Christina Henry - The Mermaid

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  • Autor - Titel / Serie:

    Christina Henry - The Mermaid


    Sprache: englisch

    Schlagworte: Märchen, Liebe, Verlust, Meerjungfrau, Seemannsgarn

    Verlag: Titan Books

    ISBN/ASIN: 9781785655708

    Bindung: Taschenbuch


    Autor:

    Christina Henry is the author of national bestselling Black Wings series featuring Agent of Death Madeline Black and her popcorn-loving gargoyle Beezle. Her dark fantasy novel Alice was one of Amazon’s Best Books of 2015 in Science Fiction and Fantasy, and came second in the Goodreads Choice awards for Best Horror. Christina enjoys running long distances, reading anything she can get her hands on and watching movies with samurai, zombies and/or subtitles in her spare time. She lives in Chicago with her husband and son.

    (Q The Mermaid)


    Inhalt:

    Once there was a fisherman who lived on a cold and rocky coast and was never able to convince any woman to come away and live in that forbidding place with him. One evening he pulled up his net and found a woman in it. A woman with black hair and eyes as grey as a stormy sea and a gleaming fish's tail instead of legs.


    The storm in her eyes rolled into his heart. She stopped her thrashing and crashing at his voice, though she did not understand his words. But her eyes had seen inside of him, and his loneliness caught her more surely than the net. So she stayed with him, and loved him, though he grew old, and she did not.


    Remarks of this strange and unusual woman travelled from village to village and town to town, until they reached the ears of a man whose business was in the selling of the strange and unusual. His name was P.T. Barnum, and he'd been looking for a mermaid.

    ( Q The Mermaid)


    Meinung:

    The Mermaid - Christina Henry


    Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich an diese Geschichte völlig ohne Erwartungen herangegangen bin. Ich konnte mir nicht wirklich vorstellen was da auf mich zukommt und auch das Märchen um die kleine Meerjungfrau ist mir nicht mehr wirklich im Kopf.


    In der Einleitung zur eigentlichen Geschichte geht es darum, dass ein einsamer Fischer, weit im Norden (wie sich später herausstellt im Bundesstaat Maine), eines Tages ein merkwürdiges Wesen in seinem Netz hat. Dieses erschreckt und verwundert ihn. Obwohl es aussieht wie ein Wesen des Meeres (überall Schuppen, spitze Zähne, lange Krallen), erkennt er in dessen Augen auch etwas Besonderes, Sehnsucht, Hingabe, Stärke, etwas Wildes, selbst Liebe und so lässt es es wieder frei. Dieses Wesen nun erkennt auch in den Augen des Fischer so viel, dass es, obwohl freigelassen, zu ihm zurückkehrt, seine Ozeanhülle hinter sich lässt und sie beide ein gemeinsames Leben führen, bis der Fischer eines Tages auf See verloren geht und die Meerjungfrau mit ihrer Trauer und Sehnsucht allein zurückbleibt. Sie wartet nun lange Zeit und Gerüchte um sie gehen in den Dörfern herum. Da sie seit ihrem Auftauchen beim Fischer keinen Tag gealtert ist, schlagen die Gerüchte natürlich große Wellen und eines Tages erreichen sie auch New York und den Kuriositätensammler und -aussteller P.T. Barnum, der gerade im Moment auf der Suche nach einer Meerjungfrau ist.


    An dieser Stelle nun geht die eigentliche Geschichte um die Meerjungfrau Amelia los. Sie reist nach NY und muss sich mit Barnum, den vielen Menschen und Levi Lyman (der rechten Hand Barnums) auseinandersetzen. Amelia verkörpert hierbei eine recht starke Frau, was man an ihrem Durchsetzungsvermögen Barnum gegenüber recht gut erkennen kann, dennoch macht sie ab und an einen recht naiven Eindruck. Ich persönlich habe mich mit der naiven Seite recht schnell anfreunden können. Immerhin ist sie ein Wesen, welches den Umgang mit Menschen, insbesondere solchen wie in NY, nicht gewöhnt ist. Sie hat ihr bisheriges Leben praktisch nur mit dem Fischer Jack, weit weg von größeren Städten, verbracht. Ich fand, dass ihre doch stellenweise recht ausgeprägte, dominante Seite etwas zu vordergründig war und sich nicht sonderlich gut mit den kleineren, recht naiv wirkenden Patzern vertragen hat.

    Hinzu kommt, dass Amelia auch eine Gefangene ihrer Gefühlswelt ist. Ihre Liebe zur See, zu Jack und auch die sich entwickelnde neue Liebe stehen immer wieder in Konflikt zueinander.

    Wer mich kennt, weiß dass ich kein großer Freund von Liebesgeschichten bin. Ich muss aber zugeben, dass die Autorin das alles recht gut verpackt hat. Die Geschichte hat mich nicht vom Hocker gerissen, aber sie hat mich gut unterhalten. Zwar war ich nicht mit allem einverstanden (z.b. die bereits angesprochene Gefühlswelt Amelias oder die ach so wundersame Wasserheilung), aber immerhin habe ich mich nicht gelangweilt.


    Ich gehe aber mal davon aus, dass die Geschichte weiblichen Lesern sicherlich besser gefallen wird als mir. Ich habe es unvoreingenommen mit der Geschichte probiert. Die Geschichte hat sich zügig und flüssig gelesen und mich für ein paar Stunden gut unterhalten.


    Fazit:

    The Mermaid ist für mich keine grandiose Geschichte, aber immerhin eine recht gut unterhaltende, mit etwas Fantasy. Sie ist recht ruhig, hat aber durchaus auch ein paar spannende Einlagen, beschäftigt sich aber primär mit Verlangen, Sehnsucht und Liebe. An einigen Stellen kann man etwas Gesellschaftskritik erkennen und sie ist sogar so mutig reelle Menschen aus der Zeit (Mitte des 19.Jh) mit ins Boot zu holen (P.T. Barnum und Co.). Für mich war es nette, kurzweilige Unterhaltung, aber eben nicht so ganz mein Genre. Leser/innen, welche Erzählungen um Liebe und Sehnsucht mögen, werden sicherlich mehr davon haben als ich.



    :bewertung1von5::bewertung1von5::bewertung1von5:

    Lebenskunst besteht zu neunzig Prozent aus der Fähigkeit, mit Menschen auszukommen, die man nicht leiden kann.
    Samuel Goldwyn


  • Maine, irgendwann zu Beginn des 19. Jahrhunderts: Dem Fischer Jack Douglas geht eine Meerjungfrau ins Netz. Er ist sehr fasziniert von diesem Wesen, das gar nicht aussieht wie die Frau mit Fischschwanz, die man sich generell so vorstellt, und lässt sie nach einem kurzen Blickwechsel wieder frei.


    Einige Zeit später kehrt sie jedoch zurück, um ihn zu suchen, weil sie ihn nicht vergessen konnte. Sie geht an Land, und schließlich werden die beiden ein glückliches Paar, bis Jack Jahrzehnte später stirbt.


    Amelia, wie sie sich inzwischen nennt, weil ihren Meerjungfrauennamen kein Mensch aussprechen kann, bleibt alleine zurück, quasi alterslos, wie es bei ihren Artgenossen üblich ist. Sie vermisst Jack sehr, ist aber ansonsten nicht unglücklich in der Einsamkeit der Küste von Maine. Doch eines Tages taucht Levi Lyman im Dorf auf, ein Mitarbeiter des berühmt-berüchtigten P. T. Barnum, der von der waschechten Meerjungfrau gehört hat und diese Sensation nun unbedingt für sein New Yorker Kuriositätenkabinett haben will.


    Nach einigem Hin und Her willigt Amelia ein - allerdings zu ihren eigenen Bedingungen. Mit der "Fidschi-Meerjungfrau" hat Barnum für eine riesengroße Sensation gesorgt, die Kasse klingelt, doch wie es Amelia dabei geht, ist ihm herzlich egal ...


    Das Buch beginnt sehr gemächlich, fast unspektakulär, wenn man von der Existenz der Meerjungfrau selbst einmal absieht. Die schlichte und gleichzeitig pointierte Sprache hat mich jedoch von Anfang an in ihren Bann gezogen.


    Mit dem Auftauchen Levi Lymans in Amelias Fischerdörfchen kommt eine Welle in Bewegung, die mit Amelias Reise nach New York Fahrt aufnimmt und sich schließlich zu einer Woge von Ereignissen auftürmt, die ihre Protagonisten zu überrollen droht - aber auf subtile Weise, ohne Effekthascherei und übergroßes Drama.


    Wer eine schillernde Fantasygeschichte erwartet hat, wird womöglich enttäuscht sein; mir hat es aber gerade gefallen, dass die Meerjungfrau das einzige phantastische Element in der Geschichte bleibt, die ansonsten in einem ganz realen Umfeld angesiedelt ist und mit P. T. Barnum eine schillernde historische Gestalt beleuchtet (auch wenn Christina Henry im Nachwort erklärt, dass sie sich nicht in allem an die tatsächlich überlieferten Fakten gehalten hat).


    Der Sprung von einem kleinen Dorf am Meer in die brodelnde Großstadt wäre wohl nicht nur einer Meerjungfrau schwergefallen, doch Amelia hat den Kulturschock gleich in mehrfacher Hinsicht und (ver)zweifelt mehr als einmal an den Menschen, die so schwer zu verstehen sind, nie geradeheraus sagen, was sie denken, Frauen in unbequeme Kleiderschichten zwängen und zwar einerseits nach Sensationen gieren, andererseits aber keinerlei Verständnis für Andersartigkeit aufbringen.


    So kann man das Buch denn auch sowohl vordergründig als die Lebensgeschichte eines ungewöhnlichen Wesens als auch als Plädoyer für Toleranz und Gleichberechtigung und gegen Ausgrenzung, Fremdenfeindlichkeit und engstirnige Moralvorstellungen lesen. Mir haben beide Aspekte sehr viel Freude gemacht, und ich empfehle es gerne weiter, vor allem an Liebhaber der leiseren Töne.

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