David Markson - Wittgensteins Mätresse (ab 17.02.2020)

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  • Wittgensteins Mätresse - Anfang bis Ende - Seiten 1-336

    Hinweis: Bitte gebt euren Beiträgen eine Überschrift mit den Abschnitten/Seitenzahlen, auf die ihr euch bezieht. Schreibt diese einfach in die erste Zeile eures Beitrags und formatiert sie anschließend mit dem H-Button als "Überschrift 1".

    1. (Ø)

      Verlag: Berlin Verlag


  • Hallo ihr Lieben,


    ich lese diese englische Ausgabe. Hier fehlt übrigens das Nachwort von Frau Jelinek.

    Wir sind der Stoff aus dem die Träume sind und unser kleines Leben umfasst ein Schlaf.

    William Shakespeare


    :study:T.C. Boyle - Sind wir nicht Menschen (stories)

    :study:James A. Michener - Die Kinder von Torremolinos

  • Gestern habe ich mich an meinen ersten und eigentlich recht gelungenen Versuch mit Herrn Wittgensteins Mätresse erinnert.

    Ohne die anderen mutigen Menschen in der damaligen MLR hätte ich es wohl nicht geschafft.

    Auf jeden Fall fielen mir dazu ein paar Zeilen aus einem anderen Werk ein, die eigentlich ganz gut passen.


    Manche verlieren ihren Verstand und sind nur noch Seele.

    Doch einige Menschen werden nie verrückt.

    Welch schreckliches Leben müssen sie führen.


    Charles Bukowski

    Wir sind der Stoff aus dem die Träume sind und unser kleines Leben umfasst ein Schlaf.

    William Shakespeare


    :study:T.C. Boyle - Sind wir nicht Menschen (stories)

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  • Hallo zusammen,


    Am Montag geht es los und da wir ja vielsprachig lesen (deutsch, englisch, italienisch) schlage ich vor am 17. einfach mal mit den ersten 20

    Seiten zu beginnen. In der englischen Ausgabe geht das bis zu den Sätzen:


    I do not mean in the cases of people like Winston Churchill or the Bronte sisters or the Queen or Dylan Thomas, obviously.

    Still, this saddened me.


    Seid ihr einverstanden?

    Wir sind der Stoff aus dem die Träume sind und unser kleines Leben umfasst ein Schlaf.

    William Shakespeare


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  • Seid ihr einverstanden?

    Kein Problem, können wir gerne machen! Ich muss nur auf die richtigen Stichworte dann achten. Falls es sich irgendwo in der Mitte der Seite oder so befinden sollte.


    Ich freue mich ja schon wirklich auf die gemeinsame Lektüre, aber so langsam kriege ich so etwas ähnliches wie Bammel. Liest sich das Buch denn wirklich so schwierig? Aber wie auch immer, die Vorfreude überwiegt :dance:Merkwürdiger wie meine aktuelle Lektüre kann es auf jeden Fall nicht werden :lol:


    Wie habt ihr das denn eigentlich mit den Leseabschnitten bei eurer ersten MLR gehalten? Habt ihr etwas festes ausgemacht oder dann beim Schreiben der Beiträge ungefähr beschrieben wo ihr ca. seid?

  • h freue mich ja schon wirklich auf die gemeinsame Lektüre, aber so langsam kriege ich so etwas ähnliches wie Bammel. Liest sich das Buch denn wirklich so schwierig?

    Schwierig lesen tut sich das eigentlich nicht. Vom Stil her hat mich das oft an die einfachen Sätze von Herrn Hemingway erinnert. Allerdings ist

    es nicht ganz einfach dem <stream of conciousness< der Protagonistin zu folgen. Mit den Seiten gewöhnt man sich aber daran, dass sie von

    Hölzchen auf Stöckchen und zurück springt. Es ist aber spannend herauszubekommen was da wirklich dahintersteckt..........

    Wie habt ihr das denn eigentlich mit den Leseabschnitten bei eurer ersten MLR gehalten?

    Soweit ich mich erinnere, habe wir damals alle die englische Ausgabe gelesen und uns so circa 30 Seiten vorgenommen und die dann bearbeitet.

