Evagrius Ponticus - Über das Gebet/Περὶ προσευχῆς ἢ Λόγος εἰς ρνγʹ κεφαλαῖα διειλημμένος

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Über das Gebet: De oratione tractatus - ...

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Verlag: Vier Türme

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 80

ISBN: 9783896807045

Termin: Februar 2011

  • Original : Griechisch, Ende IV. Jahrhundert


    ZUM BUCH :

    Für die christliche Tradition der Kontemplation sind die Schriften des Evagrius Ponticus, grundlegend. In diesiger Schrift fasst er die Lehren der Wüstenväter über das Gebet zusammen. Er deutet uns die Erfahrungen, die wir auf dem Weg der Kontemplation machen. Indem er sie uns deutet, zeigt er uns, wie wir damit umgehen sollen und führt uns zu immer tieferen Erfahrungen des Geheimnisses Gottes.

    In 153 kurzen Kapiteln zeigt er, wie das Gebet zur Grundlage von Freude und Dankbarkeit wird, zu Demut und Milde führt, und Traurigkeit und Mutlosigkeit vertreibt. Er beschreibt auch, wie wir uns vor Ärger, Zorn und beunruhigende Gedanken schützen und wie wir mit ihnen umgehen als auch im Gebet zur Ruhe kommen können. Dann ist das Gebet mehr als nur Gewohnheit, sondern wird mehr und mehr zu wirklicher innerer Erfahrung. Evagrius deutet uns die Erfahrungen, die wir auf dem Weg der Kontemplation mit dem Gebet machen.

    (Quelle: ua Vier-Türme-Verlag)


    BEMERKUNGEN:

    Der ganz wiedergegebene Kerntext von Evagrius ist relativ kurz. Die 153 Kapitelchen könnte man auch Sentenzen (?) nennen, kurze Bemerkungen, Erfahrungen. Diese sind in weiten Kreisen und über Jahrhunderte hindurch ein wesentliches Traktat zum Gebet gewesen, so wie es jene Weisen in der Wüste ab circa II. Jahrhundert erlebten. Evagrius gab dem einen Ausdruck, was mehr oder weniger bewusst schon da war und schöpfte aus seinem Erfahrungsschatz. Es mag sein, dass trotz einer grossen Lesbarkeit dieser Sentenzen diese dennoch einer Einbettung in das kulturelle Umfeld bedürfen. Ohne jedwedes Vorwissen oder einen Begleittext mag manches nicht direkt erschließbar sein. Das erarbeitete Irénée Hausherr für die von mir gelesene französische Version. Immer auch ein partielles Verständnis und manchmal war ich erstaunt, was er da hervorhob oder aber eben nicht. Dennoch oft sehr hilfreich. Eine hier deutsch verlinkte Ausgabe von Gabriel Bunge ist wahrscheinlich noch zeitgemässer und verständlicher (zumal auf Deutsch erhältlich). Ein von mir geschätzter französischer Spezialist von Evagrius empfahl ganz eindeutig Bunge als Referenz.


    Hier nur einige von mir festgehaltene Stichpunkte des Kerntextes von Evagrius, den ich auch anderweitig als hervorragenden Menschenkenner entdeckte :



    - wie sich von seinen Gedanken lösen um zur Kontemplation zu gelangen ? Eine Distanz zu unseren Vorstellungen einnehmen ?



    - Gott ist jenseits der Gedanken und der Gefühle, also nicht « geographisch » verstanden



    - die wesentlichen Veränderungen und Umgestaltungen unseres Wesens zum Wesentlichen hin geschehen durch das Gebet, die Zuwendung zu Gott



    - es geht nicht um philosophische Spekulationen, sondern um die Praxis der Tugenden, Liebe, die die einzige Pforte zur wahren « Gnosis » (hier im Sinne von Schau ist.



    - unsere Gedanken sind oft angefressen durch das Nicht-Umsetzen der Tugenden



    - auf dem Wege voran eine gewisse Form der Ignoranz praktizieren



    - das Gebet entdeckt mir auch mich selbst



    - die Traurigkeit ist zu bekämpfen



    - sich nicht an die Reichtümer hängen



    - sich nicht allein auf seine eigenen Kräfte stützen



    - im Gebet gegenwärtig sein



    - eine gewisse Form der Unbeeindruckbarkeit hier, und doch tiefer Liebe und Sanftmut da


    Sicherlich ist diese Liste stark ausbaubar. Was beeindruckt bei Evagrius ist, dass eine gewisse Form von uns als « äußerer Praxis » verstandener Werte so wichtig sind für den « inneren Menschen » und das Gebet. Hier findet der Mensch in gewissem Sinne trotz eventueller verschiedener Instanzen im klassischen Sinne zu einer Einheit. Man könnte auch sagen, dass hier spirituelle Sehnsucht und gelebte Liebe ineinsfallen ?!


    Wahrscheinlich nicht jür jeden sinnvoll und zugänglich am Anfang eines Weges, aber ist es nicht wertvoll, sich in einen grösseren Zusammenhang von Suchenden aller Zeiten zu stellen ?


    AUTOR :

    Euagrios Pontikos (latinisiert Evagrius Ponticus; * 345 in Ibora, Pontos, in der heutigen Türkei; † 399 in Ägypten) war ein christlicher Mönch („Wüstenvater“), Asket und Schriftsteller.


    Evagrios wurde von Basil von Cäsarea zum Lektor bestimmt und war Schüler des Gregor von Nazianz, der ihn zum Diakon weihte und den er nach Konstantinopel begleitete. Dort fanden seine Predigten reiches Echo. 382 verliess Evagrius die Hauptstadt und zog sich in Jerusalem zurück, dann aber in die nitrische Wüste (Ägypten). Dort führte er ein monastisches Leben und verdiente sein Leben als Kopierer.


    Als Vertreter einiger Thesen, die Origines zugeschrieben wurden, wurde er postum mehrmals verurteilt, so im Jahr 553 auf dem zweiten Konzil von Konstantinopel. Sowohl Origines als auch eben Evagrius besitzen heute sozusagen einen anerkannten Ruf und Autorität.


    Evagrios erwarb durch sein schriftstellerisches Schaffen und seine wissenschaftliche Bildung hohes Ansehen unter den Anachoreten. Nur wenig seines Werkes ist heute überliefert. Da viele seiner Werke schon früh in andere Sprachen des christlichen Orients übersetzt wurden, wurde er zum Vermittler monastischer Spiritualität im Orient und Okzident. Er gilt als einer der einflussreichsten Denker und Theologen des IV. Jahrhunderts, der durch seinen Schüler Cassian westliches Denken beeinflusste, im Osten aber direkt rezipiert wurde, bzw unter Pseudonym.


    Hier auch ein kostenloser Zugang zu einer englischsprachigen Ausgabe : http://www.ldysinger.com/Evagrius/03_Prayer/00a_start.htm .

    und hier eine reicheQuelle...: http://evagriusponticus.net/corpus.htm


    Taschenbuch: 80 Seiten

    Verlag: Vier Türme; Auflage: 1., Auflage (10. Februar 2011)

    Sprache: Deutsch

    ISBN-10: 3896807048

    ISBN-13: 978-3896807045

  • Ich habe dieses Werk auf Französisch gelesen mit der Einleitung und dem Kommentar von Irénée Hausherr. Einerseits sehr hilfreich, da einige Schlüsselbegriffe (die man oft zu « kennen » glaubt) einfach im Kontext erläutert werden. Andererseits ist wahrscheinlich jede Lektüre, bzw Kommentar auch Interpretation und Auswahl. Einige sprechen von einer intellektualistischen Analyse von Evagrius, die nicht zur Genüge den meditativen und kontemplativen Ansatz würdigt.


    Dieses Werk ist aber klar strukturiert : Die einzelnen der 153 Kapitelchen (manche nur einen Satz lang), gefolgt von Querverweisen und kleinen Interpretrationshilfen durch den Jesuiten Hausherr.


    Irénée Hausherr - Les leçons d'un contemplatif: le traité de l'oraison d'Evagre le Pontique

    Französisch, 1960

    Reliure inconnue

    ASIN: B0000DXDZU

    Dimensions du colis: 21,6 x 13,6 x 1,6 cm

  • Sehr guten Ruf hat aber dieses zum Standardwerk werdende Buch von P Gabriel Bunge. Dieser gilt als Spezialist. Es erläutert, warum Evagrius verschiedene Ansätze (philosophisch, dann theologisch, spirituell) benutzt.


    Gabriel Bunge - « In Geist und Wahrheit ». Studien zu den 153 Kapiteln « Über das Gebet » des Evagrios Pontikos


    Die 153 Kapitel Über das Gebet des Evagrios Pontikos († 399) sind ein Klassiker der altchristlichen geistlichen Literatur. Der Hauptteil stellt die Lehre des E. vom Gebet, die „Anbetung des Vaters im Geist und Wahrheit (Joh 4,23), d.h. in seinem Heiligen Geist und seinem eingeborenen Sohn“ ist, dar (4. Teil). Diese Lehre vom „wahren“ oder „geistlichen Gebet“ wird nur dann verständlich, wenn man sie in ihren zeitgeschichtlichen Kontext stellt. Warum entwickelt E. im selben Traktat neben seiner rein biblisch begründeten „Theologie des Gebetes“ auch eine „Philosophie des Gebetes? Die Rolle der Philosophie im Denken des E. (1. Teil) lässt sich erst aus dem Kontext, der Anthropomorphiten-Kontroverse um die Wende des 4. Jh., voll begreifen (2. Teil). Anhand der koptischen und griechischen Viten Pachoms und seiner ersten Nachfolger zeigt der Autor die Wandlungen auf, die sich damals im ägyptischen Mönchtum vollzogen (3. Teil). Zum Schluss geht der Autor der Frage nach den Quellen der Gebetslehre des E. nach (7 Briefe des Antonios), die ein neues Licht auf die Stellung des E. im frühen Mönchtum werfen (5. Teil).


    Gebundene Ausgabe: 387 Seiten

    Verlag: Borengässer, N M; Auflage: 1., Aufl. (Juni 2010)

    Sprache: Deutsch

    ISBN-10: 3923946813

    ISBN-13: 978-3923946815

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