Jason Lethcoe - Wings

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  • Zuerst einmal ein herzliches Dankeschön an den arsEdition Verlag für das Überlassen dieses wunderschönen Leseexemplars.


    Jedes Buch, das ich bisher von diesem Verlag bekommen oder erworben habe, weist erfreulicherweise eine ungewöhnlich hochwertige Ausstattung auf. Die Bücher sind hervorragend gebunden und haben sehr ansprechende, gut zur jeweiligen Geschichte passende und sehr einladend wirkende Coverbilder. Teilweise ist eine Prägung aufgebracht, manchmal sogar in Gold ... oder es sind kräftige, fröhlich bunte Farben gewählt worden ... oder, wie bei diesem Buch, eine diffuse, etwas neblige Farbmischung, die die geheimnisvolle Geschichte, in die der Leser oder Vorleser hineingezogen wird, noch unterstreicht.

    Da dies nicht immer so sorgfältig von Verlagen gemacht wird, möchte ich es für den arsEdition Verlag doch mal besonders lobend erwähnen. Die Bücher des Verlages liegen gut in der Hand, sind sehr stabil und tragen mit ihrer hervorragenden Ausstattung meiner Meinung nach der Tatsache Rechnung, dass geistigem Schaffen mit Respekt und Hochachtung begegnet werden sollte.


    Die Buchreihe "Der mysteriöse Mr. Spines" von Jason Lethcoe, deren erster Teil "Wings" ich gerade geniessen durfte, erzählt die fantastische Geschichte des 14jährigen Edward Alistair Macleod, der nach dem Krebstod seiner Mutter in eine Art Berufsschule für besonders eklige, dreckige und schwierige Tätigkeiten gebracht. Die meist schwererziehbaren Jugendlichen lernen dort zum Beispiel, wie man verdreckte Abwasserrohre reinigt oder Müll per Hand sortiert. Edward, durch den Tod seiner Mutter sowieso schon verunsichert, ist nicht gerade das Abbild eines kräftigen, durchsetzungsfähigen Jungen. Mit seinen 14 Jahren ist er fast schlaksige 2 Meter groß, unglaublich dürr und in Streßsituationen stottert er ... zum großen Vergnügen der anderen Schüler, die ihm durch ihre ständigen Hänseleien das Leben auch nicht gerade erleichtern.


    So ist Edward am liebsten alleine und baut unglaublich verzwickte und enorm stabile Kartenhäuser. Nur dann kommt sein hervorragender analytischer Verstand zur Ruhe und seine überragende Intelligenz wird dadurch sehr gefördert, was ihm im Verlaufe der Geschichte noch sehr gute Dienste leisten wird.


    Denn Edward hat noch ein weiteres, wesentlich schwierigeres Problem: seit seinem 14. Geburtstag juckt es ihn aus zunächst unerklärlichen Gründen zunehmend und immer unerträglich werdend zwischen den Schulterblättern. Ihm selbst ist das eigentlich nur peinlich und unangenehm, doch andere Wesen, die Edward schon längere Zeit beobachten, warten gespannt darauf, dass sich die abzeichnende Metamorphose endlich vollzieht. Denn Edward ist der Sohn eines Wächter-Engels und das Jucken bedeutet, dass seine herrlich schwarzen Flügel endlich zum Vorschein kommen wollen.


    Als sich Edward in der Schulbibliothek von einem wesentlich größeren Jungen der Berufsschule angegriffen und in die Enge gedrängt fühlt, wünscht er sich von ganzem Herzen, eines der mächtigen Bücherregale möchte seinen Angreifer unter sich begraben.


    Das Unglaubliche geschieht: Das Regal kippt ohne Manipulation von außen tatsächlich um ... und zur Strafe werden Edward und sein Angreifer in den Keller gesperrt, wo sie von einem gewissen Mr. Whiplash Scruggs in die Mangel genommen werden sollen. Edward wird von diesem mit einer Schere bedroht, was fatale Wirkung auf seinen Juckreiz zeigt und seinen Angreifer züchtigt Scruggs mit Peitschenhieben auf die Hände.


