Haruki Murakami - 1Q84 Buch 3

  • Buchdetails

    Titel: 1Q84, Buch 3


    Band 3 der

    Verlag: btb Verlag

    Bindung: Taschenbuch

    Seitenzahl: 576

    ISBN: 9783442743636

    Termin: März 2013

  • Bewertung

    4.1 von 5 Sternen bei 44 Bewertungen

    81,6% Zufriedenheit
  • Inhaltsangabe zu "1Q84, Buch 3"

    Als Tengo seinen komatösen Vater im Krankenhaus besuchen will, findet er in dessen Krankenbett eine 'Puppe aus Luft' vor, die ein Abbild Aomames als junges Mädchen in sich birgt. Er greift nach ihrer Hand, und eine unsichtbare Verbindung entsteht. Fortan wartet Tengo darauf, der Puppe nochmals zu begegnen, doch vergebens. War das Signal nicht stark genug, um die zwischen Leben und Tod schwankende Aomame zu retten?
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  • 578 Seiten, Hardcover
    Übersetz.(a.jap.) Gräfe, Ursula
    Erstverkaufstag: 12.10.2011


    Als Tengo seinen komatösen Vater im Krankenhaus besuchen will, findet er
    in dessen Krankenbett eine ›Puppe aus Luft‹ vor, die ein Abbild Aomames
    als junges Mädchen in sich birgt. Er greift nach ihrer Hand, und eine
    unsichtbare Verbindung entsteht. Fortan wartet Tengo darauf, der Puppe
    nochmals zu begegnen, doch vergebens. War das Signal nicht stark genug,
    um die zwischen Leben und Tod schwankende Aomame zu retten.


    Unterdessen setzt die gefährliche Sekte alles daran, um den Mord an
    ihrem ›Leader‹ aufzuklären. Aomames Spur wird von einem so unheimlichen
    wie unangenehmen Agenten aufgenommen. Er ermittelt mit tödlicher
    Präzision, doch schließlich bringt er mehr in Erfahrung, als gut für ihn
    ist …


    Im dritten Teil des Epos beweist Murakami erneut aufs Eindrucksvollste,
    dass sich die Schraube des gnadenlos packenden Erzählens immer noch
    etwas weiter drehen lässt. Auch die jüngste Episode seines größten Werks
    wird Sie mit dem Wunsch zurücklassen, diese unfassbare Geschichte möge
    niemals enden.
    [Verlagstext ]


    "Romeo und Julia unseres Jahrtausend"
    "Murakami ist zweifelslos einer der gewieftesten Erzähler, die wir haben, und 1Q84 ist sein Meisterwerk. Das hat man noch nie gelesen."

    [Klappentexte]


    Inhalt


    Aomame wird vor der sie suchenden Sekte, deren Leader sie ermordet hat, von Tamura, dem Beschützer der alten Dame und Auftraggeberin zum Mord, in einem Appartement im Stadtteil Koenji versteckt. Dort liest sie Prousts A la recherche du temps perdu, trainiert und beobachtet jeden Abend die 2 Monde und natürlich den Spielplatz auf dem sie Tengo gesehen hat.


    Tengo fährt für 2 Wochen in das Sanatorium (besser: Hospiz) am Meer um seinen im Koma liegenden Vater täglich zu besuchen, ihm vorzulesen und ansonsten - ähnlich wie Aomame - die Zeit totzuschlagen. Er befreundet sich ein wenig mit 3 Schwestern und hat ein eher ungewolltes Techtelmechtel mit einer von ihnen, bei der er an Aomame denken muss.


    Der Privatdetektiv Ushikawa, Generaldirektor der ominösen Stiftung zur Förderung der neuen japanischen Wissenschaften und Künste, fahndet im Auftrag der Sekte nach Aomame und erahnt eine Verbindung zwischen ihr und Tengo. Er mietet sich im Mietshaus, in dem Tengo wohnt, ein und beobachtet die aus- und eingehenden Leute. Auch er wird im Lauf der Zeit die zwei Monde entdecken und dadurch seinen entscheidenden Fehler machen.


    Stil


    In 31 Kapitel wird aus der Sicht von 3 Personen erzählt. Im Unterschied zu den den Bänden 1+2 kommt mit dem hässlichen Ushikawa neben Aomame und Tengo also eine dritte Erzählstimme hinzu.


    Der Schreibstil bleibt schlicht und vollkommen einfach. Ein Viertklässler kriegt das hin. Nur in wenigen Momenten wechselt die Erzählerperspektive, von einer subjektiven in eine objektive dritte Person singular.


    Dialoge kommen wenige und wenn, hauptsächlich als Telefonate vor.


    eigene Meinung


    Ganz harter Tobak!
    Schon vom ersten Band der Trilogie (Bände 1+2, ISBN 3832195874 )haben mich die sprachliche Schlichtheit, die ewigen Wiederholungen, die enervierenden Plotlöcher erschüttert, aber eben angesichts der Welt, die Murakami da über 1000 Seiten aufzubauen im Stande war, fasziniert (siehe hier ). Was gab es danach für unglaubliche Möglichkeiten! Was waren das für 1000 seitige Versprechungen!!!


