Yuval Noah Harari - Eine kurze Geschichte der Menschheit

  • Buchdetails

    Titel: Eine kurze Geschichte der Menschheit


    Verlag: Pantheon Verlag

    Bindung: Taschenbuch

    Seitenzahl: 528

    ISBN: 9783570552698

    Termin: Februar 2015

  • Bewertung

    4.2 von 5 Sternen bei 23 Bewertungen

    84,8% Zufriedenheit
  • Inhaltsangabe zu "Eine kurze Geschichte der Menschheit"

    Der Mensch: Krone der Schöpfung oder Schrecken des Ökosystems? Wie haben wir, Homo Sapiens, es geschafft, den Kampf der sechs menschlichen Spezies ums Überleben für uns zu entscheiden? Warum ließen unsere Vorfahren, die einst Jäger und Sammler waren, sich nieder, betrieben Ackerbau und gründeten Städte und Königreiche? Warum begannen wir, an Götter zu glauben, an Nationen, an Menschenrechte? Warum setzen wir Vertrauen in Geld, Bücher und Gesetze und unterwerfen uns der Bürokratie, Zeitplänen und dem Konsum? Und hat uns all dies im Lauf der Jahrtausende glücklicher gemacht? Vor 100 000 Jahren war Homo sapiens noch ein unbedeutendes Tier, das unauffällig in einem abgelegenen Winkel des afrikanischen Kontinents lebte. Unsere Vorfahren teilten sich den Planeten mit mindestens fünf weiteren menschlichen Spezies, und die Rolle, die sie im Ökosystem spielten, war nicht größer als die von Gorillas, Libellen oder Quallen. Vor 70 000 Jahren dann vollzog sich ein mysteriöser und rascher Wandel mit dem Homo sapiens, und es war vor allem die Beschaffenheit seines Gehirns, die ihn zum Herren des Planeten und zum Schrecken des Ökosystems werden ließ. Bis heute hat sich diese Vorherrschaft stetig zugespitzt: Der Mensch hat die Fähigkeit zu schöpferischem und zu zerstörerischem Handeln wie kein anderes Lebewesen. Und die Menschheit steht jetzt an einem Punkt, an dem sie entscheiden muss, welchen Weg sie von hier aus gehen will. Internationaler Bestseller - in knapp 40 Sprachen übersetzt
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  • Gut geschriebene Sachbücher sind ja bedauerlicherweise immer noch recht rar in der deutschen Sprache. So hatte ich mich auf dieses Buch wirklich gefreut, da ihm diesbezüglich doch schon einige Lobeshymnen vorauseilten. Doch leider hielt meine Freude nicht allzu lange an. Nein, nichts gegen den Schreibstil des Herrn Harari: Er schreibt locker und leicht von der Leber weg, unterhaltsam und verständlich mit bildlichen, aktuellen und witzigen Vergleichen (manchmal vielleicht sogar etwas zu flapsig) - es wäre alles gut, wenn er beim Inhalt doch etwas mehr Sorgfalt hätte walten lassen. Einige Beispiele hierzu:
    S. 12: Mitglieder verschiedener Arten können keinen fortpflanzungsfähigen Nachwuchs hervorbringen. Auf S. 14 werden dann verschiedene Arten von homo benannt, die aber lt. S. 27 durchaus fortpflanzungsfähigen Nachwuchs zeugten.
    S. 37ff: Hier wird der Begriff Abstraktum und Nichtexistenz völlig durcheinander geworfen. Das Unternehmen Peugeot wird als nicht existent bzw. Phantasieprodukt bezeichnet statt als abstrakt.
    S. 45: Harari schreibt, der Peugeot-Gründer hätte 1896 eine GmbH gegründet - die gab es in Frankreich erst ab 1925, da war der Gründer bereits tot.
    S. 46: Hier wird aus der GmbH plötzlich eine AG (was zumindest stimmt).
    S. 166: Mathematik ist eine Weltsprache - einige Zeilen erklärt der Autor, dass die meisten Menschen der Welt sie nicht verstehen.
    S. 204: kognitive Dissonanz wird als eine häufige psychische Störung dargestellt.
    S. 258: Monotheistische Religionen sind Gehirnwäsche. Dies mag die Meinung des Autors sein, aber dann ist sie auch als solche zu kennzeichnen.
    Es gibt noch eine ganze Menge an solchen Fehlern, Widersprüchen und Ungenauigkeiten. Dazu kommen eine Vielzahl von Rechtschreibefehlern (dort fehlt ein e, da ist eines zuviel, ein Wort erscheint zweimal undundund) und so zieht sich das Lesen doch ziemlich in die Länge, da es immer weniger Vergnügen macht, das Buch in die Hand zu nehmen.
    Schade, es ist wirklich schade dass hier so geschludert wurde. Denn Hararis Schreibstil ist durchweg vergnüglich zu lesen.