    Die Bedrohung durch Scruggs und Edwards ungewollte Zauberei in der Bibliothek scheint eine unmittelbare Wechselwirkung mit Edwards Morphose zu haben: die Flügel brechen durch.
    Edward kommt jedoch kaum dazu, darüber in Ruhe nachdenken zu können, denn Scruggs hat weitere und schlimmere Züchtigungen angedroht und da ist zunächst einmal Flucht angesagt. Sehr konzentriert baut Edward mit Hilfe seiner Karten den Keller samt geeignetem Fluchteqipment nach und erarbeitet dabei einen funktionierenden Fluchtplan, der den Serienhelden MacGyver vor Neid erblassen lassen würde. In letzter Minute kommen dann Edward ein mysteriöser Mr. Spines, der auffällige Ähnlichkeit mit einem Stachelschwein aufweist und dessen Schüler Sariel, ein Hermelin und Artemus, eine geflügelte Kröte, zu Hilfe und er findet sich zu seinem großen Erstaunen in einem komfortablen Reisezug auf dem Weg nach Los Angeles wieder.


    Allerdings weiß Edward nun gar nicht mehr, wem er vertrauen soll, zumal die klitzekleinen Bröckchen der Geschichte, die ihm Mr. Spines da zunächst auftischt, alles andere als normal und vertrauenerweckend erscheinen. Edward soll der Nachkomme eines der Wächter-Engel sein, die die Menschen vor dem bösen Einfluss des Schakals beschützen. Der Schakal selbst sei ein ehemaliger Engel, der einst aus den höchsten Sphären gefallen sei, dabei fast alle Brücken in die höheren Daseinsebenen, die nach dem Tod auf alle Lebewesen warten, zerstört habe und nun alles brutal bekämpfe, was gut und schön sei. Er habe viele Helfershelfer, die die Gefallenen genannt werden und Edward sei in großer Gefahr.


    Das alles erscheint unserem Edward ziemlich verwirrend und beängstigend; er haut bei der nächsten Gelegenheit ab und versucht, sich auf eigene Faust durchzuschlagen.



    Soweit zunächst der äußerst turbulente und spannende Beginn des Fantasy-Romans in dem noch eine ungewöhnliche Maschine eine Rolle spielt, die Edward direkt nach Woodbine, der ersten Ebene nach dem Tod aller Lebewesen bringt und auf die Suche nach seiner Mutter, von der er bisher auch überhaupt nicht wußte, welche außergewöhnliche Heldin sie ist/war, - man soll ja nicht zuviel vorab verraten - , den Jason Lethcoe nach eigener Aussage im Vorwort wie immer nach dem Motto geschrieben hat: "Was wäre, wenn...". Und das kann dieser Autor mit einer wirklich meisterlichen Bravour.


    Diese Fantasy-Reihe werden Jung wie Alt förmlich verschlingen. Ich habe einen halben Tag gebraucht, weil ich einfach immer wissen wollte, wie es weitergeht. Genau wie Edward ist nie ganz klar, wer zu den Guten oder wer zu den Bösen gehört. Der Autor hat unglaublich viele frische Ideen, verwebt geschickt Mythologien, Legenden und sogar Glaubensrichtungen zu einem ungeheurem dichten Gewebe, welches einfach großen Spaß macht zu lesen.


    Ich zumindest fühlte mich großartig unterhalten, zum Mitfiebern und Mitdenken aufgefordert - fand z.B. sehr angenehm, dass trotz gefährlicher Situationen keine unnütze Gewalt dargestellt wird und auch nicht moralisiert wird - und freue mich riesig auf die Fortsetzung der Reihe, zu der ganz zum Schluß des ersten Romans sogar - nach einem ausführlichen Glossar - eine kleine Leseprobe angehängt ist.


    Sehr lesenwert!

  • Vielen Dank für die wie immer tolle Rezi, Baumbart. Und wieder hast Du meine Wunschliste erweitert. :D
    Diese Geschichte hört sich einfach toll an.

