Orhan Pamuk - Der Blick aus meinem Fenster

  • Buchdetails

    Titel: Der Blick aus meinem Fenster: Betrachtun...


    Verlag: FISCHER Taschenbuch

    Bindung: Taschenbuch

    Seitenzahl: 272

    ISBN: 9783596177639

    Termin: Mai 2008

  • Bewertung

    3.8 von 5 Sternen bei 2 Bewertungen

  • Inhaltsangabe zu "Der Blick aus meinem Fenster: Betrachtun..."

    Orhan Pamuks Essays sind die Summe unterschiedlicher und widersprüchlicher Erfahrungen – ein unerhörter Glücksfall. Die Vielzahl der Themen, mit denen Pamuk sich beschäftigt, wird in diesen Betrachtungen deutlich. Die Politik gehört notwendigerweise dazu, die Literatur und die Schriftsteller, die ihn am meisten beeinflussten – Nabokov, Dostojewskij, Stendhal. Istanbul, die Stadt, die auch in den meisten seiner Romane präsent ist, beschäftigt Pamuk in ihrer Größe wie in ihrer Alltäglichkeit. Was in seinen Romanen oft nur erahnt werden kann, nämlich der autobiographische Bezug, wird in den bewegenden Texten sichtbar, die der Erinnerung an Orte der Kindheit gelten, an die Eltern, an die verschwundenen Gegenstände, die der junge Pamuk so liebte.
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  • Autor: Orhan Pamuk
    Titel: Der Blick aus meinem Fenster, erschien erstmals 2006
    Seiten: 264 Seiten, 31 Texte
    Verlag: Hanser
    ISBN: 9783446207394


    Der Autor: (von der Hanser-Verlagsseite)
    Orhan Pamuk, 1952 in Istanbul geboren, studierte Architektur und Journalismus. Für seine Werke erhielt er u. a. 2003 den Impac-Preis, 2005 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und 2006 den Nobelpreis für Literatur.
    Auf Deutsch erschienen die Romane Das schwarze Buch (1995), Das neue Leben (1998), Rot ist mein Name (2001), Schnee (2005), Die weiße Festung (Neuausgabe 2005), Das Museum der Unschuld (2008), Das stille Haus (2009) und Cevdet und seine Söhne (2011); außerdem die Essaybände Der Blick aus meinem Fenster (2006), Der Koffer meines Vaters (2010) und Der naive und der sentimentalische Romancier (2012) sowie das Erinnerungsbuch Istanbul (2006) und der Katalog Die Unschuld der Dinge. Das Museum der Unschuld in Istanbul (2012). Zuletzt erschienen seine Romane Diese Fremdheit in mir (2016) und Die rothaarige Frau (2017).


    Inhalt:
    Der Blick aus meinem Fenster ist eine Textsammlung, hauptsächlich bestehend aus Artikeln, die zwischen 1995 und 2005 in der Süddeutschen Zeitung und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung erschienen sind. Ausserdem ist die Preisrede enthalten, die Pamuk anlässlich der Verleihung des Friendenspreises des deutschen Buchhandels erhielt (2005), sowie andere Texte wie bspw das Nachwort zu einer türkischen Ausgabe von Patricia Highsmiths Werken und eine Erzählung über seinen Vater.
    Insgesamt enthält der Band 31 Texte, etwas unterteilt in Leben, Politik, Literatur, sowie Malerei, Architektur und Filme.
    Eine Angabe zu einer türkischsprachigen Originalausgabe habe ich nicht gefunden. Ich vermute vielmehr, dass der Hanserverlag die diversen Essays, Zeitungsartikel und Reden selbst zusammengestellt und herausgebracht hat.


    Meinung:
    Bislang kannte ich von Orhan Pamuk nur seinen Roman «Schnee», eines der besten, allerdings auch komplexesten Bücher, die ich in den vergangenen Jahren gelesen habe. Nun also Essays und Reden, die thematisch und von ihrer Länge her ziemlich unterschiedlich, aber stets lesenswert und nachvollziehbar argumentiert sind. Persönlich haben mir seine Aufsätze über sein Leben (zum Beispiel, weshalb er kein Architekt wurde) und die Erzählung über seinen Vater am besten gefallen. Auch die politischen Artikel, beispielsweise über sein Gefühl zur türkischen Flagge, bzw der generellen Bedeutung einer Flagge als Symbol für eine Nation oder Nationalismus, sind hervorragend. Er schreibt über die unterschiedlichen Blickwinkel der Eroberung, beziehungsweise des Falls von Konstantinopel in einer Weise, dass man auch als westlicher Leser die türkische Sichtweise versteht. Er schreibt aber auch über seinen Prozess, den er in der Türkei zu bestehen hatte, als er einer Schweizer Zeitung gegenüber sagte, dass im Osmanischen Reich 1915 über eine Million Armenier getötet wurden. Seine Texte sind keine einseitig „türkischen“ Betrachtungen; vielmehr gilt Pamuk als Vermittler und Moderator zwischen dem Westen und dem Orient. Die Texte dieser „Themenblöcke“ (Familie und Politik) fand ich hervorragend, und überraschenderweise faszinierten mich seine Beiträge zur Literatur, und Kunst deutlich weniger. Das liegt aber vermutlich auch daran, dass ich einfach nicht so „sattelfest“ bei den besprochenen Literaten bin: Stendhal, Dostojewski, Nabokov und Patricia Highsmith – im besten Fall mal was von ihnen gelesen, aber das ist lange her. Pamuks Erklärung, weshalb ihm Dostojewski so viel bedeutet, hätte ich eher verstanden, wenn mir die Brüder Karamasow, Die Dämonen oder die Aufzeichnungen aus dem Kellerloch bekannt wären. Ähnlich erging es mir mit den Beiträgen zu Filmen (Cleopatra mit Elizabeth Taylor) und der Malerei (Siyah Kalem - Schwarzer Stift). Dennoch habe ich den Sammelband gerne gelesen, der mir den Schriftsteller Orhan Pamuk nähergebracht hat. Ganz sicher werde ich noch mehr von diesem interessanten Menschen lesen.

  • Vielen Dank, für die Rezension. Schwups auf die Wunschliste. Von Pamuk habe ich auch "Schnee" gelesen und ich glaube Istanbul und Museum der Unschuld. Letzteres kann ich wirklich empfehlen.

    Verstehst du, was es heißt, irgendein bescheuertes kleines Musikstück oder eine Band so maßlos zu lieben, dass es wehtut?
    (Almost Famous)

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