Stephan Thome - Gott der Barbaren

Affiliate-/Werbelink

Gott der Barbaren

4.5|12)

Verlag: Suhrkamp Verlag

Bindung: Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 719

ISBN: 9783518428252

Termin: September 2018

Anzeige

  • Über den Autor:

    Stephan Thome wurde am 23. Juli 1972 in Biedenkopf, Hessen geboren. Nach dem Zivildienst in einer sozialpsychiatrischen Einrichtung in Marburg studierte er Philosophie, Religionswissenschaft und Sinologie in Berlin, Nanking, Taipeh und Tokio. 2005 erschien unter dem Titel »Die Herausforderung des Fremden: Interkulturelle Hermeneutik und konfuzianisches Denken« seine Dissertationsschrift. Zur selben Zeit begann er als DFG-Stipendiat am Institut für Chinesische Literatur und Philosophie der Academia Sinica zu arbeiten, wo er über konfuzianische Philosophie des 20. Jahrhunderts forschte. Bis 2011 betätigte er sich als wissenschaftlicher Mitarbeiter an verschiedenen Forschungseinrichtungen in Taipeh und übersetzte unter anderem Chun-chieh Huangs Werk »Konfuzianismus: Kontinuität und Entwicklung« ins Deutsche. Sein Roman »Grenzgang« gewann 2009 den aspekte-Literaturpreis für das beste Debüt des Jahres und stand – wie auch sein zweiter Roman »Fliehkräfte« sowie das hier rezensierte Buch – auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis. 2014 wurde Thome von der Akademie der Künste Berlin mit dem Kunstpreis Literatur ausgezeichnet. Im gleichen Jahr erhielt die Verfilmung des Romans »Grenzgang« den Grimme-Preis. Seit 2011 lebt und arbeitet Stephan Thome als freier Schriftsteller; derzeit lebt er in Taipeh. (Quelle: Amazon)


    Buchinhalt:
    China, Mitte des 19. Jahrhunderts. Eine christliche Aufstandsbewegung überzieht das Kaiserreich mit Terror und Zerstörung. Ein junger deutscher Missionar, der bei der Modernisierung des riesigen Reiches helfen will, reist voller Idealismus nach Nanking, um sich ein Bild von der Rebellion zu machen. Dabei gerät er zwischen die Fronten eines Krieges, in dem er am Ende alles zu verlieren droht, was ihm wichtig ist. An den Brennpunkten des Konflikts – in Hongkong, Shanghai, Peking – begegnen wir einem Ensemble so zerrissener wie faszinierender Persönlichkeiten: darunter der britische Sonderbotschafter, der seine inneren Abgründe erst erkennt, als er ihnen nicht mehr entgehen kann, und ein zum Kriegsherrn berufener chinesischer Gelehrter, der so mächtig wird, dass selbst der Kaiser ihn fürchten muss.

    (Quelle: Amazon)


    Das Buch umfasst 710 Seiten unterteilt in 25 Kapitel mit sprechenden Titeln. Einigen Kapiteln sind noch kurze episodische Teile angehängt, im Inhaltsverzeichnis sind diese kursiv gedruckt. Diese Einschübe geben Einblicke in beschriebene oder noch kommende Ereignisse von unterschiedlichsten Blickwinkeln aus. Alle Kapitel sind datiert, so dass man stets weiß, in welchem Zeitabschnitt man sich bewegt. Am Ende findet sich ein hilfreiches Personenregister, in dem leider nicht gekennzeichnet wurde, welche der Protagonisten fiktiv oder real sind. Die meisten im Roman vorkommenden Protagonisten waren reale Personen der Zeit. In beiden Klappen findet sich eine Karte, die die Gegend der Handlungen zeigen.


