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Andreas Gruber - Todesurteil

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Todesurteil: Maarten S

4.5|46)

Verlag: Goldmann Verlag

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 592

ISBN: 9783442480258

Termin: Februar 2015

  • Der zweite Fall für Sabine Nemez und Maarten S. Sneijder


    Sabine Nemez ist endlich zur Ausbildung beim BKA angenommen worden. Nach zahlreichen Ablehnungen kann sie es kaum glauben. Hat der exzentrische Ermittler und Ausbilder Maarten S. Sneijder aufgrund des gemeinsam gelösten Falles vor einem Jahr hier etwa ein paar Hebel für sie in Bewegung gesetzt?
    Sabine freut sich auch, ihren langjährigen Freund Eric wiederzutreffen, auch wenn sie nicht mehr zusammen sind. Doch kaum in Wiesbaden angekommen, erhält sie eine schlimme Nachricht.


    In Wien taucht zeitgleich die zehnjährige Clara wieder auf, die über ein Jahr verschwunden war. Das Mädchen ist verstört, hat sie doch offensichtlich ein schreckliches Martyrium hinter sich. Ihr ganzer Rücken ist mit Szenen aus Dantes Inferno tätowiert. Wie konnte sie ihrem Entführer und Peiniger entkommen und ist sie sein einziges Opfer? Staatsanwältin Melanie Dietz hängt sich tief in die Ermittlungen hinein, ist sie doch auch persönlich motiviert, denn Claras Mutter war einmal ihre beste Freundin.


    In Wiesbaden werden Sabine und ihre Kommilitonen von Sneijder mit alten Fällen konfrontiert. Im Gegensatz zu anderen Ausbildern nimmt Sneijder ungelöste Fälle mit ihnen durch und spornt sie an, sich ihre ganz eigenen Gedanken zu machen. Sabine kommt auf die Idee, dass die völlig unterschiedlichen, grausigen Mordfälle eine Gemeinsamkeit haben könnten, doch mit ihrer Theorie steht sie anscheinend alleine da. Das hindert die ehrgeizige und eigenwillige junge Frau aber nicht daran, ihre Spuren weiterzuverfolgen.


    Nach "Todesfrist" ist dies nun der zweite Fall für Sabine Nemez und Maarten S. Sneijder. Das ungewöhnliche Ermittlerpaar hat sich weiterentwickelt, vor allem natürlich Sabine, für die der Wechsel ans BKA der langersehnte Karrieresprung ist. Sneijder ist weiterhin exzentrisch und geheimnisvoll, wobei wir in diesem Band auch einige kleine Details über ihn erfahren. Man kann das Buch sicher auch problemlos lesen, ohne den Vorgänger zu kennen, da dieser aber auch äußerst spannend war, kann ich ihn nur empfehlen.


    Die Handlung spielt sich abwechselnd in Wien und Wiesbaden ab, die Szenen wechseln schnell und lange Zeit bleibt unklar, wo der Zusammenhang zwischen den Fällen ist. Dass es einen gibt, ist bei dieser Art von Thriller aber natürlich zu erwarten und so laufen die Handlungsstränge irgendwann immer mehr aufeinander zu und vereinen sich schließlich.


    Neben den beiden Hauptfiguren Nemez und Sneijder hat der Autor mit Melanie Dietz eine weitere sehr sympathische Ermittlerin geschaffen, die dem Klischee des gefühlsarmen und nur der ihrer Karriere interessierten Staatsanwaltes energisch widerspricht.
    Auch die weiteren Nebenpersonen sind interessant und vielseitig dargestellt und mehr als einer hat mich im Verlauf des Buches überrascht – sowohl negativ als auch positiv.


    Verdächtige hatte ich während der Lektüre viele, ein Motiv hat sich mir aber lange überhaupt nicht erschlossen und so konnte ich bis zum Schluss nicht sicher sein, wer hier wofür und warum verantwortlich ist.


    Ein temporeicher Thriller mit Spannung bis zum Ende!

  • Den ersten Fall um das Ermittlerduo Maarten S. Sneijder und Sabine Nemez habe ich damals förmlich verschlungen, somit wurde dieser 2. Teil für mich praktisch zur Pflichtlektüre. Der eigenwillige, unangepasste – um nicht zu sagen kauzige – Profiler Sneijder hat alles Potential, um zum Kultermittler zu avancieren. Obwohl er alles andere als liebenswürdig und der typische Ermittler ist, mag ich ihn besonders, vielleicht auch gerade deswegen. Als Figur ist er eigentlich recht einfach gezeichnet, er ist das Ekel in persona, das stellt er konsequent unter Beweis. Aber zwischen den Zeilen lernt man auch einen anderen Sneijder kennen, den, der die Fähigkeiten der Studentin Sabine Nemez richtig einschätzt, sie fordern und fördern will und sich voll und ganz für sie einsetzt. Dieser Thriller bekommt durch seinen Ermittler die Facetten, die ihn von der Masse der Thriller abheben.


