Ben Aaronovitch - Ein Wispern unter Baker Street / Whispers under Ground

Affiliate-Link

Ein Wispern unter Baker Street

4.2|73)

Verlag: dtv Verlagsgesellschaft

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 448

ISBN: 9783423214483

Termin: Juni 2013

  • Autor


    Ben Aaronovitch wurde in London geboren und lebt auch heute noch dort. Wenn er gerade keine Romane oder Fernsehdrehbücher schreiben (z.B. für die Kultserie 'Doctor Who'), arbeitet er als Buchhändler.


    Inhalt


    Es ist ja nicht so, dass Peter Grant, Zauberer in Ausbildung und Police Constable in London, nichts für das Üben von Zaubernsprüchen und das Pauken von Lateinvokabeln übrig hätte - bestimmt nicht! Aber es ist doch immer wieder schön, wenn zur Abwechslung auch mal reelle Polizeiarbeit gefragt ist. Eine unbekannte Person wird im U-Bahn-Tunnel nahe der Station Baker Street tot aufgefunden - erstochen, und es deuten unübersehbare Anzeichen auf die Anwesenheit von magie hin. Ein Fall für Peter, keine Frage. Der unbekannte Tote stellt sich als amerikanischer Kunststudent und Sohn eines US-Senators heraus, und ehe man noch "internationale Verwicklungen" sagen kann, hat Peter bereits die FBI-Agentin Kimberley Reynolds am Hals.
    Dabei gestalten sich seine Ermittlungen auch so schon gruselig genug, denn tief in Londons Untergrund, in vergessenen Flüssen und viktorianischen Abwässerkanälen, hört er ein Wispern von alten Künsten und gequälten Geistern...


    Meine Meinung


    Wie bereits in den ersten beiden Teilen sieht der Leser alles aus Peters Sicht. Doch was mir ein bisschen fehlt, ist dieses Mal der Magieunterricht durch Nightingale. Aber von vorne: In diesem Band hat Peter mehr Möglichkeiten, er kann sich mehr frei bewegen, mehr allein ermitteln und genau das macht er auch, obwohl in diese Ermittlungsarbeit auch mal in die Kanalisation von London treibt. Lesley, die offiziell noch immer nicht im Dienst zurück ist, unterstützt ihn dabei jedoch immer wieder und greift ihm kräftig unter die Arme. Sie lebt in der Zwischenzeit ja auch bei ihnen und lernt von Nightingale die Magie.


    Das Buch ist spannend wie seine Vorgänger, es gibt wieder den übergeordneten Fall, die Suche nach dem gesichtslosen Magier, aber eben auch Peters eigenen Fall, den Mord. Dabei blieb zumindest mir bis am Schluss unklar, was genau nun geschehen ist. Aaronovitch schafft es hier, so viele kleinere Erzählstränge, so viele Möglichkeiten zu verbinden, dass man das entscheidende Detail für den Fall leicht übersehen kann. Die Geschichte ist so bunt, farbig, fantasievoll und vielfältig, dass die klitzekleinen wichtigen Fakten gut versteckt sind.


    Allmählich werden die teilnehmenden Protagonisten immer mehr, so dass nicht jeder mehr zum Zug kommt und für mich fehlt Nightingale in diesem Band sehr stark. Ich mag den Inspector, seine außergewöhnliche Art und Weise und den Unterricht für Peter. Dieses Mal gibt es jedoch nur eine kurze Trainingseinheit, die Peter allein absolviert, so wie eine kurze Erklärung und Demonstration eines Zaubers. Für mich fehlt da wirklich etwas.
    Doch auch die neuen Figuren, die eingeführt werden, sind auf ihre Art schon fast skurril und passen perfekt in die Geschichte. Ob nun die FBI-Agentin oder der Höhlenforscher/Tunnelerkunder.
    Und dann ist da ja auch noch die Kombination Lesley/Peter. Und natürlich die Flüsse, auch Lady Ty hat wieder ihren großen Auftritt, aber auch andere Flüsse kommen zum Zuge. Ich finde sehr schön, dass gerade bei den Flüssen immer Abwechslung herrscht und man jeden ein bisschen näher kennen lernt, denn ich mag die Flüsse.


