Andreas Eschbach - NSA Nationales Sicherheits-Amt

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NSA - Nationales Sicherheits-Amt

4.5|31)

Verlag: Bastei Lübbe (Lübbe Hardcover)

Bindung: Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 800

ISBN: 9783785726259

Termin: September 2018

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  • Verlagsinfo


    Was wäre, wenn es im Dritten Reich schon Computer gegeben hätte, das Internet, E-Mails, Mobiltelefone und soziale Medien - und deren totale Überwachung?


    Weimar 1942: Die Programmiererin Helene arbeitet im Nationalen Sicherheits-Amt und entwickelt dort Programme, mit deren Hilfe alle Bürger des Reichs überwacht werden. Erst als die Liebe ihres Lebens Fahnenflucht begeht und untertauchen muss, regen sich Zweifel in ihr. Mit ihren Versuchen, ihm zu helfen, gerät sie nicht nur in Konflikt mit dem Regime, sondern wird auch in die Machtspiele ihres Vorgesetzten Lettke verwickelt, der die perfekte Überwachungstechnik des Staates für ganz eigene Zwecke benutzt und dabei zunehmend jede Grenze überschreitet ...


    Meine Meinung


    Ich mag ja die Bücher von Andreas Eschbach immer sehr und mache können mich so richtig begeistern - und mit diesem hier ist ihm mal wieder ein absoluter Geniestreich gelungen!

    Es beginnt in Weimar im Jahr 1942. Die NSA ist an sich eine eher kleine, wenig beachtete Anlage im Deutschen Reich, die sich auf die Programmierung und Auswertung von Daten per Komputer spezialisiert hat. Ja, Komputer. Denn der Autor hat hier das Konstrukt gezeigt wie es hätte sein können, wenn es damals schon dieses Medium gegeben hätte. Und verbindet damit unsere aktuellen Bedenken der Datensammlung in Bezug auf die Auswirkungen, die das ganze in Kriegszeiten gegeben haben - und eben auch in Zukunft geben könnte!


    Denn natürlich kann man mit den Daten der Menschen eine Menge herausfinden und welche schlimmen Folgen das hat zeigt er gleich zu Beginn mit einem ganz einfachen Experiment.

    Danach geht es aber erstmal zurück in die Vergangenheit von Helene Bodenkamp. Sie wird später eine große Rolle spielen in der NSA als eigentlich "kleine" Programmstrickerin, denn die Programmierungen sind in dieser Zeit den Frauen vorbehalten - warum das so ist erklärt er übrigens sehr anschaulich und mit amüsanter Überzeugung.


    "Die Frau, deren naturgegebene Aufgabe die Sorge für die Familie ist, muss hierzu eine Vielzahl von sich immer wiederholenden Arbeiten verrichten, und je besser es ihr gelingt, diese in zweckdienlicher Weise zu organisieren, desto mehr erleichtert sie sich den Alltag.
    Daher ist jede Hausfrau und Familienmutter von Natur aus eine Programmierin, sie weiß es meist nur nicht, denn es ist nicht ein Komputer, den sie programmiert, vielmehr programmiert sie sich selbst."
    S. 157


    Ebenfalls zeigt er das Leben von Eugen Lettke, der auch eine wichtige Stellung im Nationalen Sicherheits-Amt haben wird und der Lebensweg von ihm sind machen sehr deutlich, wie sich in diesen Zeiten negative Auswirkungen entwickeln können.


    "Stärke war sein eigener Beweis und seine Rechtfertigung, denn stark war er, der sich nehmen konnte, was er begehrte, und es schaffte, der Welt seinen Willen aufzuzwingen ..." S. 106


    Diese beiden Gegensätze ergeben ein sehr gutes Bild von der mitfühlenden Helene, die sich immer wieder sträubt, den Judenhass zu unterstützen und dem machtbesessenen Eugen, der seinen Kontrolltrieb mit allen möglichen perfiden Mitteln auslebt. Sie stehen auch im Mittelpunkt der Geschichte, die natürlich auch den Aufstieg Hitlers und die vielen großen wie kleinen Konsequenzen aufzeigt, die damals den Lauf der Dinge beeinflusst haben.

