Andreas Eschbach - Todesengel

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Todesengel

4|49)

Verlag: Bastei Lübbe (Bastei Lübbe Taschenbuch)

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 544

ISBN: 9783404172382

Termin: Juni 2015

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  • Über das Buch (Quelle: Bastei-Lübbe Verlag)
    Ein strahlend weißer Racheengel geht um in der Stadt, heißt es, der überall dort auftaucht, wo Unschuldige in Gefahr sind, und diejenigen, die ihnen Gewalt antun, brutal bestraft: Ist das wirklich nur die Schutzbehauptung eines alten Mannes, der Selbstjustiz geübt hat?
    Ein Journalist deckt auf: Es gibt diese Gestalt tatsächlich – er kann es beweisen.
    Und damit nimmt das Verhängnis seinen Lauf …


    Über den Autor (Quelle: amazon.de)
    Andreas Eschbach, geboren am 15.09.1959 in Ulm, ist verheiratet, hat einen Sohn und schreibt seit seinem 12. Lebensjahr. Er studierte in Stuttgart Luft- und Raumfahrttechnik und arbeitete zunächst als Softwareentwickler. Von 1993 bis 1996 war er geschäftsführender Gesellschafter einer EDV-Beratungsfirma. Als Stipendiat der Arno-Schmidt-Stiftung "für schriftstellerisch hoch begabten Nachwuchs" schrieb er seinen ersten Roman "Die Haarteppichknüpfer", der 1995 erschien und für den er 1996 den "Literaturpreis des Science Fiction-Clubs Deutschland" erhielt. Bekannt wurde er vor allem durch den Thriller "Das Jesus-Video" (1998), das im Jahr 1999 drei literarische Preise gewann und zum Taschenbuchbestseller wurde. ProSieben verfilmte den Roman, der erstmals im Dezember 2002 ausgestrahlt wurde und Rekordeinschaltquoten bescherte. Mit "Eine Billion Dollar", "Der Nobelpreis" und zuletzt "Ausgebrannt" stieg er endgültig in die Riege der deutschen Top-Thriller-Autoren auf.
    Nach über 25 Jahren in Stuttgart lebt Andreas Eschbach mit seiner Familie jetzt seit 2003 als freier Schriftsteller in der Bretagne.


    Meine Meinung
    Andreas Eschbach überrascht in seinen Romanen mit Themen, die eigentlich dem Alltag entnommen scheinen. Doch alltäglich kommen sie deshalb noch lange nicht her. Für mich sind seine Thriller bisher immer ein Lesehighlight gewesen, jeder neue wird sehnsüchtig erwartet und mit dem bangen Gedanken begonnen: ‚Schafft der Autor es auch mit diesem Buch, mich zu überzeugen?‘


    Auch in diesem Thriller packt Andreas Eschbach ein sowohl hochaktuelles als auch brisantes Thema an. Er widmet sich der zunehmenden Gewaltbereitschaft in unserer Gesellschaft, der Selbstjustiz, dem „Täterschutz“ und auch der Frage, wie die Opfer mit der ihnen angetanen Gewalt weiterleben können. Seine Figuren scheinen dem Leben entlehnt zu sein und durchleben eine Entwicklung, wie man sie sonst in Thrillern kaum findet. Sie sind mit komplexen Charakteren ausgestattet und erlauben sich auch manchmal Gedankengänge außerhalb der gesellschaftlichen Norm.


    Andreas Eschbach erzählt den Thriller routiniert und das ist keineswegs als Kritik aufzufassen. Sein Roman ist logisch aufgebaut, gut strukturiert und sehr temporeich. Von der ersten bis zur letzten Seite wird die Spannung hoch gehalten und auch das Ende ist schlüssig und sehr passend. So wird man als Leser an diesen flüssig geschriebenen Thriller förmlich gefesselt und will einfach nur noch lesen. Natürlich kommt auch dieser Thriller nicht ohne eine Liebesgeschichte aus. Aber diese wird nicht in den Vordergrund gerückt und fügt sich somit stimmig in das Geschehen ein.


    Mit „Todesengel“ hat Andreas Eschbach ein Thema aufgegriffen, das wohl jeden schon einmal auf irgendeine Art und Weise beschäftigt hat. Er beleuchtet es von allen Seiten, findet in seinen Charakteren Fürsprecher und Gegner in einem ausgewogenen Maß. Dabei ist dieser Thriller nie belehrend, aber stets unterhaltsam. Kurz: Er ist einer der besten Thriller des Autors, und ich habe sie alle gelesen.

    1. (Ø)

      Verlag: Bastei Lübbe (Lübbe Hardcover)


  • Er ist einer der besten Thriller des Autors, und ich habe sie alle gelesen.

    Ich hab dieses Buch schon seit einigen Tagen im Auge (es gibt ja genug Werbung dafür) und obwohl ich jetzt nicht der totale Eschbach-Fan bin, werde ich mir "Todesengel" auf jeden Fall zulegen. Deiner Rezi sei Dank :)

    Gelesen in 2019: 17 - Gehört in 2019: 14 - SUB: 389


    "Wenn der Schnee fällt und die weißen Winde wehen, stirbt der einsame Wolf, doch das Rudel überlebt." Ned Stark

  • Hirilvorgul
    Dann hoffe ich, dass dir das Buch auch gefällt. Ich haderte bei den Thrillern von Andreas Eschbach oft mit dem Ende. Das sorgte dann immer für einen Stern Abzug. Dieses fand ich wirklich rund.

  • Ich haderte bei den Thrillern von Andreas Eschbach oft mit dem Ende. Das sorgte dann immer für einen Stern Abzug. Dieses fand ich wirklich rund.


    Wenn nicht schon deine tolle Rezi meine Aufmerksamkeit geweckt hätte (Danke noch mal dafür!), aber jetzt bin ich noch neugieriger auf das Buch geworden. :winken:

    Nimm dir Zeit für die Dinge, die dich glücklich machen.


  • Ich habe von Andreas Eschbachs neuem Buch eine ganze Menge erwartet und keine Frage, ich habe auch ein gutes Buch bekommen. Aber es war für mich nicht so ein Knaller wie es z.B. "Eine Billion Dollar", "Der Nobelpreis", die Jugendmystery-Trilogie "Black Out" oder vor allem "Herr aller Dinge" war. Seine außergewöhnliche Themenauswahl konnte mich schon immer fesseln und auch die in diesem Buch aufgegriffenen und gut analysierten Aspekte über Jugendkriminalität, Gewaltbereichtschaft und Selbstjustiz waren hochinteressant. Allerdings hätte das Buch meiner Meinung nach sogar noch etwas länger sein und etwas mehr in die Tiefe gehen können. Die Geschichte hat Spaß gemacht und zum Nachdenken angeregt, das ist ganz klar, allerdings hat mir dieses Mal der ganz große Aha-Effekt etwas gefehlt. Auch wurde "Todesengel" aus der Sicht vieler Personen geschrieben und ich bin der Meinung, dass Eschbachs Stärken erst voll zum Tragen kommen wenn er sich fast ausschließlich auf eine Person konzentriert und diese dem Leser in allen Facetten näherbringt. Das habe ich dieses Mal etwas vermisst und weder zu Justus noch zu Ingo konnte ich übermäßige Emotionalität aufbauen wie ich es sonst vom Autor gewohnt bin.

    Mit „Todesengel“ hat Andreas Eschbach ein Thema aufgegriffen, das wohl jeden schon einmal auf irgendeine Art und Weise beschäftigt hat. Er beleuchtet es von allen Seiten, findet in seinen Charakteren Fürsprecher und Gegner in einem ausgewogenen Maß. Dabei ist dieser Thriller nie belehrend, aber stets unterhaltsam.

    Das hat er wieder sehr gut hinbekommen. Andreas Eschbach lässt meist so viel Spielraum und schreibt mit einer gewissen Neutralität, dass sich der Leser selbst sein Urteil bilden kann.


    Fazit: Vielleicht bin ich mit dem Buch etwas zu hart ins Gericht gegangen, aber der Autor gehört schließlich zu meinen Favoriten und da erwartet man auch immer etwas ganz Tolles. Ich gebe :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: für den "Todesengel".

