Thilo Falk - White Zero

  • Kurzmeinung

    Chattys Buecherblog
    448 Seiten voller Panikmache, aber leider nicht ansprechender Übermittlung
  • Kurzmeinung

    carola1475
    Globale Missstände treffend benannt, fiktionale Umsetzung enttäuschend
  • Eiszeit


    Mitteleuropa und allen voran Deutschland hat eine schockierende Eiszeit eingeholt. Die Bevölkerung gerät außer sich und die Energiepreise steigen ins unermessliche. Auf der Suche nach Erklärungen stoßen die Geophysikerin Dr. Jana Hollmer, ihr Partner Clemens und der Titus van Dijk auf eine alarmierende Neuigkeiten.


    Leider konnte mich der Klimathriller White Zero von Thilo Falk nicht überzeugen, die Hintergründe der Klimakrise lassen sich sehr schnell erahnen und mindern die Spannung deutlich, sodass die Auflösung nicht sehr überzeugen konnte. Die Charakterzeichnung ist mir an einigen Stellen doch zu plump, da einige Stereotypen bedient werden. Auch die Zeitungsartikel, die den teilweise faktenreichen Text auffrischen sollten, wirkten durch die Klarnamen zu klischeehaft und teilweise überspitzt, sodass es für mich zu viel des Guten wurde. Die gleichen Spitzen unter anderen Namen hätten für mich einen größeren Effekt gehabt. Die Klimakrise selbst scheint mir auch sehr unrealistisch, dabei erwarte ich keinen puren Realismus, jedoch eine gewisse Realitätsnähe.


    Gut gefallen haben mir die kurzen Kapitel, die selbst den faktenreichsten Teil gut leserlich gemacht haben. Auch die verschiedenen Perspektiven, konnten White Zero auffrischen, wenngleich mich nicht alle überzeugen konnten.


    Alles in allem konnte mich White Zero nicht begeistern, die Ernsthaftigkeit des Klimawandels ging bei mir durch zu viele Nebenkriegsplätze leider unter. Möglicherweise kann White Zero jedoch jene überzeugen, die generell viel in diesem Genre unterwegs sind. Für mich war das nach Leben von Uwe Laub, das mich begeistern konnte, erst der zweite Versuch in diesem Genre.


    :bewertung1von5: :bewertung1von5:

  • Bei dem neuen Buch des Autors handelt es sich um einen Klima-Thriller. Mitteleuropa, vor allem Deutschland, das Land, das in dem Roman die Hauptrolle spielt, wurde von einer Klimakatastrophe heimgesucht. Die Kälte, Eis und Schnee halten das Land gefangen. Das Leben aller, vor allem aber Menschen mit einem Durchschnittseinkommen, ist in Gefahr. Die steigenden Preise auf Strom und Gas, lassen die Menschen die Heizungen abschalten, denn die Preise sind nicht mehr zu bezahlen. Die Infrastruktur der Ortschaften, die von der eisigen Kälte betroffen sind, ist zerstört. Die Hauptprotagonistin, eine Geophysikerin, wie auch einige mehr, versuchen der Klimakatastrophe auf den Grund zu gehen.


    Was mir wenig gefallen hat, ist die Tatsache, dass der Autor in diesem Thriller jeden Trend mitgenommen hat, was nur ging. Jugendlichen, die eine Organisation zum Klimaschutz betreiben, homosexuelles Paar, Gendern - was ich besonders störend in der Literatur finde. Neu erfundene Worte braucht die Welt der Literatur meines Erachtens nicht, denn wir haben eine wunderschöne Sprache. Die Charakterengestaltung kann ich auch nicht positiv bewerten, da die mit einer gewissen Distanz dargestellt worden sind, die dem Leser nicht möglich macht, diese sympathisch zu finden. Die logische Entwicklung der Geschichte ist leider auch nicht überzeugend.


    Was mir gut gefallen hat, sind die massenhaft viele Orte, an denen die Geschichte spielt, wie auch umfangreiche Anzahl von Protagonisten. In der Regel finde ich solche komplexen Darstellungen und Handlungen sehr spannend. Doch hier hat mir im Grunde die Spannung gefehlt. Bedauerlicherweise fand ich die Geschichte in großen Teilen einfach langweilig. Vielleicht für die Klimathriller begeisterten Leser wäre "White Zero" eine Empfehlung.

