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Thariot - Das String-Paradoxon

  • Kurzmeinung

    ViktoriaScarlett
    Das Buch überraschte mich mit einer bestimmten Wendung und konnte mit einem guten Spannungsmaß punkten.
  • Das Buch überraschte mich mit einer bestimmten Wendung und konnte mit einem guten Spannungsmaß punkten, nur das Ende war seltsam. Was ich meine kannst du im Text nachlesen.

    Zitat
    Inhaltsangabe:
    Cambridge – Februar 2028
    Am Smithsonian Astrophysical Observatory knallen die Korken. An diesem Tag sendet das Nancy-Grace-Roman-Space-Telescope die ersten Bilder aus dem Weltall, dessen Ziel die Erforschung der Expansionsgeschichte des Universums ist. Mit den ersten Daten kippt die Stimmung, da das Universum nicht wie angenommen expandiert, sondern offenbar schrumpft.

    Das String-Paradoxon
    Dr. Ellen Duvall ist Physikerin, 36 Jahre alt, ledig, attraktiv und wird von Kollegen aufgrund ihrer Besserwisserei gemieden. Ihre unpopulären Berechnungen stimmen immer. Sie sagt voraus, dass das Universum in 47 Jahren kollabieren wird. Seamus Halligan ist Schotte, 42 Jahre alt, geschieden, Vater von drei Töchtern und arbeitet als Verbindungsoffizier im Rahmen der Five-Eyes-Alliance an der Ostküste. Die Spinner von der Uni versauen ihm den Urlaub. Dass Carl Weathers mit 71 als Hausmeister am Smithsonian arbeitet, liegt an seiner Sorgfalt, sich auch um Kleinigkeiten zu kümmern und einem verstorbenen Gönner, dessen Erbe das Institut langfristig finanziert. Ellen wird aufgrund ihrer nicht widerlegbaren Berechnungen weggelobt. Als Verwaltungschefin soll sie mit den Erben und Großspendern eine einvernehmliche Lösung finden, einen verwaisten und teuer zu unterhaltenden Laborkomplex auflösen sowie Carl in den Ruhestand schicken. Eine Entscheidung mit Folgen: Carl will in dem alten Labor den Strom abschalten, bei Seamus läuft das Telefon heiß und Ellen erkennt mit Schrecken, sich verrechnet zu haben. Den Super Bowl am nächsten Sonntag wird niemand mehr erleben.
    (Quelle: https://www.ronin-hoerverlag.d…ion/das-string-paradoxon/, Datum: 21. November 2023)


    Meine Meinung zur Geschichte:

    Nachdem ich bereits mehrere Bücher des Autors (Arcurus Gate Band 1, Nebula Rising Band 1, Pheromon Band 1: Sie riechen dich u.a.) gelesen bzw. gehört habe, konnte „Das String-Paradoxon“ als Nächstes mein Interesse wecken.


    Der Einstieg in die Geschichte war absolut direkt. Ich wurde mitten in das Geschehen geworfen und traf auf Ellen Duvall, die sich im Moment noch zu Hause befand. Die Physikerin kämpfte mit ihren 36 Jahren noch immer um Gleichberechtigung und Toleranz, obwohl sie es bereits weit gebracht hatte. Ich mochte sie mit ihrer kämpferischen und selbstbewussten Art, obwohl sie oft aneckte. Carl Weathers war mir trotz seines naiven Verhaltens sofort sympathisch. Auch Seamus Halligan sammelte Sympathiepunkte durch seine starke Loyalität bei mir.


    Die Geschichte versprach mir durch den Klappentext ein hohen Spannungslevel. Im Grunde gab es das auch, obwohl ein Teil davon sich in die Länge zog. Ellen und Seamus Handlung gehörte fast von Anfang an zusammen. Carls lief hingegen lange parallel, wenngleich sie sich manchmal kurz kreuzten. Die ersten Geschehnisse rund um Carl waren mir zu ausführlich erzählt, wobei ich die Notwendigkeit für dessen Charakterbildung erkennen konnte. So wusste ich den Mann einzuschätzen. Eine Zeit lang gab es noch einen dritten Handlungsstrang, dem ich nicht viel abgewinnen konnte. Mir war klar, dass der Autor damit die Dramatik der Situation verdeutlichen wollte, sowie damit zeigte, wie schnell Verschwörungstheorien eskalieren konnten. Soziale Medien können dabei zu einem gefährlichen Instrument werden. Eine bestimmte Wendung bezüglich der Technik in einem Labor hat mich sehr überrascht.


    Was die wissenschaftliche Seite rund um das String-Paradoxon oder auch dem nahenden Weltuntergang anging – hier konnte der Autor meine Aufmerksamkeit auf das Geschehen bannen. Ich versuchte zu verstehen, was die Wissenschaftler*innen erzählten bzw. herausfanden. Es ist gar nicht so einfach, spoilerfrei darüber zu schreiben, da ich dir nicht zu viel verraten will. An einem bestimmten Punkt fragte ich mich, warum keiner das Offensichtliche erkannte. Andererseits war es wahrscheinlich nur für mich so, weil ich beide Handlungsstränge kannte. Es kam zu starken Wendungen mit „Mitfieber-Charakter“.


    Irgendwann machte es Klick, man könnte sagen der Groschen fiel und die Wissenschaftler*innen mitsamt Seamus verstanden. Die Handlungsstränge liefen zusammen und der große Knall rückte näher. Was dann passierte verstand ich nicht. Plötzlich war alles vorüber und das Schlimmste daran war, dass ich keine zufriedenstellende Antwort bekam. Das Ende wurde mir persönlich viel zu schnell abgehandelt, obwohl es ein schönes Happy End gab. Das Geschehen davor hatte mich spannungstechnisch total gefangen genommen und dann das. Ich wusste nicht wirklich, was ich davon halten sollte.


    Meine Meinung zum Sprecher:

    Tim Gössler las die Geschichte hervorragend gut. Ich mochte es vor allem, wie er Carl Weathers sprach. Dessen gutmütige Art konnte man auch im Vorlesen des Sprechers hören. Überhaupt hat er eine angenehme Stimme, der ich bereits bei vielen anderen Werken zugehört habe.


    Mein Fazit:

    Die Geschichte um Ellen, Seamus und Carl konnte mit einem guten Spannungslevel punkten. Obwohl sich Carls Handlungsstrang etwas in die Länge zog, mochte ich sie. Die wissenschaftliche Seite des Geschehens konnte ich einigermaßen nachvollziehen und mir vorstellen, was der Autor beschrieb. Durch die Erzählweise spürte ich die Dramatik der Situation und verfolgte wie sie versuchten eine Lösung oder einen Fehler zu finden. Seamus unerschütterliche Loyalität gab nicht nur Ellen, sondern auch mir ein Gefühl der Sicherheit. Dann kam das Ende und ich war verwirrt. Einerseits fand ich es aufregend, anderseits verstand ich es nicht. Alles ging so schnell und wirkte rasch abgehandel, dennoch gab es ein Happy End, das mich lächeln ließ. Im Nachhinein fand ich das ziemlich gegensätzlich.


    Ich vergebe 4 von 5 möglichen Sternen!


    Das Hörbuch wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst!