Rebecca Michéle – Die Braut sieht rot

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  • Kurzbeschreibung (Quelle: Amazon)
    Im sommerlichen Cornwall kümmert sich Sandra Flemming, Inhaberin des Higher Barton Romantic Hotels, nicht nur um ihre Gäste, sondern steht auch dem Zimmermädchen Imogen bei. Diese hat sich in einen Adeligen verliebt, aber dessen Mutter ist strikt gegen die Verbindung. Nun arrangieren die Verliebten einen Urlaub im Hotel, bei dem Lady Claire ihre zukünftige Schwiegertochter kennen- und schätzen lernen soll.
    Doch dann geschieht ein Mord in der Gegend und das Opfer sieht Lady Claire überraschend ähnlich.


    Autorin (Quelle: Verlagsseite)
    Rebecca Michéle, geboren 1963 in Süddeutschland, lebt mit Ihrem Mann in der Nähe von Stuttgart. Seit über 20 Jahren widmet sie sich ausschließlich dem Schreiben und hat bereits mehrere historische Romane und Krimis veröffentlicht. Mehr unter: http://www.rebecca-michele.de.


    Allgemeines
    Vierter Band der Reihe um Sandra Flemming
    Erschienen am 7. September 2020 im Dryas Verlag als TB mit 330 Seiten
    Gliederung: Roman in 24 Kapiteln
    Erzählung in der dritten Person aus der Perspektive von Sandra Flemming
    Handlungsort und -zeit: Cornwall, 2001 und 2019


    Inhalt
    Kundenfreundlichkeit und Service sind für Sandra Flemming, Besitzerin des Higher Barton Romantic Hotels, oberstes Gebot, doch gelegentlich muss sie auch Gäste empfangen, bei denen es ihr schwerfällt, freundlich zu bleiben. Ein solcher Fall ist Lady Claire Withcombe, eine äußerst versnobte Adelige, die von ihrem erwachsenen Sohn Andrew in das Hotel gelockt worden ist, um unverfänglich dessen Freundin Imogen Paynter kennenzulernen. Imogen arbeitet dort als Zimmermädchen und Lady Claire, die bereits für ihren Sohn eine „standesgemäße“ zukünftige Gattin ausgewählt hat, wird ein Zimmermädchen voraussichtlich nie an der Seite ihres Sohnes dulden. Sandra, die dem jungen Paar helfen möchte, kann sich der Entwicklung der Liebesgeschichte allerdings nicht widmen, denn im benachbarten Ort Lower Barton ereignet sich ein Mord. Eine rothaarige Lehrerin wird brutal erschlagen, kurz darauf wird die ebenfalls rothaarige Lady Claire angegriffen und eine weitere Frau mit roten Haaren wird überfallen. Während die Polizei in Gestalt von Sandras Freund Inspector Christopher Bourke in die Richtung eines Serientäters mit Fixierung auf Rothaarige ermittelt, verfolgt Sandra einen ganz anderen Ermittlungsansatz. Lady Claire beschuldigt Imogen und Sandra möchte die Unschuld ihrer Angestellten beweisen.


    Beurteilung
    Der vierte Band der Reihe um Sandra Flemming, Hotelbesitzerin mit kriminalistischem Gespür, ist in sich abgeschlossen und kann auch ohne Kenntnis der vorherigen Bände gelesen werden.
    Der Erzählstil ist sehr anschaulich, wobei der Kriminalroman zunächst nicht sehr spannend ist, die Spannungskurve gegen Ende jedoch deutlich ansteigt. Der Kriminalfall ist gut konstruiert und nicht zu vorhersehbar, erst in der zweiten Hälfte gewinnt Sandra relevante neue Erkenntnisse, die es dem Leser erlauben, einen konkreten Verdacht zu entwickeln – das Motiv für die Straftaten wird erst zum Schluss deutlich ersichtlich.
    Der Krimi besticht durch seine detaillierte Charakterzeichnung der Romanfiguren, die Protagonistin Sandra ist eine professionelle Geschäftsfrau mit dem Herzen auf dem rechten Fleck, die loyal zu ihren Angestellten steht, gleichzeitig aber auch sehr neugierig und manchmal übergriffig ist. Eine starke Persönlichkeit ist auch die junge Imogen, die aus einfachen Verhältnissen stammt, aber eine im Denken unabhängige Frau ist, die in gewissen Dingen keine Kompromisse einzugehen bereit ist. Erschreckend glaubwürdig ist auch die Figur ihres Freundes Andrew Withcombe, er ist ein bei einer verwitweten Mutter aufgewachsenes Muttersöhnchen, das im Konflikt zwischen seiner besitzergreifenden, klammernden Mutter und seiner charakterstarken Freundin geradezu aufgerieben wird. Lediglich die Figur der Lady Claire wirkt total aus der Zeit gefallen und damit wenig realistisch, sie passt eher ins 19. Jahrhundert. Es mutet seltsam an, dass eine Adelige des 21. Jahrhunderts in einer Zeit, in der immer wieder Bürgerliche selbst in Königshäuser einheiraten, solche antiquierten Vorstellungen von Standesgemäßheit haben soll.


    Fazit
    Ein lesenswerter Krimi, der fesselnde Unterhaltung ohne großes Blutvergießen bietet!

    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    "Books are ships which pass through the vast sea of time."
    (Francis Bacon)
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    Paradise on earth: 51.509173, -0.135998

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