  • Inhalt:
    Seit dem Tod seiner Mutter fristet der 14jährige Edward in einer Schule für schwer erziehbare Jugendliche, genannt „Die Gießerei“, ein freudloses Dasein. Freunde hat er keine, gilt er doch aufgrund eines Sprachfehlers und seiner an eine Bohnenstange erinnernde Statur als Außenseiter und Sonderling. Eines Tages bildet sich eine Stelle an Edwards Rücken, die schrecklich juckt – und plötzlich wachsen aus ihnen zwei lange, schwarze Flügel! Edward versteht die Welt nicht mehr, und dann will ihm auch noch eine zwielichtige Gestalt an seine Flügel! Doch zum Glück taucht im richtigen Moment der mysteriöse Mr. Spines auf, der Antworten auf Edwards fragen hat – und das Leben des Jungen vollends auf den Kopf stellt.


    Meine Meinung:
    „Wings“ ist der Auftakt zu einer tollen neuen Fantasyreihe für Kinder ab 10 Jahren. Doch es braucht sich gegenüber den „Erwachsenenbüchern“ nicht zu verstecken! Man merkt natürlich deutlich, dass dieses Buch eher für die jüngeren Leser geschrieben wurde: kurze, prägnante Sätze, kurze Kapitel, einfache Wortwahl – eben einfach zu verstehen, wie ein Kinderbuch es sein sollte. Die Welt, die der Autor geschaffen hat, zieht jedoch auch ältere Leser schnell in ihren Bann. Mit atemberaubender Geschwindigkeit baut sich Spannung auf, die bis zum leider etwas abrupten Ende nicht nachlässt. An einigen Stellen wurden Handlungsstränge nicht zu Ende geführt, oftmals brachte aber ein Blick in das anhängende Glossar Licht ins Dunkle, was dazu anregt, sich sehr intensiv mit der Geschichte auseinanderzusetzen. Was man bei einem Buch wie diesem aber gerne tut!


    Schön finde ich, dass Edward kein strahlender, perfekter Held ist (wie sein Name vermuten lassen könnte), sondern ein normaler, mit kleinen Makeln behafteter Junge. Das macht ihn sympathisch und es den Lesern leicht, sich in ihn hineinzuversetzen. Auch die anderen Figuren sind großartig und tragen sehr zum Lesevergnügen bei.


    Für meinen Geschmack hätte „Wings“ ein wenig länger sein können, für Kinder dürften gut 220 Seiten jedoch dick genug sein.


    Im Februar 2011 erscheint der zweite Band dieser Reihe und man darf gespannt sein, wie es mit Edward, seinen Freunden und Feinden weitergeht.

  • Edward, gerade mal 14 Jahre alt, gilt als Sonderling: Er stottert, ist eine fast 2 m lange »Bohnenstange«, baut am liebsten Kartenhäuser und dann ist da diese merkwürdige Stelle auf seinem Rücken, die juckt und juckt bis ihm eines Tages schwarze Flügel wachsen! Von diesem Moment an ist nichts mehr wie es einmal war. Auf der Flucht vor Whiplash Scruggs, der es auf seine Flügel abgesehen hat, bekommt Edward unerwartet Unterstützung von dem mysteriösen Mr. Spines. Mit ihm taucht er ein in eine unbekannte Welt: die Welt nach dem Tod, die von einem abgrundtief bösen Geschöpf beherrscht wird . dem Schakal! Ob Edward tatsächlich der Sohn eines gefallenen Engels und damit der prophezeite Erlöser ist? Er selbst hat vorerst nur ein Ziel: seine Mutter aus den Klauen des Schakals zu befreien


    Jason Lethcoe hat mit diesem Buch einen wirklich schönen Auftakt zu einer Trilogie geschaffen, die Jung und ALt verzaubern wird. Die Handlung ist durchweg spannend, es wird aber noch vieles offen gehalten.


    Die Charaktere entwickeln sich im Laufe der Geschichte und sind interessant dargestellt.


    Durch die einfache Sprache mit Erläuterungen können auch jüngere Leser diese Geschichte gut verstehen, da es auch so gut wie Gewaltfrei ist, da diese Passagen nur oberflächlich angedeutet werden.


    Leider ist die Geschichte etwas kurz und endet sehr abrupt, aber da der zweit Band nicht lange auf sich warten lässt, kann man dies getrost verschmerzen.


