Die Leuchtturmwärter

Buch von Emma Stonex

  • Kurzmeinung

    drawe
    Spannendes Thema, um psycholog. Differenzierung bemüht, aber zu viel blinde Motive, zu viel Gerede.
  • Kurzmeinung

    mondy
    Sehr spannend und mal ein völlig anderes Setting, Mystery-Anteil hätte es für mich nicht gebraucht
  • Kurzmeinung

    Aleshanee
    Faszinierendes Drama, in dem die Figuren im Mittelpunkt stehen: sehr fesselnd!

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Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Die Leuchtturmwärter

»Ein erstklassiges Debüt« (The Guardian), »Faszinierend wie ein aufgewühltes Wintermeer« (The Sunday Times), »Wunderbar klug und atmosphärisch« (Observer) – Der internationale Bestseller aus England In der Silvesternacht verschwinden vor der Küste Cornwalls drei Männer spurlos von einem Leuchtturm. Die Tür ist von innen verschlossen. Der zum Abendessen gedeckte Tisch unberührt. Die Uhren sind stehen geblieben. Zurück bleiben drei Frauen, die auch zwei Jahrzehnte später von dem rätselhaften Geschehen verfolgt werden. Die Tragödie hätte Helen, Jenny und Michelle zusammenbringen sollen, hat sie aber auseinandergerissen. Als sie zum ersten Mal ihre Seite der Geschichte erzählen, kommt ein Leben voller Entbehrungen zutage – des monatelangen Getrenntseins, des Sehnens und Hoffens. Und je tiefer sie hinabtauchen, desto dichter wird das Geflecht aus Geheimnissen und Lügen, Realität und Einbildung. Emma Stonex hat in ihrem Roman »Die Leuchtturmwärter« ein fesselndes Drama über Verlust und Trauer geschaffen – und über die Liebe, die es braucht, um das Licht am Brennen zu halten, wenn alles andere von Dunkelheit verschlungen wird. »Ein außergewöhnliches Buch! Durch jede Seite, jede Figur hallt die dunkle, mächtige Präsenz des Meeres wider.« Raynor Winn, Autorin des Bestsellers »Der Salzpfad« »Mystery, Liebesgeschichte und Schauerroman in einem. Ich wollte nicht, dass es endet!« S J Watson »Misstrauen, Lügen und eine doch außergewöhnliche Liebe verbindet diese Frauen in einem Roman, der sich für Hoffnung und Zusammenhalt ebenso interessiert wie für Mord und Rache.« Guardian
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Bewertungen

Die Leuchtturmwärter wurde insgesamt 24 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 3,8 Sternen.

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Meinungen

  • Spannendes Thema, um psycholog. Differenzierung bemüht, aber zu viel blinde Motive, zu viel Gerede.

    drawe

  • Sehr spannend und mal ein völlig anderes Setting, Mystery-Anteil hätte es für mich nicht gebraucht

    mondy

  • Faszinierendes Drama, in dem die Figuren im Mittelpunkt stehen: sehr fesselnd!

    Aleshanee

Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Die Leuchtturmwärter

    In dem Buch geht es um das rätselhafte Verschwinden dreier Leuchtturmwärter aus einen verschlossenen Leuchtturm. Die Autorin wurde von einer wahren Begebenheit zu diesen Roman inspiriert.
    Das Buch spielt in zwei Zeitebenen. Einmal werden die Ereignisse 1972 bis zum Verschwinden der Personen aus Sicht der Wärter erzählt. Zwanzig Jahre später versucht ein Schriftsteller für sein Buch die Ereignisse zu rekonstruieren und interviewt dafür die Witwen der Wärter.
    Das Buch erfordert einige Aufmerksamkeit, da es nicht kontinuierlich erzählt wird. Die Abschnitte werden aus Sicht der verschiedenen Personen erzählt. Die Autorin springt in der Zeit hin und her, auch wechselt der Schreibstil. Die einzelnen Kapitel sind mit dem Namen der Person, aus deren Sicht erzählt wird, überschrieben. Der Autorin gelingt es gut , die Stimmung auf dem Leuchtturm zu beschreiben. Es passiert eigentlich nicht viel, aber trotzdem blieb ich dran und wollte wissen wie es ausgeht. Im Laufe der Zeit kommt immer mehr aus der Vergangenheit ans Licht, was wieder eine neue Sicht auf das Geschehen bringt. Besonders gefallen hat mir, das die Autorin nicht ins Mystische abgedriftet ist, sondern eine plausible Erklärung liefert.
    Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich vergebe 5 Sterne.
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  • Rezension zu Die Leuchtturmwärter