    Meine Meinung:
    Zu Beginn unserer Minileserunde fürchtete ich mich ein wenig vor dem Umfang der erzählten Geschichte und davor, evtl. zu wenig über die damalige Zeit zu wissen. Die Geschichte beginnt im Rückblick des fiktiven Protagonisten Johann Philipp Neukamp (später Fei Lipu genannt), der nach den niedergeschlagenen März-Revolutionen 1848 flieht und dadurch zufällig zum Missionar in Hongkong wird – eine Aufgabe, die er nicht gesucht hat und auch nicht erfüllen kann. Ausgesandt von der Basler Mission, bekommt er in Hongkong Kontakt zur London Missionary Society und damit zufällig zum Bruder des Himmlischen Königs des Taiping-Reiches, Hong Xiuquan – einem christlichen Konvertiten der Hakka, der einen fulminanten Aufstand begann und am Ende von Nanking aus ein riesiges Reich regiert. Anhand Fei Lipus fiktiver Geschichte, die über Umwege bis zum Himmlischen König in Nanking führt, führt der Autor den Leser durch die Zeit des zweiten Opiumkrieges und des Taiping-Aufstands, erzählt aus mehreren Perspektiven. Die beiden vorherrschenden Blickwinkel sind die des britischen Sonderbotschafters Lord Elgin sowie des chinesischen Generals Zeng Guofan - beides Männer mit Weitblick und tiefen philosophischen Gedanken, die gezwungen sind, ihre „Mission“ zu erfüllen ohne Rücksicht auf Verluste oder eigene Zweifel. Der eine ist ein verarmter Diplomat aus sehr altem Adel, der aus Geldnot heraus die ihm auferlegten Aufgaben nicht ablehnen kann, der andere ein chinesischer Gelehrter im Mandschu-regierten China, der eher zufällig zum General aufsteigt und stetig an Macht gewinnt, bis sein Aufstieg für ihn selbst zur Gefahr zu werden droht. Dem Engländer zur Seite steht sein (fiktiver) Sekretär Maddox, der stets versucht, die chinesische Seite zu erklären und das Verständnis seines Herren für deren Lage zu vertiefen. Dem das alte System verkörpernden General steht sein Schüler Li Hongzhang zur Seite, der die europäische Handlungsweise schnell durchschaut und sie sich zu Nutzen macht. Am Ende scheitern der Taiping-Aufstand sowie der fiktive Missionar an ihren eigenen Ansprüchen und der Realität und das chinesische Reich sieht sich zum Wandel und zur Öffnung gezwungen, geführt von Prinz Gong und der Kaiserinwitwe Ci Xi.


    Diese immense Geschichte erzählt Stephan Thome auf unnachahmliche Weise. Als studierter Sinologe hat er tiefe Einblicke in die Geschichte, die er dem Leser spannend und fesselnd näher bringt obwohl er durchaus die Grausamkeiten des Aufstands und der Kriege nicht verschweigt. Ganz im Gegenteil gerät man beim Lesen einige Male an Grenzen und muss die Bilder im Kopf beherrschen lernen. Seine fiktiven Personen gestaltet er lebendig und facettenreich und die realen Personen macht er zu Persönlichkeiten mit einer Tiefe, mit feinen Charakterzeichnungen und widerstreitenden Gedanken, die sie wieder zum Leben erwecken und ihnen fast ein Denkmal setzt. Besonders Lord Elgin und General Zeng Guofan werden so fein ausgearbeitet, ihnen gibt er Sprache, widerstreitende Gedanken, Einblicke und Gefühle, Kanten und Ecken, Stärken und Schwächen, so dass sie die Geschichte mitreissend und faszinierend zum Leben erwecken. Das Wort „Mission“ bekommt in Thomes Roman viele Bedeutungen und Facetten, doch am Ende ist keine davon wirklich positiv und besonders die Verantwortung der christlichen Missionare an den damaligen Ereignissen wird beleuchtet und ganz am Ende auch beantwortet.


    Die Aufmerksamkeit des Lesers fordert Thome allerdings aufs höchste. Fein eingestreut in die Geschichte sind viele kleine Puzzleteilchen, die am Anfang Fragen aufwerfen, die man teils noch nicht versteht, leicht überliest und die sich am Ende zu einem fertigen Bild zusammensetzen. Auch die unterschiedlichen Einschübe darf man nicht einfach lesen und abhaken, sie runden das Bild fein ab und geben diverse Stichpunkte aus ganz anderen Blickwinkeln. Hier war ich mehr als einmal froh, das Buch gemeinsam mit drawe in unserer MLR zu lesen, denn so konnten wir im direkten Austausch immer weiter das Puzzle zusammensetzen. Was die eine übersah, fiel der anderen auf und der Austausch hat sehr geholfen, alle Facetten der Geschichte zu verstehen. Was ich hier in meiner Rezension evtl. vergessen habe, wird sie hoffentlich noch ergänzen. :wink:


    Fazit:
    Wer sich auch nur im geringsten für hervorragend recherchierte und geschriebene historische Romane interessiert, für den ist dieses Buch eigentlich ein Muss. Auch ohne jedes Vorwissen über die Zeit gibt es zu keinem Zeitpunkt Schwierigkeiten, den reellen Handlungen und Ereignissen zu folgen. Aber danach hat man tiefe Einblicke in eine Zeit der chinesischen Geschichte, die das Land unumkehrbar veränderte und versteht manche Handlungsweisen des heutigen Chinas auf einer anderen Ebene (was nicht bedeutet, dass man sie für gut befindet). LESEN!

    viele Grüße vom Squirrel

    :study: Laura Spinney - 1918. Die Welt im Fieber

  • Zu Beginn unserer Minileserunde fürchtete ich mich ein wenig vor dem Umfang der erzählten Geschichte und davor, evtl. zu wenig über die damalige Zeit zu wissen.

    Genau aus diesen Gründen habe ich nicht mitgemacht. Ich dachte an meine letzte Mini-Leserundenmisere mit einem dicken Schinken. :uups::(

    Aber inzwischen habt Ihr fred-übergreifend so viel Werbung für das Buch gemacht (mit den ersten Erfolgen), dass ich in meiner Bücherei nachsehen werde.

    Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. (Oscar Wilde)


    Bücher sind auch Lebensmittel. (Martin Walser)


    :study: John Irving - Straße der Wunder

    :musik:Zoe Ferraris - Die letzte Sure

  • Genau aus diesen Gründen habe ich nicht mitgemacht. Ich dachte an meine letzte Mini-Leserundenmisere mit einem dicken Schinken.

    schade, das hätte bestimmt Spaß gemacht :friends: und Du weißt, meine Bibliothek ist auch die deine :wink:

    viele Grüße vom Squirrel

    :study: Laura Spinney - 1918. Die Welt im Fieber

  • Auf die Wunschliste - danke, Hörnchen!

    :study: Susanne Goga - Der dunkle Weg
    :study: Stefan Mailwald - Die Toten von Rialto

    :musik: Andreas Gruber - Todesurteil

    :pale:
    Start-SUB 2019: 203

    aktueller SUB: 209
    gelesene Bücher 2018: 22

    gelesene Bücher 2019: 7

  • Squirrel hat die schwierige Aufgabe übernommen, dieses komplexe Buch vorzustellen - ich habe es mit kleineren Ergänzungen erheblich leichter!


    Der Taiping-Aufstand ist nach dem II. Weltkrieg der verlustreichste kriegerische Konflikt der Menschheitsgeschichte. Zeitgleich finden die sog. Opiumkriege statt, und die expansiven Kolonialmächte Frankreich, England und auch Russland - das einen Zugang zum Meer und damit zum Welthandel suchte - dringen in das Land ein. Dazu kommt, dass sich die verelendeten bäuerlichen Massen zum Aufstand zusammenschließen und sich zum Christentum bekennen. Damit entsteht eine komplexe Gemengelage, die das chinesische Kaiserreich ernsthaft bedrohte.


    Wie gießt man diese Gemengelage in einen Roman?


    Hier zeigt sich die außerordentliche Erzählkunst Thomes.


    Er entwirft einen großen Bilderbogen. Einzelne Episoden mit unterschiedlichen Protagonisten reihen sich aneinander, und die Lücken zwischen den Einzelbildern des Bilderbogens muss der Leser selber füllen. Damit ist ein Leser gefordert, der aufmerksam liest und der bei den Rückblenden, den Zeitsprüngen und den unterschiedlichen Perspektiven nicht die Übersicht verliert. Hier helfen Karten und eine Liste der Personen.


    Thome verzichtet auf einen allwissenden Erzähler, der den Leser durch die Geschichte führt. Konsequent wahrt er die Perspektive des jeweiligen Protagonisten. Damit erreicht er meiner Beobachtung nach zweierlei:


    Zum Einen nimmt der Leser unterschiedliche Positionen ein. Der Leser sieht, dass es die eine, gültige historische Wahrheit nicht gibt und entwickelt Verständnis für die Relativität der Lage und für andere Sicht- und Denkweisen - ein Prozess, den auch die Hauptfiguren des Buchs durchlaufen. Thome verzichtet auf jeden moralischen Zeigefinger, vor allem im Hinblick auf die ungute Rolle der Missionare, sondern überlässt die Bewertung seinem Leser.

    Und zum Anderen gelingt Thome damit eine Charakterisierung seiner Gestalten, die in ihrer Dichte und Komplexität einfach nur bewundernswert ist. Die Figuren charakterisieren sich selbst. Der Leser dringt tief in ihre Gedankenwelt ein (und damit auch in historisch bedingte Denkweisen) und nimmt sie als Menschen wahr mit Stärken und Schwächen, die nicht immer ausbalanciert sind, als Menschen, die die Sinnhaftigkeit ihrer Handlungen anzweifeln - und damit überbrückt der Autor die zeitliche und räumliche Distanz und rückt die Figuren in ihrer Skepsis, ihrer Wertorientierung etc. nahe an uns heran.


    Und hier gelingen Thome eindrucksvolle, plakative Bilder, die man nicht so leicht aus dem Kopf verliert. Eines davon ist sicher das Bild des elegischen Lord Elgins, der auf einer Brücke steht und auf die roten Mauern des fernen Peking blickt - und der über seine Rolle beim Untergang einer tausendjährigen Hochkultur nachdenkt, dabei an den Hegelschen Weltgeist denkt und schließlich erkennt, dass auch er vom Weltgeist hinweggefegt werden wird.


    Einer Figur nähert sich der Autor über Umwege an, und es dauert, bis sie tatsächlich in Erscheinung tritt: der Himmlische König, der geistige Kopf des Aufstands. Ein charismatischer Bauer, der durch seinen Lehrer, einen Missionar, nicht nur Lesen und Schreiben gelernt hat, sondern auch mit einer kruden, eklektizistischen Form des Christentums bekannt gemacht wird - und offenbar das sozialrevolutionäre Potential dieses Glaubens erkannt hat. Sein Christentum orientiert sich am alttestamentarischen Rächergott, die wesentliche Botschaft des Neuen Testaments hat sich ihm nicht erschlossen. Hier tritt er als skurriler Popanz auf, die Führung ist ihm längst entglitten - während sein Gegner, der General der Hunan-Armee, von seinen Leuten Mitleid einfordert; ihm zufolge ist es die Unfähigkeit zum Mitleiden, was die anderen zu Barbaren macht.


    Diese und andere Gedankenführungen beflügeln einfach die Diskussion in einer Leserunde!

    Und davon wünsche ich mir noch mehr.

  • Klappentext:

    China, Mitte des 19. Jahrhunderts. Eine christliche Aufstandsbewegung überzieht das Kaiserreich mit Terror und Zerstörung. Ein junger deutscher Missionar, der bei der Modernisierung des riesigen Reiches helfen will, reist voller Idealismus nach Nanking, um sich ein Bild von der Rebellion zu machen. Dabei gerät er zwischen die Fronten eines Krieges, in dem er am Ende alles zu verlieren droht, was ihm wichtig ist. An den Brennpunkten des Konflikts – in Hongkong, Shanghai, Peking – begegnen wir einem Ensemble so zerrissener wie faszinierender Persönlichkeiten: darunter der britische Sonderbotschafter, der seine inneren Abgründe erst erkennt, als er ihnen nicht mehr entgehen kann, und ein zum Kriegsherrn berufener chinesischer Gelehrter, der so mächtig wird, dass selbst der Kaiser ihn fürchten muss.


    Autor:

