Die Geisha

Buch von Arthur Golden, Gisela Stege

Cover zum Buch Die Geisha

Titel: Die Geisha

, (Übersetzer)

4,5 von 5 Sternen bei 125 Bewertungen

90% Zufriedenheit

Verlag: Penguin Verlag

Format: Taschenbuch

Seitenzahl: 576

ISBN: 9783328100454

Termin: Januar 2018

Aktion

Zusammenfassung

Inhaltsangabe zu Die Geisha

Zu Beginn der 30er-Jahre wird das einfache Fischermädchen Chiyo in die alte Kaiserstadt Kyoto gebracht. Nach einer qualvollen Ausbildung steigt sie zu einer der begehrtesten Geishas in ganz Japan auf. Doch ihr Traum vom privaten Glück erfüllt sich erst nach dem Untergang der alten Geisha-Kultur. Arthur Golden hat mit seinem Roman »Die Geisha« einen Klassiker geschrieben – ein faszinierendes Asien-Epos. »›Die Geisha‹ ist ein Roman voll beeindruckender Intensität. Golden ist ein Meisterwerk gelungen.« Hannoversche Allgemeine Zeitung
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Bewertungen

Die Geisha wurde insgesamt 125 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4,5 Sternen.

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Meinungen

  • Wunderschöne traurige Geschichte und man erfährt viel über eine unbekannte Welt. Unbedingt lesen!

    Isabella1978

  • Atmosphärisch toller Roman, Einblick in eine interessante Welt + Zeit, wunderschöne Sprache - ein neues Lieblingsbuch!