    Von mir gibt es :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertungHalb: Sterne.

    2024: Bücher: 157/Seiten: 68 583

    2023: Bücher: 189/Seiten: 73 404

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    Child, Lincoln - Nullpunkt

  • Fakten und Anliegen überzeugen mehr als die fiktionale Umsetzung


    Das Cover passt zum Buch und macht neugierig, die Eiswüste vor dem Brandenburger Tor macht auch haptisch Eindruck.

    Mitteleuropa leidet seit einem halben Jahr unter extremen Minusgraden, Infrastruktur und Versorgung sind nicht mehr gewährleistet und die Ursache der katastrophalen 'Eiszeit' ist ungeklärt.

    Der Schreibstil ist angenehm zu lesen und der herrschende Mangel an praktisch allem wird gut beschrieben. Immer wieder werden skurrile Meldungen aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und auch Klatsch und Tratsch eingeschoben, die teilweise schon karikieren.


    Neben dem Erzählstrang um die Geophysikerin Jana Hollmer gibt es Alltagsszenen anderer Charaktere, die sehr ausschweifend erzählt werden und so die Geschichte in die Länge ziehen, bevor ein Zusammenhang erkennbar wird. Die Figurenzeichnung ist meist klischeehaft, schwarz-weiß gehalten, und trotz detaillierter Beschreibung konnte ich keine Nähe zu den Protagonisten aufbauen, es fehlten mir die Emotionen.


    Thilo Falk vermittelt viele interessante Fakten rund ums Klima, liefert jedoch eine sehr unrealistische Ursache für die mitteleuropäische Eiszeit. Auch, dass Jana Hollmer praktisch als Einzelkämpferin dargestellt wird und die Lösung wie im Actionthriller erfolgt, finde ich wenig glaubwürdig.


    Im Nachwort erinnert der Autor daran, dass unser Handeln immer Auswirkungen auf die Umwelt haben kann und er legt den Fokus auf Superreiche, die sich alles erlauben können, und auf die Ausbeutung von Menschen in technologisch weniger hoch entwickelten Ländern. Bis auf die oben erwähnten Mängel in der Figurenzeichnung wird dies im Buch anschaulich dargestellt und entspricht auch den Tatsachen, aber die Einbindung der fiktionalen Handlung hat mich nicht überzeugt, von meinen Erwartungen an einen Thriller mal ganz abgesehen.

    :bewertung1von5: :bewertung1von5: :bewertung1von5:

  • Temporeich??? Größtenteils langatmig und keine neuen Erkenntnisse

    :bewertung1von5: :bewertung1von5:


    Seit Monaten wird Deutschland von einer Kältewelle mit Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt heimgesucht. Diese Kälte droht alle Lebensbereiche lahmzulegen. Die Forschung nach den Ursachen und einer Lösung laufen auf Hochtouren. Plötzlich macht die Geophysikerin Dr. Jana Hollmer eine Entdeckung und daraufhin haben andere Wissenschaftler auch eine Lösung parat. Wird es ihnen gelingen, die durch die kleine Eiszeit entstandene Krise zu beenden?


    Versprochen wurde dem wirklich interessant klingenden Klappentext ein spannender und temporeicher Klimathriller der Extraklasse. Sorry, aber das ist dieses Buch meiner Meinung nach überhaupt nicht. So etwas Langweiliges habe ich schon lange nicht mehr gelesen. Hätte ich das ebook nicht als Rezensionsexemplar erhalten, hätte ich spätestens nach dem ersten Drittel abgebrochen. So habe ich mich regelrecht durchgekämpft und hatte für vieles darin nur ein müdes Kopfschütteln übrig.


    Es beginnt damit, dass zwar geschrieben wird, dass die Versorgung der Bevölkerung nicht mehr gewährleistet ist, aber es ist keine einzige Hauptfigur dabei, bei der dieses Szenario in Deutschland wirklich dramatische Auswirkungen hat. Den Figuren, die der Autor versucht, dem Leser näherzubringen, geht es trotz dieser Eiszeit immer noch richtig gut. Wirkliche Sympathien konnte ich für diese leider auch nicht entwickeln.