    Es gab während der Runde zuweilen auch Brüche und Stillschweigen, aber wir haben es zu Ende gebracht. Ich weiß aber nicht mehr ob alle am

    Schluss noch dabei waren....................

    Nur Mut. Wir versuchen das einfach und dann schauen wir wo wir landen.............

    Wir sind der Stoff aus dem die Träume sind und unser kleines Leben umfasst ein Schlaf.

    William Shakespeare


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  • Einen wunderschönen Guten Morgen Zusammen,


    ich hoffe eure Nacht war etwas weniger stürmisch, wie hier im Saarland. Im Moment hält mich Kaffee aufrecht, denn was tut man wenn der Wind ums Haus tobt? Genau! Lesen! Dann starten wir mal ins Vergnügen von "Wittgensteins Mätresse". Und jetzt gleich mal ein Geständnis, eigentlich wollte ich mich ja vorher wenigstens etwas über Wittgenstein kundig machen. Wenn man es schon mit ihm im Titel zu tun hat bzw. mit seiner Mätresse, wäre es ja doch von nutzen. Ich hätte es gerade mal geschafft mir dieses Video auf YouTube anzuschauen.


    taliesin hatte uns ja einen ersten Abschnitt vorgeschlagen, der in der deutschen Ausgabe bis zum ersten Satz auf Seite 26 ginge.


    Ich bin wirklich sehr gespannt wie euer erster Eindruck von dem Text ist. Mein erster war: Nichts genaues weiß man. Da gibt es also eine Frau -irgendwo zwischen 40 und 58- deren Gedankenströme man als Leser ausgesetzt ist. Da ist man zunächst mal ziemlich verwirrt. Wo erzählt sie die Wahrheit, wo ist es Phantasie, wo vermischt sich das alles, was kann ich glauben, was nicht, wo kann ich ansetzen?


    Hat sie ein traumatisches Erlebnis erlebt? Und könnte es etwas mit ihrem Sohn namens Simon zu tun haben, den sie erwähnt? Irgendwie empfand ich sie da -warum auch immer- am glaubwürdigsten. Was hat es mit den Häusern auf sich, die sie angeblich abgebrannt hatte? Teile ihres Lebens, die sie hinter sich gelassen hatte? Aus Schmerz? Und wie bekomme ich Wittgensteins Philosophie mit in meine ganzen Überlegungen? Im verlinkten Video geht es ja um Sprache. Das nur das beschrieben wird, was man wirklich sieht. So ähnlich bekommen es meine müden Gedanken zusammen. Nur wie passt das jetzt zur "Mätresse" Wittgensteins. Denn sie beschreibt ja alles. Hach, einfach ein toller Anfang, der mir obwohl ich noch nie so viele Fragen auf einmal hatte, gefällt. Mal sehen ob das über das ganze Buch über anhält :lol:


    Ach ja, und die beiden Nachworte habe ich auch erst mal nicht gelesen. Wie schaut das bei euch aus?

  • Abschnitt 1: (engl. bis Seite 20 / deutsch bis Seite 26)


    Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.

    Ludwig Wittgenstein


    Da geht es doch schon los, denn das ist es wohl worum unsere Ich-Erzählerin in ihrer totalen Einsamkeit kämpft. Sie versucht verzweifelt ihre

    Welt mit Begriffen einzuordnen und auszuloten. Das gelingt ihr wohl nur bedingt, weil sie sich ständig selbst korrigiert, sich widerspricht und

    dann wohl doch in die Welt der Imagination eintaucht.

    Aber langsam. Fangen wir an mit der Frage: Was ist passiert? Wo ist sie? Sind ihre Reisen logisch nachvollziehbar? War sie verrückt? Ist sie es

    immer noch? Und was zum Teufel liegt dieser Einsamkeit zugrunde? Ein Trauma? Eine Apokalypse?


    Ja, Farast . Viele Fragen und ob wir sie alle beantworten können wird sich zeigen.



    Hat sie ein traumatisches Erlebnis erlebt? Und könnte es etwas mit ihrem Sohn namens Simon zu tun haben, den sie erwähnt?

