Arkadi & Boris Strugatzki - Die Schnecke am Hang / Улитка на склоне / Ulitka na sklone

  • Buchdetails

    Titel: Die Schnecke am Hang


    Verlag: Heyne

    Bindung: Taschenbuch

    Seitenzahl: 384

    ISBN: 9783453319622

    Termin: Neuerscheinung Juli 2019

  • Bewertung

    4.3 von 5 Sternen bei 2 Bewertungen

  • Inhaltsangabe zu "Die Schnecke am Hang"

    Auf einem fernen Planeten haben die Menschen auf einem Hochplateau mitten im Urwald eine Station errichtet, von der aus der Wald dieser Welt verwaltet werden soll. Dies ist die Geschichte von Kandid, der sich in den Tiefen des Waldes verirrt hat und dort auf eine geheimnisvolle Gesellschaft von Amazonen stößt. Und es ist die Geschichte von Pfeffer, der aus der Sicherheit der Station heraus versucht, dem Wald Herr zu werden ...
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  • Die Autoren (Q: Wikipedia): Arkadi Natanowitsch Strugazki (auch Arkadij Strugatzki; russisch Аркадий Натанович Стругацкий; * 28. August 1925 in Batumi, Adscharische Autonome Sozialistische Sowjetrepublik; † 12. Oktober 1991 in Leningrad) und Boris Natanowitsch Strugazki (auch Boris Strugatzki; russisch Борис Натанович Стругацкий; * 15. April 1933 in Leningrad; † 19. November 2012 in Sankt Petersburg) waren zwei sowjetische Schriftsteller. Arkadi absolbierte die Hochschule für Fremdsprachen in Moskau und arbeitete als Lektor und am Institut für Information als Übersetzer für Englisch und Japanisch. Boris studierte Astronomie in Leningrad und war als Astronom an der Sternwarte Pulkovo tätig. Seit 1964 arbeiteten die Brüder als freie Schriftsteller, Boris in Leningrad und Arkadi in Moskau. Sie schrieben gemeinsam eine Vielzahl von Romanen und gelten als die bedeutendsten Autoren der sowjetischen Phantastik. Ihre seit 1959 auch das Genre Science Fiction umfassenden Bücher sind in einer Gesamtauflage von mehr als 50 Millionen Exemplaren erschienen und in mehr als 30 Sprachen übersetzt worden. Viele ihrer Erzählungen wurden verfilmt, unter anderem „Picknick am Wegesrand“ 1979 von Andrej Tarkowski (als „Stalker“), „Die hässlichen Schwäne“ 2006 von Konstantin Lopuschanski und „Es ist nicht leicht ein Gott zu sein“ 1989 von Peter Fleischmann und 2013 von Alexej German.


    Klappentext (Q: Suhrkamp): Schauplatz des Romans ist ein märchenhafter Sumpfwald, eine Wildnis voller rätselhafter Erscheinungen und Wesen. Der Leser sieht den „Wald“ sowhohl von innen wie von außen. Von innen durch die Augen Kandids, eines abgestürzten Piloten, der sich zu einer Stadt durchschlagen will, die er nie erreicht. Von außen durch den Blickwinkel Pfeffers, der, ebenso wie Kandid, durch die biologische Wildnis irrt, sich mit der noch verblüffenderen und fremdartigeren sozialen Wildnis einer Verwaltung herumschlägt, die den Wald widersprüchlicherweise sowohl erhalten wie beseitigen soll.
    In bildhaft dichter, phantastisch verschlüsselter Sprache erörtern die Autoren probleme wie den Konflikt zwischen der Erhaltung menschlicher Werte und rein technologisch verstandenem Fortschritt.



    Buchausgaben in der Sowjetunion, Russland, Deutschland, den USA, England und Frankreich:

    Der Roman „Die Schnecke am Hang“, der aus zwei jeweils abwechselnd erzählten ganz unterschiedlichen Handlungssträngen besteht (Protagonist Kandid im Wald & Protagonist Pfeffer (im Original Perec) in der Verwaltung), durfte in der Sowjetunion nur in aufgeteilter Form erscheinen, um den satirischen Gegenwartsbezug abzuschwächen. Insofern erschienen in der Sowjetunion zunächst zwei „Romane“, 1966 der Kandid-Strang mit den Waldkapiteln in der Anthologie „Ellinskij sekret“ bei Lenizdat i Leningrad und 1968 der Pfeffer-Strang mit den Verwaltungs-Kapiteln in der Zeitschrift „Baikal“, Nr. 1 und 2.


    Der russische Originaltitel des Romans lautet „Улитка на склоне (Ulitka na sklone)“ und wurde vollständig zuerst 1972 im Ausland veröffentlicht. Das Buch erschien 1972 in der Estnischen SSR, der Pfeffer-Teil für sich in „Ulitka na sklone – Skazka o trojke“, Frankfurt/Main: Possev, 1972.