    Zwanzig Jahre ist es her, dass drei Leuchtturmwärter spurlos von Maiden Rock verschwanden, dem Leuchtturm, der einsam auf einem kleinen Felsen vor der Küste Cornwalls steht. Was aus Arthur Black, Bill Walker und Vincent Bourne geworden ist, hat sich nie geklärt, und immer noch rätseln viele Menschen, was wohl tatsächlich geschehen sein mag.
    Der Journalist Dan Sharp möchte ein Buch über die mysteriöse Geschichte schreiben und dafür die Ehefrauen von Arthur und Bill sowie Vincents damalige Freundin interviewen, mit unterschiedlicher Resonanz - nur Helen Black ist bereit, mit ihm zu sprechen, die anderen beiden weigern sich.
    Helen ist nach Arthurs Verschwinden weggezogen von der See, fort von den quälenden Erinnerungen, hat sich in ihrem einsamen Leben ganz brauchbar eingerichtet. Jenny Walker hingegen wohnt immer noch am Meer, und auch nach zwanzig Jahren hat sie die Hoffnung noch nicht ganz aufgegeben, dass ihr Mann zurückkommen könnte, und sucht zum Leidwesen ihrer Tochter Trost in esoterischen Kreisen. Michelle war noch sehr jung, als sie Vincent verloren hat, sie hat einen anderen Mann geheiratet und ihre Träume begraben, denn Vincent, der mit dem Job auf dem Leuchtturm seine Vergangenheit hinter sich lassen und ein neues Leben anfangen wollte, war ihre große Liebe.
    Was macht der Verlust eines Menschen mit denen, die zurückbleiben? Wie wirkt sich das Leben auf dem Leuchtturm auf die Wärter aus, fernab der Welt, auf engstem Raum mit den Kollegen zusammengepfercht und Spielball von Wetter und Wellen? Wie kommen Paare mit den ständigen langen Trennungen zurecht, gerade wenn je nach Witterungsbedingungen oft das eigentlich festgelegte Rückkehrdatum nicht einzuhalten ist?
    Alleine schon der Versuch, diesen Fragen nachzugehen, und die akribisch recherchierten Schilderungen des Lebens auf dem Leuchtturm (und das der Angehörigen an Land) würde "The Lamplighters" auch ohne den Hintergrund des rätselhaften Verschwindens der Männer zu einem hochinteressanten Roman machen, doch natürlich ist dieser von den Geschehnissen auf Eilean Mòr im Jahr 1900 inspirierte Aspekt Dreh- und Angelpunkt des Buches.
    Abwechselnd widmet sich Emma Stonex den Frauen in der Erzählgegenwart und den Männern auf dem Turm in jenem schicksalhaften Winter 1972, lässt die drei Partnerinnen ebenso zu Wort kommen wie die drei Leuchtturmwärter und verleiht jeder Figur ihre ganz spezifische Stimme mit eigener Ausdrucksweise und kleinen Manierismen.
    Durch die häufigen Perspektivwechsel muss man immer wieder neu bewerten, was man über die Ereignisse und über die Personen zu wissen glaubt, und weil man die Charaktere immer wieder aus anderen Blickwinkeln erlebt, ist auch niemand hundertprozentig sympathisch, doch es wird gleichzeitig für alle ein gewisses Maß an Verständnis geweckt (wobei ich mir mit Jennys etwas hausbackener Art und ihrer Neigung zum Klammern doch schwergetan habe).
    Was hinter dem Verschwinden letztendlich steckt, wird ganz allmählich aufgedeckt und klingt plausibel, und der leichte gelegentliche Mystery-Touch nimmt weniger Raum ein, als ich zwischendurch befürchtet hatte. Am Ende bleibt ein kleiner Hauch von "nicht von dieser Welt", den man je nach persönlicher Neigung so oder so interpretieren kann, was ich sehr gelungen fand.
    Ein psychologisch ausgefeilter Roman, der nicht nur auf fesselnde Weise der Frage nachgeht, was mit den Leuchtturmwärtern passiert ist, sondern auch ganz wunderbar von einem inzwischen leider untergegangenen Beruf erzählt und sehr gelungene Charakterporträts zeichnet.
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  • Rezension zu Die Leuchtturmwärter