    Es gibt viele bekannte Details im Rahmen von Namen, prägnanten Ereignissen und Erfindungen die man kennt und einen Bezug dazu schaffen; eben mit der Besonderheit der fortschrittlichen Technik, die er perfekt mit eingebaut hat. Wie eben die Komputer, Elektrobriefe (Emails), bewegliche Telephonie (Handys), Parolen (Passwörter) oder das Weltnetz (Internet).


    Die Sammlung von Daten und was damit gemacht wird und werden kann ist ja schon lange ein aktuelles Thema - und auf welche Ideen Eschbach hier kommt lassen einem wirklich die Haare zu Berge stehen vor allem wenn man daran denkt, dass diese Möglichkeiten mit Sicherheit schon irgendwo genutzt werden! Ich frage mich dann wirklich welche kranken Köpfe tatsächlich Gebrauch davon machen und den Menschen an sich auf diese Informationsquellen reduzieren, denn Helene hat hier eine ganz eigene, wichtige Einsicht dazu:


    "Wahrscheinlich, dachte sie, liegt es daran, dass man einen Menschen, egal, wie viele Daten man über ihn sammelt, doch niemals wirklich erfasst, sodass immer Unklarheiten und Widersprüche bleiben, ja, womöglich sogar erst durch den Umstand der Zergliederung in Daten entstehen." S. 364


    Man trifft ja tagtäglich unzählige Entscheidungen, die meist nur kleine Auswirkungen haben, manche aber dann plötzlich ungeahnte Dimensionen annehmen. Auch ein Punkt der hier sehr klar hinterfragt wird und die beiden Charaktere, wie auch die Nebenfiguren, sind sehr klar strukturiert aber auch in ihren Feinheiten sehr gut gezeichnet. Ängste, Hoffnungen, Ohnmacht und Tatendrang, das alles im Wechselspiel der Gefühle macht sehr deutlich, wie schwierig es oft ist, sich für "das Richtige" zu entscheiden.


    "Wenn es um wichtige Dinge geht, wählt man nicht , sondern man wählt die Option, die man für die bessere hält - und das Problem ist, dass man das meistens nicht weiß." S. 552


    Insgesamt war es immer flüssig zu lesen und es wechselte zwischen den Perspektiven von Helene und Eugen, so dass man beide Werdegänge und die Zusammenhänge sehr gut verfolgen konnte. Es entstand eine große Intensität zur Handlung und eine ununterbrochene Spannung ohne große Dramatik, aber mit einer fesselnden Anspannung, die mich von der ersten bis zur letzten Seite nicht losgelassen hat.


    Fazit: 5 Sterne


    © Aleshanee

    Weltenwanderer

  • Ich habe mir erlaubt, diese Rezension in die Rubrik SF zu verschieben, denn dort findet man Alternativweltgeschichten in der Regel (s. u.a. "Man in the High Castle")


    Der obigen Bearbeitung kann ich eigentlich nicht mehr viel hinzufügen und auch ich finde "NSA" überaus beeindruckend, beängstigend und daneben sehr gut zu lesen.


