Nicolas Barreau - Eines Abends in Paris

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Eines Abends in Paris

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Verlag: Piper Taschenbuch

Bindung: Taschenbuch

Seitenzahl: 384

ISBN: 9783492302463

Termin: Oktober 2013

  • Originaltitel: ?


    Über den Autor (Amazon.de): Nicolas Barreau (geboren 1980 in Paris) studierte Romanistik und Geschichte an der Sorbonne und ist heute freier Autor. Mit seinen im
    Thiele Verlag erschienenen erfolgreichen Romanen Die Frau meines Lebens (2007) und Du findest mich am Ende der Welt (2008 ) hat er sich ein begeistertes Publikum erobert. Sein Buch Das Lächeln der Frauen (2010) brachte ihm den internationalen Durchbruch und war in mehreren Ländern auch in Deutschland auf der Bestsellerliste.


    Inhalt (Amazon.de):
    Alain Bonnard, Besitzer eines kleinen Programmkinos in Paris, das früher seinem Onkel gehörte, ist Nostalgiker aus Überzeugung. In seinem Cinéma Paradis gibt es keine Eimer mit Popcorn, keine XXL-Colabecher, keine Hollywood-Blockbuster. Ein schlechtes Konzept zum Überleben. Doch Alain hält an seinen Qualitätsansprüchen fest. Er möchte Filme zeigen, die Träume schenken, und er mag die Menschen, die in sein Kino kommen. Ganz besonders diese bezaubernde schüchterne Frau im roten Mantel, die jeden Mittwoch erscheint und sich immer in die Reihe 17 setzt. Was für eine Geschichte sie wohl hat?


    Eines Abends fasst sich Alain ein Herz und bittet die schöne Unbekannte zum Abendessen. Die zarteste aller Liebesgeschichten bahnt sich an, da passiert etwas, das das Leben des eigenwilligen Kinobesitzers völlig auf den Kopf stellt: Das Cinéma Paradis soll Schauplatz in Allan Woods neuem Film Zärtliche Gedanken an Paris werden. Solène Avril, die Lieblingsschauspielerin des berühmten amerikanischen Regisseurs, kennt das Kino noch aus Kindertagen und hat es sich in den Kopf gesetzt, dort zu drehen. Alain ist völlig überwältigt, als er den kapriziösen Star persönlich kennenlernt. Mit einem Mal stehen das kleine Filmtheater und sein Besitzer im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Der plüschige Kinosaal ist nun jeden Abend ausverkauft. [...]


    Eigene Meinung:
    Ich merke schon wieder, wie mir beim Schreiben die Finger kribbeln. Ich würde ja nichts lieber tun, als in dieser Rezi die gleiche charmante Stimmung zu erzeugen, den schönen französischen Flair hier zu verbreiten und jedem das Gefühl vermitteln, er müsste mal eben kurz seufzen. Genauso lesen sich diese Bücher nunmal eben und ich würde immer wieder zu Nicolas Barreau greifen, egal was auch immer sein nächstes Thema sein sollte.


    Eines Abends in Paris beinhaltet den gleichen gewohnten Stil: wir haben einen sympathischen Protagonisten, der mit all seinen liebenswerten Zügen, Ecken und Kanten eigentlich nur Franzose sein kann. Er besitzt ein altes, kulturträchtiges Kino, das er von seinem Onkel übernommen hat und legt dabei stets Wert auf gute, alte Tradition. Bei ihm gibt es keine Cola und auch kein Popcorn, sondern einfach nur gute Filme. Viele seiner Stammgäste wissen diese Einstellung allerdings sehr zu schätzen, allen voran die schöne Unbekannte im roten Mantel. Per Ich-Perspektive folgt man den romantischen und verträumten Gedankengängen von Alain und wie er sich endlich traut die Frau anzusprechen…