    Dieser Roman kam genau zur richtigen Zeit: wenn die Tage kürzer werden, die Bäume im Wind rauschen und man sich zu Hause einkuscheln will. Mit einem guten Buch. Emma Stonex’ “Die Leuchtturmwärter” ist so ein gutes Buch. Man kann es als Krimi oder als Geistergeschichte lesen, als Charakterstudie und Beziehungsroman. Dieser Roman bietet viele Projektionsflächen und Interpretationsansätze. Aber vor allem ist er: unterhaltsam und spannend!
    Es geht um das Verschwinden von drei Leuchtturmwärtern 1972 vom Leuchtturm Maiden Rock vor der Küste Cornwalls. Die Tür zum Leuchtturm war von innen verschlossen, die Uhren stehen geblieben, der Tisch für zwei (!) gedeckt. Was ist passiert? Zwanzig Jahre später meldet sich ein Autor bei den Witwen der Männer, weil er ein Buch über den Fall schreiben will. In zwei parallelen Handlungssträngen erfährt der Leser nun, was damals auf dem Leuchtturm passiert ist und wie es den Frauen an Land ergangen ist.
    Das klingt alles recht geradlinig, aber Emma Stonex ist eine grandiose Autorin, die einen komplexen Roman mit vielen Erzählstimmen, Zeitsprüngen und einem verschachtelten Aufbau zu einem absolut lesbaren und lesenswerten Pageturner gemacht hat. Man darf dabei selbst entscheiden, ob es sich um einen Krimi, eine Geistergeschichte oder eine Charakterstudie handelt - der Roman funktioniert auf all diesen Ebenen. Stonex baut genügend Zweideutigkeiten und Unerklärliches ein, um die Fantasie anzuregen. Wie viel davon man für bare Münze nimmt, bis zu welchem Punkt man der Autorin und ihren Figuren glaubt - das bleibt ganz im Ermessen des einzelnen. “Die Leuchtturmwärter” ist damit ein herrliches Verwirrspiel, das einer Matrjoschka gleich immer noch ein Geheimnis zum Vorschein bringt.
    Absolute Leseempfehlung!
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  • Rezension zu Die Leuchtturmwärter

