Annelie Wendeberg - Teufelsgrinsen / The Devil's Grin

  • Buchdetails

    Titel: Teufelsgrinsen


    Band 1 der

    Verlag: KiWi-Taschenbuch

    Bindung: Taschenbuch

    Seitenzahl: 240

    ISBN: 9783462047592

    Termin: Februar 2015

  • Bewertung

    4 von 5 Sternen bei 30 Bewertungen

    80,7% Zufriedenheit
  • Inhaltsangabe zu "Teufelsgrinsen"

    Der Cholera-Tote aus der Themse – ein Fall für Anna Kronberg und Sherlock Holmes London, Ende des 19. Jahrhunderts, eine Stadt, die regelmäßig von Seuchen heimgesucht wird; Zehntausende leben in bitterster Armut. In dieser Zeit, in der nur Männer an Universitäten zugelassen sind, schneidet sich Anna Kronberg die Haare ab und zieht Hosen an. Als angesehener Arzt und Epidemiologe Dr. Anton Kronberg gerät sie in das Zentrum einer Verschwörung, die so monströs ist, dass sie die Taten von Jack the Ripper in den Schatten stellt – und sich selbst in tödliche Gefahr bringt, der sie nur mithilfe ihres scharfen Verstandes und des Beistands von Sherlock Holmes entkommen kann.
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  • Kurzbeschreibung (Quelle: amazon)
    London, Ende des 19. Jahrhunderts, eine Stadt, die regelmäßig von Seuchen heimgesucht wird; Zehntausende leben in bitterster Armut. Im Londoner Wasserwerk wird ein Cholera-Opfer entdeckt. Dr. Anton Kronberg, Englands führender Bakteriologe, wird hinzugezogen und findet heraus, dass der Mann absichtlich mit tödlichen Bakterien infiziert wurde. Während Scotland Yard den Fall nur halbherzig verfolgt, begegnet Kronberg dem beratenden Detektiv Sherlock Holmes. Er entdeckt Kronbergs wahre Identität sofort: eine Frau, die sich als Mann ausgibt, um als Ärztin praktizieren zu können. Im Gegenzug beginnt Anna – sehr zu dessen Verdruss – Holmes‘ kompliziertes Innenleben zu analysieren. Die beiden ungleichen, doch intellektuell ebenbürtigen Partner müssen sich zusammenraufen, um eine Verschwörung aufzudecken, die so monströs ist, dass sie die Taten von Jack the Ripper in den Schatten stellt.


    Autorin (Info im Buch)
    Dr. Annelie Wendeberg ist eigentlich Umweltmikrobiologin (UFZ,Leipzig; Adjunct Professor, Uppsala). Doch eines schönen Wintermorgens klappte sie die Augen auf und dachte sich: "Ich schreib mal was." Seither versucht sie, Forschung leicht verständlich und spannend in Blogs zu vermitteln. Des Nachts bringt sie gern Leute um. Auf dem Papier. Für den KiWi-Verlag.
    Annelie Wendeberg lebt mit ihrem Mann und den beiden Kindern in Grimma bei Leipzig. Auf Englisch selbst publiziert, haben "Teufelsgrinsen" und ein zweiter Band um Anna Kronberg und Sherlock Holmes bereits Zehntausende Leser gefunden.


    Allgemeines
    Titel der Originalausgabe: The Devil´s Grin
    Erscheinungstermin der deutschen Ausgabe "Teufelsgrinsen": 13.02.2014 im KiWi Paperback Verlag, Taschenbuch mit 240 Seiten, 23 in Abschnitte untergliederte Großkapitel
    Übersetzt von Kathrin Bielfeldt und Jürgen Bürger
    Die Handlung spielt in den Jahren 1889/1890 und wird als Ich-Erzählung der Protagonistin präsentiert.


    Zum Inhalt
    Der deutschstämmige Arzt Dr. Anton Kronberg arbeitet als renommierter Bakteriologe und Epidemiologe am Guy´s Hospital in London. Als im Hampton-Wasserwerk die Leiche eines offenbar an Cholera verstorbenen Mannes im Wasser treibend aufgefunden wird, soll Dr.Kronberg verhindern, dass sich in London eine Cholera Epidemie ausbreitet. Am Fundort der Leiche macht er die Bekanntschaft von Mr. Sherlock Holmes, der sich für den unliebsamen Zwischenfall interessiert, da er ein Verbrechen vermutet. Der scharfsinnige Privatdetektiv ist der Einzige, der bemerkt, dass Dr.Kronfeld eine Frau ist, die sich in einen Mann "verwandeln" musste, um sich ihren Lebenstraum von einer medizinischen Karriere zu erfüllen. Holmes stellt schnell fest, dass Dr.Kronberg es im Hinblick auf Intelligenz und Kombinationsgabe mit ihm aufnehmen kann. Die Beiden beschließen, den Umständen des Todesfalls gemeinsam auf den Grund zu gehen, zumal kurz nach dem ersten Todesfall im Guy´s Hospital ein Mann auftaucht, der das "Teufelsgrinsen" eines an Tetanus Erkrankten im Gesicht trägt und in Dr.Kronbergs Armen qualvoll stirbt. Auch hier scheint es nicht mit rechten Dingen zugegangen zu sein...


    Persönliche Beurteilung
    Der Roman, der Elemente eines Wissenschaftsthrillers mit denen eines Krimis vereint, entführt den Leser ins letzte Jahrzehnt des 19.Jahrhunderts, als in der Medizin bahnbrechende Fortschritte erzielt werden. Von Entdeckungen im Bereich der Bakteriologie und neuen Erkenntnissen über mögliche Verfahren der Seuchenbekämpfung (Sterilisation von Instrumenten, Antisepsis und Asepsis) beflügelt, widmen sich fortschrittliche Mediziner der Herstellung von Impfstoffen. Gleichzeitig herrschen in den Krankenhäusern fern der Forschungslabore und in den Londoner Slums katastrophale hygienische Zustände. Durch Armut und Hunger werden die Armen Londons zu bevorzugten Opfern tödlicher Erkrankungen.
    Dr. Kronberg ist nicht nur leidenschaftlicher Forscher, sondern auch Philantrop, der Not und Elend tatkräftig lindern will. Als er gemeinsam mit Sherlock Holmes in zwei mysteriösen Todesfällen ermittelt und menschenverachtenden Praktiken auf die Spur kommt, zögert er nicht, sein Leben auf´s Spiel zu setzen. Die Figur des Dr.Kronberg ist sehr gut ausgearbeitet und in seiner Motivation und seinen Handlungen nachvollziehbar, auch wenn es nicht realistisch erscheint, dass sich eine Frau ausgerechnet in Mediziner-Kreisen jahrelang unerkannt als Mann bewegen kann. Diese Maskerade bietet aber die interessante Perspektive eines Menschen, der zwischen zwei Welten/ Geschlechtern lebt: auch ein "Anton" Kronberg muss gelegentlich seine weibliche Seite "Anna" ausleben, selbst wenn er/sie damit das Risiko der Entdeckung vergrößert.
    Sherlock Holmes, dem Leser aus den Romanen von Sir Arthur Conan Doyle bekannt, ist in seinen Eigenarten in diesem Roman gut getroffen. Die Zusammenarbeit der beiden Protagonisten wird glaubwürdig geschildert. Besonders faszinierend sind die Schilderungen der Arbeit in den Forschungslaboren, die in ihrem Detailreichtum sicherlich auf den beruflichen Hintergrund der Autorin zurückgehen. Neben den authentischen Einblicken in den medizinischen Bereich besticht der Roman auch durch die beklemmenden Schilderungen der Zustände in den Londoner Slums und Armenhäusern der spätviktorianischen Ära.
    Der Sprachstil ist flüssig und angenehm zu lesen, vielleicht ein klein wenig zu "modern".