    Könnte sein, aber wie kann es sein, dass sie den Namen ihres toten Sohnes mit dem ihres wohl ebenfalls toten Mannes verwechselt.

    Und was hat es mit diesen wiederkehrenden Feuerunfällen auf sich?


    Zitat

    Now and again things burn. I do not mean only when I have set fire to them myself, but out of natural happenstance.

    Ich habe mich da gefragt ob Sohn und Ehemann in einem Feuer umgekommen sind. Das würde als Auslöser eines Traumas ja durchaus passen.

    Hat sie ein traumatisches Erlebnis erlebt? Und könnte es etwas mit ihrem Sohn namens Simon zu tun haben, den sie erwähnt?

    Das hier gibt zu denken:

    Why I burned the first one I would rather not go too deeply into. I did that quite deliberately, however.

    That was in Mexico, on the morning I had visited poor Simon`s grave.

    Well, it was the house we all lived in. I honestly believed I had planned to stay on for a time.


    Simon! Aber was ist mit Adam passiert?


    Zu Wittgensteins Thorie.


    Es ist übrigens wohl auch so, dass man nur etwas sehen und einordnen kann wenn es

    beschreibbar ist. Also unsere Wahrnehmung ist nach Wittgenstein abhängig von Begriffen und Sprache. Das halte ich übrigens für eine zu flache

    Sicht der Welt. Bei der Zen-Philosophie fängt die Welt jenseits der Begriffe erst richtig an interessant zu werden. Dazu aber wohl später noch.

    Wittgensteins Philosophie zeigt sich in zwei Aussagen unserer Erzählerin. Aber das kommt erst im nächsten Abschnitt.


    Unser Denken und unsere Wahrnehmung setzt sich nur durch Sprache und Begriffe wirklich zusammen. Alles andere wäre eben ver-rückt.

    So sagt Wittgenstein und in diesen Begriffen lebt unsere Erzählerin. Die Frage ist nur, ob sie da jemals wieder herauskommen kann. Was ist

    wenn Wittgenstein falsch liegt............?


    Aber ich renne glaube ich zu schnell voran.


    Ich kümmere mich mal um die Frage: Wo ist die Erzählerin gerade? An einer Küste irgendwo bei New York? Kann sie von da so einfach nach Europa

    in all die schönen Museen in denen sie angeblich gelebt hat? Sie war in Mexiko, fuhr über die Bering Strait, war in Russland, in Europa.....

    Da stimmt was nicht.............


    So, durchatmen. Ich warte dann mal was die anderen so für Eindrücke gewonnen haben.

    Wir sind der Stoff aus dem die Träume sind und unser kleines Leben umfasst ein Schlaf.

    William Shakespeare


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  • Fast vergessen. Die Sache mit dem Maler William Turner, seinen Seebildern und die Geschichte mit dem Schiffsmast.

    Ich liebe Turner und kenne natürlich auch die wirklich beeindruckenden Seebilder. Die Erzählerin verwechselt hier etwas, denn

    Turner hat sich sicher nicht an einen Mast binden lassen. Ein Bewunderer hat allerdings gesagt, dass seine Seebilder so realistisch

    wirken, als hätte er sich während eines Sturms an einen Mast gebunden.

    Aber da sie oft von Troja spricht, ist der Bezug wohl der, dass sich in der Iliad Odysseus an einen Mast binden lässt als um sich die Sirenen

    anhören zu können.

    Sie spricht also viel über Troja, sagt aber dann folgendes:

    Zitat

    Actually, the story of Turner beeing lashed to the mast reminds me of something, even though I cannot remember what it reminds me of.

    Sie ist schon ganz schön durcheinander, oder? Die Odysseus Geschichte müsste sie doch kennen.


    Es gibt natürlich auf diesen ersten Seiten noch viel mehr Ungereimtheiten und Brüche in ihrem Bewusstseinsfluss. Da muss man sich direkt

    mal fragen ob sie eine zuverlässige Erzählerin ist.

    Wir sind der Stoff aus dem die Träume sind und unser kleines Leben umfasst ein Schlaf.