    Manchmal finden einen Geschichten einfach ... dieser Roman passt eigentlich überhaupt nicht in mein typisches Beuteschema, auch nicht das Cover und der Klappentext klingt jetzt (für mich) auch nicht grade spektakulär. Und dennoch: ich musste es ausprobieren und ich hab es nicht bereut!
    Drei Männer verschwinden spurlos von einem Leuchtturm mitten im Meer - was kann dahinter stecken? Kann man daraus eine reißerische Geschichte machen? Vielleicht, aber Emma Stonex macht etwas ganz anderes daraus. Etwas ruhiges, fesselndes und sehr intensives.
    Sie lässt die Menschen sprechen. Zum einen die Frauen, die mit dem ungewissen Verlust zu kämpfen haben und zum anderen die Männer, die 1972 ihre letzte Schicht als Wärter begangen haben.
    Schon der Beginn stimmt perfekt auf die Atmosphäre ein. Die Fahrt zum Leuchtturm weit draußen auf offenen Meer. Die verschlossene Tür, der verlassene Turm und kein Zeichen von den drei Männern, die hier auf mysteriöse Weise verschwunden sind.
    1992, 20 Jahre später, rührt ein Autor diesen Fall wieder auf. Er will darüber berichten, ein Buch schreiben und möchte mit den Frauen darüber sprechen, was aus ihrer Sicht damals passiert ist.
    Der Stil ist unglaublich fesselnd zu lesen und hat mich sofort in diese Geschichte hineingezogen. Dicht verwoben und voller Metaphern bildet sich ein Muster, das sich aus Gedanken und Gefühlen zusammensetzt, die Bilder entstehen lässt und einen Sog entwickelt, der mich nicht mehr losgelassen hat. Mit vielen bedeutsamen Details erzählten die Figuren über ihr Leben, ihre Ängste, ihre Träume, ihre Zweifel und Hoffnungen und rückt die damaligen Ereignisse wieder in die Gegenwart.
    Auf einem Leuchtturm ist die Welt klein. Langsam. Das können andere Menschen nicht: Sie können Dinge nicht langsam und bedeutungsvoll machen.
    Zitat Seite 244
    Während die Frauen nie wirklich loslassen konnten, da die Ungewissenheit ihre Zweifel gestreut hat, spürt man bei den Männern, wie sich Überzeugungen entfalten, die sich in der Einsamkeit des Turms zu Gewissheiten formen. Doch die Wahrheit hat immer zwei Seiten und die Geheimnisse, die jeder vor den anderen zu verbergen versucht, ergeben ein verzerrtes Bild der Realität - ob zwischen den Paaren oder unter den drei Männern - in der Verlorenheit, die jeder von ihnen spürt, bröckeln die Mauern, die ihnen Sicherheit versprochen haben.
    Die Autorin zeigt ein unglaubliches Feingefühl und Empathievermögen, wie sie zum einen die einzelnen Charaktere dem Leser nach und nach offen legt, wie ihre Vergangenheit ihren Einfluss geltend macht und wie sie das mit ihren Worten auf so intensive und eindringliche Weise beschreibt.
    Man findet sicher nicht alle sympathisch, aber jeder von ihnen hat neben seinen "unschönen" Eigenschaften gute Seiten, hoffnungsvolle Gedanken, ein Sehnen nach Liebe, nach Vergebung, nach dem Leben, wovon er träumt.
    "Was eine Ehe am Leben hält, sind die kleinen Gesten: Dinge, die wenig kosten, aber dem anderen sagen, dass man ihn liebt und dafür nichts von ihm verlangt."
    Zitat Seite 64
    Kleine Bemerkungen, am Rande, die auf die vielen Geheimnisse hindeuten, lassen Vermutungen zu und geben letztlich einen schmerzlichen Eindruck auf die Tragödie, die sich hier angebahnt hat.
    Am Ende sehen wir von anderen immer nur eine Fassade - eine Maske, mit der sie sich präsentieren und zeigen möchten. Sei es aus Schutz, aus Angst, aus Hoffnung und der Suche nach etwas, das ihnen fehlt.
    Es ist eine Schande, wenn ein Mensch einen schwierigen Start ins Leben hatte und nie richtig auf die Beine kommt, weil die Leute immer das Schlimmste von ihm annehmen.
    Zitat Seite 129
    Gehemmt durch Erfahrungen, gefangen durch Erlebnisse, die es nicht zulassen, sich zu öffnen, kämpft jeder von ihnen darum, sich dich Sog nach unten zu entziehen und an die Oberfläche zu kommen, ans Licht.
    Alleine die Tatsache, immer wieder für 8 Wochen auf so einem beengten Raum "eingesperrt" zu sein ist schon eine sehr bedrückende Vorstellung. Auch wenn es sicher Menschen gibt, auf die das eine gewisse Faszination ausübt. Zu Meditationen ziehen sich ja immer wieder Menschen zurück, um im Alleinsein zu sich zu finden - aber diese Arbeit auf Leuchttürmen war sicher für einige ein sehr belastendes Erlebnis. Seit Ende des 20. Jahrhunderts werden diese Türme übrigens automatisch von zentralen Stationen überwacht und nur noch bei Bedarf gewartet.
    Mich hat diese Geschichte sehr beeindruckt. Alleine vom Schreibstil her, aber auch, wie die Handlung aufgebaut war und sich immer mehr geweitet und Einblicke gegeben hat, während sich der Fokus gleichzeitig zusammen gezogen hat und man auf den fixen Punkt am Ende zugesteuert ist.
    Tiefschneidende Ereignisse über Verlust und Trauer sind hier behutsam aber deutlich zu spüren.
    Die Idee zum Buch kam durch das Verschwinden von drei Wärtern auf einem abgelegenen Leuchtturm auf der Insel Eilean Mòr im Dezember 1900, hat aber keinerlei Ähnlichkeit mit deren Leben oder Persönlichkeit.
    Mein Fazit: 5 Sterne
    Weltenwanderer
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  • Rezension zu Die Leuchtturmwärter