    Das Glossar am Ende fasst nochmal alle Begriffe gut zusammen, sodass die jüngeren Leser nicht die Geduld verlieren werden. Auch die Leseprobe für Band 2 am Ende macht Lust auf den zweiten Band dieser Trilogie.

  • Schon ein Blick auf das Cover macht Lust auf dieses Buch. Das Hardcover-Buch wirkt mit diesem dunklen blau und der silbernen Schrift sehr edel. Die Figur passt hervorragend zum Inhalt.


    Gleich zu Beginn der Geschichte wurde mir der 14jährige Edward vorgestellt. Nachdem Tod seiner Mutter, wurde er von seiner Tante in eine Schule abgeschoben wurde. Mit seinen zwei Meter Länge, der schlacksigen Figur und seinem Stottern eckt er überall an. Ohne Freunde liest er viel und baut spektakuläre Kartenhäuser. Eigentlich hätte er es schlechter treffen können, wenn sein Rücken nicht penetrant jucken würde. Nach einer Prügelei muss er mit seinem Feind nachsitzen. Dabei lernt er Whiplash kennen, der ein besonderes Auge auf ihn geworfen hat. In seiner Nähe brennt der Rücken wie Feuer bis aus seinem Rücken zwei Engelsflügel herauswachsen. Danach ist nichts mehr wie es war. Whiplash gehört zu den Gefallenen, die ihm die Flügel abnehmen wollen. Nur der mysteriöse Mr.Spines will ihm helfen. Dieser verrät ihm, dass seine Mutter von den Gefallenen gefangen gehalten wird. Nun hat Edward ein Ziel, seine Mutter zu retten.


    Die Handlung dieses Buches ist wirklich ausgefallen, vor allen Dingen, wenn man bedenkt, wie dieses Buch entstanden ist. In einem Vorwort erklärt der Autor dem Leser, dass er sich bei seinen Werken die Frage „Was wäre wenn,...“ stellt. Hier kam die Frage auf: „Was wäre wenn, einem Jungen Engelsflügel wachsen würden?“. Das Ergebnis ist ein bezauberndes Kinderbuch.
    Nachdem mir erklärt wurde, wie er auf die Idee zu dem Werk gekommen ist, erwartete mich ein hübsches Inhaltsverzeichnis. Gerade für junge Leser finde ich dieses sehr schön. Es ermöglicht eine gute Übersicht, wie lang zum Beispiel das nächste Kapitel wäre. Die Kapitel selbst sind unterschiedlich lang. Manche gehen nur zwei Seiten, andere hingegen sind 15 Seiten lang. Dabei achtet der Autor genau darauf, dass ein Schauplatz und eine Handlung in jedem Kapitel abgeschlossen werden, sodass keine Verwirrung entsteht, wo ich mich als Leser gerade befindet.


