Sebastian Fitzek - Das Paket

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    Das Paket

    von

    4.3|88)

    Verlag: Droemer HC

    Bindung: Gebundene Ausgabe

    Seitenzahl: 368


    ISBN: 9783426199206


    Termin: Oktober 2016

    • Sebastian Fitzek - Das Paket

      Die Psychiaterin Emma Stein verlässt ihr Haus nicht mehr, besitzt kaum soziale Kontakte und wird täglich von Panikattacken heimgesucht, seitdem sie Opfer des „Friseurs“ geworden ist. Dieser Psychopath hat bereits mehrfach Frauen misshandelt, ihnen den Kopf kahl geschoren und sie anschließend ermordet. Emma ist die einzige, die bisher mit dem Leben davon gekommen ist. Da sie fürchtet, dass der Täter sie aufsuchen könnte, um seinen Job zu beenden, igelt sie sich völlig ein. Als sie unerwartet ein Paket entgegen nimmt, dass für einen ihr unbekannten Nachbarn bestimmt ist, stellt es sie vor neue Herausforderungen. Vor allem fragt sie sich, wer der Empfänger sein könnte, denn sie kennt alle Nachbarn, aber von ihm hat sie noch nie gehört. Sofort schrillen bei ihr die Alarmglocken.

      Die Fitzek-Bücher sind für mich immer ein „Muss“. „Das Paket“ ist sein neuster Roman und ich habe ihn während einer langen Bahnfahrt in einem Zuge verschlungen. Das Buch ist unglaublich spannend, denn der Autor schafft es immer wieder unerwartete Wendungen einzubringen. Am Ende des Romans ist nichts mehr so, wie es zuvor erschien. Einige Bücher von ihm haben mich letztendlich etwas enttäuscht, da dort zu viel Überraschendes auftrat und ich teilweise den Überblick verloren hatte, was nun tatsächlich Realität war und was nicht (z.B. in „Der Nachtwandler“). Beim Paket ist dieses zum Glück nicht der Fall. Nach und nach wirft der Autor die Vorstellungen über den Haufen, aber der rote Faden ging mir nie verloren.

      Der Roman fängt etwas langsamer an, da eine Vorgeschichte wichtig ist, um das Verhalten von Emma Stein nachvollziehen zu können, denn ihre Vergangenheit hat sie stark geprägt und beeinflusst ihre Gegenwart extrem Aber danach hat das Buch ein konstant sehr hohes Spannungsniveau. Ich war wirklich froh, dass ich „im Zug gefangen“ war und somit keinen Grund hatte, das Buch zur Seite zu legen. Ich liebe es, wie oft Sebastian Fitzek mich überraschen kann, obwohl ich viele Thriller lese und mich diese daher oft nicht mehr packen können. Vom "Paket" war ich jedoch durchgängig gefesselt.

      Einziger Kritikpunkt ist, dass ich beim Lesen immer dachte „da kommt noch etwas“. Irgendetwas fehlte mir, aber ich kann es leider nicht genauer benennen, denn (wie gesagt) ließ der Autor nichts so, wie es zunächst erschien Deshalb gebe ich 4,5 Sterne, die ich jedoch gerne auf 5 aufrunde.

      Fazit: Wer einen Roman mit Suchtpotenzial, einem hohen Spannungsniveau und zahlreichen unerwarteten Wendungen sucht, der soll bitte zum Buch „Das Paket“ greifen, denn genau dieses gilt für den Roman von Sebastian Fitzek! Absolute Leseempfehlung.


      • Gebundene Ausgabe: 368 Seiten
      • :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:
      Viele Grüße
      Claudia

      Schaut gerne in meinen Bücher-Blog hinein: claudias-buecherregal.blogspot.com/
    • Das Buch habe ich quasi an einem Abend gelesen. Es war wirklich sehr spannend und fesselnd. Die Geschichte spielt auf mehreren Zeitebenen, was mir persönlich meistens gut gefällt.

      Im letzten Drittel jedoch fand ich einige Begebenheiten und Vorkommnisse wirklich grotesk und nicht nachvollziehbar. Manche Reaktion der Protagonistin, unter Berücksichtigung von allem, was ihr in der Vergangenheit widerfahren war, ging mir gegen Ende des Buches über den Horizont,

      Auch das viel zu konstruierte und dann auch abrupte Ende hat mich enttäuscht. Ein 5-Sterne-Thriller ist für mich etwas anderes, daher kann ich leider nur :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: vergeben.
      ☆¸.•*¨*•☆ ☆¸.•*¨*•☆ La vie est belle ☆¸.•*¨*•☆☆¸.•*¨*•☆
    • Kurzbeschreibung:
      Seit die junge Psychiaterin Emma Stein in einem Hotelzimmer vergewaltigt wurde, verlässt sie das Haus nicht mehr. Sie war das dritte Opfer eines Psychopathen, den die Presse den »Friseur« nennt – weil er den misshandelten Frauen die Haare vom Kopf schert, bevor er sie ermordet.
      Emma, die als Einzige mit dem Leben davonkam, fürchtet, der »Friseur« könnte sie erneut heimsuchen, um seine grauenhafte Tat zu vollenden. In ihrer Paranoia glaubt sie in jedem Mann ihren Peiniger wiederzuerkennen, dabei hat sie den Täter nie zu Gesicht bekommen. Nur in ihrem kleinen Haus am Rande des Berliner Grunewalds fühlt sie sich noch sicher – bis der Postbote sie eines Tages bittet, ein Paket für ihren Nachbarn anzunehmen.
      Einen Mann, dessen Namen sie nicht kennt und den sie noch nie gesehen hat, obwohl sie schon seit Jahren in ihrer Straße lebt ...
      (Quelle: Verlagswebsite)