    Sei ein Leuchtturm: strahle für andere, wenn sie in der Dunkelheit sind...
    1972. Am letzten Tag des Jahres nimmt ein Boot Kurs auf den im Meer liegenden Leuchtturm „Maiden Rock“, um die drei dort tätigen Wärter abzulösen. Als sie eintreffen, ist der Leuchtturm nicht zugänglich, da von innen verriegelt, und vor allem verwaist, von den drei Wärtern fehlt jede Spur. Nicht nur ihr Arbeitgeber gibt all das Rätsel auf, vor allem die Familien der drei verschwundenen Männer schweben ständig zwischen Hoffen und Bangen. Die Zeit vergeht und um sich das Mysterium zu erklären, besetzt man einfach einen der drei mit der Rolle des Übertäters, ohne Beweise zu haben oder über die Folgen nachzudenken. 20 Jahre gehen ins Land, bis der Autor Dan Sharp sich näher mit dem Fall beschäftigt und den Ehefrauen der drei Vermissten Fragen stellt, womit er in ein Wespennest sticht. Denn die Frauen haben jede für sich harte Jahre hinter sich, sind dem ständigen Gerede und den Mutmaßungen ausgesetzt und können mit den Geschehnissen bis heute nicht abschließen. Wird die Wahrheit der Ereignisse endlich ans Licht kommen?
    Emma Stonex hat mit „Die Leuchtturmwärter“ einen unterhaltsamen Debütroman vorgelegt, der dem Leser eine spannende und gut ausgeklügelte Geschichte mit viel psychologischer Finesse präsentiert. Der flüssige, bildgewaltige und doch eher ruhig gehaltene Erzählstil katapultiert den Leser sofort in die Handlung hinein, die auf einer tatsächlichen Begebenheit beruht und der Leser immer wieder rätselt, wie weit die künstlerische Freiheit der Autorin geht und wie es sich wohl wirklich zugetragen hat. Die Grenzen verschmilzen hier wunderbar zu einer Einheit und rufen gerade deshalb Gänsehaut und Nervenkitzel hervor. Sämtliche Protagonisten bekommen eine Bühne geboten, um ihre Sicht der Dinge zu erzählen, aber auch ihr Seelenleben und ihre Geheimnisse offenzulegen. Dabei offenbart sich so manches Drama, so mancher Abgrund, so manche Lüge, die man allzu gern über Jahre zu vertuschen suchte. Der Leser bekommt einen guten Einblick in harte und entbehrungsreiche Lebensgeschichten, während er gleichzeitig wie der Autor Dan Sharp versucht, die Wahrheit der Geschehnisse herauszufinden. Stonex enthüllt das (ihr) Geheimnis Stück für Stück gleich einem Puzzle, wobei sie dem Leser genügen Raum für eigene Spekulationen und Lösungsfindungen gibt, was auch erheblich zur Steigerung des Spannungslevels beiträgt.
    Die Charaktere sind lebendig in Szene gesetzt, überraschen mit detailliert ausgearbeiteten menschlichen Eigenschaften und lassen den Leser ganz nah an sich heran, der sich so einen guten Rundumblick verschaffen und mitfiebern kann. Die drei Leuchtturmwärter bilden durch die jahrelange Arbeit eine Einheit, die sich aufeinander verlassen kann. Vom Charakter her sind sie völlig gegensätzlich, was sich auch über die Zeit herausstellt. Sie sind eine Zweckgemeinschaft, aber keine Freunde fürs Leben. Ihre Ehefrauen Jenny, Michelle und Helen führen aufgrund des Berufes ihrer Männer ein ähnliches Leben voller Entbehrungen, doch mit dem Verschwinden der Ehemänner kommt es unter ihnen zu Schuldzuweisungen, Anfeindungen und Misstrauen. Auch das Umfeld sorgt immer wieder dafür, dass die Frauen nicht zur Ruhe kommen.
    „Die Leuchtturmwärter“ ist eine spannende psychologische Studie über menschliche Abgründe, zu denen Vertrauensbruch, Verlust und Misstrauen gehören, dabei aber auch Lügen, Geheimnisse, Liebe und Hoffnungsschimmer zu finden sind. Klug und subtil konstruiert und tiefgründig erzählt. Verdiente Leseempfehlung!
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Rezensionen zum Hörbuch

