Volker Klüpfl/Michael Kobr - Kluftinger

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Kluftinger

4.1|13)

Verlag: Ullstein Hardcover

Bindung: Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 480

ISBN: 9783550081798

Termin: April 2018

  • Die Autoren (Quelle: Amazon)

    Michael Kobr und Volker Klüpfel kennen sich schon länger, als sie sich nicht kennen: seit ihrer gemeinsamen Schulzeit im Allgäu-Gymnasium in Kempten. Zwar waren sie nie gemeinsam in einer Klasse (Kobr ist Jahrgang 73, Klüpfel 71), aber sie verband ein gemeinsamer Freundeskreis – und die Liebe zur deutschen Sprache. Klüpfel studierte Politik in Bamberg und wurde Journalist, Kobr studierte Germanistik in Erlangen und arbeitete zunächst als Realschullehrer. Inzwischen sind sie beide Vollzeit-Autoren – vor allem durch die Krimis mit Kommissar Kluftinger bekannt. Doch die beiden haben auch ohne den grantigen Allgäuer reüssiert: mit dem Urlaubsroman „In der ersten Reihe sieht man Meer“. Meer bzw. mehr davon wird demnächst folgen. Auf ausgedehnten Lesetouren sind die beiden in ganz Europa unterwegs – überall da, wo man sie versteht oder, wo ihre Bücher als Übersetzungen zu haben sind.


    Produktinformation

    • Gebundene Ausgabe: 480 Seiten
    • Verlag: Ullstein Hardcover (27. April 2018)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 3550081790
    • ISBN-13: 978-3550081798


    Lebensgefahr!

    Es geschah, als Kluftinger mit seiner Familie an der Feier zu Allerheiligen auf dem Altusrieder Friedhof teilnahm. Da sah er es zum ersten Mal….

    Als er es später holen wollte, war es weg. Eine alte Frau, die diese Kreuze an ihren Bestimmungort brachte, hatte auch dieses dabei…

    Zunächst dachte Kluftinger ja an einen üblen Scherz, aber bald wurde ihm klar, dass das keiner war…

    Zumal auch noch Sterbebildchen mit seinem Konterfei in der Kirche auftauchten…

    Insgesamt drei Männer hatte er im Verdacht, ihm etwas antun zu wollen, sich an ihm rächen zu wollen…

    Und dann gab es auch noch einen Fall in Garmisch, der sehr einem seiner früheren Fälle ähnelte…

    Außerdem musste noch herausgefunden werden, wer der Maulwurf war, der dem Verbrecher dieses Falles – den Kluftinger nicht wirklich abschließen konnte – Informationen gab…

    Und zwischen den ganzen Kapiteln aus der Gegenwart gab es auch noch solche aus Kluftingers Vergangenheit…

    Was sah Kluftinger zum ersten Mal an Allerheiligen? Was war das, das plötzlich weg war? Warum hatte die alte Frau das weggebracht? Was stand da drauf? Wieso glaubte Kluftinger an einen bösen Scherz? Und wieso und wann wurde ihm klar, dass es keiner war? Wie kamen die Sterbebildchen in die Kirche? Wer könnte sich an Kluftinger rächen wollen? Wer ihn töten wollen? Was war das für ein Fall in Garmisch? Und inwiefern ähnelte er einem der seinen? Wer war der Maulwurf? War er in Garmisch? War er in Kempten? Was gab es aus Kluftingers Vergangenheit zu berichten? Alle diese Fragen – und noch viel mehr – beantwortet dieses Buch.


    Meine Meinung

    Auch dieser Kluftinger-Krimi von Volker Klüpfel und Michael Kobr hat mich voll und ganz in seinen Bann gezogen. Er ließ sich leicht und flüssig lesen, und war auch unkompliziert geschrieben, Keine Fragen nach dem Sinn von Worten oder gar ganzen Sätzen. In der Geschichte war ich schnell drinnen. Und auch in die Protagonisten konnte ich mich gut hineinversetzen. Dass Kluftinger zunächst an einen üblen Scherz glaubte, kann ich sehr gut verstehen. Und dass er, als er merkte, dass das keiner war, das selbst aufklären wollte, verstehe ich auch. Sehr gut gefallen haben mit die Kapitel über Kluftingers Vergangenheit, die sich durch eine andere Schriftart sehr gut hervorhoben. Auch wurde man kurz zuvor eigentlich immer gleich darauf aufmerksam gemacht, dass jetzt wieder die Vergangenheit erwähnt würde. Natürlich geriet Kluftinger auch in diesem Buch in Lebensgefahr, sogar zweimal! Was man in diesem Buch auch erfährt, sind Kluftingers Vornamen. Dieser Krimi hat mich überzeugt und ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt. Er war spannend und fesselnd und hat mir die Gefährlichkeit des Berufs eines Kriminalpolizisten deutlich gemacht. Denn genau so etwas kann durchaus passieren. Von mir bekommt dieses Buch eine Lese-/Kaufempfehlung sowie volle Bewertungszahl.

  • Das steht u.a. im Klappentext. :-,

    Den ich hier jetzt mal einkopiere, damit man überhaupt kapiert, worum es in diesem Buch eigentlich geht::idea:


    Kurzbeschreibung (Quelle: amazon)


    Endlich Opa! Kommissar Kluftingers Freude über sein erstes Enkelkind wird schnell getrübt: Auf dem Friedhof entdeckt er eine Menschentraube, die ein frisch aufgehäuftes Grab umringt, darauf ein Holzkreuz – mit seinem Namen. Nach außen hin bleibt Kluftinger gelassen. Als jedoch eine Todesanzeige für ihn in der Zeitung auftaucht, sind nicht mehr nur die Kollegen alarmiert – sein ganzes Umfeld steht Kopf. Um dem Täter zuvorzukommen, muss der Kommissar tief in seine eigene Vergangenheit eintauchen. Doch die Zeit ist knapp, denn alles deutet darauf hin, dass Kluftingers angekündigter Tod unmittelbar bevorsteht.

    "Books are ships which pass through the vast sea of time."
    (Francis Bacon)
    :study:
    Paradise on earth: 51.509173, -0.135998

  • Ein würdiges Jubiläum



    Ich bin mit gehörigen Erwartungen an dieses Buch heran gegangen. Kluftinger war mir ein Begriff – wenngleich auch ein vager. Vor vielen Jahren hatte ich „Milchgeld“ gelesen, den ersten Band der Kultreihe. Davon ist mir noch ein Eindruck von teils bissigem Humor und einer eher untergeordneten Kriminalhandlung geblieben. Nun wurde „Klufti“ also 15 Jahre alt – Klufti als Produkt natürlich. Mir war klar, dass das Buch in irgendeiner Hinsicht besonders sein würde. Meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht; eher noch übertroffen.


    Ich möchte über die „Handlung an sich“ nur am Rande sprechen – denn auch für das Buch als solches steht sie nicht wirklich im Vordergrund. Ein Kennzeichen der Reihe scheint geblieben zu sein, dass die Krimis eher eine Art „Bühne“ abgeben für allerlei Humoristisches, teils Kluftinger, teils das Allgäu und die Polizeiarbeit betreffend.


    Schon das Eröffnungskapitel platzt beinahe vor satirischem Witz. Kluftinger macht an Allerheiligen mit seiner Familie den traditionellen Spaziergang über den Friedhof, trifft Nachbarn, ratscht, zeigt stolz seinen Enkel her – und entdeckt, Kreuzkruzifix, sein eigenes Grab, offenbar von jemandem angelegt, der ihm übel will. Selbstverständlich endet die Veranstaltung im Wirtshaus, wo die Seitenhiebe auf Klufti prasseln, und erste Gedanken bezüglich des Täters geschmiedet werden.


    Das ist das Grundmotiv, und ich finde es für einen Jubliäumsband gut gewählt. Kluftinger selbst steht im Fokus eines Verbrechens – eines geplanten, wohlgemerkt. Alle paar Kapitel ergibt sich ein neuer Verdacht, wer dahinter stecken könnte. Insgesamt drei bis vier ehemalige Straftäter werden so im Buch erwähnt. Jedesmal ist das ein Anlass für eine Rückblende – wie kam es zur Verstrickung Kluftingers in die jeweilige Angelegenheit? Ein weiteres Merkmal des Jubiläumsbandes – wir erfahren viel über den Kommissar, aus seiner Jugend, seiner Laufbahn, seinem Privatleben.


