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Bernhard Aichner - Der Fund

Der Fund

4.8 von 5 Sternen bei 6 Bewertungen

Verlag: btb Verlag

Bindung: Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 352

ISBN: 9783442757831

Termin: September 2019

  • Kurzmeinung

    SaintGermain
    Spannendes, aber vorhersehbares Krimidrama in ungewöhnlichem Schreibstil, aber kein Thriller

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  • Kurzbeschreibung (Quelle: amazon)

    Warum musste Rita sterben? Wer hat die Supermarktverkäuferin, die doch nie jemand etwas zuleide getan hat, auf dem Gewissen? Hat die 53-jährige wirklich ihr Todesurteil unterschrieben, als sie eines Tages etwas mit nach Hause genommen hat, was sie besser im Laden gelassen hätte? Offiziell ist der Fall abgeschlossen – aber da ist einer, der nicht aufgibt. Ein Polizist, der scheinbar wie besessen Fragen stellt – und Ritas Tod bis zum Ende nicht akzeptieren will…

    Autor (Quelle: amazon)

    Bernhard Aichner (geb. 1972) lebt als Schriftsteller und Fotograf in Innsbruck/Österreich. Aichner schreibt Romane, Hörspiele und Theaterstücke. Für seine Arbeit wurde er mit mehreren Literaturpreisen und Stipendien ausgezeichnet. Nach den Spannungsromanen Nur Blau (2006) und Schnee kommt (2009) erschienen bei Haymon die Max-Broll-Krimis Die Schöne und der Tod (2010), Für immer tot (2011) und Leichenspiele (2012). Totenfrau ist der erste Thriller, der bei btb erscheint. Für die Recherche dazu arbeitete Aichner ein halbes Jahr bei einem Bestattungsinstitut als Aushilfe.


    Inhalt

    s. Kurzbeschreibung

    Daten zum Buch

    Verlag: btb Verlag

    ISBN: 3442757835

    Preis Gebundenes Buch: 20,00 Euro

    Preis Kindle: 14,99 Euro

    Beurteilung

    Das Cover sehr schlicht - typisch für Bernhard Aichner.
    Habe bereits einige Bücher von ihm gelesen u.a. die Totenfrau-Trilogie und war immer sehr angetan vom spannenden Schreibstil des Autors.
    Wie Sebastian Fitzek schon auf dem Cover anmerkt:
    "Keiner schreibt wie Bernhard Aichner. Ganz Toll. Unverwechselbar!"
    Und wieder wurde ich nicht enttäuscht. Im Gegenteil: Ich finde, es ist sein bestes Buch.
    Der Schreibstil des Autors ist zunächst -wie immer- etwas gewöhnungsbedürftig. Die kurzen, knappen Sätze finde ich -sicher auch ein Markenzeichen des Autors – total genial und angenehm zu lesen. Ebenso der Wechsel der Schreibstile bzw. der Perspektiven machen dieses Buch einmalig. Er wechselt von der Gegenwart – nach dem Tode der Protagonistin – zu Rückblicke in die Vergangenheit. Dann die Verhörprotokolle des Ermittlers, der bis zum Schluss namenlos bleibt. Toll gemacht. Die Spannung wird immer aufrechterhalten und man verliert nicht den Überblick.
    Spannung vom ersten bis zum letzten Satz. Und ein total überraschendes Ende.

    Fazit

    Das Buch „Der Fund“ hat mich total begeistert. Ich kann diesen genialen Thriller nur uneingeschränkt weiterempfehlen. Wer bis jetzt kein Aichner-Fan war, wird es mit diesem Buch sicher werden.

    Von mir :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Danke Maharaven! Ich kenne den Autor noch nicht. Das Buch ist nun auf meiner Wunschliste. Klingt gut!


    Es ist ein ewiger Zwiespalt: arbeitet man am Abbau des SuB oder am Abbau der WL?




  • Rita, eine 53-jährige Supermarktangestellte, entdeckt in der Bananenlieferung fast 13 kg Kokain. Anstatt es zu melden, nimmt sie es an sich. Sie will damit ein neues Leben beginnen. Einige Wochen später ermittelt ein Polizist, um den Tod von Rita aufzuklären.