    Lebhafte, bildreiche Sprache und viel Humor, selbst in grotesken Szenen, zeichnen die Bücher von Ben Aaronovitch für mich aus, und genau das spiegelt auch dieses Buch wieder. Teilweise kommt auch deutlich der sehr trockene englische Humor hervor, doch es passt einfach perfekt zu Peters Welt. Da kann man nichts bemängeln, diesen Teil finde ich einfach nur gelungen.


    Fazit


    Wieder ein großartiges Buch, eine gelungene Fortsetzung der beiden Vorgänger. Allein das Fehlen von Nightingale trübte da mein Lesevergnügen etwas, doch dafür gab es viele neue interessante Charaktere und Magiefakten, die das wieder ausgeglichen.

  • Das Original: Whispers under ground'

  • Puh da warst du aber schnell. Vorablesen.de? Da hab ich auch gewonnen. Aber ich hatte bisher nur Teil 1 Zuhause stehen und noch nicht gelesen. Damit habe ich jetzt natürlich erst mal angefangen und bin nach der Hälfte des Buches schon total begeistert von der Reihe :thumleft:

  • Ja, ich habs auch bei Vorablesen gewonnen und kannte die beiden Vorgänger, daher gings wirklich schnell ;)

  • Hier meine kurzen Gedanken zu diesem Titel:


    Ein weiterer gelungener Teil dieser Reihe, in dem das erweiterte Team eine etwas größere Akzeptanz bei den verschiedenen Schwesterdiensten erwerben kann und bei dem es Peter gelingt deutlich mehr Selbstvertrauen zu entwickeln, als er es vorher hatte. Wieder voller Sprach- und Situationswitz mit kleinen Andeutungen zu weiteren möglichen Handlungsentewicklungen und den Privatleben der Hauptprotagonisten – und sehr vielen Hinweisen zur Londoner Stadt- und Architekturgeschichte, die aber vielleicht dem ein oder anderen zu viel werden könnten, da sie genauso von der Handlung wegführen können, wie es Peter immer wieder bei sich selbst in den Ermittlungen und bei Zeugenbefragungen schafft. London-Nerds werden allerdings ihre helle Freude daran haben. :thumleft: Ich warte atemlos auf Band 4 (hallo, dtv, ich werde schon leicht blau hier :wink: ).

  • Hab das Buch auch bei Vorablesen gewonnen. Und musste schnell noch vorher Teil 2 lesen, der subbte noch bei mir rum. :loool:
    Mit hat auch dieser 3. Teil wieder gut gefallen. Neben der Krimistory liebe ich an diesen Büchern einfach den Schreibstil und den britischen, teilweise schwarzen Humor. Sehr oft musste ich grinsen.


    Ich vergebe: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertungHalb:

  • Da ich Die Flüsse von London und Schwarzer Mond über Soho nicht kenne, war dies mein erstes Buch von Aaronovitch - aber definitiv nicht mein letztes.


    Ein Wispern unter Baker Street ist weder ein Krimi noch ein Fantasy-Roman, sondern eine sehr gelungene Mischung aus beiden Genres, gewürzt mit wunderschönem britischen Humor, der durch den Ich-Erzähler Peter Grant transportiert wird.
    Als Neuling in diesem Universum hat mich die Art der Magie sehr fasziniert und auch die liebevollen Einfälle (die Flussgöttinnen, die Partys feiern^^) fand ich sehr gelungen eingestreut. Besonders der Umgang der Nicht-Magiebegabten mit den außergewöhnlichen Dingen, auf die sie stoßen, ist hierbei recht amüsant, ebenso die Anspielungen oder auch direkten Erwähnungen anderer Fantasy-Werke - besonders natürlich Harry Potter, über den nicht nur Peter Grant spricht.


