Qualität von Online-Rezensionen bei Amazon

  • Bei Amazon ist mir da noch niemand Spezielles aufgefallen, aber hier bei uns gibt's auch einen speziellen User, dessen seelenlose Massenabarbeitung verschiedenster Bücher bei mir nur noch ein ungelesenes Wegklicken verursachen.

    wenn wir dieselbe Person meinen, dann sind auch seine Rezensionen bei amazon von der Sorte, die mich gegen den jeweiligen Buchkauf überzeugen (vielleicht findest Du den entsprechenden Namen ja auch in der "Amazon Hall of Fame"? )


    Es gibt auch amazon-Top-Bücherrezensenten, die vernünftig geworden sind und das Bücher"rezensieren" aufgegeben haben, z.B. Thorsten Wiedau. Über seine Gründe zum Ausstieg aus dem amazon-Rezensionssystem wurde unter anderem sogar in der faz und der Zeit berichtet. Da bestätigt er mehr oder weniger, wie krank man eigentlich sein muss, um Hunderte und Aberhunderte von superpositiven Buchrezensionen loszulassen.
    Rezensionen von solchen Leuten haben für mich absolutes Kaffeefahrt-Niveau - und ganz ehrlich - Bücher würde ich auf Kaffeefahrten nun echt nicht kaufen - weshalb ich ein Buch ganz konsequent nicht kaufe, wenn ich entdecke, dass es von einem dieser Bücherschmeichler hochgejubelt wird.


    Außerdem Jungs und Mädels: es ist doch keine Kunst, solche Rezensionen zu verfassen. Das kann jeder von Euch auch, der sich zum Ziel macht, in den amazon-Ranglisten aufzusteigen. Dazu muss man sich eine Datei mit ein paar hundert vorformulierten Redewendungen anlegen, die man sich aus anderen Rezensionen zusammenstellt, wie z.B. "diese Geschichtensammlung erweist sich für Literaturkenner als ein wahres Schatzkistchen", "ein Kleinod berührender Prosa", "selten ist mir eine Geschichte so nah gegangen wie diese", "meisterhafte Beherrschung im Wechsel der Zeitebenen", "ein schriftstellerisches Meisterstück", "die sensible Abhandlung des Themas ... geht dem Leser unter die Haut", "atemberaubend schöne Naturbeschreibungen", "zeitlose Thematik", "immerwährende Kraft des Ausdrucks", ... bla, bla, bla ... Von Vorteil ist es auch, wenn man die Dreistigkeit besitzt und mehrwörtige Phrasen aus entsprechenden Kritiken der großen Tageszeitungen oder Literatursendungen einbaut oder gar ganze Sätze halbwegs synonimisiert übernimmt. Auch sollte man immer wieder mal Wikipedia konsultieren und irgendeine literarische Auszeichnung des betreffenden Autors einflechten oder ein kleines Bonmot.
    Ich glaube sogar, dass wir hier im Thread nach und nach eine Riesenliste mit verbalen Rezensions-Klugschwätzereien zusammentragen könnten, wenn wir uns das hier gemeinsam vornehmen würden. Aber mit einer ehrlichen Meinung zu einer Lektüre und der Bereitschaft zum gegenseitigen Austausch darüber, die für mich ursprünglich mal das Herzstück hier im Forum dargestellt haben, haben solche Kaffeefahrts-Buchrezensionen nichts mehr zu tun. (Puh, hat gut getan, sich das mal von der Leber zu schreiben :-, ).


    Aber mal zurück zu frau Helga König (siehe mein vorheriger Post): Hat irgendjemand eine Ahnung, was da abgelaufen ist, dass man ihr von 4.952 Rezensionen seit 08. Mai, also seit weniger als einem Monat, 3.050 Rezensionen gelöscht hat?

    » Unexpected intrusions of beauty. This is what life is. «


    Saul Bellow, (1915-2005 ), U.S. author,
    in Herzog

  • Ich lese auch nie Amazon-Rezensionen.
    Die verraten meistens viel zu viel vom Inhalt der Bücher.


