Nicolas Born - Marktlage

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  • Der Autor (Quelle: Wikipedia): Nicolas Born (* 31. Dezember 1937 in Duisburg; † 7. Dezember 1979 in Breese in der Marsch bei Dannenberg im Landkreis Lüchow-Dannenberg; eigentlich Klaus Jürgen Born) war ein deutscher Schriftsteller.


    Klappentext (Quelle: Rowohlt): „Nicolas Borns ‚Geheimnis‘, nämlich die Wirkung und Anziehungskraft, resultiert aus der Transformation von Realität ins realistische Bild, in realistische, immer gegenstandsbezogene Metaphorik. Ihr Merkmal ist Sinnlichkeit, Konkretheit, Genauigkeit im Detail.“ (Günter Kunert)


    Deutsche Ausgaben:

    • Die deutsche Originalausgabe erschien 1967 unter dem Titel „Marktlage“ bei Kiepenheuer und Witsch in Köln und Berlin (66 Seiten). Enthalten sind 45 zumeist einseitige Gedichte, die in den vier Rubriken „Marktlage“, „Wohnungen“, „Damals“ und „Nachrufe“ enthalten sind.
    • Eine Auswahl von 31 Gedichten aus „Marktlage“ ist auch Teil des Sammelbandes „Gedichte: 1967-1978“, der 1978 im Rowohlt Verlag in Reinbek bei Hamburg (232 Seiten) erschienen ist, neu aufgelegt 1981 als Rororo-Taschenbuch Nr. 4780 ebendort und im März 1983 als Jubiläumsausgabe zum 75. Geburtstag des Rowohlt Verlages als Hardcover mit Schutzumschlag ebendort. In dieser Auswahl wurde auf die Einteilung in Rubriken verzichtet. Die sieben abgedruckten der acht Nachrufe-Gedichte wurden im Inhaltsverzeichnis gesammelt als „Nachrufe“ gelistet. (Ansonsten enthält dieser Sammelband noch Gedichte aus „Wo mir der Kopf steht“ und „Das Auge des Entdeckers“ sowie einige aktuelle Gedichte unter dem Titel „Keiner für sich, alle für niemand“.)
    • 2004 kam im Göttinger Wallstein-Verlag ein von Katharina Born aus dem Nachlass herausgegebener Born-Sammelband unter dem Titel „Gedichte“ als Band 1 der neuen Folge der Monografie-Reihe „Mainzer Reihe“ in die Buchläden (658 Seiten). Diese Edition erhielt 2005 den Peter-Huchel-Preis als interessanteste Neuerscheinung im Bereich Lyrik.


    Mein Eindruck:
    Nicolas Borns erster Gedichtband von 1967, der 45 Gedichte aus den Jahren 1965 bis 1967 enthält. In beeindruckend unaufgeregter Bescheidenheit und Offenheit malt Born mit Worten einen dichten, liedtextartigen Fluss durch Wahrnehmungen und Befindlichkeiten, sehr sinnlich und eindrücklich, Schlaglichter auf den Alltag, kleine Porträts von Bekannten und Liebsten, Momentaufnahmen aus dem Augenwinkel, Geschichten von der Aufrechterhaltung der eigenen Existenz, Gesellschaftskritik. Keine dick aufgetragen lyrische Ästhetik, sondern winzige Augenblicke von Schönheit, die wie Farbtropfen im Wasser sich immer weiter ausbreiten und den Leser von innen überfluten, wenn sie die eigene Wehmut ansprechen. Lakonisch, auch komisch, subjektiv, mit kritischem Blick auf die Gesellschaft, nie manieriert. In einer nicht verstellten Sprache, die selbst in ungewohnten Bildern sehr offen und einladend ist:


    Die Gedichte scheinen von einem Dichter zu stammen, der sich von unserer Wohlstandsgesellschaft distanziert hat, und ihr sich fremd fühlend alleine und ruhig am Rand steht, mit unter Wehmut begrabenem Protest im Bauch, jemand, der mit leicht abgestoßenem Blick auf die Umstände schaut:


    Borns erster Gedichtband ist ein wahrhaftiger, hintergründiger, persönlicher, ungeschönter und behutsamer Schatz. Die Freiheit im Rückzug und der scharfe Blick aus der Distanz, der auch den Autor selbst nicht schont. Eine erstaunliche Lyrik-Entdeckung! :applause:

    1. (Ø)

      Verlag: Kiepenheuer u. Witsch


    Heller "Was geschah mit Slocum?" (462/570)


    Jahresbeste: Mizielińska (2022), Lorenzen (2021), Jansson (2020), Lieberman (2019), Ferris (2018), Cather (2017), Tomine (2016), Raymond (2015), Agee (2014), Kesey (2013), Nisbet & Ford (2012) :king:

    Gelesen: 47 (2022), 185 (2021), 161 (2020), 127 (2019), 145 (2018), 119 (2017), 180 (2016), 156 (2015), 77 (2014), 58 (2013), 39 (2012)
    Letzter Kauf: P. Djèlí Clark "Ring Shout" (21.4.)

  • Eine Auswahl von 31 Gedichten aus „Marktlage“ ist auch Teil des Sammelbandes „Gedichte: 1967-1978“, der 1978 im Rowohlt Verlag in Reinbek bei Hamburg (232 Seiten) erschienen ist, neu aufgelegt 1981 als Rororo-Taschenbuch Nr. 4780 ebendort und im März 1983 als Jubiläumsausgabe zum 75. Geburtstag des Rowohlt Verlages als Hardcover mit Schutzumschlag ebendort. In dieser Auswahl wurde auf die Einteilung in Rubriken verzichtet. Die sieben abgedruckten der acht Nachrufe-Gedichte wurden im Inhaltsverzeichnis gesammelt als „Nachrufe“ gelistet. (Ansonsten enthält dieser Sammelband noch Gedichte aus „Wo mir der Kopf steht“ und „Das Auge des Entdeckers“ sowie einige aktuelle Gedichte unter dem Titel „Keiner für sich, alle für niemand“.)

    Heller "Was geschah mit Slocum?" (462/570)


    Jahresbeste: Mizielińska (2022), Lorenzen (2021), Jansson (2020), Lieberman (2019), Ferris (2018), Cather (2017), Tomine (2016), Raymond (2015), Agee (2014), Kesey (2013), Nisbet & Ford (2012) :king:

    Gelesen: 47 (2022), 185 (2021), 161 (2020), 127 (2019), 145 (2018), 119 (2017), 180 (2016), 156 (2015), 77 (2014), 58 (2013), 39 (2012)
    Letzter Kauf: P. Djèlí Clark "Ring Shout" (21.4.)

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