Joyce Carol Oates - Die Verfluchten (ab 24.05.2020)

  • Buchdetails

    Titel: Die Verfluchten


    Verlag: S. Fischer

    Bindung: Gebundene Ausgabe

    Seitenzahl: 752

    ISBN: 9783100540218

    Termin: Oktober 2014

  • Bewertung

    4 von 5 Sternen bei 3 Bewertungen

  • Inhaltsangabe zu "Die Verfluchten"

    VAMPIRE UND DÄMONEN IN PRINCETON - Joyce Carol Oates überrascht als Meisterin des Schauerromans! Princeton 1905 – das Jahr des Fluches. Die beschauliche Universitätsstadt wird in ihren Grundfesten erschüttert, als Annabel auf der Schwelle zum Altar von einer dämonischen Gestalt entführt wird. Ihr Bruder Josiah macht sich auf die Suche und entdeckt das Grauen. Vampire treiben ihr Unwesen und reißen Princetons intellektueller Elite die Maske herunter. Woodrow Wilson, der Präsident der Universität, entpuppt sich als bekennender Rassist mit beachtlichem Drogenkonsum, und der Sozialist Upton Sinclair predigt die Gleichheit der Menschen, erniedrigt aber seine eigene Frau. Rassismus, Frauenfeindlichkeit, Gewalt gegen jeden, der anders ist: Das ist das wahre Gesicht der Dichter und Denker. Joyce Carol Oates zeigt sich in Höchstform, scharfzüngig und witzig.
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  • Die Verfluchten - Anfang bis Ende - Seiten 1-752

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    Nimm dir Zeit für die Dinge, die dich glücklich machen.


  • Ein ganz großes Dankeschön an Mario für die megaschnelle Erstellung unserer MLR :winken:


    Weitere Mitleser sind natürlich herzlich Willkommen! :flower:


    Ich freue mich schon sehr auf unsere Lektüre. Wie schon mal erwähnt, es ist meine erste Begegnung mit Frau Oates und ich bin sehr gespannt. Und wie ihr bestimmt auch schon gesehen habt. Es gibt Kapitel. :drunken: Nach unserer Mätresse, die ja komplett ohne Kapitel ausgekommen war, weiß man das in einer MLR zu schätzen, wenn man genauer beschreiben möchte, wo man sich gerade im Buch befindet. :lol:

    Das nächste was mir beim Aufschlagen des Buches positv aufgefallen war, ist die Landkarte der Gemeinde Princeton. Solche Karten, um mich auch örtlich während des Lesens zu orientieren, mag ich.


    Teilen wir Leseabschnitte ein oder wie wollt ihr es händeln?

    Nimm dir Zeit für die Dinge, die dich glücklich machen.


  • Ich lese diese englische Ausgabe. Leider hat sie keine Landkarte der Gemeinde Princeton.


    Da dieser Roman tatsächlich eine Kapiteleinteilung hat (große Freude) würde ich vorschlagen, dass wir uns je nach Länge ein oder zwei

    Kapitel vornehmen und dann schauen wie wir vorankommen. Wir kommen dem Fluch von Princeton schon auf die Spur.............:wink:

    1. (Ø)

      Verlag: Harper Collins Publ. UK


    Wir sind der Stoff aus dem die Träume sind und unser kleines Leben umfasst ein Schlaf.

    William Shakespeare


    :study:Joyce Carol Oates - The Accursed / MLR

    :study:Alfred Lord Tennyson - The Works

  • Der Beginn unserer MLR verschiebt sich um ca. eine Woche bis um/nach Pfingsten. Falls also jemand noch Interesse hätte und gerne mitlesen möchte, ihr seid herzlich Willkommen :winken:


    dass wir uns je nach Länge ein oder zwei

    Kapitel vornehmen

    Klingt für mich gut! Und wie du sagst, den Rest sehen wir ja dann.

    Nimm dir Zeit für die Dinge, die dich glücklich machen.


  • Ich habe im Vorfeld zwei Zitate gefunden. Das erste stammt aus einer Rezension in der Washington Post und das zweite aus einem Interview

    mit Joyce Carol Oates. Nur zur Info. Ich fand beides recht interessant.


    1. Rezension:

    Oates`s main idea is that all of America has become hysterically ill. If a country is spiritually unhealthy then no citizen of that

    country can be entirely well.


    2. Interview zu The Accursed

    The indifference and the unconscionable blindness of the white ruling class, the so-called good Christians of the era toward the

    plight of African-Americans who were the object of racist violence is basically one of the important subjects of the novel.


    Wir sind der Stoff aus dem die Träume sind und unser kleines Leben umfasst ein Schlaf.

    William Shakespeare


    :study:Joyce Carol Oates - The Accursed / MLR

    :study:Alfred Lord Tennyson - The Works

  • Die Karte im Einbanddeckel finde ich sehr spannend. Man weiß, welche Namen eine Rolle spielen werden, und da die größten Zeichnungen die Universität und das Slade-Haus darstellen, vermute ich, dass Woodrow Wilson und Slade die wesentlichen Protagonisten sind.


    Auf Seite 25 habe ich aber erstmal gestutzt: das Wort "Negerin" (bezogen auf das Dienstmädchen Clytie) ist mir ungut aufgefallen. Mag ja sein, dass das 1905 noch gesagt wurde, aber schon damals war das ein rassistisches Wort, nachzulesen im etymologischen Wörterbuch. Und rassistisch war es deshalb, weil sich der Begriff ursprünglich auf die versklavten Afrikaner bezog und Konnotationen wie hässlich, wild, kulturlos etc. beinhaltete, und mit der Übernahme des Begriffs im 17. Jahrhundert in Deutschland wurden auch diese Konnotationen mit übernommen. Was allerdings von den meisten Europäern bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts nicht problematisiert wurde. Von den Betroffenen wurde das Wort immer als diskriminierend abgelehnt - und das ist wohl entscheidend, meine ich.


    Ich vermute, dass hier aus der Sicht Wilsons erzählt wird, aber diese Perspektive kommt an dieser Stelle noch nicht so klar heraus.


    Später natürlich. Woodrow Wilson ist ein übler Rassist, Sexist, Egoist, Karrierist, nicht zu fassen. Von mir aus hätte er bei der geschilderten Herzattacke ruhig

    etwas mehr leiden können (den Tod möchte man ja keinem wünschen).

    Hoffentlich muss ich mich beim Weiterlesen nicht weiter aufregen?


    P.S. Mir reicht, was Aufregung angeht, der aktuelle ethnische Rassismus in den Nachrichten ...

    Vom kulturellen Rassismus in Deutschland ganz zu schweigen.

    :study: Joyce Carol Oates, Die Verfluchten (MLR).

    :study: Oyinkan Braithwaite, Meine Schwester, die Serienmörderin.

  • Auf Seite 25 habe ich aber erstmal gestutzt: das Wort "Negerin" (bezogen auf das Dienstmädchen Clytie) ist mir ungut aufgefallen.

    Daran wirst du dich (leider) bei dieser Lektüre gewöhnen müssen, denn die Personen werden nur mit "Neger" betitelt werden.


    Später natürlich. Woodrow Wilson ist ein übler Rassist

    Er ist einer dieser üblen weissen Männer welcher vorgeben eine christlich zu sein, jedoch nicht nur wie du erwähnst ein Rassist ist, sondern auch feige.

    Aber er ist nicht allein denn wie man erfährt sind auch die fünfundzwanzig Kuratoren - gleicher Gesinnung obwohl selbstverständlich niemand sich offen dazu bekennen würde - denn sie sind zwar entsetzt (klingt wie ein Hohn) - jedoch dem Gedanken der Überlegenheit der Weissen Rasse nicht ablehnend gegenüber stehen und somit eigentlich einverstanden sind mit dem Klan

    Zitat

    Dafür sorgen, dass die Neger an ihrem angestammten Platz bleiben


    Zitat

    Dei Reinheit der weissen Rasse vor Bastardisierung bewahren - lautete ein zweiter Grundsatz, gegen den wohl nur wenige Weisse etwas einzuwenden hatten.

    Schon in dieser Erzählung legt die Autorin den Finger auf die Wunde - weist deutlich und auf unangenehme Weise auf ein Übel hin, welches bis heute andauert.


    Da ich den Roman auf dem Reader lese zeigt es mir leider (oder ich sehe es nicht) keine Seitenanzahl an, sondern % -

    Klug zu reden ist oft schwer, Klug zu schweigen meist noch mehr.
    Friedrich von Bodenstedt


    :study:Die Verfluchten Joyce Carol Oates (MLR)

    :study:Die Brüder Karamasow Fjodor M. Dostojewskij
    :study:La figlia ideale Almudena Grandes








  • Daran wirst du dich (leider) bei dieser Lektüre gewöhnen müssen, denn die Personen werden nur mit "Neger" betitelt werden.

    Ich habe mich auch nach ein paar Seiten daran gewöhnt. Es ist ja nicht der Erzähler, sondern Wilsons Sicht der Dinge, wie er sie in einer Art innerem Monolog darlegt. Ich glaube, der Fachbegriff heißt "erlebte Rede":-k.


    feige.

    Meinst Du die Szene, dass er sich der Bitte seines jungen Verwandten verschließt, eine öffentliche Stellungnahme zu den Lynchmorden abzugeben? er verschließt sich nicht nur, er negiert es komplett; als er Slade besucht, spricht er überhaupt nicht davon, sondern hat nur seine Karriere und seinen bösen Konkurrenten im Sinn.


    Die Schwarz-Weiß-Zeichnung zu Beginn des Romans macht mich aber auch misstrauisch. Ich vermute, dass Slade sich als der üblere Bösewicht herausstellt. Quasi der Wolf im Schafspelz. (Ich kann das Spekulieren nicht lassen)

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  • Was haltet ihr eigentlich von unserem Erzähler, der sich ja in der Author`s Note schon recht selbstherrlich vorstellt?

    Er ist der einzige der Historiker der die wahre Geschichte kennt, der einzige der den genialen Code des Tagebuches

    entschlüsselt hat etc. Schon ganz schön dick aufgetragen...............

    Das Oates hier mit M.W. van Dyck II einen (allwissenden) Erzähler einsetzt der, wie ich finde, wohl auch mit Vorsicht zu genießen ist gefällt

    mir schon sehr gut.


    Wilson und Slade werden sicher eine tragende Rolle spielen. Die beiden ähneln sich auf jeden Fall hinsichtlich ihres Rassismus, wobei Wilson

    eigentlich mit seiner Nähe zum Ku Klux Clan noch der üblere Rassist ist. Aber auch bei Slade kann man sich noch nicht sicher sein was noch

    dahinter steckt.

    Diese ganze Princeton Gesellschaft, das gehobene Bürgertum dieser Zeit, könnte vielleicht noch zur Zielscheibe von Frau Oates literarischen

    Pfeilen werden. Zumindest gibt es die ersten Hinweise diesbezüglich.


    drawe : wir werden noch eine Menge zu spekulieren haben.............:wink:


    Fast vergessen. Habt ihr eine Idee wer da der Erzähler im Prolog ist?

    Wir sind der Stoff aus dem die Träume sind und unser kleines Leben umfasst ein Schlaf.

    William Shakespeare


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  • wir werden noch eine Menge zu spekulieren haben..

    Fein - das bedient mein Interesse an Krimis!

    Was haltet ihr eigentlich von unserem Erzähler

    Ich habe ihn als Wichtigtuer empfunden, so wie Du auch.

    Aber ich habe mich gefragt, wieso er eigentlich nach Princeton fährt. Die Stadt ist menschenleer, alle sind tot - was will er denn da???


    Du hast den Roman doch schon gelesen, vielleicht kannst Du uns das verraten.


    Aber egal wie es ist: ich freue mich aufs Weiterlesen.


    Oates hat bei mir nämlich etwas gut zu machen (das juckt sie nicht, ich weiß!): ihren Roman "Du fehlst" fand ich recht platt.

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  • Aber ich habe mich gefragt, wieso er eigentlich nach Princeton fährt. Die Stadt ist menschenleer, alle sind tot - was will er denn da???

    Ich bin mir nicht sicher, ob das der Erzähler ist. Ich fand den Prolog schon beim ersten Lesen mysteriös.

    Wir sind der Stoff aus dem die Träume sind und unser kleines Leben umfasst ein Schlaf.

    William Shakespeare


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  • Was haltet ihr eigentlich von unserem Erzähler, der sich ja in der Author`s Note schon recht selbstherrlich vorstellt?

    Wie auch drawe schreibt - ein Wichtigtuer. Welcher sich allerdings gut verkauft, und den Anschein von absoluter Seriosität was das erzählen der Tatsachen anbelangt zu vermitteln versucht.

    Aber ich habe mich gefragt, wieso er eigentlich nach Princeton fährt. Die Stadt ist menschenleer, alle sind tot - was will er denn da???

    Wie man erfährt ist gehörte die Vorfahren der van Dycks zu den ältesten Familien des Ortes. Somit ist es wahrscheinlich dass diese, mindestens seine Eltern - er wurde ja 1906 geboren - in die Geschehnisse involviert sind oder davon gewusst haben.

    Denn er schreibt von gewissen Verbindungen welche ihm Zugang zu wichtigen Dokumenten ermöglichte. Das sicherlich mit der einflussreichen Familie im Hintergrund.

    Wieso er in ein menschenleere Stadt fährt, erkläre ich mir mit der Neugierde des Historiker welcher er anscheinend ist.


    Mich hat interessiert wer war denn dieser Woodrow Wilson (wer kennt denn alle Präsidenten der USA) Auch wenn der Wikipedia Eintrag wie immer mit Vorsicht zu lesen ist, viel rühmliches erfährt man nicht über diese Person.


    Edit:

    Ich bin mir nicht sicher, ob das der Erzähler ist. Ich fand den Prolog schon beim ersten Lesen mysteriös.

    Wieso der Erzähler nennt sich M.W. van Dyck - in der Vorbemerkung. Dann im Prolog erzählt er von seiner Familie, also die gleiche Person. Das scheint mir einigermassen klar.

    Was allerdings sehr mysteriös ist

    Zitat

    Doch der Kutscher scheint mich nicht zu hören.

    Das könnte bedeuten dass er zwar denkt ein lebendiger Mensch zu sein, jedoch,

    Die Stadt ist menschenleer, alle sind tot - was will er denn da???

    Etwas zum grübeln -


    Edit:

    Woodrow Wilson - das ist schon der (künftige) amerikanische Präsident? Völkerbund, Selbstbestimmungsrecht der Völker, Friedensnobelpreis?

    Ja ich habe das mit "googeln" erfahren denn man kann bei Ray Standard nachlesen dass dieser tatsächlich eine Biografie über diese geschrieben hat.

    Klug zu reden ist oft schwer, Klug zu schweigen meist noch mehr.
    Friedrich von Bodenstedt


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  • Ich bin mir nicht sicher, ob das der Erzähler ist

    Es ist irritierend.


    Woodrow Wilson - das ist schon der (künftige) amerikanische Präsident? Völkerbund, Selbstbestimmungsrecht der Völker, Friedensnobelpreis?

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  • Wie man erfährt ist gehörte die Vorfahren der van Dycks zu den ältesten Familien des Ortes. Somit ist es wahrscheinlich dass diese, mindestens seine Eltern - er wurde ja 1906 geboren - in die Geschehnisse involviert sind oder davon gewusst haben.

    Denn er schreibt von gewissen Verbindungen welche ihm Zugang zu wichtigen Dokumenten ermöglichte. Das sicherlich mit der einflussreichen Familie im Hintergrund.

    Wieso er in ein menschenleere Stadt fährt, erkläre ich mir mit der Neugierde des Historiker welcher er anscheinend ist.

    Unsere mails haben sich überschnitten!


    Aber dann hast Du das auch so aufgefasst, dass der "Verfasser" der "Vorbemerkung" und der Ich-Erzähler des Prologs identisch sind?

    Ja, vielleicht kehrt er aus Neugierde zurück.

    Aber Neugierde worauf?

    ich finde es, wie gesagt, sehr irritierend.

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  • Ich hoffe nun überschneiden sich unsere Antworten nicht schon wieder.

    Aber dann hast Du das auch so aufgefasst, dass der "Verfasser" der "Vorbemerkung" und der Ich-Erzähler des Prologs identisch sind?

    Ja, vielleicht kehrt er aus Neugierde zurück.

    Aber Neugierde worauf?

    ich finde es, wie gesagt, sehr irritierend.

    Gemäss meinen Zitat dass der Kutscher ihn nicht hört, -finde ich die Idee gar nicht abwegig - er ist auch nicht mehr unter den Lebendigen - lässt uns jedoch im glauben, dass -

    Okay wie schon erwähnt - :-k

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    Friedrich von Bodenstedt


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  • Ich weiss in diesem Roman werden reale Personen und Orte erwähnt, die Geschichte jedoch ist Fiktion.

    Dennoch bevor ich weiter in diesem Wespennest von Aberglauben und Rassismus herumstochern werde, interessiert es mich wann ist der Historiker wie wir aus dem Prolog erfahren zurück in seine Heimatstadt gefahren (ich nehme immer noch an der Erzähler ist dieser van Dyck) Denn die Vorbemerkungen sind datiert 24. Juni 1984

    Ist er nun in diesem Jahr in Princeton - da wäre er 78 Jahre alt- und reist nun mit uns zurück ins Jahre 1905 :?: Oder seid ihr der Meinung dies wäre unwichtig für die Geschichte :?:


    Noch eine Anmerkung nebenbei, ich bin immer wieder erfreut wenn ein Autor in einem seiner Roman einer meiner Lieblingsmaler, in diesem Fall Baptiste Camille Corot erwähnt, dessen Landschaftsmalereien eine "Augenweide" :uups: sind.

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    Friedrich von Bodenstedt


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  • Prologue


    Part 1: Demon Bridegroom - Ash Wednesday Eve, 1905


    Gemäss meinen Zitat dass der Kutscher ihn nicht hört, -finde ich die Idee gar nicht abwegig - er ist auch nicht mehr unter den Lebendigen - lässt uns jedoch im glauben, dass -

    Stimmt, dass könnte durchaus der Fall sein. Die Idee gefällt mir. Auf jeden Fall ist dieser Prolog schon sehr rätselhaft. Wir werden es wohl noch erfahren

    denn es gibt eine Menge rätselhafter Ereignisse in diesem Roman.


    drawe hatte ja schon ein wenig spekuliert ob des ersten Kapitels und der Unterhaltung zwischen Slade und Wilson. Ich fand es auch recht auffällig,

    dass der Gegensatz der beiden Männer so stark betont wird. Der fast schon tobende überaus nervöse Wilson, der sich so in seinen Wahn hineinsteigert

    das er seinen Konkurrenten Andrew Fleming West sogar bezichtigt mit dämonischen Kräften in Verbindung zu stehen. Slade wirkt zunehmend genervt

    von seinem Freund und nimmt dessen Sorgen offensichtlich nicht wirklich ernst. Wirkt so als hätte er da seine eigenen Ziele.

    Genial fand ich die Idee am Schluss des Kapitels. Oates nimmt die Anspannung aus dieser merkwürdigen Szene heraus und verwandelt das Ganze

    fast schon in eine Art Slapstick durch die Idee mit der Schnupftabakdose. Die nießenden Herren wirken plötzlich ein wenig lächerlich.

    Eine Szene die schon ein wenig von Herrn Dickens stammen könnte.

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    William Shakespeare


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  • Oder seid ihr der Meinung dies wäre unwichtig für die Geschichte :?:

    Das kann ich noch nicht beurteilen. Aber ich muss mir die Zeitebenen auch immer vergegenwärtigen und denke mir, dass sich der Autor irgendetwas dabei gedacht hat. Und dem will ich auf die Spur kommen.


    Ich denke mir das so:

    Die "Vorbemerkung" aus dem Jahre 1984 ist nur das Jahr, in dem er seine Niederschrift begonnen hat.

    Der "Prolog" spielt nicht im Jahr 1984, sondern einige Zeit (Zeitspanne ist allerdings unklar) nach 1905, als die Stadt noch entvölkert war. 1984, im Jahr der Niederschrift, muss sie doch wieder Leben aufweisen.

    Ergo: Deine Annahme könnte stimmen. Der Verfasser dieser Chronik reist mit uns in das Jahr 1905 zurück (stilecht in einer Kutsche) und trifft auf die ausgestorbene Stadt.

    Und nun beginn die Geschichte.


    Aber wieso beginnt er seine Chronik dann mit dieser Retro-Reise? Wieso dieser ästhetisch-literarische Rückgriff, wo er doch ein wissenschaftlich arbeitender Historiker ist? Und uns Fakten berichten will?

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  • Idee mit der Schnupftabakdose.

    Die hat mir auch gefallen, ganz besonders an dieser Stelle. Nicht nur wegen der Komik, sondern auch, weil sie die beiden Männer nach der Diskussion ihrer unterschiedlichen Sichtweisen wieder zusammenfasst. Trotz aller Unterschiede haben sie doch etwas Gemeinsames, und dafür steht die Schnupftabakdose als Symbol. Und nach den Themen, die bisher sehr rasant angeschlagen wurden, dürften das die Gemeinsamkeiten sein: ihr Rassismus, ethnisch (gegen Schwarze) und sexuell (gegen Frauenwahlrecht etc.).

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  • dass der Gegensatz der beiden Männer so stark betont wird

    Ja!

    Damit führt uns der Erzähler bestimmt auf eine falsche Spur, unsere Sympathien werden gelenkt - und solchen Tricks traue ich nicht. Holzauge, sei wachsam!:!:

    Anders formuliert: ich freue mich darauf, wie die Charaktere sich im Lauf der Geschichte entfalten werden.


    Ich habe inzwischen auch bisschen über Woodrow Wilson nachgelesen. Es ist neu für mich, dass er so ein strammer Rassist war; ich habe ihn von der Geschichte her als klugen, weitschauenden Politiker gespeichert (wegen Völkerbund etc.).

    Aber vielleicht schließt sich das nicht aus.

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