Alan Bennett - Die souveräne Leserin / The Uncommon Reader

Affiliate-Link

Die souveräne Leserin (SALTO)

4.1|66)

Verlag: Wagenbach

Bindung: Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 120

ISBN: 9783803112545

Termin: August 2008

  • Ich habe die letzten zwei (Arbeits-)Tage das englische Hörbuch gehört, von Alan Bennett selbst gelesen, und bin herrlich amüsant unterhalten worden. Alan Bennett liest es so toll, dass man die Queen, "HRH" und auch Sir Kevin und die anderen politischen Akteure förmlich direkt vor Augen hat. Super! :thumleft: An einigen Stellen musste ich wirklich aufpassen, nicht laut loszulachen, denn ich saß während des Hörens im Zug. :mrgreen:

  • Eine wunderschöne Geschichte, erzählt in einfachen Worten, mit viel Humor, Gefühl und einem Schuss Melancholie. Wie der Queen wird es wohl vielen Lesern gehen: Manchmal möchte man sich mit einem guten Buch einfach nur zurückziehen, aber die Pflichten lassen einen doch nicht. Hoffentlich hat Liesbeth das Buch auch gelesen, denn es ist wirklich wie der Klappentext-Schreiber hinten auf dem Buchrücken sagt: „Eine Liebeserklärung an die Queen und die Literatur – wer hätte gedacht, dass das zusammenpasst?“ Es passt wirklich hervorragend!

  • Dieses Buch habe ich mir vor einiger Zeit besorgt- im Original. Ich fand es schwierig zu lesen und obwohl es so kurz ist, habe ich nach 2/3 abgebrochen. Ob ich es noch mal weiterlese- tja, das steht wohl in den Sternen. Mir sagt der Stil einfach nicht so zu. Schade eigentlich, die Story klang nett.

  • Dieses Buch habe ich mir vor einiger Zeit besorgt- im Original. Ich fand es schwierig zu lesen und obwohl es so kurz ist, habe ich nach 2/3 abgebrochen. Ob ich es noch mal weiterlese- tja, das steht wohl in den Sternen. Mir sagt der Stil einfach nicht so zu. Schade eigentlich, die Story klang nett.

    Hast du es mal mit dem Original-Hörbuch versucht, gelesen vom Autor? Ich fand das klasse und sooo witzig! :D

  • Ich habe das Buch erst letzte Woche gelesen, und es hat mir wirklich gut gefallen. In vielen Situationen, die der Queen zugeschrieben werden, erkennt man sich als Leser doch wieder. Auch vom Stil her hat es mich sehr angesprochen und war in 2 Zugfahrstunden ausgelesen. Ein richtig schöner Leckerbissen für zwischendurch.

  • Ich habe mich während des Lesens auch öfter gefragt, ob die Queen tatsächlich etwas anderes liest als sie muss, und da kommt mir vor, als hätte ich von irgendwo her, sie täte das nicht. Angesichts ihrer Bibliotheken und ihres unbegrenzten Budgets, das ihr für Bücher zur Verfügung stünde, ist das natürlich sehr schade.

  • Die Zeit vertreiben? ", fragte die Queen. " Bücher sind kein Zeitvertreib. Sie handeln von anderen Leben. Anderen Welten. Man will sich ganz und gar nicht die Zeit vertreiben, Sir Kevin, man wünscht sich im Gegenteil mehr davon. Wenn man sich die Zeit vertreiben will, könnte man nach Neuseeland reisen. " 


    Eine Liebeserklärung an die Queen und die Literatur - wer hätte gedacht, dass das zusammenpasst? Ich ehrlich gesagt nicht. Ich hörte nur von verschiedenen Leuten das es sich lohnen würde, dieses Buch zu lesen und ich muss sagen .. LEST ES.


    Nie war es lustiger zu beobachten, wie Bücher einen ganzen Hofstaat auf den Kopf stellen. Die Queen will nur noch eins: Lesen und das begeistert anscheinend nur sie. Sie vernachlässigt ihre Pflichten und versinkt ganz in der Welt der Bücher.


