Jonathan Evison: Umweg nach Hause / The Revised Fundamentals of Caregiving

  • Buchdetails

    Titel: Umweg nach Hause


    Verlag: Kiepenheuer&Witsch

    Bindung: Gebundene Ausgabe

    Seitenzahl: 384

    ISBN: 9783462046595

    Termin: Februar 2015

  • Bewertung

    3.3 von 5 Sternen bei 6 Bewertungen

    66,7% Zufriedenheit
  • Inhaltsangabe zu "Umweg nach Hause"

    Ein rührender Roman, der zeigt, was es bedeutet, wirklich füreinander da zu sein Ben geht’s nicht gut – weder persönlich noch finanziell. Nach einem Crashkurs in »häuslicher Pflege« heuert er bei Trevor an, einem zynischen Jugendlichen, der im Rollstuhl sitzt. Gemeinsam fahren sie mit dem VW-Bus quer durch die USA, um Trevs Vater zu besuchen – eine Reise voller skurriler Abenteuer beginnt. Ben hat einen schrecklichen Schicksalsschlag hinter sich und besitzt keinen Penny mehr, als er die Pflege von Trev übernimmt, der unheilbar krank ist. Sein Vater Bob, ein hoffnungsloser Tollpatsch, sucht gleich nach der Diagnose das Weite, was ihm in der Familie natürlich keiner verzeiht. Doch Ben fühlt mit dem verstoßenen und reuigen Vater und überzeugt Trev, im Auto von Washington State nach Salt Lake City zu fahren, um ihn zu besuchen. Auf dem Weg nehmen sie die Anhalterin Dot mit und kommen an den verrücktesten Sehenswürdigkeiten vorbei. Sie gabeln eine reifenwechselnde Schwangere auf, werden von einem Auto verfolgt, in dem ganz jemand anderes sitzt als vermutet, und lernen schließlich, dass man sich irgendwann seinen Problemen stellen muss. Ein bewegender Roman voller skurriler Situationskomik, der glücklich macht. »Ein kraftvoller Roman, ergreifend und dennoch komisch« New York Times Book Review »Eine bittersüße Reise zurück ins Leben, rührend und lustig zugleich« Washington Post
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  • Zum Inhalt:



    Im Buch wechseln sich Kapitel zur heutigen Zeit und zu Bens Vergangenheit ab.



    Ben, völlig verschuldet, hat einen Schnellkurs in häuslicher Pflege absolviert und bemüht sich um eine Arbeitsstelle, damit er sein Existenzminimum sichern kann. Schon direkt zu Beginn erfährt man, dass er von seiner Frau Janet getrennt lebt, ihre beiden Kinder sind bei einem Unfall Bens ums Leben gekommen.


    Nun findet Ben seine erste Arbeitsstelle: Der 19jährige Trev leidet an Muskelschwund, sitzt im Rollstuhl . Routinen gestalten seinen Alltag: er schaut Wettersendungen, eine Serie, in der Kuriositäten und Sehenswürdigkeiten in den USA vorgestellt werden. Er wird als ständig unsauber, ungepflegt und verbittert beschrieben; der größte Teil seines Wortschtzes und seiner Phantasien lassen erahnen, dass er hauptsächlich Pornosender schaut.


    Trevs Mutter hat schon nach kurzer Zeit Zweifel an Bens Zuverlässigkeit und nachdem Trev zu feige ist, seiner Mutter eine Information zu geben, lügt er, schiebt Ben vor, der deshalb entlassen wird. Lange hat er seine Arbeitstelle nicht behalten...


    Trevs Vater hat sich kurz nach seiner Geburt aus dem Staub gemacht und versucht seit vielen Jahren, diesen Fehler ungeschehen zu machen. Immer wieder versucht er Trev zu besuchen, hat einem solchen Versuch einen Unfall, der ihn ins Krankenhaus führt. Plötzlich möchte Trev ihn besuchen und mit Ben die ca. 650 Meilen lange Autofahrt, vorbei an Sehenswürdigkeiten aus der Serie, unternehmen. Trevs Mutter ist davon nicht begeistert, aber nachdem Ben erklärt, er wolle für die Fahrt keine Bezahlung und würde seine Reisekosten selber tragen, willigt sie urplötzlich ein.



