Ilija Trojanow, Die Versuchungen der Fremde. Unterwegs in Arabien, Indien und Afrika

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  • Das vorliegende Buch macht zum ersten Mal jene drei berühmten Reiseerzählungen von Ilija Trojanow in einem Band zugänglich, die seinem großen Erfolgsroman „Der Weltensammler“ voraus gingen:

    • In Afrika (1993)
    • An den inneren Ufern Indiens (2003
    • Zu den heiligen Quellen des Islam (2004)


    In seinem im April 2011 zu dieser Ausgabe verfassten Nachwort schreibt Trojanow Gedanken zum Reisen, Unterwegssein und Erfahren auf, die den meisten Menschen heute verloren gegangen sind. Die Lektüre dieser Reiseerzählungen kann ihnen vielleicht helfen, eine Ahnung davon zu bekommen, wie das Fremde nichts mehr etwas Bedrohliches darstellt, sondern eine Versuchung, die das eigene Leben bereichert:
    „Unsere Vorstellungen von Rast und Unrast werden bestimmt vom metaphysischen Konzept des Homo viator, des reisenden Menschen, der vom Hier zum Dort, vom Eigenen zur Fremde unterwegs ist. Der Homo viator kommt eigentlich nie wirklich an, er kehrt zurück und plant schon die nächste Reise, während er noch den Koffer der letzten Reise entleert. Für ihn ist jeder Aufbruch ein Ausbruch aus dem Gefängnis des Alltags, ein Verlassen des eingeschlagenen Lebenswegs. Die Geschichten, die er aus der Fremde mitbringt, sind seiner Wahrnehmung geschuldet. Auch wenn er anderen zugehört hat, er hat die fremden Erzählungen ungenau in seine individuelle Sprache übersetzt. Wenn er abseits der abgetretenen Pfade unterwegs war, hat er eine Ahnung von den alternativen Versionen der Geschichte gewonnen. Der Reisende ist ein gesegneter Narr und daher zu Recht unsterblich versinnbildlicht von Don Quixote – selbst wenn seine Lanze das Ziel verfehlt, trifft ihr Schatten mitten ins Herz.“

    Erzählungen sind das, die den Leser gefangen nehmen und ihn entführen in eine Welt, in die er sonst nie kommen würde. Sie lassen das Fremde erscheinen als einen bisher unentdeckten Teil des Selbst. Sie sind nicht nur unterhaltsame und lehrreiche Lektüre, sie verändern die Wahrnehmung auch des Eigenen, Nahen und Bekannten.

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