    Zum Rezi stöbern bin ich schließlich im Büchertreff angemeldet.

    Ich :study: gerade: Die Henkerstochter und der Fluch der Pest von Oliver Pötzsch

  • Nein, Hypocritia, ich kann dir leider nicht weiterhelfen. Bis vor kurzer Zeit war mir Frau König völlig unbekannt. Aber erstaunlicherweise sorgt sie für die tollsten Spekulationen in den verschiedensten Foren, auch abseits der Literaturszene. Der Unterhaltungswert ist recht hoch. Vielleicht verlegt sie ja lediglich ihr Aktivitätsfeld von Amazon zu Facebook und Twitter.

  • Ich habe jetzt mal nach der Frau gegoogelt, da es offenbar eine Bildungslücke ist, sie nicht zu kennen :pale: und bin auf diesen Artikel gestoßen.
    Da ist von Cybermobbing, Telefon-Stalking und unerwünschten Hausbesuchen die Rede. Zu so etwas (Punkt 2 und 3) kann es doch nur kommen, wenn man dort seine Daten preisgibt, wozu man nicht verpflichtet ist, wenn man Rezensionen einstellen will.
    Gegen das Cybermobbing kann man vielleicht nichts machen, außer es zu ignorieren oder dort nicht mehr zu rezensieren. Aber wer seine Telefonnummer und Adresse öffentlich macht, dem ist doch nicht mehr zu helfen. #-o

    "Books are ships which pass through the vast sea of time."
    (Francis Bacon)
    :study:
    Paradise on earth: 51.509173, -0.135998

  • wenn wir dieselbe Person meinen, dann sind auch seine Rezensionen bei amazon von der Sorte, die mich gegen den jeweiligen Buchkauf überzeugen (vielleicht findest Du den entsprechenden Namen ja auch in der "Amazon Hall of Fame"? )


    Wir meinen definitiv die gleiche Person.
    Wenn dann bei einigen dieser Hall-of-Fame-Usern bereits die ersten drei Seiten ausschließlich voller 4- und 5-Sterne-Rezensionen sind, weiß man doch schon, woher der Hase läuft. Das kann ich einfach nicht mehr ernst nehmen, sondern bewirkt dann, wie Du auch schon erwähnt hast, eher das Gegenteil als eine Kaufempfehlung.

    :study:Neil Gaiman - Sandman 9: Die Gütigen

    :study: 2020 gelesen: 22 :study: SUB: 309

  • @Hypocritia und @Kapo


    ich bin da gannz bei euch. Selbst wenn ich freie Auswahl aus den Verlagsprogrammen hätte, wäre ich vor Enttäuschungen nicht gefeit. Selbst die sehnlichst erwarteten Romanen der von mir bevorzugten Autoren, haben mich schon enttäuscht. Aber vielleicht gibt es ja irgendwo eine Kristallkugel, die, wenn man sie zu befragen weiß, vor Pleiten, Pech und Pannen im Lesealltag schützt. :wink:

  • Unkritische Rezensionen gab es schon immer. Wenn einer nicht kritisch liest, wie soll der dann kritische Rezensionen schreiben können? Seit es die kostenlosen Besprechungsexemplare gibt, wird das Internet allerdings von lobhudelnden und nichts sagenden Rezensionen geradezu überschwemmt. Ich habe den Eindruck, dass so mancher dieser "Auftragsrezensenten" dem Wahn erlegen ist, er sei wirklich ein professioneller Kritiker und seine Meinung bei Alt und Jung dringend gefragt. :roll: Trotzdem stellen solche Rezensionen kein Problem für mich dar. Erstmal hole ich immer mehrere Meinungen zu einem Buch ein, und da bietet das Internet mit seinen vielen Foren, Blogs und Zeitungskritiken jede Menge Möglichkeiten, zum anderen kann ich mittlerweile problemlos gute von schlechten Rezensionen unterscheiden. Man erkennt doch, ob eine Rezension einigermaßen differenziert ist und die eigene Meinung des Rezensenten wieder gibt oder ob es sich um eine glatte, platte Gefälligkeitsrezension handelt. Auch bei Amazon gibt es eine ganze Reihe guter Rezensenten und informativer Rezensionen. Als Leser muss man eben in der Lage sein, nicht nur Bücher, sondern auch Rezensionen kritisch zu bewerten.


    Rezensionen von solchen Leuten haben für mich absolutes Kaffeefahrt-Niveau - und ganz ehrlich - Bücher würde ich auf Kaffeefahrten nun echt nicht kaufen - weshalb ich ein Buch ganz konsequent nicht kaufe, wenn ich entdecke, dass es von einem dieser Bücherschmeichler hochgejubelt wird.


    Ich würde Kaffeefahrten gar nicht erst mitmachen. :lol: Deine Einstellung kann ich hier aber nicht ganz nachvollziehen: Wenn eine Rezension Kaffeefahrt-Niveau hat, muss es deshalb doch nicht auch das Buch haben. Ich lasse mich durch Lobhudeleien weder dazu verführen, ein Buch zu kaufen, noch es nicht zu kaufen. Das fehlte auch noch, dass mir eine unkritische Rezension ein gutes Buch vermiest.


    Aber mit einer ehrlichen Meinung zu einer Lektüre und der Bereitschaft zum gegenseitigen Austausch darüber, die für mich ursprünglich mal das Herzstück hier im Forum dargestellt haben, haben solche Kaffeefahrts-Buchrezensionen nichts mehr zu tun. (Puh, hat gut getan, sich das mal von der Leber zu schreiben ).


    Da stimme ich Dir voll und ganz zu. Ich finde es auch sehr störend, dass einige Mitglieder einfach nur ihre Rezensionen im Forum abladen, ohne jemals auf vorhergehende Beiträge zu dem betreffenden Buch einzugehen oder sich überhaupt an Diskussionen zu beteiligen. Offenbar werden sie von den Verlagen gedrängt, ihre Besprechungen in so vielen Foren wie möglich unterzubringen oder sie sehen sich vielleicht einfach nur gern gedruckt. Aber es sind nun mal nicht so sehr die Rezensionen, die man ja überall im Netz finden kann, sondern vor allem der Austausch über Bücher (und Babys :loool: ), die ein Forum interessant und gemütlich machen.


    Gruß
    mofre

  • Wenn die fünf Sterne wenigstens gut und ausführlich begründet werden kann man vielleicht noch davon ausgehen, dass nur "super gute" Bücher rezensiert werden. Aber meistens handelt es sich um eine ausführliche Inhaltsangabe und ein paar Phrasen, wie sie Hypocritia schon so schön beschrieben hat. Außerdem ist es bei der Menge an Rezensionen der Hall-of-fame-user doch eher unwahrscheinlich, dass diese noch mehrere "schlechte" Bücher gelesen und nicht rezensiert haben.
    Wenn eine Rezi keine Aussage hat oder zu viel vom Inhalt preisgibt lese ich sie nicht weiter. Was bei Amazon leider oft der Fall ist.

    2018: gelesen/SUB --> 47/91
    2017: 49/87;
    2016: 43/92; 2015: 33/84; 2014: 36/56; 2013: 52/37; 2012: 52/39

  • Aber vielleicht gibt es ja irgendwo eine Kristallkugel, die, wenn man sie zu befragen weiß, vor Pleiten, Pech und Pannen im Lesealltag schützt.

    :totlach: Das muss die Erklärung sein für lauter uneingeschränkte Buchempfehlungen :wink:


    (Wie gut, dass bedrucktes Klopapier keine ISBN hat - was diese Leute im Gegenzug für eine Gratis-Familienpackung schreiben würden, würde vielleicht so klingen: "Das bezaubernde Schriftbild besticht durch beinahe poetisch wirkende Wiederholungen, die mit ihrem buddhistisch anmutenden Mantra in ihrer Sanftheit dem geneigten Leser auch über die schwierigsten Minuten hinweghelfen werden. Eine ultrasensitive Erfahrung in spritueller Ruhe für Orte stiller Retraite."
    Eingestellt wird eine solche rezension natürlich in der Rubrik "Lebenshilfe". :loool: )

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    Saul Bellow, (1915-2005 ), U.S. author,
    in Herzog

  • Deine Einstellung kann ich hier aber nicht ganz nachvollziehen: Wenn eine Rezension Kaffeefahrt-Niveau hat, muss es deshalb doch nicht auch das Buch haben.