    Das Cover des Buches kommt unscheinbar daher, absolut unauffällig und nichtssagend. Gut gemacht hingegen finde ich, dass die Seiten am Rand gelb sind, so fällt das Buch dann doch auf.

    Der Schreibstil des Autors ist ja mittlerweile bekannt: Sehr kurze, knappe Kapitel und noch kürzere und knappere Sätze sind sein Markenzeichen. Dieser Schreibstil ist für einen Thriller/Krimi doch recht ungewöhnlich und man benötigt seine Zeit sich daran zu gewöhnen.

    Das Buch erzählt abwechselnd zwischen Ritas Erlebnissen und einem "Verhör" eines namenlosen Polizisten, der die Untersuchungen leitet. Auch dieses Verhör ist wieder in einem sehr ungewöhnlichen Schreibstil, denn es ist ein reiner Dialog.

    Die Personen werden gut dargestellt, auch wenn sich dies nur auf einige Personen bezieht.

    Der Plot an sich ist interessant, aber doch im Großteil sehr vorhersehbar, sodass mich nur wenig überraschen konnte.Nichtsdestotrotz konnte ich das Buch aber auch nicht weglegen und wollte unbedingt weiterlesen. Die ganze Geschichte kann man zwar als Krimi verkaufen, für mich erzählt es aber eher ein Drama - und dieses Genre wäre hier besser gewählt, auch wenn der Autor natürlich Thriller schreibt bzw. schreiben will. Das Genre "Krimi-Drama" wäre also sehr viel passender.

    Nicht schlüssig war für mich der Tod des Zahnarztes mit dem der Polizist ja noch geredet hat - den Todeszeitpunkt konnte ich so nicht wirklich einordnen und verwirrte mich ein wenig.

    Und ein Folgefehler ist mir noch dazu aufgefallen: Rita erzählt, dass sie bei Bachmair geraucht hat, und er nichts dagegen hatte, obwohl er strikter Nichtraucher ist. Als aber ca. 50 Seiten danach Bachmair zu Rita in die Wohnung kommt, raucht er sich gemütlich eine Zigarette an.

    Fazit: Spannendes, aber vorhersehbares Krimidrama in ungewöhnlichem Schreibstil, aber kein Thriller. 4 von 5 Sternen


  • grandioser Thriller - nur für starke Nerven

    Der Schreibstil ist ungewöhnlich - macht aber das Buch für mich gerade deswegen so toll gelungen/interessant.

    Von Anfang an gibt es einen sehr hohen Spannungsbogen der das ganze Buch hindurch aufrecht gehalten werden kann - das Ende selber ist überraschend (aber dennoch logisch und schlüssig, was mir persönlich immer besonders wichtig ist).

    Der Ermittler hat mir besonders gut gefallen - mit seiner Art war er mir sehr sympathisch.



    Meiner Meinung nach ist dieses Buch ein Volltreffer des Autors geworden - wenn man den Autor bereits kennt, weiß man auch was man zu erwarten hat (hinsichtlich Schreibstil und Details).



    Ich freue mich schon auf weitere Bücher des Autors.

  • Meriva_3010 Es wäre schön, wenn Du die Zeichengröße Deiner Beiträge kleiner halten würdest. Es ist nicht nötig, schriftlich zu "schreien". Danke :wink:

    viele Grüße vom Squirrel

    :study: Rafik Schami - Die dunkle Seite der Liebe


  • Der etwas andere Thriller!


    Rita Dalek ist 53 Jahre alt und arbeitet nach einigen Schicksalsschlägen in einem Supermarkt. In einer Kiste Bananen entdeckt Rita eines Tages einen verhängnisvollen Fund, den sie kurzerhand mit nach Hause nimmt. Kurze Zeit später ist Rita tot. Ein Kripobeamter untersucht ihren Tod und stellt anhand von Befragungen die letzten Wochen vor Ritas Ableben nach.



    Der Schreibstil von Bernhard Aichner liest sich so zügig und schnell, dass ich das Buch an einem Sonntagnachmittag durch gelesen habe. Dies wohl auch, weil Aichner knapp, zeitweise fast abgehackt und rasant schreibt und die Geschichte erzählt.

    Der Aufbau der Geschichte ist so gestaltet, dass abwechslungsweise Befragungen und die Handlung in der Gegenwart erzählt werden. Die Befragungen werden von einem Kripobeamten geführt und befragt werden die verschiedensten Personen aus dem Umfeld von Rita. Nach und nach erfährt man so, was geschehen sein könnte. Zeitweise habe ich mich stark an das Spiel " Black Stories " erinnert. Meist wird im Kapitel gleich danach, in der Gegenwart, Teile der Befragung in die Handlung aufgenommen. Und dabei ertappt man die eine oder andere Figur beim Lügen oder Ausschmücken von Tatsachen. Was grossen Unterhaltungswert hat.

    Die Handlung entwickelt sich nach und nach in einer Richtung, die ich als überraschend empfand und die mich gefesselt hat. Vor allem der Schluss hat mich so umgehauen, dass ich gedacht habe " wie clever, Herr Aichner, wie clever "....

    Die Hauptfigur Rita tat mir leid. Gezeichnet von einem Leben mit vielen, tragischen Schicksalsschlägen, versucht sie durch einen verhängnisvollen Fund, ein Quäntchen Glück, Reichtum, Anerkennung, Liebe und Aufmerksamkeit zu erhaschen. Die Figur Rita ist zu Beginn sehr düster gezeichnet, macht jedoch eine enorme Entwicklung durch und wird stark und willensstark, wächst über sich hinaus.


    " Der Fund" ist, typisch Bernhard Aichner, ein etwas anderer Thriller und hebt sich sehr gut aus dem Thriller Einheitsbrei heraus.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Der Lebensweg der 53-zig jährigen Rita ist traumatisch und beschwerlich, hat sie von einer aussichtsreichen Schauspielkarriere, über eine Tätigkeit als Krankenschwester bis zur Verkäuferin in einem Supermarkt geführt. Verbittert, jedoch mit noch so einigen verborgenen Lebenswünschen im Kopf packt sie Bananenkarton aus und findet Kokain. Der Anfang vom Ende von Ritas Leben? Denn sie behält den Karton mit 12,5 Kilogramm Heroin, wie sie später anhand ihrer Küchenwaage feststellt, und sie will ihn in Geld umwandeln, denn hier ist ihre letzte Chance auf ein bisschen Glück. Daran glaubt sie ganz fest.



    Eigenwillig in seiner Erzählweise, mehr Kriminalroman als Thriller und doch zieht Bernhard Aichner‘s „Der Fund“ in seinen Bann und lässt nicht mehr los. Geschickte Manipulationen des Autors, die Geschichte einer vom Schicksal gebeutelten Frau, die weder aufgesetzt noch allzu rührselig erzählt wird, machen die Verstorbene zur Sympathieträgerin. Als Leser begeht man ebenso wie die Protagonistin viele Fehler in der Grauzone der Legalität. Einfach weil man ihr ein wenig Glück wünscht.

    Der Aufbau des Romans, besteht zu großen Teilen aus Dialogen von Ermittler und Zeugen sowie Rückblenden und Konstruktionen der Geschehnisse, teils aus Ritas Sicht, teils aus Sicht des Ermittlers. Der stete Wechsel und die kurzen prägnanten Sätze und Kapitel trugen dazu bei, das ich das Buch nicht mehr aus den Händen legen konnte und wollte.

    Ich möchte nicht allzu viel verraten, jedoch ist dieser Thriller mit Abstand der Beste, den ich in den letzten Monaten lesen durfte.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Ich finde ja Bernhard Aichners Stil immer sehr eigenwillig und ich bin mir jedesmal wieder nicht sicher, ob ich ihn mag. Es geht mir, wie euch, immer so, dass ich die Bücher kaum aus der Hand legen kann, weil sie in so kurzen und zackigen Sätzen geschrieben sind, aber es ist immer eine Mischung aus gespannt und genervt sein.


    "Der Fund" klingt wieder sehr vielversprechend, aber ich bin nicht sicher, ob ich es lesen möchte. :-k

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