    William Shakespeare


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  • Ich klinke mich mal kurz ein...:

    Fast vergessen. Die Sache mit dem Maler William Turner, seinen Seebildern und die Geschichte mit dem Schiffsmast.

    Ich liebe Turner und kenne natürlich auch die wirklich beeindruckenden Seebilder. Die Erzählerin verwechselt hier etwas, denn

    Turner hat sich sicher nicht an einen Mast binden lassen. Ein Bewunderer hat allerdings gesagt, dass seine Seebilder so realistisch

    wirken, als hätte er sich während eines Sturms an einen Mast gebunden.

    Natürlich stimmt die erste Assoziation mit der Odyssee, aber es gibt auch von Turner eine Anekdote (ob wahr oder nicht), wo es dazu kommt, siehe: https://books.google.fr/books?…r%20mast%20binden&f=false

    Jan Trefulka - Der verliebte Narr

    Banana Yoshimoto - Kitchen

    Ernst Wiechert - Wälder und Menschen

    Trésor de la poèsie indienne - Des Védas au XXIème siècle (Schatzkiste der indischen Poesie - Von den Veden bis ins XXI.Jahrhundert)

    Constant Tonnelier - 15 days of prayer with Saint Therese de Lisieux


    (Un-)Gelesenes: https://www.buechertreff.de/user/2161-tom-leo/#library

  • Danke für den Link @tomleo . Von der Geschichte hatte ich mal etwas in einem Buch über Turners Werk gelesen. Da wurde sie aber auch

    eher in den Bereich der Legende verwiesen. Ist aber schon interessant wie Markson das alles verarbeitet. ich bin mir ziemlich sicher, dass

    hinsichtlich der Geschichten die die Protagonistin von Troja erzählt auch so einige Fallstricke versteckt sind. Mal schauen was da so zu finden

    ist. Das wird nicht einfach............:scratch:

    Wir sind der Stoff aus dem die Träume sind und unser kleines Leben umfasst ein Schlaf.

    William Shakespeare


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  • Ciao a tutti


    Freut mich dass es nun losgeht. Bin wunderbar überrascht wie fliessend es sich liest. Obwohl schon auf den ersten Seiten wird klar, das was Kate erzählt ist mit Bedacht zu lesen. Man kann ihrer Erzählung nicht vertrauen.

    Es gibt natürlich auf diesen ersten Seiten noch viel mehr Ungereimtheiten und Brüche in ihrem Bewusstseinsfluss. Da muss man sich direkt

    mal fragen ob sie eine zuverlässige Erzählerin ist.

    Es ist herrscht eine gewisse „Flatterhaftigkeit“ in diesem Fluss der Erinnerungen und wie weit das erzählte von der Wahrheit entfernt ist, sollte es eine Wahrheit geben, kann ich überhaupt nicht einschätzen.



    Die Frage wo sie dies schreibt drängt sich sehr schnell auf - man weiss sie lebt am Meer - Dünen - aber wo? Damit ich mich nicht lange damit „herumschlagen“ musste habe ich mich im Netz schlau gemacht. Somit erfährt man „Ihren Bericht tippt sie in einem Strandhaus an der amerikanischen Ostküste“ -

    Das Experiment von gestern, der Horror von heute



    Die ersten Seiten habe ich somit einfach gelesen, die Sprache und das was sie erzählt auf mich wirken lassen. Hin und wieder mit Post-it etwas markiert und seitlich Notizen gemacht.

    Es sind Welten welche auf den Leser einprasseln, Orte, Stätten, Namen und Landschaften welche eine unglaubliche Fülle an Bildern entstehen lassen.


    Was mir noch nicht gelingt mich mit Kate als Person so zu befassen, sie ist mir noch zu weit entfernt.

    Immer wieder erwähnt sie dass sie eigentlich verrückt sei - oder dass sie etwas nicht gemacht hätte wäre sie nicht verrückt gewesen.




    Dazu habe ich ebenfalls etwas gelesen. Denn Turner selbst hat dazu beigetragen, und es wurde in vielen Berichten wie auch im Film übernommen. Somit wird allenfalls ein Mythos schnell zur Realität.

    Fast vergessen. Die Sache mit dem Maler William Turner, seinen Seebildern und die Geschichte mit dem Schiffsmast.

    Ich liebe Turner und kenne natürlich auch die wirklich beeindruckenden Seebilder. Die Erzählerin verwechselt hier etwas, denn

    Turner hat sich sicher nicht an einen Mast binden lassen. Ein Bewunderer hat allerdings gesagt, dass seine Seebilder so realistisch

    wirken, als hätte er sich während eines Sturms an einen Mast gebunden

  • aber wo? Damit ich mich nicht lange damit „herumschlagen“ musste habe ich mich im Netz schlau gemacht. Somit erfährt man „Ihren Bericht tippt sie in einem Strandhaus an der amerikanischen Ostküste“ -

    Oh danke für den Link. jetzt erinnere ich mich auch, dass der Ort in Verbindung mit einer anderen Person später noch etwas genauer festgelegt wird.

    Es sind Welten welche auf den Leser einprasseln, Orte, Stätten, Namen und Landschaften welche eine unglaubliche Fülle an Bildern entstehen lassen.

    ja, das ist schon Füllhorn auch an literarischen und mythologischen Anspielungen die da auf den Leser einwirken. Der Sprachfluss ist zwar recht

    angenehm zu lesen, aber die Fülle an Anspielungen ist anfangs auch etwas verwirrend und entzieht sich ein wenig einer klaren Beurteilung.

    Erfahrungsgemäß kann ich aber berichten, dass man sich an Kates Gedankenwelt mit der Zeit anfreunden kann.

    (Das sie Kate heißt, erfahren wir auch erst später, aber es hilft einen Namen zu haben:wink:)

    Wir sind der Stoff aus dem die Träume sind und unser kleines Leben umfasst ein Schlaf.

    William Shakespeare


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  • Erfahrungsgemäß kann ich aber berichten, dass man sich an Kates Gedankenwelt mit der Zeit anfreunden kann.

    (Das sie Kate heißt, erfahren wir auch erst später, aber es hilft einen Namen zu haben:wink:)

    Gut dass sie Kate heisst las ich schon auf dem Klappentext, und für mich ist es schon noch wichtig damit ich mich mit einer Person identifizieren kann, ihren Namen zu wissen. Obwohl Kate mir leider noch fremd ist. Was ich jedoch schon sagen kann, sie ist meiner Meinung nach absolut nicht angepasst und sehr unkonventionell, das gefällt mir.
    Eine Frage stellt sich mir damit: Ist es ihr egal ob ich ihr glaube, legt sie Wert darauf, oder es muss einfach für sie stimmen?. (Das erinnert mich stark an Ripley Bogle, da wusste ich auch nie genau legt er Wert darauf dass ich ihm glaube, oder ist es ihm egal.)

  • Eine Frage stellt sich mir damit: Ist es ihr egal ob ich ihr glaube, legt sie Wert darauf, oder es muss einfach für sie stimmen?. (Das erinnert mich stark an Ripley Bogle, da wusste ich auch nie genau legt er Wert darauf dass ich ihm glaube, oder ist es ihm egal.)

    Schwierig. ich denke, dass wir mit dieser Frage noch etwas warten müssen bis wir Kate etwas näher gekommen sind. Im Moment scheint es so, als würde

    sie schon darauf Wert legen, wenn auch nur aus dem Grund ihre Verzweiflung, ihre Einsamkeit zu teilen. Sie sucht ja anfangs auch andere Lebewesen

    "Sometimes I left messages in the street" Wenn ich versuchen würde mich in ihre Situation (wie auch immer entstanden) hinein zu versetzen läuft es mir

    kalt den Rücken herunter.

    Wir sind der Stoff aus dem die Träume sind und unser kleines Leben umfasst ein Schlaf.

    William Shakespeare


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  • Sie sucht ja anfangs auch andere Lebewesen

    "Sometimes I left messages in the street" Wenn ich versuchen würde mich in ihre Situation (wie auch immer entstanden) hinein zu versetzen läuft es mir

    kalt den Rücken herunter.

    Das ist bei mir noch nicht angekommen, denn der Gedanke che e convinta di essere l'unica anima vivente al mondo - ist überzeugt, dass sie die einzige lebende Seele auf der Welt ist.

    Existiert nur in ihrer Wahrnehmung welche auch verzerrt sein kann (Sono pazza) und nicht der Realität entspricht. Sie hat sich ein Bild erschaffen und für sie ist es die Wahrheit.

  • Sie hat sich ein Bild erschaffen und für sie ist es die Wahrheit.

    Aber es bleibt auch die Frage, ob sie sich das erschaffen hat, oder ob dieses Bild zwangsweise durch ein Trauma entstand. Um nicht mit

    der Wahrheit leben zu müssen oder zu können, entsteht diese Welt ohne andere lebende Seelen.

    ich bin da noch unsicher..........?(

    Wir sind der Stoff aus dem die Träume sind und unser kleines Leben umfasst ein Schlaf.

    William Shakespeare


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  • Da sind ja schon einige Beiträge zusammengekommen :)


    Es ist übrigens wohl auch so, dass man nur etwas sehen und einordnen kann wenn es

    beschreibbar ist. Also unsere Wahrnehmung ist nach Wittgenstein abhängig von Begriffen und Sprache. Das halte ich übrigens für eine zu flache

    Sicht der Welt. Bei der Zen-Philosophie fängt die Welt jenseits der Begriffe erst richtig an interessant zu werden.

    Wittgensteins Philosophie klingt zwar interessant, aber ich sehe da auch ganz deutliche Grenzen. Jenseits vom Beschreibbaren beginnt doch eine ganze Welt. Was ist mit Gefühlen usw.? Spannend das Ganze jetzt im Kontext des Buches zu wissen. Danke dir für die Info!



    Dazu aber wohl später noch.

    Wittgensteins Philosophie zeigt sich in zwei Aussagen unserer Erzählerin. Aber das kommt erst im nächsten Abschnitt.

    Ich bin gespannt. Falls ich es überlesen sollte, baue ich auf euch!



    Unser Denken und unsere Wahrnehmung setzt sich nur durch Sprache und Begriffe wirklich zusammen. Alles andere wäre eben ver-rückt.

    So sagt Wittgenstein und in diesen Begriffen lebt unsere Erzählerin. Die Frage ist nur, ob sie da jemals wieder herauskommen kann. Was ist

    wenn Wittgenstein falsch liegt............?

    Du weißt aber auch Neugierde zu schüren! Mir ist gerade was in den Sinn gekommen, was Kate und ihre Erzählweise betrifft. Wahrscheinlich was völlig abstruses, aber ich schreibe es trotzdem mal hin. Wenn man Wittgensteins Theorie wortwörtlich nehmen würde, dann kann man ja tatsächlich von einem Ort zum anderen reisen. Quasi nur mit Hilfe einer herausgerissenen Seite eines Atlanten. Da wir uns ja im Kopf von Kate befinden, wäre das doch auch eine Möglichkeit. Dazu noch das was serjena geschrieben hat:


    Dazu habe ich ebenfalls etwas gelesen. Denn Turner selbst hat dazu beigetragen, und es wurde in vielen Berichten wie auch im Film übernommen. Somit wird allenfalls ein Mythos schnell zur Realität.

    Damit wäre ja das Ganze im Grunde fast schon sowas wie eine Parodie der Theorie von Wittgenstein. So eine Art Spaß oder so ähnlich. Man erzählt so lange etwas bis es existiert. Und vermutlich liege ich gerade meilenweit daneben und sollte erst noch weiterlesen.



    Sie sucht ja anfangs auch andere Lebewesen

    Ich weiß nicht. So wirklich intensiv sucht sie ja nicht. Mir ist so, als wenn sie sich abgrenzen würde. Oder treffender wie es serjena geschrieben hat, sie hat sich ihre eigene Realität erschaffen. Warum auch immer sie sich dafür entschieden hat. Das Stichwort Trauma bleibt bei mir noch im "Rennen".


    Ein wirklich interessantes Buch, das viele Rätsel aufgibt. Ziemlich schwere Kost, die locker daher kommt.



