Carla Berling - Sonntags Tod

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  • Kurzbeschreibung:
    Die Welt in der kleinen Stadt scheint in Ordnung zu sein – bis der Hotelier Richard seine Frau Verena und sich selbst tötet. Ira Wittekind kehrt zur Beerdigung ihrer Freunde an den Ort ihrer Kindheit zurück. Die Reporterin wird wenig später Zeugin, als eine halb verweste Leiche in einer verwahrlosten Wohnung gefunden wird. Und dann entdeckt sie den tragischen Zusammenhang zwischen dem Tod von Verena und Richard, dem Toten im Dreck und einem schrecklichen Unglück in der Vergangenheit. *Quelle*


    Zur Autorin:
    Carla Berling, im Norden von Ost-Westfalen-Lippe geboren, lebt in Köln. Nach verschiedensten Tätigkeiten, u.a. als Verkäuferin, Mannequin, Versicherungsvertreterin und Seminarreferentin, gelingt ihr 1995 der Seiteneinstieg bei einer auflagenstarken Regionalzeitung. Bis 2005 verfasst sie als Journalistin mehr als 7.000 Artikel, außerdem vier Bücher. Sie beginnt kabarettistische Lesetouren mit jährlich etwa 30 Auftritten.
    Im Juni 2007 erscheint ihr erster Roman, Im Netz der Meister, es folgen Im Netz der Meister 2, die kabarettistische Jesses-Maria-Trilogie und der Roman Die Rattenfänger. Der Durchbruch gelingt ihr 2011 mit Ihrem Buch Vom Kämpfen und vom Schreiben. Im September 2013 erschien ihr erster Kriminalroman Sonntags Tod, der in ihrer Heimatstadt Bad Oeynhausen spielt.


    Meinung:
    Die Zeitungsjournalistin und Endvierzigerin Ira Wittekind kehrt an ihren Geburtsort Rehme in der Nähe von Bad Oeynhausen zur Beerdigung ihrer Kindheitsfreundin Verena zurück. Diese wurde von ihrem Mann Richard vergiftet, bevor er sich selbst das Leben nahm. Doch niemand weiß den Grund hierfür. Ein paar Tage später geht Ira beruflich bedingt mit der Polizei auf Streife und sie werden an einen Tatort gerufen, der Ira schockiert: Eine verweste Leiche liegt in einer Wohnung, die völlig verwahrlost ist.


    Hierbei stellt sich schnell heraus, dass es sich um Michel Sonntag handelt, den Sohn einer Bauernfamilie aus Rehme, der jahrelang als verschollen galt. Ira beginnt zu ermitteln, nicht nur aus beruflicher Neugier, sondern auch, weil sie Michels Familie seit ihrer Kindheit kennt und somit begibt sie sich auf "Hof Eskendor", dem Wohnsitz. Dort kochen bald alte, wohlgehütete Familiengeheimnisse hoch und es wird klar, dass die Tode von Verena, Richard und Michel in irgendeiner Weise zusammenhängen müssen...


    Ich bin ein großer Fan von den sogenannten Regionalkrimis und daher war ich auch infolge der Kurzbeschreibung sehr auf Carla Berlings ersten Krimi gespannt. Am Ende des Buches angelangt, war mir klar, dass ich mit diesem einen wahren Glücksgriff getan hatte. Denn Carla Berling hat mit Sonntags Tod eine sehr tiefgreifende Geschichte ersonnen, die vollkommen auf blutige Details und Gemetzel verzichtet, sondern sich vielmehr mit der Psyche und Physis des Menschen beschäftigt.


    Iras Recherchen auf "Hof Eskendor" bringen viele ungesagte und totgeschwiegene Geheimnisse innerhalb der Familie zutage, die den Leser betroffen machen. Über Jahrzehnte hat sich in dieser Familie soviel angestaut, sodass Iras Fragen nahezu ein Ventil öffnen und man merkt, dass die Betroffenen froh sind, nun endlich über all ihr Erlebtes reden zu können. Von traurigen Schicksalsschlägen erfährt der Leser genauso wie von Vorurteilen, Ablehnung und auch gewalttätigen Akten.