      Autor:
      Sebastian Fitzek, geboren 1971, ist Deutschlands erfolgreichster Autor von Psychothrillern. Seine Bücher werden in vierundzwanzig Sprachen übersetzt und sind Vorlage für internationale Kinoverfilmungen und Theateradaptionen. Sebastian Fitzek lebt mit seiner Familie in Berlin.
      (Quelle: Verlagswebsite)


      Allgemeines:
      • Erschienen bei Droemer HC im Oktober 2016
      • 368 Seiten, Prolog und 55 Kapitel, die auf verschiedenen Zeitebenen spielen
      • Erzählt wird in der dritten Person aus Sicht von Emma
      • Ausführlicher „Zehn Jahre Fitzek“ Teil am Ende mit Zitaten aus Leserbriefen
      Meine Meinung:
      Ich hab es wirklich versucht. Mit jedem neuen Buch hab ich Fitzek eine Chance gegeben, mich zu überzeugen. Es ist ihm auch dieses Mal leider nicht gelungen und somit ist dies dann wohl das Ende einer nie zustande gekommenen Freundschaft.

      Das Positive vorweg: mochte ich an seinen bisherigen Büchern die oft an den Haaren herbeigezogenen Enden nicht, fand ich den Schluss diesmal richtig gut, weil passend und nicht konstruiert. Dass er nur noch die Bestätigung meines Verdachts war, den ich schon im ersten Drittel der Story hatte, hat mich dann nicht mal so sehr gestört.
      Der haarsträubende Teil war diesmal der Anfang bzw. die Hauptfigur an sich: Emma – eine psychotische Psychologin mit schwerem vom Vater verursachten Kindheitstrauma, die außerdem auch noch unter Minderwertigkeitskomplexen leidet. Na prima! So lernen wir sie kennen und es gelingt ihr bis zum Ende hin nicht, auch nur einen einzigen Sympathiepunkt zu sammeln. Naja, vielleicht bei ihrem letzten Auftritt, ein ganz kleines Pünktchen.
      Was der Autor uns serviert ist eine schier endlose Abfolge von Übersprungshandlungen, hysterischen Anfällen, Paranoia und Halluzinationen. Dazu gibt es einen eher mäßig interessierter Ehemann, der lieber das Heil in der Flucht sucht (okay, vielleicht ist er als Polizist ja auch der völlig falsche Partner bei der Aufklärung eines Verbrechens, das seiner Frau angetan wurde) und ein Anwalt, der Emma seit Kindertagen kennt und so was wie ein väterlicher Freund für sie ist. Das sind dann auch schon die wirklich wichtigen Figuren in diesem Buch.
      Das Paket, dass so einen zentralen Platz in Klappentext und Aufmachung einnimmt, ist eigentlich gar nicht so entsetzlich. Eher die Tatsache, dass es kurz nach seinem Auftauchen wieder verschwindet. Aber das würde jetzt zu weit führen – was ich sagen wollte: ihr müsst euch auch künftig nicht vor dem Postboten und dem, was er bringt, fürchten.

      Wer es schafft, die ganzen Aussetzer von Emma zu ertragen oder vielleicht sogar mit ihr leiden kann, wird hier bestimmt einen spannenden Thriller vorfinden. Mir hat sich dagegen an so mancher Stelle ein entnervter Seufzer entrungen, weil es einfach too much war. Deshalb kann ich das Buch auch nicht empfehlen, bin mir aber ziemlich sicher, dass die, die Fitzeks bisherige Bücher geliebt haben, auch von diesem nicht enttäuscht werden. Von mir gibt es :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: , weil zumindest das Ende diesmal logisch war und Fitzek es trotz aller Kritik geschafft hat, mich bis zum Schluss bei der Stange zu halten, weil ich zumindest noch wissen wollte, wie „mein Verdächtiger“ es angestellt hat.

      Ach ja- anstelle eines Nachworts gibt es am Ende noch etliche Seiten Selbstbeweihräucherung unter dem Titel „Zehn Jahre Fitzek“, die ich mir geschenkt habe.

      Fazit:
      Psychotische Psychologin mit Kindheitstrauma auf dem Weg zum totalen Realitätsverlust. Nein Herr Fitzek, das waren diesmal echt zu viele Psychospielchen.
      Gelesen in 2017: 13 SUB: 293

      "Wie das Schwert den Wetzstein braucht ein Verstand Bücher, um seine Schärfe zu behalten." (Tyrion Lennister)
    • ClaudiasBuecherregal schrieb:

      Einziger Kritikpunkt ist, dass ich beim Lesen immer dachte „da kommt noch etwas“
      Das kann ich unterschreiben, und oft genug war es bei ihm ja auch so und für noch etwas habe ich einen kleinen Mangel gefunden:

      Hirilvorgul schrieb:

      Das Positive vorweg: mochte ich an seinen bisherigen Büchern die oft an den Haaren herbeigezogenen Enden nicht, fand ich den Schluss diesmal richtig gut, weil passend und nicht konstruiert.
      Also, ich fand das Ende schon sehr, sehr konstruiert. Ich meine, hallo,
      Spoiler anzeigen
      mal einfach so einen Raum nachbauen ohne dass man es merken würde, mit einem Blick nach draußen, der ein hochauflösender TV statt ein Fenster war. :totlach: Und dann macht man auch noch den Standardfehler und lässt das gleiche Band in Endlosschleife laufen. Das war mir selbst für Fitzek zuviel. :lol:
      Aber gestört hat es mich nicht wirklich, denn wer Realismus will, sollte nicht Fitzek lesen.