    Doch ihr Hofstaat triumphiert vermeintlich zum Schluss gegen sie, in dem er sie von ihrem Bücherliebhaber trennt und vehemennt versucht ihr das Lesen schwer zu machen. Zum Schluss triumphiert doch die Queen - sehr lustig und orginell, eine Empfehlung für jeden Buchliebhaber! :thumleft:

  • Queen Elizabeth macht den üblichen Spaziergang mit ihrer Hundemeute, als ihr zum ersten Mal bewusst der Bibliotheksbus vorm Dienstbotenflügel auffällt. Neugierig schaut sie sich um, leiht fast eher höflichkeitshalber ein Buch aus und kommt mit dem Küchenhelfer Norman ins Gespräch, der offenbar gerne liest.


    Damit beginnt eine Leidenschaft, mit der die Queen auf ihre alten Tage nicht gerechnet hätte. Die Literatur lässt sie nicht mehr los. Ihre Repräsentationspflichten werden plötzlich halbherzig erledigt, die Politiker ein noch lästigeres Übel als sonst, Ma'am vernachlässigt gar ihre sonst so akkurat zusammengestellte Garderobe und liest, liest, liest!


    Prinz Philip ist verwundert, der Hofstaat in Aufruhr, die Politik pikiert, man versucht ihr dezente Hinweise zu geben, dass diese unmögliche Leserei gänzlich unköniglich ist, doch die Queen lässt sich nicht beirren.


    Eine charmante Novelle, very British indeed, die mit spitzer Feder die eingefahrenen Traditionen des Königshauses aufs Korn nimmt und gleichzeitig ein wunderbares Plädoyer für die Literatur und das Lesen ist.


    Die Queen macht innerhalb kurzer Zeit eine gar nicht untypische Leseentwicklung durch, erweitert ihren Horizont auf ganz neue Weise und gerät dadurch ins Nachdenken über sich selbst als Person und als Amtsträgerin, zweifelt an der Sinnhaftigkeit ihrer entrückten Position und bereitet ihren Höflingen ganz schönes Kopfzerbrechen.


    Im Original liest es sich relativ anspruchsvoll, es lohnt sich aber, Bennetts wohlgesetzte Formulierungen in der ursprünglichen Sprache zu lesen. Sehr hübsch ist auch das Cover meiner Ausgabe im eleganten Streifentapetendessin.


    Prädikat: Klein, aber fein!


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Da ich für die tägliche Busfahrt zur Arbeit immer dünne Bücher bevorzuge, habe ich nun dieses Buch wieder ausgegraben. Ich habe es nun auf Seite 101 geschafft und ich finde es immer noch langweilig. :cry:


    Ich überlege, ob es vielleicht daran liegt, dass ich es auf englisch lese. Es ist nicht ganz einfach geschrieben und ich denke, viele Pointen entgehen mir dadurch, aber trotzdem....


    Die Handlung ist einfach nichts für mich. Vielleicht muss man dazu Engländer sein und die Queen anhimmeln. Ich finde dieses ganze Königshaus-Gedöns ja eher nervig und überflüssig.

  • Was für eine hübsche kleine Geschichte sich da auf den wenigen Seiten entfaltet!


    Schöne Idee, dass sich die Queen höflichkeitshalber ein Buch in dem ihr bisher gänzlich unbekannten Büchereibus ausleiht und von der Lesesucht ergriffen wird.
    Wunderbar beschrieben, wie sie dabei anfangs ihre mangelnde Kenntnis über den Inhalt der Bücher mit Erinnerungen über die Autoren selbst ausgleicht.
    Ich fand das Buch nun nicht gerade zum Brüllen komisch, das ein oder andere Schmunzeln konnte ich mir aber nicht verkneifen.
    Die meiste Zeit jedoch habe ich bedauert - ebenso wie die Protagonistin - dass sie erst so spät zu diesem Vergnügen kam und so etliche Gelegenheiten zum Austausch mit den Autoren verstrichen waren und dass man ihr so viele Steine in den Weg legt.


    Von mir würde es dafür 5 Sterne geben.

  • Ich habe die erweiterte Cornelsen-Schulausgabe gelesen, die so Einiges an Zusatzmaterial mitbringt (Reden der Queen, eine Kurzbiographie, eine Rezension dieses Buchs und mehrere Drehbuchauszüge aus "The Queen", sowie ein Artikel zur Hofetikette).


    Gerade die Drehbuchauszüge machen den Charakter der Queen in Bennetts Buch in meinen Augen eher ein wenig lächerlich. Die Vorstellung, dass sich Queen Elizabeth in einem solchen Abstand zu ihrer Umgebung bewegt und keinerlei Kontakt mit den grundlegenden Autorinnen und Autoren ihrer un späterer Generationen - bzw. deren Werke - gehabt haben soll, erscheint mir ein wenig fragwürdig und die Darstellung der Monarchin als im Grunde ziemlich naive Person halte ich zwar für putzig, aber nicht für übertrieben amüsant.


