Der Hausmann
Buch von Wlada Kolosowa, Raúl Soria
Titel: Der Hausmann
Wlada Kolosowa (Autor) , Raúl Soria (Illustrator)
Verlag: Leykam
Format: Taschenbuch
Seitenzahl: 320
ISBN: 9783701183036
Termin: Mai 2023
Aktion
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Kurzmeinung
carola1475 Ein unkonventioneller, aktueller und sehr unterhaltsamer Großstadt-Roman
Zusammenfassung
Inhaltsangabe zu Der Hausmann
»Plötzlich Randlage.« Bei Tim und Thea verdient sie das Geld, er macht den Haushalt. Kein Problem eigentlich, bis ihr günstiger Mietvertrag gekündigt wird und sie an den Stadtrand ziehen müssen. Das neue Haus ist voller Kippenstummel und prekärer Existenzen. Zuerst läuft es ganz gut. Tim kehrt das Treppenhaus, freundet sich mit Maxim, dem jungen Mann aus der Ostukraine an, und richtet der 80-jährigen Frau Birkenberg das Internet ein. Doch dann klingelt es an der Tür. Als Tim öffnet, schlägt ein fremder Mann ihm unvermittelt ins Gesicht. Was, zur Hölle, ist da schiefgelaufen? »Der Hausmann« ist ein unkonventioneller Roman. Er kombiniert traditionelle und außergewöhnliche Erzählweisen und zeichnet so eine Geschichte über Gentrifizierung und Liebe, über Armut und schiefe Bahnen, exzessive Start-up- Kultur, Klimaerwärmung, veganes Hundefutter, Doktorwurst und Darknet. Es ist das Portrait eines Hauses, einer Stadt, einer Gesellschaft – einer Zeit, die sich noch wie das Jetzt anfühlt, aber schon bald verschwunden sein könnte. Das ist virtuose, lustvolle Gegenwartsliteratur.
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Bewertungen
Der Hausmann wurde insgesamt 4 mal bewertet. Die durchschnittliche Bewertung liegt bei 4,6 Sternen.
Meinungen
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Ein unkonventioneller, aktueller und sehr unterhaltsamer Großstadt-Roman
Rezensionen zum Buch
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Rezension zu Der Hausmann
- Sarange
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8. Juni 2024 um 16:08
Verlagstext:Weiterlesen
»Plötzlich Randlage.« Bei Tim und Thea verdient sie das Geld, er macht den Haushalt. Kein Problem eigentlich, bis ihr günstiger Mietvertrag gekündigt wird und sie an den Stadtrand ziehen müssen. Das neue Haus ist voller Kippenstummel und prekärer Existenzen. Zuerst läuft es ganz gut. Tim kehrt das Treppenhaus, freundet sich mit Maxim, dem jungen Mann aus der Ostukraine an, und richtet der 80-jährigen Frau Birkenberg das Internet ein. Doch dann klingelt es an der Tür. Als Tim öffnet, schlägt ein fremder Mann ihm unvermittelt ins Gesicht. Was, zur Hölle, ist da schiefgelaufen? »Der Hausmann« ist ein unkonventioneller Roman. Er kombiniert traditionelle und außergewöhnliche Erzählweisen und zeichnet so eine Geschichte über Gentrifizierung und Liebe, über Armut und schiefe Bahnen, exzessive Start-up- Kultur, Klimaerwärmung, veganes Hundefutter, Doktorwurst und Darknet. Es ist das Portrait eines Hauses, einer Stadt, einer Gesellschaft – einer Zeit, die sich noch wie das Jetzt anfühlt, aber schon bald verschwunden sein könnte. Das ist virtuose, lustvolle Gegenwartsliteratur.
Quelle: amazon.de
Meine Meinung:
Wlada Kolosowa, deren journalistische Arbeit ich sehr schätze, hat einen wunderbar spritzigen und zugleich tiefgründigen Roman vorgelegt, in dem sie die Perspektiven von auf unterschiedliche Art prekär lebenden Menschen miteinander verwebt: Thea und Tim, ein junges Pärchen, bei dem sie malocht und er als bisher verkannter Künstler daheim an seiner Graphic Novel herumwerkelt und nebenbei den Haushalt wuppt, hat es aus ihrem hippen Viertel in einen Wohnblock am schäbigen Rand Berlins verschlagen.
Während Thea sich völlig in ihrem neuen Job bei einem ambitionierten Start-up verliert (viele Entwicklungen werden den Leser:innen per Chat zwischen Thea und ihrer Freundin und nun auch Vorgesetzten Anna präsentiert), lernt Tim einige Hausbewohner:innen kennen. Er richtet einer verarmten Achtzigjährigen das Internet ein; in Folge liest man ihr Blog mit Tipps, wie man im Alter mit wenig Geld zurechtkommen und sich dennoch einen Rest Würde bewahren kann. Dem jungen ostukrainischen Muskelprotz Maxim, der vor dem Krieg geflohen ist, gibt er Nachhilfeunterricht in Deutsch, teilt sich diese Aufgabe jedoch mit Charlotte, einer ein paar Häuser weiter lebenden hübschen Doktorandin mit hässlichem Hund; man liest in Maxims Lerntagebuch von den Einsichten eines viel zu abgeklärten Neunzehnjährigen, der versucht, in puncto Job und Liebe einen Fuß in die Tür zu bekommen. Unter dem Druck von Theas neuer Arbeitsstelle müssen Tim und Thea ihr noch nicht so recht definiertes Erwachsenenleben und ihre Beziehung neu ausbalancieren, was durch den Einfluss von Theas amüsant-schnöseligen Eltern auch nicht unbedingt erleichtert wird. Und dazwischen werden immer wieder einige Seiten von Tims Graphic Novel über den Klimawandel eingeschoben, ein spannendes Buch im Buch, gezeichnet von Raúl Soria. (Auf meinem Reader wird es leider nur unvollständig dargestellt, sodass ich diese Passagen auf dem Tablet lesen musste.)
Dieser abwechslungsreiche Mix hat mir viel Spaß gemacht. Wlada Kolosowa wusste immer wieder für Überraschungen, Humor und Tiefgang an Stellen oder bei Figuren zu sorgen, wo ich kaum damit gerechnet hatte. Maxims Schlussworte am Ende des Romans haben mich besonders berührt. -
Rezension zu Der Hausmann
- carola1475
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29. August 2022 um 15:30
Ein außergewöhnlich aufgebauter Roman über das Leben in der Großstadt, der aktuelle Probleme aufgreift und dennoch Spaß machtWeiterlesen
Genau so bunt wie das Cover ist auch der neue Roman von Wlada Kolosowa. Tims Ich-Erzählung wechselt sich ab mit Messenger-Chats, einem Blog, einem Deutsch-Lern-Tagebuch und einer Graphic Novel über den Klimawandel, eindrucksvoll illustriert von Raúl Soria. Diese verschiedenen Erzählarten sind klar und gelungen voneinander abgegrenzt, machen Spaß und ergeben zusammen ein rundes Bild der Protagonisten und ihrer nicht einfachen Lebenssituation.
Tim und Thea sind durch Gentrifizierung aus ihrer vorigen Wohnung verdrängt worden und leben nun in einem vernachlässigten Haus in Berlin-Neukölln mit Nachbarn unterschiedlicher Herkunft und Generationen. Thea geht arbeiten und Tim kümmert sich um den Haushalt und seine Graphic Novel. Er freundet sich mit Maxim an, der aus der Ostukraine geflüchtet ist und hilft ihm beim Deutschlernen, und er richtet der alten Nachbarin Dagmar das Internet ein.
Das Leben in der Großstadt wird von Wlada Kolosowa sehr aufmerksam beobachtet und dargestellt, sie schreibt bildhaft und eindrücklich, mit feinem Humor, überrascht mit unerwarteten Details, die sensibilisieren und nachdenklich machen. Die Charaktere sind authentisch und berühren, Thea reibt sich in einem Start-up auf, Dagmar ist einsam, kann von ihrer Rente allein nicht leben und hat Vorurteile Ausländern gegenüber und Maxim ist orientierungslos und nicht nur von den Behörden allein gelassen. Wie im Klappentext treffend beschrieben, werden viele Probleme nicht nur des Großstadtlebens, sondern unserer Gegenwart angesprochen und das auf unterhaltsame, lebendige, auch augenzwinkernde Art und Weise, die das Buch zu einem ganz besonderen Lesevergnügen macht.
Ausgaben von Der Hausmann
Besitzer des Buches 4
Update: 29. April 2025 um 18:14