    Unter dem Namen „Unruhe“ wurde zudem eine erste und von der späteren inhaltlich wie stilistisch deutlich abweichende, eigenständige Fassung des „Verwaltungskapitels“ veröffentlicht, die noch heute unter diesem Titel zu erhalten ist – und von der die Autoren einzelne Motive später in „Die Wellen ersticken den Wind“ einarbeiteten.


    Eine deutsche Übersetzung aus dem Russischen besorgte Hans Földeak. Sie erschien erstmals 1978 unter dem Titel „Die Schnecke am Hang“ im Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main. 1994 erschien eine deutsche Taschenbuchausgabe als Band 309 in der „Phantastischen Bibliothek“, herausgegeben von Franz Rottensteiner und mit einem 23-seitigen Nachwort von Darko Suvin als st 2299 im Suhrkamp Verlag. 281 Seiten.

    Im Juni 2011 erschien die Földeak-Übersetzung auch im Band 3 der gesammelten Werke der Strugatzki“, de im Wilhelm Heyne Verlag in München erschienen sind. Dieser Band 3 enthält neben „Die Schnecke am Hang“ noch die Romane „Ein Teufel unter den Menschen“, „Aus dem Leben des Nikita Woronzow, „Die zweite Invasion der Marsmenschen“ und „Die Last des Bösen“.
    Die Földeak-Übersetzung erschien zuletzt 2019 als Taschenbuch und E-Book bei Heyne. Ergänzung anhand der ungekürzten und unzensierten Originalversion und Übersetzung der Nachbemerkung von Boris Strugatzki: Erik Simon. Textbearbeitung und Redaktion: Anna Doris Schüller. (384 Seiten)


    Eine erste englische Übersetzung besorgte Alan Meyers. Sie erschien 1980 als „The Snail on the Slope“ bei Bantam Books in New York und Gollancz in London. (243 Seiten) Eine neue englische Übersetzung besorgte Olena Bormashenko. Sie erschien 2018 in der Reihe „Rediscovered Classics“ bei Chicago Review Press in Chicago. (248 Seiten) 2019 erschien eine neue englische Taschenbuch- und Kindle-Ausgabe in der Reihe „S.F. MASTERWORKS“ bei Gateway in London, die vermutlich die Neu-Übersetzung enthält. Im Englischen schreiben sich die Namen der Schriftsteller-Brüder Arkady and Boris Strugatsky.


    Die erste vollständige französische Übersetzung besorgte Victoriya Lajoye. Sie erschien 2013 unter dem Titel „L'Escargot sur la pente“ im Verlag Éditions Denoël in Paris. Eine unvollständige französische Übersetzung kam 1972 im Verlag Éditions Champ Libre heraus. Im Französischen schreiben sich die Namen der Schriftsteller-Brüder Arcadi et Boris Strougatski.


    Meine Einschätzung:

    Toller, aber auch recht seltsamer Science-Fiction-Roman: Zwei parallel erzählte Stränge über zwei Männer, die beide von dort, wo sie mehr oder weniger aus Zufall gelandet sind, weg wollen. Hier stimmt der Vergleich mal: Ist alles so schön kafkaesk hier! Der eine Mann will aus der total reglementierten, bürokratischen Stadt, wo er im „Amt für Waldangelegenheiten“ irgendwelche unsinnigen Arbeiten erledigen soll, von denen er keine Ahnung hat, in den urwüchsigen „Wald“, nur das ihm wiederholt versprochene Transportmittel wird ihm einfach niemals zur Verfügung gestellt, der andere Mann aus dem rückständigen „Wald“, ein im Dschungel abgestürzter Forscher, der einst für die Verwaltung arbeitete, versucht, aus der primitiven Dorfgemeinschaft in die sagenumwobene Stadt zurückzukommen. Im Urwald hausen obendrein glühend heiße Leichenmenschen hausen (was bloß ihre Aufgabe ist?! :-, ). Auch Räuber machen einem das Leben schwer. Der Alltag im Dschungel sorgt bei allen Bewohner für einen latenten Wahnsinn, ein „aus der Zivilisation“ fallen, wie es Protagonisten in der Literaturgeschichte motivgeschichtlich ja nur allzu oft widerfahrt. Irgendwie verhindert der Urwald, dass die Menschen klare Gedanken fassen können.
    Im Grunde geht es um die zwei unterschiedlichen Prinzipien Anpassung und Widerstand! Beide Protagonisten sind angetrieben von dem Faszinosum Wald, mal als Sehnsucht nach Erkenntnis, mal als in Hassliebe verbundener Realität. Ist es der Mangel an Informationen, der den Verwaltungsbeamten die Zerstörung des Wald nahelegt? Gibt es eine Entschuldigung für die Gleichgültigkeit der Verwaltung? Warum erwächst unter den Waldbewohnern so wenig Entrüstung über ihre träge, primitive Lebensweise im Wald? Was erzählt uns das Buch über die allesbeherrschenden Regeln und Strukturen der Gegenwart, vor denen selbst kritische Geister in die Knie gehen? Ist die menschliche Gesellschaft, wie sie sich in diesem Roman zeigt, wirklich fern jeder individuellen Einflussnahme?


