Frage zu Charles Lewinsky: Melnitz

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  • Hallo
    Ich habe gerade angefangen, "Melnitz" von Charles Lewinsky zu lesen und bleibe gleich am ersten Satz hängen: "Immer, wenn er gestorben war, kam er wieder zurück." Ich kann den Sinn dieses Satzes nicht verstehen, der Autor geht im weiteren Verlauf auch nicht weiter darauf ein. Kann mir hier jemand weiterhelfen?


    Vielen Dank
    horst_ac59

  • Ich habe den Roman vor Jahren, gleich nach Erscheinen, gelesen. An viele Details kann ich mich nicht mehr so gut erinnern, aber an die titelgebende Figur des Wiedergängers Melnitz schon. Er ist eine innere Stimme, die in besonderen Momenten einige Protagonisten in ihrem Kopf hören, der ewige Jude - wenn Du willst - der die Verfolgten zur Wachsamkeit warnt.

    der Autor geht im weiteren Verlauf auch nicht weiter darauf ein

    Da widerspreche ich mal. Dieser Wiedergänger Melnitz hält den ganzen Roman zusammen, er tritt eben immer wieder auf um Warnungen auszusprechen. Merke Dir die Stellen, wo er in Erscheinung tritt, und Du wirst sehen, wie es ein Gerüst für das Buch ausmacht. So habe ich es jedenfalls in Erinnerung.

  • Ein tolles Cover, und darum gehts:
    Als 1871 nachts ein entfernter Verwandter an die Tür der Meijers klopft, ahnt keiner in der Familie, wie radikal sich ihr Leben ändern wird. Janki Meijer, aus der französischen Armee entflohen, mischt die Familie des Viehhändlers Solomon Meijer, der im Judendorf Endingen für Ehrlichkeit steht, gehörig auf.
    Wie sich die Geschichte dieser weit verzweigten jüdischen Familie bis ins Jahr 1945 entwickelt, erzählt Lewinsky mit einer solchen Gestaltungskraft, dass der Leser unweigerlich zu einem bangenden und hoffenden Teil der Familie wird.
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    Der Autor ist bisher an mir vorbeigegangen, aber meine Bücherei besitzt das Buch. @Yurmala, wenn ich richtig deute, was du dazu gesagt hast, handelt es sich bei der Person des Melnitz um eine Variation des Ahasver?

    Bücher sind auch Lebensmittel (Martin Walser)


    Wenn du einen Garten und eine Bibliothek hast, wird es dir an nichts fehlen. (Cicero)



  • Der Autor ist bisher an mir vorbeigegangen, aber meine Bücherei besitzt das Buch. @Yurmala, wenn ich richtig deute, was du dazu gesagt hast, handelt es sich bei der Person des Melnitz um eine Variation des Ahasver?

    Melnitz ist ein ganz großartiger Roman, der die Geschichte der Schweizer Juden von 1871 bis 1945 erzählt. Für mich bleibt es das herausragendste Buch von Charles Lewinsky. Allerdings würde ich je nach Interesse auch einige der späteren Romane von Lewinsky empfehlen. Ich habe sie sehr gern gelesen wie z.B.

    Gerron (die Lebensgeschichte des von den Nazis ermodeten Regisseurs Kurt Gerron, der gezwungen wurde einen Propagandafilm über das KZ Theresienstadt zu drehen),
    Kastelau (ein UFA-Filmteam, das gegen Ende des 2. Weltkriegs sich in die Bayrischen Alpen begibt, um dort einen Durchhaltefilm zu drehen; eine erfundene Geschichte, ganz toll erzählt),
    Andersen (die Suche nach dem Bösen im Menschen, der Roman geht unter die Haut).


    @Marie
    ich habe extra meine Kopie des Melnitz aus dem Bücherregal geholt, denn es gibt am Ende ein Glossar der jiddischen/hebräischen Ausdrücke. Ahasver ist nicht darunter. Der alte, wiederkehrende Melnitz ist weniger der verfluchte Jude, der heimatlose Wanderer, als das jüdische Gewissen und ewige Gedächnis, ein Geist, der in den guten Zeiten an die schlechter erinnert.

  • Der Autor ist bisher an mir vorbeigegangen, aber meine Bücherei besitzt das Buch.

    Dann hol es schnell nach. Ich kann Dir ebenso wie Yurmala die Romanbiografie Gerron empfehlen :D

    viele Grüße vom Squirrel


    :study: Benjamin Myers - Offene See

    :study: Neil MacGregor - Shakespeares ruhelose Welt


  • Das Buch subt seit Jahren bei mir.
    Ich sollte es wohl mal zur Hand nehmen.
    Danke für eure Zeilen!

    Liebe Grüße von Tanni


    :montag: Ich lese/höre gerade:

    Ursula Poznanski - Blinde Vögel


    2020 gelesen: 52

    November: 07

    2019 gelesen: 50


    "Lesen ist ein Schlüssel, mit dem sich das Universum öffnen lässt"

    "Es gibt Bücher, die mich in ein paar Stunden mehr leben lassen, als das Leben mir bisher gewährt hat"

  • die Romanbiografie Gerron

    Das hat meine Bücherei leider nicht. Ich werde mir "Melnitz" ausleihen und dann weitersehen. Vielleicht kenne ich jemanden, der es mir leihen würde. :-,

    Bücher sind auch Lebensmittel (Martin Walser)


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  • Das hat meine Bücherei leider nicht. Ich werde mir "Melnitz" ausleihen und dann weitersehen. Vielleicht kenne ich jemanden, der es mir leihen würde. :-,

    Melnitz steht noch als gedrucktes Buch im Regal, alle anderen Romane von Charles Lewinsky habe ich auf meinem Kindle, da kann man leider nichts verleihen :(

  • Das hat meine Bücherei leider nicht. Ich werde mir "Melnitz" ausleihen und dann weitersehen. Vielleicht kenne ich jemanden, der es mir leihen würde. :-,

    Ich glaube, so jemanden kennst Du :lol:

    viele Grüße vom Squirrel


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  • Ups, sorry, da hab ich nicht richtig hingesehen. Damit kann ich leider nicht dienen :uups:

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