    Etwas weniger als die 2. Hälfte des Buches beschreibt nun u.a. die Reise, auf der Ben, der ja immer noch kein Geld, sondern immer noch reichlich Schulden hat, die aufgelesenen Mitfahrer zu Mahlzeiten und Hotelzimmer einläd, muß nach einer Verhaftung eine Kaution von 762 $ hinterlegen....



    Mein Eindruck:



    Angekündigt wurde das Buch mit den Worten: „Eine aufregende Reise voller Situationskomik, Freundschaft und Gefühl.“


    Leider hat sich mir das beim Lesen des Buches nicht erschlossen. Das Buch war äußerst zäh zu lesen; Humor fand ich auf S. 246 und ca. 30 Seiten vor Ende nochmals. Viele Szenen waren unverständlich und für mich nicht nachvollziehbar, ich füge mal 2 Beispiele an:


    Ben springt aus seinem Fenster und landet 2,5m tiefer auf dem Boden; vor genau diesem Fenster hatte er vorher Schatten von Leuten gesehen, die ihn durch das Fenster beobachteten. - In einer anderen Szene stürmt Ben aus einem Schwimmbad, weil er durch die Fenster ein „Verfolger-Auto“ gesehen hat. Ben, nur in Badehose bekleidet, wirft sich auf die Motorhaube des mit 20 Meilen an ihm vorbeifahrenden Autos, wird durch die Luft geschleudert, landet auf der Straße, rappelt sich auf und wirft sich auf den Kofferraumdeckel des weitergefahrenen Pkws. Als er hinunterrutscht, setzt er sich auf eine Treppe, zaubert von irgendwoher sein handy herbei und ruft Janet an.



    Genaugenommen war ich davon ausgegangen, daß die Reise den Hauptbestandteil des Buches ausmachen würde. Diese wird ab S. 246 ( das Buch hat 373 Seiten) erzählt und ungefähr die Hälfte dieses Abschnittes besteht auch noch aus Rückblicken Bens Lebens; die Reise macht also so ungefähr 50 -60 Seiten aus und hat für mich keine wirkliche Tiefe erreicht und die angekündigten Veränderungen und Einsichten fand ich auch nicht so beeindruckend.



    Der Klappentext hatte so viel versprochen und ich hatte viel mehr von diesem Buch erwartet. Mich hat es nicht wirklich berührt ( abgesehen von der geschilderten Unfallszene, in der Bens Kinder ums Leben kamen); ich fand es weder komisch, noch ergreifend.



    Fazit: Viel Lärm um wenig.

  • Meine Meinung zum Buch:


