Katharina Groth - Weil Wolken weich wie Watte sind

Anzeige

  • Weil Wolken weich wie Watte sind - Katharina Groth


    Hawkify Books

    293 Seiten

    Jugendbuch/Lovestory

    Einzelband

    22. November 2018


    Inhalt:


    Klinikdauergast, passionierte Schwarzseherin, 19 Jahre alt, melancholisch depressiv, häufig wütend, beißend komisch und mit einer Wagenladung voller Probleme im Gepäck. Das bin ich - Marie Schmidtke.


    Es gibt Dinge, die dich tief fallen lassen und dein Leben innerhalb kürzester Zeit auf den Kopf stellen. Genau das ist mir passiert.

    Wer hätte gedacht, dass meine letzte Chance, der Gewitterwolke in meinem Kopf zu entkommen, von einem Möchtegern-Hipster und diesem Kerl mit schräg sitzendem Basecap abhängig ist? Ich zumindest nicht.

    Doch ich bin nicht in dieser Einrichtung in den Alpen gelandet, um über so etwas nachzudenken. Ich bin hier, damit ich endlich begreife, warum ich innerlich so viel kaputter bin als andere und herausfinde, ob es auch für Menschen wie mich einen Plan B gibt.


    Eine Geschichte über einen Ritter im Einhornpyjama, Wolken aus Watte, Liebe auf einem Dach und ein Meer voller Schmerz im Kopf.


    Meinung:


    Es gibt so Bücher, die brauchen einige Zeit, damit man mit ihnen warm wird. „Weil Wolken weich wie Watte sind“ ist so ein Buch.

    Denn anscheinend habe ich zu einem völlig ungünstigen Zeitpunkt angefangen Maries Geschichte zu lesen.

    Irgendwie mit einer Abwehrhaltung, wie die Protagonistin sie hatte. Und wenn zwei Mauern aufeinander knallen, kann nichts Gutes dabei rumkommen. Der Beginn fiel mir dementsprechend nicht leicht.

    Aber sobald die Handlung in „Hopeful“ eingetroffen war, ging es bergauf.

    Interaktionen mit anderen Menschen, nicht allein mit Maries düsteren Gedanken, die fast alle nachvollziehbar waren.


    Dass sich diese Story mit Krankheiten wie Depressionen und ähnlichem befasst, war mir von vornherein klar.

    Manchmal lese ich solche Dinge ganz gern, meistens, um zu verstehen, wie andere damit umgehen.

    Natürlich kann einem das kein Buch der Welt sagen, weil jede Krankheit individuell ist, aber ich finde, Maries Story hat schon einen sehr authentischen Einblick in eine „dunkle“ Seele, wie sie es nannte, gewährt.

    Und teilweise Lösungsansätze aufgezeigt.

    Toleranz. Akzeptanz. Selbsthilfe. Es ist und bleibt ein Kampf.


    Marie hat schon einige Psychatrien und Krankenhäuser durch.

    Hopeful ist ihre letzte Chance auf ein halbwegs normales Leben, weil andere Ärzte und Therapien bei ihr versagten.

    Kein Wunder bei so einer Mutter. Es gibt nur wenige Charaktere, die man von Beginn an hasst, weil sie extrem stur sind und eine komplett falsche Weltanschauung haben. Maries Mutter gehört dazu.

    Die Schuld für ihr jetziges Dasein sucht sie natürlich bei sich und das in Verbindung mit ihrer Krankheit lässt sie den Leser deutlich spüren. Meine Laune zu Beginn war wie gesagt nicht die Beste.

    Was an sich gut ist, zeugt es doch von der Verbindung, die die Autorin zwischen mir und der Protagonistin aufbauen konnte.


    Auch der Schreibstil selbst ist ziemlich emotional, zwar nur semi berührend, aber trotzdem ausreichend, um an Leserherzen zu rütteln, darauf einzuschlagen und mit Hoffnung zu füllen.

    Allen voran die Methoden, auf die man in „Hopeful“ setzt, waren für mich schon phänomenal gut.

    Ich bin kein Experte auf diesem Gebiet, aber nach meiner Meinung bringt „Übertherapie“ überhaupt nichts.

    Die Gemeinschaft, die unterschiedlichen Charaktere, auf die Marie dort trifft, sind Balsam für ihre geschundene Seele.

    Und waren es auch für meine.


    Ob Kyra, Sebastian, Fabian oder Molly, trotz der „Kürze“ dieser Geschichte sind sie alle auf ihre Art besonders.

    Man stürzt sich mit ihnen in die Fluten von Bällebädern, von Bergkanten, Hausdächern, schwarzen Löchern und hinein in den Pool der großen Gefühle. Allerdings ist diese Handlung nichts für bereits angeknackste Nerven, denn sie enthält selbstverletzendes Verhalten. Aber eben auch Schmetterlinge im Bauch und das Fitzelchen Hoffnung, dass alles gut werden kann.


    Fazit:


    „Weil Wolken weich wie Watte sind“ bietet einen Einblick in einen möglichen Verlauf einer psychischen Krankheit.

    Man begleitet Marie in der Ich-Perspektive durch einen kleinen Lebensabschnitt, der gute und schlechte Tage zeigt.

    Zeigt, wie euphorisch man sein und wie tief man dann fallen kann.

    Trotz Startschwierigkeiten erzählt die Autorin eine berührende Geschichte von Krankheiten, Prognosen, Liebe, Freundschaft und dem Wunsch nach Heldentum und Ritterdasein.


    Bewertung:


    ⭐️⭐️⭐️⭐️💫 (4,5/5)

Anzeige