    Schneehase13

Rezensionen zum Buch

  • Rezension zu Die Geisha

    • 26. Mai 2025 um 09:17
    Die Geisha | Arthur Golden | Penguin Verlag | 12,00 € | ISBN 978-3328100454 | 575 Seiten
    I N H A L T
    Zu Beginn der 30er-Jahre wird das einfache Fischermädchen Chiyo in die alte Kaiserstadt Kyoto gebracht. Nach einer qualvollen Ausbildung steigt sie zu einer der begehrtesten Geishas in ganz Japan auf. Doch ihr Traum vom privaten Glück erfüllt sich erst nach dem Untergang der alten Geisha-Kultur.
    R E Z E N S I O N
    1929
    Chiyo und ihre ältere Schwester Satsu leben in einem kleinen Fischerdorf unter armen Verhältnissen. Ihr Vater verkauft sie nach Kyoto und während Chiyo in der Okiya aufgenommen wird, wird Satsu zur Prostitution gezwungen.
    Die Geisha des Hauses, Hatsumomo, spinnt immer wieder Intrigen gegen Chiyo, weshalb ihre Schulden immer weiter wachsen. Die Summe ist so hoch, dass sie es im Leben nie abarbeiten könnte.
    Doch ihr Leben wendet sich, als die Geisha Mameha Chiyo unter ihre Fittiche nimmt und sie ausbildet. Dabei hat Chiyo nur ein Ziel: Den Direktor wieder sehen, den sie als Kind getroffen hat.
    Ich habe zuerst den Film „Die Geisha“ gesehen, die bunten Farben, Kostüme und Bilder. Der Film hat mich einfach nur gepackt und die Musik dazu ging unter die Haut. Ich habe im Abspann dann gesehen, dass der Film auf dem Buch basiert und musste es einfach lesen.
    Das Leben einer Geisha wird in diesem Buch gut beleuchtet. Bestes Beispiel ist eben die Aufklärung darüber, dass eine Geisha eine Künstlerin ist und keine Prostituierte. Doch ist auch hier ein wenig Fiktion mit eingeflossen, wie der Teil mit der Mizuage (Entjungferung).
    Mizuage (jap. 水揚げ) ist eine der Zeremonien, die den Aufstieg einer Maiko zur Geisha symbolisiert. Anders als in dem Film „Die Geisha“ angedeutet, und im Unterschied zu einer nicht Geishas betreffenden früheren japanischen Praxis, handelt es sich nicht um einen sexuellen Akt.
    Die Maiko ändert fünfmal ihre Frisur, um die Schritte zu symbolisieren, die sie auf dem Weg zum Status einer Geiko vollzieht. Bei der Mizuage wird der obere Haarknoten symbolisch aufgeschnitten, um den Übergang vom Mädchen zur jungen Frau zu kennzeichnen. Danach trägt die Maiko eine erwachsenere Frisur. Die veränderte Frisur bedeutete, dass die Maiko in die letzte Phase ihrer Laufbahn als Maiko eingetreten war. Für die Stammkunden war es das Zeichen, dass sich die Maiko dem heiratsfähigen Alter näherte und nun Anträge gemacht werden durften. Anlässlich der Feierlichkeiten wurden den wichtigsten Familien und verwandten Häusern von der angehenden Geiko Geschenke überreicht. Dies diente der Festigung von Beziehungen untereinander und der Information der Öffentlichkeit über die Mizuage. Nach der Mizuage ist der nächste große Übergangsritus im Leben einer Maiko ihre Erikae (襟替え „Wenden des Kragens“).
    Eine Zeremonie gleichen Namens gab es früher auch bei japanischen Kurtisanen und bezeichnete bei diesen die zeremonielle Defloration. Es war üblich, eine bevorstehende Mizuage durch das Verteilen von Ekubo (runde Reiskuchen mit einem roten Punkt in der Mitte) bei den Kunden anzuzeigen, von welchen für das Privileg der Defloration hohe Geldgebote erwartet wurden. Es wird häufig fälschlicherweise angenommen, dass für das Recht auf die Mizuage hohe Summen gezahlt wurden, das war aber in der Regel nicht der Fall. Die Mizuage-danna wurden nach Ansehen und Vertrauenswürdigkeit ausgewählt und die Wahl sollte es für die Maiko so angenehm wie möglich machen. Heutzutage existiert der Mizuage-Brauch nicht mehr.
    (Quelle: Wikipedia)
    Der Roman ist an manchen Stellen sehr trocken geschrieben und weicht vom Film ab. Daher sollte man sich Zeit für dieses Buch nehmen.
    Chiyo ist ein sehr naives Mädchen, weshalb sie oft sehr dumm handelt und Dinge tut, die sie hätte besser wissen müssen. Erst unter der führenden Hand von Mameha ist sie reifer geworden.
    Mameha ist eine sehr gütige Person und strahlt nicht nur im Film viel Wärme aus, während Hatsumomo ein sehr integranter Mensch ist und das Gegenteil. Sie ist ein Biest und dennoch hat auch sie ihre Geschichte mit einer unerfüllten Liebe.
    Die Mutter der Okiya ist nur geldsüchtig und hat nichts anderes im Sinn. Akribisch werden alle Ein- und Ausgaben notiert und festgehalten.
    Das Buch ist an manchen Stellen etwas ausschweifend und zäh, aber dennoch interessant geschrieben.
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  • Rezension zu Die Geisha

