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David Markson - Wittgensteins Mätresse (ab 17.02.2020)

  • Aber hätte sie die Verbindung gefunden, wäre die Katze also real, nicht nur als Illusion, aufgetaucht und eine Gefährtin geworden (wenn vielleicht auch nur kurzzeitig) - ja, was wäre dann?

    Gute Frage. Ich denke, ein real existierendes lebendes Wesen zu akzeptieren wäre der endgültige Schritt aus ihrem Trauma. Heißt also, für sie muss

    das im Grunde alles Illusion sein, sonst würde ihre im Kopf gestaltete Welt wieder "normal", wie vorher sein. Sie hat sich aus der Welt der Lebewesen

    zurückgezogen. Natürlich erhebt sich da wieder die Frage warum sie öfter das Gefühl hat eines zu sehen.

    Das hier verbindet die Geschichte mit der Katze direkt mit dem Ereignis der Möwe.


    "In Rome when I thought I saw the cat, I was undeniably mad. And so I thought I saw the cat."

    "Here, when I thought I saw the seagull, I was not mad. So I knew I had not seen the seagull."


    Klingt nach Wittgenstein. Die Welt ist alles was der Fall ist und sie existiert nur in unserem Kopf. Oder?

    Manchmal verwirrt mich das Ganze............:-k

    Wir sind der Stoff aus dem die Träume sind und unser kleines Leben umfasst ein Schlaf.

    William Shakespeare


    :study:David Markson - Wittgenstein`s Mistress

    :study:Madeline Miller - The Song Of Achilles

  • Was sagt ihr dazu..............langsam oder Pause?????

    Da bin ich ganz bei euch: Laaaangsaaaam natürlich! :D



    Nun jedoch einige Gedanken zum gelesenen - deswegen musste ich auch an der erwähnten Stelle aufhören. Kate erzählt dass sie von einem Ort zum andern reiste, Stätte und Städte besuchte. Ihr Interesse (nebst vielen andern, welche noch zu erwähnen sind, im Verlauf des lesens) gilt den griechischen Mythen. Diese sind eigentlich immer mit einer tragischen Schuld verbunden. Ich denke mit dieser Idee nähere ich mich Kate und erkenne irgendwann ihr Trauma. Ausserdem Odysseus, genau wie dieser Held hat sie eine Irrfahrt hinter sich bis sie nun in diesem Strandhaus angelangt ist.

    Deine Verbindungen zu den Mythen gefällt mir sehr gut!


    Womöglich dass meine Gedanken etwas wirr und abstrus klingen, aber das lesen dieses Buches hinterlässt mich ziemlich konfus.

    Das geht mir 1:1 auch so. Mich wundert es mittlerweile noch nicht mal ansatzweise mehr, dass David Foster Wallace das Buch als ein Geniestreich bezeichnet und ein Nachwort dazu geschrieben hat.


    Denn wie sie sich oft hinterfragt und das gesagte korrigiert oder relativiert, überlege ich mir hat sie es nicht schon einmal erwähnt und in welchem Zusammenhang, bin versucht wieder zurück zu blättern.

    Anfänglich war ich auch geneigt zurückzublättern, aber mittlerweile unterdrücke ich es mir lieber und versuche relevante Stichworte und Gedanken rauszufiltern, lasse meine Assoziationen spielen und lese Kates Gedankenströme weiter. Lasse sie auf mich wirken und hoffe nichts zu überlesen. Und bin gerade total glücklich, dass Buch mit euch serjena , taliesin und drawe lesen zu können, weil mir ansonsten viel zu viel entgehen würde. Ich bin weder in Philosophie noch bei griechischen Mythen sehr bewandert.



    Zur Katze: ich habe im Fachbuch nachgeschlagen und gelesen, dass Katzen in der sakralen Kunst oft als Symbol des Bösen gesehen werden. In der profanen Kunst aber tauchen sie als eine Art Spiegelbild der dargestellten Frau auf. Und das würde gut zu dem Bild passen, das Farast gezeigt hat. Wenn ich das richtig sehe, spielt die Katze mit einem Garnknäuel und spiegelt damit Penelopes "Spiel", ihr Webstück jeden Tag aufs Neue aufzuziehen. Die Gemeinsamkeit von Frau und Katze, allgemein gesprochen, liegt vermutlich darin, dass sie beide Haustiere sind (pardon).

    Und Kate - ist sie nicht auch eine streunende Katze? Jedenfalls kommt sie mir so vor. Wenn ich das nach den wenigen Seiten schon sagen darf..

    Das passt wirklich alles zu Kate!