      Ansonsten fand ich das Buch absolut stark und die geringe Seitenzahl auch genau richtig. Fitzek würde gar nicht mehr brauchen, um auf den Punkt zu kommen. Dass sich vieles nur auf kleinem Raum abgespielt hat (Emmas Haus und die Straße, das Hotelzimmer und die Praxis als weitere Eckpunkte) fand ich absolut klasse und ließ mich an "Der Nachtwandler" denken. Das ist mir bei ihm lieber als z.B. bei "Das Joshua-Profil", in dem es etwas zuviel Action gab. Paranoia, Verfolgungswahn und Psychospielchen auf engstem Raum ist das was er am besten kann, vor allem wenn die "böse" Außenwelt dann Einzug in die sicheren vier Wände hält. Ich fühlte mich hervorragend unterhalten.
      :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertungHalb:
      :study:
      :study: 2017 gelesen: 16 :study: SUB: 275
    • Kapo schrieb:

      Also, ich fand das Ende schon sehr, sehr konstruiert.
      Naja, mit dem, was du in deinem Spoiler erwähnst, magst du vielleicht recht haben,
      Spoiler anzeigen
      wobei es ja sogar gewollt war, dass Emma den Betrug bemerkt
      . Was ich meinte: die Auflösung ist nicht so konstruiert wie z.B. beim "Nachtwandler". Und in einem stimme ich nun wirklich auch mit dir überein: Fitzek hat mit Realität wenig bis gar nichts zu tun.
      Gelesen in 2017: 13 SUB: 293

      "Wie das Schwert den Wetzstein braucht ein Verstand Bücher, um seine Schärfe zu behalten." (Tyrion Lennister)
    • Kapo schrieb:

      Also, ich fand das Ende schon sehr, sehr konstruiert. Ich meine, hallo,
      Das fand ich, wie in meinem Kommentar bereits erwähnt,ebenfalls.

      Kapo schrieb:

      Aber gestört hat es mich nicht wirklich, denn wer Realismus will, sollte nicht Fitzek lesen.
      Auch hier stimme ich voll und ganz zu, ABER

      Spoiler anzeigen
      dass Emma ohne jegliche Gefühlsregung ist, als ihr Mann stirbt und auch hinterher absolut keine Emotion zeigt, finde ich schon sehr befremdlich. Und dass der krebskranke Palandt, schwach wie er ist, plötzlich solche Kräfte entwickelt, dass sie Mühe hat, sich zu wehren - das fand ich einfach nur grotesk.
      ☆¸.•*¨*•☆ ☆¸.•*¨*•☆ La vie est belle ☆¸.•*¨*•☆☆¸.•*¨*•☆
    • Verlag:Droemer Knaur| Erschienen: 26.10.2016| Seiten: 368| Preis: Hardcover 19,99€ | ISBN: 9783426199206

      Klapptext:
      Seit die junge Psychiaterin Emma Stein in einem Hotelzimmer vergewaltigt wurde, verlässt sie das Haus nicht mehr. Sie war das dritte Opfer eines Psychopathen, den die Presse den »Friseur« nennt – weil er den misshandelten Frauen die Haare vom Kopf schert, bevor er sie ermordet.
      Emma, die als Einzige mit dem Leben davonkam, fürchtet, der »Friseur« könnte sie erneut heimsuchen, um seine grauenhafte Tat zu vollenden. In ihrer Paranoia glaubt sie in jedem Mann ihren Peiniger wiederzuerkennen, dabei hat sie den Täter nie zu Gesicht bekommen. Nur in ihrem kleinen Haus am Rande des Berliner Grunewalds fühlt sie sich noch sicher – bis der Postbote sie eines Tages bittet, ein Paket für ihren Nachbarn anzunehmen.
      Einen Mann, dessen Namen sie nicht kennt und den sie noch nie gesehen hat, obwohl sie schon seit Jahren in ihrer Straße lebt ...


      Meine Meinung:
      Wir haben so lange drauf gewartet, doch jetzt war es endlich soweit ein neuer Fitzek kam raus. Ich bin natürlich sofort zum Buchhändler meiner Vertrauens gestapft und habe mir „Das Paket“ geschnappt. Zudem hatte ich das Glück zwei Freie Tage zu haben, so konnte ich mich direkt diesem Tollen Buch widmen. Das Buch war grandios. Es konnte mich in Typischer Fitzek Manier Fesseln. Es war spannend von der Ersten bis zur Letzten Seite. Es brachte auch wieder diese Typische Verwirrung mit, die wir so sehr lieben. Ich wusste absolut nicht was da vor sich geht. Ich kam absolut nicht drauf und die Endauflösung hat mich echt geschockt. Es war wieder mal ein absolutes Lese vergnügen und ich würde es am Liebsten sofort noch mal Lesen.

      Emma als Haupt Charakter war sehr gelungen. Wir tauchen in ihre Welt ein und wissen irgendwann selber nicht mehr was echt ist und was nicht. Ich war wirklich am Rätseln ob das alles Wirklich Passiert oder Ob sie sich das nur einbildet. Ich habe so mit ihr mitgefiebert und mitgelitten. Sie hat echt schlimmes erlebt und ist daher auch sehr Traumatisiert. Was natürlich Perfekt gepasst hat für die Geschichte.

      Der Schreibstil war wie gewohnt Schaurig schön verwirrend. Ich bin echt von einem verdacht in den nächsten geraten und hatte trotzdem nie Recht xD
      Das Paket hat sich super schnell und flüssig Lesen lassen und das obwohl einige Medizinische Fachbegriffe drin vorkamen. Einfach Typisch Fitzek eben.

      Das Cover ist ja wohl mal der Hammer. Das Buch kommt in einem echten Paket daher, das war genial. Und wenn man es dann Auspackt hat man auch dieses Paket Design. Der Einband ist auch mal was anderes. Er ist aus Hart Pappkarton genau wie ein Paket eben. Da hat der Verlag sich echt was einfallen lassen. Super Gelungen. Beide Daumen Hoch.

      Bewertung:
      Ein richtig guter Psychothriller der mir einige Nerven gekostet hat. Daher bekommen Das Paket und Sebastian Fitzek 5 Sterne von mir.


      Die genannten Fakten sind der Website vom Droemer Knaur Verlag entnommen
    • @freddoho : Zu Deinem Spoiler muss ich Dir Recht geben.
      Spoiler anzeigen
      Emma hatte ja nie einen Verdacht wegen ihrem Mann und eigentlich schien er ihr eine Stütze zu sein. Dass sie so kühl auf seinen Tod reagiert hatte, war wirklich etwas seltsam. Schließlich hatte sich ja gerade ihr komplettes Leben verändert und sie hielt ihren Gatten für einen Serienmörder. Auch in Bezug auf Palandt gebe ich Dir Recht. Erst kann er sich quasi kaum auf den Beinen halten und dann macht er problemlos seine alten Zirkusnummern.

      Aber ich sag es mal so...das ist halt Fitzek. Vermutlich könnte man von jedem seiner Romane eine lange Liste mit Sachen machen, die unglaubwürdig sind. Bei ihm stört mich das eigentlich nicht besonders, denn ich weiß, was mich bei ihm erwartet. Ich sehe mir auch gerne "Rambo" an und wundere mich nicht mehr wie er es alleine mit ganzen Armeen aufnehmen kann. :lol: In anderen Bücher haben mich auch schon öfter Ungereimtheiten stark genervt und dort hat es mich dann auch mehr gestört. Fitzek hat halt (so vermute ich) gar nicht wirklich die Intention, möglichst realistisch zu schreiben.
      :study:
      :study: 2017 gelesen: 16 :study: SUB: 275
    • Meine Meinung:

      Endlich ein neuer Fitzek und endlich lese ich ihn auch sofort. Es gab bzw. gibt noch einige Bücher von ihm, die ich noch nicht gelesen habe, aber dieses Mal musste ich sofort lesen und witzigerweise habe ich es in einer Leserunde gelesen, die morgen erst zu Ende geht, aber ich wollte das Buch in den letzten Zügen an meinen freien Tagen beenden, da es nun auch nicht mehr ganz so viele Seiten waren, die Entscheidung traf ich aber erst mitten in der Nacht wo alle am schlafen waren. Meist macht ja lesen mitten in der Nacht müde, aber auch nicht immer und diese kurzen Kapitel regen natürlich an immer weiter zu lesen, kurz gesagt das Buch mit seinen Cliffhangern ist für mich äußerst spannend. Die Kritik kann ich nachvollziehen, aber so schlimm und unrealistisch fand ich das jetzt nicht unbedingt. Ich bin da zumindest auch @Kapos Meinung und weiß, was ich bekomme und störe mich wahrscheinlich deswegen nicht so dran. Die Geschichte liegt zumindest im Gegensatz zu anderen Geschichten "Der Nachtwandler" eher im Bereich des Möglichen und die Idee der Covergestaltung und auch der Schnitt des Buches bzw. Layout (keine Ahnung wie ich das beschreiben soll) finde ich gut gemacht und hoffe auch das es bei dem ein oder anderen Buch auch so gehandhabt wird.

      Fazit:

      :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:
      :study: Risiko (Steffen Kopetzky) 166 / 733 Seiten
      :study: Der Übergang (Justin Cronin) 600 / 1021 Seiten

      SUB: 370
    • Kapo schrieb:

      @freddoho : Zu Deinem Spoiler muss ich Dir Recht geben.
      Spoiler anzeigen
      Emma hatte ja nie einen Verdacht wegen ihrem Mann und eigentlich schien er ihr eine Stütze zu sein. Dass sie so kühl auf seinen Tod reagiert hatte, war wirklich etwas seltsam. Schließlich hatte sich ja gerade ihr komplettes Leben verändert und sie hielt ihren Gatten für einen Serienmörder. Auch in Bezug auf Palandt gebe ich Dir Recht. Erst kann er sich quasi kaum auf den Beinen halten und dann macht er problemlos seine alten Zirkusnummern.