    Da sind einige der Aussagen zum Lesen und zum Schreiben - und auch zu den moralischen Problemen des Regierens - sind daneben schon interessanter und durchaus bedenkenswert. INsgesamt ganz unterhaltsam, aber nicht übertrieben doll in meinen Augen.

  • Die Queen, der Inbegriff von Verantwortungsbewusstsein und Pflichterfüllung! Doch dann lernt sie das Lesen lieben - und zwar das Lesen von Büchern, nicht von Regierungserklärungen oder anderen drögen Vorlagen. Je mehr sie liest umso intensiver beschäftigt sie sich mit Büchern, sodass ihre Umgebung nach und nach zu spüren beginnt, wie ihr ihre Aufgabe als Repräsentantin des British Empire immer mehr zur Last wird. Undenkbar, die Queen hat keine Lust mehr! Während das Oberhaupt der Royals in seiner neuen Leidenschaft völlig aufgeht, werden von anderer Seite Pläne geschmiedet, wie man ihr das Lesen verleiden kann.
    Gerade mal 111 zu lesende Seiten hat dieses feine Büchlein, dass in einem edlen, leuchtend roten Leineneinband mit Silberaufdruck daherkommt. Leicht zu lesen ist es, aber dennoch so viel mehr als eine seichte Unterhaltungslektüre. Lesen bildet, das wusste die Queen schon zuvor. Doch dass auch Romane nicht nur reiner Zeitvertreib sind, erkennt sie erst nach und nach. Ihr Blickfeld weitet sich, sie beginnt die Menschen um sich herum mit anderen Augen wahrzunehmen, erkennt ihre Beweggründe und Motivationen. Allmählich wird ihr bewusst, was wichtig und unwichtig ist und hinterfragt ihr eigenes Handeln: Ist Pflichterfüllung wirklich das Wichtigste im Leben?
    Ein schöneres Plädoyer für's Lesen kann es kaum geben, das dazu noch wie gewohnt von Alan Bennett in wundervoll britischer Art und Weise formuliert wurde. Ein Buch, dass BücherliebhaberInnen lieben werden - aber auch die Anderen werden ihre Freude daran haben. Einfach schön!

    :study: Das Eis von Laline Paul

    :study: Der Zauberberg von Thomas Mann
     :musik: QUALITYLAND von Marc-Uwe Kling

  • -kann Spoiler enthalten-


    Autor: Alan Bennett
    Titel: Die souveräne leserin
    Seiten: 115
    ISBN: 978-3-8031-1254-5
    Verlag: Wagenbach


    Autor:
    Alan Bennett wurde 1934 in Leeds geboren und kobnnte durch ein Stipendium nach der Schule Geschichte studieren. Danach erhielt er eine Juniorprofessur am Magdalen College in Oxford, bevor er ans Theater wechselte. In seinem ersten Drama, welches er 1968 veröffentlichte, beschäftigt sich bennett mit der jüngeren britischen Geschichte. Zudem setzte er sich mit Kafka auseinander (1986). Auch für das britische Fernsehen schrieb er zaghlreiche geschichten und entwickelte sich zu einem der populärsten britischen Dramatikern. Er veröffentlichte 2005 seine Memoiren (Untold Stories), nachdem er an Krebs erkrankte. Bennett lebt mit seinem Partner in London.


    Inhalt:
    Eine Liebeserklärung an die Queen und an die Literatur - wer hätte gedacht, dass das zusammenpasst? (Klappentext)


    Rezension:
    Zweifellos haben die Hunde schuld, die, als die Queen sie ausführt, auf einem vor dem Gelände parkenden Bücherbus zurennen und ihn ankläffen. Um sich zu entschuldigen und die Verlegenheit des buibliothekars und eines jungen Küchenjungen zu übergehen, zu überspielen, leiht sich die mächtigste Monarchin Europas wahllos ein Buch aus und beginnt zu lesen. Und damit beginnt eine Leidenschaft für's Lesen, ein Hobby, welches sie so gar nicht haben darf. Sie, die für alle Briten greif- und doch unnahbar bleiben muss, einigendes Symbol in einer sich ständig verändernden Welt. Da passt es so einigen nicht, dass die Königin, die sonst unparteiisch sein muss und allerhöchstens eine von der Regierung verfasste Rede verlesen darf, nun eigene Gedanken entwickelt und auch beginnt auszuleben. Sonst mit der Liebe zur Pflicht gehaltene Sitzungen mit Premierministern werden zur Geduldsprobe für die Frau, die doch nur ihr Buch zu Ende lesen möchte, Termine wie Schiffstaufen sind plötzlich langweiliger denn je.