    „Umweg nach Hause“ hat mir echt gut gefallen. Es fängt schon damit an, dass das Cover einfach toll ist. Sehr einfach gehalten und doch so schön. Wenn man das Buch aufschlägt, dann noch direkt die Beschreibung der Mitfahrer und selbst wo sie sitzen. Ein sehr nettes Detail, was einen Daumen hoch verdient.
    Die Geschichte ist sehr flüssig zu lesen und man könnte meinen, sie plätschert so vor sich hin, ohne große Spannungsmomente, aber genau so ist unser Leben ja auch. Wir erleben, im besten Fall, nicht jeden Tag Mord und Totschlag oder Vampire und Ritter. In diesem Buch spiegelt sich das Leben wie wir es, zumindest teilweise, auch führen. Ich möchte Bens Verlust seiner Kinder und die damit verbundene Scheidung von seiner Frau natürlich nicht runter spielen. Und auch nicht Trev´s Krankheit. Beides sind wirklich schlimme Situationen oder Begebenheiten, die dann doch nicht alltäglich oder einfach sind. Trotzdem hat der Autor es geschafft, dass ich mich beim Lesen nicht habe runter ziehen lassen. Denn ich finde, trotz der Widrigkeiten mit denen Ben, Trev und auch die anderen sich rumschlagen müssen, ist es doch eine positive Geschichte. Was gerade im zweiten Teil, beim Roadtrip gut dargestellt wird.
    Sehr gut umgesetzt fand ich die eingestreuten Rückblicke in Ben´s altes Leben. Als seine Kinder noch lebten und sie eine glückliche Familie waren, bis hin zu dem traurigsten und schlimmsten Augenblick seines Lebens. Ich denke für Eltern ist die Beschreibung des Todes der Kinder nicht einfach zu lesen, da dieser Augenblick doch ziemlich genau beschrieben wird.
    Die Landschaftsbeschreibungen haben mir auch gut gefallen, diese waren doch meist so gut geschrieben, dass es fürs Kopfkino ganz einfach war dabei zu sein.
    Und auch die Pflegesituation von Trev wird nicht tot geschwiegen, nein, es wird einfach ganz klar beschrieben wie und was die Aufgaben eines Pflegers sind, wenn sein Patient sich eben nicht richtig oder nur minimal bewegen kann. Ich finde es gut, dass hier kein Tabu draus gemacht wird. Ich habe in diesen Momentan viel darüber gegrübelt, wie ich damit umgehen würde, wenn es mir (plötzlich) so gehen würde.
    Ein sehr schönes Detail war für mich jedesmal, wenn in Ben die Vatergefühle hoch gekommen sind, ob nun für Dot oder Peaches. Wie er denkt, dass Dot zu kalt angezogen ist, oder die Raucherei aufgeben sollte. Dass hatte für mich so richtig Tiefgang. Man ist eben trotzdem noch Vater, auch wenn die eigenen Kinder nicht mehr leben. Es ist keine Haut die man einfach abstreift.
    Ich habe, wie man sieht, nichts weiter an dem Buch auszusetzen. Ok, der Roadtrip, der so groß im Klappentext angekündigt wird, der beginnt erst nach der Hälfte, aber das war für mich persönlich nun nicht so wild.
    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5: Sterne!

    LG Jani



    "Von allen Welten, die der Mensch erschaffen hat, ist die der Bücher die Gewaltigste."

    Heinrich Heine

  • Ich bin noch nicht ganz fertig bin dem Buch und kann sagen, im Großen und Ganzen finde ich es wirklich gut gelungen und nett erzählt. Allerdings sind die Kapitel, die von Bens Vergangenheit erzählen, so traurig, dass ich bei jedem Kapitelwechsel hoffe, dass grade von der Reise bzw. von der Gegenwart erzählt wird. Diese Scheidung, die eigentlich keiner will, der schreckliche Unfall ... das macht mich echt fertig! Wie ist es euch denn dabei gegangen?

  • Ich bin noch nicht ganz fertig bin dem Buch und kann sagen, im Großen und Ganzen finde ich es wirklich gut gelungen und nett erzählt. Allerdings sind die Kapitel, die von Bens Vergangenheit erzählen, so traurig, dass ich bei jedem Kapitelwechsel hoffe, dass grade von der Reise bzw. von der Gegenwart erzählt wird. Diese Scheidung, die eigentlich keiner will, der schreckliche Unfall ... das macht mich echt fertig! Wie ist es euch denn dabei gegangen?


    Allgemein bin ich mit den Rückblicken und der Scheidung ziemlich gut klar gekommen.Was ich wirklich sehr krass fand, war die Beschreibung des Unfalls und die Minuten danach, wie er kopflos mit dem Polizisten gesprochen hat und so neben sich stand.
    Was ich persönlich emotional fand, war wo er eines Tages einen Umweg nach Hause nahm um sich sein altes Zuhause anzuschauen. Das zeigt einem auch son bissel die Vergänglichkeit...

    LG Jani



    "Von allen Welten, die der Mensch erschaffen hat, ist die der Bücher die Gewaltigste."

