen und Gespräche wirken echt authentisch, sodass ich mir beim Lesen oft vorkam, als wäre ich live dabei. Dies hat den Unterhaltungswert sehr gesteigert und so war das Buch ein sehr informatives und witziges für zwischendurch.


    Wer sich also für die rechtlichen als auch humanen Fragen rund ums Bestatten interessiert und ganz nebenbei etwas Spaß haben und ein Augenzwinkern nicht unterdrücken will, der sollte zu diesem Buch greifen.

    Als großer Dystopiefan konnte ich das Erscheinen von „Das verbotene Eden: David und Juna“ von Thomas Thiemeyer kaum noch erwarten. Eine Dystopie aus der Feder eines deutschen Autors, von dem ich bis dato noch nichts gelesen hatte. Schon allein das farbenkräftige tolle Cover hat mich angesprochen und die Beschreibung bei amazon hat schließlich dazu geführt, dass ich das Buch unbedingt haben und lesen musste.
    Unter dem Schutzumschlag ist das Buch übrigens knallorange.


    Thomas Thiemeyers Schreibstil ist von Anfang an super verständlich und einfach. So kam ich sehr gut in die Geschichte herein und wurde direkt gepackt. Auch wenn nicht von Beginn an die Spannung hoch war, brachte mich der flüssige Stil und die gute Verständnis der Einleitung dazu, dass ich gespannt weiter las.


    Thiemeyers Welt entfachte in mir ein merkwürdiges Empfinden, sodass ich ständig das Gefühl beim Lesen hatte, keinen dystopischen Roman (also eine Geschichte, die in der Zukunft spielt) zu lesen, sondern einen historischen. Das Buch an sich spielt etwa im Jahre 2085 und die Umstände, in denen Juna, David und all die anderen Leben, erinnern einen sehr an mittelalterliche Zustände. Meine Erklärung dafür lautet, dass die Menschheit sich so negativ verändert hat, dass sie sich selbst wieder zurück ins Mittelalter katapultiert hat. Ich mag keine historischen Romane, doch hier war dieses Gefühl atemberaubend für mich. Gehen die meisten dystopischen Romane doch eher in Richtung Hightech und Co, wurde hier das genaue Gegenteil verwendet, was dem ganzen Genre Fantasy/Dystopie eine neue Zusatzkomponente beschert.

    Zur Story an sich möchte ich gar nicht viel sagen, denn gerade das Entdecken von Anfang an hat meinen Lesespaß um einiges vergrößert.

    Die Idee der Geschlechterverfeindung und dessen Umsetzung hat mir sehr gut gefallen. Die Erklärung, die der Autor dafür liefert, war mir zwar etwas zu wenig an Informationen, jedoch eine plausible und ausbaufähige Idee.
    Meine Stimmung beim Lesen hielt sich über das gesamte Buch auf einem aufmerksamen Level, weil ich so gepackt von den Charakteren und der erschaffenen Welt war.

    Der Autor hat es meiner Meinung nach geschafft, einen wunderbar spannenden, gefühlsvollen und erschreckenden Jugenddystopieroman zu schreiben, welchen ich jedem Genreleser nur ans Herz legen kann. Ich freue mich, dass weitere Bände geplant sind, denn in dieser Welt gibt es noch so einiges zu entdecken und zu erleben, da bin ich mir sehr sicher.
    :thumleft:

    Inhalt bei amazon.de
    „Manche Gedanken lassen sich gut schneiden, wie Papier. Andere sind hart wie Alabaster. Der Gedanke an das Mädchen vom Strand ist ein unendlicher Alabastergedanke - für August, der nicht lügen kann, nichts in Gesichtern liest und für den Berührung eine Kröte auf der Haut ist. Ein Zufall wirft sein geregeltes Leben aus der Bahn. Und konfrontiert August mit einem Gefühl, das völlig neu für ihn ist.


    Witzig, wunderschön und mit großer Wärme erzählt: die Geschichte einer außergewöhnlichen Begegnung.“



    Meine Meinung
    In „Ein Kuss ist ein ferner Stern“ wird die zufällige Begegnung von August und Freya beschrieben, welche so besonders wie ungewöhnlich ist.