    • 13. Juli 2024 um 13:24
    Ich hab den Film damals gesehen, was aber schon gefühlt eine Ewigkeit her ist und meine Erinnerungen daran mich sehr im Stich lassen. Als ich jetzt das Buch geschenkt bekommen habe, war ich aber dann doch neugierig, denn "Geisha" ist mir schon ein Begriff und ich war gespannt, mehr über die damalige Kultur in Japan und die Einbindung einer Geisha in die Gesellschaft zu erfahren.
    Das Buch hab ich zusammen mit anderen in einer Leserunde gelesen (klick hier) und dort leider erfahren, dass vieles hier im Roman sehr fiktiv und eher effektheischend eingebracht wurde.
    Eine Geisha war ja an sich eine Künstlerin in Gesang, Tanz und zur anspruchsvoller Unterhaltung der männlichen Autoritäten in den Teehäusern gedacht. Die Tradition geht schon sehr lange zurück.
    Obwohl es tatsächlich üblich war, die Zeremonie des Mizuage durchzuführen, also den Verlust der Jungfräulichkeit an einen zahlenden Gönner, die den Übergang vom Lehrling zur Geisha darstellte, sind sie keine Prostituierten. Diesen Ruf haben sie durch die Verwechslung mit den Kurtisanen erhalten.
    Deshalb mutet es schon seltsam an, dass es hier im Buch so dargestellt wird. Natürlich ist es ein fiktiver Roman, der aber auf den Erfahrungen einer echten Geisha beruhen soll; und da frage ich mich jetzt schon, ob das tatsächlich so ist.
    Denn man hat das Gefühl, dass die Mädchen und Frauen in den 30er Jahren in Japan als Geisha nur einen Geldwert hatten, sehr unterdrückt und gedemütigt wurden und sehr wohl sexuelle Dienste gegen Bezahlung geboten haben. Das hat schon ein bisschen einen Schatten auf die Geschichte geworfen, weil ich nicht mehr wusste, was ich jetzt davon glauben soll oder nicht. Das ist einfach der Herangehensweise von mir geschuldet, da ich mir schon "echte" Einblicke in die damalige Zeit erhofft hatte.
    Im Nachwort schreibt der Autor, er habe all diese Fakten aus zuverlässiger Quelle, also direkt von einer Geisha, die viele dieser Geheimnisse preisgegeben hat. Ich glaube zwar, dass sicher mehr "unter der Hand" abgelaufen ist, als man offiziell hört, aber die Geisha, von der er seine Informationen hat, hat ihn nach der Veröffentlichung verklagt, weil er so viele Fakten verdreht und geändert hat. Das sagt ja dann schon einiges.
    Ansonsten war es von der Art der Erzählung her sehr gut zu lesen, denn der Autor versteht es, sehr anschaulich zu schreiben. Gerade zu Anfang, wie das kleine Mädchen Chiyo von ihrer Familie getrennt und nach Kyoto verfrachtet wird, wo sie eine harte und bedrückende Zeit erwartet, habe ich mit Spannung verfolgt.
    Irgendwann verlief es sich aber ein bisschen, weil viel Zeit für die Erklärungen aufgewandt wurde. Es war definitiv interessant zu erfahren, wie die Ausbildung einer Geisha verläuft, welchen Aufwand das Make-Up oder die Frisuren bedeutet, welchen Wert ein Kimono hat und wie abhängig die Mädchen von ihrer Okiya, ihre Unterkunft während der Ausbildung, die hier jedoch eher als Heimstatt beschrieben wird, der sie völlig verpflichtet und ausgeliefert sind.
    Chiyo, die später ihren Geisha Namen Sayuri annimmt, hat eine wirklich harte Zeit hinter sich und hofft einfach nur auf ein Leben ohne Angst. Sie kennt nichts anderes und dadurch gibt sie sich mit dem zufrieden, was ihre Okiya bzw. ihre Gönner ihr bieten - gefühlt in ständiger Demut und Dankbarkeit. Und einer heimlichen Liebe zu einem älteren Mann, der in einem sehr traurigen Moment ein paar nette Worte an sie gerichtet hat. Ein unerreichbarer Traum, an dem sie sich festklammern kann.
    Sie hat mir oft so leid getan, aber auch andere Figuren, deren Leben insgesamt einfach nur als tragisch bezeichnet werden kann. Die ganze Geschichte war durchzogen von Leid und Einsamkeit - selbst die Männer die die Mädchen benutzten haben mir irgendwie leidgetan, denn wie armselig muss ihr Leben gewesen sein, um es mit käuflichen Gesellschafterinnen auffrischen zu müssen?
    Insgesamt empfand ich den Einblick sehr interessant, stellenweise aber etwas zu langatmig und dass der Autor hier so vieles hinzugedichtet hat, fand ich sehr schade. Ich hatte mir hier einen Einblick in die reale Kultur erhofft. Es war wohl eher der Aspekt: sex sells, der ihn dazu bewogen hat.
    Weltenwanderer
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  • Rezension zu Die Geisha

