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Christoph Marzi - Lilith

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Lilith

4.4|49)

Verlag: Heyne Verlag

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 688

ISBN: 9783453529113

Termin: Januar 2012

  • Ich habe gerade hier danach gesucht und es nicht gefunden, deswegen stelle ich es jetzt mal ein... :loool:


    Mit „Lycidas“ gelang Christoph Marzi der Überraschungserfolg des letzten Jahres: Zahllose Leserinnen und Leser ließen sich von den Abenteuern der kleinen Emily Laing, ihres Elfenfreundes Maurice Micklewhite und des mürrischen Alchemisten Wittgenstein in der Uralten Metropole unterhalb Londons verzaubern. In „Lilith“ findet diese fantastische Geschichte ihre Fortsetzung – und einmal mehr verwebt Christoph Marzi die viktorianische Atmosphäre eines Charles Dickens mit dem Zauber von Harry Potter. Grausige Dinge geschehen in London. Vier Jahre nach den Ereignissen, die Emily Laing und Aurora Fitzrovia die uralte Metropole haben entdecken lassen, bewahrheiten sich die Worte des Lichtlords: Alles wird irgendwann wieder leben. Erneut steigen die Waisenmädchen – in Begleitung des mürrischen Alchemisten Wittgenstein und des Elfen Maurice Micklewhite – in die Welt unterhalb Londons hinab, die besiedelt ist von Wiedergängern, ägyptischen Gottheiten, gefallenen Engeln, goldenen Vögeln und sprechenden Ratten. Tief hinab in den Schlund der Hölle führt sie der Weg, wo inmitten des Wüstensands die Asche einer Frau gefunden werden muss, die man einst Lilith nannte ...



    Ich lese dieses Buch im Augenblick mehr so nebenher weil ich noch nicht ganz weiß, wie ich es finden soll. Es besteht größtenteils aus einem Tagebuch von Emilys Freundin, welches aber eher uninteressant ist. Und ein wenig unzusammenhangslos ist es auch noch...Ich bin aber auch erst in der Mitte angelangt. Es ist schon ein tolles Buch, keine Frage und man muss es auch unbedingt weiter lesen. Nur leider finde ich, dass es sich bis jetzt nicht mit seinem Vorgänger "Lycidas" messen kann...


    Wenn ich fertig bin, werde ich hier nochmal ausfühlich rezensieren... :bounce:

    I never saw a wild thing sorry for itself. A small bird will drop frozen dead from a bough without ever having felt sorry for itself.
    D. H. Lawrence


    :study: Carlos Ruiz Zafón - Der Schatten des Windes
    :study: Cornelia Funke - Die wilden Hühner (Fuchsalarm)

  • Also bei mir ist es inzwischen auch schon wieder einen kleinen Moment her, daß ich es gelesen habe. Ich habe es mir direkt im Anschluss an Lycidas bestellt, und es genauso verschlungen, wie den ersten Band.


    Was mir bei Christoph Marzi sehr gut gefällt, ist die Tatsache, daß er viel seiner Geschichte auf real existierenden Sagen basieren lässt. Auch hier war das wieder der Fall.


    Es macht auf jeden Fall Sinn, zuerst Lycidas zu lesen, da Lilith schon sehr darauf aufbaut. Und wem Lycidas gefallen hat, der wird auch Lilith lesen wollen, schon alleine, um zu wissen, wie es mit den Mädels weiter geht.


    Und ich kann es wärmstens empfehlen.

    Viele Grüße, Alianne


    ---------------------
    Bücher sind Schiffe, welche die weiten Meere der Zeit durcheilen.
    Francis Bacon

  • ich habe lycidas diesen monat verschlungen und habe gerade das lilith neben mir liegen, die ersten Seiten musste ich schon lesen- und nun ist meine geduld auch am ende sodass ich mich wieder in die welt zu emily laing und master wittgenstein bewegen werde... bin gespannt was dieses mal alles vorkommt...

    Alleine zu sein ist nicht schlecht, wenn man in der Gesellschaft von Büchern ist.
    Christoph Marzi, Lycidas

  • Ich mochte Lycidas bereits sehr und habe Lilith sogar noch mehr gemocht. Die Schriftgröße war angenehmer, die Geschichte hatte mehr Tempo und ich mag Marzis Schreibstil total. Die Geschichte nahm mich damals total gefangen. Aber man muss so etwas halt mögen.