    :study:Edward Brooke-Hitching - Atlas der erfundenen Orte

    :study: 2019 gelesen: 31 :study: SUB: 323

  • Ich habe noch nie ein Buch von Andreas Eschbach gelesen, aber dieses habe ich auf meine WuLi gepackt. Ich werde es mir nicht kaufen, aber falls unsere Bücherei, die viele Bücher dieses Autor hat, es anschafft, werde ich es mir holen.

    "Books are ships which pass through the vast sea of time."
    (Francis Bacon)
    :study:
    Paradise on earth: 51.509173, -0.135998

  • Allerdings hätte das Buch meiner Meinung nach sogar noch etwas länger sein und etwas mehr in die Tiefe gehen können.


    Da stimme ich gern zu.


    Mein Mann liest das Buch gerade und gestern Abend haben wir ausgiebig darüber diskutiert. Er tendiet (100 Seiten von dem Schluss) auch mehr zu 4 Sternen als zu 5. Er sagte, er wundere sich, dass Eschbach so ein "alltägliches" Thema aufgegriffen, das schon x-mal durch die Medien ging. Aber gerade das war es, was mich so begeisterte. Es ist ein Thema, in das man sich nicht erst einlesen muss. Dazu hat man schon eine Meinung. Diese kann man dann beim Lesen hinterfragen und auch aus anderen Blickwinkeln beleuchten.


    €nigma
    Als Einsteigerbuch hätte ich dir vor 6 Jahren "Eine Billion Dollar" empfohlen. Inzwischen wissen wir, wie wenig man heute mit diesem Betrag anfangen kann. Aktuell wird in der Wirtschaftspolitik in ganz anderen Dimensionen gerechnet. Wenn du die aktuellen Fakkten, die es ja beim Schreiben und Erscheinen des Romans noch nicht so und auch nicht in diesen Größenordnungen gab, ausblenden könntest, glaube ich, das wäre ein Roman für dich.

  • Klappentext:



    Was, wenn der Staat


    seine Bürger nicht mehr
    schützen kann?


    Muss es dann nicht
    jemand anderes tun?


    Ein strahlend weißer Racheengel geht um in der Stadt heißt es, der überall dort auftaucht, wo Unschuldige in Gefahr sind, und diejenigen, die ihnen Gewalt antun, brutal bestraft: Ist das wirklich nur die Schutzbehauptung eines alten Mannes, der Selbstjustiz geübt hat? Ein Journalist deckt auf: Es gibt diese Gestalt tatsächlich - er kan es beweisen. Und damit nimmt das VErhändnis seinen Lauf ...


    Selbstjustiz versus staatliches
    Gewaltmonopol - ein spannender
    Roman um ein kontroverses Thema von
    Bestselllerautor Andreas Eschbach


    Eigene Beurteilung/Eigenzitat aus amazon.de:


    Eine Art engelsgleicher Punisher geht in einer deutschen Stadt auf die Jagd nach jugendlichen Gewalttätern. Sein Vigilantentum sorgt in vielen Köpfen zum Nachdenken und führt zu einer breitgefächerten Diskussion der Problematik und der damit verbundenenn Themenbereiche Opferschutz, Opferbetreuung, Strafmaßnahmen, Sozialisierung, Waffenrecht und ähnlichem.


    Besonders die in direkter Folge des ersten Auftretens des "Racheengels" entstandene neue Talkshow "Anwalt der Opfer" des bis dahin eher glücklosen Reporters Ingo Praise sorgt für allerlei Diskussionen und hochbrandende Gefühle in der Öffentlichkeit - aber auch hinter den Türen von Politik und Polizei.


    In immer wieder wechselnden Perspektiven wird das Problem der Gewaltverbrechen in einer modernen Gesellschaft von beinahe allen Seiten - bis auf die der Täter - intensiv reflektiert, ohne dass das Buch dabei "predigend" daher kommt oder sich im Essayhaften verliert. Ein guter Einstieg - aber auch eine gute Ordnungshilfe - zum Thema Gewaltkriminalität und den gesellschaftlichen Umgang damit. :study:

    1. (Ø)

      Verlag: Bastei Lübbe (Lübbe Hardcover)


  • HIER gibt's schon einen Thread zu diesem Buch.