    Heinrich Heine

  • Was ich persönlich emotional fand, war wo er eines Tages einen Umweg nach Hause nahm um sich sein altes Zuhause anzuschauen. Das zeigt einem auch son bissel die Vergänglichkeit...


    Ja, den Umweg fand ich auch krass. Und ich habe mir beim Lesen gedacht, dass ich das noch nie machen wollte/musste. Ich habe immer abschließen können, was Ben offenbar nicht gelungen ist. Also bei allem Humor in der Geschichte überwiegt bei mir fast die Traurigkeit und obwohl mir das Buch - wie gesagt - recht gut gefällt, bin ich froh, wenn ich durch bin, weil mich dieses Riesenunglück direkt belastet. Ich glaube, noch mehr als der Unfall selbst, belastet mich, dass ihre Ehe das nicht übersteht. Dass sie die Trauer nicht gemeinsam verarbeiten können, sondern dass zu diesem Schicksalsschlag noch die Scheidung - also eine zusätzliche Tragödie - kommt.


    Bei der Stelle mit dem Unfall und der Polizei war ich noch nicht. Na, da kann ich mich ja noch auf was freuen... :|

  • Ich hab immer gedacht an der Stelle: Wie schwer muss es sein, dass zu lesen wenn man Kinder hat.
    Es is eh nich einfach, aber wenn man Mutter oder Vater is, ich glaub dann isses noch schlimmer.


    Ne Freundin von mir is grad schwanger, der konnte ich das Buch auch nich geben, die würde det nich überstehen...

    LG Jani



    "Von allen Welten, die der Mensch erschaffen hat, ist die der Bücher die Gewaltigste."

    Heinrich Heine

  • Kurzbeschreibung:
    Ben hat einen schrecklichen Schicksalsschlag hinter sich und besitzt keinen Penny mehr, als er die Pflege von Trev übernimmt, der unheilbar krank ist. Sein Vater Bob, ein hoffnungsloser Tollpatsch, sucht gleich nach der Diagnose das Weite, was ihm in der Familie natürlich keiner verzeiht. Doch Ben fühlt mit dem verstoßenen und reuigen Vater und überzeugt Trev, im Auto von Washington State nach Salt Lake City zu fahren, um ihn zu besuchen. Auf dem Weg nehmen sie die Anhalterin Dot mit und kommen an den verrücktesten Sehenswürdigkeiten vorbei. Sie gabeln eine reifenwechselnde Schwangere auf, werden von einem Auto verfolgt, in dem ganz jemand anderes sitzt als vermutet, und lernen schließlich, dass man sich irgendwann seinen Problemen stellen muss. Ein bewegender Roman voller skurriler Situationskomik, der glücklich macht.