    Alan Bennett hat hier eine Liebeserklärung an die Briten, insbesondere an die Queen und noch viel mehr an das Lesen selbst geschrieben. Der Autor gesteht der Frau zu, sich aufgrund eines Ereignisses vollkommen zu ändern, sich an eine neue Position anzupassen und Eigenheitzen zu entwickeln, wie man sie von jedem anderen Menschen erwarten darf, nicht aber der obersten Repräsentantin des britischen Staates. Poetisch beschreibt er die Wirkung von Literatur und dass doch Bücher gelesen werden sollten, so, dass sie wirken. Nicht nur lesen um des Lesens Willen, sondern immer auch einen Nutzen daraus zu ziehen. Und sei es nur, sich ein paar Stunden gut unterhalten zu haben. Dabei verfliegen die Seiten so schnell, dass man nur wenige Stunden in diesem Lesegenuss kommt, dem nicht nur die Königin verfällt.


    Gleichwohl erinnert es auch an ein neueres deutsches Gegenstück, dass der "Eisläuferin" von Katharina Münk, in dem auf ähnliche Art und Weise, wenn auch nicht durch Literatur eine wohlbekannte Bundeskanzlerin plötzlich ihr Verhalten und Regierungsstil zu ändern beginnt. Doch alan Bennett schreibt schöner, ruhiger und doch immer wieder mit Pointen durchsetzt, die mehr als einmal zum Schmunzeln anregen.


    Für Bibliophile ist dieser Band, den es seit dem 60. Thronjubiläum auch in Königsblau gibt, ein Muss. Gebundenes Leinen, ein eingeprägtes Foto und silberne Schrift auf dem Buchdeckel machen diese kleine Hommage an das Lesen zu einem ansehnlichen Exemplar im Bücherregal, welches sich alleine schon zu besitzen lohnt. Die Geschichte selbst kann man sich indes noch gut vorstellen, zumal als Leser, der dies gerne tut, das Ende nicht. Zwar ist dieser Effekt vom Autor gewollt, doch das merkt man auch. Beinahe so als habe hier ein Monarchiegegner seinen Wunsch von einem souveränen Abgang zu Papier gebracht. Wenn auch in besonders schöner Form.

  • Ich fand das Buch auch sehr schön. Sowohl die Aufmachung als auch der Stil des Autors haben mich überzeugt. Sein feiner britischer Humor gepaart mit seiner bedingungslosen Liebe zu Büchern kommen während der kurzen Lektüre an jeder Stelle vor und bescheren mir als Leser einen vergnüglichen Nachmittag. (eigentlich zwei, ich habe es in zwei Etappen gelesen) :wink: 
    Natürlich ist es fernab jeglicher Realität und sehr überspitzt dargestellt, aber der Autor hat ja auch kein Sachbuch geschrieben, sondern eine Geschichte, ein modernes Märchen wie auch immer man es gerne sehen möchte. Von mir gibts :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb: und die Suche nach weiteren interessant klingenden Büchern von Alan Bennett.

    "Die wahrhaft menschliche Qualität besteht nicht aus Intelligenz, sondern aus Phantasie." - Terry Pratchett


    :study: 

    Neu York - Francis Spufford

    London - Die Biografie - Peter Ackroyd


    :bewertung1von5: 2018: 25 :bewertung1von5:

  • Die Hunde sind schuld. Beim Spaziergang mit der Queen rennen sie los, um den allwöchentlich in einem der Palasthöfe parkenden Bücherbus der Bezirksbibliothek anzukläffen. Ma'am ist zu gut erzogen, um sich nicht bei dem Bibliothekar zu entschuldigen, leiht sich ebenfalls aus Höflichkeit ein Buch aus - und kommt auf den Geschmack. Von da an deckt sie sich jede Woche mit Lesestoff ein und lernt den Küchengehilfen Norman kennen, mit dem sie sich fortan über ihre Lektüre unterhält (wie übrigens auch mit dem verdutzten französischen Präsidenten)...(Klappentext)