    Ein Action-Reisser mit Verfolgung, Flucht und Furcht hätte es werden können. Eine Abrechnung mit der Religion und Sektentum, ja mit der ganzen stereotypen Menschheitsentwicklung zum "Facebook/Apple"-Adepten (um nur zwei "Beispiele" zu nennen). Eine Parallelwelt, paradiesisch, metaphorisch und alternativ.


    Was ist es geworden? - 350 Seiten kompletter, grausamer Stillstand mit einem lächerlichen, vor Kitsch und schmachtender Romatik nicht zu überbietenden blödsinnigen Ende.


    350 Seiten passiert tatsächlich absolut nix. Wäre nicht die einzige halbwegs interessante Figur, Ushikawa, in den Erzählerstand erhoben worden, man hätte nicht einmal Buchstaben auf leeren Seiten vermisst. Aber auch seine "Geschichte" ist letztendlich nicht viel mehr als eine laaaanggezogene Wiederholung der Bände 1+2. Und Aomame und Tengo? Wen schert es schon nach ein paar dutzend Seiten? Sie verkümmern im resoluten Nebel des "ich-habe-nix-zu-erzählen - aber-das-lang-und-ausschweifend". 2 Schüsseln Miso-Suppe beim Abkühlen zuzuschauen macht mehr Spass als diesen beiden still vor sich hinwartenden und -vegetierenden Flachfiguren zuzuschauen.


    Ein Beispiel? Wer will sowas auf Seite 310 lesen (willkürlich rausgegriffen)? Am winterlichen Himmel waren der gelbe und der kleine grüne Mond aufgegangen. Der Wind blies Wolken in verschiedenen Formen und Grössen vor sich her. Weiß und dicht, wirkten sie wie Eisschollen, die auf Schmelwasser in Richtung Meer trieben. Der Anblöick der ziehenden Wolken gab ihr das Gefühl, etwas habe sie selbst an den rand der Welt getragen. Ich bin am Nordpol der Vernunft gelandet, dachte Aomame. Nördlich von hier existiert nichts mehr, nur leeres Chaos.


    Puh. das ist ja mal was von verdammt bedeutungsschwanger...



    Ein Offenbarungseid von Murakami.
    Danke dafür, dass Sie mir nochmal eine erkleckliche Zahl Euros aus der Tasche geleiert haben. Nur unsere Politiker können das noch genauso gut. Danke für den vielen Schlaf mit offenen Augen.

    1. (Ø)

      Verlag: DuMont Buchverlag GmbH & Co. KG


    Es gibt keine grössere Einsamkeit als die des Samurai. Es sei denn die des Tigers im Dschungel

  • Also, ich habe 1Q84 gerne gelesen, fand es sehr spannend u fühlte mich prächtig unterhalten.
    "Kitsch" sieht für mich auch anders aus, aber die Geschmäcker sind eben verschieden.
    Wer mag, kann ja in unsere Minileserunde reinschauen.
    Mein einziges Problem ist, dass unklar bleibt, ob es einen weiteren 4. Band geben wird oder nicht.
    Das finde ich, obwohl man bei Murakami an offene Fragen gewöhnt ist, dann doch sehr planlos u fragwürdig.

    "Wie wenig du gelesen hast, wie wenig du kennst - aber vom Zufall des Gelesenen hängt es ab, was du bist." Elias Canetti

  • Soeben habe ich das Buch zu Ende gelesen, und bin ein wenig sprachlos zurück geblieben.
    Der Mann ist genial, wie schafft man es bloß: 570 Seiten zu erzählen, und dabei nichts groß zu verraten :-k
    Ich weiß auch gar nicht, ob ich es positiv oder negativ bewerten soll, denn so was muss man echt können. Und Murakami kann es.
    Es passiert im 3. Teil kaum was. Wirklich kaum.
    Und trotzdem möchte man immer weiter lesen. Auf jeden Fall ging es mir so.
    Ich wollte unbedingt mehr wissen. Über die Little People, über die Aomane und Tengo, über das Kleine, und, und, und...Schade bloß, dass es nicht groß was dabei herausgekommen ist.
    Zu viele Fragen sind für mich offen geblieben.
    Mich hat das 3. Buch zum Teil enttäuscht, weil ich nicht viel mehr erfahren habe, als ich es schon aus den ersten zwei Teilen gewusst habe und zum Teil fasziniert, weil erzählerisch finde ich Murakami einzigartig und in seiner Absurdität und Skurillität ist dieser Roman für mich unvergesslich.
    Von mir :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

    2021: Bücher: 191/Seiten: 86 930
    2020: Bücher: 139/Seiten: 60 837
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    "Das Nicht-Wahrnehmen von etwas beweist nicht dessen Nicht-Existenz"