    Da gebe ich voll und ganz zu: diese Haltung ist meiner eigenen Bockigkeit geschuldet - hm, das klingt so unpersönlich und sollte wohl besser heißen: da bin ich so stur und kaufe das Buch nicht. Dem Verlag steht es frei, Rezensionsexemplare an Menschen zu versenden, von denen sie bereits wissen, dass diese auf jeden Fall eine wortreiche Lobhudelei schreiben werden und im Netz so breit streuen werden wie der Bauer die Jauche auf dem Acker. amazon steht es frei, so einen Zirkus mit ihrem Rezensionssystem zu veranstalten wie sie es bis heute tun. Und mir steht es frei, mit meiner Kaufverweigerung nicht diese Rezensionsexemplare zu finanzieren. (Ich weiß, dass meine Haltung überhaupt keinen Effekt hat, wenn man die Größe des Buchmarktes betrachtet - und trotzdem fühlt es sich für mich richtig an.)

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    Saul Bellow, (1915-2005 ), U.S. author,
    in Herzog

  • Ach ich lese gelegentlich Rezensionen auf Amazon, mehr jedoch hier im BT. Meist interessiere ich mich vor allem für die mittleren bis schlechten Bewertungen, die aber durchaus gut und ausführlich sein müssen. Einem guten Rezensenten sollte es gelingen ein Buch nicht nur ausschließlich positiv zu beurteilen, sondern er/sie sollte sich auch kritisch damit auseinanderzusetzen und Schwachpunkte aufzuzeigen. Ist eine Rezension allzu positiv, dann stimmt meist etwas nicht.

  • Ich habe jetzt mal nach der Frau gegoogelt, da es offenbar eine Bildungslücke ist, sie nicht zu kennen :pale: und bin auf diesen Artikel gestoßen.
    Da ist von Cybermobbing, Telefon-Stalking und unerwünschten Hausbesuchen die Rede. Zu so etwas (Punkt 2 und 3) kann es doch nur kommen, wenn man dort seine Daten preisgibt, wozu man nicht verpflichtet ist, wenn man Rezensionen einstellen will.
    Gegen das Cybermobbing kann man vielleicht nichts machen, außer es zu ignorieren oder dort nicht mehr zu rezensieren. Aber wer seine Telefonnummer und Adresse öffentlich macht, dem ist doch nicht mehr zu helfen. #-o


    Ich will dir keineswegs zu nahe treten (und vielleicht hast du es gar nicht so gemeint), aber ist das nicht ein bißchen Opfer/Täter-Umkehr?
    Sicher ist es unklug zuviel von seinen Daten preiszugeben, aber selbst wenn man es tut, berechtigt das NIEMAND diese mißbräuchlich zu verwenden -> Mobbing, Stalking, Hausbesuche (!).
    Wenn mir Rezensionen einer Person nicht zusagen, kann ich sie ignorieren (oder dann vom Kauf des Buches absehen). Wenn ich "Gefälligkeitsgutachten" vermute, kann ich auch auf LEGALEM Wege meinen Standpunkt vertreten und meine Bedenken an den dafür geeigneten Stellen plazieren.
    Keiner - nicht einmal diese Frau König - verdient es gestalkt und gemobbt zu werden.

    „An allem Unrecht, das geschieht, ist nicht nur der Schuld, der es begeht, sondern auch der, der es nicht verhindert.“

    Erich Kästner

    "Das fliegende Klassenzimmer"


    Warnhinweis:
    Lesen gefährdet die Dummheit


    :study:

  • Sicher ist es unklug zuviel von seinen Daten preiszugeben, aber selbst wenn man es tut, berechtigt das NIEMAND diese mißbräuchlich zu verwenden -> Mobbing, Stalking, Hausbesuche (!).
    Wenn mir Rezensionen einer Person nicht zusagen, kann ich sie ignorieren (oder dann vom Kauf des Buches absehen). Wenn ich "Gefälligkeitsgutachten" vermute, kann ich auch auf LEGALEM Wege meinen Standpunkt vertreten und meine Bedenken an den dafür geeigneten Stellen plazieren.
    Keiner - nicht einmal diese Frau König - verdient es gestalkt und gemobbt zu werden.

