Also ich fand das Buch spannend.
Sicherlich hat man solche und ähnliche Geschichten schon öfter gelesen, aber es ist hier eben erstens eine Geschmackssache und zweitens Sache des Autors wie er mit dem Thema selber umgeht und es ausschreibt.
Bei einigen Szenen hatte ich das Gefühl, ich würde ein Buch zu einem Film lesen, weil es ziemlich genau beschrieben hatte, wie die Umgebung aussieht und was für Wetterverhältnisse gerade herrschen, aber im Gegensatzt zu manch anderen Büchern, bei denen das der Fall war, fand ich es hier eher Hilfreich, als in die Länge gezogen. Und zugegeben, die Passagen, wo das alles mit den Viren und dem ganzen anderen Ärztlichen Kram beschrieben, besprochen oder sonstwas wurde, war teilweise etwas langatmig, jedoch nötig, um der Geschichte Folge zu leisten können, meiner Ansicht nach. Ich finde allerdings, dass Iles sich Mühe gegeben hat, es für einen Laien verständlich zu und plausibel zu machen, anstatt einen nur noch mehr mit dem Fachjargon zu irritieren.
Ich finde die Story jedenfalls spannend von Anfang bis Ende.
Die Protagonisten sind sympatisch und für mich persönlich auch ziemlich real dargestellt. Es gibt in manchen Büchern ja bei einigen Charaktären immer so einen faden Beigeschmack, wo man sich denkt, sowas soll ein echter Mensch sein? Aber ich finde, dass ist hier nicht der Fall. Das Buch lässte sich zudem sehr flüssig lesen und ist für den ein oder anderen vielleicht eher was für Zwischendurch, trotz seiner kanpp über 600 Seiten. Solche Stories mögen auch nicht jedem liegen, weil es Realität sein, oder werden könnte, worum es in dem Buch geht. Es ist halt nicht rein Fiktiv meines Erachtens nach.
Ich finde es natürlich schade, dass man die Charaktäre nicht noch näher kennenlernt, als nur zu Anfang, wo man in die Geschichte einsteigt, aber ich glaube, dass wäre dann doch unnötig in die Länge gezogen, wenn Iles dies getan hätte.
Er hat die Geschichten der Protagonisten angekratzt und ist nur soweit drauf eingegangen, wie es für die Story ausreichend war, um sich dann dem eigentlichen Thema zu widmen, was eben diese Sache mit dem absichtlichen Infizieren sein sollte.
Wer ein Buch lesen möchte, wo man mehr über die Personen erfährt, der sollte wahrscheinlich zu einem anderen Buch greifen.
In "Leises Gift" erfährt man nur soviel, wie wichtig für die laufende Geschichte ist.
Wie dem auch sei, ich vergebe hierfür
weil mich das Buch von Anfang, bis Ende gefesselt hat und ich es nicht eine Sekunde langweilig gefunden habe.
Und das ist, neben einer gut recherchierten und ausgearbeiteten Story (was für mich der Fall hier war), auch ausschlaggebend.
Ich denke ich werde mir noch ein paar von Iles Büchern besorgen, da ich auf den Geschmack gekommen bin.