    Der Fall, der im Kriminalteil der Handlung erzählt wird, hat viele - teilweise überraschende - Wendungen, sodass man ihm sehr gerne folgt. Der Täter ist nicht eindeutig, Verdächtige werden ausreichend präsentiert. Viele kleine Nebenschauplätze werden eröffnet, die aber sehr geschickt mit der Haupthandlung verknüpft und alle aufgelöst werden. Die magische Komponente trägt natürlich dazu bei, dass man mit noch größerem Interesse liest. Die Magie fließt ganz beiläufig ein und wirkt nicht so, als sei sie ein nützliches Mittel zum Zweck - sie gehört selbstverständlich zu den handelnden Personen und zu der Erzählung.
    Die Polizeiarbeit selbst wird sehr "unaufgeregt" geschildert, mit der Routine und "Erfahrung", die man von einem Constable erwarten kann. Dies ist mir sehr positiv aufgefallen, da ich auch Kriminalerzählungen kenne, in denen jede Kleinigkeit übertrieben spannend dargestellt wird. Das soll nicht heißen, dass die Polizeiarbeit hier als langweilig oder uninteressant dargestellt wird. Im Gegenteil: >Ein Wispern unter Baker Street< ist durchgängig interessant und Spannung kommt ebenfalls auf. Allerdings darf man kein Abenteuerbuch erwarten, bei dem auf jeder zweiten Seite geschossen wird.


    Besonders gefallen haben mir die detailierten Beschreibungen Londons/der Schauplätze. Ich war noch nie in London, konnte mir aber jederzeit genau vorstellen, wie der Ort aussieht, an dem Peter sich gerade aufhält. Die zum Teil auch längeren Beschreibungen störten meinen Lesefluss aber keinesfalls, sondern fügten sich gut in den Text ein und wirkten nicht wie Fremdkörper. Es war weder ZU detailiert noch wurde man im Regen stehen gelassen.
    Auch die handelnden Personen haben Charakter und sind keine Stereotypen. Nicht nur der Ich-Erzähler, sondern auch die kleinste Nebenrolle kann Interesse wecken und ist nicht platt gezeichnet.
    Ohne die anderen Bände zu kennen, habe ich alles problemlos verstanden und konnte der Handlung folgen. Zwar gab es einige Szenen, die auf mich wie Anspielungen an vorherige Ereignisse wirkten, wichtige Geschehnisse wurden aber erklärt oder beziehungsweise so dargestellt, dass man keine Probleme damit hatte, den dritten Band der Reihe ohne Kenntniss der anderen Werke zu lesen.


    Fazit:
    Ein guter, spannender (wenn auch nicht so spannend, dass ich ihn ohne Pause hätte lesen müssen), stellenweise amüsanter Krimi mit einem ordentlichen Schuss Magie. Ich werde auf jeden Fall noch die ersten beiden Bände lesen.
    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Carpe Diem.
    :study: L.J. Shen - Twisted Love

    2018 gelesen: 136 Bücher mit 50.981 Seiten | gehört: 3 Bücher mit 2266 Minuten

  • Ich habe diesen Band erst jetzt gelesen, nachdem ich die Reihe von hinten begonnen hatte, nämlich mit dem neu erschienenen "Fingerhut-Sommer". Davon war ich so angetan, dass ich nun "Ein Wispern unter Baker Street" gelesen habe, und dieser Band der Reihe gefällt mir noch besser. Für englischen Humor bin ich sowieso immer zu haben, ich könnte mich oft kringeln über Äußerungen wie die von Peter: "Als wir nichts waren als ein Haufen aufrecht gehender Affen in einer Welt voller hochspezialisierter Raubtiere. Zweibeinige Snacks." Sowas rettet mir manchmal meinen Tag, weil es mir ein breites Grinsen aufs Gesicht zaubert und gute Laune auslöst. :lol:
    Aber die Geschichte ist auch sehr flüssig geschrieben, voller Spannung, und die Mischung aus Krimi, Fantasy und Beschreibungen von London macht das Unverwechselbare an der Reihe aus. Ich freue mich schon darauf, den nächsten Band zu lesen.


