Wahl der besten Bücher im BücherTreff

Rita Falk - Grießnockerlaffäre

Affiliate-/Werbelink

Grießnockerlaffäre

4.2|72)

Verlag: dtv Verlagsgesellschaft

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 240

ISBN: 9783423214988

Termin: Februar 2014

Anzeige

  • Klappentext:
    »Die Beerdigung von der Oma ist an einem Donnerstag. Es ist nieselig und grau und wir stehen bis zu den Knöcheln im Friedhofs-Batz. Trotzdem ist beinah die ganze Gemeinde gekommen. Sie war halt auch äußerst beliebt, die Oma, das muss man schon sagen ...«
    Keine Angst. Es ist nicht die Eberhofer Oma! Aber in Niederkaltenkirchen ist auch so einiges los. Im Polizeihof Landshut wird ein toter Polizist gefunden. Der Letzte, der mit dem Barschl zu tun hatte, war der Franz. Nun war der Tote ausgerechnet sein direkter Vorgesetzter - und absoluter Erzfeind. Blöderweise handelt es sich bei der Mordwaffe auch noch um Franz' Hirschfänger. Sieht also nicht gut aus für den Eberhofer!

    Über die Autorin:

    Rita Falk, Jahrgang 1964, hat sich mit ihrer Provinzkrimiserie um den Dorfpolizisten Franz Eberhofer (Winterkartoffelknödel, Dampfnudelblues und Schweinskopf al dente) in die Herzen ihrer Leser geschrieben. Von sich selber sagt die Autorin, dass sie die schönste Zeit ihres Lebens in Oberbayern verbracht hat. Dort hat sie ihre Kindheit verbracht, wuchs bei der Oma auf. Dem ihr so vertrauten Landstrich ist Rita Falk auch als Erwachsene treu geblieben. Sie lebt heute in München. Rita Falk ist mit einem Polizisten verheiratet und hat drei erwachsene Kinder.


    Allgemeines zum Buch:
    "Grießnockerlaffäre" hat 240 Seiten und ist unterteilt in 25 Kapitel. Es ist in der Ich-Form aus der Sicht des Protagonisten Franz Eberhofer geschrieben.
    Nach dem Ende der Geschichte gibt es, wie in dieser Buchreihe üblich, ein Glossar, in dem einige der im Buch vorkommenden bayerischen Begriffe erklärt werden. Zudem gibt es wieder Auszüge aus Omas Kochbuch, in denen die Rezepte von einigen der im Buch auftauchenden Gerichte niedergeschrieben und humorvoll kommentiert wurden.


    Handlung:
    Eigentlich hätte er sich ja gefreut, der Franz. Denn nach der Hochzeitsfeier seines Landshuter Lieblingskollegen Karl Stopfer, wurde der verhasste Dienststellenleiter Barschl, hinter seinem Rücken auch liebevoll Arschl genannt, umgebracht. Wenn den nicht der Franz der Hauptverdächtige gewesen wäre, denn er war derjenige, der ihn als Letzter lebend gesehen hat. Zudem ist er in der vergangenen Zeit einige Male ernsthaft mit ihm zusammengerauscht und die Tatwaffe war auch noch Franz' Hirschfänger. Zum Glück hält der Richter Moratschek seine schützende Hand über Franz Eberhofer, so dass er erst einmal auf freiem Fuß bleibt. Da die Kollegen in der PI Landshut nicht so wirklich in die Gänge kommen mit den Ermittlungen muss natürlich der Franz unter Mithilfe seines Kumpels aus Münchener Tagen, Rudi Birkenberger, das Heft selbst in die Hand nehmen. Für sehr verdächtig hält er die Witwe Barschls. Ivana Barschl ist Russin, hat früher als Prostituierte gearbeitet und ist ein verdammt heißer Feger, die den Franz ganz schön um den Finger wickelt.
    Aber auch in der Heimat Niederkaltenkirchen tut sich etwas: Plötzlich steht ein älterer Herr vor der Tür der Eberhofers und als die Oma ihn sieht, trifft sie fast der Blitz. Das ist doch der Paul, ihre große Liebe, den sie seit vielen Jahrzehnten nicht mehr gesehen hat. Die Oma erlebt ihren zweiten Frühling und blüht in dessen Gegenwart regelrecht auf. Nur ihr Herr Sohn ist ganz schön eifersüchtig und missgönnt ihr, im Gegensatz zu ihrem Enkel, ihre schöne Zeit. Dabei merkt anfangs kaum einer, dass Paul schwer krank ist und vermutlich nicht mehr lange zu leben hat.