    Stephan Thome wurde am 23. Juli 1972 in Biedenkopf, Hessen geboren. Nach dem Zivildienst in einer sozialpsychiatrischen Einrichtung in Marburg studierte er Philosophie, Religionswissenschaft und Sinologie in Berlin, Nanking, Taipeh und Tokio. 2005 erschien unter dem Titel »Die Herausforderung des Fremden: Interkulturelle Hermeneutik und konfuzianisches Denken« seine Dissertationsschrift. Zur selben Zeit begann er als DFG-Stipendiat am Institut für Chinesische Literatur und Philosophie der Academia Sinica zu arbeiten, wo er über konfuzianische Philosophie des 20. Jahrhunderts forschte. Bis 2011 betätigte er sich als wissenschaftlicher Mitarbeiter an verschiedenen Forschungseinrichtungen in Taipeh und übersetzte unter anderem Chun-chieh Huangs Werk »Konfuzianismus: Kontinuität und Entwicklung« ins Deutsche. Sein Roman »Grenzgang« gewann 2009 den aspekte-Literaturpreis für das beste Debüt des Jahres und stand – wie auch sein zweiter Roman »Fliehkräfte« – auf der Shortlist zum Deutschen Buchpreis. 2014 wurde Thome von der Akademie der Künste Berlin mit dem Kunstpreis Literatur ausgezeichnet. Im gleichen Jahr erhielt die Verfilmung des Romans »Grenzgang« den Grimme-Preis. Seit 2011 lebt und arbeitet Stephan Thome als freier Schriftsteller; derzeit lebt er in Taipeh.


    Allgemeines:

    Erscheinungsdatum: 10. September 2018

    Seitenanzahl: 719

    Verlag: Suhrkamp


    Eigene Meinung:

    Dass Stephan Thome sich ausgiebig mit den verschiedenen Formen der Philosophie beschäftigt hat, das merkt man diesem Buch an. Denn nicht nur geschichtlich versucht er dem Leser einen eher unbekannten historischen Kontext näherzubringen, auch philosophisch wird das Geschehen durch seine Charaktere aufgearbeitet.

    Die Charaktere sind grundverschieden, was sehr hilfreich für die unterschiedlichen Sichtweisen auf das Geschehen ist. So schüttelt man mit dem Kopf, wenn sich einfach alle als Barbaren betiteln, einfach, weil der Hintergrund der Intention oder Religion der anderen nicht bekannt ist. Zwischenzeitlich habe ich aufgrund der doch häufigen philosophischen Exkurse den Überblick verloren, doch das aktive Geschehen holt einen wieder zurück, denn es passiere einfach unfassbar schreckliche Gräuel während dieser Zeit, die Thome auch nicht beschönigt. Historische Persönlichkeiten, wie Lord Elgin finden ebenso ihren Platz wie gut ausgearbeitete Nebencharaktere, denen man das Fiktive nicht abkauft.

    Erzählerisch versteht Thomes es zu fesseln, aber auch zu fordern, so dass dieses Buch keine Lektüre für nebenbei ist. Wenn man sich auf das Buch richtig einlässt, entdeckt man viele verschiedene Ebenen und Schichten, auf denen immer noch etwas mehr Tiefe wartet.


    Was ich allerdings erwähnen muss und ich hoffe wirklich, dass es nur an meiner Vorab-Ausgabe gelegen hat. Ich hatte ab der Hälfte des Buches wirklich fast auf jeder Seite Rechtschreibfehler, fehlende Worte, ungenauen Satzbau usw. Das hat mir leider leider gegen Ende das Lesen arg verleidet, so dass ich das Ende tatsächlich fast nur noch überflogen habe, was sehr schade war, denn genau dieses Buch sollte man nicht überfliegen. Ich hatte eine Ebookausgabe von netgalley, daher weiß ich nicht, wie das bei der normal käuflichen Variante aussieht. Im Printbuch sollen diese Fehler zum Glück nicht vorhanden sein. Dennoch muss ich das in meiner Bewertung berücksichtigen.


    Fazit: Ein großes Buch, bei dem ich mich manchmal auch ein wenig dumm fühlte, wenn man sich allerdings die Zeit nimmt, selbst noch zu recherchieren oder sich mit anderen austauscht und sich wirklich mit dem Buch beschäftigt, hat hier sehr lange etwas von und taucht ein in ein eher unbekanntes China. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    :study: Die Zarin und der Philosoph - Martina Sahler

    :study: All die verdammt perfekten Tage - Jennifer Niven (MLR)

    :montag: Niemand weiß, dass du hier bist - Nicoletta Giampietro

    :musik: Woodwalkers: Carags Verwandlung (1) - Katja Brandis

  • Im Printbuch sollen diese Fehler zum Glück nichtvorhanden sein.

    Sind sie definitiv nicht und für Dich ist es wirklich extrem ärgerlich, dass Dir die Lesefreude so beeinträchtigt wurde.

    viele Grüße vom Squirrel

    :study: Laura Spinney - 1918. Die Welt im Fieber

Anzeige