    Lumen hingegen habe ich bisher noch nicht gelesen. Liegt aber bereit dazu, sobald ich Zeit habe mal so ein dickes Buch zu lesen.

  • Da muss ich Schutzengel voll und ganz zu stimmen. Die Schriftgröße hat meiner Meinung nach einen sehr positiven Effekt auf das Tempo der Geschichte. Im Vergleich zum ersten Teil lässt sich Lilith einfach schneller und flüssiger lesen.
    Die Einschübe aus dem Tagebuch von Eliza Hollands finde ich einen gelungenen Rückblick um die Geschichte voranzutreiben. Die Abschnitte sind nicht störend für den Lesefluss. Sie fügen sich in die momentane Handlung sehr gut ein und bilden in ihrem Ganzen auch eine abenteuerliche Geschichte.


    Auch in dem 2. Teil um das Weisenmädchen Emily Laing geht es um die geheimnisvolle Welt unterhalb Londons. Wir treffen nicht nur alte Bekannte, sondern begegnen neuen interessanten Gestalten, deren Schicksale eng miteinander verknüpft sind. Denn eine Welt voller ägyptischer Gottheiten, gefallenen Engeln und sprechenden Ratten kann nur ein interessantes Abenteuer versprechen.

  • Ich kann euch allen einfach nur zustimmen! Das Buch ist einfach nur genial, genau wie Lycidas und Lumen. Ich kann aber nicht sagen, dass mir ein Buch mehr gefällt wie das andere, ich finde alle zusammen ergeben einfach ein phantastisches Werk!


    Ich freue mich riesig auf den vierten Teil =)

  • Lilith, der zweite Band um die Uralte Metropole, beginnt vier Jahre nach den Ereignissen aus Lycidas. Aurora Fitzrovia und Maurice Mickelwhite sind verschwunden und Emily Laing versucht sie mithilfe ihres Mentors Wittgenstein zu finden. Auf ihrer Suche lernt man die Uralte Metropole der Schwesternstadt Paris kennen, die sich doch in einigen Dingen von der in London unterscheidet.


    In diesem Buch geht es um die Geschichte von Mylydy Lilith, die Gefährtin von Master Lycidas und der Legende nach die erste Frau auf Erden. Ihre Geschichte ist eng verwebt mit der Geschichte rund um Wiedergänger oder Vampyre. Diese sind nach London gekommen und irgendwie scheint ihr Auftauchen im Zusammenhang mit Manderly Manor und somit zu unseren Freunden zu stehen.


    Christoph Marzi wirft in Lilith sehr viel mehr Fragen auf, als in Lycidas. Einiges wird geklärt, anderes taucht neu auf und ich muss jetzt auch gleich weiter lesen und den dritten Teil beginnen. Was mir besonders gut gefallen hat ist, dass die Geschichte sich auch sehr um Aurora Fitzrovia rankt und man endlich mehr über sie erfährt, was mich teilweise in großes Erstaunen versetzt und traurig gemacht hat. Außerdem merkt man, dass die Mädchen älter geworden sind und nun neben der Freundschaft auch die Liebe eine Rolle spielt. Herr Marzi schafft hier einen Hauch von Romantik, die nie kitschig oder übertrieben wirkt.


    Zusätzlich zu der Erzählung von Wittgenstein hat der Autor noch ein neues Element eingebunden. Eliza Holland, eine neue Freundin von Emily, hat Aufzeichnungen zu ihrem Leben gemacht, die hier immer zum Ende der einzelnen Buchabschnitte gelesen werden können. Ich fand diese Abschnitte nicht schlecht, aber es hätte nicht unbedingt sein müssen. Ich war oft versucht einfach vorzublättern, um zu sehen wie es mit den anderen weitergeht, aber dann hätte ich wesentliche Elemente der Handlung nicht verstehen können.


    Ich habe Lilith als kurzweiliger, aber auch als anders empfunden. Lycidas hat mich mehr überrascht, aber der Nachfolger steht dem als Gesamtbild betrachtet in nichts nach. Auch hier wurden wieder einige Elemente aus dem Mythos oder wie in diesem Fall der ägyptischen Geschichte gebraucht und mit den Uralten Metropolen in Zusammenhang gebracht. Auch hier steht wieder im Raum, dass die Grenzen zwischen Gut und Böse sich stark vermischen und man nicht allem und jedem bedingungslos vertrauen kann. Unsere alten Bekannten aus Lycidas Mr Fox und Mr Wolf sind dafür ein gutes Beispiel, da sie eigentlich eher unangenehme Zeitgenossen sind, die sich aber doch immer wieder als hilfreich erweisen.