    "Die Schnecke am Hang" ist kryptisch und intellektuell, aber auch ziemlich spannend und fantasiereich! :geek:

    Roberta Ann McAvoy "Raphael" (47/252)

    Tove Hansson "Eine drollig Gesellschaft" (31/194)


    Jahresbeste: Drury (2021), Jansson (2020), Lieberman (2019), Ferris (2018), Cather (2017), Tomine (2016), Raymond (2015), Agee (2014), Kesey (2013), Nisbet & Ford (2012) :king:

    Gelesen: 61 (2021), 161 (2020), 127 (2019), 145 (2018), 119 (2017), 180 (2016), 156 (2015), 77 (2014), 58 (2013), 39 (2012)
    Letzter Buchkauf: Grady Hendrix "Paperbacks from Hell" (24.4.)

  • Eine aktuelle Kindle-Ausgabe (2015) des russischen Originals, dessen Titel „Улитка на склоне (Ulitka na sklone)“ lautet. Herausgeber: Издательство "Проспект"

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  • Die deutsche Földeak-Übersetzung findet sich auch in diesem Strugatzki-Sammelband (Nr. 3) des Heyne-Verlags von 2011.

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  • Die neue englische Übersetzung von Olena Bormashenko. Sie erschien 2018 in der Reihe „Rediscovered Classics“ bei Chicago Review Press in Chicago. (248 Seiten)

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  • Das ist dagegen die erste englische Übersetzung von Alan Meyers. Sie erschien 1980 als „The Snail on the Slope“ u.a. bei Gollancz in London. (243 Seiten)

    1. (Ø)

      Verlag: Littlehampton Book Services Ltd


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  • Dies ist die erste vollständige französische Übersetzung von Victoriya Lajoye. Sie erschien 2013 unter dem Titel „L'Escargot sur la pente“ im Verlag Éditions Denoël in Paris. (Eine unvollständige französische Übersetzung kam bereits 1972 im Verlag Éditions Champ Libre heraus.)

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  • Squirrel

    Hat den Titel des Themas von „Arkadi & Boris Strugatzki: Die Schnecke am Hang / Улитка на склоне / Ulitka na sklone“ zu „Arkadi & Boris Strugatzki - Die Schnecke am Hang / Улитка на склоне / Ulitka na sklone“ geändert.
  • Ich habe heute mit diesem Buch angefangen, und dein Text bestärkt mich nur in meiner (freudig erwarteten) Annahme, dass es sich um ein Stück gepflegten, russischen WTF handelt. Oder um in der Sprache zu bleiben: что за хрень. Jedenfalls laut Online-Übersetzer :mrgreen:

  • Oder um in der Sprache zu bleiben: что за хрень. Jedenfalls laut Online-Übersetzer :mrgreen:

    :loool:

    Ich wünsche Dir viel Vergnügen mit dem Roman! :winken:

    (Und lass dann ruhig hier von Dir hören, wenn Du damit durch bist!) :wink:

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  • Eine kurze Frage: Ist das ein Ich-Roman ?

    Statistik 2020: Bücher: 6 ::: PR-Classics: 12 ::: ATLAN: 51/850 ::: Perry-Rhodan: 3112/3113
    Perry Rhodan EA Aufholgjagd: akt. Stand: 772 / 2874 < '15: 73 < '16: 215 < '17: 159 < '18: 152 < '19: 79 < '20: 80 < '21: 12

    :study:: Peter Baumann - Das Lied vom Missouri 50 % ::: NEBULAR XL2 55%

    "Das Buch ist die Axt für das gefrorene Meer in uns." -Franz Kafka

  • Eine kurze Frage: Ist das ein Ich-Roman ?

    Nein, in beiden Handlungssträngen in der dritten Person erzählt. :winken:

    Roberta Ann McAvoy "Raphael" (47/252)

    Tove Hansson "Eine drollig Gesellschaft" (31/194)


    Jahresbeste: Drury (2021), Jansson (2020), Lieberman (2019), Ferris (2018), Cather (2017), Tomine (2016), Raymond (2015), Agee (2014), Kesey (2013), Nisbet & Ford (2012) :king:

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