    Anfänglich war ich leicht skeptisch, ob dieses Thema kindgerecht umgesetzt werden kann. Engel und gerade der Tod sind zwar wichtigen Themen, aber ich persönlich finde viele Bücher einfach zu schwer oder zu kindlich. Dieses Buch hat mich als Mutter jedoch überzeugen können.
    Es fängt schon mit dem Protagonisten Edward an. Diese schlacksige Figur, die sich hinter Büchern und seinem Kartenhaus versteckt, wirkt einfach nur liebenswert. Ich konnte seine Gedanken, Handlungen und Emotionen sehr gut nachvollziehen. Er weckt in meinen Augen das Mitgefühl des Lesers. Aber auch die anderen Figuren haben ihren Reiz. Jeder einzelne Charaktere wird bis detailliert beschrieben. Dadurch wirken sie total lebendig. Dem Autoren gelingt es, selbst den skurrilen Mr. Spines irgendwie liebenswert und niedlich zu beschrieben und die Gefallenen als das Böse zu vermitteln. Für Kinder ist diese klare Trennung sehr wichtig.
    Nicht nur die Figuren, sondern auch der Schauplatz ist interessant gewählt. Statt der Gegenwart befand ich mich in den 20er Jahren der USA wieder. Es ist eine Zeit, die wir nur aus dem Fernsehen kennen. Trotzdem schafft es Jason Lethcoe, dass ich mir diese Zeit richtig vorstellen konnte. Es wirkt nicht künstlich oder fehlerhaft. Zwar ist der historische Aspekt nur minimal, aber einige Dinge können gerade junge Leser daraus lernen. Zum Beispiel beschreibt er die damaligen Lehrverhältnisse perfekt. Trotz des Augenmerk auf den Bereich Fantasy, wirkt die Geschichte sehr authentisch.
    Die Geschichte ist authentisch und fesselnd. Selbst als Erwachsene Leserin habe das Buch in einem Zug durchgelesen. Angefangen merkte ich gar nicht, wie schnell ich dem Ende näher kam. Auf kindgerechte Art werden Spannungskurven eingebaut, die jung und alt überzeugen können. Mal wird ein Bösewicht eingeführt, dann gibt es eine Flucht oder einen Rettungsversuch. Langweilig wird es nie. Zudem achtet der Autor sehr darauf, dass sich nichts wiederholt und dadurch das Buch in die Länge zieht.
    Bis zum Schluss wurde ich gepackt und war mehr als überrascht, als die Geschichte abrupt endete. In meinen Augen ist der Schluss für eine Buchreihe gut gewählt. Er ist in sich abgeschlossen, hat sich aber schon ein offenes Thema für den zweiten Teil gebaut, sodass Kinder unbedingt wissen möchte, wie es weitergeht. Ganz zum Schluss gibt es für die Kleinen ein Glossar, welches über Figuren und andere Begriffe aufklärt. Wer möchte, kann ebenfalls eine Leseprobe der Fortsetzung lesen. Diese habe ich persönlich ausgelassen, da ich mir nichts von dem zweiten Teil, der diesen Monat, am 14. Januar, erscheint, nehmen möchte.


    Anfangs hatte ich nicht nur Bedenken wegen des Inhalts, sondern auch wegen dem Alter meines sieben jährigen Sohnes. Schließlich ist das Buch für Kinder ab 10 Jahren. Nachdem ich angefangen hatte ihm das Buch vorzulesen, um sein Interesse zu wecken, wich er nicht von meiner Seite, bis ich es durchgelesen hatte. Ein Kind für einen „so langen“ Zeitraum an ein Buch zu fesseln, ist gerade bei einem Zappel-König wie ihm schwer. In meinen Augen spricht dies allein schon für das Buch. Er hat alles verstanden, fand die Figuren erinnern in teilweise an Pokemon und ist schon ganz wild auf die Fortsetzung. Aus diesem Grund kann ich das Buch nur empfehlen. Erwachsene und Kinder werden viel Freude mit dieser Reihe haben.

  • Meine Zusammenfassung:


    Ich heiße Edward Alistair Macleod, bin 14 Jahre alt, 2 m groß, entsprechend schlaksig und ein Außenseiter. Seitdem meine Mutter vor zwei Jahren starb und meine Tante mit mir überfordert war, muss ich in einer Schule für Schüler mit Lernproblemen leben. Dabei passe ich hier gar nicht hin! Alle anderen sind stark und dumm und ich bin das genaue Gegenteil davon. Das ich gerne Kartenhäuser baue und des Öfteren stottere, hat mich auch nicht gerade in der Beliebtheitsskala nach oben gepusht. Seit kurzem habe ich nun auch noch eine juckende Stelle, hinten am Rücken, genau da, wo man nie (!) hinkommt. Wobei "juckend" ist eigentlich sehr untertrieben, sie macht mich wahnsinnig! In letzte Zeit beherrsche ich scheinbar auch noch Telekinese, denn manchmal bewegen sich Gegenstände, nur weil ich es mir in meinen Gedanken vorstelle. Was passiert bloß mit mir???


    Meine Rezension


    Das ist der Beginn einer neuen Kinderserie geschrieben von Jason Lethcoe, einem amerikanischen Schriftsteller, der bereits durch seine Reihen "Zooms Acadamy" und "Benjamin Piff" bekannt geworden ist. Auf die Idee für diese Romane ist Jason Lethcoe gekommen, als er sich die Frage stellte: "Was wäre, wenn eine Junge herausfindet, dass er der Sohn eines gefallenen Engels ist?". Dieses inspirierte ihn so sehr, dass mittlerweile drei Bände im amerikanischen Original erschienen sind und die ersten zwei in deutscher Übersetzung beim arsEdition Verlag.