    "Eines Tages", sagte sie,"fange ich Träume ein wie Schmetterlinge.""Und dann?", fragte er."Lege ich sie zwischen die Seiten dicker Bücher und presse sie zu Worten."
    Arkadien erwacht


    Büchersammlerin

  • Hier meine Rezi zu Lilith, ich bin für Anregungen und Kritik wie immer dankbar ;) .


    INHALT
    Vier Jahre nach den Geschehnissen aus „Lycidas“ passieren erneut schreckliche Dinge in London: Menschen verschwinden und grausame Wiedergänger treiben ihr Unwesen in den U-Bahn-Schächten und der Uralten Metropole. Emily und der Alchemist Wittgenstein machen sich auf die Suche nach den Gründen dafür, während Emilys beste Freundin Aurora von seltsamen Träumen geplagt wird. Die Nachforschungen bringen dunkle Geheimnisse aus den Zeiten der alten Pharaonen ans Licht, und Emily und Wittgenstein verschlägt es nach Paris, wo sie die Ursache für all das Übel zu finden hoffen. Ihre Aufgabe ist es, die Asche von Lilith zu finden, denn nur sie kann dem Morden ein Ende bereiten. Und nicht zuletzt gilt es, endlich mehr über Auroras Vergangenheit herauszufinden …


    KRITIK
    Auch die Fortsetzung der Reihe um die Uralte Metropole von Christoph Marzi birgt wieder eine sehr spannende Geschichte, die mich als Leser absolut gefesselt hat. Wie schon zuvor fühlt man sich eher wie in einer Detektivgeschichte, denn Emily und Wittgenstein decken langsam aber sicher viele Geheimnisse der Vergangenheit auf und entwirren die komplexen Zusammenhänge und Verflechtungen der Geschichte. Die vor allem zu Beginn sehr bedrohliche Stimmung trägt ihr Übriges zur Spannung bei.
    Zweimal im Buch gibt es ein Zwischenspiel um Emilys Freundin Eliza Holland, in dem Geschehnisse aus der Vergangenheit aufgedeckt werden. Diese Passagen sind durchaus interessant und für die Handlung um Emily und Wittgenstein wichtig, aber für meinen Geschmack waren sie deutlich zu lang und zu sehr aus dem Zusammenhang um die Geschehnisse im modernen London gerissen. Dass der Leser zweimal für so lange Zeit (130 bzw. 50 Seiten) aus der Geschichte um Emily und Wittgenstein herausgerissen wird, zerstört deren Spannung und Bedrohung. Außerdem konnte ich mich mit Eliza lange nicht so gut identifizieren wie mit Emily, sie war mir nicht so sympathisch, und daher hätte es mich viel mehr interessiert, wie es Emily erging.


    Damit wäre ich schon beim großen Lob für Marzis Roman angekommen: die beiden Hauptcharaktere Emily und Wittgenstein, die im ersten Band meiner Meinung nach noch einige Schwächen hatten, sind in diesem zweiten Buch nun wunderbare Figuren geworden, die die Sympathie des Lesers gewinnen und einen völlig in die Geschichte abtauchen lassen. Sie sind inzwischen sehr viel vielschichtiger und realistischer geworden, auch wenn man sie in der langen Unterbrechung aus dem Blick verliert und daher auch wenig Entwicklung erkennbar ist. Aurora und Maurice Micklewhite hingegen spielen in diesem Band eine weit untergeordnetere Rolle, auch wenn hier endlich das Geheimnis um Auroras Herkunft gelüftet wird, was sehr gut und spannend erzählt wird. So fand ich insgesamt die beiden Hauptfiguren sehr gut gelungen, abseits davon hätten dem Roman aber noch ein paar profiliertere Figuren und mehr Vielfalt gut getan.


