Der Dorfschulmeister

Buch von Gerd Friederich

Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Der Dorfschulmeister

Der junge Hansjörg Rössner wollte den Hof des Vaters übernehmen, Bauer werden und in seiner Heimat, in Oberschwaben, bleiben. Doch kurz vor seiner Schulentlassung im März 1842 erfährt der 14-Jährige: Seine Eltern verfügen, dass er eine Lehre zum Schulmeister absolviert. Zunächst widerwillig, dann immer interessierter schlägt Hansjörg diesen Berufsweg ein, der ihn in ein Lehrerseminar am Fuße der Schwäbischen Alb führt. Mit viel Phantasie und Engagement setzt der Junglehrer die neuen, ganzheitlichen Erziehungsmethoden Pestalozzis in der dortigen Armenschule und auf seiner ersten Lehrerstelle auf den Fildern um. Doch den konservativen Kirchenoberen sind seine Ideen zu liberal und so versetzen sie ihn in den Wirren der Revolution 1848/49 ins Hohenlohische. Ein regelrechter Krimi setzt ein, als der junge Lehrer in Kirchenarchiven alte Dokumente entdeckt und er feststellen muss, dass sich um die Umstände seiner eigenen Herkunft ein düsteres Geheimnis rankt … Ein farbiger, kenntnisreich geschriebener Roman, der den Leser in das württembergische Leben vor 150 Jahren und in die Anfänge des heutigen Schulwesens entführt.
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Serieninfos zu Der Dorfschulmeister

Der Dorfschulmeister ist der 1. Band der LehrerInnen Reihe. Diese umfasst 2 Teile und startete im Jahr 2010. Der letzte bzw. neueste Teil der Serie stammt aus dem Jahr 2015.

Bewertungen

Der Dorfschulmeister wurde insgesamt 3 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4,2 Sternen.

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Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Der Dorfschulmeister

    "Der Dorfschulmeister" ist ein außergewöhnlicher Roman, der mich sehr gefesselt hat. Der Rezension von @beedaddy möchte ich mich anschließen.
    Hier werden fiktive Figuren sehr gut in einen gründlich recherchierten, realen historischen Kontext gestellt. Sehr interessant sind die Informationen über die Anfänge eines geordneten Schulwesens und einer reglementierten Lehrerausbildung, auch wenn ich vermute, dass die hier porträtierten Lehrer und Pfarrer etwas aufgeschlossener und psychologisch feinfühliger sind als es den tatsächlichen Gegebenheiten der Zeit entsprach.
    Der Leser erfährt nicht nur Wissenswertes über das frühe Schulwesen, sondern auch allgemein über die politische und gesellschaftliche Lage im Württemberg Mitte des 19. Jahrhunderts und über technische Neuerungen, die sich auf viele Bereiche des Lebens auswirkten (Eisenbahn, Beginn regulärer Nahverkehrsangebote durch Pferdeomnibusse, Vermittlung spezieller landwirtschaftlicher Methoden auf Ackerbauschulen etc.)
    Auch ein Familiengeheimnis und Ermittlungen in einem alten Kriminalfall geben der Handlung zusätzlich Würze.
    Das Zusatzmaterial (Landkarte Würrtemberg um 1850, Personenverzeichnis und umfangreiche Erläuterungen) erleichtern die Orientierung und das Verständnis.
    Ein sehr lesenswerter Roman, dessen Folgeband "Fräulein Lehrerin" ich unbedingt auch noch lesen möchte!
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  • Rezension zu Der Dorfschulmeister

    1842 in Würt­tem­berg. Der 14-jäh­rige Hans­jörg Röss­ner erfährt völ­lig über­ra­schend, dass er nicht den Hof sei­ner Eltern über­neh­men wird. Dabei ist er der älteste Sohn. Er ist fas­sungs­los, fügt sich aber sei­nem Schick­sal und beginnt ent­spre­chend dem Wunsch sei­ner Mut­ter eine Aus­bil­dung zum Dorf­schul­meis­ter. Dar­über hin­aus infor­miert ihn seine Mut­ter kurz vor ihrem Tode dar­über, dass er nicht ihr leib­li­ches Kind ist. Neben sei­ner Lehr­tä­tig­keit, für die er ein außer­or­dent­li­ches Talent besitzt, beginnt er in der Ver­gan­gen­heit nach sei­nen Wur­zeln zu for­schen…
    Die per­sön­li­che Geschichte rund um Hans­jörg ist inter­es­sant, doch die eigent­li­che Inten­tion des Autors ist, das nehme ich jeden­falls an, die Anfänge unse­res heu­ti­gen Schul­we­sens anschau­lich zu ver­mit­teln. Und das gelingt ihm sehr gut. Auch die poli­ti­schen Wir­ren der Revo­lu­tion 1848/49 wer­den the­ma­ti­siert. Mit gro­ßem Sach­ver­stand bringt Gerd Frie­de­rich, selbst ehe­ma­li­ger Leh­rer und Schul­rat, dem Leser die dama­lige Schul­form und die Bemü­hun­gen, diese zu ver­bes­sern, näher. Alle Orte in denen der Dorf­schul­meis­ter, zunächst natür­lich noch als Pro­vi­sor und dann als Unter­leh­rer, tätig ist, sind – mei­nes Wis­sens nach – fik­tiv. Jedoch sind die Orte im rea­len Würt­tem­berg unter­ge­bracht, so dass deren Nach­bar­orte (Plie­nin­gen etwa) durch­aus exis­tent sind.
    Aus dem täg­li­chen Leben der Men­schen erfährt man viel. Und es ist stets inter­es­sant. Auch der nach und nach statt­fin­dende Aus­bau der Eisen­bahn­stre­cke und die damit ver­bun­de­nen Annehm­lich­kei­ten wer­den bekommt man haut­nah mit. Man bekommt ein Gefühl dafür, was die Errun­gen­schaf­ten der Neu­zeit für die Men­schen damals bedeu­te­ten. Die bit­tere Armut, die durch viele Miss­ern­ten noch ver­schärft wurde und die damit ver­bun­dene Aus­rei­se­welle in die Neue Welt wer­den eben­so­we­nig ver­schwie­gen.
    Das eBook wurde sehr sorg­fäl­tig erstellt. Auch das Per­so­nen­re­gis­ter sowie die Erläu­te­run­gen (Glossar) sind sehr über­sicht­lich gestal­tet und gut les­bar. Ledig­lich die Über­schrif­ten sind viel­leicht einen Tick zu groß gera­ten.
    Für mich also ein abso­lut lehr­rei­ches Buch, das übri­gens kaum Län­gen ent­hält. So stelle ich mir einen his­to­ri­schen Roman vor: Eine Geschichts­stunde, ver­packt als Roman. Davon möchte ich mehr lesen. Und das werde ich auch: Fräu­lein Leh­re­rin ist gewis­ser­ma­ßen der Nach­fol­ge­band, in dem es um die Toch­ter des Dorf­schul­meis­ters geht.
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Ausgaben von Der Dorfschulmeister

Taschenbuch

Seitenzahl: 416

E-Book

Seitenzahl: 416

Hardcover

Seitenzahl: 360

Besitzer des Buches 8

Update: