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Virginia Woolf - Ein eigenes Zimmer/ A Room of One's Own

Ein eigenes Zimmer

4.3 von 5 Sternen bei 9 Bewertungen

Verlag: RH Audio Editionen

Bindung: Audio CD

Laufzeit: 00:04:40h

ISBN: 9783866045200

Termin: April 2007

  • Originaltitel: A Room of One's Own


    Amazon-Kurzbeschreibung:
    Mit ihrem berühmten Essay aus dem Jahr 1929 zum literarischen und politischen Feminismus ist Virginia Woolf zu einer Symbolfigur der internationalen Frauenbewegung geworden Auf ihre ganz eigene, erzählerisch-essayistische Weise untersucht sie Fragen, die sie und ihre Generation bewegten: Warum haben Töchter aus gebildetem Haus nicht die gleichen Möglichkeiten zur Universitätsausbildung wie ihre Brüder? Warum sind Bücher über Frauen fast ausschließlich von Männern geschrieben? Was brauchen Frauen, um ihre Begabungen einsetzen zu können?


    Männer schreiben über Männer. Männer schreiben über Frauen. Frauen schreiben - fast gar nicht (bis auf Ausnahmen wie z.B. Jane Austen oder die Brontes).
    Von 12 namentlich genannten bekannten englischen Schriftstellern waren neun Akademiker und alle bis auf einen (Keats) von Hause aus vermögend.
    Um Bücher zu schreiben braucht man ein Vermögen von ca. 500 Pfund im Jahr und ein eigenes Zimmer.
    Geld, das eine verheiratete Frau besaß oder verdiente, gehörte bis 1882 ihrem Ehemann.
    Soweit einige Schlagworte, die mir herausragend im Gedächtnis geblieben sind.


    Der Essay beruht auf Vorträgen, die Virginia Woolf 1928 gehalten hat, auch im Buch spricht sie Leser (Hörer) direkt an. Zu dieser Zeit gab es zwei Colleges, die Frauen zuließen, allerdings durften sie noch keinen Abschluss machen und mussten in abgetrennten Bereichen der Hörsäle sitzen. Erst zehn Jahre zuvor hatten Frauen sich das Wahlrecht erkämpft und durften seitdem einen Beruf ausüben.
    Es war für Frauen nicht mehr unmöglich, schriftstellerisch zu arbeiten, doch war ihnen nicht der gleiche Erfolg beschieden wie den Männern. Auch stellt Woolf fest, dass Frauen vor allem Romane schrieben und sich nicht in die von ihr höher geschätzten Genre der Sachbücher (Philosophie, Geschichte, Reiseberichte) trauten.
    Zu Virginia Woolfs Zeit beschränkte sich der Lebenskreis von Frauen im allgemeinen auf den privaten Bereich. Sie waren ausgelastet mit Haushalt und Kindern, besaßen kaum Privatsphäre, so dass das eigene Zimmer sinnbildlich für eine neue und selbstbewußte Form weiblicher Arbeit steht. Woolf appelliert an die Frauen, eine eigene Form des Schreibens zu finden und Frauen in ihrer Alltäglichkeit zu Protagonistinnen zu machen.


    Ein (glücklicherweise) nicht mehr in jeder Aussage aktuelles Buch, aber gesellschaftlich wichtig - hätte es nicht kämpferische Frauen wie die Woolf gegeben, würden wir heute nicht da stehen, wo wir sind.
    Das Buch lag jahrelang auf meinem SUB. Ob ich es in absehbarer Zeit gelesen hätte? Eher nicht. Es ist sehr komplex, angefüllt mit Informationen, Gedanken und Bildern, es beschreibt Beobachtungen, reflektiert, appelliert.
    Dass es mir von Erika Pluhar vorgelesen wurde, die streckenweise las, als würde sie es gerade selbst schreiben, machte es zu einem Vergnügen, Woolfs Gedanken zu folgen. Einerseits. Andererseits hat gerade dieses Buch als Hörbuch einen Nachteil: Man kann nicht, wie beim Papierbuch, im Register nach Namen, Zitaten und geschichtlicher Hintergrundinformation blättern, wenn man einen bestimmten, von Woolf genannten Autor oder ein historisches Ereignis nicht kennt.


    Marie

    Bücher sind auch Lebensmittel (Martin Walser)


    Wenn du einen Garten und eine Bibliothek hast, wird es dir an nichts fehlen. (Cicero)




  • Dass es mir von Erika Pluhar vorgelesen wurde, die streckenweise las, als würde sie es gerade selbst schreiben, machte es zu einem Vergnügen,...


    Das kann ich nur unterschreiben! Ich war gestern bei einer Lesung von Erika Pluhar, diese Frau hat eine so tolle, einzigartige Stimme - auch live und ohne Mikrofon! :applause:

    Herzliche Grüße
    Rosalita


    :study:
    Wenn das Schlachten vorbei ist - T.C. Boyle


    *Life is what happens to you while you are busy making other plans* (Henry Miller)

  • Mich hat dieses Hörspiel sehr berührt und ich kann auch die Argumentation sehr gut nachvollziehen. Meiner Meinung nach ist es zu Recht ein wichtiger Wegbereiter der Emanzipation und hat doch auch seine Aktualität nicht verloren, da sich die gesellschaftlichen Strukturen noch nicht gänzlich verändert haben.

  • Squirrel

    Hat den Titel des Themas von „Virginia Woolf - Ein eigenes Zimmer [Hörbuch]“ zu „Virginia Woolf - Ein eigenes Zimmer/ A Room of One's Own“ geändert.