    Marzis Stil wird ja in jeder Kritik ausführlich behandelt (und meist bemängelt) und auch ich empfand den Schreibstil wieder als etwas nervig. Marzi schafft es durch die Unterbrechung, in der Eliza Holland in der ersten Person von ihren Erlebnissen erzählt, sehr gut deutlich zu machen, dass dieser Stil ein typisches Charakteristikum des Erzählers Wittgenstein ist (Eliza schreibt sehr viel angenehmer), und der Stil passt auch absolut zu dem Alchemisten, aber trotzdem stören die in meinen Augen künstlich aufgebauscht wirkenden und abgehackten Sätze auf Dauer. Die ständigen Andeutungen Wittgensteins von Unheil und Gefahr ohne konkrete Informationen empfand ich ebenfalls als störend.


    Stimmung und Atmosphäre trifft Marzi wiederum sehr gut. Zwar spielt die Geschichte nicht mehr ausschließlich in London wie noch im ersten Teil, sondern auch in Paris, Ägypten oder Ungarn, und die Schauplätze nehmen auch eine weniger beherrschende Rolle ein als in Lycidas (wo London fast schon eine eigene Figur war), aber trotzdem fühlt man sich immer sofort an den jeweiligen Ort versetzt und beim Lesen kommt eine wunderbare Atmosphäre auf.


    FAZIT
    Der Nachfolger von „Lycidas“ ist wieder absolut gelungen. Die Geschichte ist spannend und die Hauptfiguren konnten vollkommen überzeugen. Für Fans des ersten Bandes und alle, die spannende, detektivgeschichtenartige Fantasy mögen, ist „Lilith“ daher ausdrücklich zu empfehlen. Aufgrund etwas weniger überzeugender Charaktere und dem langen Einschub, der etwas den Lesefluss störte, vergebe ich (gute) 4 von 5 Sternen.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    "Ein Raum ohne Bücher ist wie ein Körper ohne Seele." - Marcus Tullius Cicero
    :study: Ken Scholes - Hohelied

  • Zwar spielt die Geschichte nicht mehr ausschließlich in London wie noch im ersten Teil, sondern auch in Paris, Ägypten oder Ungarn, und die Schauplätze nehmen auch eine weniger beherrschende Rolle ein als in Lycidas (wo London fast schon eine eigene Figur war), aber trotzdem fühlt man sich immer sofort an den jeweiligen Ort versetzt und beim Lesen kommt eine wunderbare Atmosphäre auf.


    Das ist mein größter Kritikpunkt an diesem Teil. Während man bei Lycidas sich langsam auf die zweite Welt unterhalb Londons einlassen konnte, fehlt diese andere Welt mir in Lilith doch gewaltig. Lässt sowohl Klappentext als auch Covergestaltung darauf schließen, dass man sich bald im Untergrund Paris' befindet, enttäuscht dann die Handlung. Den ersten Teil verbringen Emily und Aurora wieder in London, dann durch Elizas Tagebuch in Ungarn u. Ägypten, dann endlich in Paris, um dann schnell wieder nach London zu düsen. Da ich mich auf eine ebenso aufregende und neue Unterwelt in Paris gefreut habe, wie es der Autor mit London vorgemacht hat, war ich ein klein wenig enttäuscht.
    Sehr schön fand ich dagegen, dass viele Figuren aus dem ersten Teil wieder auftauchten und nicht "verloren" gegangen sind. Auch viele Wendungen in der Handlung kamen zumindest für mich ziemlich überraschend.

  • Ich dachte, ich hätte das hier auch rezensiert ... lässt sich aber alles nachholen:


    In der Uralten Metropole unterhalb von London herrscht Angst und Schrecken. Grausige Kreaturen begehen furchtbare Morde, ganze U-Bahn-Züge voller Menschen wurden brutal und blutig niedergemetzelt. Wittgenstein hat schon bald eine Ahnung, worum es sich hier handelt: die Vinshati, blutdurstige Untote. Ähnliches berichtet man aus dem Orient-Express, mit dem Aurora Fitzrovia und Maurice Micklewhite unterwegs waren. Wittgenstein und Emily fürchten das Schlimmste um ihre beiden Freunde - und für die Uralte Metropole, denn die Grausamkeit der Vinshati ist gewissermaßen ansteckend.