      Aber ich sag es mal so...das ist halt Fitzek. Vermutlich könnte man von jedem seiner Romane eine lange Liste mit Sachen machen, die unglaubwürdig sind. Bei ihm stört mich das eigentlich nicht besonders, denn ich weiß, was mich bei ihm erwartet. Ich sehe mir auch gerne "Rambo" an und wundere mich nicht mehr wie er es alleine mit ganzen Armeen aufnehmen kann. :lol: In anderen Bücher haben mich auch schon öfter Ungereimtheiten stark genervt und dort hat es mich dann auch mehr gestört. Fitzek hat halt (so vermute ich) gar nicht wirklich die Intention, möglichst realistisch zu schreiben.

      Spoiler anzeigen

      Es ist ein bisschen komisch da gebe ich euch recht, dennoch kann ich das schon nachvollziehen. Denn wie sich ja am Ende rausstellt zu Palandt war er einer der den Staat betrügen wollte in dem er die Reise seiner Mutter vorgaukelt um die Rente weiter beziehen zu können. Daher denk ich hat er bei Emma den gebrechlichen kranken alten Mann gespielt, bis er Ihr eben auf die Schliche gekommen ist.

      Bei Ihrem Mann Philipp ist der brocken natürlich heftiger und war anfangs auch irritiert das Sie so trocken und kalt reagiert hat, aber wenn man am Ende überlegt was er Ihr psychisch angetan hat, Ihr fremd gegangen ist und Sie die ganzen Haare bei Ihm fand glaube ich war Sie seelisch schon so gebrochen das hier kein Platz mehr für irgendwelche Gefühle war. Vor allem hat er Ihr ja auch volle Möhre eine mit gegeben was man ja auch nicht macht.
      :study: Harry Potter und das Verwunschene Kind
      :montag: Simon Beckett - Totenfang
      :montag: Sebastian Fitzek - Das Paket (MLR)

      :study: Gelesene Bücher 2016: 10
      [-X Seiten gesamt 2016: 5597
    • Gaymax schrieb:

      aber so schlimm und unrealistisch fand ich das jetzt nicht unbedingt.
      Ich finde es auch nicht unrealistisch, nur eben total überzogen (im Gegensatz zu Kapo finde ich ja auch das Ende nicht konstruiert, sondern nachvollziehbar :wink: ). Ich hatte immer diese Momente, in denen ich dachte: " Ja klar, das jetzt auch noch :roll: ." Und das hat mich einfach gestört. Ein bisschen weniger Psychose wäre immer noch Psycho genug gewesen.
      Gelesen in 2017: 13 SUB: 293

      "Wie das Schwert den Wetzstein braucht ein Verstand Bücher, um seine Schärfe zu behalten." (Tyrion Lennister)
    • Fitzek gehört bei mir zu den Autoren, bei denen ich schon lange nicht mehr bis zum Erscheinen des Taschenbuchs warten kann und die ich normalerweise auch in einem Rutsch durchlese, da ich bei den fiesen, fiesen fitzektypischen Cliffhangern das Buch kaum auf die Seite legen kann.
      "Das Paket" habe ich in einer Minileserunde gelesen und das war doch mal eine andere Erfahrung. Wobei man sich schon wirklich zusammenreißen muss, das Buch dann nach den Leseabschnitten auch auf die Seite zu legen. :wink:

      Meine Meinung:
      "Das Paket" hat mich direkt mit dem Prolog gepackt, an den ich während des Lesens oft zurückdenken musste und mich gefragt habe, wie das mit der ganzen Geschichte zusammenhängt. Irgendwie war ja klar, dass da mehr dahinter stecken muss.
      In Emmas Irrungen und Wirrungen kommt man während des Lesens das ein oder andere Mal ins Straucheln und es fällt zunehmend schwieriger, Wahrheit und Lüge noch auseinander zu halten. Immer wieder legt man sich Zusammenhänge und Verdächtige zurecht, nur um kurze Zeit später vieles davon wieder zu verwerfen. :lol:
      Ich muss zugeben, dass ich dadurch das Buch ungefähr bei der Hälfte kurzzeitig als etwas anstrengend empfunden habe, weil ich das Gefühl hatte, in einem typischen amerikanischen TV-Thriller festzustecken (ist natürlich ein "Apfel-Birnen-Vergleich", aber da gab es ja mal so eine Zeit, in der alles etwas arg konstruiert wirkte und wo der Täter ständig wieder aufgetaucht ist, obwohl er vermeintlich schon zig Mal ausgeschaltet worden ist :-, ). Eine ähnliche Empfindung hatte ich an einem Abend der Leserunde. So schnell wie das Gefühl da war, war es beim Weiterlesen aber auch wieder weg, weil ich mich gefragt habe, was mich bei Fitzek bisher immer mitgerissen hat und das sind u.a. genau diese Irrwege, auf die er einen beim Lesen schickt.
      Insofern hat er es geschafft, mich ganz schnell aus diesem Gedanken zu reißen und mich weiterhin auf eine spannende Tätersuche zu schicken und mich bis zum Schluss zu packen.

      Ich muss auch sagen, dass ich Emmas Reaktion
      Spoiler anzeigen
      auf den Tod von Philipp gar nicht als kühl empfunden habe. Sie hat zwar keine Träne vergossen, aber sie hatte ja den Gedanken, dass sie nicht mehr weinen kann, da sie schon alle Tränen vergossen hat. Nach allem, was bis dahin und vor allem an dem Tag in der kurzen Zeit geschehen ist, war das vielleicht eine "normale" Schockreaktion und ihre Selbstmordgedanken waren vielleicht die Art Trauer, die ihr in dem Moment gerade möglich war. :-k
      Ist auf jeden Fall interessant, wie unterschiedlich da die Empfindungen beim Lesen sind. :)


      Für mich ist "Das Paket" - trotz meines kurzzeitigen Hängers -wieder ein ganz toller Fitzek, ein Buch, welches mich gedanklich ziemlich auf Trab gehalten hat und für das ich aufgrund des tollen Leseerlebnisses :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertungHalb: Sterne vergebe.
      :study: Justin Cronin - Der Übergang (MLR)
      :montag: Elisa Joy - Himmlische Dämonen
      2017 - gelesen: 13 - SuB: 230
    • Autor: Sebastian Fitzek
      Titel: Das Paket
      Seiten: 362
      ISBN: 978-3-426-19920-6
      Verlag: Droemer

      Autor:
      Sebastian Fitzek wurde 1971 in Berlin geboren und ist ein deutscher Schriftsteller und Journalist. Bis zum ersten Staatsexamen studierte er Jura und promovierte in Urheberrecht, arbeitete dann als Chefredakteur und Programmdirektor bei verschiedenen Radiosendern Deutschlands. 2006 veröffentlichte er seinen Psychothriller bei Droemer Knaur, der trotz einer kleinen Auflage ohne Marketing zum Bestseller avancierte. Inzwischen wurden seine Bücher in über 24 Sprachen übersetzt. 2012 wurde sein Thriller "Das Kind" verfilmt, mehrere Theateradaptionen seiner Bücher laufen auf verschiedenen Bühnen, eine Fernsehserie ist in Planung. Seine Bücher kennzeichnen sich in den Erstauflagen durch besondere Gimmicks aus. Für seine Lesungen wählt er mintunter auch ungewöhnliche Orte wie die Trauerhalle eines Bestattungsinstituts oder eine Zahnarztpraxis. Er engagiert sich ehrenamtlich als Schirmherr für den Verein "Das frühgeborene Kind" seit der Geburt seines ersten Sohnes. Der Autor lebt mit seiner Familie in Berlin.

      Inhalt:
      Seit die junge Psychiaterin Emma Stein in einem Hotelzimmer vergewaltigt wurde, verlässt sie das Haus nicht mehr. Sie war das dritte Opfer eines Psychopathen, den die Presse den »Friseur« nennt - weil er denmisshandelten Frauen die Haare vom Kopf schert, bevor er sie ermordet. Emma, die als Einzige mit dem Leben davonkam, fürchtet, der »Friseur« könnte sie erneut heimsuchen, um seine grauenhafte Tat zu vollenden. In ihrer Paranoia glaubt sie in jedem Mann ihren Peiniger wiederzuerkennen, dabei hat sie den Täter nie zu Gesicht bekommen. Nur in ihrem kleinen Haus am Rande des Berliner Grunewalds fühlt sie sich noch sicher – bisder Postbote sie eines Tages bittet, ein Paket für ihren Nachbarn
      anzunehmen. Einen Mann, dessen Namen sie nicht kennt und den sie noch nie gesehen hat, obwohl sie schon seit Jahren in ihrer Straße lebt ... (Verlagstext)

      Gimmick:
      Die Erstauflage ist als gebundene Ausgabe mit festen Kartoneinband erschienen, verpackt widerum in einem Paket gleicher Stärke.

      Rezension:
      "Back to the roots", könnte der Untertitel dieses Thrillers sein und tatsächlich hat sich Sebastian Fitzek wieder, gleichsam seines Erstlingswerkes, in die Abgründe der menschlichen Psyche begeben, nachdem er zuletzt sich auf den Feld der Verschwörungsthriller ausprobiert hat. Zwar waren seine Werke "Noah" und "Passagier 23" sehr gut zu lesen, doch "Das Paket" übertrifft diese um Weiten. Die geschichte beginnt, wie alle Werke des Berliner Erfolgsautoren mit einem Knall und reiht Kapitel für Kapitel schier unglaubliche Cliffhanger aneinander, die die Seiten nur so davonfliegen lassen. Zum Lesen muss sich hier niemand zwingen, es sei denn, man ist ohnehin empfindlich. Dann aber hat man mit Fitzek sowie so das Genre verfehlt. Für alle anderen gibt der Thriller ein packendes Leseerlebnis, welches von Beginn an flüssig ist. Flüssig wie Blut.

      Und das beginnt schon mit der Verpackung, zumindest in der Erstauflage. Das einfache Herausbringen von Büchern diverser Autoren genügt heute nicht mehr. Ein oder zwei Bestseller können die Haushaltszahlen der Verlage retten. Droemer Knaur weiß das und hat sich in Zusammenarbeit mit dem Autor da etwas Besonderes einfallen lassen. Der Leser öffnet gleichsam der Protagonistin Emma ein Paket und holt sich damit die Spannung, negative Kritiken sprechen auch vom Grauen, ins Haus. Nur ist der Inhalt ein kartoniertes Buch, nicht wie bei Emma, der Auslöser einer katastrophalen Kette, anhand derer die ohnehin -labile- Psychotherapeutin entgültig zusammenbrechen droht. Nur der Beweis des Gegenteils, der Schritt nach Draußen, da sie das Haus sonst nicht verlässt, glaubt sie, kann die Sicherheit zurückbringen. Wie arg sie sich täuscht.

      Am Ende ist dann alles anders als man denkt. Mit gesunden Menschenverstand zwar fast zu viel aber der Leser begleitet hier eine seelisch instabile Hauptperson. Eine Spezialität Fitzeks, an der er von Thriller zu Thriller feilt und die ihm wieder einmal gelungen ist. Spannungsgeladen beschließt der Autor hiermit sein zehntes schriftstellerisches Jahr in 362 Seiten, mit keiner Zeile zu viel. Zum Schluss der übliche Dank an die Leser, die ihn einst über Weiterempfehlungen in Internetforen zum Bestsellerautoren machten. Einige der kuriosesten und anrührendsten Leserbriefe hat er ausgewählt und abdrucken lassen. Auf die nächsten zehn Jahre Sebastian Fitzek.

      Lesung:
      Ich war auf der Lesung von Fitzek im Haus Auensee zu Leipzig Gast und habe eine wirklich beeindruckende Lesung erlebt. Mit Videosequenzen, den Buch-Trailer natürlich, der zuletzt auf den Buchmessen in der Fitzek-Box zu sehen war und musikalischer Untermalung. der Autor kann nicht nur schreiben, sondern auch vorlesen. So hatte ich die gesamte Zeit seine Stimme im Ohr. Als Hörbuchsprecher wäre er brilliant. Auf der Lesung hat er ein wenig über sein Leben erzählt, seinen schriftstellerischen Werdegang über Ideenfindung gesprochen und gezeigt, welche Wirkung unterschiedliche Hintergrundmusik auf gesprochenen Text macht. Und auch der Autor selbst hat viel Humor bewiesen und war sich nicht zu schade, sich selbst auf die Schippe zu nehmen. Zum Schluss hat eine der Zuschauerinnen selbst ein Paket öffnen dürfen und sämtliche Hörbücher von Fitzek bekommen. Fitzeks Buch, das Paket und die Eintrittskarte selbst sind signiert bei mir.
    • Wer ausschließlich auf absolut logisch konstruierte und glaubwürdige Romane steht, braucht überhaupt kein Buch von Fitzek zu lesen. Auch "Das Paket" kann man wieder nur als Tour de Force durch den Irrsinn beschreiben. :wink:
      Für mich war die Auflösung auch schon ziemlich am Anfang absehbar (richtiger Verdacht), auch wenn einige Komponenten dann doch noch eine Überraschung waren.
      Spoiler anzeigen
      z.B. die Identität von "Arthur"


      Obwohl ich eigentlich wieder nur den Kopf schütteln kann, muss ich dennoch feststellen, dass ich diesen Psychothriller in einem für mich unglaublich zügigem Tempo verschlungen habe und mich - jenseits aller Logik und Nachvollzienbarkeit - sehr gut unterhalten fühlte, was sicher auch am Erzähltalent des Autors im Hinblick auf Spannungsaufbau und Anschaulichkeit liegt.
      Es ist sicherlich keine "anspruchsvolle" Literatur in dem Sinne, wie man die Bezeichnung meistens gebraucht, aber es ist ideal, um abzuschalten und vielleicht auch Menschen, die wenig oder ungern lesen, zum Lesen zu verführen. Das wurde ja auch in den Briefen/Mails von Lesern im Anhang deutlich.
      Ich vergebe :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertungHalb: und werde auch weitere Bücher von Herrn Fitzek lesen, selbst wenn ich sie mir nicht kaufe, sondern "nur" ausleihe. Mir gefallen immer die kleinen "Extra-Gags", die der Autor sich einfallen lässt, hier die Gestaltung als Paket.

      Übrigens stehen bei Waterstones in London viele Fitzek-Bücher in englischen Ausgaben herum, das schafft auch nicht jeder deutsche Autor. :loool:
      "Books are ships which pass through the vast sea of time."
      (Francis Bacon)
      :study:
      Paradise on earth: 51.509173, -0.135998
    • @€nigma: Ja, er ist einer der wenigen Autoren, die es selbst in Amerika und England geschafft haben, verlegt zu werden. Und das, wo selbst Knaur am Anfang gesagt hat, deutscher Psychothriller funktioniert nicht. Am Anfang wurden von der "Therapie" nur 4000 Stück gedruckt, ohne marketing dahinter zu stecken. Über die Begeisterung der Leser, gute Rezensionen, stieg die Nachfrage und damit wurde Fitzek schließlich erfolgreich. Er hatte einfach Glück gehabt. Der Amazon-Europa-Chef soll dem Deutschland-Chef mal eine E-Mail geschrieben haben: "Who the fuck is Fitzek?", als der Joanne K. Rowling und Dan Brown erstmalig auf der Bestseller-Liste überholt hatte.
    • Ich hätte mich fast €nigmas Wertung mit dreieinhalb Sternen angeschlossen, wenn ich nicht rund um die Geschehnisse um Palandt (wieso eigentlich kam Emma der Name so beunruhigend vor?) so überaus spannend unterhalten worden wäre.
      Zwischendurch konnte ich einigen Erklärungen auch erst beim zweiten Lesen folgen.
      Spoiler anzeigen
      Und die Geschichte mit dem nachgebauten Büro und dem Fernseher als Fenster? Come on!