    Die Geschichte um Edward geht sehr spannend weiter: Ihm wachsen Flügel, er wird aus einer sehr brenzligen Situation von einem winzigen Kauz namens Mr. Spines gerettet und dieser erzählt ihm, dass er kein Mensch sei, mit seinen Flügeln bald fliegen könne und dass es eine geheimnisvolle Welt namens Woodbine gibt, die jenseits des Todes liegt. Edward verwirren diese ganzen unbegreiflichen Informationen und er zweifelt schon an sich und seinen Verstand. Er vermutet, dass er halluziniert. Aber diese Dinge passieren wirklich in seinem Leben, welches sich nun von Grund auf ändern wird.


    Jason Lethcoe schafft es den Leser in eine neue, unbekannte magische Welt zu führen, die nicht nur Kinder sondern auch Jugendliche und Erwachsene begeistern kann. Das Buch hat leider nur knapp 200 Seiten, für 10 jährige sicherlich genug, aber ich hätte mir gerne ein längeres Buch gewünscht. Das Buch dient im Grunde lediglich als Grundstein für die eigentliche Geschichte. Zum Glück gibt es seit Januar 2011 den zweiten Teil. Der Roman "Der mysteriöse Mr. Spines. Flight" bietet weitere 240 Seiten rund um Edward und seine fantastische Welt. Eine Leseprobe dazu befindet sich bereits in diesem Buch, sowie ein Glossar mit Begriffs- und Namenserklärung.

    Der Roman ist als wunderschöne, hochwertige Hardcoverausgabe im arsEdition Verlag erschienen. Das Cover ist mit viel Liebe zum Detail entworfen worden und versprüht bereits einen magischen Charme. Der abgebildete Junge passt perfekt auf die Beschreibung Edwards, seine Flügel und seine Karten sind sehr schön illustriert. Jedes Kapitel beginnt mit dem Titel, welcher in einer verschnörkelten Schrift die Seite ziert. Es ist somit wirklich ein Schmuckstück.

    Fazit: Der Auftakt zu einer großartigen Kinderserie, die auch Jugendliche und Erwachsene begeistern wird, ist geschaffen. Ich hätte das Buch am liebsten an einem Tag komplett durchgelesen. Dieses hätte auch geklappt, falls ich nicht erst um 23.30 Uhr mit dem Lesen angefangen wäre :). Ich bin wahnsinnig auf den zweiten Teil gespannt und kann das Buch uneingeschränkt empfehlen.


    • Gebundene Ausgabe: 224 Seiten
    • Verlag: arsEdition (16. Juli 2010)
    • Sprache: Deutsch
    • ISBN-10: 376075323X
    • ISBN-13: 978-3760753232
    • Vom Hersteller empfohlenes Alter: 10 - 11 Jahre

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  • Und wieder ein schöner Auftakt einer Serie, leider viel zu kurz. Der Cliffhänger am Ende ist richtig gemein, endlich geht es los und man weiß als Leser so ungefähr wo die Reise hingeht und Zack blättert man um und liest das Glossar :shock: .
    Diese Rund 200 Seiten gehen rum wie im Flug (groß gedruckt) und führen uns zu Edward, der gerade erfährt was er ist. Wie immer beginnt die Jagd des Bösen um Edward zubekommen, doch auch hier ist von Anfang an auch die gute Seite dabei und versucht Edward zu helfen. Dieser Teil beschäftigt sich mit der Selbstfindung von Edward nach seiner Verwandlung und der Findung seiner Rolle in dieser Geschichte. Diese wird nur angedeutet und verspricht eine spannende Weiterführung. Die Figuren sind schön gezeichnet und werden auch nochmal zusammenfassend am Ende beschrieben und erläutert.


    Fazit:
    Ein Buch für alle Altersklassen, die sich auf gefallene Engel und eine "Was-wäre-wenn"-Geschichte einlassen können.


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