    Damit beginnt das zweite Abenteuer in der Stadt unter der Stadt. Emily und Wittgenstein müssen in die Hölle hinabsteigen und die Totenmaske der Lilith finden, um den schrecklichen Untaten ein Ende zu bereiten, hinter denen die grausame Carathis steckt, ein überaus furchterregendes, uraltes Wesen. Bis dahin ist es jedoch noch ein langer Weg, der von London in eine andere Uralte Metropole führt - nach Paris, das hier nicht die Stadt von Licht und Liebe ist, sondern von unheimlichen Kreaturen bevölkert und noch gruseliger als das verborgene London.


    Der zweite Teil der Trilogie um die Uralte Metropole und Emily Laing ist wieder äußerst spannend, der Wälzer blättert sich fast von selbst um. Der Grundton ist diesmal noch düsterer als im ersten Band, die Geschehnisse ziemlich blutig, teils wird es sogar recht eklig. Christoph Marzi fährt ein ganzes Arsenal an Blutsaugern und Wiedergängern auf, schlägt einen großen Bogen von der Geschichte des rätselhaften al-Vathek über die Mythologie des alten Ägypten und osteuropäische Vampirlegenden bis zu den merkwürdigen Geschehnissen bei den Ausgrabungen von Howard Carter, der das Grab des Tut-ench-Amun fand. Eine neue Idee sind die eingestreuten Erinnerungen der Eliza Holland, die diesmal eine tragende Rolle spielt und die sowohl Carters Ausgrabungen begleitet als auch gruselige Erfahrungen in einem kleinen rumänischen Dorf gemacht hat.


    Stilistisch hat mir dieser Band häufig nicht so gut gefallen, die kurzen, zerhackten Sätze als Stilmittel mag ich genausowenig wie eine künstlich invertierte Satzstellung. Aber die mitreißende Handlung macht diese Mängel zum Glück über weite Strecken wett. Man sollte beim Lesen keine zu langen Pausen einlegen, denn Marzi spielt sehr häufig mit Sein und Schein, und selbst beim flotten Durchlesen war es oft schwierig, den Überblick zu behalten, wer jetzt eigentlich wirklich wer ist.


    Für alle Fans der Uralten Metropole und Leser mit unempfindlichem Magen eine spannende Lektüre. Stilisten sollten lieber weglesen.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

  • "Lilith" ist wieder genauso detailliert, facettenreich und vielschichtig wie der Vorgänger "Lycidas". Der Übergang ist zunächst fast nahtlos, auch wenn nun ein paar Jahre vergangen sind. Wieder sind wir in dem liebgewonnenen, von Marzi so toll beschriebenen, mystisch wirkenden London und seiner Uralten Metropole. Auch wenn das Lesen von "Lycidas" bei mir noch nicht mal lange her ist, war ich doch froh, dass vom Autoren immer wieder kurze Rückblenden auf die Geschehnisse aus dem letzten Buch eingeworfen wurden.


    Wiederum hat Marzi eine wundervolle Handlung geschaffen, in der Historie, Religion und Fantasy eins werden und zu einem einzigartigen Gebilde verschmelzen. Dieses Mal sind wir nicht nur in London tätig, sondern auch in Paris, was für mich leider der schwächste Teil der Geschichte war, da, wie Brianna80 auch schon anmerkte, hier einfach wenig rüberkam. Die Tagebücher der Figur Eliza, die einen beachtlichen Teil der Geschichte einnehmen und größtenteils in Ägypten und Rumänien spielen, haben mir wiederum sehr gut gefallen. In dieser Buchreihe ist es ja an der Tagesordnung, dass alte Geschichten erzählt werden um die Handlung in der Gegenwart zu verstehen und ich habe diese Zwischenspiele einfach als längere Erzählungen angesehen, die sowohl nötig für den Ablauf als auch sehr spannend waren.


    Die Reihe um die Uralte Metropole ist in meinen Augen etwas, das es relativ selten gibt: Urban Fantasy für Erwachsene. Nicht nur wegen der mittlerweile an der Schwelle zum Erwachsenwerden stehenden Hauptfigur Emily, sondern vor allem wegen der Komplexität der Handlung, in dem so wahnsinnig viel miteinander verbunden und verwoben ist. Meinen Respekt an Christoph Marzi wie er sich all diese Verstrickungen zurechtgelegt hat. Allerdings ist die hohe Komplexität von "Lilith" gleichzeitig Fluch und Segen, da es einem wegen der vielen Charaktere und ihrer Verbindungen zueinander, sowohl in Gegenwart als auch in Vergangenheit, irgendwann gar nicht mehr so wichtig ist, wer nun mit wem paktiert und warum und wer nun wen gegeneinander ausspielt usw. Zwischendurch habe ich immer mal wieder ein klein wenig den Faden verloren, ihn allerdings auch wiedergefunden, nur um ihn 10 Seiten später wieder loszulassen :wink: . Und deswegen gibt es von mir "nur" :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: .