    ♛♛♛♛♛♛♛


    "Auf Windsor gab es ein abendliches Staatsbankett, und als der französische Präsident seine Position neben Ihrer Majestät eingenommen hatte, reihte sich die königliche Familie dahinter auf, und die Prozession setzte sich langsam in Richtung Waterloo Chamber in Bewegung." (S. 5 - Anfang)


    Man scheint hier kleine Einblicke in das Leben der Queen, die Hofetikette und die Abläufe von Staatsbesuchen zu erhalten. Ob dies nun wirklich der Wahrheit entspricht sei mal dahingestellt. Sicher ist, wäre ich an der Steller Ihrer Majestät, würde ich mich ebenso in die Welt der Bücher flüchten. Denn genau das tut sie, nachdem sie eines Tages die Bekanntschaft mit einem Bücherbus und einem Jungen namens Norman gemacht hatte. Vor allem durch Norman entdeckte sie die Liebe zur Literatur und zum Lesen. Anfangs war sie in der Hinsicht noch etwas zurückhaltend.


    "Man hatte keine Vorlieben zu haben. Ihr Beruf verlangte Interesse zu zeigen, aber keine Interessen zu haben. Und außerdem war Lesen nicht tun. Sie war ein Mensch der Tat." (S. 8)


    Doch das änderte sich schnell, je mehr sie in die Welt der Bücher eintauchte. So sehr, dass ihr Staatsbesuche und Eröffnunsgalas lästig wurden und sie es sich erlaubte dafür zu spät zu kommen, ja sogar hin und wieder eine Krankheit vorzuschieben, nur um nicht teilhaben zu müssen und sich stattdessen mit einem Buch zurückzuziehen.
    Die Queen verändert sich und entzieht sich zunehmend der Kontrolle des gesamten Hofstaates. Dieser ist darüber alles andere als begeistert und schreitet zur Tat - mit unvorhergesehenen Konsequenzen.


    Dieses Büchlein ist eine wahre Hommage an die Queen, aber vor allem an die Literatur und das Lesen selbst. Eine Geschichte über Bücher, wie sich das Leseverhältnis durch zunehmendes Lesen verändert, man sich selbst verändert.
    Dies alles sieht man hier am Beispiel der Queen, welche sich nur noch mit Büchern und dem Lesen beschäftigen möchte. Auch sie verändert sich - wird zunehmend offener, direkter, quasi mehr sie selbst. Ihr Hofstaat hingegen sieht das jedoch als schleichende Vergreisung - die Schrullen einer alten Lady.
    Dadurch ergeben sich äußerst witzige Dialoge, die den typisch trockenen und oft bissigen britischen Humor beinhalten.


    ">>Ich spinne hier nur mal ein paar Gedanken, Ma'am, aber es wäre sicher hilfreich, wenn wir eine Presseerklärung des Inhalts herausgeben könnten, dass Ihre Majestät neben englischer Literatur auch ethnische Klassiker liest."<<
    >>An welche ethnischen Klassiker hatten Sie da gedacht, Sir Kevin? Das Kamasutra?<<"
    (S. 43)


    Doch auch tiefsinnige Gedanken, die jeden Bibliophilen beschäftigen sind hier enthalten.


    ">>Für mich<<, so schrieb sie, >> ist Literatur ein riesiges Land, zu dessen fernen Grenzen ich mich aufgemacht habe, die ich aber unmöglich erreichen kann. Und ich bin viel zu spät aufgebrochen. Ich werde meinen Rückstand niemals aufholen.<<" (S. 46)


    Endlos könnte man aus diesem Büchlein zitieren und ebenso endlos darin verweilen.


    Fazit:
    Ich tauchte für paar Stunden darin ein, schmunzelte, lachte und nickte des öfteren bestätigend wenn es um die Liebe und die Gefühle zur Literatur ging. Es ist ein Buch in dem ich mich regelrecht zu Hause fühlte und wie gerne wäre ich noch bei der Queen und ihren Büchern verblieben.
    Alan Bennett schreibt locker-flockig, mit viel Witz und doch auch so eindringlich und mit Tiefe. Daher bekommt dieses bibliophile Büchlein von mir eine absolute Leseempfehlung und mit Sicherheit war dies nicht mein letzter Bennett. :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:


    In diesem Sinne - "Man legt sein Leben nicht in seine Bücher. Man findet es in ihnen" (S. 97)


    © Pink Anemone

Anzeige