    Die aufkommenden Fragen, die den Leser beschäftigen, kann Carla Berling sehr schlüssig beantworten, doch dies nicht, ohne auch manch geschickte Wendungen und Irrwege in den Roman miteinzubauen, sodass man beim Lesen auch ein wenig mitknobeln kann. Die einzelnen Familienmitglieder der Weyers werden tiefgängig und vielschichtig von der Autorin charakterisiert, sie versuchen zwar, die Fassade einer glücklichen Großfamilie zu erhalten, doch diese bricht nach und nach ein, was sehr anschaulich dargestellt wird.


    Ich kann Sonntags Tod jedem geneigten Krimi-Leser ans Herz legen, der auch ohne drastisch geschilderte Szenen auskommt und mehr Wert auf die Charakterisierung der Personen legt. Dieser Roman verläuft zwar in eher ruhigen Bahnen, doch konnte mich gerade dies bei der Handlung überzeugen, denn die Familiengeheimnisse, die nach und nach zutage treten, sind Spannung und auch Drama genug. Carla Berling ist mit ihrem Krimi ein Buch gelungen, das im Leser nachzuhallen vermag.


    Fazit:
    Ein Krimi, der ohne blutige Brutalität auskommt und eher auf die Psyche und Physis der Personen setzt - sehr empfehlenswert! Ich hoffe, Carla Berling wird sich auch weiterhin dem Krimigenre widmen, das Zeug dazu hat sie auf jeden Fall.

  • Im Juni 2007 erscheint ihr erster Roman, Im Netz der Meister, es folgen Im Netz der Meister 2, die kabarettistische Jesses-Maria-Trilogie


    Die beiden gibt es hier:
    http://www.buechertreff.de/buc…-berling-reihenfolge.html
    und hier:
    http://www.buechertreff.de/buc…-berling-reihenfolge.html


    Liebe Grüsse Mara

    :study: Ich bin alt genug, um zu tun, was ich will und jung genug, um daran Spaß zu haben. :totlach: na ja schön langsam nicht mehr :puker:

  • Da ich bereits die Nachfolger kenne, wusste ich bereits auf was ich mich einlassen würde. Interessant war jedoch, wie die Autorin den Einstieg der Protagonistin gewählt hatte und im Nachhinein die Entwicklung der Lokalreporterin Ira Wittekind zu betrachten.

    Schon von den ersten Seiten an, war ich direkt in der Geschichte gefangen. Ein Prolog, bei dem jedes Krimitantenleserherz höher schlagen lässt, versprach viel Spannung. Mit dieser Erwartung habe ich mich an den Plot gewagt. Und .... ich wurde in keinem Fall enttäuscht.

    Die Protagonisten wurde detailliert beschrieben, so dass ich mich sofort in ihre Gedankenwelt beamen und ihre Handlungen nachvollziehen konnte. Auch ich hätte den Fall sofort aufklären wollen. Und auch ich wäre über die kleinen Details gestolpert. Immer wieder wurden Hinweise aufgedeckt, die den Fortgang der Geschichte sehr positiv beeinflusst und meinen Lesefluß und meine Neugier aufrecht erhalten haben.

    Das Umfeld wurde sehr bildhaft dargestellt, so dass ich mich sehr gut in die jeweiligen Szenen versetzen konnte und auch in Gedanken ermittelt habe. Ira kam mir im Laufe der Story fast schon wie eine enge Vertraute vor, mit der ich am Kaffeetisch über einen Krimi plaudern konnte.

    Was mich jedoch etwas stutzig gemacht hatte war, als die Familie entschied, dass die Verstorbene neben ihrem Mörder bestattet wurde. Bringt man das wirklich übers Herz, kann man die Gefühle während der Trauer wirklich so ausschalten? Klar, zu dem Zeitpunkt war noch nichts richtig erwiesen, dennoch bleibt ja der Gedanke an die Tat.

    📚 Fazit 📚  
    Ein grandioser Auftakt zu einer noch grandioseren Reihe. Der sehr leb- und bildhafte Schreibstil lässt den Leser tief in die Story eintauchen und gibt sie erst auf den letzten Seiten wieder frei.
    Ein Buch, das man nicht mehr aus der Hand legen möchte.

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