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Daniel Kehlmann - Tyll

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Tyll

4.1|34)

Verlag: Rowohlt

Bindung: Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 480

ISBN: 9783498035679

Termin: Oktober 2017

  • Danke, @Hirilvorgul, dass Du Dir die Arbeit gemacht hast. :thumleft: Schade, dass man nicht mehrmals "gefällt mir" klicken kann. :(


    Ich gehe davon aus, dass Du es hier vermeldest, falls Kehlmann sich bei Dir meldet?

    Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. (Oscar Wilde)


    Bücher sind auch Lebensmittel. (Martin Walser)

  • Ich gehe davon aus, dass Du es hier vermeldest, falls Kehlmann sich bei Dir meldet?

    Auf jeden Fall.
    Und es war keine Mühe - eher eine neue Erfahrung. Ich hab noch nie bei einem Autoreninterview mitgeschrieben. Ich war erstaunt, dass ich das wirklich noch alles entziffern konnte, was ich da so schnell hingekritzelt hatte. :totlach:

    Gelesen in 2018: 22 - Gehört in 2018: 24 - SUB: 366


    "Wie das Schwert den Wetzstein braucht ein Verstand Bücher, um seine Schärfe zu behalten." (Tyrion Lennister)

  • Auf jeden Fall.Und es war keine Mühe - eher eine neue Erfahrung. Ich hab noch nie bei einem Autoreninterview mitgeschrieben. Ich war erstaunt, dass ich das wirklich noch alles entziffern konnte, was ich da so schnell hingekritzelt hatte. :totlach:

    und es hat sich für uns gelohnt, dass Du so eifrig mitgeschrieben hast, danke schön :friends: Interessante Einsichten und Aspekte. Tyll hab ich ja selbst als Klammer um die Geschichte empfunden, als den Teil, der die einzelnen Fragmente der Erzählungen zusammenhält. Da lag ich ja gar nicht so verkehrt. Der Eifer des Marketing hat in mir dann die falsche Erwartung geweckt - so wie der Titel bei Dir. Er war für mich insofern "der Protagonist" als er als einzige Figur so kontinuierlich überall auftauchte, auch wenn Liz auch recht präsent war. Aber trotzdem hab ich sie weniger in dieser Funktion gesehen, obwohl sie in weiten Teilen eine Rolle spielt. Es ist doch immer spannend, wie unterschiedlich wir alles wahrnehmen und was der Autor eigentlich in seinem Roman sieht, was er schreiben und ausdrücken wollte. Soviel zu unseren Interpretationen :loool:

    viele Grüße vom Squirrel

    :study: Barbara Demick - Die Rosen von Sarajevo
    :study: Norman Davies - Verschwundene Reiche (Langzeit-MLR)

  • Danke für Deine Mitschrift! Das fand ich wirklich interessant, wie sich unsere eigenen Eindrücke mit denen des Autors decken oder auch nicht. Mit hat der Begriff "Dämon"
    gut gefallen, und da fällt mir gleich wieder das "Irrlicht" ein, das @Klaus V. nannte - das passt so gut.


    Ich will nicht langweilen, aber würde gerne zu diesem Detail noch etwas sagen:

    Allein die Recherche über die Hexenprozesse hat DK beinahe ein Jahr lang aufgehalten, weil er immer tiefer darin eingetaucht ist. Er hat dabei – bei aller Grausamkeit – ein Verständnis für die Täter entwickelt, die doch aus tiefster Überzeugung gehandelt haben. Sie waren in ihrer Sicht das letzte Bollwerk gegen das übermächtige Böse, dem sie sich allein mit ihrem Glauben entgegen gestellt haben. Interessante Sichtweise des Autors, wie ich finde.

    Ich hatte beruflich einmal mit den Akten eines solchen Prozesses in Köln zu tun. Eine entsetzliche Geschichte, was Menschen aneinander antun. Aber es ließ sich, zumindest in diesem Fall, nicht abstreiten, dass die "Täter" grundsätzlich von guten Absichten getrieben wurden. Das hat mich sehr aufgewühlt. Und irgendwie freut es mich, dass Kehlmann diese Sache auch nicht schwarz-weiß, sondern differenzierter sieht.

  • dass die "Täter" grundsätzlich von guten Absichten getrieben wurden.

    Davon war ich nie so ganz überzeugt. Das mag für Viele gegolten haben, aber sicher nicht für Alle. Ich könnte mir schon einge geistliche Verhör"spezialisten" als sexuelle Sadisten vorstellen, die dort ihre unterdrückten Gelüste ausgelebt haben. Des Weiteren spielte sicher auch die Tatsache, dass die Hinterbliebenen der Hingerichteten nichts erbten, sondern das Vermögen der Stadtkasse anheim fiel, eine Rolle.


    Und für manche Menschen war die "Besagung" (Denunziation) vielleicht auch eine gute Möglichkeit, missliebige Nachbarn oder Konkurrenten loszuwerden. Eine Ausschaltung der Konkurrenz durch die Taxis-Post habe ich im Fall der als Hexe hingerichteten Kölner Postmeisterin Katharina Henot schon immer vermutet.
    Allerdings gehöre ich auch nicht zu denjenigen, die an das Gute im Menschen glauben. :wink:

    "Books are ships which pass through the vast sea of time."
    (Francis Bacon)
    :study:
    Paradise on earth: 51.509173, -0.135998

  • Ich gehe davon aus, dass sich jeder Mensch für gut hält. Auch wenn er die schrecklichsten Sachen tut, er wird es für sich so begründen können, dass es für ihn nicht (mehr) böse ist.
    In meiner Zeit als Psychotherapeut und aus meiner Zeit im Knast in Köln kann ich sagen, dass jeder fand, dass er so handeln musste wie er es getan hat. Das heißt nicht, dass nicht persönliches Interesse bis zu Gier im Spiele ist. Aber jeder glaubt, er habe abgewogen.
    Und um das Unsägliche zu sagen: Auch viele Nazigrößen waren bis zum Schluss der festen Überzeugung, Gutes für die Menschheit zu leisten.
    Die Leute, die sich selbst böse nennen, tun es meist als Attitüde, bzw. um eine Opferrolle zu verbrämen, oder indem sie eine spezielle böse Gruppe als Alternative verstehen, die mindestens für die Mitglieder eben wieder gut ist.

  • dass jeder fand, dass er so handeln musste wie er es getan hat.

    Dafür ist Heinrich VIII von England das beste Beispiel. Der hat sich alles schöngeredet und noch Gott als Alibi dafür genommen. Der Austausch von Ehefrauen wurde natürlich nur allein deshalb erforderlich, da die Ehen nicht wirklich gültig waren - erkennbar daran, dass Gott ihm den Sohn versagte. :roll:

    "Books are ships which pass through the vast sea of time."
    (Francis Bacon)
    :study:
    Paradise on earth: 51.509173, -0.135998

  • Davon war ich nie so ganz überzeugt. Das mag für Viele gegolten haben, aber sicher nicht für Alle

    Da magst Du Recht haben.
    Ich habe ja auch keine allgemeine Behauptung aufgestellt.


    Aber es ließ sich, zumindest in diesem Fall, nicht abstreiten, dass die "Täter" grundsätzlich von guten Absichten getrieben wurden.

    :winken:

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