    Fazit
    "Teufelsgrinsen" ist gleichzeitig historischer Krimi und Medizinthriller, Sherlock Holmes-Fans dürften sich ebenso davon angesprochen fühlen wie Leser mit Interesse an medizinhistorischen Themen.
    Ein außergewöhnlicher Krimi mit einer außergewöhnlichen Hauptfigur, der Lust auf weitere Bände macht!
    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

    "Books are ships which pass through the vast sea of time."
    (Francis Bacon)
    :study:
    Paradise on earth: 51.509173, -0.135998

  • Als man im Hampton-Wasserwerk nahe London die Leiche eines Mannes, der offenbar an Cholera gestorben ist, im Wasser treibend findet, wird Dr. Anton Kronberg, renommierter Bakteriologe und Epidemiologe am Guy’s Hospital, hinzugezogen um eine mögliche Ausbreitung der Cholera-Bakterien zu verhindern. Am Fundort des Leichnams lernt Dr. Kronberg den bekannten Detektiv Sherlock Holmes kennen. Dieser geht anhand der Spuren am und um den Fundort von einem Verbrechen aus – und deckt binnen kürzester Zeit Kronbergs Geheimnis auf. Dr. Anton Kronberg ist in Wahrheit nämlich eine Frau, die sich als Mann verkleiden muss um den Beruf als Mediziner ausführen zu können. Da es Dr. Kronberg mit Intelligenz und Verstand mit Holmes aufnehmen kann, liegt es dem Detektiv fern, seine Tarnung als Mann auffliegen zu lassen. Die beiden beschließen, den Todesfall näher zu erforschen und machen tatsächlich eine erstaunliche wie erschreckende Entdeckung, die Holmes Vermutung eines Verbrechens bestätigt. Als ein weiterer, an Tetanus erkrankter Mann unter mysteriösen Umständen stirbt, ist der Jagdinstinkt des ungleichen Duos geweckt …


    Als ich das Buch in den Händen hielt, war ich aufgrund der geringen Seitenzahl zunächst etwas erschrocken und fragte mich, ob es tatsächlich möglich ist, einen kompletten und noch dazu recht komplexen Kriminalfall auf nur 240 Seiten abzuhandeln – und ja, es ist möglich!


    Die Handlung des Krimis ist im London Ende des 19. Jahrhunderts angesiedelt und behandelt hauptsächlich wissenschaftstechnische Aspekte der Medizin. Während Mediziner bei der Seuchenbekämpfung und Herstellung von Impfstoffen bahnbrechende Fortschritte erzielen, herrschen zu dieser Zeit in den Krankenhäusern und in den Londoner Armenvierteln katastrophale hygienische Zustände. So sind es die Menschen in den Slums, die häufig Opfer von verheerenden, tödlichen Krankheiten werden.


    Genau in einem solchen Armenviertel lebt auch Dr. Kronberg. Neben seiner Tätigkeit im Guy’s Hospital, hilft er die Not und das Elend der Menschen dort zu lindern. So ist es kaum überraschend, dass er sein Leben aufs Spiel setzt, als er und Holmes herausfinden, welch abscheulichen Versuche im Geheimen an Menschen durchgeführt werden. Die Figur des Dr. Kronberg ist sehr gut ausgearbeitet und die Handlungen sind nachvollziehbar. Da der Charakter auf der einen Seite einen Mann und auf der anderen eine Frau verkörpert, erhält man sehr interessante Einblicke in beide Welten. Es ist nur verständlich, dass Anton, der in Wahrheit Anna heißt, auch die weibliche Seite ausleben muss um sich nicht selbst zu verlieren. Das Risiko einer Entdeckung nimmt sie dafür in Kauf. Um ihr Bedürfnis nach Nähe zu stillen, hat Anna sogar einen Geliebten, was sie nur noch menschlicher und realistischer wirken lässt. Auch die Beziehung zu ihrem Vater, der um ihr Geheimnis weiß, bestärkt dies noch.


    Sherlock Holmes ist ein recht sonderlicher Charakter, weshalb ich mich nicht so recht mit ihm anfreunden konnte. Vielleicht liegt dies auch daran, dass sich die Autorin bei seiner Charakterisierung nah an die Romanvorlage von Sir Arthur Conan Doyle gehalten hat. Sherlock Holmes Fans dürften so bestens mit den Eigenheiten der Figur bekannt und so im Vorteil sein, nur ich habe Doyles Romane leider nicht gelesen, weshalb ich Holmes Verhalten oft etwas befremdlich fand. Bei der Zusammenarbeit ergänzen sich Holmes und Kronberg jedoch sehr gut. Oftmals fand ich aber manche Zusammenhänge und Annahmen des Privatdetektivs sehr aus der Luft gegriffen.


    Der Schreibstil ist bei den Dialogen zwischen Holmes und Kronberg etwas anspruchsvoller, aber dennoch durchgehend flüssig zu lesen. Besonders interessant fand ich, neben den medizinischen Details, die realistischen Schilderungen der Arbeit in den Forschungslaboren sowie die Zustände in den Armenvierteln in der damaligen Zeit. Ein Kritikpunkt für mich ist, dass die Spannung an manchen Stellen ausgeprägter sein hätte können.