  • Vier Jahre ist es nun her, seitdem Lycidas verschwunden ist und nach der Manderly-Krise wieder Ruhe in London einkehrte. Vier Jahre seitdem sich für das Waisenmädchen Emily Laing die Pforten zur „Uralten Metropole“ öffneten.
    Und gerade jetzt geschehen erneut mysteriöse Dinge. Menschen verschwinden, dunkle Wesen streifen durch London und Emilys beste Freundin, Aurora Fitzrovia, wird von seltsamen Träumen geplagt.
    Es ist also an der Zeit erneut in die Tiefen der „Uralten Metropole“ hinabzusteigen und zusammen mit ihren Mentoren, dem Alchemisten Wittgenstein und dem Elfen Maurice Micklewhite, steigen die beiden Mädchen in die Welt unterhalb Londons hinab.
    „Lilith“ ist der 2. Teil von Christoph Marzis „Uralte Metropole“-Reihe. Für mich war dieses Buch viel strukturierter als dessen Vorgänger „Lycidas “ und ist trotz des Ideenreichtums nicht so überladen.
    Dennoch ist es teilweise weiterhin sehr verwirrend und man verliert wieder schnell den Faden. Das ist aber bei „Lilith“ nicht so extrem wie bei „Lycidas“ und durch diese Verwirrung und Planlosigkeit meinerseits wurde ich von Marzis Ideen und den zahlreichen Wendungen der Geschichte überrascht und neugierig gemacht. Es dient also durchaus zur Spannungs- und Interessenserhaltung.
    Anders als bei „Lycidas“ wurde ich relativ schnell vom Sog der Geschichte gefangen genommen und hatte auch keine Anlaufschwierigkeiten.
    Die eigentliche Handlung lässt sich auch relativ schnell lesen, ist sehr interessant und spannend.
    Dennoch war die „Geschichte in der Geschichte“ etwas zäh, da von der Vergangenheit erzählt wurde und so Licht ins Dunkle gebracht werden sollte was die mysteriösen Geschehnisse in und um London betrifft. Diese Stellen fand ich leider etwas langatmig, obwohl die Informationen durchaus interessant waren.
    Viele offene Fragen werden im zweiten Teil geklärt, wobei man „Lycidas“ dann doch vor „Lilith“ gelesen haben sollte, sonst würde man wohl keinen Überblick haben.
    Marzi schreibt auch hier wieder mit seinem unbeschreiblich prägenden und tiefgründigen Stil in einer wunderschönen, bildhaften und poetischen Sprache. Dadurch wird eine ganz eigene Welt zum Eintauchen erschaffen und die Handlung wird lebendig. Der Leser fühlt sich so selbst als ein Teil davon und entwickelt auch Gefühle für die Figuren. Diese sind mir mittlerweile auch sehr ans Herz gewachsen und weiterhin mehr als sympathisch.
    Die phantastischen Elemente und die schönen, detaillierten Beschreibungen schaffen eine sehr dichte und atmosphärische Stimmung. London ist eine wirklich wunderschöne Stadt und durch die detailgetreuen Schilderungen kommt es einem so vor, als wenn man selbst gerade durch London streift.
    Dennoch war der Ortswechsel nach Paris auch gut, da so keine Eintönigkeit entstand und man auch neue „Plätze“ kennenlernt.
    Die „Uralte Metropole“-Reihe ist wirklich wunderschön zu lesen so wie überhaupt alle Bücher dieses grandiosen Autors.
    Voll von Gefühl, Melancholie, Tiefgründigkeit, Herzblut und Phantasie ein wahrer Lesegenuss und natürlich nur zu empfehlen.