    Fünf Sterne von mir. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Ein ‚Badeurlaub‘ im Abwasserkanal


    Klappentext:
    Es ist ja nicht so, dass Peter Grant, Zauberer in Ausbildung und Police Constable in London, nichts für das Üben von Zaubersprüchen und das Pauken von Lateinvokabeln übrig hätte - bestimmt nicht! Aber es ist doch immer wieder schön, wenn zur Abwechslung auch mal reelle Polizeiarbeit gefragt ist. Eine unbekannte Person wird im U-Bahn-Tunnel nahe der Station Baker Street tot aufgefunden - erstochen, und es deuten unübersehbare Anzeichen auf die Anwesenheit von Magie hin. Ein Fall für Peter, keine Frage. Der unbekannte Tote stellt sich als amerikanischer Kunststudent und Sohn eines US-Senators heraus, und ehe man noch "internationale Verwicklungen" sagen kann, hat Peter bereits die FBI-Agentin Kimberley Reynolds mitsamt ihren felsenfesten religiösen Überzeugungen am Hals. Dabei gestalten sich seine Ermittlungen auch so schon gruselig genug, denn tief in Londons Untergrund, in vergessenen Flüssen und viktorianischen Abwasserkanälen, hört er ein Wispern von alten Künsten und gequälten Geistern ...


    Rezension:
    Obwohl ein Mordopfer im U-Bahnhof Baker Street eindeutig erstochen wurde, ist es Peter schnell klar, dass der Fall etwas mit seinem Spezialgebiet – magischen Straftaten – zu tun hat. Den Kollegen von der Mordkommission kommt es eher spanisch vor, dass der Mann kurz vor seinem Tod von den Überwachungskameras aufgenommen wurde, wie es aus dem Tunnel auf den Bahnsteig wankte, auf den Aufnahmen der benachbarten Station jedoch nicht auftaucht, wie er und sein Mörder den Tunnel betraten. Auch von seinem Mörder findet sich keine Spur, obwohl alle Notausgänge des Streckenabschnitts ordnungsgemäß verschlossen sind. Bei der Jagt nach der Lösung des Falls gerät Peter nicht nur in U-Bahn- und sonstige, teilweise in keinem Plan verzeichnete Tunnel, sondern auch ins berühmte Abwassersystem Londons, in welchem er mehrmals ein unfreiwilliges Vollbad nimmt.
    Wie schon von den vorhergehenden beiden Bänden gewohnt, gelingt es Ben Aaronovitch auch hier wieder, einen spannenden Kriminalfall mit viel Wortwitz und Humor zu verbinden. Vielleicht sollte man auf die Cover dieser Buchreihe eine Suchtgefahr-Warnung aufdrucken, denn wer diese Bücher ließt, wird süchtig nach der nächsten Fortsetzung. Die einzelnen Figuren sind mit all ihren Macken detailreich ausgearbeitet. Dazu kommt sehr viel Londoner Lokalkolorit. Jeder, der dieser Stadt schon mal einen etwas ausführlicheren Besuch abgestattet hat, wird zahlreiche Plätze wiedererkennen. Bei den zahlreichen architektonischen Kommentaren kann man nur vermuten, dass Police Constable Peter Grant sein besonderes Interesse für Architektur wohl von seinem Erfinder geerbt haben muss.
    Gerade bei einem solchen, ansonsten nahezu perfektem Buch muss man allerdings ein paar Worte zum absolut nicht perfekten Klappentext verlieren. Wenn man letzteren nach dem Lesen des Buches nochmals ließt, drängt sich einem nämlich die Frage auf, ob der Verfasser dieses Klappentextes das Buch überhaupt gelesen hat. Wie schon erwähnt, liegt die Leiche eben nicht im Tunnel nahe der Station sondern auf dem Bahnsteig dieser. Und die FBI-Agentin hat felsenfeste religiöse Überzeugungen? Komisch, mir ist beim Lesen keine einzige Äußerung der Amerikanerin aufgefallen, die auch nur im Entferntesten religiös deutbar wäre. Aber wie gesagt betrifft diese Kritik lediglich den Klappentext, jedoch keinesfalls das Buch an sich.


    Fazit:
    Ein neues aufregend-witziges Abenteuer Peter Grants mit extremem Suchtfaktor.
    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Beitrag an bestehenden Thread angehängt :wink:

    viele Grüße vom Squirrel

    :study: Louise Erdrich - Das Haus des Windes
    :study: Norman Davies - Verschwundene Reiche (Langzeit-MLR)

    :study: Yuval Noah Harari - Homo Deus (Bücherwürmer-Langzeitprojekt)

  • Langsamer als die ersten beiden Bände, aber dennoch sehr lohnend!
    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:
    Auch im dritten Band der Reihe um den jungen Constable / Magierlehrling Peter Grant verbindet Ben Aaronovitch zahllose bunte, manchmal schräge Ideen zu einer originellen Mischung aus Fantasy, Krimi und Humor. Dabei zieht er durchaus auch mal die Klischees der Genres durch den Kakao - das aber mit liebevollem Augenzwinkern und ohne der Geschichte dadurch Abbruch zu tun.