    Meine Meinung:
    Wer schon einen oder mehrere der drei Vorgänger von Rita Falks Buchreihe um den niederbayerischen Polizisten Franz Eberhofer gelesen hat, der weiß auch, was ihn in der "Grießnockerlaffäre" erwartet: Ein im Grunde ernster, aber natürlich auf lustige Art und Weise abgewickelter Kriminalfall, in dem unser Franz mit seiner üblichen Mixtur aus tiefschwarzem Humor und niederbayerischer Kaltschnäuzigkeit ermittelt wie ein Großer. Und genau das bekommt der Leser auch hier wieder. Eigentlich ist alles beim Alten geblieben und eine Entwicklung der Personen und deren Situation ist nicht zu spüren, was mich schon fast an die Comicserie "Die Simpsons" erinnert hat, bei denen auch seit 20 Jahren der gleiche Tag zu sein scheint: Franz und die Susi sind immer noch nicht wirklich ein Paar, dem nervigen Bruder Leopold, der auch liebevoll "Schleimsau" von Franz genannt wird, steigt immer noch die Zornesröte ins Gesicht, wenn dessen kleine Tochter "Sushi" den Franz regelrecht vergöttert, der Papa hält lautstarke Beatles-Abende ab und genießt dabei seine Joints, die Oma kocht das beste Essen der Welt, der Metzger Simmerl verteilt seine Leberkässsemmeln und der Flötzinger jagt immer noch jedem Rock hinterher. Böse Zungen könnten behaupten, dass das ja jedes Mal das gleiche Buch ist, nur mit einer leicht abgewandelten Handlung. Und dabei könnten diese Zungen sogar teilweise recht haben, denn zum ersten Mal habe ich leichte Abnutzungserscheinungen beim Lesen gespürt. Die Witze ähneln sich zwangsläufig und man hat das Gefühl, das ein oder andere schon mal in vergleichbarer Form bei Rita Falk gelesen zu haben. Auch hatte ich das Gefühl, dass dieses Mal einige Lacher weniger dabei waren als in den bisherigen Büchern. Trotzdem gab es noch genügend Szenen, bei denen kein Auge trocken bleibt, z.B. wenn der Metzger Simmerl seinem gerade volljährig gewordenen Sohn einen dicken, fetten 300-PS-BMW kauft, um den Wohlstand offen zu zeigen, auch wenn der Jungspund damit das neue Bushäuschen des Örtchens niedermäht und doch viel lieber einen Polo fahren würde. Ich könnte also nicht sagen, dass ich keinen Spaß gehabt habe, aber eine gewisse Weiterentwicklung würde der Reihe um den Franz schon gut tun. Auch hatte ich das Gefühl, dass "Grießnockerlaffäre" ein klein wenig in die Länge gezogen wurde um überhaupt über die 200 Seiten zu kommen, denn der Fall an sich war schon früher aufgeklärt und am Ende dümpelt die Geschichte nur noch etwas vor sich hin. Toll fand ich aber wiederum wie die Autorin sehr ernsthafte Themen wie Krebserkrankungen oder Missbrauch fast wie selbstverständlich in eine witzige Geschichte einbringt und dabei weder moralisch ernsthaft, noch mit plattem oder stumpfem Humor aufzutrumpfen versucht.


    Fazit:
    Wie immer sehr lustig und liebevoll erzählt und ein netter Krimi-Humorhappen für zwischendurch, aber insgesamt leider nicht viel Neues von unserem Lieblingsermittler Franz Eberhofer aus Niederkaltenkirchen. :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertungHalb:

  • Haha, ja das liegt schon seit seinem Erscheinen vor zwei Monaten auf meinem imaginären Stapel ungelesener Bücher. Vielleicht bringts ja der Nikolaus? Oder ich schenke es meiner Frau zu Weihnachten – ganz uneigennützig selbstverständlich :santa: :rendeer: :santa: :rendeer: :santa: :uups:

  • :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:


    Der Provinzkrimi aus Niederkaltenkirchen - lippen- und gedankengetreu erzählt vom Franz - ist beste Unterhaltung und steckt voller Situationskomik. Der charmante Macho ermittelt wieder auf besondere Art und versucht sich selbst als Tatverdächtigen auszuschließen.


    Wird dies dem Birkenberger Rudi und ihm auch dieses Mal gelingen und können Sie den Fall lösen?


    Die Ermittlungsarbeiten und die Frage wer genau ist Paul, ein alter Bekannter der Oma, welcher plötzlich todkrank an Eberhofers Hof auftaucht und Grießklößchensuppe liebt, warten auf charmante und witzige Weise auf Auflösung. Die Story liest sich fließend, ist durch die kurzen Kapitel auch schnell mal was für Zwischendurch zum Weiterlesen und Spaß haben.