    Nochmal die Frage an die Runde, wie sollen wir es mit den Leseabschnitten halten? Hier gibt es ja -leider- keine Kapitel. Immer ein Stück und dann eine kurze Pause zum drüber austauschen? Und wie lange sollte das Stück sein? Auch wieder ca. 26 Seiten? Wobei sich ja taliesin mit dem Buch besser auskennt und bestimmt passende Stichwortsätze geben könnte. Was meint ihr?

  • Damit wäre ja das Ganze im Grunde fast schon sowas wie eine Parodie der Theorie von Wittgenstein. So eine Art Spaß oder so ähnlich. Man erzählt so lange etwas bis es existiert. Und vermutlich liege ich gerade meilenweit daneben und sollte erst noch weiterlesen.

    Nö, da liegst du, denke ich, gar nicht daneben. Markson könnte da schon andeuten, dass Wittgenstein in der Praxis einfach absurd ist. Wort- und

    Begriffsspielereien die schon in der Theorie eher holperig daherkommen. Sie zu leben ist so einseitig und überdies nicht hilfreich. Da gehen ja ganze

    Welten verloren. Und wie du schon sagst: "Was ist denn mit unseren Emotionen?" Oder besser: Wirkt Kate auf euch emotional? Selbst wenn sie über

    den Tod ihres Sohnes spricht kommt da für mich keinerlei Gefühl rüber.


    Zum Lesepensum würde ich vorschlagen, dass wir, wenn wir mit einem Abschnitt durch sind, den nächsten 20 Seiten Abschnitt (engl. / deutsch ca 26)

    nehmen. Wenn es mehr werden sollte können wir uns ja einigen. Ich versuche es jetzt erst einmal mit 20 Seiten und letztem Satz zu lösen.

    Wir sind der Stoff aus dem die Träume sind und unser kleines Leben umfasst ein Schlaf.

    William Shakespeare


    :study:T.C. Boyle - Sind wir nicht Menschen (stories)

    :study:James A. Michener - Die Kinder von Torremolinos

  • Es macht Freude eure Gedanken zu lesen. Eines möchte ich anmerken - so wie ich euch verstanden habe ist es eine philosophische Lektüre - dies ist leider überhaupt nicht mein Gebiet.8-[ Somit werde ich mich auf eure Eindrücke verlassen müssen, ohne dass ich gross dazu etwas beitragen kann.

    Wenn man Wittgensteins Theorie wortwörtlich nehmen würde, dann kann man ja tatsächlich von einem Ort zum anderen reisen. Quasi nur mit Hilfe einer herausgerissenen Seite eines Atlanten. Da wir uns ja im Kopf von Kate befinden, wäre das doch auch eine Möglichkeit.

    Wenn wir an die heutige Zeit denken, wir alle kennen diese Influencer welche von einem Ort zum andern reisen, sie sind einfach überall. Tolle Bilder ins Netz stellen. Es sich aber immer wieder herausstellt, vieles ist nur Fake. Dass es gut möglich ist mit Photoshop und ähnlichen Programmen dies zu Hause im Wohnzimmer nachzustellen. Wenn der Follower dies nicht merkt glaubt er es eigentlich ohne gross darüber nachzudenken.


    Ihr spricht von einem Trauma, hinterfragt euch deswegen. Allerdings was ich bisher gelesen habe, kann ich persönlich überhaupt nicht mit irgend welchen traumatischen Erlebnissen in Verbindung bringen. Denn ihre Erzählung klingt irgendwie "locker - flockig" man oder besser gesagt ich spüre keine Gefühlsbewegungen - auch nicht wie sie Simon oder Adam erwähnt. Ebenso wenn sie erzählt dass das erste Hause abgebrannt ist, man spürt nicht dass sie erschrocken ist darüber.


    Ich muss wirklich weiter lesen, damit Kate für mich "lebendig" wird, ich sie spüren kann.:-?


    Edit: Ich habe mir noch überlegt wie das was ich gelesen habe für mich klingt. Nun weiss ich es es klingt "statisch" - ich war dort - ich habe dies und das gemacht - ich habe dies und jenes gesehen - dies und das ist passiert - "lapidar".

    Genau deswegen kann ich eure Gedanken bezüglich einem Trauma nicht nachvollziehen.

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