  • Rezension zu Die Leuchtturmwärter

    Drei Leuchtturmwärter und somit die komplette Besatzung des Leuchtturms Maiden, der im Meer an der Küste Cornwalls steht, verschwinden in der Silvesternacht 1972. Die Tür ist von innen verschlossen, es gibt keine Hinweise und keine Spuren – nur Vermutungen und Theorien. Anfang der 90er will Dan Sharp einen Roman über diesen Vorfall schreiben und setzt sich dafür mit den Partnerinnen der verschwundenen Männer in Verbindung.
    Emma Stonex hat ein reales Ereignis für ihren Roman zur Vorlage genommen, denn tatsächlich sind im Dezember 1900 drei Männer auf Flannan Isles vor der Küste Schottlands spurlos verschwunden. Ihr Schicksal wurde nie aufgeklärt und ich hatte die Befürchtung, dass die Autorin ihren Roman ebenfalls offen enden lassen würde, aber zum Glück war dies nicht der Fall.
    Stonex bedient sich verschiedener Perspektiven. Zum einen ist man Zuschauer auf dem Leuchtturm im Jahr 1972, beobachtet die Männer beim Arbeiten und Leben dort und auch in der schicksalshaften Nacht. Zum anderen lernt man die Frauen bzw. die Freundin der drei Leuchtturmwärter kennen, sowohl in den 70er-, als auch in den 90er-Jahren. Als Hörer hat man daher mehr Erkenntnisse, als die einzelnen Figuren selbst.
    Der Fokus ihrer Geschichte liegt eindeutig auf den Frauen. Er berichtet von ihren Entbehrungen, weil sie Wochen oder Monate ohne ihre Männer leben müssen, von ihrem Mit- und oft ihrem Gegeneinander, von ihrer Hoffnung und zahlreichen Enttäuschungen.
    Gelesen wird der Roman von Tessa Mittelstaedt und Timo Weisschnur. Beide vermitteln gut die Atmosphäre der Geschichte und die Gefühle der Figuren.
    Fazit: Eine interessante Geschichte, die auf einer wahren Begebenheit beruht und die Einblicke in das damalige Leben eines Leuchtturmwärters im Allgemeinen und in die dreier Männer im Speziellen gibt.
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Ausgaben von Die Leuchtturmwärter

Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 432

E-Book

Seitenzahl: 405

Taschenbuch

Seitenzahl: 432

Die Leuchtturmwärter in anderen Sprachen

  • Deutsch: Die Leuchtturmwärter (Details)
  • Englisch: The Lamplighters (Details)

Besitzer des Buches 39

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