    „Teufelsgrinsen“ ist ein historischer Krimi mit außergewöhnlichen Hauptfiguren sowie hochinteressanten Details über medizinische Themen, der die Neugier - auch aufgrund des Endes - auf einen weiteren Band geweckt hat.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Klappentext:
    Niemand kennt Anna Kronbergs Geheimnis – Bis Sherlock Holmes sie durchschaut…
    In einer Zeit, in der nur Männer an Universitäten zugelassen sind, schneidet sich Anna Kronberg die Haare ab, zieht Hosen an und studiert Medizin.
    Als angesehener Arzt gerät sie in das Zentrum einer monströsen Verschwörung und selbst in tödliche Gefahr, der sie nur mithilfe ihres scharfen Verstandes- und dem Beistand von Sherlock Holmes - entkommen kann.

    Zum Inhalt:

    Auf den ersten Blick war ich etwas verwundert über die nur geringe Seitenzahl von gerade mal rund 230 Seiten. Ich fragte mich, ob man so eine komplexe Handlung auf so wenigen Seiten abhandeln kann, und um eines vorweg zu nehmen: Annelie Wendeberg hat das sehr gut gemeistert.
    Die Geschichte beginnt mit dem Fund des ersten Choleraopfers in einem Wasserwerk nahe London. Dort begegnen sich auch Anna Kronberg und Sherlock Holmes zum ersten Mal. Sherlock kommt beinahe direkt hinter Annas Geheimnis, nämlich, dass sie sich als Mann ausgegeben hat um Medizin zu studieren und als Arzt praktizieren zu können. Anna sieht sich natürlich direkt in ihrer Existenz bedroht doch Sherlock hat reichlich wenig Interesse daran, Annas Geheimnis zu lüften. Das einzige was ihn interessiert ist, wie ein Choleraopfer mutwillig in ein Wasserwerk gerät und droht die ganze Stadt anzustecken.
    Dass es sich bei diesem Fall um ein Verbrechen handelt, ist den beiden sehr schnell klar, denn nicht nur Sherlock Holmes ist ein Genie darin Kriminalfälle zu lösen sondern auch Anna ist hochintelligent und mit einer starken Kombinationsgabe gesegnet. Das alles führt natürlich zu Spannungen zwischen den beiden Hauptpersonen, da es Sherlock so gar nicht schmeckt auf ein ebenbürtiges Gegenüber zu treffen und Anna sich nicht unterbuttern lässt sondern Contra gibt. Letztendlich müssen sie sich aber zusammenraufen um ein viel größeres Verbrechen aufzuklären als sie zuerst für möglich gehalten hätten.


    Meine Meinung:
    Eigentlich bin ich kein großer Krimileser aber dieser hat mich gereizt, da er auch eine große medizinische Komponente enthält, die mich sehr interessiert hat. Von dieser Komponente bekommen wir auch reichlich geliefert. Es geht über verschiedene Krankheiten die zu dieser Zeit üblich waren über Obduktionen bis hin zur Forschungsarbeit für Impfstoffe. Der Krimiaspekt ist dabei aber immer präsent und hat mich regelrecht an den Seiten kleben lassen. Ich mochte die Szenen zwischen Anna und Sherlock unheimlich gerne da sie sich wieder und wieder verbale Schlagabtäusche lieferten, die mich unheimlich gut unterhalten haben. Die Handlung ist gut durchdacht und hat mich zumindest anfangs ordentlich miträtseln lassen. Später wird das Ganze zwangsläufig etwas durchsichtiger je weiter Anna und Scherlock ermitteln. Der Schreibstil war dabei die ganze Zeit über flüssig und gut zu lesen ohne dabei zu trivial zu werden.
    Der einzige Kritikpunkt den ich habe ist das Ende. Mir kam die Auflösung und das große Finale dann doch etwas zu plötzlich und wurde schnell abgehandelt. Da hätten dem Buch ein paar Seiten mehr doch gut getan.
    Ich habe noch keines der original Sherlock Holmes Bücher gelesen, könnte mir aber vorstellen, dass das Bild, dass in diesem Buch von Sherlock Holmes gezeichnet wird, den eingefleischten Fans vielleicht nicht gefallen könnte, gerade wenn ich an eine bestimmte Szene ganz am Schluss denke. Mich hat das allerdings überhaupt nicht gestört und man sollte bedenken, dass dieser Krimi nicht von Arthur Conan Doyle geschrieben wurde und man deswegen auf eine etwas andere Version von Sherlock Holmes treffen könnte.


    Ich vergebe 4,5 Sterne :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb: für ein Buch, dass mich sehr gut unterhalten hat und dessen Seiten nur so geflogen sind. Der Nachfolgeband wird auf jeden Fall bei mir einziehen wenn er auf Deutsch erschienen ist.

    "Er liebte sie so unbändig. So unbändig, dass er niemals wieder um ihre Lippen bat und ohne sie ins Grab gehen würde " (Die Bücherdiebin)

  • Kurzbeschreibung:
    London, Ende des 19. Jahrhunderts, eine Stadt, die regelmäßig von Seuchen heimgesucht wird; Zehntausende leben in bitterster Armut. Im Londoner Wasserwerk wird ein Cholera-Opfer entdeckt. Dr. Anton Kronberg, Englands führender Bakteriologe, wird hinzugezogen und findet heraus, dass der Mann absichtlich mit tödlichen Bakterien infiziert wurde. Während Scotland Yard den Fall nur halbherzig verfolgt, begegnet Kronberg dem beratenden Detektiv Sherlock Holmes. Er entdeckt Kronbergs wahre Identität sofort: eine Frau, die sich als Mann ausgibt, um als Ärztin praktizieren zu können. Im Gegenzug beginnt Anna – sehr zu dessen Verdruss – Holmes‘ kompliziertes Innenleben zu analysieren. Die beiden ungleichen, doch intellektuell ebenbürtigen Partner müssen sich zusammenraufen, um eine Verschwörung aufzudecken, die so monströs ist, dass sie die Taten von Jack the Ripper in den Schatten stellt ... Ein historischer Kriminalroman, der das viktorianische England zum Leben erweckt und mit Dialogwitz und einem unglaublichen Ermittler-Duo begeistert – der Auftakt einer neuen Krimireihe um Anna Kronberg und Sherlock Holmes. (Quelle: amazon.de)


    Die Autorin:
    Annelie Wendeberg ist eigentlich Umweltmikrobiologin (UFZ, Leipzig; Adjunct Professorin, Uppsala). Doch eines schönen Wintermorgens klappte sie die Augen auf und dachte sich: »Ich schreib mal was.« Seither versucht sie Forschung – ihre Leidenschaft – leicht verständlich und spannend in Blogartikeln zu vermitteln. Sie schreibt über alles Mögliche, was irgendwie mit Wissenschaftlern, Biologie, Umwelt, Ökologie und vor allem Mikrobiologie zu tun hat.
    Des Nachts bringt Annelie Leute um. Auf dem Papier (ach Quatsch, Bildschirm!). Eigenartigerweise klappt das auf Englisch am besten. Keiner weiß warum. Sie publiziert ihre Bücher selbst, und das Indie-Autorenleben stellte sich als unerwartet wilder Ritt heraus. Sie lernte die Tricks und Fallen des Online-Marketings kennen, infiltrierte Leser-Communities, stolperte über Trolle und hatte hitzige Konversationen mit Piraten, die ihr zeigten, wie man eBooks ordentlich formatiert. Nachdem ihr erstes Buch zehntausende Leser in den USA gefunden hatte, schickte Annelie zaghaft ein Exemplar an den KiWi-Verlag. Seitdem ist sie eine glückliche Indie-Autorin mit Verlagsanschluss. (Quelle: Verlagswebsite)