    Der Krimi schreitet dabei eher gemächlich voran – nicht unspannend, aber doch ohne große Dramatik. Erst im letzten Viertel zieht das ein wenig an. Es gibt zwei versuchte Anschläge auf Kluftinger, und der Verdächtige wird auch gefasst. Aber das Ende bleibt dennoch offen; einige Fäden sind noch nicht geklärt. Sehr geschickt von den Autoren – so lassen sie sich mehr als nur ein Hintertürchen offen für eine Fortsetzung!


    Das alles erklärt noch nicht wirklich meine Begeisterung für dieses Buch – und begeistert bin ich! Zumal als relativer Kluftinger-Neuling. Ich fand mich sofort bei Kluftingers zurecht, fühlte mich wie ein Teil der recht verschrobenen Gemeinschaft. Ich habe Tränen gelacht, und doch auch einiges mitgenommen, was literarischen Wert hat.


    Fangen wir mal an…! Sehr genial fand ich die Verwendung zahlreicher „running gags“, die sich mir teils indirekt erschlossen haben. Zuvorderst natürlich das Geheimnis um Kluftingers Vornamen, das auf so originelle Weise gelüftet wird (sein Name steht auf dem Grabkreuz, das der ominöse Fremde errichtet hat). Dann Kluftingers Verhältnis zu seinen Vorgesetzten, seine offenbare Sturheit und eigenwillige Ermittlungsmethode. Seine Scharmützel mit seinem Vater. Seine schreiend komische Unfähigkeit gegenüber Fremdwörtern, und literarischen oder sonstigen Anspielungen. Und seine Unbeholfenheit in alltagspraktischen Situationen. Teils las sich das wie bei Mr. Bean – zum Beispiel als Kluftinger seinen Enkel hütet, oder als er seine Trommel auf dem Dach eines Smart befestigen muss, um rechtzeitig zum Konzert zu erscheinen…


    Sehr gut waren meiner Ansicht nach die Rückblenden – sie würden einen eigenen Roman ergeben. Wir erfahren viel darüber, wie Jugendgruppen aufgebaut sind – und dass der Anführer nicht immer beliebt ist. Wie kam Kluftinger zur Kripo? Sein Vater sah ihn eigentlich als Streifenpolizist, vermutlich, weil er selber nie darüber hinaus kam. Doch Kluftingers heimliche Schlauheit zahlte sich aus. Wie Kluftinger seine Erika kennenlernte, und seinen Eltern vorstellte… das war eben nicht nur komisch, sondern auch aus dem Leben gegriffen. Solche Szenen spielen sich nicht nur im Allgäu ab! Man versteht als Leser nun viel besser, was Klufti mit seiner Ehefrau verbindet.


    Ein für mich sehr besonderer Kunstgriff in diesem Buch ist außerdem, dass ein anderer bekannter Allgäuer Kommissar eine Gastrolle erhält, und zwar Hubertus Jennerwein aus dem berüchtigten „Bindestrich-Kurort“, erfunden von Jörg Maurer. Die Autoren haben sich offenbar vorab verständigt, dass sie sich gegenseitig in ihren neuesten Büchern auftreten lassen wollen. Klüpfel und Kobr haben das sehr intelligent und vor allem witzig gelöst. Jennerwein hat sich damals auch um einen Posten im Kempten beworben… aha! Und damals hat sich Klufti darum gedrückt, seinen Vornamen zu nennen… ich habe mich köstlich amüsiert!


    Das Allgäu selbst hat gewissermaßen eine eigene Nebenrolle im Buch. Man merkt auf jeder Seite, dass die Autoren – liebevoll und augenzwinkernd – eigene Erfahrungen verarbeiten. Die Rolle von Tradition, speziell religiöser Feiertage. Aufgeblasene Vorgesetzte. Die eher unkonventionell geleistete Amtshilfe zwischen Dienststellen. Volksfeste und Musikgruppen. Tratsch zwischen Nachbarn. Allgäuer Essen. Und erst diese herrlichen Flüche… Kreuzkruzinesn, zefix!


    Insgesamt hat mich das Buch mehr als motiviert, mich ausführlicher mit Kluftinger zu beschäftigen. Ich muss zum Beispiel unbedingt wissen, wann und wo er bei einer Ermittlung in ein offenes Grab gefallen ist…! Das Buch hat mich einige Tage lang erfolgreich ins Allgäu entführt. Und es ist eben doch mehr als nur Unterhaltung – mehr als die Summe seiner Teile. Unbedingte Leseempfehlung!