    Natürlich geht aber mal wieder alles schief. Just in dem Moment, als Alains Kino als Hollywood-Schauplatz ausgewählt wurde, verschwindet die Frau plötzlich spurlos und erscheint von heute auf morgen nicht mehr in Alains Kino. Als Leser ist es natürlich nicht allzu schwer den Zusammenhang herzustellen, aber Alains Unwissenheit gibt dem Buch dennoch etwas Authentisches. Es ist eigentlich nur die Art und Weise, wie er das Leben sieht und seinen Weg geht, der das Buch wieder mal zu einer schönen Geschichte werden lässt. Ich werde davon auch einfach nicht müde, egal wie austauschbar die Protagonisten seiner Bücher mittlerweile erscheinen. Es ist schon offensichtlich, dass sich Alain kaum von den anderen Helden von Barreaus Geschichten unterscheidet, aber wie gesagt: das stört mich einfach nicht.


    Viel eher lag der Störfaktor woanders: Alain begibt sich auf die Suche nach der Frau in dem roten Mantel. Und egal, wie die Umstände auch sein mögen, vieles kennt man schon aus “Die Frau meines Lebens”, das so ziemlich die gleiche Thematik beinhaltet. Barreau wollte wohl witzig sein, als er Alain sogar auf seiner Suche auf ein paar Bekannte aus eben diesem Buch stoßen ließ, aber ich empfand es eher so, als wäre dem Leser nochmal der Finger in die Wunde gedrückt worden. Aber auch wenn das ein Punkt ist, der mich höchstwahrscheinlich bei jedem anderen Autor furchtbar gestört hätte, Nicolas Barreau kann ich eher für solche Dinge verzeihen. Wahrscheinlich einfach deshalb, weil es nicht darum geht was er erzählt, sondern wie. Und das tut er nunmal auf ganz einzigartige Weise.


    Fazit:
    Es mal wieder eine wunderschöne Geschichte, die den unverkennbaren Barreau-Stempel aufgedrückt bekommen hat und man sich für einige hundert Seiten mal wieder in das charmante und romantische Paris versetzt fühlt. Tolle Stimmung, schnuckelige Atmosphäre und ein Pärchen zum Träumen…


    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

  • gibt es nicht, da es den Autor auch nicht gibt, er ist nur eine Erfindung, siehe hier:
    http://www.welt.de/print/die_w…/Autor-ueberfluessig.html
    Liebe Grüsse Mara


    Sicher? Ich habe diesen Artikel so verstanden, dass Barreau ein Buch über einen Autor geschrieben hat, den es so nicht gibt?

  • gibt es nicht, da es den Autor auch nicht gibt, er ist nur eine Erfindung, siehe hier:
    http://www.welt.de/print/die_w…/Autor-ueberfluessig.html
    Liebe Grüsse Mara

    Ich hatte es schon geahnt. :roll: "Das Lächeln der Frauen" war ja quasi schon ein Wink mit dem Zaunpfahl. Und spätestens wenn man sich auf die Suche nach Barrau in den Weiten des Internets begibt, und wirklich rein GAR NICHTS findet, dann wird es wirklich suspekt.


    Trotzdem danke für den Link. Schwarz auf Weiß hatte ich es bisher dann doch noch nirgends gesehen. 8-[

  • Es kommt nicht oft vor, dass ein Autor mit einem Liebesroman mich als Leser fesseln kann. Hanns-Josef Ortheil ist das mit seinen ambitionierten Liebesromanen der vergangenen zehn Jahre gelungen und auch das Vorgängerbuch Barreaus „Das Lächeln der Frauen“ hatte diese Qualität.


    Dennoch stellt Barreaus neuer Roman „Eines Abends in Paris“ alle seine Vorgänger noch in den Schatten. Das Buch hüllt den Leser von Beginn an ein in eine zarte und geheimnisvolle Liebesgeschichte, wie man sie ansprechender, spannender und liebevoller kaum erzählen kann.