    Du hast da sicher recht - bei Mobbing und Stalking hört sich der Spaß nun wirklich auf. Das ist definitiv ein Delikt. Aber ich glaube nicht, dass €nigma meint, sie würde das Stalken für gut heißen, sondern einfach die Blauäugigkeit der Dame, dass jeder ein furchtbar guter Mensch sei und sie deshalb gegen Belästigungen gefeit sei.
    Allein schon ihr eigenes Verhalten als Rezensentin wirkt nicht ganz echt (nur 5-Sterne-Rezensionen, und dies zu Tausenden?), d.h. man könnte evtl. vermuten, dass sie selbst ein Bewertungssystem zu ihrem eigenen Vorteil unterlaufen habe, dessen Hintergrund amazon als demokratisch angepriesen hatte (OK, auch hier könnte (sollte?) man wohl nicht immer die besten Intentionen und eine große Tugendliebe voraussetzen - keine Frage). Diese überdurchschnittlichen und massenhaften Positivbewertungen Einzelner lassen das Funktionieren solcher Systeme einfach nicht zu, auch wenn alle anderen Parameter optimal operieren würden. Ich kann mir schon vorstellen, dass bei Menschen mit schwach ausgeprägtem Sinn von Differenzierung zwischen angemessener Reaktion und Delikt die leichte Auffindbarkeit persönlicher Daten das letztere Verhalten auslöst.

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    Saul Bellow, (1915-2005 ), U.S. author,
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  • Ich würde Kaffeefahrten gar nicht erst mitmachen. :lol: Deine Einstellung kann ich hier aber nicht ganz nachvollziehen: Wenn eine Rezension Kaffeefahrt-Niveau hat, muss es deshalb doch nicht auch das Buch haben. Ich lasse mich durch Lobhudeleien weder dazu verführen, ein Buch zu kaufen, noch es nicht zu kaufen. Das fehlte auch noch, dass mir eine unkritische Rezension ein gutes Buch vermiest.


    Volle Zustimmung.
    Ein Buch kaufe ich in erster Linie, weil mich Inhalt und Leseprobe ansprechen. Wenn mich ein Buch wirklich interessiert, kann mich eine eindeutig gekaufte Rezension sicherlich nicht davon abhalten, es zu lesen. Kritische Rezensionen schaffen das schon mal (eventuell leihe ich mir ein Buch mit vielen negativen Rezensionen eher aus, als dass ich es kaufe).


    Im Allgemeinen finde ich die Rezensionen auf Amazon nicht mehr oder weniger hilfreich als hier im Forum oder in anderen Foren.
    In Foren ist die Anzahl der Rezensenten evtl. geringer, sodass ich noch darauf achten kann, ob der Buchgeschmack mit meinem eigenen übereinstimmt; aber auch das muss ja nicht immer heißen, dass mir das Buch gefällt.



    Da stimme ich Dir voll und ganz zu. Ich finde es auch sehr störend, dass einige Mitglieder einfach nur ihre Rezensionen im Forum abladen, ohne jemals auf vorhergehende Beiträge zu dem betreffenden Buch einzugehen oder sich überhaupt an Diskussionen zu beteiligen. Offenbar werden sie von den Verlagen gedrängt, ihre Besprechungen in so vielen Foren wie möglich unterzubringen oder sie sehen sich vielleicht einfach nur gern gedruckt. Aber es sind nun mal nicht so sehr die Rezensionen, die man ja überall im Netz finden kann, sondern vor allem der Austausch über Bücher (und Babys :loool: ), die ein Forum interessant und gemütlich machen.


    Wobei ich das auch mache - also Bücher rezensieren, ohne auf die vorangegangene Diskussion einzugehen. Ich persönlich finde es nicht ganz so gewinnbringend, über Meinungen zu diskutieren; ich diskutiere ja auch nicht über Lieblingsfarben oder darüber, warum mir Falafel besser schmecken als Rosenkohl. Normalerweise finde ich es angenehmer, in den Rezensionsthreads tatsächlich nur Rezensionen zu lesen. Wenn ich über meine Meinung zu einem Buch diskutiere, dann eher in einer Leserunde oder im Ich-lese-gerade-Thread, nicht unbedingt in den Rezensionen (es sei denn, ich kann wieder meine Finger nicht stillhalten; passiert, so sehr ich mich auch bemühe, es zu lassen.) Wenn hier jemand das Forum nur nutzt, um Rezensionen einzustellen - bitte, von mir aus. Solange ich dadurch auf interessante Bücher aufmerksam werden kann, ist mir das egal.
    Davon ab: Auch hier im Forum gibt es einige Leute, die auf Gegenmeinungen äußerst empfindlich reagieren, sodass einem eine Diskussion recht schnell verleidet wird.


    Was die persönlichen Daten angeht, hat @terry eigentlich alles gesagt. (Und in vielen Fällen, wenn auch nicht bei Amazon, ist die Angabe von Kontaktdaten, beispielsweise eines Impressums, Pflicht. Da stehen dann Telefonnummer und Adresse öffentlich im Internet, weil es der Gesetzgeber so vorschreibt! Das hat mit Blauäugigkeit oder "nicht mehr zu helfen" nichts zu tun. Und ja, von meinem Amazon-Profil ist es zB nicht schwer, auf meine Webseite zu kommen. Wer wirklich stalken und mobben will, findet den Weg dann auch noch raus.)

  • Sicher ist es unklug zuviel von seinen Daten preiszugeben, aber selbst wenn man es tut, berechtigt das NIEMAND diese mißbräuchlich zu verwenden -> Mobbing, Stalking, Hausbesuche (!).


    Keiner - nicht einmal diese Frau König - verdient es gestalkt und gemobbt zu werden.


    Wo habe ich geschrieben, dass irgendjemand das Recht hat, jemanden, der mit seinen Daten im WWW zu sorglos umgeht, zu mobben oder zu stalken? Aber es ist eine Tatsache, dass es auch Menschen gibt, die das anders sehen und die Naivität solcher Leute ausnutzen.
    Es ist einfach dumm, sich so zum gläsernen Menschen zu machen!


    Aber ich glaube nicht, dass €nigma meint, sie würde das Stalken für gut heißen, sondern einfach die Blauäugigkeit der Dame, dass jeder ein furchtbar guter Mensch sei und sie deshalb gegen Belästigungen gefeit sei.


    Genau so ist es. :thumleft:

    "Books are ships which pass through the vast sea of time."
    (Francis Bacon)
    :study:
    Paradise on earth: 51.509173, -0.135998

  • Ich finde es auch sehr störend, dass einige Mitglieder einfach nur ihre Rezensionen im Forum abladen, ohne jemals auf vorhergehende Beiträge zu dem betreffenden Buch einzugehen oder sich überhaupt an Diskussionen zu beteiligen.


    Mal abgesehen davon, dass ich keine kostenlose Bücher erhalte (will ich auch nicht, weil ich absolut unabhängig bleiben möchte), beteilige ich mich auch oft an Diskussionen über Bücher nicht.
    a. Habe ich diese Streitereien leid, die aufgrund unterschiedlicher Meinungen entstehen.
    b. Mag ich Menschen nicht, die mir ihre Meinung aufdrängen möchten.
    und c. ganz wichtig - ich vergesse oft den Inhalt von Büchern, und kann gar nicht mehr mit diskutieren. Wie jetzt auf meinem Blog ein Eintrag zu "Lichtjahre" von James Salter, meinst du, ich wüsste noch was in diesem Buch Sache war? ?(


    Dich lese ich allerdings auch sehr selten, und im Grunde müsstest du einen Post nach dem anderen liefern, wenn du ... tust du aber auch nicht :P

  • An den Rezensionen hier im Forum nervt mich dieses blinde festklammern am vorgegebenen Rezensionsmuster.