    Meine Wertung: 5/5

    "Ein Mensch, der Ideale hat/
    Der hüte sich, sie zu erreichen!/
    Sonst wird er eines Tags anstatt/
    Sich selber andern Menschen gleichen."
    (Erich Kästner) :):)

  • Dr neie Kluftinger


    Kluftinger, Regionalkrimi vom Autorenduo Volker Klüpfel und Michael Kobr, 480 Seiten, erschienen im Ullstein Verlag.
    Der 10., etwas andere, sehr persönliche, Jubiläumsband um den Allgäuer Kommissar Kluftinger.
    Kluftinger ist endlich Opa, doch seine Freude über das erste Enkelkind wird getrübt. An Allerheiligen hat sich die Familie auf dem Friedhof versammelt. Doch hier gibt es eine schreckliche Überraschung, auf einem frischen Grab, steht ein Holzkreuz mit seinem Namen! Als eine Todesanzeige und Sterbebildchen mit seinem Namen auftauchen, beginnt er, zusammen mit seinem Team zu ermitteln. Bald wird klar, dass die Bedrohung tief in der Vergangenheit wurzelt. Wie viel Zeit bleibt dem Kommissar und seinen Kollegen, den Täter zu finden?
    Der Plot ist in vier Abschnitte eingeteilt. Allerheiligen, Allerseelen, Volkstrauertag und Totensonntag. Diese sind in 34 Kapitel gegliedert. Mit Wortwitz und Situationskomik, durch lebhafte, lustige und zum Teil makabere Dialoge in Allgäuer Mundart haben es die Autoren wieder geschafft, einen hervorragenden Regionalkrimi zu präsentieren. Als Erzählstil wurde erneut die auktoriale Weise gewählt. Immer wieder werden Szenen aus Kluftingers Vergangenheit eingefügt. Welche ganz deutlich durch eine andere Schrift gekennzeichnet sind.
    Der vorliegende Jubiläumsband hat mir wieder sehr gut gefallen, beim Lesen ist es mir erneut passiert, dass ich laut Lachen musste. Z. B. als die „Neubespannung“ der großen Trommel nötig wird. Aber dieses Mal, blieb es nicht beim Lachen, auch ein paar Tränen konnte ich bei einigen Stellen nicht zurückhalten. Ich liebe Regionalkrimis, aber die Kluftinger-Bände sind meiner Meinung nach, einfach das Beste in diesem Genre. Nun wird auch, endlich, das Geheimnis um den Vornamen des Kommissars gelüftet, aber nicht ohne ein weiteres Rätsel in den Raum zu stellen, ist denn das „Butzele“ ein Mädle oder ein Bub? Herrlich wie es die Verfasser geschafft haben, um dieses wichtige Detail herum zu lavieren, ohne die Information preis zu geben. Dies hält den Kluftinger-Fan auf jeden Fall „bei der Stange“, chapeau! Ganz tief bin ich wieder einmal in diesem Band versunken und habe mich ab und zu gewundert, wie viele Seiten weiter ich schon wieder gekommen bin. Natürlich war das Buch in Null-Komma-Nix gelesen, so sollte Lesen sich anfühlen! Endlich, kann der Leser auch herausfinden, warum der Kommissar so ein Original geworden ist, die Rückblicke zeigen es ganz deutlich, zu einem großen Teil, sind wohl die Gene daran schuld. Der Plot war zu jeder Zeit nachvollziehbar und die Figuren handelten plausibel. Liebgewonnene Charaktere, Richie Maier, Sandy Henske, der Hefele und Kluftis Familie, auch sein „Lieblingsfeind“ Dr. Langhammer sind wieder mit von der Partie, ich wollte sie am Ende, wieder einmal, nicht gehen lassen. Sogar einige Bekannte wie z.B. Hubertus Jennerwein und Oliver von Bodenstein tauchen, zur Freude der Kenner von Regionalkrimis, auf – ein würdiger Jubiläumsband. Überraschende Wendungen haben den Spannungsbogen hochgehalten und der Schluss endet mit einem Cliffhanger. Ein kleines bisschen bin ich traurig, weil es nun wieder eine gefühlte Ewigkeit bis zum nächsten „Kluftiger“ dauert.
    Meine unbedingte Leseempfehlung für Klufti-Fans. Und wohlverdiente 5 von 5 möglichen Sternen. Priml. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    :study::musik::montag:


    Und wenn mir alle Königskronen für meine Bücher und meine Freude am Lesen angeboten wären: Ich würde sie ausschlagen.
    François Fénelon

  • Klufti wie er leibt und lebt!


