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Alexandra Mazar - Der Duft von Orangenblüten

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  • La Esperanza - die Hoffnung

    Katharina führt mit Paul eine glückliche und harmonische Ehe, bis das Schicksal eines Tages während ihrer Joggingrunde brutal zuschlägt. Von einem auf den anderen Moment ist nichts mehr wie vorher, wird es auch nie wieder sein, denn jeder Blick in den Spiegel wird Katharina immer wieder erneut an das Verbrechen erinnern, das ihr angetan wurde. Ihr wurde nicht nur ihr Aussehen geraubt, sondern auch ihre Seele beschmutzt. Das Erlebnis bringt auch ihre Ehe ins Ungleichgewicht, so dass der Brief eines spanischen Notars gerade zur rechten Zeit kommt, in dem Katharina mitgeteilt wird, dass sie von einem Fremden eine Finca in der Sierra Nevada geerbt hat. Katharina reist nach Spanien und findet auf der Orangenplantage nicht nur ihren inneren Frieden wieder, sondern bringt auch die Vergangenheit ans Tageslicht…


    Alexandra Mazar hat mit „Der Duft von Orangenblüten“ einen sehr gefühlvollen und berührenden Roman vorgelegt, der den Leser mit einem bildgewaltigen und flüssigen Schreibstil schnell für sich einnimmt. Die Autorin malt regelrecht mit Worten, so dass schon der recht brutale Beginn das innere Gleichgewicht des Lesers in Aufruhr versetzt. Ein Erlebnis, das überall auf der Welt täglich so stattfindet und ein Leben danach auf immer verändert. Behutsam lässt die Autorin ihre Protagonistin langsam Abstand finden, indem sie deren Seele durch einen Tapetenwechsel und der Konzentration auf die Vergangenheit ihrer Vorfahren langsam heilen lässt. Wunderbare Beschreibungen von den spanischen Orangen- und Olivenhainen sowie deren Duft betören den Leser ebenso wie Katharina. Die spanische Lebenslust sowie deren Einklang mit der Natur setzen einen Heilungsprozess bei Katharina in Gang, wobei sie sich aus dem ihrem selbstgewählten Gefängnis langsam wieder ans Tageslicht kämpft, die Schönheit um sich herum wahr nimmt, aber sich auch ihrer eigenen Schönheit langsam bewusst wird. Der Leser stapft in Katharinas Fußabdrücke, erlebt ihren Schmerz und ihre Verzweiflung hautnah mit, ebenso darf er sehen, wie Katharina wie eine Blume aufblüht und ihre Hoffnung wiederfindet. Diese gefühlvolle Reise wird von der Autorin sehr lebendig und glaubwürdig dargestellt. Auch die Verwerfungen in der Ehe mit Paul sind nachvollziehbar, denn ein so einschneidendes Erlebnis verletzt immer beide, wobei ein Partner sich oftmals hilflos fühlt, da er nicht wirklich helfen kann.


    Mit ihrer Protagonistin hat Mazar einen sehr realistischen und authentischen Charakter erschaffen, mit dem der Leser schnell verwächst. Katharina ist eine Frau ohne Verwandte, denn Mutter und Großmutter sind bei einem Autounfall ums Leben gekommen, ihren Vater hat sie nie kennengelernt. Nach dem Überfall muss sich Katharina wiederfinden, ihre Scham, Verzweiflung und innere Zerrissenheit sind ebenso erlebbar wie die sich langsam bildende Hoffnung, Schritt für Schritt wieder ins Leben zu treten und es willkommen zu heißen. Dabei entwickelt sie eine Stärke und einen Mut, der bewundernswert und jeder Frau mit solch einem Erlebnis nur zu wünschen ist.


    „Der Duft von Orangenblüten“ überrascht auf ganzer Linie. Wer eine tiefgründige und sehr emotionale Lesereise sucht, sollte sich diese Geschichte nicht entgehen lassen. Mitreißend und farbenfroh erzählt, ist hier eine Leseempfehlung absolut verdient.


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    Bücher sind Träume, die in Gedanken wahr werden. (von mir)


    "Wissen ist begrenzt, Fantasie aber umfasst die ganze Welt."
    Albert Einstein


    "Bleibe Du selbst, die anderen sind schon vergeben!"
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    SUB: ca. 1.800 / gelesen 2019: 367/ 143788 Seiten

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