    Dalai Lama

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    Lese gerade:

    McManus, Karen M. - The Cousins

    Lauster, Jörg - Der heilige Geist

  • Ich habe den 3. Teil gestern fertig gelesen und bin es noch so ein bisschen am sacken lassen. Also enttäuscht bin ich gar nicht, ich finde, das ist so ein Buch, bei dem eher was von dem Zauber verloren gehen würde, wenn der Autor alles aufklärt(und das sage ich, die ich bei Filmen offene Enden total ätzend finde:-))
    Also an anderer Stelle habe ich gelesen, dass es keinen 4. Band gibt und es würde mich auch sehr wundern, weil es sich für mich schon sehr nach ENDE angehört und gefühlt hat.
    Aber da sieht man auch mal wieder, wie unterschiedlich die Geschmäcker sind, das Zitat von thraka z.B., diese Sprache finde ich echt wunderschön.

    1. (Ø)

      Verlag: DuMont Buchverlag GmbH & Co. KG


    "Hat der alte Schrecksenmeister sich doch einmal wegbegeben
    und nun sollen seine Geister auch nach meinem Willen leben
    seine Wort und Werte merkt ich und den Brauch
    und mit Geistesstärke tu ich Wunter auch"
    Ojahnn Golgo van Fontheweg
    :winken:

  • Mir hat dieser Abschluss der Serie "1Q84" ebenso gut gefallen, wie der erste Band, der die ersten zwei Bücher enthält. Hier wird im dritten Buch noch ein weiterer Erzählstrang eingeführt, eine Person, die schon aus dem ersten Band bekannt war und nun eine besondere Bedeutung erhält: Der Privatermittler Ushikawa. Ushikawa ist eine perfekte Gegenfigur zu Aomame und Tengo. Eines haben die drei jedoch gemeinsam: Sie sehen zwei Monde am Himmel. Und wie es scheint sind alle drei gewissermaßen Schachfiguren in einem Spiel, das bis zum Schluss irgendwie geheimnisvoll bleibt und nie ganz aufgeklärt wird. Aber das fand ich gerade so gelungen.


    Die Figur Ushikawa wird irgendwie mitleiderregend geschildert. Ein Außenseiter, häßlich und von seiner Umgebung verachtet. Es bleibt ihm nur der Abstieg, indem er sich mit schmutzigen Geschäften befasst, da er als seriöser Anwalt dank seines Aussehens sowieso nie eine Chance hatte. Zuletzt erhält er dann aber doch noch eine sehr wichtige und besonders im Jahr 1Q84 tragende Bedeutung:


    Faszinierend fand ich auch dieses Mal wieder, wie es dem Autor gelingt zu fesseln, ohne dass eine actionreiche Handlung ablaufen muss. Auch die Detailbesessenheit wird wieder einmal deutlich und wo mich sonst so etwas stören oder nerven würde, fand ich es hier einfach nur gelungen. Außerdem hat mir der dichte und metaphernreiche Erzählstil wieder sehr gut gefallen. Auch wenn nicht alle Fragen bezüglich 1Q84 umfassend geklärt werden, halte ich den Schluss doch für sehr gelungen. Es bleiben zwar noch Fragen offen, aber das Ende ist wirklich sehr gut gemacht.


    Mein Fazit: Ein gut erzählter Roman, Humor und ein schöner Plot, der fesselt, auch wenn die Handlung nicht gerade rasant verläuft.
    Bewertung: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

    :study: Jeder Tag, an dem ich nicht lesen kann, ist für mich ein verlorener Tag!

  • Nee, das war unbefriedigend.
    Ich bin nun kein Leser, der am Ende eines Buches alle Antworten auf alles bekommen muss. Doch ein Abschluss mit so vielen losen Enden, mit so vielen Unklarheiten und so vielen Fragezeichen lässt mich etwas enttäuscht zurück. Gute drei Viertel des Buches verbringen die Protagonisten mit Warten, Verstecken und Warten, Observieren und Warten, Warten und Warten. Als Leser quält man sich durch Hunderte von Seiten voller Retardation und Wiederholungen, und bekommt dafür am Ende - so gut wie nichts.
    Das ist immer noch schöner und poetischer als viele andere Bücher, kann aber mit den ersten beiden Teilen nicht mithalten.
    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertungHalb:

  • Ich habe bisher schon einige Murakamis gelesen. Die Triologie ist eines seiner besten Werke. Besonders das dritte Buch gefiel mir super. Eine zauberhafte Geschichte, teilweise märchenhaft. Allerdings nichts für ungeduldige Leser, da sie doch recht lang ist.


    Aber bezaubernd lang, für Murakami-Fans. :love:

    "Aber sie hatten einander damals völlig natürlich verstanden und angenommen. So vollständig, dass es beinahe ein Wunder war"


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