    „Scientia Potentia Est“, so steht es über der Eingangstür des NSA und dieser Ausspruch ist hier mehr als ernst zu nehmen. Und Allwissen, das hie Regierung anstrebt, wäre dann geradezu Allmacht. Wenn man sich fragt, was das NS-Regime mit den Möglichkeiten des Internets und der mobilen Telefonie und einer kompletten Kontrolle aller Geschäftsvorgänge durch eine bargeldlose Wirtschaft hätte erreichen können, dann ist dies eine überaus albtraumhafte Vorstellung. Die hier gezeigten technischen Möglichkeiten sind heutzutage weitgehend eine Realität – und die zwei, drei Elemente, die es noch nicht sind, sind nicht allzu weit entfernt. Und Herr Eschbach bezieht hier noch nicht einmal das Internet der Dinge mit ein, die uns etwa Echo und ähnliche abrufbare Hauskontrollsysteme beschert haben. Und was in einem freiheitlich-liberalen, demokratischen System in erster Linie eine Lebenserleichterung ist, kann in einem restriktiveren System eine unentrinnbare Fessel für die Bevölkerung werden, wie etwa Stephan Scheuer in seinem Buch über die digitalen Strategien Chinas vorgeführt hat.


    NSA ist wesentlich mehr als eine alternative Geschichte, es ist eine dringende Warnung an eine Menschheit, die sich in vielerlei Hinsicht wie Helene und Eugen der neuen Möglichkeiten zu ihren eigenen Zwecken bedient, ohne sich dabei klarzumachen, dass sie sich damit ganz in die Hand der Kontrolleure dieser Möglichkeiten begeben. Ein Buch, das man auf jeden Fall gelesen haben sollte.

  • NSA war wieder ein ganz hervorragender Eschbach. Eine weitere innovative Idee, wie sie es ja wirklich fast immer von diesem tollen Autoren kommt. Sein Schreibstil ist einfach überragend. Sehr flüssig zu lesen und dabei auch alles andere als anspruchslos. Mittlerweile lese ich eigentlich fast lieber von ihm als die neuen Bücher von Stephen King. :uups: Oft hat die überragende Idee und das Neugierigmachen des Lesers dann ein Ende zu Tage gefördert, das zwar den Lesespaß nicht wirklich gemindert hat, aber von dem man leicht enttäuscht war. Dieses Mal hat er wunderbar die Kurve gekriegt und die letzten spannenden 100 Seiten wurden sogar noch zum absoluten Highlight der Geschichte.

    Ich habe ja eigentlich die ganze Zeit damit gerechnet,

    Etwas grenzwertig finde ich es immer wenn reale Personen eine richtige, aktive Rolle in einem fiktiven Roman haben (hier z.B. Himmler gleich zu Anfang, später noch weitere), aber auch hier hat Eschbach die Kurve gekriegt und es nicht ins Absurde laufen lassen.

    Fazit: Eine großartige, spannende, erschreckende, außergewöhnliche Geschichte.

    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

  • Zu Deinem Spoiler und dem Part danach sei noch angemerkt, dass es für Beides bereits einige Vorbilder gibt - zum Teil auch verfilmte.

  • Zu Deinem Spoiler und dem Part danach sei noch angemerkt, dass es für Beides bereits einige Vorbilder gibt - zum Teil auch verfilmte.

    Natürlich,

  • Ich muss gestehen, dass ich auch mit einem etwas anderen Ausgang gerechnet hatte, dass mir das Vorliegende allerdings am folgerichtigsten erscheint.

  • In unüberhörbar* (Folge 54) mit Denis Scheck gibt es ein interessante Interview von Andreas Eschbach zu Hörbüchern im Allgemeinen und zu seinem Roman "NSA", zu Perry Rhodan, zu Dickie Dick Dickens, usw. im Speziellen


    * unüberhörbar ist ein podcast bei audible, gratis für Abonnenten

    Viele Grüße von Yurmala


    :study:

    :musik:


    »You can never get a cup of tea large enough or a book long enough to suit me.«. C.S. Lewis

  • Andreas Eschbach - NSA - Nationales Sicherheits-Amt




    Erschreckend realistisch greift Andreas Eschbach in seinem neuen Roman die Idee auf, was gewesen wäre, wenn es im Dritten Reich schon Computer, Mobiltelefone, E-Mails und soziale Medien gegeben hätte, die das Regime, zur totalen Überwachung aller Einwohner, nutzen könnte.