    Im alten Ägypten galt die Katzengöttin >Bastet< als Kämpferin des Lichtes gegen den Schatten. Das Katzenbild hat also große, sich manchmal auch

    widersprechende Symbolkraft. Passt auch ganz gut zu Kate..............

    Auch das. Die Dame ist ziemlich schillernd. So langsam bekommt sie doch Konturen für mich. Wenn sie mir auch noch nicht besonders nah ist. Noch nicht. Kommt vielleicht noch.


    Ich denke, ein real existierendes lebendes Wesen zu akzeptieren wäre der endgültige Schritt aus ihrem Trauma. Heißt also, für sie muss

    das im Grunde alles Illusion sein, sonst würde ihre im Kopf gestaltete Welt wieder "normal", wie vorher sein. Sie hat sich aus der Welt der Lebewesen

    zurückgezogen. Natürlich erhebt sich da wieder die Frage warum sie öfter das Gefühl hat eines zu sehen.

    Im ersten Moment dachte ich gerade, weil Kate doch noch Kontakt mit der Außenwelt haben mag. Aber dann dachte ich, vielleicht doch nicht und sie spielt einfach nur mit ihrem "Webstück", mit welcher Absicht auch immer. Diese Frau verwirrt mich schlicht und meine Gedanken gehen im Moment nur im Kreis. :scratch:

    Nimm dir Zeit für die Dinge, die dich glücklich machen.


  • Klingt nach Wittgenstein.

    Diese Stelle ist mir auch aufgefallen. Da denke ich zunächst, ich habe mich verlesen, und dann liest man diese Stellen nochmals.

    Ja, klingt nach Wittgenstein und Erkenntnisphilosophie, wir werden sehen. Auch das sich ständig wiederholende Wort "schauen" und "Ausschau halten" klingt nach Wittgenstein.


    Zunächst mal habe ich den Eindruck, dass alles verschwimmt.


    Diese Uhren, die Ihr schon angesprochen habt: sie besitzt sie zunächst in Überzahl und trennt sich dann in einem rituell anmutenden Akt von diesen Geräten, die sie an die Zeit binden, ihr das Vergehen der Zeit vor Augen halten und die sie auch einbinden in die alltäglichen Dinge.

    Statt dessen verlässt sie sich nun auf die Natur; so vermutet sie z. B. aufgrund des Windes, dass es ca. August sein könnte. "Möglicherweise" (S. 28). Sie hat keinen Kalender, keine Uhr und lebt offenbar sehr animalisch.

    Auch ihr eigenes Alter verschwimmt und lässt sich nicht mehr genau messen.

    Die Zeit verschwimmt also, und die Orte sowieso, und auch ihre Erinnerungen, die aber nur teilweise: "Ich bin mir im Grunde sicher, dass mein Ehemann Adam hieß" (S. 30). Im Grunde sicher...

    Wenn ich so etwas sagen würde, würde die Familie mich als dement betrachten, zu Recht.


    Anderes verschwimmt nicht. Z. B. ihre "Gerätschaften" und ihr "Gepäck", von dem sie sich Stück für Stück befreit (beneidenswert...). Gehören zum "Gepäck" auch Erinnerungen, die man loslassen kann? Die Erinnerung an den Tod des 7jährigen Kindes ist jedenfalls noch da, alles andere verschwimmt irgendwie.


    Ihre Gedankensprünge sind für mich kaum nachzuvollziehen. Es sind vielleicht assoziative Reihungen, die sie vornimmt, aber ich als Leser kann die Verbindungen oft nicht erkennen. Beispiel S. 39: sie beginnt mit Schwarzbeeren, springt über zum Sonnenuntergang, weiter zu Turner (na ja, da kann man ja eventuell noch folgen) und landet beim Masturbieren. Wie mag das alles zusammenhängen in ihrem Kopf?

    Ihre Sprache spiegelt dieses Sprunghafte sehr schön wieder. Jeder Satz bekommt seinen eigenen Absatz, es wirkt sehr abgehackt, so wie ihre Assoziationen eben auch sind.

    Auffallend finde ich diese dem Satz nachgestellten Wörter wie "Tatsächlich." "Allerdings." "Natürlich." Als ob sie sich ständig der Dinge bzw. ihrer Aussagen vergewissern müsste!


    Eines ist mir aber grundsätzlich unklar. Die Welt ist menschenleer wie nach einem globalen Desaster, Kate sitzt in ihrem Strandhaus und schreibt. Für wen schreibt sie denn? Das kann sich doch nur an andere Menschen richten?

    oder dient das Schreiben auch der Selbstvergewisserung? Ich schreibe, also bin ich?


    So, jetzt muss ich mein Köfferchen für New York packen.

    :study: David Markson, Wittgensteins Mätresse. MLR.

    :study:Halldor Laxness, Die Islandglocke.

    :musik:Ian Rankin, Ein reines Gewissen.

  • Verzeiht wenn meine folgenden Seiten etwas ungeordnet sein werden, ich habe bevor ich nun weiterlese die ersten Seiten was schon geschrieben und gelesen wurde "Revue" :wink: passieren lassen. Somit möchte ich einige Anmerkungen machen.

    Für wen schreibt sie denn? Das kann sich doch nur an andere Menschen richten?

    oder dient das Schreiben auch der Selbstvergewisserung? Ich schreibe, also bin ich?

    Da geht es doch schon los, denn das ist es wohl worum unsere Ich-Erzählerin in ihrer totalen Einsamkeit kämpft. Sie versucht verzweifelt ihre

    Welt mit Begriffen einzuordnen und auszuloten. Das gelingt ihr wohl nur bedingt, weil sie sich ständig selbst korrigiert, sich widerspricht und

    dann wohl doch in die Welt der Imagination eintaucht.

    Mein Eindruck ist, sie schreibt für sich selber. Das schreiben, und wir haben erst einen Bruchteil gelesen, ist für sie der Versuch- wie taliesin schreibt ihre Gedankenflut zu ordnen. Es ist sicherlich auch ein Mittel um gegen die Einsamkeit anzukämpfen, denn ich denke mir sie ist sich sicher bewusst wie nahe sie ist in eine tiefe Depression zu verfallen.

    Auffallend finde ich diese dem Satz nachgestellten Wörter wie "Tatsächlich." "Allerdings." "Natürlich." Als ob sie sich ständig der Dinge bzw. ihrer Aussagen vergewissern müsste!

    Das ist mir ebenfalls aufgefallen. Es kommt ihr etwas in den Sinn, das wird sofort vermerkt ohne lange zu überlegen, und im nächsten Moment, merkt sie nein so war es nicht da war ich zu voreilig. Oder sie denkt es wäre so gewesen, jedoch hat das Gefühl es klinge verdreht und korrigiert es.

    Dann ist mir noch ein anderes Motiv aufgefallen, weil öfter in unterschiedlichsten verrückten Konstellationen erwähnt, nämlich das der Katze. Und irgendwann, fast überlesbar, erwähnt Kate, dass Simon eine Katze besaß.

    Zur Katze: ich habe im Fachbuch nachgeschlagen und gelesen, dass Katzen in der sakralen Kunst oft als Symbol des Bösen gesehen werden. In der profanen Kunst aber tauchen sie als eine Art Spiegelbild der dargestellten Frau auf. Und das würde gut zu dem Bild passen, das Farast gezeigt hat. Wenn ich das richtig sehe, spielt die Katze mit einem Garnknäuel und spiegelt damit Penelopes "Spiel", ihr Webstück jeden Tag aufs Neue aufzuziehen. Die Gemeinsamkeit von Frau und Katze, allgemein gesprochen, liegt vermutlich darin, dass sie beide Haustiere sind (pardon).

    Und Kate - ist sie nicht auch eine streunende Katze? Jedenfalls kommt sie mir so vor. Wenn ich das nach den wenigen Seiten schon sagen darf..

    Katzen haben in vielen literarischen Werken immer eine wichtige Rolle eingenommen - ich kann mir vorstellen dass uns hier noch einige Male eine Katze über den Weg laufen wird. Ich werde auf jeden Fall darauf achten.

    Katzen in der Literatur

    Wie sie glaubt in Rom eine Katze gesehen zu haben erinnert mich an die einleitenden Worte von David Foster Wallace.

    Zitat

    Non c'è nessuno alla finestra, nel dipinto della casa, peraltro. Ho appena stabilito che quella che credevo fosse una persona in realtà è un'ombra.

    Diese Uhren, die Ihr schon angesprochen habt: sie besitzt sie zunächst in Überzahl und trennt sich dann in einem rituell anmutenden Akt von diesen Geräten, die sie an die Zeit binden, ihr das Vergehen der Zeit vor Augen halten und die sie auch einbinden in die alltäglichen Dinge.

    Ja und dann noch die Uhren! Die hat sie ja auch noch ganz oft erwähnt. Was kommt mir in den Sinn mit Uhren. Zeit. Sie wirft quasi die Zeit weg. Aber warum mussten alle Uhren erst klingeln?

    Genau wie du drawe erwähnst - Zeit welche unwiederbringlich der Vergangenheit angehört. Dieses verfliessen der Zeit macht ihr Angst, sie verliert damit etwas was sie festhalten möchte, (ihre Erinnerungen) Uhren jedoch ein Hindernis darstellen.

    Das klingeln der Uhren Farast ist wie ein Ritual etwas zu beenden, und dieses etwas musste mit einer gewissen Ordnung geschehen. Vielleicht hat sie das Gefühl damit die Zeit anzuhalten zu können, indem sie keine Uhren mehr besitzen möchte.

    Quasi nur mit Hilfe einer herausgerissenen Seite eines Atlanten. Da wir uns ja im Kopf von Kate befinden, wäre das doch auch eine Möglichkeit.

    Aber was sie erzählt, sind fragmentarische irreale Aneinanderreihungen von Namen und Orten; es kann sich nicht um reale Reisen handeln, daher meine ich, dass ich als Leser in ihrem Kopf bin.

    Es mag nun etwas profan klingen, jedoch es gibt in der Literatur einige Beispiele in welchem der Autor phantastische Reisen machte und mir als Leser so real schilderte dass mir gar keine Zweifel entstanden dies würde nicht der Wahrheit entsprechen. Bei Kate allerdings mag wirklich vieles ihrer Einbildung da sie eine belesene, intelligent Frau zu sein scheint entspringen. Allerdings vielleicht steckt doch ein Funken Wahrheit dahinter. Mich beschäftigt etwas die Szenen mit Messico sowie Simon und Adam und dem Feuer im Haus.

    Wobei das brennen des Hauses auf eine belastende Situation hinweist, eine Unklarheit, Ungereimtheit. Das würde wieder passen mit ihren unlogischen Erzählungen.

  • Bei Kate allerdings mag wirklich vieles ihrer Einbildung da sie eine belesene, intelligent Frau zu sein scheint entspringen. Allerdings vielleicht steckt doch ein Funken Wahrheit dahinter. Mich beschäftigt etwas die Szenen mit Messico sowie Simon und Adam und dem Feuer im Haus.

    Darüber habe ich auch nachgedacht. Nicht alle Reisen scheinen nur in ihrem Kopf stattzufinden. Ich glaube die Reise nach Mexiko und das Feuer

    im Haus sind durchaus real. Da irgendwo steckt wohl auch das Geheimnis ihres Traumas. Vielleicht erfahren wir da im Verlauf noch mehr.

    Wir sind der Stoff aus dem die Träume sind und unser kleines Leben umfasst ein Schlaf.

    William Shakespeare


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    :study:Madeline Miller - The Song Of Achilles

  • Hallo Zusammen, ich wollte mich kurz melden. Nicht das ihr denkt ich wäre wegen des Karnevals verschüttet gegangen (da bin ich höchstens auf der Flucht davor, denn mir fehlt eindeutig das Jecken-Gen), aber mein Mann hat Urlaub und ich dürfte mich wohl erst wieder am Dienstag, spätestens Mittwoch wieder melden. Ich habe mir allerdings vorgenommen, den Text noch mal zu lesen. Das war schon wirklich alles ziemlich verwirrend gewesen.


    Das klingeln der Uhren Farast ist wie ein Ritual etwas zu beenden, und dieses etwas musste mit einer gewissen Ordnung geschehen. Vielleicht hat sie das Gefühl damit die Zeit anzuhalten zu können, indem sie keine Uhren mehr besitzen möchte.

    Das klingt stimmig. Das Ganze als Ritual.


    Allerdings vielleicht steckt doch ein Funken Wahrheit dahinter. Mich beschäftigt etwas die Szenen mit Messico sowie Simon und Adam und dem Feuer im Haus.

    Irgendwo in dieser Flut von Worten Kates steckt mit Sicherheit ein Stück Wahrheit verborgen. Das wird noch eine recht schwierige Lektüre werden, die entsprechenden Puzzleteilchen herauszufiltern und zusammen zu setzen.

    Nimm dir Zeit für die Dinge, die dich glücklich machen.


  • ich dürfte mich wohl erst wieder am Dienstag, spätestens Mittwoch wieder melden.

    ich bin ab morgen bis Dienstag Abend oder Mittwoch früh auch erst einmal weg. Ich brauche karnevalsfreie Luft. :ergeben:

    Wir sind der Stoff aus dem die Träume sind und unser kleines Leben umfasst ein Schlaf.

    William Shakespeare


    :study:David Markson - Wittgenstein`s Mistress

    :study:Madeline Miller - The Song Of Achilles

  • Eine Frage in die Runde, sollen wir ca 10 Seiten weiter lesen? Ich frage nur nach, weil wenn ich nicht weiterlese, fällt es mir ehrlicherweise schwer mich wieder in Kates verwirrte Gedankengänge hineinzufinden.


    Die Seite endet mit diesem Satz (genauer gesagt der Satz beginnt dort und endet auf der nächsten Seite, aber weil es wieder sowas auffälliges ist, wäre es vielleicht für jeden gut zu finden):


    Zitat

    Und vergaß im selben Augenblick, dass ich gerade eine fünfundvierzig Quadratfuß große Leinwand trug, an Keilrahmen aufgezogen, eine Steintreppe hinauf.


    Oder habt ihr einen anderen Vorschlag?

    Nimm dir Zeit für die Dinge, die dich glücklich machen.


  • Oder habt ihr einen anderen Vorschlag?

    Gute Idee. Ich muss mich jetzt auch wieder reinfinden sonst reißt noch der Faden. Ich lege direkt mal los .............:study:


    Direkt mal zum letzten Satz. Das hätte ich gern gesehen wie sie eine über 4 Quadratmeter große Leinwand eine Treppe raufwuchtet.

    Klingt eher wie eine Fantasie. Vor allem die Geschichte die sich dann aus ihrem Fall entwickelt. Kate als Ikarus.


    Eine interessante Stelle habe ich schon gefunden. Da betritt Herr Wittgenstein mal wieder die Bühne.

    Das ist die Stelle an der sie die Existenz des Gemäldes an der Wand davon abhängig macht, ob sie hinschaut oder nicht.

    Hieße ja, das die Welt sozusagen durch unsere Wahrnehmung, unsere Beobachtung ins Leben gerufen wird. Wir erschaffen

    die Welt. Ich habe das immer für absurd gehalten. Das nennt man in der Philosophie >Solipsismus< und der wird so erklärt:


    Solipsismus ist eine erkenntnistheoretische Lehre, die alle Gegenstände der Außenwelt und auch sogenannte fremde Ichs

    nur als Bewusstseinsinhalte des als allein existent angesehenen eigenen Ichs sieht.

    Wir sind der Stoff aus dem die Träume sind und unser kleines Leben umfasst ein Schlaf.

    William Shakespeare


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    :study:Madeline Miller - The Song Of Achilles

  • Gute Idee — Farast werde heute ebenfalls weiter lesen. Möchte euch noch mitteilen, fahre heute Abend für eine Woche in die Schweiz, werde versuchen etwas zu lesen. Allerdings man weiss ja wie das ist mit einem Familientreffen:wink: Aber ich werde mich auf jeden Fall melden.


    Muss mich noch etwas orientieren. Leinwand - Sie hat diese doch in der Metropolitan unter der Haupttreppe aufgestellt.

  • Gut, dass wir langsam weiterlesen, denn der Einstieg fiel mir diesmal richtig schwer. Das ist derartig verwirrend, wie Kate denkt. Dieses ständige Ja, Nein, vielleicht, es war so oder dann doch nicht so, macht mich ganz kirre.


    Das hätte ich gern gesehen wie sie eine über 4 Quadratmeter große Leinwand eine Treppe raufwuchtet.

    Das hätte ich auch zu gerne mal gesehen 8) Mit anderen Worten, ich tippe da auch auf Fantasie.


    Wie gesagt, der Einstieg war echt schwer und ich kann jetzt nur rauszupfen, was mir ins Auge fiel. Und höre mich zum guten Schluss vielleicht sogar selbst noch so an wie Kate (falls die Gute überhaupt so heißt und nicht anders...)


    Diesen Satz habe ich mir angestrichen:

    Zitat von S. 53

    Die Sprache ist in solchen Fällen häufig ungenau, habe ich herausgefunden.

    Da bin ich doch mal bei ihr! Sprache empfinde ich oft als ungenau. Deshalb gibt es ja so etwas wie Kommunikation, wie ich in diesen Fällen zu sagen pflege und man kann nachfragen, wenn etwas unklar ist.

    Und jetzt lasse ich mal meinen Gedankenströmen etwas freien Lauf . :wink: Bei Kate fehlt einfach diese andere Person. Dieses Gegenüber. Hatte hier im Thread nicht wer geschrieben, dass damit dieses Tippen ihrer Gedanken eine Art Kommunikation mit sich selbst ist? serjena ? Mir fällt es gerade nicht mehr ein.


    Ich picke mir mal das Ruderboot als Beispiel heraus was mich immer so kirre macht an Kates Art zu denken schreiben. Da entströmte ein tiefer Seufzer in mir, während des Lesens, als sie sich wieder korrigierte und richtig stellte, dass dies ihr zweites Ruderboot wäre mit all den anderen Zusatzinfos die bröckchenweise ihr entschlüpfen. Ständig korrigiert sie sich, stellt richtig und springt von einem Thema zum nächsten um vielleicht oder dann doch nicht auf das ursprüngliche Thema zu kommen. Und das alles macht das Lesen recht schwerfällig.