    Ein einfacher bayrischer Dialekt begleitet das Buch, was aber inhaltlich problemlos von jeden verstanden werde sollte und die ein oder andere Redewendung sehr humorvoll macht (ich komme aus dem Ruhrpott und hab kein Dialekt :0) ). Sein Kollege / Vorgesetzter Barschl wird nach einer Hochzeitsfeier am nächsten Morgen tot im Polizeihof aufgefunden. Barschl wurde von wenigen Kollegen wegen vieler Eigenarten nicht gemocht, besonders Franz und er hatten ihre Probleme und auch Auseinandersetzungen, manchmal auch handgreifliche. Franz gerät unter Tatverdacht, die Mordwaffe war auch noch sein eigener Hirschfänger.


    Und dann kommt Paul und treibt Papa Eberhofer in die Eifersucht. Ist die Oma doch tatsächlich mit diesem lieber auf Trallafitti statt die Jungs daheim zu versorgen.


    Wer genau ist Paul?

    Hat die Barschl ihren Mann getötet?

    Was sagt Susi zu Franz seinen Seitensprung mit der Witwe?


    Mit dabei wieder die liebgewonnen Charakteren aus den Teilen davor :


    - Der machohafte Kommissar mit dem schnellen Finger an der Waffe Franz Eberhofer

    - Die schnäppchenjagende Oma beste Köchin der Welt Magdalena Eberhofer

    - Der Beatles Verrückte und Dauerbekiffte Papa Eberhofer

    - Die Susi, die viel zu schade für den Franz ist

    - Der nervige Bruder Eberhofer mit seiner Thai-Frau Panida und der Kleinen in Franz Vernarrten (S)Uschi

    - Franz Hund der Ludwig

    - Dieser-Mann-Muss-Schöner-Werden Flötzinger, der notgeile Gas-Wasser-Heizungs-Pfuscher, dem selbst ein Saunaclub nicht zu schade ist

    - Die mit dem dritten Kind schwanger Mary Flötzinger

    - Der Bierversorger und Wirtskumpel Wolfi

    - Spurensicherer Karl der Stopfer aus Landshut, der seine Walburga heiratet

    - Detektiv und zickt wie ein Weib Birkenberger Rudi, ist halt auch irgendwie in Franz vernarrt und verzeiht ihm seine Fehltritte

    - Der Rückenfreihalter Richter Moratschek

    - Fleischbringer Metzger Simmerl, verheiratet mit seiner Gisela und dem Metzgersohns der Max

    - Die Dorftratsche Moshammer Liesl


    Dazu kommen noch


    - Paul, wer ist Paul?

    - Arschl-Baschl, das Opfer mit Todesfolge

    - die Ermittlerin Thin Lizzy

    - Felix Wimmer und Victor Grablonski, beide wurden vom Barschl in den Knast gebracht, haben sie diesen auf dem Gewissen?

    - Fräulein Hausladen

    - Ivana heißes Geschoss Barschl, die ihren Mann auf dem Gewissen hat, oder etwa nicht?

    - Landstreicher und Schachliebhaber Catweazle

    - Psychologischer Gutachter aus München und Franz auf Land Versetzer Dr. Dr. Sprechtl

    - Dorfarzt jetzt aber in Ruhestand Brunnermeier, des Lebens überdrüssig, außer es gibt eine Schachpartie zu spielen



    Am Ende gibt es wieder Rezepte von der Oma, die in den 240 Seiten gekocht wurden inklusiver Randnotizen vom Franz:


    Grießnockerlsuppe

    Forelle

    Pichelsteiner

    Kartoffelbratl

    Marillenknödel mit geschmolzener Butter


    Wenn die Rezepte allein nicht schon ein Grund sind, die Bücher zu kaufen.


    Viel Spaß beim Kochen und Lesen.


    Mein Fazit : Die Geschichte steckt voller Situationskomik und entlockt mir immer wieder Schmunzler, sie lässt sich flüssig und unterhaltsam lesen. Und als der Flötzinger auf die Idee kommt, mit seiner Frau Honeymoon in Gelsenkirchen zu machen, hab ich mich weggeschmissen. Ich liebe meine Heimatstadt (GE) über alles, aber diese in einem bayrischen Provinzkrimi wieder zu finden, damit hab ich nicht gerechnet :totlach:

    Es ist doch immer wieder schön die ersten Zeile eines Buches zu lesen und in eine neue Geschichte einzutauchen oder sich von den ersten Worten eines Hörspiels davon treiben zu lassen :montag:


    2019 : 6 Bücher :study: 2.113 Seiten // 3 Hörbücher:musik: 24 Stunden 53 Minuten

Anzeige