    • 18. Juli 2015 um 08:52
    Inhalt: Als junges Mädchen muss Chiyo ihre Familie und das kleine Fischerdorf verlassen, das sie ihre Heimat nennt. Sie kennt nichts anderes von der Welt, als sie nach Kyoto gebracht wird und fortan in einem Geishahaus wohnt. Vor ihr liegen Jahre voller Träume und Hoffnungen, aber auch harte Arbeit, Feinschaften und Enttäuschungen.
    Meine Meinungen: Der Erzählstil des Romans hat mich von Beginn an fasziniert, denn er fingiert den biographischen Charakter so gut, dass ich beim lesen ständig überlege, wie viel davon nicht doch auf wahren Ereignissen beruht. Chiyos Leben wird immer wieder von Zufällen in andere Bahnen gelenkt, aber bis auf das Ende wird damit nicht übertrieben und ist man erstmal in dem Buch gefangen, stört es auch nicht. Die junge Protagonistin nimmt mich mit auf eine Reise durch ihr Leben, das sie verändert, bei der die kleine Chiyo aus dem Fischerdorf dennoch immer noch präsent ist. Doch nicht nur Chiyo ist ein liebevoll gestalteter Charakter, auch alle anderen Figuren haben etwas Eigenes. Manche kommen dabei mit schlechteren Eigenschaften weg als andere, aber "blaß" könnte ich zu keiner sagen.
    Über 500 Seiten Buch kommen nicht ohne zwischenzeitliche Längen aus, aber warum auch nicht? Neben der liebevollen Geschichte bietet es eine interessante Kultureinführung, die nicht kürzer sein kann. Schließlich könnte ich nicht einmal den Beruf der Geisha in einem Satz erklären. Und so komplex und vielfältig ihre Ausbildung, ihre Tätigkeit, ihr gesellschaftlicher Status, ihr Aussehen und ihr Leben ist, so viel muss auch der Roman leisten. Inwieweit alles der vollen Korrektheit entspricht, kann ich natürlich nicht beurteilen. Zumindest zum Film, der mir ausgesprochen gut gefallen und der mich erst zum lesen des Buches animiert hat, gibt es kritische Stimmen, die einige Fehler in der Darstellung der Kultur aufzeigen.
    Ein Problem habe ich mit der Liebe, die Chiyo für den Direktor empfindet. Ein ganzes Stück des Buches über ausgehend von der ersten Begegnung, halte ich es für die bewundernde Liebe einer Tochter, weswegen mich das Ende weniger begeistert. Auch das Verhältnis zu Nobu, den ich als äußerst interessanten Charakter sehe, ergibt für mich kein klares Bild. Dieses Dreieck ist natürlich der Knackpunkt der Geschichte und anders funktioniert sie auch nicht, deshalb akzeptiere ich es einfach.
    Fazit: Ich habe Kritik, aber auch sehr viel Freunde an dem Buch. Chiyo reißt mich mit und führt durch Kultur und Geschichte, die mir bis dato noch nicht groß bekannt waren, lässt mich lachen und macht mir Angst. Trotzdem ist dieses Buch nicht für jeden etwas, doch wer den Film schon gut fand, sollte sich an der Vorlage versuchen
    PS: Wenn ich "lachen" sage, meine ich vor allem das beste Aufklärungsgespräch, das ich jemals gelesen oder gehört habe (308-309)
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  • Rezension zu Die Geisha

    • 7. Mai 2014 um 10:35
    Ich habe dieses Buch schon vor einigen Jahren gelesen und bin dann durch den Film - der dem Buch meiner Meinung nach nicht ganz gerecht wird, obgleich auch er sehr gut ist - wieder daran erinnert worden.
    Positiv hervorzuheben ist an dem Buch die wundervolle Sprache, allein die Passage über das Haus am Meer und die Bescheibungen der Personen sind so wunderbar, dass sie einem (d.h. zumindest mir) im Gedächtnis bleiben. Außerdem gelingt es dem Autor sehr gut, dass man sich in die Personen hineinversetzen kann. Was habe ich mit der Protagonistin mitgelitten, als sie plötzlich von der Familie fortgerissen und an das Geisha-Haus verkauft wurde. Und was habe ich um ihre arme Schwester gebangt, die es mit einem gewöhnlichen Bordell so viel schlimmer getroffen hatte!
    Wie Chiyo dann im Geishahaus zur Frau heranwächst, war so einfühlsam beschrieben, den Konkurrenzdruck dort habe ich nur zu oft fast körperlich gespürt. Man kann sich alles so gut vorstellen, diese für uns Europäer fremde Welt mit anderen Gewohnheiten und Denkweisen. Auch die Liebesgeschichte fand ich sehr berührend, trotz des großen Altersunterschiedes - bei dem ich vorab gedacht hatte, dass ich damit ein Problem haben würde.
    Insgesamt kann ich die Lektüre dieses Buches nur allen Liebhabern von Romanen über fremde Kulturen wärmstens empfehlen.
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  • Rezension zu Die Geisha

