Lisa Tuttle - Das geheime Land

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  • Ich habe dieses Buch in einem "selbstgestellten" Fantasy-Experiment gelesen, welches ganz gut gelaufe ist - daher wollte ich noch kurz darüber berichten.


    Die Geschichte war ja sozusagen eine Einstiegsdroge, da sie (bis auf wenige Szenen) nicht in irgendeinem fiktiven Elfenfeendrachenland, sondern in dieser unserer Welt. Der Privatdetektiv Ian befasst sich aus persönlichen Gründen mit verschwundenen und vermissten Personen.
    Interessant und wihtig ist an dieser Stelle, dass nicht ausschließlich auf mystische oder gar kriminelle Gründe für dieses Verschwinden abgehoben wird, sondern dass anhand mehrere Beispiele auch erläutert wird, dass manche Menschen einfach verschwinden wollen – wie zB sein eigener Vater, der die Familie verließ, als Ian noch ein Kind war. Damit wird deutlich gemacht, dass es hier nicht um abgehobene Spinnereien geht, sondern um jemandem mit klarem Menschenverstand und gesundem Realitätssinn.
    Der Aufbau hat mir sehr gefallen: Abwechselnd wird ein Kapitel der eigentlichen Handlung erzählt, diese Kapitel sind etwas länger. Dazwischen geschoben wird immer ein kürzeres Kapitel, in dem protokollartig über die Umstände berichtet wird, unter denen jemand verschwunden ist. Dies scheinen alles Fälle zu sein, die Ian zu Recherchezwecken durchgearbeitet hat. Die Fälle sind teilweise über 100 Jahre alt. Anfangs lässt er den Leser über den Verbleib dieser Personen am Ende jeden Kapitels im Unklaren. Doch je weiter man in der eigentlichen Handlung vorankommt, umso deutlicher wird Stück für Stück, was mit diesen vielen verschiedenen kapitelweise beschriebenen Personen passiert ist.


    Ians aktueller Auftrag besteht darin, die vor 2 Jahren spurlos verschwundene “Peri” (Peregrine) zu finden, die von ihrer Mutter Laura gesucht wird, nachdem Polizei und ein weiterer Detetik erfolglos waren. Ian kennt sich aufgrund eines besonderen Falles vor einigen Jahren mit einer geheimnisvollen Elfenwelt aus, aus der er damals ein vermisstes Mädchen geholt hat. Laura und Peris Freund Hugh helfen ihm, indem sie ihm von den Umständen berichten, unter denen Peri damals verschwand. Diese Umstände und die daran beteiligten Personen erinnern den in der keltischen Mythologie sehr bewanderten Ian schnell an die Sage von König Midir und seiner Frau Etain. Auch wenn man es Anfangs nicht glauben will (so wie Laura und Hugh auch), so gleitet man doch immer unbemerkt tiefer in diese Sagenwelt hinein, da sich die Hinweise und Parallelen immer mehr verdichten.


    Die Geschichte ist interessant aufgebaut und spannend erzählt. Die kurzen tatsächlichen Berührungspunkte mit der “Parallelwelt”, in der Elfen, Sagengestalten und magische Dingsbumse drin vorkommen, fand ich als eingefleischte Skeptikerin “gar nicht so schlimm”, sondern eigentlich ganz interessant – obwohl ich die Elfen schon a weng gewöhnungsbedürftig fand.
    Die Erklärung für das Verschwinden der im Buch immer wieder kurz angesprochenen verschwundenen Personen hängt natürlich auch mit dieser Parallelwelt zusammen, und ich fand diese Erklärung absolut faszinierend! Vielleicht deswegen, weil mich die Thematik (vermisste Personen) schon immer interessiert hat und dieser Lösungsansatz mal komplett anders ist, aber mit dem im Buch erläuterten Ansatz absolut einleuchtend erscheint – wenn man sich darauf einlassen mag.


    Der Schluss kan mir persönlich etwas zu hopplahopp, zumal sich kurz vorher ein ziemlich aufreibendes Hickhack abgespielt hatte. Die Verwebung von Sage (die ich ja selbst erst diurch das Buch kennengelernt hatte) und Realität fand ich insgesamt jedoch in sich schlüssig un dzufriedenstellend.
    Insgesamt muss ich sagen, dass ich es mal sehr interessant fand, mich beim Lesen auf solche – scheinbar – absurden Dinge einzulassen, eine völlig fremde Welt mit anderen Gesetzen und anderen Bewohnern. Ich hab das Buch seh rgern gelesen, fand die paar Elfen gar nicht so albern wie befürchtet ;) und werde mir noch wietere Fantasy-Titel anshauen, die ebenfalls diese Parallelwelt-Thematik aufgreifen. Eins ist schon bestellt und sollte bald bei mir eintrudeln.