    Kluftinger in seiner neuen Rolle: Er ist Grossvater geworden und sein Enkelkind sein ganzer Stolz. An Allerheiligen besucht Klufti mit der ganzen Familie den Friedhof und staunt nicht schlecht. Dort steht ein Kreuz mit seinem Namen drauf. Kurz darauf ist er sicher, dass ihm da jemand Schlechtes will, denn ihm wird gedroht. Die Ermittlungen führen Klufti und sein Team in die Vergangenheit.



    Dies ist der zehnte Band rund um den knurrigen Kommissar. Getreu dem Motto "Jubiläumsband" blickt man hier in diesem Buch in die Vergangenheit Kluftingers. So erlebt man ihn, zum Beispiel, als Jugendlichen und sieht die Eltern - Kind Beziehung in der Familie Kluftinger in einem völlig neuen Licht. Oder man ist hautnah dabei, als Erika, damals noch seine Freundin, den Antrittsbesuch bei Kluftis Eltern macht. Man lernt auch Figuren aus Kluftingers Vergangenheit kennen. Seine alte Clique, in der sich nicht alle so entwickelt haben, wie damals gedacht. Ein zentrales Thema ist auch, wie Klufti zur Kripo gekommen ist. Der erste Tag, der erste Fall, die erste Mordaufklärung, das erste Geständnis wird beschrieben und zeigt, dass er schon damals ein äusserst souveränes Verhalten an den Tag gelegt hat.

    Man ahnt es vielleicht schon... mit all den Rückblenden gerät der aktuelle Fall zeitweise völlig in den Hintergrund. Der Fokus liegt klar auf den Rückblenden und meiner Meinung nach ist der Fall nur "Beigemüse".

    Ich kenne einzelne Kluftigerbücher, doch beileibe nicht alle neun Vorgänger. Zum Verständnis der Figur, der Lebensumstände und der Arbeit ist dies auch nicht nötig. Ich denke, man könnte dieses Buch auch ohne keinerlei Vorwissen lesen.

    Einige Passagen, wie die Jugendstreiche, sind mir zu langatmig beschrieben. Da sie zudem wenig Relevanz für den aktuellen Fall aufweisen, empfand ich dies als ein in die Länge gezogener Seitenfüller.

    Sehr gefallen und bestens unterhalten haben mich jedoch die Szenen, wie der Autokauf oder Klufti als Babysitter, die schon was von Slapstick haben. Der Brüller ist zum Beispiel, wie Kommissar Kluftinger eine Trommel mit seinem (?) rosaroten Smart transportiert. In diesem Buch habe ich gefunden, was ich von einem Klufti - Buch erwarte. Sehr viel Situationskomik mit einem witzigen und flüssig zu lesenden Schreibstil. Gerade diese humorvollen Einlagen haben mich doch durch einige Längen der Geschichte gelotst.

    Die Handlung ist flüssig und logisch aufgebaut. Eines kommt zum anderen, nichts wirkt gesucht oder konstruiert. Man muss sich als Leser einfach darauf einstellen, dass Klufti öfters in Erinnerungen abtaucht und diese auch mal abrupt eingewoben wurden.

    in diesem Buch wird Kluftis Vornamen gelüftet…und sogleich ein neues Fragezeichen erstellt. Ich hoffe, man muss sich nun nicht ebenfalls zehn Bücher lange Gedanken darüber machen, wie denn nun Kluftis Enkelkind heisst, und ob es ein Junge oder ein Mädchen ist. Denn das Kind wird konsequent mit "Butzerle" und "es" angesprochen.

    Ich mag Figuren in Büchern, die etwas exzentrisch sind und Charme haben. Klufti vereint beides und hat mit Ehefrau Erika das weibliche Pendant zur Seite. Ihre sarkastischen, manchmal bitterbösen und doch liebevollen Dialoge sind der Renner!

    Mich hat dieses Buch bestens unterhalten und verleitet mich dazu nun noch die Lücken in der Kluftireihe lesend zu füllen.