    :study:Edward Brooke-Hitching - Atlas der erfundenen Orte

    :study: 2019 gelesen: 31 :study: SUB: 323

  • Inhalt:
    Ein strahlend weißer Racheengel geht um in der Stadt, heißt es, der überall dort auftaucht, wo Unschuldige in Gefahr sind, und diejenigen, die ihnen Gewalt antun, brutal bestraft: Ist das wirklich nur die Schutzbehauptung eines alten Mannes, der Selbstjustiz geübt hat? Ein Journalist deckt auf: Es gibt diese Gestalt tatsächlich - er kann es beweisen. Und damit nimmt das Verhängnis seinen Lauf ...


    Meine Meinung:
    Der Hauptprotagonist dises Buches ist der Journalist Ingo Praise. Er versucht herauszufinden, was es mit dem Racheengel auf sich hat. Ist es wirklich eine übernatürliche Gestalt, wie man anfangs annimmt oder ist es doch ein realer Mensch der sich zu einer Art Batman Berlins ersehen hat?


    Die Geschichte wird auch noch aus der Perspektive zahlreicher anderer Figuren dargestellt. Justus Ambick, der Hauptkommissar, der in diesem Fall ermittelt. Lorenz Ortheil, der Oberstaatsanwalt.
    Anfangs kommen auch noch andere Figuren hinzu, die im ersten Moment dem Fall noch fremd wirken. Vicotria Thamm, die zurückgezogen lebende Übersetzerin. Priester Peter Donsbach. Die Krankenschwester Theresa Diewers.


    Erst nach und nach erschließt sich dem Leser der große Zusammenhang der Figuren. Trotz zahlreicher Charaktere wird man nicht verwirrt, jeder ist für sich gut skizziert und unterscheidbar.


    Eschbach spricht in seinem Buch ein aktuelles und dringendes Thema an: Gewalt von Jugendlichen an unschuldigen Passanten. Wer erinnert sich nicht mit Unbehagen an Dominik Brunner, der sterben musste weil er Kinder verteidigt hat? An Jonny K., der von Betrunkenen todgeprügelt wurde? (Jonny K. hat Eschbach in seinem Buch übrigends auf ganz besondere Art und Weise gewürdigt - ganz großes Kino!)
    Es entsteht das beklemmende Gefühl, dem Todesengel Recht geben zu wollen. Eigentlich will man ja, dass diese sinnlose Gewalt aufhört. Und doch weiß man innerlich: so geht es aber auch nicht. Zumal der Engel im Vergleich zu Batman (um den Vergleich zu vorhin wieder aufzufangen) die Täter direkt richtet.


    Die Art, wie Eschbach seinen Thriller geschrieben hat, ist umwerfend. Es reisst einen mit, man will das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Die letzten 300 Seiten habe ich in einem Rutsch gelesen weil ich das Ende kaum noch erwarten konnte. Man hat ein Buch in der Hand, von dem man die hohe Qualität der Arbeit in jeder einzelnen Zeile herauslesen kann. Ein grandios recherchiertes Buch, mit einem unglaublich spannenden Handlungsbogen, der trotzdem nicht psychisch belastend ist (ich lese ja ungerne Thriller, die mich noch nächtelang beschäftigen, weil sie so nervenzehrend sind). Es ist "einfach nur" spannend, mitreissend. Überm Lesen grübelt man: ist dieser Racheengel echt oder nicht? Wie geht es weiter? Wie schafft es Andreas Eschbach, diese verschiedenartigen Charaktere auf einen Punkt zu bringen? Das ganze Geheimnis aufzulösen? Ich beantworte die Frage mal so: er schafft es. Und wie er es schafft!


    Dieses Buch war mein erstes Werk von Andreas Eschbach und mit Sicherheit nicht mein Letztes. Ein grandioses Buch von einem Mann, der sein Handwerk versteht.


    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertungHalb:

  • Himmel, was für ein Buch!
    Ich habe erst gestern Abend damit angefangen, bin jetzt (obwohl ich heute leider den ganzen Tag arbeiten musste :-? ) bei 47% der eBuch-Version und werde (weil ich zum Glück morgen nicht arbeiten muss :wink: ) wohl eine Lesenachtschicht einlegen.
    Ich kriege das Buch nicht aus der Hand gelegt und zögere sogar die kurzen Unterbrechungen zum Pipimachen so weit wie möglich raus.
    :pale:
    Es ist echt lange her, dass mich ein Buch derart gepackt hat.