    Im Zentrum dieser fiktiven Handlung steht Helene Bodenkamp, bei der sich bereits früh das Talent zum Programmieren abzeichnet. Nach Beendigung ihrer Schullaufbahn wird sie vom NSA, dem Nationalen Sicherheits-Amt, angeworben. Sie arbeitet dort für die Analysten, die sie beauftragen, unterschiedliche Abfragen zu programmieren. Denn in dieser fiktiven Welt wird alles in riesigen Datensilos gespeichert und kann durch Helenes Programme, ganz nach Bedarf, herausgefiltert werden. Da es kein Bargeld mehr gibt, hat der Staat Zugriff auf alle Geldbewegungen, Ein- und Verkäufe. Außerdem werden das Weltnetz, die Elektropost, tragbare Telephone, Foren und Komputer überwacht. Persönliche Tagebucheinträge, bei denen den Menschen vorgegaukelt wird, dass sie geschützt sind, werden ebenfalls gnadenlos ausspioniert. In diesem Staat bleibt nichts geheim.



    Helene ist zunächst eifrig dabei und denkt nicht daran, welche Auswirkungen diese Programme für die überwachten Menschen haben. Das ändert sich allerdings, als sie einen fahnenflüchtigen Soldaten bei Freunden versteckt und feststellt, dass das System, durch geschickte Abfragen, trotzdem herausfinden könnte, wo er ist. In Helene beginnt sich Widerstand zu regen. Deshalb versucht sie das System zu unterwandern und im Kleinen etwas zu bewirken. In einem weiteren Handlungsstrang beobachtet man ihren Vorgesetzten Eugen Lettke, der die Möglichkeit der totalen Überwachung für seinen ganz eigenen Rachefeldzug nutzt und dabei einige Grenzen überschreitet.



    Es gelingt Andreas Eschbach hervorragend, die angespannte, düstere und bedrohliche Atmosphäre, die in dieser fiktiven Welt herrscht, zu beschreiben. Man ist sich beim Lesen stets bewusst, wie groß die Gefahr einer Entdeckung ist und beobachtet entsetzt, welche Macht mit dieser totalen Überwachung verbunden ist. Die Charaktere wirken sehr lebendig. Man entwickelt spontane Sympathien, aber auch Abneigungen, und gerät dadurch bereits früh in den Sog des realistischen Szenarios. Fiktive Ereignisse werden geschickt mit wahren historischen Begebenheiten verknüpft, sodass das Ganze noch erschreckender wirkt.



    Trotz der sehr umfangreichen Länge dieses Romans, habe ich mich beim Lesen keinen Moment gelangweilt. Andreas Eschbach konnte mich mit seinem intensiven Schreibstil, den eingestreuten Erklärungen und den Schicksalen der Hauptcharaktere, durchgehend in den Bann der Ereignisse ziehen und zum Nachdenken anregen. Von mir gibt es deshalb eine klare Leseempfehlung für dieses erschreckend realistische Szenario, das mir noch lange im Gedächtnis bleiben wird.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • In dem Literatur-Gemeinschaftsblog "54books" habe ich eine sehr interessante Rezension über den Roman gefunden, die an ihm allerdings kein gutes Haar lässt: "Nazi-Kitsch, Internetkritik und sexuelle Gewalt oder warum dieser Roman einen Skandal auslösen müsste". Vielleicht interessiert es ja trotzdem jemanden.

    William H. Gass "Der Tunnel" (617/1093)

    Jorge Luis Borges "Das Aleph" (50/167)

    Joy Chant "Roter Mond und schwarzer Berg" (203/348)


    Jahresbeste: John Berger (2019), Emil Ferris (2018), Willa Cather (2017), Adrian Tomine (2016), Derek Raymond (2015), James Agee (2014), Ken Kesey (2013), Jim Nisbet & Richard Ford (2012) :king:
    Gelesen: 43 (2019), 145 (2018), 119 (2017), 180 (2016), 156 (2015), 77 (2014), 58 (2013), 39 (2012)
    Letzter Buchkauf: Tom Drury "Grouse County" (13.5.)

  • Danke für den Link! Der Roman interessiert mich keineswegs, aber diese Kritik habe ich gerne gelesen!

  • In dem Literatur-Gemeinschaftsblog "54books" habe ich eine sehr interessante Rezension über den Roman gefunden, die an ihm allerdings kein gutes Haar lässt: "Nazi-Kitsch, Internetkritik und sexuelle Gewalt oder warum dieser Roman einen Skandal auslösen müsste". Vielleicht interessiert es ja trotzdem jemanden.

    Großartige Rezension, Danke dafür :thumleft: Ich habe lange überlegt, ob ich den Roman lesen soll, weil ich mit Eschbachs ausschweifendem Stil eh immer so meine Probleme habe. Jetzt hat sich diese Überlegung erübrigt und das Buch fliegt von meiner Wunschliste. Schon allein "Programmstricker" und "Elektrobriefe" reicht dafür aus.

    Gelesen in 2018: 31 - Gehört in 2018: 36 - SUB: 403


    "Wie das Schwert den Wetzstein braucht ein Verstand Bücher, um seine Schärfe zu behalten." (Tyrion Lennister)

  • Jetzt hat sich diese Überlegung erübrigt und das Buch fliegt von meiner Wunschliste.

    Ich war anfangs auch erst skeptisch obwohl ich den Autor sonst gern lese. Fand das Thema irgendwie unpassend und befremdlich.

    Zwischenzeitlich habe ich ca. die Hälfte des Buches gelesen und mir gefällt es sehr gut ! Es lässt einen nachdenken wie es gewesen wäre wenn diese Fiktion und mehr ist es nicht, wahr gewesen wäre.

    Ich bin immer ein Verfechter der eigenen Meinungsbildung und übernehme niemals vorbehaltlos andere. Lasse mich auch durch negative Kritiken, von wem auch immer, nicht abschrecken. Vielleicht kannst Du es Dir ja mal leihen, das habe ich auch getan. Lies doch einfach mal rein und bilde Dir Deine eigene Meinung :wink:

    "Die Menschen sind nicht immer das was sie scheinen aber selten etwas besseres."

    (Gotthold Ephraim Lessing)


  • In dem Literatur-Gemeinschaftsblog "54books" habe ich eine sehr interessante Rezension über den Roman gefunden, die an ihm allerdings kein gutes Haar lässt: "Nazi-Kitsch, Internetkritik und sexuelle Gewalt oder warum dieser Roman einen Skandal auslösen müsste". Vielleicht interessiert es ja trotzdem jemanden.

    Großartige Rezension, Danke dafür :thumleft: Ich habe lange überlegt, ob ich den Roman lesen soll, weil ich mit Eschbachs ausschweifendem Stil eh immer so meine Probleme habe. Jetzt hat sich diese Überlegung erübrigt und das Buch fliegt von meiner Wunschliste. Schon allein "Programmstricker" und "Elektrobriefe" reicht dafür aus.

    Ich kann nur sehr weniges aus der verlinkten Kritik nachvollziehen, das meiste wiederum überhaupt nicht. Gerade im Dritten Reich hätte ein E-Mail bestimmt nicht E-Mail geheißen und stattdessen einen deutschen Begriff gehabt, genauso wie die anderen Ausdrücke. Ich denke, da hat sich der Autor der Rezension ganz einfach ordentlich (politisch) auf Eschbach eingeschossen. So kommt mir das jedenfalls vor.

  • Vielleicht kannst Du es Dir ja mal leihen, das habe ich auch getan. Lies doch einfach mal rein und bilde Dir Deine eigene Meinung :wink:

    Da ich sowieso immer so meine Probleme mit Eschbach habe, werde ich wohl erstmal die vielen anderen Bücher auf meinem SuB in Angriff nehmen. :wink:

    Gerade im Dritten Reich hätte ein E-Mail bestimmt nicht E-Mail geheißen und stattdessen einen deutschen Begriff gehabt, genauso wie die anderen Ausdrücke. I

    Ich muss gestehen, dass mir erst durch diese Rezi der Inhalt so richtig bewusst geworden ist. Und ein fiktives Drittes Reich spricht mich so überhaupt nicht an. Gerade in der gegenwärtigen Situation, wo einem überall und ständig in der Realität Nazi-Parolen und brauner Dreck entgegen schwappen, muss ich mich nicht auch noch fiktiv damit befassen. Das ist eigentlich der Hauptgrund, warum ich gerade überhaupt keine Lust auf dieses Buch habe.

    Gelesen in 2018: 31 - Gehört in 2018: 36 - SUB: 403


    "Wie das Schwert den Wetzstein braucht ein Verstand Bücher, um seine Schärfe zu behalten." (Tyrion Lennister)

  • Großartige Rezension, Danke dafür :thumleft: Ich habe lange überlegt, ob ich den Roman lesen soll, weil ich mit Eschbachs ausschweifendem Stil eh immer so meine Probleme habe. Jetzt hat sich diese Überlegung erübrigt und das Buch fliegt von meiner Wunschliste. Schon allein "Programmstricker" und "Elektrobriefe" reicht dafür aus.

    Ich kann nur sehr weniges aus der verlinkten Kritik nachvollziehen, das meiste wiederum überhaupt nicht. Gerade im Dritten Reich hätte ein E-Mail bestimmt nicht E-Mail geheißen und stattdessen einen deutschen Begriff gehabt, genauso wie die anderen Ausdrücke. Ich denke, da hat sich der Autor der Rezension ganz einfach ordentlich (politisch) auf Eschbach eingeschossen. So kommt mir das jedenfalls vor.

    Mir geht es genauso wie Kapo . Man muss ja nicht unbedingt begeistert sein, ich persönlich würde auch nicht in absolute Lobeshymnen über den Roman verfallen, aber eine solche zerschmetternde und über weite Strecken an den Haaren herbeigezogene Kritik hat er auch nicht verdient.

    Der Roman ist, was er sein soll: Ein unterhaltsamer Alternate History Krimi. Keine mit spitzer Feder gezeichnete Sozialkritik, kein Sachbuch über eine mögliche Vergangenheit, wenn es die Computertechnologie im 3. Reich gegeben hätte. Der Autor malt mit breitem Pinsel einen Gesellschaftsroman, der bekannte Bilder aufgreift und in eine veränderte Geschichte setzt. Natürlich überzeichnet er, selbstverständlich geht er an manchen Stellen plakativ vor, und Gut und böse ist so klar unterschieden, wie es in der Realität selten vorkommt. Aber es ist, ich wiederhole mich ein Roman und kein Sachbuch.

    Die Kritik von Herrn Sahner empfinde ich als sehr überzogen und teilweise unverschämt. Sie klingt für mich danach als hätte er entweder ein persönliches Hühnchen mit Eschbach zu rupfen oder als würde er das bekannte "Dagegen"-Schild allzu gerne hochhalten und nachher krampfhaft nach Gründen suchen.

    "Die wahrhaft menschliche Qualität besteht nicht aus Intelligenz, sondern aus Phantasie." - Terry Pratchett


    :study:

    Geister - Nathan Hill

    Harry Potter und der Orden des Phoenix - Joanne K. Rowling (Reread mit Kind) :wink:


    :bewertung1von5: 2019: 14 :bewertung1von5:

  • Ein unterhaltsamer Alternate History Krimi.

    Okay... das ist jetzt etwas, was ich niemals mit Eschbach in Verbindung gebracht hätte. Meine Verwirrung wächst immer mehr. :scratch:

    Gelesen in 2018: 31 - Gehört in 2018: 36 - SUB: 403


    "Wie das Schwert den Wetzstein braucht ein Verstand Bücher, um seine Schärfe zu behalten." (Tyrion Lennister)

  • Gerade in der gegenwärtigen Situation, wo einem überall und ständig in der Realität Nazi-Parolen und brauner Dreck entgegen schwappen, muss ich mich nicht auch noch fiktiv damit befassen.