    Genug gejammert, ich springe mal wieder nach guter alter Kates Manier zum nächsten Punkt, den ich unterstrichen habe:


    Zitat von S. 54

    Obwohl ich häufig Sätze in Büchern unterstrich, die ich gar nicht lesen musste, war ich auf der Universität ganz gut. Wirklich.

    Sie schien schon immer gerne abzuschweifen, meine ich daraus zu entnehmen. Und wie es scheint hat sie einen höheren Bildungsstand (Stichwort Uni), wobei das nichts darüber aussagt, wie gut oder wie schlecht sie war und ob sie überhaupt einen Abschluss geschafft hatte.


    Hatte sie eigentlich vorher schon mal Kassandra erwähnt? :-kWie auch immer, jetzt tut sie es. Kassandra die Seherin, die sie zusammen mit dem Wörtchen herumlauern in Verbindung bringt. Und von der sie folgendes sagt:


    Zitat von S. 55

    Nicht dass irgendjemand jemals gelernt hat, je einem Wort, das Kassandra jemals gesagt hat, Aufmerksamkeit zu schenken. Allerdings.

    Schenkte man Kates Worten auch keine Aufmerksamkeit? Als sie auf irgendetwas hinweisen wollte? Mal so aus dem Fenster gelehnt zu schreiben.


    Mir kommt mittlerweile das Buch wie ein riesiges, modernes Gedicht vor. Ständig stupsen die Wörter weitere Gedankengänge in mir an. Das kann man gar nicht alles in Worten fassen.


    Das nächste was ich mir unterstrichen habe war folgendes:


    Zitat von S. 56

    Es kann einen traurig machen, wenn man sich selbst hinein in ein Geschäft voller Bücher lässt und unfähig ist, auch nur ein einziges zu erkennen.

    Das kann einen in der Tat traurig machen. Und dann springt sie wieder weiter zu dem Gemälde, dass sie schon mal erwähnt hatte, das Haus. Diesmal ist sie sich (fast) sicher, dass dies das Haus ist, das gebrannt hatte. Auf jeden Fall wäre es diesem Haus ähnlich.


    Eine interessante Stelle habe ich schon gefunden. Da betritt Herr Wittgenstein mal wieder die Bühne.

    Das ist die Stelle an der sie die Existenz des Gemäldes an der Wand davon abhängig macht, ob sie hinschaut oder nicht.

    Diese Stelle habe ich mir auch angestrichen.


    Hieße ja, das die Welt sozusagen durch unsere Wahrnehmung, unsere Beobachtung ins Leben gerufen wird. Wir erschaffen

    die Welt. Ich habe das immer für absurd gehalten. Das nennt man in der Philosophie >Solipsismus< und der wird so erklärt:


    Solipsismus ist eine erkenntnistheoretische Lehre, die alle Gegenstände der Außenwelt und auch sogenannte fremde Ichs

    nur als Bewusstseinsinhalte des als allein existent angesehenen eigenen Ichs sieht.

    Siehst du, da wäre ich niemals nie darauf gekommen. Danke dir, auch für die Erklärung. Solipsmus also. Klingt ja echt absurd. Passt aber gut zu dem Buch. Und beginnt mich gerade sehr zu verwirren, wenn ich darüber nachdenke was das für das Buch heißen würde. Ich lasse das mal erstmal sacken und "hüpfe" zum nächsten Punkt.


    Wieder das Gemälde, über das sich Kate Gedanken macht. Die Leinwand als eine Art Wirklichkeit, die man sich selbst erdenkt. Mir geht das mit dem Solipsmus gerade im Kopf rum. Kate schreibt irgendwann folgendes:


    Zitat von S. 58

    Dennoch, es ist beinahe, als ob man die ganze Welt malen könnte, und auf jedwede gewünschte Art und Weise.



    Ich zitiere noch folgenden Satz:


    Zitat von S. 59

    Obwohl es vielleicht auch Müdigkeit war, hinter dem Schleier des Wahnsinn, der mich beschützt hatte, und der an diesem Nachmittag entschwunden war.

    Da kommen mir mehrere Dinge in den Sinn. War Kate wahnsinnig? Ist Kate wahnsinnig? Wieso hat ihr Wahnsinn sie beschützt? Und wenn dem so war, vor was. Und was war passiert, als der Schleier entschwunden war? Völliger Absturz? Erkenntnis?


    Dazu passt der nächste Satz irgendwie:


    Zitat

    Ich rannte in eine Gasse, die in Wirklichkeit eine Sackgasse war.