    Jetzt habe ich mich aber doch mal kurz losgeeist, weil ich eine Frage loswerden möchte:
    Diese unglaublichen Justizurteile, die Ingo in seiner Sendung aufs Trapez bringt:
    Gibt es die wirklich in dieser Art und Weise, oder sind die fiktiven Ursprungs? Weiß das jemand? Steht dazu vielleicht etwas im Nachwort? Ich möchte da nur jetzt noch nicht nachsehen, weil ich nicht das Risiko eingehen möchte, evtl. schon was über das Ende zu erfahren...

  • Du darfst davon ausgehen, dass eine Körperverletzung bei einem Aggressor bei Eigen- oder Fremdschutz immer ein gerichtliches - und durchaus auch ein finanzielles - Nachspiel haben kann. 8)

  • Du darfst davon ausgehen, dass eine Körperverletzung bei einem Aggressor bei Eigen- oder Fremdschutz immer ein gerichtliches - und durchaus auch ein finanzielles - Nachspiel haben kann. 8)

    Das ist traurig, dass die Justiz da nicht unterscheidet ob jemand angegriffen hat oder angegriffen wurde.
    Ich lese das Buch ja derzeit auch. Hier in der Berliner U-Bahn/S-Bahn ist es ja leider schon sehr oft zu Übergriffen dieser Art gekommen welche in dem Buch beschrieben werden. Auch schon mit Todesfolge. Oftmals hatte ich beim lesen Gänsehaut weil es so authentisch ist.
    Selbst war ich davon GsD nie betroffen aber unser Sohn. Eine gebrochene Nase war das Ergebnis. Da schlug einer zu, einfach so. Aus zu viel Frust und mit zu viel Alkohol im Kopp. Die Gerichtsverhandlungen erstreckten sich über fast 2 Jahre. Und Sohnemann wurde hochnotpeinlich befragt ob er dann auch nicht den Typen irgendwie provoziert oder komisch angesehen hätte .... Hatte er nicht und es gab genug Zeugen dafür. Aber Hallo ? Selbst wenn es so gewesen wäre ist das doch noch lange kein Grund jemandem die Nase zu brechen ! 500 Euro Schmerzensgeld bekam mein Sohn. Und wie wurde der Täter bestraft ? Gar nichts, nur mit 20 Sozialstunden, denn der Gute kam ja schliesslich aus sozial schwachen Verhältnissen. :roll: Nachdenken sollte man sich manchmal einfach abgewöhnen.... :puker:

    Hiyanha
    Viel Spass noch beim lesen !

    "Mit Menschen ist es wie mit Pilzen: Zuerst sieht man die schrillen, bunten. Aber die sind meist giftig. Die guten muss man länger suchen."

    (Renate Bergmann)


  • Danke, Jessy. :)
    Mittlerweile bin ich durch und ich habe das Buch mit vollen fünf Sternen bewertet.

  • Heute habe ich "Todesengel" beendet, mein erstes Buch von Andreas Eschbach.
    Das Thema des Romans finde ich sehr gut gewählt, es ist (leider) hochaktuell und bietet eine interessante Diskussionsgrundlage. Mit dem "Racheengel" habe ich sehr sympathisiert. Den Grund für sein Handeln kann man besonders vor dem Hintergrund seiner Erfahrungen nachvollziehen.
    Auch wenn es in einem Rechtsstaat keine Lynchjustiz geben sollte, bin ich der Meinung, dass unsere Rechtssprechung viel zu weichgespült ist und dass man Schläger wesentlich härter anfassen sollte.
    Der Schreibstil war fesselnd, vor allem zum Schluss konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen. Der extrem häufige Szenenwechsel machte mir allerdings zu schaffen, sodass ich anfangs nur langsam vorankam, weil ich das Lesen als anstrengend empfand.
    Die Hauptfigur Ingo Praise ist in ihrer charakterlichen Ausgestaltung sehr ausgefeilt, einerseits kann man sich in ihn einfühlen und er hat sympathische Züge, andererseits weist er auch deutliche Schwächen auf.
    Was die anderen Figuren betrifft, so erscheinen mir einige Dinge nicht recht glaubwürdig und zu glatt:

    Unrealistisch!
    Immerhin habe ich es als positiv vermerkt,

    Letzteres ging mir sehr nahe, ist aber auch der Ausgangspunkt für Ingos "Wandel".
    Insgesamt vergebe ich :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: und werde nach weiteren Romanen von Eschbach Ausschau halten. Soweit ich es bisher gesehen habe, fallen nicht alle von ihnen in meine Interessensgebiete.

    "Books are ships which pass through the vast sea of time."
    (Francis Bacon)
    :study:
    Paradise on earth: 51.509173, -0.135998

  • Ich habe das Buch in für mich unglaublichen 5 Tagen ausgelesen (unglaublich für mich deshalb, weil ich nebenbei noch arbeiten bin und 2 kleine Kinder habe und Haushalt schupfe und und :wink: )


    Das Grundthema war unglaublich spannend und erschütternd gleichzeitig. Ich muss mal, wenn ich Zeit habe, ein bißchen recherchieren wie es mit der Strafverfolgung von Opfern in Österreich ausschaut. Bei manchen Geschichten dachte ich schon, dass es maßlos übertrieben sein muss, andererseits denke ich, dass Eschbach doch gut recherchiert haben wird. Auch die Diskussion wie es so weit kommt fand ich sehr interessant: ist es die Familie die uns zu dem macht, was wir sind? Ich hasse es übrigens in Zeitungen quasi als Rechtfertigung zu lesen "mein Vater/Stiefvater/wer auch immer hat mich geschlagen/missbraucht, deswegen bin ich auch so geworden". Pfui Teufel drauf. Da stimme ich ganz Ingo zu bzw. seinem Studiogast Schwittol "Man hat immer eine Wahl" :thumleft:



    Das Ende fand ich traurig, bin aber froh, dass es fast kein Hollywood-Happy End wurde




    Ich vergebe hier volle Punktezahl :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Die Ehe ist wie eine belagerte Burg:
    Die, die draußen sind wollen hinein. Und die, die drinnen sind wollen hinaus.
    (unbekannt)

  • Absolut empfehlenswert!


    Es ist ein Engel in der Stadt. Dieser kommt immer dann den Opfern zu Hilfe, wenn diese gerade überfallen werden. Ohne lange zu zögern richtet er die Täter. Dem ersten Opfer glaubt man nicht, dass ihm eine weiße Gestalt zu Hilfe gekommen ist.
    Der Journalist Ingo nimmt sich des Themas an.


    Mir persönlich gefällt der atmosphärisch sehr dichte und komprimierte Sprachstil des Autos außerordentlich gut. Andreas Eschbach beherrscht eine schnörkellose, aber dennoch wunderbar ausformulierte Sprache. Einfach wundervoll.


    Der Roman ist super spannend zu lesen; man kann gar nicht mehr aufhören zu lesen; am liebsten würde man 24 Std. durchlesen.


    Dies ist der beste Thriller, den ich seit langem mal wieder gelesen habe.
    Vielen Dank an den Autor für diese Werk.
    Absolut empfehlenswert!


    5 Sterne (von max. 5 Sternen)

  • Meine Meinung


    Gleich zu Beginn bekommt man eine erschreckende Szene vorgesetzt, wie man sie mittlerweile leider schon aus den Nachrichten kennt. Zwei Jugendliche verprügeln einen älteren Herrn, weil der sich erlaubt hat, sie anzusprechen. Der alte Mann, Erich Sassbeck, rechnet schon damit, totgetreten zu werden, denn ein weißer Engel erscheint ihm - doch dann passiert das Unfassbare: Dieser Engel knallt die beiden Schläger einfach ab und verschwindet wieder.
    Bei der Polizei hinterlässt das ganze natürlich viele offene Fragen und als sich auch noch die Presse dem Thema annimmt, kommt etwas ins Rollen, das selbst der Journalist Ingo Praise so nicht vorhersehen konnte.