    Über schlimme Auswirkungen der langanhaltenden Kälte sprechen in diesem Buch hier lediglich ein paar Krisenstabsmitglieder auf Sitzungen, in denen hier im Buch dann tatsächlich jeder einzelne Teilnehmer zu Wort kommt oder die Medien. Sitzungen mit endlosem Geschwafel, in denen am Ende dann gar nichts rauskommt, entsprechen zwar durchaus der Realität. Aber, in diesen „Thriller“ empfand ich die Wort für Wort wiedergegebenen Reden von wirklich jedem Sitzungsteilnehmer, genau wie die zwischen rein geschobenen und von mir als ebenso langatmig empfundenen Zeitungsmeldungen, Radionachrichten, Internetmeldungen oder AGB-Änderungen allseits bekannter Unternehmen, permanent als absolute Spannungskiller.


    Es gab zwar auch einige dramatische Szenen, bei den Figuren, über deren Privatleben häufiger berichtet wurde, die ich im Prinzip aber auch nicht ernst nehmen konnte, weil sie entweder komplett jeder Grundlage entbehrten – z. B. der Vorfall mit der Tochter des homosexuellen Ehepaars auf dem Eis, weil im Vorfeld geschrieben stand, dass die Gewässer bis zum Grund gefroren sind – oder weil sich die Figuren dann selbst viel zu wichtig nahmen – wie z. B. Jana nach dem Überfall auf sie, als sie wildeste Spekulationen anstellte, wegen Unterlagen, die nicht mal als geheim eingestuft waren. Aber selbst den Showdown im Tschad empfand ich überhaupt nicht als spannend. Hier wurde zwar nochmal mit Beschreibungen um sich geworfen, die für mich aber kein logisches Gesamtbild ergaben und deshalb eher lächerlich konstruiert auf mich wirkten.


    Insgesamt hat mich dieses Buch extrem gelangweilt und das, was der Autor in seinem Nachwort schreibt, was er eigentlich damit bewirken wollte, ist ihm meiner Meinung nach damit überhaupt nicht gelungen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Jemand, der gern einen spannenden Thriller lesen möchte, mit diesen unglaubwürdig zusammenkonstruierten „Krachern“ zufrieden sein wird und das Ansinnen des Autors in den vielen langatmigen und spannungshemmenden Teilen als Metapher erkennt.


    Und Jemand, dem Umweltschutz bereits wirklich am Herzen liegt, dem stoßen solche nichts bringenden Debatten, sinnlose Nachrichten etc. bereits im wahren Leben auf. Und wenn man das dann in einem Buch, bei dem man Spannung erwartet und eigentlich mal ein bisschen von der Realität abschalten möchte, noch mal in genau dieser und nicht in satirischer Form über sich ergehen lassen muss, ist das meiner Meinung nach eher kontraproduktiv. Ich bin dadurch weder zu neuen Erkenntnissen gekommen, noch hat es mich in irgendeiner Form unterhalten.

  • Bereits das frostig anmutende Cover weist auf den Inhalt des Buches hin. Eine kaum vorstellbare Eiszeit mitten in Europa hat begonnen.


    Die Wissenschaftlerin Dr. Jana Hollmer erlebt hautnah mit, wie bei -28,2 Grad eine Bundeswehrkaserne einstürzt. Die Eiseskälte hat ganz Deutschland und weite Teile Europas fest im Griff. Jana wird Mitglied einer Kommission des Bundeskanzleramtes, die Hilfsmaßnahmen koordinieren soll. Das alleine reicht ihr jedoch nicht. Gemeinsam mit ihren Freund Clemens Bach und dem niederländischen Reeder Titus van Dijk begibt sich auf die Suche nach den Ursachen für die plötzlich über Deutschland hereingebrochene Eiszeit. Diese Suche führt die drei sogar bis nach Afrika, wo sie eine unglaubliche Entdeckung machen.