    August ist ein junger Mann, welcher an einer Form von Autismus leidet, obwohl leidet hier vielleicht sogar die falsche Bezeichnung ist, denn August wirkt keinesfalls unglücklich, sondern durchgehend zu frieden auf seine eigen Art und Weise. Freya hingegen ist ein gesundes Mädchen, welches aber auch besonders private und familiäre Unstimmigkeiten zu durchleben hat. Als die beiden so unterschiedlichen Menschen sich begegnen, entsteht ein Gefühlschaos, welches besonders August völlig aus der Bahn wirft. Denn er als Autist weiß nicht, wie er mit seinen neuen Gefühlen umgehen soll.
    Durch den Aufbau des Buches, welches in Tagebuchform abwechselnd von August und Freya erzählt wird, bekommt der Leser einen sehr schönen Einblick in beide Gefühlswelten. Besonders Augusts Gefühle und Gedanken haben mich interessiert und die Umsetzung empfand ich als sehr angenehm und glaubwürdig. Natürlich ist es schwer, als Nicht-Betroffener sich in einer Welt eines Autisten hineinzudenken, aber ich empfand den Stil des Autors als authentisch und passend. Genauso kann ich mir ein Verhalten und eine Denkweise eines Autisten vorstellen. Somit waren Augusts Einträge für mich das Besondere an diesem Buch, denn es geht nun einmal primär darum, wie ein Autist mit einer völlig fremden Situation und Gefühlslage umgeht. Ich empfand sie als richtig süß und gefühlsvoll und somit hat mir das gesamte Buch sehr gut gefallen.
    Es ist ein ziemlich ruhiges Buch, wenn auch mit ein paar turbulenteren Kapiteln ausgestattet, aber genau diese Ruhe habe ich mir von dem Buch auch erhofft. Durch die Sensibilität der Thematik und der wunderschönen kleinen Liebesgeschichte, ist die Geschichte rund um August nun einmal kein spannendes Buch. Es gibt vieles zu entdecken und besonders August Auge fürs Detail hat mir sehr gut gefallen. Denn er sieht und hört Dinge, die für gesunde Menschen "unsichtbar“ sind, da man sie z.B. schon viel zu oft gesehen oder gehört hat, oder aber sie wirken auf einen so unwichtig, dass man sie übersieht/hört.
    Dadurch entstand auch eine leichte philosophische Stimmung, welches die gesamte Umsetzung für meinen Geschmack sehr schön abrundete.


    Ein Buch, welches ich nicht nur Jugendlichen, sondern auch Erwachsenen ans Herz legen kann, welche einmal eine Story eines besonderen Jungen lesen wollen, der in seiner ganz eigenen Welt lebt und dort glücklich ist.

    Inhalt bei amazon.de
    „Laras Bruder Simon ist verschwunden. Als im Keller eines Abbruchhauses Blutspuren gefunden werden, beginnt ihre bisher heile Welt zu bröckeln. War Simon eines der Opfer? Oder war er etwa der Täter? Als die Gerüchte unerträglich werden, macht Lara sich allein auf die Suche nach ihrem Bruder. Eine erste Spur führt direkt ins Drogenmilieu nach Frankfurt und schnell wird klar: Falls Simon noch lebt, schwebt er spätestens jetzt in Lebensgefahr!“



    Meine Meinung
    Dieses Buch hat mich von Anfang an total in seinen Bann gezogen, sodass ich mit dem Lesen nicht mehr aufhören konnte und es in einem Rutsch verschlungen habe.
    Zur Story wird in der Inhaltsangabe von amazon.de schon einiges gesagt und weil das Buch recht dünn ist, möchte ich weiter nichts mehr dazu sagen.


    Als Leser wird man sofort in der Ausgangssituation geworfen – Simon, Laras Bruder ist spurlos verschwunden. Die Autorin hat es geschafft, ohne viel drum herum direkt auf den Punkt zu kommen und auch beim weiteren Verlauf der Story verzichtet sie absolut auf überflüssige Nebenbeschreibungen. Alles, was geschrieben steht, ist wichtig und somit war das Buch sofort spannend für mich.
    Richtig klasse fand ich, dass der Erzählstil so aufgebaut war, dass man als Leser zum Miträtseln förmlich gezwungen war. Ich konnte gar nicht anders, als mitzuermitteln, was mit Simon passiert sein könnte oder wo er steckt.
    Sowohl Lara als sich sorgende Schwester als auch ihre verzweifelten Eltern wirken sehr authentisch. Die Autorin gibt dem Leser hier einen realistischen Einblick in die Verzweiflung und Aussichtslosigkeit einer Familie, welche zusammen mit der Polizei dem Verschwinden eines Mitglieds auf die Schliche kommen wollen. Die dadurch ebenfalls entstehenden Aggressionen und Wutausbrüche inklusive. Hinzu kommen Mitschüler und Freude, welche ebenfalls ein durchschnittliches Bild des Möglichen darstellen.
    Nicht nur die Thematik des „von zuhause Abhauens“ ist eine sehr interessante und wichtig zu thematisierende für Kinder und Jugendliche, sondern vor allem auch der ganze Rattenschwanz, der hinter Simons Verschwinden steckt. Um nicht zu viel zu verraten, erwähne ich hier nichts darüber, denn als Leser kommt man nach und nach selber super hinter all den Dingen.


    Ein richtig klasse Jugendbuch mit erschreckender, aber dennoch aktueller Thematik, welches ich mir sehr gut im Schulunterricht vorstellen kann. Top Jugendthriller, der von mir die volle Punktzahl erhält.

    Inhalt bei amazon.de
    „Jim Clayton will nie wieder in den Knast, wo er achtzehn Jahre lang schmorte. Nie wieder darf er die Beherrschung verlieren. Doch dann landet er in einer winzigen Stadt und sieht, wie ein Mann ein junges Mädchen mit einem Gürtel blutig schlägt. Als er eingreift, schießt man ihn einfach nieder ... Am nächsten Morgen führt man ihn einer Gruppe von Jägern vor. »Er dachte, er könnte in unsere kleine Stadt platzen und einen Polizei-Chief verprügeln, ohne dafür bestraft zu werden.« Ein tiefes Kichern schwappte durch die Gruppe. »Nun, hier regeln wir die Dinge ein wenig anders, Jim. Hier lassen wir Gott über dein Schicksal entscheiden. Kein Gericht, keine Anwälte, nichts, als die wunderschönen Blue Ridge Mountains und einige unserer besten Jäger, die Jagd auf dich machen. Es ist ziemlich einfach. Wir geben dir zehn Minuten Vorsprung.«“


    Falls Sie glauben, damit die komplette Handlung dieses Romans zu kennen - ja, dann kennen sie Brett McBean nicht. Er schafft brutale Seelenlabyrinthe. Nach dem Bestseller DIE MUTTER legt McBean seinen neuen Thriller vor, eine faszinierende Mischung aus RAMBO und GEISTERSTUNDE.



    Meine Meinung
    Nachdem „Die Mutter“ 2010 schon einer meiner Highlights war, konnte ich es kaum erwarten, bis endlich Brett McBeans neues Werk „Die Bestien“ im Festa Verlag erscheint. Ich erwartete, besonders nach so einem Titel, nur das Beste vom Horrorautor und wurde erneut nicht enttäuscht.


    Alleine das Cover muss ich zu Beginn erst einmal kräftig loben. Blutrot kommt es daher und lässt das Grauen schon erahnen. Nach dem Lesen war mir auch klar, dass das Cover 1:1 zur Story passt und man kein besseres hätte auswählen können. Was das Cover dem Leser verspricht, das hielt die Story auf jeden Fall.
    Schon alleine der Prolog hat mich mit aufgerissenen Augen lesen und mehrfach schlucken lassen. Hier zeigt sich erneut McBeans Brutalität und durchaus kranke Phantasie. Hierbei merkt man auch ganz schnell, dass McBean nichts für jedermann ist. Man muss schon hartgesottener sein und wenn man den Prolog durch hat, kann man kurz verschnauben, aber dann geht es genauso hart weiter.
    Was darauf folgte, war ein Horrortrip durch die Mountains eines kleinen Dörfchens, welches mich an diverse Horrorfilme a la „Wrong Turn“ erinnerte.

    Jim Clayton wollte in der kleinen Bar doch nur eine kühle Coke trinken, um danach seine Motorradtour fortzusetzen, doch als er beobachtete, wie ein junges Mädchen von einem Mann verprügelt wird, schreitet er natürlich ein. Mit fatalen Folgen: Ab jetzt ist er der geprügelte und gejagte, denn in dem Dörfchen herrschen ganz andere Gesetze, wenn man sich gegen die Polizeigewalt stellt...
    Wer bereits „Die Mutter“ kennt, weiß, dass McBean kein Blatt vor den Mund nimmt. Genauso ist es auch hier. Wir erleben zusammen mit Jim und ein paar Dorfbewohnern eine Jagd, welche blutiger und brutaler kaum sein könnte. Hinzu kommt ein Fantasyaspekt, weswegen das Buch absolut ins Genre Horror passt. Denn Jim trifft auf einen anderen Gefangenen, welcher eine mysteriöse Dose mit sich herum schleppt, bzw. verzweifelt nach ihr sucht, nachdem der Chief ihm sie weggenommen hat. Und diesem geht es seitdem gar nicht gut, ja er scheint förmlich zu verfaulen. Horror pur kann ich hier nur sagen!
    Das Geheimnis der Dose ist verstörend und gruselig zugleich und besonders ein neuer Aspekt, den ich so noch nie zu vor gelesen habe. Hier hat McBean wieder einmal gezeigt, was er drauf hat. Es war eklig und erschreckend und besonders die Gesetze, welche die Gruppe von Jägern befolgt, haben mich geschockt. Ein absoluter Albtraum, aber für jeden Psychothriller- und Horrorfan ein wahrer Genuss.


    Nach „Die Mutter“ für mich wieder ein genialer McBean und mit bleibt nichts anderes zu sagen, als: Kaufen, Lesen und sich auf „Das Motel“ (erscheint Anfang 2012) freuen.
    McBean ist geil :rambo:

    Inhalt bei amazon.de
    „Gepeinigt von Kindheitserinnerungen, lebt Dignon Malloy allein mit seinem Kater Mr. Tibbs in einer namenlosen Stadt. Eines Tages kauft er ein abgegriffenes Buch mit dem Titel Mystische Wesen in einer sterblichen Welt. Im Innern steht der Name Bree Harper und eine Telefonnummer. Soll er die Unbekannte anrufen? Als Dignon schließlich die hübsche, doch rätselhafte Bree kennen lernt, wird ihm klar, dass er das Buch nicht zufällig gefunden hat. Sein Leben ist viel komplexer, als er es sich jemals vorstellte – und seine Rolle in diesem Universum viel tödlicher.“



    Meine Meinung
    Nachdem ich im Frühjahr 2011 „Blutiges Frühjahr“ von Greg F. Gifune gelesen habe und ich von dem Buch so dermaßen begeistert bin, dass es sogar mein Halbjahresfavorit geworden ist mit voller Punktzahl in allen Kritikpunkten, war es absolut klar, dass ich auch das 2. Buch von ihm lesen werden, welches jetzt im August im Festa Verlag erschienen ist.


    Wie ich es von Gifune gewohnt bin, ist auch in „Die Einsamkeit des Todbringers“ der wunderbare Schreib- und Erzählstil zu loben. Gifunes Geschichten lassen sich einfach so runter lesen und es ist für mich ein großes Stück Lesegenuss. Er schreibt sehr klar und düster, traurig und leicht verzweifelt. Auf der einen Seite schildert er seine Figuren und deren Erlebnisse neutral und objektiv, auf der anderen verleiht er ihnen sehr viel Menschlichkeit, sodass sie sehr nahbar und authentisch sind.
    Bei Gifune heißt es „zwischen den Zeilen lesen“, denn wirklich viel Blut oder fassbares Grauen findet man bei ihm nicht. Bei ihm muss man wirklich mitdenken und sich auf die Geschichte einlassen und so war es auch hier wieder.
    Dignon ist ein sehr interessanter Charakter, der gleich zu Beginn an traurig, ernst und einsam wirkt. Er lebt nur mit seinem Kater alleine in einer Stadt ohne Namen und ist durch einen schrecklichen Arbeitsvorfall arbeitsunfähig. Eines Tages erlangt er ein mysteriöses Buch und mit da mit nimmt sein Schicksal, besonders, was seine Vergangenheit anbelangt, seinen Lauf. Mysteriös vor allem auch deswegen, weil sich der Autor hierbei dem Genre Fantasy und Horror bedient, weswegen das Buch für mich auch kein wirklicher „Psychothriller“ war, sondern eher ein Horrorbuch. Das Grauen lebt quasi zwischen den Seiten, was genau es ist, verrate ich nicht, das muss selbst gelesen und besonderes selbst erfahren werden. Mit diesem „Horror/Fantasyaspekt“ hatte ich auch ein paar kleinere Probleme, weswegen ich dem Buch keine volle Punktzahl geben kann.
    Bei Gifune ist es wieder einmal so, dass die Vergangenheit seiner Charaktere im Mittelpunkt steht, obwohl sie – jedenfalls anfangs – kaum Erwähnung findet. Erst nach und nach vermittelt der Autor dem Leser, was hinter seinen Charakteren für ein Bild des Grauens steckt und erneut waren die Erlebnisse von Dignon aus der Kindheit sehr verstörend und grausam. Hierbei kommt der Leser voll auf seine Empathie-Kosten, denn Gifune schaffte es erneut, mich zum Mitleiden und Mitfiebern zu bringen.


    Gifunes zweites in Deutschland veröffentlichtes Buch „Die Einsamkeit des Todbringers“ hat mir zwar nicht so super gut wie „Blutiges Frühjahr“ gefallen, war aber absolut wieder ein MUST READ für mich, was ich keinesfalls bereut habe. Ich bin gifunesüchtig und hoffe sehr, dass im Festa Verlag noch viel, viele weitere seiner Titel erscheinen werden, denn er ist inzwischen zu einem meiner Lieblingsautoren geworden, deren Bücher ich ausnahmslos alle verschlingen will!
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