    „Todesurteil“ wird in zwei Handlungsebenen erzählt. Die eine umfasst das Geschehen um die Studentin Sabine Nemez, die von Sneijder an die Akademie des BKA für hochbegabten Nachwuchs in Wiesbaden geschleust wurde und sich dort im Rahmen ihrer Ausbildung mit bislang ungeklärten Kriminalfällen befassen muss, wobei sie zwischen einigen recht schnell einen Zusammenhang entdeckt. Der zweite Handlungsstrang ist in Wien angesiedelt. Dort taucht Clara, ein zehnjähriges Mädchen, das ein Jahr lang vermisst wurde, wieder auf. Sie konnte ihrem Peiniger entkommen, der auf ihren Rücken Motive aus Dantes Inferno tätowierte. Die Staatsanwältin, Melanie Dietz, ermittelt und die Spuren führen unter anderem nach Wiesbaden.


    Sowohl Sabine Nemez als auch Melanie Dietz sind persönlich in die Fälle involviert, sie sind hoch motiviert, diese aufzuklären und wagen auch mutige Alleingänge, die den Thriller zwar spannend machen, aber nicht unbedingt realitätsnah sind. Aber egal, ich habe schließlich einen Thriller gelesen und keinen Dokumentarbericht bezüglich polizeilicher Ermittlungsarbeit. Und dieser Thriller hat alles, was ich von diesem Genre erwarte. Er ist eingänglich geschrieben, leicht und flüssig zu lesen, hat einen durchgehend zunehmenden Spannungsbogen, ist psychologisch gut konstruiert und weist etliche unerwartete Wendungen auf. Die Atmosphäre ist dunkel und dicht und auch mich hartgesottene Thrillerleserin hat so manche Szene sehr berührt.


    Wenn ich den letzten Sätzen dieses Thrillers Glauben schenken darf, hat Maarten S. Sneijder schon einen neuen Fall im Köcher, ich hoffe sehr, dass Andreas Gruber seine Leser nicht zu lange darauf warten lässt.


    Wer spannende, rasante und gut durchdachte Thriller mit speziellen Ermittlern mag, wird bei diesem voll und ganz auf seine Kosten kommen. Ich fühlte mich von ihm sehr gut unterhalten.

  • Für mich gibt es aktuell 3 deutsche Psychothriller Autoren, die nicht nur spannend, rasant und nachvollziehbar in der Lösung (auch wenn nicht unbedingt realistisch)ihre Geschichten schreiben können. A. Gruber gehört nebst S. Fitzek und A. Strobel dazu.


    Auch diesmal wurde ich von der ersten Seite an in die Bann gezogen, die Spannung ist schon nach wenigen Zeilen erreicht, das Ermittlerpaar ist megasympathisch, die österreichischen Kollegin Melanie Dietz kompletiert das Team sehr gut.


    Sneijder ist nach wie vor mein "Liebling". Wortkarg, witzig, sarkatisch, ironisch, schlagfertig, alles ist vertreten und seine Gespräche und Meinungen bringen mich jedesmal zum schmunzeln.


    Meine Empfehlung für alle Fitzek Fans, es lohnt sich dieses und auch die anderen Bücher von Gruber zu lesen.


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  • Wien: Ein Pärchen befindet sich auf einem Spaziergang als sie am Rande eines Waldes eine dunkle Gestalt am Straßenrand liegen sehen. Beim näheren Betrachten erkennen sie ein kleines Mädchen und informieren die Polizei.


    Die Polizei identifiziert das Mädchen als die 11-jährige Clara, die vor einem Jahr spurlos verschwand.
    Als Clara im Krankenhaus untersucht wird, entdecken die Ärzte mehrere Motive aus Dantes Inferno auf ihrem Rücken.


    Die Ermittlungen laufen, doch Clara ist total verstört und bleibt stumm...


    Wiesbaden: Maarten S. Sneijder ist niederländischer Profiler und unterrichtet Studenten an der Akademie des BKA. In den Vorlesungen nimmt er ungeklärte Mordfälle durch.


    Als Sabine Nemez einen Zusammenhang zwischen allen Mordfällen vermutet, trifft sie auf taube Ohren ...


    Die Ereignisse überschlagen sich Sneijder befindet sich in Lebensgefahr und muss irgendwann mit Bedauern erkennen, dass er seinen Kollegen und Freunden nicht trauen kann.


    Persönliche Meinung:


    Der Roman besteht aus zwei Teilen.
    Im Wechsel zwischen Wien und Wiesbaden bekommt der Leser mit, wie die Ermittlungen starten, sich jedoch irgendwann nicht weiterentwickeln und wie Sneijder in Wiesbaden seine Studenten ausbildet.


    Es dauert ein wenig, bis man einen Zusammenhang erkennt, der mit der Zeit jedoch zusammenläuft und dadurch enorme Spannung aufbaut.


    Der Schreibstil scheint leicht und flüssig zu sein ... weshalb ich mir da "unsicher" bin liegt einfach daran, dass ich diesen Thriller als Hörbuch besitze.
    Gelesen von Achim Buch, der das alles wirklich toll umgesetzt hat. Durch seine Art zu lesen, kam sehr viel Leben auf, man konnte sich in die Protagonisten schön hineinversetzen und vor allem durch den niederländischen Akzent, den er wegen Sneijder mit reingebracht hat, kam sehr viel Schwung, Spannung und Witz mit hinein.


    Man muss den ersten Teil dieser Reihe nicht gelesen haben, um alle Zusammenhänge zu verstehen. Aber ich denke, dass ich mir bei Gelegenheit den ersten Teil auch noch anhören bzw. lesen möchte, da mir die Geschichte wirklich, wirklich gut gefallen hat, was ich zu Beginn nicht geglaubt hätte.


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  • In Wien beschäftigen sich Staatsanwaltschaft, verkörpert durch die sympathische Melanie Dietz, und Polizei mit einem Fall von Kindesentführung. Die zehnjährige Clara kann nach einem Jahr Gefangenschaft entkommen; zurück bleibt neben dem seelischen Trauma eine Tätowierung auf ihrem Rücken mit einem Motiv aus Dantes Inferno. Nachdem mehrere Mädchenleichen in dem Gebiet ausgegraben werden, in dem Clara gefunden wurde, weiß man, dass ein Serientäter am Werk ist. Es ist höchste Eile geboten, denn Clara ist die einzige Überlebende, die ihn gesehen hat und identifizieren könnte.


    An der Akademie des BKA in Wiesbaden gehört Sabine Nemez mit vier anderen Polizeischülern zur Klasse von Maarten S. Sneijder. Als einzige wurde sie ohne Prüfungen und Aufnahmeklausur angenommen; sie gilt, nicht zu Unrecht, als Sneijders Ziehkind und wird von den anderen mit Argwohn betrachtet. Sneijder gibt seinen Schülern – angeblich zum praktischen Lernen – Dossiers über ungelöste Fälle und sammelt ihre Ideen, um sie zu neuen Ansätzen zur Aufklärung zu provozieren. Natürlich geht Sabine einen Schritt weiter und beginnt mit konkreten Ermittlungen, wobei sie sich die Informationen dazu nicht immer auf legalem Weg beschafft und ihre Karriere aufs Spiel setzt.


    Die Spannung beginnt zunächst eher sacht. Ein bisschen Wien, ein bisschen Wiesbaden, viel Mitleid mit der Wiener Geschichte, viel Vergnügen an dem unausstehlichen Maarten S. Sneijder, beginnendes Interesse an Claras Schicksal und Melanies langsamem Vorgehen, Schaudern und Abscheu bei den Verbrechen in Deutschland und Sabines ersten Ideen.

    Ganz strikt hält Gruber seine parallele Erzählweise durch: Ein Kapitel Sabine, ein Kapitel Melanie. Was die Phantasie des Lesers nicht schafft: Irgendeine Verbindung zwischen den beiden Strängen, den drei Verbrechen hier und der Verbrechenserie dort zu knüpfen.


    Aber irgendwann packt die Handlung. Man bangt mit Sabines nicht ganz legalem Vorgehen ohne Maartens Schutz, und man hofft für Melanies Arbeitsweise. Die einzelnen Fälle der beiden sind komplex und verschlungen, und werden mit der Verbindung noch komplexer und verschlungener. Ein perfide eingefädelter Plan, eine ausgeklügelte Geschichte --- aber: zu viel und zu dick das Ganze.


    Auf der einen Seite hat mich das Buch also gefesselt und unterhalten, auf der anderen Seite war es einfach „too much“.

    Aber Sneijder gefällt mir, obwohl er mir eigentlich nicht gefällt (eine Art Sebastian Bergmann-Effekt). Daher habe ich schon den nächsten Band in meiner Bücherei vorbestellt.

    Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. (Oscar Wilde)


    Bücher sind auch Lebensmittel. (Martin Walser)

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