    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: von :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

  • Habe "Lilith" gerade heute auf die "Unbedingt-im-nächsten-Jahr-lesen" Liste gepackt. Völlig zu Recht, wie mir scheint. :)

    Gelesen in 2018: 22 - Gehört in 2018: 24 - SUB: 366


    "Wie das Schwert den Wetzstein braucht ein Verstand Bücher, um seine Schärfe zu behalten." (Tyrion Lennister)

  • Kurzbeschreibung:
    Grausige Dinge geschehen in London. Vier Jahre nach den Ereignissen, die Emily Laing und Aurora Fitzrovia die uralte Metropole haben entdecken lassen, bewahrheiten sich die Worte des Lichtlords: Alles wird irgendwann wieder leben. Erneut steigen die Waisenmädchen – in Begleitung des mürrischen Alchemisten Wittgenstein und des Elfen Maurice Micklewhite – in die Welt unterhalb Londons hinab, die besiedelt ist von Wiedergängern, ägyptischen Gottheiten, gefallenen Engeln, goldenen Vögeln und sprechenden Ratten. Tief hinab in den Schlund der Hölle führt sie der Weg, wo inmitten des Wüstensands die Asche einer Frau gefunden werden muss, die man einst Lilith nannte... *Quelle*


    Zum Autor:
    Christoph Marzi, Jahrgang 1970, wuchs in Obermendig nahe der Eifel auf, studierte in Mainz und lebt heute mit seiner Familie im Saarland. Seit dem großen Erfolg seiner Saga um die Uralte Metropole (Lycidas, Lilith, Lumen und Somnia) ist er einer der erfolgreichsten deutschen Phantasik-Autoren.


    Meinung:
    Lilith ist der 2. Band der Uralte Metropole-Reihe, daher besteht beim Weiterlesen Spoilergefahr!


    Vier Jahre nach den Erlebnissen aus Lycidas geht die Geschichte nun weiter und wieder ereignen sich mysteriöse Vorkommnisse in der Stadt der Schornsteine. Erneut verschwinden Menschen, bevölkerte Zugwaggons sind mit einem Mal leer und voller Blut. Und auch Aurora Fitzrovia und Maurice Micklewhite verschwinden auf der Fahrt mit dem Orient-Express, der sie von Paris zurück nach London bringen sollte, spurlos. Emily und Wittgenstein machen sich auf die Suche nach ihnen und bekommen es mit Wiedergänger-Kreaturen zu tun, denen nur durch die Maske der Lilith Einhalt geboten werden kann.


    Hilfreiche Informationen zu den Kreaturen erhält Emily von Eliza Holland und deren Tagebuch, das sie während ihres Aufenthalts in Ägypten aufzeichnete, als sie zusammen mit Howard Carter nach dem Grab des Tut-Ankh-Amen suchte und sie bis nach Rumänien reisen ließ, um der Legende des al-Vathek nachzugehen. Wird Emily es schaffen, zusammen mit neuen und alten Verbündeten die Maske der Lilith rechtzeitig zu finden und so die Kreaturen zu bändigen?


    Christoph Marzi kann mit dem 2. Teil der Uralte Metropole-Reihe wieder genauso begeistern wie schon mit dem Auftaktband. Sofort befand ich mich wieder an der Seite von Emily, die mittlerweile 4 Jahre älter geworden ist, und ihren Freunden. Altbekannte Charaktere findet man hier wieder, aber auch viele neue Personen werden eingeführt. Vor allem Eliza Holland, eine neue Freundin Emilys, konnte mich sehr für sich einnehmen. Eine mysteriöse Frau mit einer Lebensgeschichte, die unter die Haut zu gehen vermag! Hier hat mir vor allem ihre eigene Geschichte anhand ihres Tagebuchs, die ab der Mitte des Buches miteinfließt, sehr gut gefallen.


    Auch die teils schon überbordende Anzahl an verschiedenen Kreaturen konnte Christoph Marzi wiederum ansprechend in die Geschichte einbauen. Diesmal bekommt es der Leser mit Wiedergängern, Sphinxen, Gargylen und anderen Wesen zu tun, die einem so manchen Schauer über den Rücken laufen lassen. Über die Erzählkunst Christoph Marzis brauche ich gar nicht zu schwärmen, diese bleibt gewohnt hoch, phantastisch und faszinierend und sucht seinesgleichen!