    Allgemeines:
    "Teufelsgrinsen" erschien zuerst auf Englisch unter dem Titel „The Devil´s Grin“. Die deutsche Erstausgabe folgte im Februar 2014 im KiWi Paperback Verlag (übersetzt von Kathrin Bielfeldt und Jürgen Bürger).
    Die 240 Seiten sind in 23 Kapitel gegliedert.
    Die Handlung wird aus Sicht von Anna Kronberg als Ich-Erzählerin geschildert und spielt Ende des 19. Jahrhunderts.


    Inhalt:
    Der angesehene Arzt Dr. Anton Kronberg ist Bakteriologe und wird hin und wieder von Scotland Yard als Berater zu Kriminalfällen hinzugezogen. Bei einer solchen Gelegenheit läuft ihm Sherlock Holmes über den Weg, der das Geheimnis des Arztes recht schnell lüftet. Er behält es aber für sich, vielleicht auch aus Neugier, wer diese ihm intellektuell durchaus ebenbürtige Frau sein mag, die als Mann in einer Männerwelt so viel Anerkennung gefunden hat. Und so ergibt es sich, dass sie gemeinsam in diesem Fall ermitteln, der doch einige Rätsel aufgibt und immer weitere Kreise zieht. Kronberg und Holmes kommen einer Gruppierung auf die Spur, die für Macht und Ruhm buchstäblich über Leichen geht. Wie soll es zwei - wenn auch höchstintelligenten – Menschen gelingen, sich gegen diesen Sumpf menschlicher Abgründe zu stellen?


    Meine Meinung:
    Weibliche Protagonisten, die in Männerkleidern die Welt erobern, sind eigentlich nicht so mein Fall. Da es sich hier aber um das viktorianische London, eine Ärztin und dann auch noch um das Umfeld von Sherlock Holmes handelt, hatte ich gleich 3 Gründe, eine Ausnahme zu machen. Einen Holmes-Roman zu schreiben, der sich mit Arthur Conan Doyles Werken messen kann, ist schon eine Herausforderung. Doch halt: es ist kein Sherlock-Holmes-Roman! Das muss sich der Leser immer wieder vor Augen führen, denn Holmes spielt hier zwar eine, aber nicht die herausragende Hauptrolle. Und deshalb hat sein Genius auch leider nicht so richtig Raum zur Entfaltung. Mit Anna Kronberg hat Annelie Wendeberg allerdings eine sehr interessante, widersprüchliche und teils verwirrende Darstellerin geschaffen. Mit einer Holmes scheinbar ebenbürtigen Beobachtungsgabe verblüfft Frau Dr. Kronberg nicht nur den Leser, sondern auch den Meister-Detektiv. Andererseits hat sie unter ihren zwei Leben doch zu leiden und fühlt sich innerlich zerrissen.


    Ein paar Seiten lang hatte ich wirklich Angst, dass wir hier neben dem Fall auch eine Liebesgeschichte serviert bekämen, aber diese Angst war zum Glück unbegründet. An einen romantischen Holmes muss man sich als Leser ganz langsam gewöhnen. Wenn sie mit Fingerspitzengefühl erzählt wird, könnte ich mir aber durchaus vorstellen, dass es auch zu einer über Freundschaft hinausgehenden Beziehung des Ermittler-Duos geben könnte. Aus meiner Sicht muss das aber nicht sein.
    Der Fall ist spannend, die Schauplätze überzeugend dargestellt, und die Personen authentisch. Die Dialoge sind noch ausbaufähig – aber dafür müsste wohl dem Meisterdetektiv etwas mehr Raum gegeben werden. Seine genialen Schlussfolgerungen und Beobachtungsgabe haben mir doch ein wenig gefehlt. Etwas unnötig fand ich am Ende den Hinweis auf Moriarty. Es hat aber viel Spaß gemacht, mal wieder einen soliden Krimi mit intelligenten Ermittlern und ohne Serienmörder und Psychopaten zu lesen.


    Als Sherlock-Holmes-Roman wäre es sicher ein Flop, aber da Wendeberg ja einen Anna-Kronberg-Fall geschrieben hat, kann ich mich doch gut damit arrangieren und werde mit Sicherheit noch weitere Fälle von ihr verfolgen. Von mir gibt es :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: Sterne.


    Abschließend sei noch der erwähnt, dass der Holmes von Wendeberg seinem Wesen nach dem Sherlock aus der BBC-Serie meiner Meinung nach näher ist als dem Original von Doyle, aber er ist auf jeden Fall ein würdiger Sherlock Holmes.


    Fazit:
    Ein unterhaltsamer Krimi um Doyles Meisterdetektiv, der Holmes mal nicht in der Hauptrolle sieht, aber unterhaltsam, spannend und auch ein bisschen lehrreich ist.

    Gelesen in 2021: 17 - Gehört in 2021: 10 - SUB: 504


    "Wenn der Schnee fällt und die weißen Winde wehen, stirbt der einsame Wolf, doch das Rudel überlebt." Ned Stark

  • London, 1889: Als ein offensichtlich Cholera-Kranker in einem Wasserreservoir gefunden wird, wird neben Dr. Anton Kronberg, Spezialist für Infektionskrankheiten, auch Sherlock Holmes von der Polizei hinzugezogen. Bei der Obduktion findet der Arzt heraus, dass der Tote auch noch an einer weiteren Infektionskrankheit litt und offenbar vor seinem Tod gefangen gehalten wurde. Was ist ihm passiert? Kronberg und Holmes ermitteln gemeinsam …


    Wer kennt nicht Sherlock Holmes? In diesem Roman kann man ihn einmal von einer etwas anderen Seite kennen lernen, die, wie ich finde, aber durchaus zu ihm passt. Schön auch, dass andere Charaktere aus dem Holmes-Universum ebenfalls Eingang in den Roman gefunden haben, allen voran Dr. Watson, der allerdings zur Zeit der Ereignisse im Roman nicht mehr bei Holmes wohnt, so dass durchaus Platz für einen neuen Begleiter ist. Herrlich auch die Szene, in der Kronberg einen Sherlock-Holmes-Roman liest und regelrecht zerpflückt!