    Da fühle ich mich auch gerade. :-,


    Und dann wäre ich bei einem Gemälde angekommen, dass man in dem Umfang so niemals tragen kann. Eine Last, die Kate zum straucheln bringt. So langsam bekomme ich eine Art Vorstellung von ihrem Alter und tippe auf jeden Fall um eine Frau rund um die 50 (bin mal gespannt, ob sie auch das relativieren wird; irgendwann im Laufe des Buches)


    Wie man unschwer meinen Worten entnehmen kann, dass klingt ganz schön verwirrend das alles.

    Nimm dir Zeit für die Dinge, die dich glücklich machen.


  • Da fühle ich mich auch gerade. :-,


    Und dann wäre ich bei einem Gemälde angekommen, dass man in dem Umfang so niemals tragen kann. Eine Last, die Kate zum straucheln bringt.

    Ich glaube, so mit der Zeit fangen wir, wenn wir nicht aufpassen, auch an so zu kommentieren wie Kate schreibt und denkt.:shock:


    Sie fängt ja nicht nur an zu straucheln, sondern hat das Gefühl wie Ikarus aufzusteigen und wie Ikarus zu fallen. Nur hat sie keine Flügel sondern

    hängt an einem Gemälde. Ist ja fast schon witzig. Andererseits heißt es ja. "The higher you fly, the deeper you fall."

    Erinnert mich irgendwie an ihre rätselhaften Worte: Once I had a dream of fame.

    Vielleicht sehe ich da auch zuviel, aber das ist Kates Schuld. Die macht mich zunehmend verrückt. Oder verwirrt?


    Zum Rest dieser 10 Seiten dann etwas später. Ich muss mich sammeln.

    Wir sind der Stoff aus dem die Träume sind und unser kleines Leben umfasst ein Schlaf.

    William Shakespeare


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  • Dieses Gegenüber. Hatte hier im Thread nicht wer geschrieben, dass damit dieses Tippen ihrer Gedanken eine Art Kommunikation mit sich selbst ist? serjena ? Mir fällt es gerade nicht mehr ein.

    Kann sie überhaupt anders? Durch dieses Tippen erhält sie ihre selbsterschaffene Welt aufrecht. Sie spricht also mit einem Double ihrer selbst

    um zu bestätigen was bestätigt werden muss. Gefangen in diesem sich immer wiederholenden und zwanghaft korrigierenden

    (verdammten) Wittgensteinschen Tractatus. Ich frage mich allerdings was denn der Status war, als sie sich für wahnsinnig erklärt hat. Da geht

    sie nicht näher darauf ein. All diese Fragen! Und wir können nicht sicher sein, ob Herr Markson uns all die Fragen beantwortet. Ich fürchte

    manchmal das er das gar nicht tut.:-?:-?

    Ständig korrigiert sie sich, stellt richtig und springt von einem Thema zum nächsten um vielleicht oder dann doch nicht auf das ursprüngliche Thema zu kommen. Und das alles macht das Lesen recht schwerfällig.

    Wie im Hamsterrad gefangen. Immer und immer wieder Aussage und Korrektur und Aussage und dann nächstes Thema. Irgendwie geht da

    nichts vorwärts sondern tappst auf der Stelle, oder besser dreht sich im Hamsterrad.

    Wieder das Gemälde, über das sich Kate Gedanken macht. Die Leinwand als eine Art Wirklichkeit, die man sich selbst erdenkt. Mir geht das mit dem Solipsmus gerade im Kopf rum. Kate schreibt irgendwann folgendes:

    Das ist ja auch wieder ein Beispiel für den Solipsismus. Sie malt oder denkt sich die Welt so wie sie will. Nur das >Ich< existiert.


    Oh Mann.........Gerade fiel mir Pippi Langstrumpf ein: Ich mach mir die Welt wiediewiediewie sie mir gefällt!

    Das zum Thema Solipsismus.


    Ich sollte jetzt aufhören und zur Entspannung einen Whisky trinken ..................:drunken:

    Wir sind der Stoff aus dem die Träume sind und unser kleines Leben umfasst ein Schlaf.

    William Shakespeare


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    :study:Madeline Miller - The Song Of Achilles

  • ich sehe gerade einen Film namens >The Oxford Murders<. Der Film begann mit einer Szene in der ein Professor über den Tractatus

    von Wittgenstein sprach. Wittgensteins Theorie ist in diesem Film auch ein wichtiger Teil der Handlung. Verrückt nicht wahr.