    Der Schreibstil ist ausdrucksstark und flüssig zu lesen, es wird auf Details geachtet und ich war immer nah am Geschehen. Eschbach wechselt hier gekonnt zwischen den Perspektiven und vermittelt damit einen guten Überblick. Hauptsächlich begleitet man den Journalisten Ingo Praise, der die Story des "Racheengels" aufbauscht und einige Menschen ins Fernsehstudio holt, die selbst Opfer waren und vor Gericht standen, weil sie sich gewehrt haben. Zum anderen geht es um Kommissar Justus Ambick. Natürlich ist er kein Freund von Selbstjustiz und geht jeder Spur nach, die ihn dem Mörder näher bringen könnte. Aber es gibt auch noch andere Figuren, scheinbar nur am Rande, die eine wichtige Rolle in dem ganzen Drama spielen. Sie zeigen die Gefühle und Reaktionen von Menschen, wie sie auf die Konfrontation mit Gewalt reagieren.
    Jeder der Charaktere hat seine Geschichte, seine Vergangenheit, die auch bei kurzen Auftritten treffend und greifbar vermittelt wird.


    Die kleinen Cliffhanger haben mich schnell durch die Seiten getrieben und es gab viele Details, die mich nach und nach zum Verständnis und zur Aufklärung führten, was es mit dem Racheengel auf sich hat. Es gibt natürlich auch ein paar heftige Szenen, bei denen sich der Autor aber durch eine knappe Einfachheit zurückgehalten hat.


    Was Eschbach hier anspricht ist ein hochbrisantes Thema. Die deutsche Rechtssprechung gegenüber jugendlichen Straftätern, der Selbstschutz von Opfern (wie weit darf ich gehen?), wie sinnvoll ist Zivilcourage, wenn danach der Richter auf mich wartet ... Viele Fragen zur Rolle von "Täter" und "Opfer", was passiert, wenn man sich wehrt, wenn man zurückschlägt? Ich gehe mal davon aus, dass hier wieder gut recherchiert wurde und es ist wirklich erschreckend, diese Realität im Strafprozeßdschungel so vor Augen geführt zu bekommen. Das heißt aber nicht, dass man sich hier durch
    Gerichtsverhandlungen lesen muss, die Geschichten werden von den Personen selbst erzählt und nur soviel angeschnitten, dass man einen kleinen Eindruck gewinnen kann, was (falsch) läuft.


    Woher kommt die Gewaltbereitschaft? Kann man alles auf die Erziehung, die Lebensumstände oder die Gesellschaft abwälzen? Ist jeder frei zu entscheiden, welchen Weg er wählt? Wenn man sich die Betroffenen einer Katastrophe anschaut, einer Gefahrensituation oder nur eines Konfliktes sehen wir ganz genau, wie unterschiedlich jeder reagiert. Das weiß man und erwartet man auch nicht anders. Im Grunde genommen hätten wir ja alles im Kopf gespeichert, wir wissen genau, wie wir uns zu verhalten haben und trotzdem: Die Reaktion und Verarbeitung ist so unterschiedlich wie die Menschen selbst. Jeder Mensch ist anders und verarbeitet seine Erfahrungen aufgrund seiner ihm eigenen Persönlichkeit.


    "Sie betrachtete ihn und fragte sich, ob es ihm womöglich im Grunde genauso ergangen war wie ihr. Nur, dass er sich nicht in einem Haus versteckt hatte, sondern in seiner eigenen Seele." S. 520


    Der Autor bezieht keine Stellung und lässt dem Leser völlig offen, sich eine eigene Meinung zu bilden. Der Schluss ist zwar etwas konstruiert, passt aber einfach perfekt zur Handlung und das dramatische Ende hat mich einige Tränen gekostet.


    Fazit


    Teilweise erschreckendes, sehr nachdenklich machendes und vor allem beeindruckendes Werk, wie ich es von Andreas Eschbach gewohnt bin. Das schwierige Thema der Gewaltbereitschaft, der Täter- und Opferrolle hat er sehr gekonnt und spannend beleuchtet und dem Leser selbst überlassen,was er daraus macht.


    © Aleshanee
    Weltenwanderer

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