    Der sympathische Ich-Erzähler des Romans ist Alain Bonnard. Seit einiger Zeit hat er, der zunächst einen ganz anderen Beruf ausübte, von seinem Onkel ein kleines Programmkino im Paris übernommen, das Cinema Paradis, dessen Spezialität es ist, anspruchsvolle Filme zu vertretbaren Preisen für ein ausgewähltes Publikum zu zeigen. Alain hat einige Mitarbeiter, die stundenweise für ihn arbeiten. Weder sie noch er selbst können mit ihrem zum Beruf gemachten Hobby reich werden. Doch das stört ihn nicht. Er möchte den Menschen mit den Filmen, die er zeigt, Träume schenken, die ihren Alltag erhellen. Und er mag all die Menschen, die da in sein Kino kommen. Viele von ihnen kennt er persönlich, besonders die, die regelmäßig kommen.


    Regelmäßig kommt seit einiger Zeit auch eine junge schöne Frau in einem roten Mantel. Mittwochabends, wenn Alain eine Reihe von klassischen Liebesfilmen zeigt, ist sie da und sie sitzt immer auf einem bestimmten Platz in der Reihe 17. (Diese insgesamt 25 in dem Roman erwähnten Liebesfilme sind für alle Filmfreunde in einem Anhang des Roman noch einmal aufgeführt, von „Außer Atem“ bis „Zusammen ist an weniger allein“).


    Die Frau im roten Mantel übt auf Alain Bonnard eine große Anziehungskraft aus. Eines Abends nach dem Film spricht er sie an und lädt sie zu einem Essen ein. Sie sagt zu. Einige Tage später bei einem Essen zeigt sich, dass die Anziehungskraft gegenseitig ist. Es knistert, und als Alain Melanie nach Hause bringt, küssen sie sich. Den Kopf und das Herz voller Liebe, vergisst er Melanie nach ihrem Nachnamen zu fragen, und sie tauschen auch keine Telefonnummern aus. Da Melanie eine Woche zu ihrer Tante aufs Land fährt, verabreden sie sich für den Mittwoch nach ihrer Rückkehr.


    In dieser Woche der Abwesenheit der geliebten Frau, von der er nichts weiß außer ihrem Vornamen, geschieht im Leben Alains etwas Umwerfendes. Ein berühmter Hollywoodregisseur, Allen Wood (eine Hommage an Woody Allen und seinen Film „Midnight in Paris“) steht mit einer nicht weniger berühmten Schauspielerin, Solene Avril, vor seiner Tür und bittet ihn, entscheidende Szenen seines neuen Films im Cinema Paradis drehen zu dürfen.


    Alain sagt zu. Als er abends mit der berühmten Schauspielerin einen Spaziergang macht, werden sie von Paparazzi fotografiert, und Alain wird am nächsten Tag in der Presse als neuer Liebhaber des Filmsternchens gehandelt.


    Als Melanie, die Frau im roten Mantel weder am nächsten Mittwoch noch an irgendeinem andern der kommenden Tage im Kino auftaucht, wird Alain nervös. Möchte sie ihn nicht mehr sehen? Ist ihr irgendetwas geschehen? In einer größeren Aktion befragt er tagelang die Bewohner des Hauses, vor dem er Melanie nach ihrem ersten Rendezvous geküsst und in das sie dann verschwunden war. Doch niemand kennt die junge Frau dort, und die ganze Sache wird immer mysteriöser. Sein Freund Robert, ein Astrophysiker, mit dem er alles bespricht, und der in Liebessachen eher der nüchterne, coole Typ ist, rät ihm, die Frau zu vergessen. Doch dann sieht Alain sie kurz wieder, doch sie läuft vor ihm davon.


    In einer spannend aufgebauten Handlung wartet der Leser nun mit dem verliebten Alain mitfiebernd, auf den Ansatz einer Lösung des Rätsels um Melanie – und er wird nicht enttäuscht.


    „Eines Abends in Paris“ ist ein anspruchsvoller Liebesroman mit unzähligen Reminiszenzen an den Film und natürlich an Paris, der Stadt der Liebe. Ein Buch voller Schönheit und voller Geheimnisse, die den Leser bis kurz vor dem Ende in Atem halten.