    Okay, für die erste Rezension eines Buches ist die natürlich super, keine Frage - aber wenn ich mich hier durch die Rezi-Threads lese und in fünfzehn aufeinanderfolgenden Beiträgen immer und immer wieder den Inhalt des selben Buches serviert kriege, nervt mich das schon ziemlich.


    Reicht es nicht, wenn der Inhalt des Buches in der Erstrezension auftaucht und bei den folgenden Beiträgen nur noch die eigene Meinung dargestellt wird?
    Denn die ist ja schließlich die Hauptsache.


    Ich weiß nicht wie es Euch geht, aber ich würde mich dann beim Stöbern in den Rezi-Threads wahrscheinlich echt weniger wie eine wiederkäuende Kuh fühlen...
    *muuhh*

    Ich :study: gerade: Die Henkerstochter und der Fluch der Pest von Oliver Pötzsch

  • An den Rezensionen hier im Forum nervt mich dieses blinde festklammern am vorgegebenen Rezensionsmuster.


    Reicht es nicht, wenn der Inhalt des Buches in der Erstrezension auftaucht und bei den folgenden Beiträgen nur noch die eigene Meinung dargestellt wird?
    Denn die ist ja schließlich die Hauptsache.


    Genauso mache ich es auch. Wenn es schon eine ordentliche Rezension gibt, dann schreibe ich nur mehr meine Meinung zum Buch, aber nicht die xte Inhaltsangabe. Ich denke aber auch, dass das so in Ordnung ist. Teilweise kommen volle neue Rezensionen mittendrin rein, von denen ich denke, dass sie durch einen Admin verschoben wurden, weil es das Thema schon gab. Oder irre ich mich?

    Die Ehe ist wie eine belagerte Burg:
    Die, die draußen sind wollen hinein. Und die, die drinnen sind wollen hinaus.
    (unbekannt)

  • Ich habe jetzt mal nach der Frau gegoogelt, da es offenbar eine Bildungslücke ist, sie nicht zu kennen


    Wir teilen diese Bildungslücke und ehrlich gesagt, fehlt mir auch die Zeit, mir anzuschauen, wer auf amazon wieviele Rezensionen schreibt. Ich schaue hin und wieder nach den Rezensionen bei einem Buch, das mich interessiert und das hier noch nicht vorgestellt wurde. Aber selbst dann schaue ich selten auf den Namen des Rezensenten. :scratch:

    Gelesen in 2020: 7 - Gehört in 2020: 9 - SUB: 437


    "Wenn der Schnee fällt und die weißen Winde wehen, stirbt der einsame Wolf, doch das Rudel überlebt." Ned Stark

  • Mit einem Lächeln verfolge ich diese Diskussion welche gar nicht so neu ist. Im Zeitalter in welchem praktisch jeder Leser seinen eigen Blog hat wo er sich und sein Bücher präsentiert, gibt es einfach sehr viele "subjektive" Rezensionen. Zudem ist das Web überlaufen mit Foren und Unterforen usw. womit es dem Leser nicht leicht gemacht wird die "Spreu vom Weizen" zu trennen, wenn man so sagen darf in diesem Bereich. Nun haben jedoch diese Rezensenten natürlich keine Zeit um über ihre Bücher zu sprechen oder allfällige Antworten zu geben, das würde ihren Fluss im einstellen von neuen Rezensionen bremsen und das würde dieselben überfordern. :D
    Noch einen Anmerkung von Hypocritia welche mir sehr gefiel, jede Rezension wird mit Superlativen geschmückt, dass dem "einfachen" :wink: Leser jedesmal einen kalten Schauer überfällt und er mit Angst und Schrecken daran denkt schon wieder ein Buch lesen zu müssen und den Duden dabei nicht vergessen.
    Und nun? Lassen wir uns von unserm eigenen Bauchgefühl leiten, öffnen Augen und Ohren somit kommen wir zu den Büchern welche die eigene Seele ansprechen.