Geschichten aus dem Wiener Wald

Buch von Ödön von Horváth

Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Geschichten aus dem Wiener Wald

Als »ein Volksstück und die Parodie dazu« bezeichnete Alfred Polgar Ödön von Horváths Geschichten aus dem Wiener Wald. Mit dem Kleist-Preis ausgezeichnet, wurde Horváths Volksstück 1931 an Max Reinhardts Deutschem Theater in Berlin unter der Regie von Heinz Hilpert uraufgeführt, »das bitterste, das bitterböseste Stück neuer Literatur«, wie Kurt Pinthus schrieb. In der New York Times war zu lesen: »Mit diesem Stück hat sich Horváth einen Platz in der Reihe der besten zentraleuropäischen Dramatiker gesichert und wird nicht mehr übersehen werden können.« Die rechtsradikale Presse nannte Geschichten aus dem Wiener Wald eine »beispiellose Unverschämtheit«, »eine dramatische Verunglimpfung des alten Österreich-Ungarn«, ein »Machwerk«, ein »Unflat ersten Ranges«. Ödön von Horváth sagte in einem Interview: »Man wirft mir vor, ich sei zu derb, zu ekelhaft, zu unheimlich, zu zynisch und was es dergleichen noch an soliden, gediegenen Eigenschaften gibt - und man übersieht dabei, daß ich doch kein anderes Bestreben habe, als die Welt so zu schildern, wie sie halt leider ist...«
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Bewertungen

Geschichten aus dem Wiener Wald wurde insgesamt 16 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 3,8 Sternen.

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Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Geschichten aus dem Wiener Wald

    Autor: Ödön von Horváth
    Titel: Geschichten aus dem Wiener Wald, 1931 in Berlin uraufgeführt
    Seiten: 256 Seiten, unterteilt in zwei Versionen plus Anhang
    Verlag: Suhrkamp
    Der Autor:
    Edmund (Ödön) Josef von Horváth, 1901 in Sušak (Österreich-Ungarn) geboren und im Juni 1938 durch einen herabfallenden Ast auf den Pariser Champs-Élysées zu Tode verunfallt, war ein deutschschreibender Schriftsteller mit ungarischer Staatsbürgerschaft. Er war zunächst als Bühnenautor erfolgreich (Geschichten aus dem Wienerwald); nach Hitlers Machtergreifung durften seine Stücke nicht mehr gespielt werden und Ödön von Horváth floh ins Exil, wo er dann auch mit Romanen Erfolg hatte (Jugend ohne Gott).
    Inhalt:
    Es könnte doch so gemütlich sein: Marianne ist Ende der 1920er in Wien verlobt. Ihr Vater ist Eigentümer eines Spielwarenladens, ihr Verlobter Oskar ist Metzger im Laden nebenan, im achten Bezirk der Stadt. Es wird gesungen und geschunkelt, auf der Strasse miteinander geplaudert und die Fassade des Bürgerlichen ist scheinbar ohne Risse.
    Doch leider (und aus gutem Grund) ist Marianne nicht allzu glücklich mit dem etwas biederen Oskar, sodass sie die Verlobung auflöst und mit Alfred zusammenkommt. Gemeinsam haben die Beiden dann ein Kind, doch dummerweise ist Alfred ein Taugenichts, der sein (zumeist geliehenes) Geld bei Pferdewetten durchbringt.
    Es kommt wie es kommen muss: Hilfe ist weder von der Kirche noch von der Familie zu erwarten; daher kommt das Kind bei Alfreds Familie unter und Marianne muss nachts in Tanzlokalen Geld hinzuverdienen. Und schrittweise, mit intriganter Unterstützung von «Freunden», geht die Geschichte ihrer Katastrophe zu…
    Meinung:
    Was als volkstümliche Liebeskomödie beginnt, entwickelt sich zu einer Katastrophe ohne Happy End. Die Protagonisten sind allesamt Klischees: die böse Schwiegermutter, die naive Marianne, der grobe Metzger, der Schwerenöter Alfred, der heuchlerische Zauberkönig, usw… Die Figuren sind alle überzeichnet, Stereotypen, die allerdings ihren Zweck in dem Theaterstück erfüllen. Die ständige Walzermusik erfüllt ihren Zweck der scheinbaren Idylle und steht im starken Kontrast zu den Darstellern, die niederträchtig und gemein handeln, und ihre schlechten Absichten in bürgerlichen Floskeln tarnen. Eine Liebesgeschichte einmal anders erzählt...
    Mir gefiel dieses Spiel mit den scheinbar idyllischen Motiven und dem konträren Verhalten der Protagonisten. Der aufkeimende Faschismus ist hier ebenso vertreten wie verlogene Moralvorstellung der Kirche und die Ausbeutung von Mädchen durch alle möglichen Männer (Vater, Verlobter,…) Ein Theaterstück, das seinerzeit wohl manchen Menschen und Institutionen den Spiegel vorgehalten hatte, und die Welt nicht mit schlechter Absicht «bitterböse und zynisch» darstellt, sondern sie so zeigt «wie sie nun leider ist». (gemäss Horváth im Interview)
    Ich las das Stück in einer Suhrkamp-Ausgabe von 2001, die ich leider nicht auf Amazon finde und verlinken kann. Offenbar gibt es diverse Fassungen des Stücks und in meinem Buch werden zwei Versionen miteinander verglichen (Volksstück in sieben Bildern und Volksstück in drei Teilen). Hinzu kommen über 30 Seiten Anmerkungen und Erläuterungen über die Unterschiede der beiden Fassungen, sowie eine editorische Notiz. Wer Freude an Sekundärliteratur und der Entstehung eines Textes hat, sollte also die Augen offen halten...
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Ausgaben von Geschichten aus dem Wiener Wald

Taschenbuch

Seitenzahl: 243

Hardcover

Seitenzahl: 108

Besitzer des Buches 49

Update: