Rita Falk - Schweinskopf al dente

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Schweinskopf al dente

4.1|65)

Verlag: dtv Verlagsgesellschaft

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 240

ISBN: 9783423214254

Termin: Februar 2013

  • Kurzbeschreibung (Klappentext):
    Ein Psychopath geht um in Niederkaltenkirchen.
    Ekelhafte Sache, das mit dem blutigen Schweinskopf im Bett vom Richter Moratschek. Doch dieser Schweinskopf führt Franz Eberhofer direkt auf die Spur eines gefährlichen Psychopathen. Hannibal Lecter - ein Dreck gegen Dr. Küstner, der in Niederkaltenkirchen sein Unwesen treibt...


    Über die Autorin (von www.lovelybooks.de):
    Rita Falk, Jahrgang 1964, hat sich 2010 mit ihrem ersten Provinzkrimi um den Dorfpolizisten Franz Eberhofer, "Winterkartoffelknödel", in die Herzen der Leser geschrieben.
    Ihre Kindheit verbringt Rita Falk in Oberbayern, wo sie bei ihrer Großmutter aufwächst. Auch als Erwachsene ist sie ihrer Heimat treu geblieben und lebt heute mit ihrem Mann und drei Kindern in Landshut.


    Handlung:
    Gerade läuft alles so schön für den Franz Eberhofer: Er wurde zum Kommissar befördert, trägt stolz seine Uniform durch das niederbayerische Kaff Niederkaltenkirchen nahe Landshut spazieren, das Essen von der Oma schmeckt nach wie vor exzellent und sein geruhsamer Arbeitsalltag besteht aus den üblichen kleinen und leicht zu lösenden Problemchen. Da kommt ihm doch tatsächlich etwas dazwischen: Er wird zur Verstärkung einer Verhandlung ins Gericht nach Landshut gerufen. Der Psychologe Dr. Küstner soll seine Geliebte ermordet haben um an ihr Geld zu kommen. Er wird rechtmäßig verurteilt, dreht vollkommen am Rad, beschimpft alle Anwesenden und droht vor allem der guten Seele des Gerichts, Richter Moratschek, mit dem Tode. Ernst wird es für diesen tatsächlich, als Dr. Küstner kurze Zeit später aus der Haft entkommen kann. Mysteriöse Zeichen, z.B. ein Schweinskopf bei ihm im Bett, häufen sich und er befürchtet, dass sich der Psychopath grausame Rachetaten an ihm verüben will. Da der Franz so ein guter Kerl ist, nimmt er den völlig verstörten Richter Moratschek kurzerhand mit zu ihm nach Hause um ihn besser schützen zu können. Dabei ist natürlich Chaos vorprogrammiert...


    Meine Meinung:
    Mal ehrlich! Wer einen Franz Eberhofer-Krimi von Rita Falk liest, erwartet nicht wirklich einen kniffligen Kriminalfall, kompetent arbeitende Ermittler und einen Workaholic als Protagonisten. Nein, wer die ersten beiden Bücher kennt, der weiß, was ihn erwartet und an diesem Konzept hat die Autorin auch nichts geändert: dörfliche Atmosphäre, stark übertrieben gezeichnete Personen und einen supersympathischen Polizisten, dem eigentlich das Bier beim örtlichen Wirt Wolfi und das Rahmgulasch von der Oma mehr interessiert als seine Arbeit, die er meist papierfliegerbauend, kaffeetrinkend und streitend mit dem werten Herrn Bürgermeister hinter sich bringt.


    Auch "Schweinskopf al dente" ist, genauso wie "Winterkartoffelknödel" und "Dampfnudelblues", in der Ich-Form aus der Sicht von Franz geschrieben. Dieser redet immer noch wie ihm der Schnabel gewachsen ist, wobei man schon ganz klar merkt, dass er ein echter Bayer ist. Aber gerade seine natürliche Ausdrucksweise macht die Bücher mitsamt seinen witzigen Personen so sympathisch. Genauso wie die fehlende politische Korrektheit, die man nicht mal mit der Lupe finden wird wenn z.B. die Oma am Vietnamesenmarkt lautstark, die ganzen "Japsen" erwähnt, sämtliche Italiener am Strand sowieso nur flanierende Hallodris sind oder der Franz ganz froh ist, dass das Todesopfer bei einem Autounfall schon älter ist, da ihm so wahrscheinlich Unannehmlichkeiten wie ein künstlicher Ausgang erspart bleiben. :totlach:


    Dass diese Reihe im Humor-Genre besser angesiedelt ist als im Krimi-Bereich, davon zeugt auch die Tatsache, dass sich die Handlung im dritten "Fall" von Franz Eberhofer noch mehr in Richtung Comedy verschiebt und mit Polizeiarbeit oder Ermittlungen eigentlich gar nichts mehr zu tun hat. Es gibt noch mehr Situationskomik als in der Vorgängern und wenn der Franz mit seiner geliebten Oma im Baumarkt unterwegs ist weil es dort 20% auf Elektrogeräte gibt und der Mitarbeiter des Marktes darauf besteht, dass ein Alibert ein Sanitärartikel ist, die Oma und der Franz aber anderer Meinung sind, bleibt kein Auge trocken. Genausowenig als die ganze Sippe inclusive Freunde nach Italien in der Urlaub fährt um Franz' Ex-Freundin Susi von ihrem italienischen Freund zurück in die Provinz zu holen oder wenn der Papa vom Franz im vorübergehenden Mitbewohner Richter Moratschek einen neuen besten Freund findet mit dem er nächtelang bei Joints und Rotwein seine geliebten Beatles hören kann. Und natürlich sind auch sonst alle liebgewonnenen Personen mit dabei: Der Metzger Simmerl, der "Heizungspfuscher" Flötzinger, der humorlose Bruder Leopold, dessen halbthailändliche Tochter "Sushi" und und und. Dass es am Ende auch wieder ein Glossar, Omas Rezepte und eine, dieses Mal sehr außergewöhnliche, Danksagung gibt soll nicht unerwähnt bleiben.


    Fazit: Ein Buch zum Lachen und zum Wohlfühlen, gute Laune garantiert. Ich habe wieder viel Spaß gehabt mit dem Franz und freue mich sehr auf weitere Fortsetzungen. :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

  • Danke Kapo.
    Ich habe noch etwas mit mir gehadert, aber nach deiner Rezi werde ich mir den dritten Teil auf alle Fälle holen.

  • Ein Buch zum Lachen und zum Wohlfühlen, gute Laune garantiert. Ich habe wieder viel Spaß gehabt mit dem Franz und freue mich sehr auf weitere Fortsetzungen.

    Und ich hab mich sehr über deine tolle Rezension gefreut, die ich schon erwartet hatte. Ich habe ja "Schweinskopf al dente" eigentlich aus Gründen des SUB-Abbaus wieder abbestellt, aber... :-kO:-)

  • Ich habe vorhin "Schweinskopf al Dente" beendet, mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Der Humor ist einfach pfundig, aber man hats halt so schnell ausg´lesn, gell.
    Wer sich beim 1. und 2. Teil schon weggeschmissen hat, für den ist hier beim dritten Band zugreifen ja geradezu Pflicht! Eine nebensächliche Kriminalstory, herrlich schrullige Charaktere, ein Lacher nach dem anderen...was will man mehr? Ich würde sagen: einen vierten Teil! :loool:
    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Für den Franz könnte es nicht besser laufen, vor kurzem wurde er zum Kommissar befördert und trägt stolz seine Uniform mit den silbernen Sternen zu Schau, sein Arbeitsalltag verläuft bescheiden ruhig und das Essen von der Oma wie immer ein Gedicht, wenn man davon absieht, dass gerade Fastenzeit ist. Doch dann wird Franz nach Landshut berufen, als Verstärkung in der Gerichtsverhandlung um Dr. Küstner. Aus Geldgier soll der Psychologe seine Frau ermordet haben. Nachdem Richter Moratschek das Urteil bekannt gegeben hat, gerät Dr. Küstner außer sich und schwört den Anwesenden, insbesondere dem Richter, Rache. Auf dem Weg ins Gefängnis gelingt dem Verurteilten tatsächlich die Flucht. Kurz darauf entdeckt der Richter einen blutigen Schweinskopf in seinem Bett und hat nun allen Grund zur Sorge um sein Leben. Kurzerhand quartiert sich Moratschek bei den Eberhofers ein und als wäre das nicht schon genug Stress für den Franz, kündigt sich auch noch sein schleimiger Bruder inklusive Familie für mehrere Tage an...


    In bewährter Manier präsentiert uns Rita Falk ihren dritten Band um Franz Eberhofer: mit ländlicher Atmosphäre, liebenswerten Charakteren und viel Humor. Wie immer berichtet die Autorin die Geschehnisse aus der Ich-Perspektive des Franz, dessen vorschnelles Mundwerk nur allzu bekannt aus den Vorgängerbänden ist, doch diese Eigenschaft macht ihn noch sympathischer, denn das Herz sitzt bei ihm einfach am rechten Fleck. Neben der Mörderjagd und dem Einzug von Richter Moratschek auf dem Eberhofer'schen Hof, sitzt dem frisch gebackenen Kommissar auch noch der Bürgermeister im Nacken. Angeblich sei sein Büro von Termiten befallen, weshalb er es eine Weile nicht betreten könne, zumindest solange nicht, bis die Susi wieder an ihrem alten Arbeitsplatz säße. Franz hat die Schnauze gehörig voll und als sich auch noch sein Bruder samt Kind und Kegel für ganze zwei Wochen ankündigt, reist er kurzentschlossen samt Oma, Richter Moratschek, dem Papa und den Beatles im Gepäck an den Gardasee. Dass sich Dr. Küstner noch immer auf freiem Fuß befindet, gerät dabei in Vergessenheit und genau das wird dem Franz zum Verhängnis.


    Am amüsantesten finde ich immer die Szenen mit der Oma, z. B. beim Einkaufen in einem Praktiker-Markt, wo es 20% auf Elektrogeräte gibt und der Verkäufer partout nicht einsehen will, dass auch ein Alibert ein Elektrogerät sei. Da muss der liebe Enkel dann auch schon mal zu drastischeren Mitteln greifen um Überzeugungsarbeit zu leisten. Beim Kurzurlaub in Italien ist natürlich Chaos vorprogrammiert, wenn sich auch noch das halbe Dorf mit auf die Reise begibt. Warum sich alle ausgerechnet dorthin begeben hat einen guten Grund, schließlich gilt es, eine liebe Freundin in die Heimat zurückzuholen oder besser gesagt Franz' Aufgabe ist dies. Mehr will ich an dieser Stelle aber nicht verraten! Lieber zurück zu Dr. Küstner und seinen Racheplänen, die sogar Spannung aufkommen lassen. Allzu lange kann der Leser allerdings nicht ernst bleiben, denn Franz' kuriose Ideen, wie er dem Psychologen das Handwerk könnte sind einfach zu komisch!


    Auch bei Rita Falks drittem Buch "Schweinskopf al dente" bleibt kein Auge trocken. Obwohl man die Romane nicht unbedingt als Krimi bezeichnen kann, begeistert mich die Autorin mit ihrem Humor und den liebenswerten Charakteren immer wieder aufs Neue! Vor allem ohne die Oma hätten die Bücher wohl nur halb so viel Charme. Im Anhang finden sich wieder die besten Rezepte der Oma zum Nachkochen und den Andeutungen am Schluss nach zu urteilen darf man sich auf einen weiteren Band mit den Eberhofers freuen!


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Ich bin durch Zufall auf dieses Buch gestoßen, ich kannte die ersten beiden von Falk nicht. Wobei ich es als Hörbuch aus der Bücherei ausgeliehen habe.
    Es stand dort unter der Rubrik "Krimi". Da gebe ich meinen Vorschreiberinnen hier Recht, es gehört viel eher in die Rubrik "Humor".
    Wenn man sich erst einmal damit abgefunden hat, dass man keinen Krimi erwischt hat, ist es wirklich spaßig und ein Genuss. Schrullige Charaktere, witzige Dialoge, Situationskomik und ein trocken-schräger Humor, der mir sehr gefallen hat. Das i-Tüpfelchen beim Hörbuch war für mich Christian Tramitz, der es einfach wunderbar gelesen hat.
    Die Szene mit dem Alibert fand ich übrigens auch köstlich, auch, dass der später zu tief im Bad hing und wie Franz das kommentierte.
    Der einzige "Nachteil" bei dem Buch war, dass so oft von Omas Kochkünsten die Rede war und ich mich echt beherrschen musste, nicht ständig den Kühlschrank anzusteuern.


    grüße von missmarple

  • Klappentext:


    Ein Psychopath geht um in Niederkaltenkirchen... Ekelhafte Sache, das mit dem blutigen Schweinkopf im Bett von Richter Moratschek. Doch dieser Schweinskopf führt Franz Eberhofer direkt auf die Spur eines gefährlichen Psychopathen. Hannibal Lector - ein Dreck gegen Dr. Küstner, der in Niederkaltenkirchen sein Unwesen treibt.


    Meine Meinung:


    Nein, ein Krimi im klassischen Sinn ist es sicherlich nicht, den Rita Falk da präsentiert. Aber der 3. Band der Franz-Eberhofer-Reihe ist trotzdem ein sehr unterhaltsamer Lesegenuss mit einigen überraschenden Wendungen. Die Autorin hat ein tolles Gefühl für Sprache und für die bayrische Mundart. Die einzelnen Figuren sind liebevoll und vielschichtig beschrieben, die Handlung ist unterhaltsam und hat schöne Schlenker. Es gibt einige Running Gags, die mich mehrfach laut lachen ließen. Und die Hauptfigur ist so grund-sympathisch, dass man einige fragwürdige Aktionen (eingefleischten Krimifans und Kennern der Polizeiarbeit dürften die Haare zu Berge stehen), gerne verzeiht.


    Fazit: Mir hat das Buch wirklich sehr gut gefallen und ich habe Lust, nun auch die anderen Teile der Reihe zu lesen.

    Da es der Gesundheit förderlich ist, habe ich beschlossen, ab heute glücklich zu sein (Voltaire)

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