Windstärke 17

Buch von Caroline Wahl

Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Windstärke 17

Ida hat nichts bei sich außer dem alten, verschrammten Hartschalenkoffer ihrer Mutter, ein paar Lieblingsklamotten und ihrem MacBook, als sie ihr Zuhause verlässt. Es ist wahrscheinlich ein Abschied für immer von der Kleinstadt, in der sie ihr ganzes Leben verbracht hat. Im Abschiednehmen ist Ida richtig schlecht; sie hat es vor zwei Monaten nicht einmal auf die Beerdigung ihrer Mutter geschafft. Am Bahnhof sucht sie sich den Zug aus, der am weitesten wegfährt – und landet auf Rügen. Ohne Plan, nur mit einem großen Klumpen aus Wut, Trauer und Schuld im Bauch, streift sie über die Ostseeinsel. Und trifft schließlich auf Knut, den örtlichen Kneipenbesitzer, und seine Frau Marianne, die Ida kurzerhand bei sich aufnehmen. Zu dritt frühstücken sie jeden Morgen Aufbackbrötchen, den Tag verbringt Ida dann mit Marianne, sie walken gemeinsam durch den Wald oder spielen SkipBo, abends arbeitet Ida mit Knut in der »Robbe«. Und sie lernt Leif kennen, der ähnlich versehrt ist wie sie, aber vielleicht tun sie einander ja ganz gut. Auf einmal ist alles ein bisschen leichter, wärmer, erträglicher in Idas Leben. Doch dann erfährt sie, dass Marianne schwer krank ist, und der Schmerz bricht sich wieder Bahn.
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Bewertungen

Windstärke 17 wurde insgesamt 14 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4,5 Sternen.

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Meinungen

  • Die Geschichte von Ida berührt

    Maesli

Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Windstärke 17

    Windstärke 17 ist die Fortsetzung der Geschichte der Schwestern Tilda und Ida. Ida ist nun alleine mit ihrer alkoholkranken Mutter zu Hause. Das Zusammenleben ist schwierig, eine Verbindung zur Mutter in all den Jahren nur in Ausnahmefällen möglich. Seit Ida, nach der Rückkehr von einer Kurzreise mit ihrer Freundin, ihre Mutter leblos aufgefunden hatte, lebt sie im Ausnahmezustand. Windstärke 17 ist die höchste Stufe auf der Beaufortskala zur Einstufung der Windstärke, und genauso fühlt es sich in ihr an. Anstatt zu ihrer Schwester zu fahren, entscheidet sie sich spontan für Rügen.
    Wenn es im Kopf nicht mehr auszuhalten ist und nur noch die totale körperliche Verausgabung in der Ostsee Linderung verspricht, dann ist man am Ende.
    Meine persönlichen Leseeindrücke
    Nach dem großen Erfolg des Romans „22 Bahnen“, der letztes Jahr u.a. den Preis der unabhängigen Buchhändler gewonnen hat, bin ich mehr als gespannt auf die Fortsetzung der Geschichte. Nachdem Tilda mit Viktor ein neues Lebenskapitel aufgeschlagen und ihre kleine Schwester Ida mit der alkoholkranken Mutter zurückgelassen hat, ist dies nun die Geschichte von Ida, die damit beginnt, dass ihre Mutter stirbt.
    Das Trauma des Freitodes stürzt Ida in eine Existenzkrise und obwohl Tilda für sie da ist, muss Ida an ihre körperlichen und seelischen Grenzen gehen, um eine lebenswerte Zukunft für sich zu finden. Dabei wird sie von völlig fremden Menschen unterstützt; eine schöne Vorstellung, wie in einem Märchen.
    Denn ich kann dem Roman durchaus etwas märchenhaftes abgewinnen. Abgesehen von den psychologischen Traumen, selbstzerstörerischen Szenen und der Dramatik, die auch etwas weniger hätte sein können, sorgt der richtige Klacks Romantik hier für wunderbare Lesestunden. Zwei kaputte junge Menschen finden zueinander: die verletzte Prinzessin wird vom Prinzen, der zwar nicht auf dem weißen Pferd aber immerhin im weißen Range Rover daher kommt, gerettet. Zusammen schaffen sie es, mit mehr oder weniger seelischem Schaden, ihren Weg im Leben zu finden – Happy End. Ach wie schön!
    Fazit
    „Windstärke 17“ von Caroline Wahl ist ein modernes Märchen von einer seelisch kaputten jungen Frau, die durch körperliche Exzession sich aus einem psychologischem Teufelskreis alleine zu befreien sucht. Dass sie es schafft, sich dabei verliebt und in fremden Menschen auf der Ostseeinsel Rügen ihr neues Zuhause findet, gibt der Erzählung einen romantischen Touch.
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  • Rezension zu Windstärke 17