    Die Charaktere sind gut ausformuliert, vor allem Kronberg, der ein brisantes Geheimnis mit sich herumträgt (das Holmes natürlich ruckzuck entdeckt), lernt der Leser ziemlich gut kennen. Vor allem durch sein Geheimnis ist er auch besonders interessant und ich freue mich, dass wir ihn auch noch in weiteren Romanen treffen werden. Holmes dagegen lernt man weniger gut kennen, da nimmt sich die Autorin etwas zurück – und tatsächlich werden die meisten Leser ja schon einiges über ihn wissen, eine Erklärung z. B., wer Irene Adler ist und wie sie zu ihm steht, ist daher nicht unbedingt nötig. Wer da mehr wissen will, kann auch googeln. Schön finde ich, dass Kronberg Holmes ebenbürtig ist, auch intellektuell, und diesem daher ordentlich Kontra gibt.


    Was mir persönlich sehr gut gefallen hat, ist die Sozialkritik des Romans, vor allem, was die medizinischen Verhältnisse angeht, auch bei der Auflösung nimmt diese einen großen Raum ein.


    Die Sprache erscheint der Zeit angepasst, der Roman lässt sich sehr flüssig lesen, ich hatte ihn an einem Tag durchgelesen. Interessant ist, dass Annelie Wendeberg, obwohl Deutsche, den Roman zunächst auf Englisch veröffentlicht hat und dieser erst später ins Deutsche übersetzt wurde, wobei die Autorin, nach eigener Aussage, Mitspracherecht hatte.


    Die Auflösung ist logisch aber auch abzusehen, Spannung schöpft der Roman weniger aus dem Ermitteln des Täters sondern eher aus der Einbeziehung der Charaktere, denn beide, Kronberg und Holmes, riskieren sehr viel, um den Täter zur Rechenschaft zu ziehen. So ist der Roman auch nicht ein, von mir eigentlich erwarteter, waschechter Kriminalroman sondern eher ein Detektivroman mit einer guten Portion Sozialkritik und Charakterstudie. Gegen Ende fehlt mir allerdings ein bisschen die Deutlichmachung der Motivation Kronbergs, außerdem gibt es ein paar Ereignisse, die in meinen Augen entbehrlich gewesen wären, da sie die Geschichte nicht weitergebracht haben (z. B. ein Überfall auf Kronberg).


    Insgesamt ein interessanter Roman, der sich anders entwickelt als erwartet, aber spannend und lesenswert ist. Holmes passt gut zur Geschichte und wird wohl auch noch für weitere Romane mit Kronberg erhalten bleiben. Ich kann den Roman an alle empfehlen, die gerne historische (Kriminal)Romane lesen.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • Teufelsgrinsen - Ein Fall für Anna Kronberg von Annelie Wendeberg
    erschienen am 13. Februar 2014
    im KiWi-Verlag


    Anton Kronberg ist ein angesehener Arzt und Englands führender Bakteriologe.
    Er hat nur ein Problem...
    eigentlich ist er eine Frau und heißt Anna.


    Leider werden Frauen in der Zeit um 1889 von ihren männlichen Artgenossen nicht wirklich ernst genommen, geschweigen denn dürfen sie studieren. Daher ist Anna gezwungen eine Lüge zu leben um ihren Traum zu verwirklichen.
    Sie verkleidet sich als Mann und wird zu Dr. Anton Kronberg.
    Da Anna perfektionistisch bis ins letzte Detail ist und die Menschen sowieso nur sehen was sie zu sehen erwarten, gelingt ihr diese Scharade sehr gut.
    Bis sie auf Sherlock Holmes trifft.
    Der Detektiv mit seiner genialen Beobachtungsgabe durchschaut Annas Maskerade sofort. Aus Respekt vor Annas Intellekt und ihrer Leistung, aber wohl auch weil sie ihn neugierig macht, bewahrt er ihr Geheimnis.
    Gemeinsam versuchen sie zu ergründen, warum jemand absichtlich Menschen mit Cholerabakterien infiziert und decken dabe eine Verschwörung auf, die weiter reicht als vermutet.


    "Teufelsgrinsen" war für mich ein toller und stimmiger Lesegenuss, der nur leider viel zu schnell vorüber war :wink:
    Annelie Wendeberg schreibt spannend und flüssig und hat mit Anna Kronberg eine sehr starke Protagonistin geschaffen die mir auch sofort sympathisch war.
    Ihren Sherlock Holmes hat die Autorin etwas anders gezeichnet als die von Sir Arthur Conan Doyle erdachte Person, das mögen manche als störend empfinden, ich persönlich fand es aber überhaupt nicht schlimm, sondern eher sehr spannend, Holmes einmal anders als erwartet reagieren zu sehen :wink:
    Die Beschreibung Londons um 1889 ist sehr realistisch und deutlich und schafft genau die richtige Atmosphäre für die Handlung.


    Sehr gut gefallen hat mir Annas ironische Betrachtung ihrer Umgebung und ihre treffende Kritik an den Vorurteilen und den Standesdünkeln ihrer Zeit. Ihre kleinen intellektuellen Duelle mit Holmes haben mir viel Spaß gemacht. Es hätten ruhig ein paar mehr sein können :wink:
    Außerdem finde ich es immer wieder schön, wenn Bücher mich auf ein bestimmtes Thema neugierig machen und ich mehr darüber wissen möchte. Hier war es die Entdeckung und Entwicklung von Impfstoffen. Ein sehr spannendes Thema wenn man bedenkt mit welch begrenzten Mitteln die Ärzte damals arbeiten mussten.


    Das Buch bekommt eine klare Leseempfehlung für alle Fans von historischen Kriminalromanen und :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:
    Ich freue mich schon sehr auf den zweiten Teil mit Anna Kronberg und hoffentlich auch Sherlock Holmes :)

    Life isn't about waiting for the storm to pass.....
    it's about learning to dance in the rain!