    Das passiert mir übrigens öfter. Wenn ich mich mit einem Buch sehr intensiv beschäftige tauchen Bezüge aus anderen Quellen wie

    Internet, TV oder auch anderen Büchern auf, ohne das ich sie bewusst suche.:shock:

    Wir sind der Stoff aus dem die Träume sind und unser kleines Leben umfasst ein Schlaf.

    William Shakespeare


    :study:David Markson - Wittgenstein`s Mistress

    :study:Madeline Miller - The Song Of Achilles

  • Ich melde mich zurück aus der Stadt, die niemals schläft!


    Im Metropolitan Museum musste ich unvermittelt an Kate denken: wie sie durch die Museen der Welt strawanzt. Und dass sich in den Museen nach wie vor die Ausstellungsobjekte befinden, aber eben keine Menschen mehr. Die hat Kate sich weggedacht.


    Offenbar sind die Menschen für sie das, was sie "Gepäck" nannte: Ballast, den man abwerfen kann/soll/muss.

    Leider (?) gelingt ihr das aber mit ihren Erinnerungen nicht.


    Dann werde ich zusehen, den Anschluss zu finden an Euch.

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    :musik:Ian Rankin, Ein reines Gewissen.

  • Ich komme einfach nicht zum Lesen :-, Familie :wink:


    Allerdings eine Anmerkung zum, wie drawe schreibt „Ballast abwerfen“.

    All diese Szenen weisen ebenfalls, (das mit den Uhren habe ich sicher schon einmal in diesem Sinn erwähnt:scratch:) auf das abwerfen von Ballast hin. Sicher werden wir auf weitere solche Hinweise treffen - denn Erinnerungen lassen sich nicht so einfach wie Gegenstände „entsorgen“ - somit bedient sich Kate diesen Mitteln.

  • ich sehe gerade einen Film namens >The Oxford Murders<. Der Film begann mit einer Szene in der ein Professor über den Tractatus

    von Wittgenstein sprach. Wittgensteins Theorie ist in diesem Film auch ein wichtiger Teil der Handlung. Verrückt nicht wahr.

    Das passiert mir übrigens öfter. Wenn ich mich mit einem Buch sehr intensiv beschäftige tauchen Bezüge aus anderen Quellen wie

    Internet, TV oder auch anderen Büchern auf, ohne das ich sie bewusst suche.:shock:

    Hier ist es mir noch nicht passiert, aber bei anderen Büchern oder Dingen die mich gedanklich stark beschäftigen. Also kenne ich das auch recht gut.


    All diese Fragen! Und wir können nicht sicher sein, ob Herr Markson uns all die Fragen beantwortet. Ich fürchte

    manchmal das er das gar nicht tut. :-?:-?

    Wenn noch nicht mal ein Hauch einer Erklärung käme, wäre das irgendwie schon schräg. :shock:


    Oh Mann.........Gerade fiel mir Pippi Langstrumpf ein: Ich mach mir die Welt wiediewiediewie sie mir gefällt!

    Das zum Thema Solipsismus.

    Stimmt, Pippi ist ja das perfekte Beispiel für Solipsismus! :lol: Ich frage mich gerade, ab wann wir anfangen werden uns das Buch so zu machen, wie es uns gefällt. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass jede Leserschaft etwas anderes in diesen Worten finden könnte. Ich würde ja zu gerne einen Blick in eure erste MLR hineinwerfen, ob ihr ähnliche Gedankengänge wie in dieser MLR hattet oder noch mal andere Überlegungen zu dem allen. Aber ich verkneife es mir mal bis zum Schluss. Ich kenne mich zu gut und weiß, dass ich mich höchstwahrscheinlich davon beeinflussen lassen würde. Und dann würde ich nur noch so aussehen: :geek:

    Nimm dir Zeit für die Dinge, die dich glücklich machen.


  • Irgendwie habe ich das Gefühl, dass jede Leserschaft etwas anderes in diesen Worten finden könnte. Ich würde ja zu gerne einen Blick in eure erste MLR hineinwerfen, ob ihr ähnliche Gedankengänge wie in dieser MLR hattet oder noch mal andere Überlegungen zu dem allen.

    Das ist recht schwierig zu beantworten. Einige Gedankengänge sind unseren ähnlich, Andere weichen ab. Insgesamt gesehen passt deine Theorie,

    dass jede Leserschaft etwas anderes finden kann recht gut. Das Problem liegt aber auch im weiteren Verlauf des Romans. Da gab es in der letzten MLR

    Brüche und der ein oder andere hat einfach aufgegeben. Könnte sein. dass wir das auch erleben.

    Wir sind der Stoff aus dem die Träume sind und unser kleines Leben umfasst ein Schlaf.

    William Shakespeare


    :study:David Markson - Wittgenstein`s Mistress

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