    Emotional herausfordernde Fortsetzung Ich habe „22 Bahnen“ sehr gern gelesen und mich entsprechend auf die Fortsetzung gefreut. In dieser begleitet wir nun Ida einige Jahre später nach dem Suizid ihrer Mutter auf der Suche nach einem Umgang mit der neuen Realität.
    Zu Beginn hatte ich einige Schwierigkeiten in den Text hineinzufinden. Das liegt weniger am Buch selbst als an der Hauptfigur und ihrem Trauma. Mit Menschen, die sich von Nahestehenden abschotten und sie teils sehr hart zurückweisen, kann ich nicht so gut umgehen. Idas Gefühlswelt und Handeln sind mehr als verständlich, aber dessen sollte mensch sich beim Lesen schon bewusst sein. Ihre Schuldgefühle und ambivalenten Emotionen der eigenen Mutter gegenüber sind wirklich herzzerreißend und haben mich emotional extrem gefordert! 💔
    Nach und nach öffnet sie sich auch wieder und ab da konnte ich die Geschichte gut lesen. Wie stark Ida nicht nur sich selbst beginnt zu stützen, sondern auch Marianne und Leif, die beide wiederum Ida halten, hat mich extrem berührt. Die zwischenmenschliche Sorge ist ganz zart und überwiegend non-verbal, das macht sie aber nicht weniger greifbar.
    Caroline Wahl hat meiner Meinung nach ein großes Talent dafür, viele Gefühle in wenige Worte zu verpacken. Das Trauma der Hauptfigur und ihr damit verbundenes Verhalten fand ich phasenweise schwer auszuhalten. Außerdem hätte ich mir gewünscht, Leif noch ein bisschen besser kennenzulernen, da blieb mir persönlich zu viel offen.
    Trotz allem ein wirklich tolles zweites Buch! 💚
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  • Rezension zu Windstärke 17

    Wer schon den Debütroman „22 Bahnen“ von Caroline Wahl mochte, der wird „Windstärke 17“ lieben. Man kann beide Romane gut unabhängig voneinander lesen. Aber ich würde euch für das beste Lesevergnügen empfehlen, zuerst mit „22 Bahnen“ zu starten.
    Windstärke 17 spielt einige Jahre nach „22 Bahnen“. Ida ist mittlerweile von einem Kind zu einer jungen Frau herangewachsen. Und diese begleiten wir nach dem schrecklichen Verlust, den sie erlitten hat, auf die Insel Rügen. Nicht das mich schon allein dieses Setting begeistert hat, auch schafft es Caroline Wahl, mich wieder komplett in die Geschichte zu ziehen und mich zu Tränen zu rühren. Unglaublich wie sie mit ihrem Schreibstil, der mit so leisen und zarten Tönen daherkommt, Gefühle und Emotionen so transportiert, dass sie mich als Leserin direkt im Herzen trifft. Durch die Themen Tod, Sucht und Erkrankungen ist es keine leichte und lockere Geschichte. Sie schmerzt und man leidet, aber sie wirkt auf mich auch sehr lebensbejahend und tröstlich. Die Charaktere sind zudem sehr authentisch gezeichnet und es fällt einem leicht, sie ins Herz zu schließen. Vor allem neben Ida, das Ehepaar Marianne und Knut. Die beiden, so selbstlos und liebenswürdig, nehmen Ida ohne Vorurteile auf und sind ihr dabei eine sehr große Stütze.
    Ein wirklich großartiges Buch, das noch länger in mir nachhallt.
    Von mir eine absolute Leseempfehlung für dieses Lesehighlight. Vorausgesetzt, ihr fühlt euch bereit für diese bedrückenden Themen.
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  • Rezension zu Windstärke 17