    2018 gelesene Bücher 45 :study: 20122 Seiten
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  • „Teufelsgrinsen“ von Annelie Wendeberg ist ein äußerst britisch angehauchter Kriminalroman, der mit einem alten Bekannten namens:
    Sherlock Holmes auftrumpft.
    Anfangs war ich ja um ehrlich zu sein etwas pikiert darüber, dass man so einfach eine bereits existierende Romanfigur für sein Werk gebrauchen kann, jedoch hat sich das im Laufe der Geschichte geändert und ich fand es eine tolle Idee und da der Gute ja auch nicht missbraucht wurde^^ , fand ich es am Ende dann doch nicht schlimm.
    Vor allem trug hierzu auch die Anmerkung am Ende der Autorin bei, die sich darin kurz für das Ausborgen von Holmes entschuldigte, das macht sie in meinen Augen sehr sympathisch und daher sei ihr Verziehen:-)



    Die Idee der Story ist wirklich einfach klasse!
    Mit ihrer Protagonistin Anna Kronberg ist wirklich eine pfiffige, selbstbewusste und ungewöhnliche Figur erschaffen worden, die im wahrsten Sinne des Wortes ihren Mann steht.
    Da das Buch im 18. Jahrhundert in London spielt, und es für Frauen daher verboten war den Beruf eines Arztes auszuüben, schlüpft unsere sehr entschlossene Anna in die Rolle eines Mannes. Sie nennt sich Dr. Anton und hat sich bereits einen Namen als führender Bakteriologe und Epidemiologe geschaffen.
    Dort setzt die Handlung an, da sie bzw ihr Doppelcharakter zu einem Fall des Scotland Yards hinzu gerufen wird, um ihren Rat einzuholen , betreffend
    eines toten Mannes.
    Während ihrer Untersuchung begegnet sie Sherlock Holmes, der ebenfalls dabei ist seine ganz eigenen Ermittlungen durchzuführen.


    Bald schon beginnt ein wortgewandter Sprachabtausch der Extraklasse, da sich beide ziemlich ähnlich sind und eine ähnliche Betrachtungsweise haben.
    Zusammen beginnen sie in diesem Mordfall weiter nach Hinweisen zu graben, dabei finden sie heraus, dass es sich um eine gefährliche Verschwörung handelt, die mit ansteckenden Krankheiten herumexperimentiert, die für viele Opfer sorgen können… Um diesen Wahnsinn zu stoppen, geht unsere wagemutige Anna in die Offensive….


    Ein wirklich unterhaltsamer Krimi, der vielmehr mit den beiden Hauptpersonen Anna und Sherlock Holmes überzeugt, als mit dem Fall an sich, der für mich nur ein kleines Beiwerk war. Jedoch haben die beiden Ermittler eine tolle Chemie zueinander, so macht das Lesen wirklich Spaß.
    Auch finde ich es wirklich faszinierend zu lesen, wie Frauen es damals schwer hatten ihre berufliche Existenz zu
    verwirklichen.
    Dass sich Anna trotz der vielen Umstände die sie jeden Tag bewerkstelligen musste, sich dazu entschieden hatte zum Mann zu werden, finde ich wirklich bewundernswert. Auch dass sie nach einem früheren persönlichen Schicksalsschlag, der ihr nicht nur eine Narbe sondern auch schreckliche Erinnerungen eingebracht hat, noch so couragiert ist, imponiert mir sehr.
    Dennoch wirkt Anna manchmal etwas gefühlskalt und distanziert auf mich, jedoch passt dies wiederrum zu ihrem Gegenpart Holmes, der ebenfalls kein Mann von Emotionen ist.


    Fazit:
    Ein toller Krimi, der Lust auf mehr macht….ich hoffe doch mal das Anna und Holmes noch einige andere Fälle in Zukunft gemeinsam auflösen werden?


    Bewertung:
    Von mir bekommt es 4 von 5 Punkten

  • London, Ende des 19. Jahrhunderts, In einem Wasserwerk wird die Leiche eines Mannes entdeckt. So wie es aussieht könnte er an Cholera erkrankt gewesen sein. Der angesehen Bakteriologe Dr. Anton Kronberg wird hinzugezogen um der Sache auf den Grund zu gehen. Am Fundort begegnet ihr unglücklicherweise Sherlock Holmes. Den dieser erkennt sofort das Kronberg eine Frau ist, die sich nur als Mann verkleidet hat, um im viktorianischen England Medizin studieren und als Arzt arbeiten zu können. Anna ist allerdings sehr froh darüber, dass er es für sich behalten will. Die intelligente und ebenbürtige junge Frau erkennt ebenfalls sehr schnell das hinter der Fassade des berühmten Mannes mehr steckt als man ahnt. Während die Polizei weiter im dunkeln tappt kommen beide gemeinsam einem noch viel größeren Verbrechen auf die Spur...


    „Teufelsgrinsen“ ist der erste Band der Anna Kronberg und Sherlock Holmes Trilogie, von Annelie Wendeberg auf den ich durch Zufall aufmerksam geworden bin. Mir gefiel schon allein die Grundidee: Eine als Mann verkleideten Frau, die nicht nur ein angesehener Arzt ist sondern auch Mordfälle, im London des ausgehenden 19. Jahrhunderts aufklärt, war für mich schon allein einen Grund wert dieses Buch lesen zu wollen. Das Sherlock Holmes, ebenfalls eine Gastrolle zufallen sollte, um so besser.


    Doch muss ich jetzt nach dem Lesen, ehrlich zugeben, dass ich nicht wirklich weiß was ich davon halten soll. Schlecht war diese Geschichte auf keinen Fall, doch stellenweise habe ich mich wirklich gefragt ob es auch eine gute Idee war das die Autorin auch Sherlock Holmes mit ins Spiel bringen musste.


    Dabei hat mir das Buch wirklich sehr gut gefallen. Anna Kronberg, die getarnt als Dr. Anton Kronberg, als der Spezialist für Bakterien und Vieren in ganz Großbritannien gilt, trifft auf den Meisterdetektiv schlechthin: Sherlock Holmes. Grandios besonders wenn man bedenkt das Anna ihm in nichts nachsteht. Sie ist quasi eine weibliche Ausgabe. Mit Leichtigkeit fällt es ihr nicht schwer immer die passende Antwort zu geben. Während dessen entspinnt sich ein spannender Fall, die das ganze Spektrum der damaligen Gesellschaft abbildet. Armut, Krankheit, Medizinische Forschung und das Frauenbild.


    Doch wird die Story da durch auch zunehmend unglaubwürdig, so wird man das Gefühl nicht los das ein „Sherlock“, sprich Anna selbst für diesen Roman eigentlich genug wäre. Und Holmes nur das üble Beiwerk. So zum Beispiel zieht Anna mühelos ihre eigenen Schlüsse über die Gewalttaten, die Holmes eigentlich nur noch mal bestätigt. Ich glaube ganz ehrlich jeder andere z:B en junger Inspektor hätte es auch getan.


    Zudem Autorin „Gefühle“ ins Geschehen einbaut, die meines Erachtens nicht nur die Darstellung des Sherlock Holmes, nicht wirklich entspricht. Auch und das ist, besonders bedauerlich, Anna selbst zu einer weinerlichen Protagonistin wird, die damit leider ihre Glaubwürdigkeit verliert. Eine gemeinsame Liebesgeschichte kann ich mir einfach nicht vorstellen


    Fazit: Dieser Roman hat mir, obwohl mir hier die Darstellung von Holmes nicht wirklich zusagt, eigentlich recht gut gefallen. Anna Kronberg ist wahrlich eine sehr mutige Frau, die so einiges auf sich nimmt um frei leben zu können. Ich hoffe bald wieder von ihr lesen zu dürfen. Von mir gibt es gute 3,5 von 5 Sterne.