    Vorab: Dem letzten Satz der Kurzbeschreibung kann ich ganz und gar nicht zustimmen. Der Roman hat mich mitnichten glücklich gemacht, sondern ich fand die Geschichte um Bens Vergangenheit so traurig, dass ich manchmal schon Angst hatte, weiterzulesen.
    Ja, die Protagonisten sind allesamt sehr sympathisch, wenngleich auffällt, dass die Männer, respektive Väter, alle unbeholfen und tollpatschig sind.
    Aber von vorne: Die Geschichte ist nicht neu. Benjamin Benjamin, 40, nimmt nach einem Schnellkurs in Krankenpflege einen Job bei Trev an. Trev ist unheilbar krank, 19 Jahre alt, an den Rollstuhl gefesselt und daher völlig auf fremde Hilfe angewiesen.
    Die beiden machen sich in einem Van auf den Weg um Travs Vater, Bob, der die Familie verlassen hat, als Trev noch ein Baby war, zu besuchen. Jeder spätere Versuch, doch noch Kontakt aufzunehmen, wurde von Trevs Mutter im Keim erstickt. Aufgrund seiner Unbeholfenheit fällt es einem schwer, Bob sein Fehlverhalten übelzunehmen. Vielmehr erweckt er unser Mitleid, als er nach einem Unfall vorübergehend auch noch selbst im Rollstuhl landet.
    Auf dem Weg besuchen die beiden viele kuriose Sehenswürdigkeiten und treffen Dot, eine Anhalterin, sowie Elton und seine hochschwangere Frau Peaches. Wieder ist es Elton, also der Mann, der im Leben nicht zurechtkommt und der ein Gefühl zwischen Mitleid und Abneigung aufkommen lässt.
    Auch der Typ in dem Auto, von dem sie verfolgt werden, entpuppt sich als ein solches Weichei, das einem nur leid tun kann.
    Die Beschreibungen der Fahrt und der Dinge, die passieren, sind auch wirklich lustig und angenehm zu lesen, auch wenn nicht immer alles schlüssig ist.
    Der zweite Handlungsstrang jedoch lässt uns erfahren, dass Ben einen unfassbar schrecklichen Schicksalsschlag erlebt hat und zu dem Übel, dass er sich selbst die Schuld daran gibt, kommt noch, dass seine Frau Janet ihm nicht verzeihen kann und ihre Ehe daran zerbricht. Auch das harmonische und glückliche Verhältnis, das er mit seinen Schwiegereltern hatte, zerbricht an der Sache und ein verzweifelter Versuch Bens, doch Kontakt zu halten, indem er seinen Schwiegervater zum Geburtstag besucht, wird mit den deprimierenden Worten „Ben, wieso bist du gekommen?“ abgewürgt.
    Für mich überwiegt in dem Roman wirklich die Traurigkeit, die mich zeitweise direkt belastet hat.

  • "Umweg nach Hause" von Jonathan Evison konnte mich leider nicht wirklich überzeugen.


    Ein kurzer Überlick über den Inhalt:


    Ben steht am Tiefpunkt seines Lebens. Er hat keinen Job mehr, seine Frau will seit über zwei Jahren die Scheidung und nach einem tragischen Unfall hat er seine beiden Kinder verloren. Er macht eine Fortbildung zur Pflegehilfskraft und lernt so Trev kennen, der an Muskeldystrophie vom Typ Duchenne also Muskelschwund leidet. Nach und nach nähern sich die beiden an und Trev der in seiner eigenen Welt versunken war, traut sich durch Bens Hilfe immer mehr Sachen zu. Nachem Trevs Vater Bob, der ihn seit Kindestagen an verlassen hat einen Unfall baut machen sich Ben und Trev auf einen Roadtrip durch halb Amerika auf um Bob zu besuchen. Auf der Fahrt lernen sie einige Leute kennen, die sie auf der Fahrt begleiten werden.


    Leider fand ich die Geschichte etwas platt und lahm. Der Schreibstil ist in meinen Augen eher oberflächlich und ich konnte mich auch leider mit keinem der Charaktere so richtig identifizieren. Ben war mir das ganze Buch über unsympatisch und über Trevs Krankheit hätte ich gern mehr erfahren. Auch fand ich die ganze Sache mit diesem Trip durch die USA sehr kurios und komisch. Trev der am Anfang des Buches so viel Pflege und Medikamente braucht kann auch einmal quer im Bus durch die USA düsen? Klar das mit dem Unfall von Bens Kindern ist wirklich heftig und ich war das ganze Buch über mitgenommen was diesen Unfall betrifft, aber wirklich näher wurde da auch nicht darauf eingegangen. Man merkte nur das Ben nicht damit abschließen kann weil er wohl auch nicht mit seiner Frau darüber trauern konnte.


    Das Cover und die Aufmachung des Buches gefallen mir wiederrum sehr gut. Das blau ist ein Blickfang und mit dem weißen Bus auch passend zum Buch. Weiße Schattenfiguren der Hauptpersonen sind auf der Rückseite noch aufgezeigt und innen werden die einzelnen Personen noch kurz beschrieben.


    Aber ein schönes Cover allein macht das Buch leider nicht zu einem guten Buch. Somit wandert dieses Buch leider weiter nach hinten ins Regal und wird in meiner Erinnerung schnell vergessen sein. Aber geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden :-)

  • Jonathan
    Evison – Umweg nach Hause


    Ben
    ist emotional und vor allem finanziell am Ende, als er sich endlich
    entschließt einen Pflegekurs zu machen und sich Arbeit zu suchen.
    Als er sich bei Trevor und seiner Mutter vorstellt, bekommt er den
    Job und bald geht es über das Patienten-Pfleger-Verhältnis hinaus
    und es entwickelt sich eine Freundschaft. Trevor, der eine schwere
    Muskelerkrankung hat, die unweigerlich zu seinem Tod führt, lebt in
    seiner eigenen kleinen Welt. Außer fern sehen, Computerspiele und
    die Donnerstags-Ausflüge, die immer zum selben Ort mit dem selben
    Essen geschehen hat er nicht viel von seinem jungen Leben. Die Mutter
    hat sich liebevoll um ihn gekümmert, und der Vater ist damals
    einfach abgehauen als Trevor die Diagnose bekommen hat. Doch jetzt
    versucht er wieder Kontakt zu seinem Sohn zu bekommen, der ihn aber
    ablehnt.


    Ben
    selbst, steckt ebenfalls in einer Lebenskrise: seine Frau will sich
    scheiden lassen, die beiden gemeinsamen Kinder sind vor zwei Jahren
    bei einem schrecklichen Unfall ums Leben gekommen, die Nachbarn
    beschuldigen ihn eine Katze vergiften zu wollen und dann ist auch
    noch der Kurier hinter ihm her, der die Scheidungspapiere abliefern
    soll.


    Als
    Trevors Mutter Ben dann auch noch feuert, entschließt er sich
    endlich auf den Hintern zu setzen und für das zu kämpfen, was
    wichtig ist. Ja er kann sogar Elsa überreden, mit Trevor eine Reise
    zu machen um seinen Vater doch zu besuchen und ihm eine Chance zu
    geben. Unterwegs treffen sie Dot, die selbst Probleme hat und per
    Anhalter mit Ben und Trevor fährt. Und wenig später nehmen sie auch
    noch Peaches und ihren Freund mit. Eine Geburt läßt Ben über sein
    Leben nachdenken und endlich das Richtige tun.


    Ganz
    ehrlich, ich war erst mal nicht so ganz begeistert und dachte mir,
    was kommt nun. Aber das hat sich im Laufe des Buches geändert.
    Locker, flüssig und humorvoll geschrieben, mit tief emotionalen
    Stellen hat mich das Buch dann doch überzeugt. Das Buch ist in
    Ich-Form aus Sicht von Benjamin erzählt und man hat das Gefühl er
    spricht direkt mit dem Leser. Die Flashbacks in die Vergangenheit
    offenbaren den schrecklichen Unfall der Kinder, der mich auch im nach
    hinein, als ich das Buch schon lange aus der Hand gelegt habe, noch
    erschüttert hat.


    Das Cover finde ich
    allerdings nicht ansprechend, in blau und weiß gehalten, vermittelt
    es mir Langeweile. Was man aber von dem Inhalt des Buches zum Glück
    nicht sagen kann.

  • Aufmachung des Buches:
    Das Buchcover ist für mich etwas neues, da sich alles (Autor, Titel, -bild, Verlag) in der unteren Hälfte befindet. Aber genau dadurch fällt es schon mal auf. Dann ist da noch die Farbe des Schutzumschlages – kräftig blau. Das Buch selbst ist weiß und hat das Cover als kleine Motive in einer Art Linie rundum. Da hat sich jemand wirklich Gedanken und Mühe gemacht. 
    Auf der Buchinnenseite werden die Mitfahrer des kleinen Roadtrips zusammen mit „Schattenprofilen“ von ihnen kurz vorgestellt. Klasse Idee.



    Inhalt des Buches:
    Es geht um den arbeitslosen, getrennt lebenden und kurz vor der Pleite stehenden Benjamin, auch Ben genannt. Um wieder etwas Sinnvolles in seinem Leben zu machen, belegt Ben Kurse zum Thema „häusliche Pflege“ etc. und bewirbt sich um einen Job bei Trevor, einem unheilbar kranken Teenager. Trev lebt zusammen mit seiner Mutter Elsa und hat ein sehr „strukturiertes“ Leben. Er erlebt kaum Neues oder Spontanes. Ben würde das gerne ändern, jedoch ohne Trev damit zu überrumpeln. Der Vater von Trevor hat ihn und seine Mutter verlassen, kurz nachdem die Diagnose „Muskeldystrophie vom Typ Duchenne“ bei seinem Sohn festgestellt worden ist.
    Ben selbst hat auch mit seiner Vergangenheit als (ehemaliger) Vater und Noch-Ehemann zu kämpfen. Diese Geschichte wird zwischendurch erzählt und geht einem sehr nahe.
    Eines Tages möchte Trev seinen Vater in Salt Lake City besuchen, zum Leidwesen seiner Mutter. Sie glaubt, Ben habe ihren Sohn dazu überredet. Auf ihrem Roadtrip nach Utah treffen Sie die Anhalterin Dot, eine reifenwechselnde Schwangere und Elton. Auch glauben sie verfolgt zu werden, jedoch von wem? Ist es der Scheidungsanwalt von Bens Frau? Oder doch eher Dots Versager-Vater?



    Fazit:
    Ich muss zugeben, dass mein erster Gedanke zu dem Buch war „Hm, klingt ein wenig nach 'ein ganzes halbes Jahr' von Jojo Moyes“. Auch wenn die Geschichte ganz anders ist, so kommt sie doch genauso gefühlvoll und auch witzig rüber. Es ist wirklich ein sehr schönes und außergewöhnliches Buch.

  • Ben, knapp 40, hat seine beiden kleinen Kinder verloren - vielleicht durch seine eigene Schuld. Seine Frau hat ihn verlassen, während er seine Trauer und seinen Schmerz mit Alkohol betäubte. Dank seinem besten Freund kommt Ben langsam wieder auf die Beine, er beendet eine Ausbildung als Pflegehelfer und betreut den 17-Jährigen Trevor, der unheilbar krank ist. Gemeinsam machen sie sich auf eine Reise durch die USA, damit Trevor sich mit seinem Vater aussöhnen kann. Unterwegs begegnen sie der 15-Jährigen Dot und der jungen, hochschwangeren Peaches, die sie auf ihrer weiteren Reise begleiten werden.
    Eigentlich ein tolles Thema, das neben viel Ernsthaftigkeit auch Humor und abenteuerliche Geschichten verspricht. Leider zieht sich das Ganze aber ziemlich, denn die eigentliche Reise beginnt erst ab ca. der Hälfte des Buches. Bis dahin jedoch verliert sich Ben, der Ich-Erzähler, in stets wiederholenden, sich selbstzerfleischenden Monologen, die ebenso auf der Reise fortgesetzt werden (wenn auch etwas weniger häufig). Natürlich sind solche Gedanken und Überlegungen selbstverständlich, gerade nach einem solchen Schicksalsschlag, wie er Ben widerfuhr. Doch die Häufigkeit, mit der diese Dinge zur Sprache kommen, beginnt beim dritten oder vierten Mal lesen langweilig zu werden, denn es ist immer wieder das Gleiche. Irgendwann war ich nur noch genervt und begann, diese Sätze quer zu lesen bzw. zu überfliegen, was diesem ernsten Thema sicherlich nicht gerecht wird.
    Schade, es hätte ein richtig tolles Buch werden können. So aber bleibt es nur eine mittelmäßige Lektüre.

    :study: Das Eis von Laline Paul

    :study: Der Zauberberg von Thomas Mann
    :musik: QUALITYLAND von Marc-Uwe Kling

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