    Klappentext/Verlagstext
    Ida hat nichts bei sich außer dem alten, verschrammten Hartschalenkoffer ihrer Mutter, ein paar Lieblingsklamotten und ihrem MacBook, als sie ihr Zuhause verlässt. Es ist wahrscheinlich ein Abschied für immer von der Kleinstadt, in der sie ihr ganzes bisheriges Leben verbracht hat. Im Abschiednehmen ist Ida richtig schlecht; sie hat es vor zwei Monaten nicht einmal auf die Beerdigung ihrer Mutter geschafft. Am Bahnhof sucht sie sich den Zug aus, der am weitesten wegfährt – auf keinen Fall will sie zu ihrer Schwester Tilda nach Hamburg –, und landet auf Rügen. Ohne Plan, nur mit einem großen Klumpen aus Wut, Trauer und Schuld im Bauch, streift sie über die Ostseeinsel. Und trifft schließlich auf Knut, den örtlichen Kneipenbesitzer, und seine Frau Marianne, die Ida kurzerhand bei sich aufnehmen. Zu dritt frühstücken sie jeden Morgen Aufbackbrötchen, den Tag verbringt Ida dann mit Marianne, sie walken gemeinsam durch den Wald oder spielen Skip-Bo, abends arbeitet Ida mit Knut in der »Robbe«. Und sie lernt Leif kennen, der ähnlich versehrt ist wie sie. Auf einmal ist alles ein bisschen leichter, erträglicher in Idas Leben. Bis ihre Welt kurz darauf wieder aus den Angeln gehoben wird.
    Nach ihrem gefeierten Debüt ›22 Bahnen‹ erzählt Caroline Wahl in ihrem unverwechselbaren Sound nun, wie Ida es mit dem Leben aufnimmt. Ein aufwühlender, intensiver und dabei ungemein tröstlicher Roman über Töchter, Schwestern und Mütter, über vermeintliche Schuld und das Verzeihen – sich selbst und den anderen.
    Die Autorin
    Caroline Wahl wurde 1995 in Mainz geboren und wuchs in der Nähe von Heidelberg auf. Sie hat Germanistik in Tübingen und Deutsche Literatur in Berlin studiert. Danach arbeitete sie in mehreren Verlagen. … Caroline Wahl lebt in Rostock.
    Inhalt
    Ida, die jüngere Schwester von Tilda aus „22 Bahnen“, lässt das Kleinstadt-Schwimmbad als Symbol ihrer gemeinsamen Kindheit hinter sich. Den doch überraschenden Tod ihrer alkoholkranken Mutter hat sie längst nicht verarbeitet, ihr Literaturstudium schleifen lassen. 10 Jahre sind vergangen, seit Tilda zur Promotion nach Hamburg ging; sie hat inzwischen Professur, Mann und Zwillinge. An der Distanz zu Tildas Bemutterung muss die kleine Schwester noch immer arbeiten; Ida will keine Fragen, keine Ratschläge, kein Geld von Tilda. Der am Gleis wartende Zug nach Stralsund scheint in dieser Situation direkt auf Ida gewartet zu haben. Als Schwimmerin könnte sie auf Rügen gleich bei den Lebensrettern einsteigen und im Meer ihre wütende Trauer auspowern. Auch Knut, der Kneipenwirt, und seine Frau Marianne scheinen geradezu auf eine Gasttochter gewartet zu haben. Marianne, die selbst viel zu erzählen hat, macht alles richtig: keine Ratschläge, keine Kritik für eine Besucherin, die jünger ist als ihre eigenen Kinder. Noch immer vergeht für Ida kein Tag ohne Alpträume und Schuldgefühle – und dann ist da Leif, der mit ihr offenbar eine Perle findet. Ida hat seit dem Tod ihrer Mutter nicht mehr geschrieben, eine erneute Bewerbung am Literaturinstitut bisher aufgeschoben. Während sich auf See ein Jahrhundertsturm aufbaut, realisiert Ida, dass sie nicht die Einzige ist, die lernen muss loszulassen.
    Fazit
    In Caroline Wahls unabhängig von ihrem Debüt zu lesenden Roman über die 20-jährige Ida geht es in unverwechselbarem Sound um Schuld, Trauer, Tod, Krankheit und die Chance eines Neuanfangs.
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  • Rezension zu Windstärke 17