    Für jeden Fantasy-Fan ist diese Reihe ein Muss, hier ist beim Lesen auch der Kopf gefragt, denn die Serie kratzt nicht nur an der Oberfläche sondern lässt den Leser ganz tief eintauchen in eine Geschichte, die ausgeklügelter nicht sein könnte und gekonnt Gegenwart, Vergangenheit, Sagen und Mythen miteinander zu einem Großen verbindet. Man kann sich definitiv nur auf die Fortsetzung Lumen freuen!


    Fazit:
    Lilith bietet Stoff, der die Herzen von Fantasy-Lesern nur höher schlagen lassen kann. Spannung, Action, Mystik, Sage und Mythos vereinen sich zu einer großartigen Geschichte.

  • Vier Jahre sind vergangen seit den Ereignissen aus „Lycidas“, wieder geht etwas Unheimliches vor in London und wieder erleben Emily Laing, Aurora Fitzrovia, Mortimer Wittgenstein und Maurice Micklewhite schier unglaubliche Abenteuer, die sie dieses Mal sogar nach Paris führen.


    Leider habe ich persönlich große Probleme mit Marzis Schreibstil, obwohl es mir vorkommt, als wären in diesem Band weniger Wiederholungen als noch im Vorgänger. Dafür ist „Lilith“ stellenweise ziemlich langweilig und größtenteils sehr wirr erzählt, wozu auch Marzis Vorliebe beiträgt, die Geschichte nicht linear zu erzählen. Zudem benutzt er oft eine recht altertümlich anmutende Sprache und Erzählweise. Wie schon in „Lycidas“ fungiert auch hier wieder Wittgenstein als Ich-Erzähler (obwohl er auch hier längst nicht bei allen Ereignissen dabei ist, zweimal werden seine Ausführungen von Eliza Hollands Aufzeichnungen unterbrochen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass jemandes Aufzeichnungen tatsächlich so aussehen, mit viel Blabla, bis ins kleinste unwichtige Detail und sogar wörtlicher Rede, hier wäre weniger mehr gewesen!. Und genau diese Aufzeichnungen sind es dann auch, die dem Buch enorm viele Längen und jede Menge Langeweile spendieren.


    Marzi hat wieder geschichtliche Ereignisse, Legenden und Mythen bunt gemischt, noch ein paar historische Persönlichkeiten und literarische Anspielungen dazu gemixt, doch leider ist kein prickelnder Cocktail dabei herausgekommen sondern ein trüber Mischmasch, der stellenweise durchaus interessant ist, im Ganzen aber enttäuscht. Themen sind u. a. Vampire und Echnatons Einführung des Monotheismus, der Leser trifft auf Howard Carter und Henri de Toulouse Lautrec und den einen oder anderen ägyptischen Gott. Vor allem die ägyptische Thematik ist recht interessant, dafür hätte man gut auf die Vampir-Storyline verzichten können.


    Das Ganze ist nicht nur wirr erzählt, ich kann auch nicht wirklich einen roten Faden erkennen, am Ende bleiben eine Menge Fragen offen und bei mir ein Eindruck von „Was sollte das?“. Viele Handlungselemente, die für mich echtes Potential hatten, sind am Ende regelrecht verpufft.


    Und auch in diesem Band kann ich wieder keinen rechten Zugang zu den Charakteren finden. Am ehesten funktioniert das noch bei Eliza Holland, eine neue Figur, die sich mit Emily angefreundet hat, einen großen Teil der Handlung trägt (sogar selbst erzählt) und die – natürlich – auch ihre Geheimnisse hat. Auch wenn ich ihre Aufzeichnungen, wie oben schon erwähnt, nicht wirklich gelungen finde, kommt man ihr durch diese recht nahe und lernt sie gut kennen. Hier klappt die Ich-Erzählung deutlich besser als bei Wittgenstein, der eben oft aus zweiter Hand erzählt.


    Auch „Lilith“ ist wieder sehr düster und Paris deutlich unheimlicher als London. Die Trilogie ist nicht für Kinder geschrieben, eher für ältere Jugendliche und Erwachsene, die auch die Anspielungen eher verstehen. Leider vermitteln die neuen Cover einen anderen Eindruck.


    Empfehlen kann ich auch dieses Buch nicht wirklich und da es mir noch weniger gefallen hat als „Lycidas“, mich am Ende sogar regelrecht enttäuscht hat, gibt es nur 2,5 Sterne.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

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