    • 19. April 2014 um 11:58
    Der erste Satz:
    "Mal angenommen, Sie und ich säßen in einem stillen Raum mit Blick auf einen Garten, tränken grünen Tee, plauderten über lang vergangene Zeiten, und ich sage zu Ihnen: 'Der Nachmittag, an dem ich den-und-den kennenlernte... das war der beste Nachmittag in meinem Leben, und zugleich der schlimmste.'"
    Inhalt:
    Japan 1929: Chiyo ist ein kleines Mädchen aus einem kleinen japanischen Fischerdorf. Dort lebt sie mit ihrer Schwester Satsu, ihrem Vater und ihrer schwer kranken Mutter. Ihr Vater beschließt, sie und ihre Schwester zu verkaufen, sodass Chiyo und Satsu nach Kyoto gebracht werden. Während Satsu im Vergnügungsviertel zur Prostitution gezwungen wird, wurde Chiyo an eine Okiya, einem Geisha-Haus, im Gion verkauft. Hier lernt sie Kürbisköpfchen und die herrische, aber erfolgreiche Hatsumomo kennen. Hatsumomo ist die erste Geisha des Hauses und damit eine machtvolle Person innerhalb der Okiya. Frau Nitta, die Herrin der Okiya, beschließt dann aber, dass Chiyo zur Schule geschickt wird, um eine Geisha zu werden. Doch das Schicksal und Hatsumomo meinen es nicht gut mit ihr, sodass sie als einfaches Dienstmädchen in der Okiya leben und arbeiten muss. Eines Tages kommt dann aber die große Geisha Mameha und will Chiyos große Schwester werden...
    Meine Meinung:
    Ach, ich liebe diese Geschichte!
    Ich habe zuerst den Film gesehen, bevor ich das Buch gelesen habe. Eigentlich ist mir das Buch durch Zufall in die Hände gefallen.
    Die Personen sind gut beschrieben und durchdacht.
    Während Chiyo am Anfang einfach nur versucht, so gut wie möglich zu arbeiten, verzweifelt sie später an ihrem Schicksal. Hatsumomos Grausamkeiten setzen ihr sehr zu, und nachdem Satsu weggelaufen ist, hat sie niemanden mehr, an den sie sich klammern kann. Bis sie eines Tages die Liebe findet und endlich wieder einen Sinn im Leben findet. Das Gemüt von Chiyo ist gut beschrieben, ihre Gefühle und Handlungen nachvollziehbar. Jedoch ist sie am Anfang sehr naiv, blickt nicht wirklich hinter der Spielchen, dass zwischen den Geishas und ihren Kunden abläuft.
    Hatsumomo scheint auf den ersten Blick grausam, erbarmungslos und stellenweise einfach nur bösartig. Doch auch sie wird von verständlichen Gründen getrieben, die sie zu diesem Handeln treiben und man hinter der Fasade eine sehr tiefe Verzweiflung erkennen kann.
    Kürbisköpfchen hingegen ist eine einfache Person, die nur einen Platz sucht, an dem sie für immer leben kann. Auch sie ist Hatsumomos Grausamkeiten ausgesetzt, jedoch nimmt sie ihr Schicksal an in der Hoffnung, dass sie einfach nur in Gion bleiben darf.
    Selbst Mameha ist kein Gutmensch, wie es am Anfang scheint, denn sie hat genau ihre Gründe, warum sie so handelt wie sie es macht. Auch, wenn Mameha dafür andere Menschen etwas ausnutzen muss, um an ihre Ziele zu kommen.
    Das beste an diesen Figuren: sie sind nicht perfekt! Es sind Menschen mit eigenen Gefühlen und Gedanken, sodass die Personen nie wirklich abgehoben wirken. Außerdem gibt es kein "gut" vs. "böse", da jede Figur beides ist.
    Die Handlung ist sehr bewegend. Der Orginaltitel lautet "Memoirs of a Geisha", welche das Buch echt verdient hat und die Geschichte am besten beschreibt. Man erlebt Chiyos Leben aus ihrer Sicht, eine Art Biografie einer besonderen Art. Auch wenn einige Szenen und Traditionen sehr verstörend wirken, wirkt die komplette Handlung trotzdem ziemlich verharmlost, da eben diese Szenen ein bisschen "nett" umschrieben worden sind.
    In sich ist die Handlung schlüssig und logisch, die menschlichen Beweggründe sind gut nachvollziehbar und verständlich. Es gibt kaum langatmigen Szenen, bei denen man froh ist, wenn sie vorbei sind (die Beschreibungen können mal langatmig sein). Jede Information ist wichtig, um dies Welt der Geishas zu verstehen und die äußere Handlung des Buches nachvollziehen zu können.
    Der Schreibstil ist super, oftmals mit Metaphern, Vergleiche, Symbole gekleidet, aber immer klar und verständlich. Man versteht auf Anhieb, was gerade passiert. Die Beschreibungen sind nur stellenweise sehr detailreich. Man wird fast erschlagen mit Details.
    Insgesamt hat das Buch es aber auf meine Liste mit meinen Lieblingsbüchern geschafft.
    Der Film, mit dem es bei mir angefangen hat, wirkt nach der Lektüre des Buches aber sehr oberflächlich, stereotypisch und nicht so detailreich wie das Buch. Obwohl der Film echt schön gemacht ist und auch die Handlung sehr gut übernommen worden ist (was ja nicht bei Verfilmungen nicht immer der Fall ist), ist das Buch verständlicher und man blickt hinter die Fasaden der Charaktere, nicht nur davor. Daher sind die Charaktere im Film nur einseitig dargestellt, die eigentlichen Beweggründe werden selten offenbart.
    Bewertung:
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  • Rezension zu Die Geisha