  • Also ich habe das Buch gestern zu Ende gelesen... Es ist mein erstes Buch des "Autors". Ich wollte es unbedingt haben, da ich neugierig war auf Paris und die Idee klang toll und die Kritiken waren gut... Ich habe vor einiger Zeit angefangen es zu lesen und musste es irgendwann zur Seite legen... Es war mir zu kitschig, zu vollgeladen mit übertriebenem Gefühl... Wie kann man jemanden lieben, mit dem man nur einige Stunden eines Abends verbracht hat??? Solche Äußerungen stören mich dann doch sehr... ?( Nun denn, es lag auf meinem Nachttisch, ich habe es fertig gelesen... Es war okay. Es gab ja dann doch die ein oder andere Wendung, mit der ich nicht mal mehr gerechnet hatte, aber insgesamt war das Buch für mich nicht mehr als durchschnittlich... Keine Ahnung ob ich mich noch mal an ein anderes Buch von Barreau heranwage... :-?


    lg emmi :study:

  • Also mich konnte das Buch ähnlich begeistern wie "Das Lächeln der Frauen".


    Der Autor bzw. die Autorin hat jetzt mit dem zeiten Erfolg bei mir wirklich einen neuen Fan gewonnen. Ich mag die Schreibweise des Autors sehr, leicht humorig, jedoch nicht zu abgehoben. Ich kann über die dezenten Witze echt Lachen. Auch diesmal ist es dem Autor gelungen mir das ein oder andere Lachen zu entlocken. Und das kommt bei mir nicht allzu oft vor, denn ich mag z.B. übertrieben lustige Bücher nicht so sehr.


    Überhaupt taucht man sofort in die Pariser Welt ein, befindet sich in dem altmodischen Programmkino von Alain und ist auch schnell mitten in der Geschichte. Alain ist jetzt nicht der "Mann" in den ich mich sofort verlieben würde, aber durch seine Art gewinnt man ihn doch sehr schnell lieb und fiebert bzw. leidet man mit ihn.


    Was ich auch noch ganz toll fand, dass der Autor für einige überraschende Wendungen sorgt und so die Geschichte nicht vorhersehbar war. Man denkt zwar die ganze Zeit, wie alles zusammenhängen könnte, es stellt sich jedoch dann doch als anders heraus.
    Und diese Zusamenhänge finde ich immer logisch und nicht übertrieben an den Haaren herbeigezogen. Alles schlüssig, so wie es wirklich sein könnte, auch wenn natürlich der ein oder andere "Zufall" dazuhilft.


    Eine Liebesgeschichte, die das Herz wärmt, die mitfiebern und mitlachen lässt, die aber nicht zu kitschig daherkommt.


    Wirklich eine wundervolle Geschichte!


    Wer "Das Lächeln der Frauen" schon geliebt hat, wird auch mit diesem Buch viel Freude haben!
    Ein klitzekleines halbes Sternchen gibt es Abzug, weil mich der Roman nicht ganz so amüsiert hat, wie das Vorgängerbuch.
    Aber trotzdem ein toller Roman! :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertungHalb:


    Und die Covergestaltung finde ich diesmal wirklich sehr gelungen :thumleft: , wunderschön gestaltet und sehr passend zur Geschichte. Ich denke das wird einer meiner Lieblingscover werden.


    Gänseblümchen, noch einmal vielen Dank für dieses sehr schöne Buch. :friends:



    Liebe Grüße
    Rapunzel

    Wir brauchen Geschichten.
    Wer möchte denn nur ein Leben führen, wenn er das von vielen besuchen kann?
    Sabrina Qunaj - Das Blut der Rebellin

  • Was für eine wunderschöne Liebesgeschichte! emmi_75 hat ja Recht, es ist schon arg kitschig und in der Realität würde ich so einen hochromantischen Mann auch nicht haben wollen. Aber zum Lesen - einfach wunderbar, ein Stoff, der zum Träumen anregt :love:

  • Eine schöne, romantische Geschichte, die zudem unterhaltsam geschrieben ist. Sicherlich etwas kitschig, aber auf eine sympathische Art. Vor allem spricht viel Liebe aus dem Buch - zu Paris, zum Film und zu der geheimnisvollen Frau im roten Mantel :)

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