  • Klufti in Lebensgefahr!


    Der 10. Fall von Kommissar Kluftinger ist dieses Mal sehr persönlich: Unser Klufti erhält Morddrohungen! Schon bald bemerkt er, dass die Lösung nur in seiner Vergangenheit liegen kann…

    Das Buchcover reißt sofort Blicke auf sich, das Kreuz mit Kluftis Namen drauf lässt nichts Gutes erahnen. Wird das etwa Kluftis letzter Fall sein?
    Der Schreibstil ist wie bei den Vorgängern sehr flüssig und humorvoll, die bayrischen Redewendungen betonen den Charme der Klufti-Geschichten.

    Da dieser Fall sehr auf unseren Kluftinger fixiert ist, erfährt man allerhand aus dessen Vergangenheit, was sehr unterhaltsam, aber manchmal auch traurig ist. Diese Rückblenden sind leserfreundlich in einer anderen Schriftart gehalten, was mir immer gut gefällt. Auch wird in diesem Band ENDLICH das Geheimnis um Kluftis zwei Vornamen gelüftet; wurde auch mal Zeit. :D Ebenso die zahlreichen Begegnungen mit seinem „Lieblingsfeind“ Doktor Langhammer sind wieder überaus amüsant. Sogar bekannte Personen aus anderen Kriminalromanen haben einen kurzen Auftritt, was für Krimifans ein kleines Schmankerl ist. :)
    Ich musste oft lachen und grinsen, da Kluftis Humor und sein unter anderem tollpatschiges Wesen einfach witzig sind. Dadurch, dass man erfährt, wieso er so ist, wie er ist, wird er einem noch viel sympathischer und liebenswürdiger. Ich hab‘s nur mit einer Unterbrechung (schlafen :D) an einem Stück gelesen, wenn es nicht schon so spät gewesen wäre, hätt ich es in einem Rutsch gelesen. :D

    Ich kann allen Klufti-Fans nur empfehlen, dieses Buch zu lesen. Wer jedoch die vorherigen Bände nicht kennt, sollte sich diese zuerst zu Gemüte führen, bevor er sich an diesen Jubiläumsfall heranwagt. :) Nur so kommt man in den vollen „Klufti-Genuss“. 5 Sterne! :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Kluftinger - ziemlich privat


    In seinem neuen Fall wird Kommissar Kluftinger zum Opfer und steht im Zentrum der Ermittlungen. Jemand trachtet nach seinem Leib und Leben. Doch wer ist dieser jemand, der ein Sterbekreuz mit seinem Namen auf dem Altusrieder Friedhof aufstellt und seine Todesanzeige in der Zeitung aufgibt? Ein überführter Täter aus früherer Zeit, der sich nun rächen will? Oder hängt doch alles mit weitgreifenden, bis dato unbekannten Ereignissen aus Kluftingers Vergangenheit zusammen?


    Volker Klüpfel und Michael Kobr, die beiden Autoren der legendären Krimi Reihe um einen eigenwilligen Kommissar im Allgäu und dessen Verbrecherjagden, liefern mit ihrem neuen Roman “Kluftinger” im Vergleich zu den Vorgängerromanen ein völlig anders gestricktes Werk ab, das Einblicke in das Privatleben und das frühere Leben von Kommissar Kluftinger gibt. Wer Klufti bis jetzt noch nicht kannte, wird ihn in diesem Buch genau kennenlernen, und seine eingefleischten Fans noch genauer.


    Betont leicht und locker, humorvoll und nicht minder spannend lesen sich die Zeilen, die von der Gegenwart in die Vergangenheit und wieder zurückspringen und schlussendlich die mysteriösen Umstände rundum die Hauptfigur aufklären, aber leider nicht vollständig.


    Auch wenn sich für meinen Geschmack stellenweise eine gewisse Langatmigkeit im Geschehen und Verlauf breit macht, und das Ende nicht wirklich zufriedenstellt, so habe ich mich insgesamt gut unterhalten gefühlt. Man muss ihn mögen, den Klufti, und zwar mit all seinen Ecken und Kanten, dann könnte man trotz offenen Ausgangs Spaß an diesem Krimi haben. Ich mag das bayerische Urgestein mitsamt dem deutlich spürbaren Lokalkolorit und freue mich auf das nächste Klufti-Erlebnis.

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