    • 27. Mai 2006 um 19:06
    Etwas skeptisch begann ich mit dieser Lektüre – ich hatte das Buch geschenkt bekommen – ist es doch sonst nicht ganz mein Metier. Doch schon nach wenigen Kapiteln war ich eingetaucht in die – mir bisher doch sehr fremde – asiatische Welt.
    Sehr interessant ist die Erzählperspektive. Eine fiktive, alte Geisha – Chiyo, später dann in Sayuri umbenannt - erzählt ihr Leben und durchlebt nochmals alle wichtigen Stationen und Situationen und kommuniziert auch direkt mit dem Leser, indem sie Situationen und Umstände erklärt.
    Dieses Buch schaffte es, meine Meinung, Geishas seien so eine Art „Edelnutten“, komplett zu revidieren. Glaubt man dem Buch – obwohl es sich um eine fiktive Geschichte handelt ist sie, kann man dem Nachwort des Autors Glauben schenken – doch höchst tiefgründig recherchiert und authentisch – so ist die Geishakultur Bestandteil der japanischen Kultur. Die Hierarchie in einer solchen Okyia - eine richtige Hackordnung, in der jede Geisha ihren vermeintlich unantastbaren Rang hat - ist nicht selten gestört von Zickenkrieg, Eifersüchteleien und Machtkampf.
    Es wird auch ein Auge darauf geworfen, welche Auswirkungen der 2. Weltkrieg auf Japan hatte und nicht zuletzt den beginnenden Untergang der Geisha-Kultur bedeutete.
    Den Film habe ich noch nicht gesehen, werde ihn mir aber bestimmt - sobald er verfügbar ist - ansehen.
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Ausgaben von Die Geisha

Taschenbuch

Cover zum Buch Die Geisha

Seitenzahl: 576

Hardcover

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E-Book

Cover zum Buch Die Geisha

Seitenzahl: 574

Hörbuch

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Update: 17. Januar 2026 um 12:27