      Ich habe anfangs auch das komplette Buch nach Gimmicks durchgeblättert, dann aber fast schon enttäuscht festgestellt, dass die Verpackung das eigentliche Gimmick war.
      Wohlgemeinte :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: von mir.
      "Outside of a dog, a book is man's best friend. Inside of a dog, it is too dark to read."
      - Groucho Marx
    • sazi schrieb:

      wenn ich nicht rund um die Geschehnisse um Palandt (wieso eigentlich kam Emma der Name so beunruhigend vor?
      Spoiler anzeigen
      Der "Palandt" ist ein sehr bekannter BGB-Kommentar, den Emma bestimmt schon mal in der Praxis von Konrad hat stehen sehen. Deshalb war ich dem "wirklichen" Übeltäter auch recht schnell auf der Spur :twisted: .
      Nun kannte ich Orlandos große Liebe. Es war eine einfache Liebe: Wenn er die Seiten umblätterte, konnte er sich an jeden Ort der Welt versetzen lassen, weg von der harten Realität.
      Lucinda Riley, Die Schattenschwester
    • @findo, ich habe gerade gelesen, dass Du anscheinend dieselbe Veranstaltung (an einem anderen Ort) besucht und schon einiges dazu gepostet hast. Daher wird sich manches in meinem Bericht wiederholen, aber ich habe ihn schon Ende Oktober geschrieben und keine Lust, ihn nochmal zu bearbeiten und die doppelten Sachen zu streichen.

      Fitzek liest und plaudert:

      Abschluss des Eifel-Literaturfestivals, 10 Jahre seit dem Erscheinen des ersten Buches „Therapie“ und die Veröffentlichung seines 15. Thrillers: Gleich drei Anlässe für den erfolgreichsten deutschen Krimiautor, sich auf die Bühne zu stellen, zu erzählen, zu lesen und nicht zuletzt seine Leser (Zuhörer) an der Nase herumzuführen. Und sie – es ist schließlich kurz vor Halloween - in eine leicht gruselige Stimmung zu versetzen.

      Mit 800 Besuchern ist die Halle bis zum letzten Platz besetzt. Schon kurz vor Weihnachten 2015 waren keine Karten mehr zu bekommen.

      Nein, das hier wird keine „Glas-Wasser-Lesung“ wie man sie kennt. Die Bühne ist mit einem Vorhang versperrt, auf den das Bild eines Pakets geworfen wird, dessen Schnur sich bewegt.
      Fitzek springt auf die Bühne, mit 45 geht das noch. Er beginnt sofort den Dialog mit dem Publikum und lässt eine Zuhörerin den Vorhang mit einer Paketschnur aufziehen. Zum Vorschein kommen drei Musiker mit Keyboard, Schlagzeug, Gitarre, Trompete und Verstärkeranlage. Buffer Underrun, so der Name der Band.

      Fitzek erzählt aus seiner Kindheit und Jugend, zeigt dazu Fotos und präsentiert Anekdoten aus seinem Familienleben mit drei Kindern. Mit ein bisschen (gespielter?) Bescheidenheit, ein wenig Stolz und locker-gesprächig redet er über seine Erfolge so, als könnte er sie selbst kaum glauben.
      Besonders hat es ihm eine Begebenheit angetan: Als er zum ersten Mal auf der Bestseller-Liste zu finden war, schrieb der Europa-Chef von Amazon an seinen deutschen Kollegen „Who the fuck is Fitzek?“ Den Satz lässt er das Publikum mehrmals wiederholen. Ob die Sache wirklich so passiert ist, bezweifle ich, aber als Gag war sie gut.

      Fitzek überreicht einer Zuschauerin ein Paket und bittet sie, es aufzubewahren, bis er es zurückverlangt.

      Natürlich steht sein neues Buch „Das Paket“ im Mittelpunkt“. Fitzek liest ausgewählte Szenen, jeweils untermalt von Musik und Bildern auf der Bühnenwand, z.B. ein Zimmer in trübem Licht mit blähenden Vorhängen, in dem eine weiß gekleidete weibliche Gestalt umherhuscht.
      Während er liest, spielt die Band im Hintergrund. Leider war bei den ersten Teilen die Lautstärke noch nicht austariert, so dass man die gelesenen Worte schlecht verstand. Später wurde es besser.

      Er möchte u.a. beweisen, dass er gar keine so schrecklichen Szenen beschreibt, sondern lediglich das Kopfkino des Lesers anwirft und dieser derjenige ist, der aus Fitzeks Büchern Thriller macht.
      Dazu liest er dieselbe Szene dreimal in jeweils anderer Betonung und Sprachmelodie, untermalt mit passender Musik und siehe da: Aus einer beängstigenden Krimi-Passage kann eine romantische Episode werden.

      Mit einem Spielchen beendet Fitzek seine Show. Es geht um das Paket, das er am Anfang der Vorstellung überreicht hat, und das nun geöffnet wird. Mehr sage ich nicht dazu, um eventuellen Besuchern nicht die Pointe zu stehlen.

      Obwohl ich nicht unbedingt zu Fitzeks größten Fans gehöre (ich hatte meiner Tochter, die ein großer Fan ist, die Karten letztes Jahr zu Weihnachten geschenkt), hat mich der Abend unterhalten, und wir hatten viel Spaß.
      Ich kann jedem empfehlen, sich Fitzek auf der Bühne anzusehen.
      Gesegnet seien jene, die nichts zu sagen haben und den Mund halten. (Oscar Wilde)

      Bücher sind auch Lebensmittel. (Martin Walser)
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