    Dieser Band verläuft meinem Empfinden nach deutlich langsamer als die ersten beiden Bände, mit mehr Polizeiarbeit und weniger Magie. aber ich fand die Handlung dennoch spannend und clever kontruiert. Mir gefällt sehr, wie der Autor magische und klassische Krimi-Elemente miteinander verwebt, den Leser mit ein paar unerwarteten Wendungen und falschen Fährten in die Irre führt, und dann am Schluss doch zu einer schlüssigen Auflösung kommt. Und das alles mit einem Humor, der mich alle paar Seiten laut zum Lachen brachte.


    Die Welt von Peter Grant mag zwar eine magische sein, aber sie ist trotzdem eine Welt, die ihren eigenen Gesetzen folgt und eine ganz eigene Logik entwickelt. Peter geht das Ganze oft sehr wissenschaftlich an und experimentiert mit den wenigen Zaubersprüchen, die er schon beherrscht - sehr zum Leidwesen seines Meisters Nightinggale, der es lieber sehen würde, Peter würde die Sprüche einfach so benutzen, wie er sie beigebracht bekommt... Für mich war gerade diese Idee, dass Magie, wenn sie etwas Reales ist, auch etwas wissenschaftlich Erforschbares sein muss, wirklich interessant und unverbraucht.


    Peter ist in meinen Augen ein phänomenaler Charakter: intelligent, mutig, einfallsreich und kreativ, und vor allem mit einem wunderbaren selbstironischen, trockenen Humor. Auch die anderen Charaktere sind komplex, glaubhaft und lebensecht - sogar die unheimliche Molly vermittelt durch ihr beredtes Schweigen ganz viel Persönlichkeit.


    Um es kurz zu fassen: Ich liebe den Schreibstil. Um es dann doch ein bisschen ausführlicher zu begründen: er beschreibt die Geschehnisse lebendig und ausdrucksstark, mit vielen ungewöhnlichen Formulierungen und einzigartigen Metaphern. Er vermittelt Kopfkino vom Feinsten und bringt besonders den Humor hervorragend rüber, kann aber auch Szenen mit dunkler Atmosphäre zum Leben erwecken.


    Fazit:
    Ben Aaronovitch ist für mich genauso ein Meister der humorvollen Fantasy wie Terry Pratchett - seine Bücher sind oft zum Totlachen, haben dabei aber dennoch komplexe, glaubwürdige Charaktere zu bieten, und auch die Handlung ist bei allem Humor fundiert und gut durchdacht. Peter Grants Abenteuer bewegen sich irgendwo in der Schnittmenge von Krimi und Fantasy und sind dabei etwas gänzlich Einiges, Unverbrauchtes.

  • Auch der dritte Teil der Rivers of London-Serie ist gewohnt amüsant. Fokussierter als die ersten beiden Bände, weniger überfrachtet mit allerlei magischen Figuren, was der Handlung gut getan hat. Die Ermittlungsarbeiten zum Mordfall haben sich für meinen Geschmack etwas zu lang hingezogen, wirkliche Spannung wollte da nicht aufkommen; aber ich mag die kleinen Abschweifungen und Fakten zur Geschichte und Architektur Londons.


    Schade finde ich, dass die englischen EBook-Ausgaben so lieblos gesetzt sind. Häufig fehlen Interpunktionzeichen, mitten im Satz, wo ein Komma stehen sollte, steht plötzlich ein Punkt... Es sind Kleinigkeiten, aber ein bisschen Sorgfalt sollte man doch schon walten lassen, wenn man ein Produkt verkauft.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

    "Selber lesen macht kluch."


    If you're going to say what you want to say, you're going to hear what you don't want to hear.
    Roberto Bolaño

Anzeige