    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

  • Eins ist schon bestellt und sollte bald bei mir eintrudeln.


    Na da bin ich aber schon sehr auf deine Meinung gespannt! :thumleft: "Das geheime Land" ist übrigens schon etwas länger auf meiner Wunschliste, seit du es das erste Mal in irgendeinem Thread erwähnt hast. Aber es ist keines meiner "Muss ich haben"-Bücher deswegen wird es wohl noch ne Weile dauern, bis ich es mir besorge und dann auch lese. :wink:


    :flower:

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  • Na da bin ich aber schon sehr auf deine Meinung gespannt! :thumleft: "Das geheime Land" ist übrigens schon etwas länger auf meiner Wunschliste, seit du es das erste Mal in irgendeinem Thread erwähnt hast. Aber es ist keines meiner "Muss ich haben"-Bücher deswegen wird es wohl noch ne Weile dauern, bis ich es mir besorge und dann auch lese. :wink:


    :flower:

    Ich auch, darüber hab ich schon viel Gutes gelesen! Hab mir noch einige weitere ausgeguckt, die auch in dieses Schmema passen könnte, mal gucken wie lange ich Spaß an dem Genre habe und ob ich mich irgendwann doch nochmal an High Fantasy heran wage!

  • Es scheint, als ob meine Wunschliste gerade wachsen will :)


    Das kommt davon, dass ich dem Forum mal ein paar Tage den Rücken zugewendet habe :lol:

  • Der Schluss kan mir persönlich etwas zu hopplahopp, zumal sich kurz vorher ein ziemlich aufreibendes Hickhack abgespielt hatte.


    Genau das war auch bei mir der abschließende Eindruck! Insgesamt war es ein wirklich gutes Buch, da wie du schon erwähnt hast die 2 "Welten" sehr gut vermischt waren. Teilweise hatte ich es mir zwar etwas düsterer gewünscht aber vermutlich bin ich mit falschen Erwartungen an das Buch herangetreten! Trotzdem ein Lesevergnügen für zwischendurch und eine nicht allzu schwere Kost!


  • Genau das war auch bei mir der abschließende Eindruck! Insgesamt war es ein wirklich gutes Buch, da wie du schon erwähnt hast die 2 "Welten" sehr gut vermischt waren. Teilweise hatte ich es mir zwar etwas düsterer gewünscht aber vermutlich bin ich mit falschen Erwartungen an das Buch herangetreten! Trotzdem ein Lesevergnügen für zwischendurch und eine nicht allzu schwere Kost!

    Ich hatte eigentlich gar keine Erwartungen, sondern hab mich einfach mal überraschen lassen. Insofern konnte ich auch nicht wirklich enttäuscht werden.
    Aber trotzdem war mir das Ende ein bisschen ZU sehr alles-wird-gut-mäßig :-?

  • Hallo zusammen,


    ich lese eigentlich recht viel und v.a. gerne Fantasy, allerdings ist das soweit ich mich erinnern kann mein erster Parallelwelt-Roman.
    Ich bin per Radio auf dieses Buch aufmerksam geworden (bei uns gibt es immer mal wieder einen "Buch-Tag" im Radio, an dem Hörer Bücher vorstellen können) außerdem hat es sich für mich irgendwie vielversprechend angehört und mir hat auch das Cover sehr gut gefallen ;)


    Das Buch an sich hat mir leider überhaupt nicht gefallen, ich hab eigentlich keine konkrete Vorstellung von der Geschichte gehabt, es ist aber komplett anders verlaufen wie ich es mir gewünscht hatte.
    Die Personen waren mir eigentlich recht sympathisch, ich habe aber viele Reaktionen und Taten nicht nachvollziehen können. Entweder wurden diese rätselhaften Berührungen mit der "Anderwelt" viel zu leichtfertig hingenommen und akzeptiert oder aber gar nicht.
    Der Schreibstil hat mir leider auch nicht gut gefallen und war in meinen Augen zu holprig. Zudem waren ziemlich viele Schreibfehler enthalten, was ich wirklich Schade finde.


    Mir war auch das gehopse zwischen den einzelnen Handlungssträngen irgendwie zu konfus und die eingeschobene kurzen Geschichten von vermissten Personen -was teilweise über 100 Jahre zurück liegt- hatte für mich überhaupt keinen richtigen Sinn, die hab ich irgendwann einfach nur noch überlesen.
    Am Ende dachte ich es würde wenigstens noch ein bisschen Spannung aufkommen, aber auch das konnte das Buch nicht bieten und das Ende war dann einfach nur langweilig ...


    Leider konnte mich das Buch nicht überzeugen, aber so kann es beim nächsten ja nur besser werden ;)

    Liebe Grüßle
    Halbengelchen


    Momentan :study: Black Dagger - rauf und runter!


    Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt!(Albert Einstein)

  • Zudem waren ziemlich viele Schreibfehler enthalten, was ich wirklich Schade finde.

    *hust hust*
    Also dazu sage ich im Hinblick auf deinen eigenen Text mal lieber nichts :-,



    Mir war auch das gehopse zwischen den einzelnen Handlungssträngen irgendwie zu konfus und die eingeschobene kurzen Geschichten von vermissten Personen -was teilweise über 100 Jahre zurück liegt- hatte für mich überhaupt keinen richtigen Sinn, die hab ich irgendwann einfach nur noch überlesen.

    Schade, dass du diese eingeschobenen Geschichten überlesen hast, die tragen nämlich einschlägig zur Erklärung und zum besseren Verständnis der Geschehnisse bei. Einen Sinn hatten die durchaus!

  • Hi,

    Zitat von »Halbengelchen«
    Mir war auch das gehopse zwischen den einzelnen Handlungssträngen irgendwie zu konfus und die eingeschobene kurzen Geschichten von vermissten Personen -was teilweise über 100 Jahre zurück liegt- hatte für mich überhaupt keinen richtigen Sinn, die hab ich irgendwann einfach nur noch überlesen.


    Schade, dass du diese eingeschobenen Geschichten überlesen hast, die tragen nämlich einschlägig zur Erklärung und zum besseren Verständnis der Geschehnisse bei. Einen Sinn hatten die durchaus!


    Gelesen hab ich die schon, allerdings eher überflogen. In meinen Augen hatten die irgendwann einfach keinen Sinn mehr, man hat ja schließlich recht schnell verstanden worum es geht und was das mit der "Anderwelt" so auf sich hat.
    Worin lag denn in deinen Augen der Sinn dieser Geschichten???

    Liebe Grüßle
    Halbengelchen


    Momentan :study: Black Dagger - rauf und runter!


    Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt!(Albert Einstein)

  • Hi,


    Gelesen hab ich die schon, allerdings eher überflogen. In meinen Augen hatten die irgendwann einfach keinen Sinn mehr, man hat ja schließlich recht schnell verstanden worum es geht und was das mit der "Anderwelt" so auf sich hat.
    Worin lag denn in deinen Augen der Sinn dieser Geschichten???

    Ja eben darin, um deutlich zu machen, wohin diese Menschen verschwunden sind. Anfangs wurde nur immer skizziert, da und da ist jemand verschwunden und nie wieder aufgetaucht. Das wurde mit jedem Mal etwas vertieft, es tauchten die ersten "Erscheinungen" auf usw. Diese Zwischenkapitel waren für mich fast das Beste an dem Buch, weil damit deutlich wurde, dass diese Anderwelt wirklich existiert und keine Spinnerei ist.

  • Gott sei Dank habe ich dieses Buch durch!!! Schon lange nicht mehr solch ein nervtötendes Buch gelesen... :-?


    Der Klappentext war ja sehr viel versprechend, das Thema: Parallele Welten und keltische Mythologie hat mich sehr angesprochen - aber die Umsetzung... Die Autorin hat es ständig geschafft, die mystische Atmosphäre, die sie geschaffen hat, mit langweiligen, langen und zähen Textpassagen, die aber auch gar nichts mit der eigentlichen Handlung zu tun haben, wieder komplett einzureißen. Besonders nervig fand ich die Jenny-Geschichte.
    Nach 300 Seiten wurde es endlich richtig spannend - und schon kam wieder ein Jenny-Teil und alles war wieder dahin. Ich war immer wieder versucht, diesen Teil zu überspringen, habe es dann aber doch nicht getan, weil ich Bange hatte, dass es doch noch wichtig für den eigentlichen Plot werden könnte. Auch das offene Ende hat mir nicht gefallen.


    Den Schreibstil fand ich zu Anfang sehr holperig, was sich aber im Laufe der Geschichte verbessert hat (oder ich habe mich einfach daran gewöhnt?!). Es wäre mir lieber, halbe Sterne verteilen zu dürfen, dann bekäme das Buch 2,5 Sterne. Wohlwollend, weil ich es doch nicht so schlecht fand, dass ich es abgebrochen habe, bekommt es :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5: .

    Das Missliche an neuen Büchern ist, dass sie uns hindern, die alten zu lesen.
    J.Joubert

  • Also ich lese Fantasy wirklich sehr gerne und mag auch dieses "Elfenschnick-schnack".
    Dieses Buch wäre mal ein kleiner Ausgleich, um für das nächste "High Fantasy"-Buch nicht zu hohe Anforderungen zu stecken.


    Steht schon auf meiner Wunschliste.
    Zwischen "Muss ich haben"-und-dem-Rest entscheide ich nicht, ich kaufe bzw. leihe Bücher nach Lust und Laune.
    Aber dieses Buch wird aufjedenfall eines der nächsten 3 sein.

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