    Was hat das Eine mit dem Anderen zu tun ? :-k

    Da dürfte man ja generell auch keinerlei historische Bücher mehr lesen. Da gibt es sicher auch bei sehr vielen einen Bezug in die Gegenwart.



    Ein unterhaltsamer Alternate History Krimi.

    Okay... das ist jetzt etwas, was ich niemals mit Eschbach in Verbindung gebracht hätte. Meine Verwirrung wächst immer mehr. :scratch:

    Deshalb meine Rede: Selber lesen :wink:

    Aber so ganz vorurteilsfrei könntest Du wahrscheinlich aufgrund der Kritik dieses Herrn Sahner jetzt wohl eh nicht mehr sein. :-k

    Ich finde das nicht in Ordnung wenn Leute so persönliche Affinitäten die er ja scheinbar mit Herrn Eschbach hat auf dieser Ebene austragen muss und damit Leser vergrault. Wäre ich Herr Eschbach würde ich dem aber ein paar Takte erzählen. Kritik gut und schön und jedem muss auch nicht alles gefallen aber die Art finde ich nicht schön. Aber vielleicht steht er da auch drüber, ich weiss es nicht.


    Ich habe vorhin auch weitergelesen und mir gefällt es nach wie vor gut. Mir gefällt auch wie Eschbach Personen welche real existiert haben geschickt in diese fiktive Geschichte einflicht.

    "Die Menschen sind nicht immer das was sie scheinen aber selten etwas besseres."

    (Gotthold Ephraim Lessing)


  • Deshalb meine Rede: Selber lesen :wink:

    Äh, nein - eben gerade nicht. Alternate History ist nicht so meins. Ich hatte bei dem Titel eben gedacht, dass es wirklich ein Roman rund um die NSA ist (ohne den Klappentext oder irgendwas gelesen zu haben). So interessiert er mich schlicht gar nicht. Und das ist jetzt völlig unabhängig von der so heiß diskutierten Rezension.

    Gelesen in 2018: 31 - Gehört in 2018: 36 - SUB: 403


    "Wie das Schwert den Wetzstein braucht ein Verstand Bücher, um seine Schärfe zu behalten." (Tyrion Lennister)

  • Deshalb meine Rede: Selber lesen :wink:

    Äh, nein - eben gerade nicht. Alternate History ist nicht so meins. Ich hatte bei dem Titel eben gedacht, dass es wirklich ein Roman rund um die NSA ist (ohne den Klappentext oder irgendwas gelesen zu haben). So interessiert er mich schlicht gar nicht. Und das ist jetzt völlig unabhängig von der so heiß diskutierten Rezension.

    Ja, dann ist es so :)

    Mir persönlich ist es auch egal ob Du das Buch nun liest oder nicht, ich krieg da keine Tantiemen :lol:. Ich finde es eben nur schade dass durch solch Geschreibsel sich potentielle Leser abschrecken lassen.

    Aber genau das war wohl auch Sinn des Ganzen :|

    "Die Menschen sind nicht immer das was sie scheinen aber selten etwas besseres."

    (Gotthold Ephraim Lessing)


  • Wäre ich Herr Eschbach würde ich dem aber ein paar Takte erzählen

    Das unterlassen die meisten Autoren bewusst, denn Schlammschlachten polarisieren das Publikum noch mehr. Wie bei allen öffentlichkeitsabhängigen Berufen gilt auch hier:


    "Es ist gut, wenn sie Gutes über mich schreiben.

    Es ist auch gut, wenn sie Schlechtes über mich schreiben.

    Sorgen muss man sich machen, wenn sie gar nicht mehr über mich schreiben."

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