    :study: Das Eis von Laline Paul

    :study: Der Zauberberg von Thomas Mann
    :musik: QUALITYLAND von Marc-Uwe Kling

    Einmal editiert, zuletzt von Xirxe ()


  • Schade, es ist wirklich schade dass hier so geschludert wurde. Denn Hararis Schreibstil ist durchweg vergnüglich zu lesen.


    Wenn ich sehe, dass das Buch in Englisch geschrieben worden ist, sind einige von Dir hervorgehobenen Fehler sehr wahrscheinlich Übersetzungs- und Herausgabefehler, oder? Ärgerlich. Dann kann solch eine schludrige, oft ja immer zu schnell übersetzte, auf den Markt gebrachte Version das ganze Leseerlebnis prägen, negativ.

  • Wenn ich sehe, dass das Buch in Englisch geschrieben worden ist, sind einige von Dir hervorgehobenen Fehler sehr wahrscheinlich Übersetzungs- und Herausgabefehler, oder? Ärgerlich. Dann kann solch eine schludrige, oft ja immer zu schnell übersetzte, auf den Markt gebrachte Version das ganze Leseerlebnis prägen, negativ.


    Du liegst mit großer Wahrscheinlichkeit richtig mit deiner Vermutung. Das Original stammt nämlich aus dem Hebräischen, wurde ins Englische übersetzt und dann vom Englischen erst ins Deutsche. Dazu kommt noch das fehlende bzw. schlechte Lektorat/Korrekturlesen - und dann noch die inhaltlichen Fehler. Ja, da kann einem die Lust am Lesen wirklich vergehen.

    :study: Das Eis von Laline Paul

    :study: Der Zauberberg von Thomas Mann
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  • Oh, bei diesem Buch hatte ich deutlich mehr erwartet. Es ist auf meiner Wunschliste, aber nach dem Lesen deiner Rezension wohl nicht mehr lange. Danke fürs Warnen. :thumleft:


    Gern geschehen :wink: Du wirst aber feststellen, dass es eine ganze Menge an LeserInnen gibt, die das Buch richtig toll fanden. Ich habe das Buch in einer Leserunde gelesen und da lag so geschätzt der Anteil einhelliger Zustimmung bei ca. 60 bis 70%, ca. 25% so gemischt und der Rest klar ablehnend. Ich habe keinerlei Vorstellung davon, was die Begeisterten in dem Buch fanden...

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  • Dein Urteil ist ja doch recht vernichtend. Ich bin eine der Mitleserinnen aus erwähnter Leserunde, die dem Buch eher wohlgesinnt sind. Meiner Meinung nach zeigt das Buch einen Haufen interessanter Zusammenhänge auf, die sehr zum Nachdenken anregen und das gerade weil der Autor deutlich seine Meinung durchscheinen lässt, die nicht jedermanns Überzeugung entsprechen muss (auch meiner nicht). Ich habe das Buch nicht als Geschichtsbuch oder Faktensammlung gelesen und die von dir erwähnten Fehler kann ich größtenteils nicht beurteilen. Solche Details merke ich mir in der Regel sowieso nicht lang, die Kernaussage, bzw. die Aspekte auf die ich mit der Nase gestoßen wurde und über die ich daher zum Nachdenken angeregt wurde, die bleiben mir im Gedächtnis und deshalb fand ich das Buch durchaus bereichernd.

  • Dein Urteil ist ja doch recht vernichtend. Ich bin eine der Mitleserinnen aus erwähnter Leserunde, die dem Buch eher wohlgesinnt sind. Meiner Meinung nach zeigt das Buch einen Haufen interessanter Zusammenhänge auf, die sehr zum Nachdenken anregen und das gerade weil der Autor deutlich seine Meinung durchscheinen lässt, die nicht jedermanns Überzeugung entsprechen muss (auch meiner nicht). Ich habe das Buch nicht als Geschichtsbuch oder Faktensammlung gelesen und die von dir erwähnten Fehler kann ich größtenteils nicht beurteilen. Solche Details merke ich mir in der Regel sowieso nicht lang, die Kernaussage, bzw. die Aspekte auf die ich mit der Nase gestoßen wurde und über die ich daher zum Nachdenken angeregt wurde, die bleiben mir im Gedächtnis und deshalb fand ich das Buch durchaus bereichernd.


    Wir haben hier wohl sehr unterschiedliche Kriterien, wann wir ein Buch für befinden und wann nicht. Ich habe ja geschrieben, dass ich den Stil des Autors durchaus gut finde. Und hätte er Prosa geschrieben und nicht ein Sachbuch mit dem Anspruch, die Geschichte der Menschheit erzählen zu wollen (ja, diesen Anspruch hat er), wäre ich sicherlich um einiges begeisterter von dem Buch. Aber Dinge als Fakten darzustellen, die schlicht falsch sind oder Aussagen zu treffen, die in sich unglaubwürdig sind weil völlig unlogisch - sorry, da fühle ich mich als Leserin mehr als veräppelt. Frage dich doch mal, was du von einem SACHbuch halten würdest, in dem dir der/die AutorIn allen Ernstens erklärt, dass die Erde eine Scheibe ist - hier wäre doch die erste Reaktion: Was für ein Blödsinn!
    Die Fehler hätte ich auch nicht alle sofort explizit widerlegen können, aber bestimmte Dinge bleiben doch im Hinterkopf haften. Also habe ich alle für mich zweifelhaften Dinge (und das wurden mit zunehmender Seitenzahl immer mehr, da ich den Aussagen des Autors vermehrt misstraute) intensiv gegoogelt - was natürlich entsprechend Zeit brauchte.

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  • Kurzweiliger Überblick derGeschichte des Homo Sapiens


    Im Gegensatz zu manch anderenBüchern, die einen Überblick über die Geschichte der Menschheit bieten, fängtdas Buch von Yuval Noah Harari schon vor den Homo Sapies an. Der ersteSchwerpunkt liegt bei der kognitiven Revolution, die sich vor etwa 70.000Jahren ereignete. Um diese Revolution geht es im ersten Teil des Buches, um dieEntdeckung der Sprache, die auch die fiktive Sprache beinhaltet.


    Der zweite Teil handelt von derlandwirtschaftlichen Revolution, die vor etwa 10.000 Jahren begann. Es wirderklärt, warum der Homo Sapies seßhaft wurde, Tiere domestizierte, Siedlungenvergrößerte, Schrift und Zahlen erfand und warum Männer einen höherenStellenwert als Frauen in den Gesellschaften hatten.


    Im dritten Teil wird dieEntwicklung der Kulturen beschrieben, die Entwicklung der drei universellenOrdnungen, der wirtschaftlichen, der politischen und der religiösen Ordnung,Detailliert geht es um den Geruch des Geldes, dem Traum vom Weltreich und dasGesetz der Religion.


    Der vierte Teil des Buches handeltvon der wissenschaftlichen Revolution, die um das Jahr 1500 begann. EinSchwerpunkt ist die Entdeckung der Wissenschaften und die daraus folgendeExpansion Europas. Des Weiteren geht es um die verschiedenen Religionen, zudenen der Autor auch den Kapitalismus und den Kommunismus zählt, und um unsereErnährung, die Massentierhaltung und die neuen Gemeinschaften als Ersatz fürdie Familie und die Dorfgemeinschaft. Den Abschluss bildet ein Ausblick überdie Zukunft des Homo Sapiens.


    Mein Fazit: Ich bin bei dem Buchetwas zwiegespalten. Es ist gut geschrieben und lässt sich gut lesen. DerTonfall ist sehr locker, am Anfang musste ich an einigen Stellen sogar schmunzeln.Später stört dieser lockere Ton etwas. Das Buch ist interessant und bieteteinen schnellen Überblick über die Geschichte des Homo Sapiens. Allerdings gibtes auch einen größeren Kritikpunkt. Der Autor Yuval Noah Harari fragt immerwieder, ob die Jäger und Sammler vor der landwirtschaftlichen Revolution nichtglücklicher waren, als alle anderen Menschen seitdem. Er meint, dass der Menscheigentlich als Jäger und Sammler geboren wurde und die Sesshaftigkeit eigentlichnicht unserem Typ entspricht und wir nicht mehr so glücklich sind, wie dieMenschen damals. Nun, beurteilen kann man dies nicht wirklich, aber ich bin mirnicht sicher, dass die Menschen damals glücklicher waren als wir heute. Ichkann mir nicht vorstellen, dass das Leben damals aus Friede, Freude, Eierkuchenbestand. War es so einfach zu jagen? Und was haben sie sonst gemacht?Umhergewandert? Oder den Himmel angeschaut? War es angenehm bei Regen und Kälteohne festem Dach über den Kopf? Warumsieht der Autor das heutige Leben so negativ? Diese immer wiederkehrende Frageempfand ich als sehr negativ und sie zerstört meiner Meinung nach viel von demBuch. Das ist der größte Kritikpunkt. Kleinigkeiten gab es auch noch, die mirüberwiegend beim Lesen aufgefallen sind.


    Daher gibt es von mir nur 3 Sterne.Das Buch ist sehr interessant, aber diese immer wiederkehrende Frage zieht dieBewertung herunter.

  • Habe nun die Rezension von Xirxe zu dem Buch gelesen. Widerspiegelt in etwa meinen Eindruck. Die Vermutung dass es an der Übersetzung liegt ist zwar naheliegend jedoch schon im englischen werden gewisse Dinge in dieser Form wiedergegeben, wie am Beispiel von Peugeot ersichtlich.

    (Erwähne dieses Beispiel weil in der Rezension explizit darauf hingewiesen wird)


    Zitat

    Englische Version

    And so did the French legal system back in 1896, when Armand Peugeot, who had inherited from his parents a metalworking shop that produced springs, saws and bicycles, decided to go into the automobile business. To that end, he set up a limited liability company.

    Deutsche Version

    Diese Unternehmen gab es auch schon in Frankreich des Jahres 1896. Damals beschloss Armand Peugeot, die elterliche Eisengiesserei, in der Federn, Sägen und Fahrräder hergestellt wurden, zu einer Automobilfabrik umzubauen. Dazu gründete er eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung.


    Wobei ich nicht sicher bin ob diese Aussage komplett falsch ist, denn


    Zitat

    Gesellschaften mit beschränkter Haftung wurden erstmals durch das am 20. April 1892 erlassene Gesetz betreffend die Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbHG) ermöglicht.

    Wikipedia

    Es gibt sicher noch einiges das ich im Verlauf des Lesens erwähnen werde.

    Was wäre das Leben, hätten wir nicht den Mut, etwas zu riskieren?

    Vincent van Gogh


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