Martin Olden - Frankfurt Ripper: Aus dem Leben eines Serienkillers

Anzeige

  • Der 60-jährige Klaus Scholz (er)lebt in Frankfurt seinen Vorruhestand und verbringt ihn als netter Nachbar von nebenan, der ein ziemlich schräges Hobby frönt, nämlich ein Serienkiller zu sein und endlich Ansehen aufgrund seiner Taten zu erlangen. Seine Opfer sind nicht explizit ausgesucht, sondern er mordet gerade das, was ihm über den Weg läuft. Wichtig ist nur, dass er für seine Tat Schlagzeilen sammelt und man ihn fürchtet. Seine Taten veröffentlicht er in allen Einzelheiten via Blog im Internet, aber komisch: auf die Schliche kommt man ihm nicht. Nebenbei fährt er regelmäßig in ein Pflegeheim, um seiner demenzkranken Mutter einen Besuch abzustatten und ihr von seinen Taten zu berichten, wohl wissend, dass sie ihn nicht mehr verraten kann, aber insgeheim hoffend, dass sie stolz auf ihn ist.


    Martin Olden hat mit seinem Roman „Frankfurt Ripper: Aus dem Leben eines Serienmörders“ ein knallhartes Buch vorgelegt, das zum einen satirisch anmutet, zum anderen aber so brutal ist, dass man es sich vorher zweimal überlegen sollte, ob man dem auch gewachsen ist. Der Schreibstil ist sachlich und unaufgeregt mit einer gewissen Distanz, aber sehr schön zu lesen. Die begangenen Morde des Protagonisten werden sehr anschaulich und aufs genaueste geschildert, dafür muss man schon gemacht sein. Gleichzeitig lockert der Autor mit seinem Kioskmann die düstere Atmosphäre seines Buches auf und betreibt eine nüchterne Sozialkritik zu den verschiedensten Themen, die gerade politisch, wirtschaftlich oder sonst aktuell sind.


    Die Botschaft des Autors ist klar, soll dies doch keine Verherrlichung von Mördern sein, sondern eher darauf zeigen, was Menschen alles tun, um ihren Platz in der Gesellschaft zu finden und die Aufmerksamkeit und Anerkennung zu erhalten, die sie ihrer Meinung nach verdient haben.


    Das Buch ist nichts für zarte Gemüter, aber offen und ehrlich und gerade deshalb sehr empfehlenswert!


    Dafür gibt es verdiente :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: .

    Bücher sind Träume, die in Gedanken wahr werden. (von mir)


    "Wissen ist begrenzt, Fantasie aber umfasst die ganze Welt."
    Albert Einstein


    "Bleibe Du selbst, die anderen sind schon vergeben!"
    _____________________________________________


    gelesene Bücher 2020: 432 / 169960 Seiten

  • Kurz zur Geschichte:
    Klaus Scholz, 60 Jahre, Rentner, wohnhaft in einem Stadtteil von Frankfurt am Main, will als Serienkiller Berühmtheit erlangen. Er will der Beste der Besten sein und so viele Morde begehen, damit die ganze Welt ihn kennt und er auf der Serien-Killer-Hitliste ganz oben steht. Er tötet wahllos Menschen, die keinem bestimmten Muster zu Grunde liegen. Erst außerhalb seiner vier Wände, bis er irgendwann die ahnungslosen Opfer zu sich nach Hause bestellt.Noch vor Ort, direkt nach der Tötung twittert er schnell was er getan hat um danach daheim in Ruhe alles haargenau auf seinem Blog zu veröffentlichen.
    Schaut her:Frankfurt Ripper Tagebuch
    Mit Bildern, die nichts für Kinder sind und für Menschen die kein Blut sehen können.
    Wird die Polizei ihm irgendwann auf die Spur kommen?
    Verrät er sich vielleicht irgendwann von selbst?
    Oder hat die Geschichte ein ganz anderes Ende parat?


    Meine Meinung:
    Klaus Scholz, die Hauptperson, ist ein hervorragender Schauspieler.Einerseits schlachtet er seine Opfer bestialisch ab, andererseits kümmert er sich liebevoll um seine Mutter, die an Demenz erkrankt ist und in einem Heim wohnt. Zudem hilft er oft seiner älteren Nachbarin, gibt deren Enkel Mathe-Nachhilfe und plaudert täglich mit dem Inhaber des Kiosks, in dem er morgens immer die Zeitung mit den vier großen Buchstaben kauft, um zu sehen was über seine Morde darin steht und auf welche Seite es seine Tat gebracht hat. So könnte man denken, ein netter, älterer, alleinstehender Mann, der niemandem was Böses will. Bis wieder der Drang in ihm durchkommt, berühmt zu werden und mit bekannten Serienmördern in einem Atemzug genannt zu werden.
    Die ICH-Schreibform bringt das ganze Tun und Denken von Klaus einem noch näher. Es gibt kaum mal 3-4 Seiten auf denen kein Mord geschieht, was das Buch noch atmosphärischer macht und mir als Leserin kaum Zeit ließ um das gerade gelesene zu verdauen. Man gelangt in einen Strudel des Mordens und des unbedingt weiterlesens, wozu sich der Schreibstil von Herrn Olden hervorragend eignet.
    Wer also gute Nerven hat, einen robusten Magen, wer mit vielen Morden klar kommt die extrem detailliert beschrieben werden, der kommt mit diesem Thriller (Horror?) auf seine Kosten.Man muss dieses Genre schon mögen, sonst könnte man das Buch als eine Aneinanderreihung von sinnlosen Tötungen sehen, also nicht für Jede/n geeignet.


    Von mir gibt es von 5 möglichen Sternen : :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

Anzeige