    Caroline Wahl ist mit ihrem literarischen Debüt "22 Bahnen" berühmt geworden, in dem sie die Geschichte von Tilda erzählt, einer analytisch veranlagten, hochbegabten Mathematik-Studentin, die sich seit ihrer frühen Kindheit um ihre alkoholkranke, depressive Mutter und ihre künstlerisch begabte jüngere Schwester Ida kümmert und bewusst auf ihr eigenes Glück verzichtet, bis ihr die einmalige Chance auf eine Promotion in Berlin angeboten wird. In ihrem neuen Roman "Windstärke 17" rückt sie das Schicksal von Ida in den Mittelpunkt, die nach dem Umzug ihrer Schwester auf eigenen Füßen stehen und mit den häuslichen Problemen allein zurechtkommen musste.
    Das Cover zeigt ein klassisches Motiv, das für Romane, die am Meer spielen, verwendet wird. Es spiegelt die Kraft von Naturgewalten, wie der Titel einen extremen Sturm (von Emotionen) heraufbeschwört.
    "Windstärke 17" ist keine klassische Fortsetzung; dieser Roman kann ohne Kenntnisse des ersten (ausgezeichneten) Vorgängers gelesen werden. Im Fokus des Romans "Windstärke 17", steht Ida, eine junge Studentin, die durch den Selbstmord ihrer Mutter aus der Bahn geworfen wird. Körperlich und seelisch erschöpft (und von Schuldgefühlen gepeinigt) sieht sie keinen anderen Ausweg, als alle Brücken hinter sich (und den Kontakt zu ihrer großen Schwester) abzubrechen und bis zur Ostsee-Insel Rügen zu flüchten, dem anderen Ende der Welt. Ida ist keine starke Persönlichkeit wie ihre nüchterne große Schwester Tilda, sie ist ein sensibles, zerbrechliches Wesen, ihre persönlichen Grenzen austastend, hin- und her schwankend im Wind, das sich tief in seinem Inneren nach einem festen Platz im Leben und einem stabilen sozialen Umfeld sehnt. Kraft geben ihr Knut und Marianne, ein hilfsbereites altes Ehepaar, die sie wie eine Tochter in ihr Haus aufnehmen, und Leif, ein labiler DJ, der sich um seinen allein lebenden dementen Großvater kümmert, aber keinen Fels in der Brandung für die sensible Ida darstellt.
    Wie Ida ihren Verlust verarbeitet, Abschied nimmt und in den Alltag zurückfindet, wird von Caroline Wahl auf eine einfühlsame Weise beschrieben. Sie erspart uns ein kitschiges Happy-End, sondern lässt das weitere Schicksal von Ida und allen anderen Protagonist*innen offen. Es ist ein Buch der leisen Töne, das unsere Herzen berührt und eine ungeheure Wirkung entfaltet. Authentisch, ehrlich, realistisch. Ausnahme-Literatur.
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Ausgaben von Windstärke 17

Hardcover

Seitenzahl: 256

Besitzer des Buches 14

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