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertungHalb:

    Gelesene Bücher 2015: 73 :mrgreen:
    Gelesene Bücher 2016: / Kann mich nicht erinnern O:-)
    Gelesene Bücher 2017: 121 :wink:
    Gelesene Bücher 2018: 78 :(

    Gelesene Bücher 2019: 119 :wink:

    Gelesene Bücher 2020: 121 :wink:

    Gelesene Bücher 2021: 27~ :study:

  • Ein wirklich gelungenes Buch finde ich. Und das sage ich als bekennendes Mitglied des Sherlock Holmes Fanclubs. Dabei gäbe es vor dem Hintergrund eigentlich einiges zu bemängeln. Das Buch bietet viel Anna und vergleichsweise wenig Holmes. Und die geniale Spürnase aus der Baker Street entspricht zudem nicht wirklich der Vorlage, die man gewohnt ist. Trotzdem, ich habe mich bestens unterhalten und noch dazu eine Menge über das Gesundheitswesen und die hygienischen Zustände im London des 19ten Jahrhunderts gelernt. Enttäuscht war ich nur, als das Buch vorbei war und hoffe jetzt auf eine baldige Fortsetzung. Idee, Umsetzung und Spannungsfaktor erhalten von mir ab absolute Bestnoten.

  • und hoffe jetzt auf eine baldige Fortsetzung.


    Für die Englischleser gibt es schon eine Fortsetzung.

    1. (Ø)

      Verlag: CreateSpace Independent Publishing Platform


    "Books are ships which pass through the vast sea of time."
    (Francis Bacon)
    :study:
    Paradise on earth: 51.509173, -0.135998

  • Der Inhalt wurde ja schon ausgiebig angekratzt. Daher meine Kurzrezension.


    Meine Meinung:


    Die Geschichte ist lebendig erzählt und hält ein gewisses Spannungslevel
    aufrecht. Ständig wird man tiefer in die Geschichte gezogen und viele
    kleine Begebenheiten gehen unter die Haut und lassen den Leser
    mitleiden, mitfiebern, mitfühlen. Was fast etwas zu oft vorkommt ist das
    dauerhafte analytische Denken, das aber eigentlich typisch für einen
    Sherlock Krimi ist (soweit ich ihn kenne). Von daher passt es gut ins
    Konzept. Was mich eher gestört hat war das Duzen von Anna und Holmes.
    Das hat etwas die Distanz zwischen den Personen genommen. Auch war an
    einigen Stellen der Sprachstil nicht der Zeit angemessen.


    Die Ich-Erzählweise von Dr. Kronberg stört mich in diesem Fall gar
    nicht. Im Gegenteil. Wir bekommen einen Einblick in ihre Gefühlswelt,
    die sich zwischen Mann und Frau bewegt. Man weiß sofort wie sie tickt.
    Dr. Kronberg analysiert anfangs die Missstände ihrer Zeit und legt ihre
    Abscheu gegen die schlampigen, unhygienischen Zustände in den
    Krankenhäusern offen. Im Verlaufe des Buches erfahren wir mehr von der
    weiblichen Seite der Anna Kronberg, die sich auch in ihrem
    Behandlungsstil als Arzt wiederspiegelt. Sie ist mitfühlend und sehr auf
    den Berufsethos bedacht. Ihre Leidenschaft für Holmes kommt auch nicht
    zu kurz.


    Fazit:


    Das Zusammenspiel von Holmes und Kronberg ist auf seine Art erfrischend und macht Laune auf mehr Sherlock Holmes.


    Es hat den Anschein, dass die Autorin mit Anna Kronberg ihrer eigenen
    Leidenschaft für Holmes ein Gesicht gegeben hat. Aber das ist nur mein
    ganz persönlicher Eindruck.


    Sollte es ein Wiedersehen von Anna und Sherlock in einem weiteren Band geben, ich wäre dabei!

    Liebe Grüße, Tardigrada


    :study: "Moja Igra" von Luka Modrić (Autobiografija)

    :bewertung1von5: 2018 gelesen: 23 :bewertung1von5: 2017 gelesen: 120 :bewertung1von5: 2016 gelesen 140 :bewertung1von5:2018 - 2019 Leseflaute

  • Meine Meinung:
    Ich gebe zu ich war erst etwas skeptisch, vor allem diese doch recht klassische "Hosenrolle" die Anna Kronberg hier erfüllt, hat mich zunächst etwas abgeschreckt. Der Autorin ist es aber zum Glück gelungen die Handlung und auch Anna selbst, für mich glaubhaft zu gestalten. So wird auch realistisch geschildert, weshalb eigentlich niemandem auffällt, das sie eigentlich eine Frau ist. Außerdem wird auch Sherlock Holmes schön eingeführt. Mich hat Annelie Wendebergs Blickwinkel sehr interessiert, zu Mal sie auf Holmes dadurch ein neues Licht wirft. Sie bringt ihre eigene Perspektive ein und sorgt so dafür das der Roman kein bloßer Abklatsch bleibt und auch Anna kein zweiter Watson wird. Wobei ich zugebe das Watson hier denkbar schlecht wegkommt, was ich etwas schade fand. Anna ist dagegen eine wirklich spannende Figur und gerade das Spiel mit ihrer Geschlechterrolle hat mir gut gefallen. Und gerade das sie selbst als Holmes ebenbürtig geschildert wird, macht ihre Sicht auf Holmes sehr interessant. Sie analysiert und beobachtet ihn genauso, wie er es bei anderen Menschen macht, ohne dabei jedoch ihre emotionale Seite zu unterdrücken. Das wirft auch auf die Figur Holmes ein vollkommen neues Licht und entblößt Aspekte seiner Persönlichkeit die sonst im verborgenen bleiben oder bei Conan Doyle nur angedeutet werden. Dies weiter zu spinnen ist durchaus auch mutig, denn eingefleischte Fans kritisieren ja gerne mal Abweichungen vom Original (ja ich auch zu weilen *g*).