    Es handelt sich vorliegend um mein erstes Buch, das ich von Thilo Falk lese. Die Handlung des Klimathrillers ist an wechselnden Orten in Deutschland und einigen anderen europäischen Staaten sowie in Afrika und China angesiedelt. Die Handlung gewinnt schnell an Tempo, wozu die ständig wechselnden Orte und Akteure beitragen. Dadurch wird auch ein gewisses Maß an Spannung aufrechterhalten. Aufgelockert wird die Handlung durch Radioberichte und Zeitungsartikel sowie Ausschnitte aus Fernsehsendungen. Diese haben die Eiseskälte und ihre Folgen sowie Meinungen der Bürger zum Inhalt. Richtig warm geworden bin ich mit keinem der Protagonisten, deren unterschiedliche Schicksale in den Roman eingebunden sind. Die Handlung selbst erscheint mir weit hergeholt und in Teilen unrealistisch. Der Klimawandel ist unbestritten, es ist jedoch nicht vorstellbar, dass Gebäude durch Frost einstürzen. Als Ursache der Eiszeit wird Raubbau an seltenen Erden beschrieben. Ob diese eine Eiszeit auslösen können, ist fragwürdig. Der Raubbau trägt aber zu Not und Elend großer Teile der Bevölkerung in armen Regionen der Erde bei, was vom Autor angeschnitten, aber nicht ausreichend thematisiert wurde. Aus meiner Sicht ist es nicht zu vertreten, Menschen und Natur auszubeuten, um Elektroautos herzustellen. Ich vergebe für dieses Buch drei Sterne.

  • Spätestens seit "Dark Clouds" ist Thilo Falk, der Autor djieses Buches, für seine spannenden Romane zum Thema Klimaschutz und menschlicher Irrsinn bekannt. Ähnliches erwartet die geneigten Leser*innen in dem hier vorliegenden Buch, wo die Geophysikerin Dr. Jana Hollmer, ihr Partner Clemens Bach und Reederei-Chef Titus van Dijk sich nach einem massiven Kälteeinbruch und anderen Wetterkapriolen auf die Suche nach den Ursachen machen und dabei wissenschaftlichen und kriminellen Machenschaften auf die Spur kommen, die sie so nie erwartet hätten. Voller Spannung und wissenschaftlicher Fakten werden wir auf eine rasante Fahrt mitgenommen, die erst auf den letzten Seiten mit einem actionreichen Finale endet. Es fällt schwer, das Buch aus der Hand zu legen, bevor die letzte Seite ausgelesen ist. Gerne mehr davon. Ich freue mich schon drauf.

  • Fast realistisches Szenario


    "White Zero" ist ein Buch über ein realistisch wirkendes Schreckensszenario. Besonders gut hat mir die Innengestaltung des Buches gefallen. Durch die Gradanzahl und die Ortsangabe vor jedem Abschnitt merkt der Leser, wie erschreckend das Ausmaß des massiven Wetterabfall ist.

    Thilo Falk überzeugt durch sehr viele verschiedene Perspektiven, wodurch sehr klar ist, wie belastend die ganze Situation ist. Zudem hat der Leser so viele Eindrücke.

    Der Sprachstil ist sehr angenehm auch wenn es manchmal doch etwas anstrengend zu lesen war. Vor allem wenn es sich um Fachgespräche handelt. Doch wenn man sich daran gewöhnt hat, kann man das Buch nicht mehr weglegen. Die Spannung steigt stetig und besonders im letzten Drittel des Buches spitzt sich die Lage immer mehr zu.

    Die Hauptprotagonisten sind sehr authentisch und passen alle perfekt in ihre Rolle.

  • Eiszeit in Deutschland


    Mitteleuropa erlebt eine eisige Katastrophe, in der die gnadenlose Kälte Leben bedroht und die Infrastruktur zerstört. Die Bevölkerung leidet unter viel zu teuren Energiepreisen. Während man die Ursachen erforscht, machen Dr. Jana Hollmer, ihr Partner Clemens Bach und Reederei-Chef Titus van Dijk eine bahnbrechende Entdeckung.


    Das Cover gefällt mir und das ganze Eis, das sogar das Brandenburger Tor überzieht, spiegelt die Handlung wider.


    Der angenehme Schreibstil und die kurzen Kapitel animieren zum Weiterlesen, jedoch fällt der Einstieg durch die vielen Psespektivenwechsel zunächst etwas schwer. Hier wäre vielleicht etwas weniger besser gewesen, zumal ein paar Sachen völlig irrelevant für die Handlung sind. Die Verwendung von fiktiven Zeitungsartikeln, Radiosendungen und anderen Berichten über die aktuelle Situation macht die Geschichte noch fassbarer, aber auch hier ist es ein bisschen zu viel, da die Spannung darunter leidet. Auf jeden Fall ist der Gedankengang einer Eiszeit in Deutschland bzw. Europa erschreckend, vor allem wenn man sich ausmalt, welche Folgen dies mit sich bringt. Schade finde ich, dass die Ursache so schnell gefunden wird, da wäre ich lieber noch ein Weilchen im Dunkeln geblieben. Die Geschichte ist sehr charakterorientiert, wodurch die Spannung ebenfalls etwas zu kurz kommt. Zum Beispiel zieht sich die Vorstellungsrunde der Krisenstab-Mitglieder sehr und am Ende hört man von den meisten gar nichts mehr. Das Nachwort finde ich wiederum sehr gelungen, es klärt nochmals auf, gibt Tipps und regt hoffentlich noch mehr Leute zum Umdenken an. Denn immer mehr zu wollen, ist einfach nicht richtig und kann nicht funktionieren. Was mich noch gestört hat, waren viele Tippfehler, z. B. "Stuhlreine" statt "Stuhlreihe" oder "in" statt "ihn", "Sie" groß statt klein, da sollte man nochmal drüber lesen.


    Ich bin zwar gut durch das Buch gekommen, kann es jedoch nur bedingt empfehlen. Wer actiongeladene Szenen im eiskalten Deutschland erwartet, wird leider enttäuscht werden. Wer jedoch gerne von vielen verschiedenen Charakteren unterhalten wird und erfahren möchte, wie deren Handlungsstränge am Ende zusammenkommen, dem wird das Buch eher zusagen. Von mir gibt es 3 Sterne.

  • Lohnt sich nicht


    Die Idee ist superspannend und die Leseprobe gefiel mir auch noch sehr gut.

    Leider bleibt das Buch sehr sachbuchartig und es ist entweder gleich viel zu reißerisch (z.B. der Einsturz der Kaserne am Anfang) oder es driftet in eine gewisse Belanglosigkeit ab (niemand will lesen, wie jemand anderes stundenlang wissenschaftliche Fachartikel liest, oder?).


    Dadurch zieht sich das Buch elendig und die Erklärung, die sich schon ab Seite 200 abzeichnet, ist einfach hanebüchen, weswegen ich es da abgebrochen habe. Ich habe mir dann nur noch das Ende angesehen und das wurde wie erwartet ... wild. Und passt damit irgendwie nicht zu dem wissenschaftlich korrekten Ton, den das Buch sonst vorgibt zu haben.

    Außerdem weiß man ja durch das Vorwort eh schon, dass alles gut ausgehen wird, was nochmal einen Großteil der Spannung zieht und ansonsten lebt das Buch fast ausschließlich von Klischees, was ebenfalls schade ist.

  • Der hier vorgestellte Thriller von Thilo Falk ist im Dezember 2023 bei dtv erschienen.


    Allgemeines zur gelesenen Ausgabe:

    ISBN: 9783423218955
    Sprache: Deutsch
    Ausgabe: TB mit 448 Seiten
    Erscheinungstermin: 28.12.2023



    Klappentext:

    Mitteleuropa wird von einer neuen Eiszeit heimgesucht. Die erbarmungslose Kälte bedroht das Leben aller – die Versorgung der Bevölkerung ist durch eine zerstörte Infrastruktur nicht mehr gewährleistet, Energiepreise sind unbezahlbar. Die Forschung nach den Ursachen läuft auf Hochtouren. Doch dann machen Geophysikerin Dr. Jana Hollmer, deren Partner Clemens Bach sowie der Reederei-Chef Titus van Dijk eine unglaubliche Entdeckung …


    Mein Leseeindruck/Fazit:

    Ich bin ein großer Fan von Spannung und Nervenkitzel und war deshalb sehr gespannt, wie der Autor das Thema Klimawandel umgesetzt hat . Thilo Falk war mir als Autor bislang nicht bekannt.


    "Ein Winter, der nie endet" So beginnt der dtv-Verlag die Kurzbeschreibung des Thrillers, dessen Thema die Brisanz des Klimawandels darstellen soll. Anhand diverser Auswertungen und Fakten sollen die Leser mit der Thematik konfrontiert werden. Wir befinden uns in diesem Roman in Leipzig, im hier und heute, aber bei -28,5 Grad.


    Wer, wie ich, Thriller mit viel Action mag, wird hier definitiv auf seine Kosten kommen. Der Autor stützt seine Geschichte auf Fakten und Auswertungen, aber leider mit wenig Geschick den Leser zu begeistern. Er klingt alles etwas kühl und nüchtern, und wenig motivierend etwas zu ändern oder sich noch mehr damit beschäftigen zu wollen. Auch zeigt der Spannungsbogen immer wieder kleine Risse, was das Durchhaltevermögen nicht einfach macht. Viele, na ja, fast schon zuviel, Nebensächlichkeiten lenken von wichtigen Gedanken ab.



    ***


    Dieser Thriller ist wieder einmal ein Beispiel dafür, dass Thrill nicht gleich Spannung ist. Ein so wichtiges und auch interessantes Thema wurde gut vorbereitet, aber leider schlecht umgesetzt. Die Spannung bröckelte an einigen Stellen und auch die fast schon komischen Einlagen wirken irgendwie deplatziert. Mich konnte der Autor leider nicht begeistert. Ich hatte deutlich mehr erwartet.


    Meine Empfehlung für Leser*innen von Endzeittheorien und Umweltpolitik


    Meine Bewertung: ⭐⭐

  • mittelmäßig - 3 Sterne


    Worum geht es?

    Der Winter in Deutschland ist viel kälter als gewöhnlich, das Leben kaum machbar. Mit Zeitdruck geht ein Team auf die Suche nach dem Grund.


    Worum geht es wirklich?

    Wohlstand, Eurozentrismus und Familie.


    Lesenswert?

    Ja, hat wirklich gute und interessante Aspekte, aber überzeugt nicht in allen Bereichen.

    Das Thema als solches ist interessant und gut umgesetzt. Es gibt immer wieder Einschübe, wie die Regierung mit der Situation umgeht und wie Zeitungen oder Radiosender zu dem Thema berichten. Das war unglaublich realistisch und so gut vorstellbar. Hier hat alles gestimmt: Wortwahl, Inhalt und auch die jeweilige Richtung. Könnte 1:1 so in der Realität stattfinden.

    Europa, das plötzlich gar nicht mehr so lebenswert ist, wird den begehrteren Ländern im nahen Osten oder Nordafrika gegenübergestellt. Diese Länder ergreifen Schutzmaßnahmen gegen zu ihnen strömende flüchtende Menschen. Leider macht dieser Aspekt nochmal deutlich, wie wenig menschlich diese Art der Reaktion ist. Regt auf einen ungewöhnlichen, aber gut gemachten Weg, zum nachdenken an. Dem europäische Umgang mit geflüchteten Menschen (und uns) wird quasi ein Spiegel vorgehalten.

    Die Story ist gut erzählt, spannend und dramatisch. Die Sprache angenehm und je nach Figur unterschiedlich umgesetzt. Diese ganzen Feinheiten waren ein großer Pluspunkt.

    Jedoch konnten mich die Figuren in ihren Eigenschaften nicht überzeugen, ebenso wenig der eigentliche Plot und die schnelle Problemlösung an so manchen Stellen, die natürlich genau im richtigen Moment wie von Zauberhand greifbar war. Durch Zufall kannten die beteiligten Leute immer die hilfreichen Kontakte. Story und Figuren haben für eine gewisse Unglaubwürdigkeit gesorgt. Dies ist, gerade im Bezug auf richtig gut umgesetzte Kleinigkeiten, eher schade. Hätte man sicher anders lösen können. Trotzdem kann ich das Buch auf Grund des Themas empfehlen!