    Der Roman selbst ist spannend und kurzweilig erzählt. An manchen Stellen hätte er ruhig noch etwas ausgebaut sein können und manchmal wirkte er auch ein bisschen Episodenhaft auf mich. Insgesamt passte der Fall aber in den Kanon des Originals hinein. Vor allem der medizinische Aspekt trägt hierzu bei, war ja auch Conan Doyle sehr daran interessiert. Der Autorin gelingt es durch ihre Figur Anna, den klassischen Fällen eine neue Perspektive zu geben und gleichzeitig etwas ganz eigenes zu schaffen. Dabei verliert sie Holmes als Figur nicht aus den Augen und er bleibt für mich glaubhaft. Es ist Doyles Holmes, der durch die Augen einer anderen Autorin gesehen wird und das ist wirklich gelungen!Ich freue mich auf die beiden Fortsetzungen und hoffe das es bald noch mehr geben wird!


    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

  • :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:


    Als eingefleischtem Fan des genialen, wenn auch leicht arroganten Meisterdetektivs aus der Baker Street sind mir die Bücher von Annelie Wendeberg natürlich schon vor längerer Zeit ins Auge gesprungen. Was mich ein wenig zögern und zaudern ließ, war die Tatsache, dass Holmes hier ein anderer Partner zur Seite gestellt wird, anstatt seines getreuen Freundes John Watson.


    Und nicht nur das... Besagter Partner ist eigentlich eine PartnerIN - wenn auch eine, die als Mann verkleidet lebt, um Medizin praktizieren zu können. Da beschlich mich doch direkt die Befürchtung, dass sich hier eine kitschige Liebesgeschichte anbahnen würde, in deren Verlauf sich Holmes bis zur Unkenntlichkeit zum romantischen Menschenfreund wandelt.


    Und selbst wenn nicht: Holmes und eine weibliche Kollegin? Holmes, der Frauen keine sonderliche Wertschätzung entgegenbringt?


    Halt, fiel mir da ein. Irene Adler. Die eine Frau, die in den Originalgeschichten von Arthur Conan Doyle Holmes' Wertschätzung erringt. Es gibt also durchaus einen Präzedenzfall!


    Mit diesem beruhigenden Gedanken im Hinterkopf fing ich an, "Teufelsgrinsen" zu lesen - und ich habe es kein bisschen bereut.


    Annelie Wendeberg schreibt einen ganz wunderbaren Holmes. Rastlos und getrieben, überheblich und gnadenlos intelligent, wie man ihn kennt und liebt. Und Anna Kronberg, die Protagonistin, steht ihm dabei keineswegs nach! Auch sie hat einen messerscharfen Verstand, der ihr keine Ruhe lässt, nur setzt sie ihn nicht zur Verbrechensbekämpfung ein, sondern zur Erforschung von Bakterien und Viren . Als Mann lebt sie nur, weil es Frauen zu ihrer Zeit noch nicht gestattet war, Medizin zu studieren, geschweige denn als Arzt zu praktizieren.


    Sie wird von Zeit zu Zeit als medizinischer Experte von Scotland Yard hinzugezogen, so auch, als die Leiche eines offensichtlich an Cholera erkrankten Mannes gefunden wird. Am Fundort trifft sie auf Holmes - der ihre Verkleidung natürlich binnen Minuten durchschaut. Schnell wird Anna mitten hineingezogen in den Fall, und so tun sich die beiden ungleichen Ermittler zusammen.


    Zwischen den beiden sprühen oft die Funken, denn beide analysieren andere Menschen zwar gerne, werden aber nur höchst ungern selber analysiert. Beide spielen auch nur widerwillig die zweite Geige, weswegen es viel verbales Gerangel darum gibt, wer in welcher Situation das Sagen hat. Das zu lesen, macht einfach unglaublich viel Spaß!


    Da ist es fast nur noch die Kirsche auf dem Sahnehäubchen, dass "Teufelsgrinsen" auch eine sehr originelle, intelligente und spannende Krimihandlung sein eigen nennt. Das Buch hätte für meinen Geschmack gerne auch doppelt so dick sein dürfen, denn die Seiten flogen nur so dahin.


    Auch den Schreibstil fand ich fantastisch. Anna ist eine präzise Erzählerin mit einem feinen, trockenen Humor. Ihr scharfer Verstand spricht aus jedem Satz, aber auch ihre Gefühle kommen gut beim Leser an, obwohl sie nicht zu emotionalem Überschwang neigt.


    Ja, wie ist es denn nun - gibt es eine Liebesgeschichte, oder nicht? Das möchte ich noch gar nicht verraten, aber schon mal beruhigend sagen: Holmes bleibt Holmes.


    Ich habe sowohl das Buch gelesen, als auch mir das ungekürzte Hörbuch angehört, und ich muss sagen: sehr gut umgesetzt! Esther Schweins erweckt die Charaktere mit ihrer lebendigen, emotionalen Stimme wunderbar zum Leben, allen voran natürlich Anna Kronberg und Sherlock Holmes.


    Fazit:
    Eingefleischte Holmes-Fans müssen sich sicher erst an den Gedanken gewöhnen, statt John Watson eine Frau als Partner an Holmes' Seite zu sehen, aber Anna Kronberg ist eine ganz wunderbare literarische Figur. Sie und Holmes sind sich von der Intelligenz her ebenbürtig, und so müssen beide schnell feststellen, dass es unangenehm werden kann, wenn man auf der falschen Seite eines messerscharfen Verstandes steht... Aber sie müssen sich zusammentun, um einen Fall zu lösen, der sowohl seine Expertise im Bereich des Verbrechens als auch ihre Kenntnisse der Medizin benötigt.


    In meinen Augen ist das wunderbar und intelligent geschrieben, spannend und oft überraschend humorvoll.

  • Zum Inhalt will ich hier nich tnoch einmal etwas sagen, darum hier nur meine abschießened eBeurteilung:


    Ein mehrschichtiger Undercover-Krimi im viktorianischen England, der genauso viel mit der Wissen-schaft, wie mit der Politik der damaligen Zeit zu tun hat. Außerdem werden die Lebensumstände in den Londoner Elendsvierteln sehr plastisch dargestellt, genau wie die wenig beneidenswerte soziale Stellung der Frau.


    All dies wird von Anna selbst erzählt, die sich mehr und mehr zu dem „Großen Detektiv“ hingezogen fühlt. Eine Anziehung, die dieser zu erwidern scheint.


    Man könnte meinen, dass Holmes-Fans diese Art von Geschichte nicht unbedingt schätzen würden, aber zumindest Alistair Duncan von der Sherlock Holmes Society in London scheint mit diesem Werk einverstanden zu sein, das den „Großen Detektiv“ mal aus einer ganz anderen Perspektive beleuchtet. So entsteht ein amüsanter, und historisch interessanter Roman, dem wohl noch weitere folgen werden. Obwohl ich mir nicht ganz sicher bin, ob diese Erzählerin und ihr Erzählstil über längere Strecken wirklich begeistern können. Der erste Band zumindest konnte aber befriedigen. :study:

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