Bücherwichteln im BücherTreff

Kate Bolick - Spinster. Making a life of one's own (ab dem 18.02.2019)

Spinster: Making a Life of One's Own

2.5 von 5 Sternen bei 1 Bewertung

Verlag: Crown

Bindung: Gebundene Ausgabe

Seitenzahl: 336

ISBN: 9780385347136

Termin: April 2015

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  • Guten Morgen liebe Mit-Lese-Begeisterten dieses Forums !


    Ab einem bisher noch recht unbekannten Zeitpunkt in der nahen Zukunft wollen wir eine Leserunde beginnen. Das "wir" ist bis jetzt die überwältigend große Gruppierung aus Buchmaus1001 und mir, hahaha. :shock: Den Starttermin habe ich noch offen gelassen, weil wir uns zu diesem Zeitpunkt noch nicht auf einen Tag geeinigt haben und weil wir andererseits aber gerne noch weitere Leute dazu kommen lassen wollen. Deswegen ! Falls Du, werter Leser dieses doch sehr unbeholfenen Threadtextes, Interesse an dem Buch hast, die Autorin schon kennst oder das Werk bereits auf deinem SUB hast oder du einfach Lust darauf hast, irgendein Buch (in diesem Fall eben Spinster) mit unserer illustren Runde der glorreichen 2 zu lesen, melde dich bei Buchmaus, bei mir oder direkt hier live im Thread. :loool:

    Starten soll es auf jeden Fall diese oder spätestens nächste Woche. =)


    Natürlich bin ich sehr gespannt auf das Buch und natürlich ebenfalls auf diese Leserunde, Buchmaus1001 ! Doch den Geschichtsverlauf, wie es dazu kam, dass wir ausgerechnet dieses Buch lesen wollen, will ich gar nicht ansprechen. Ich glaube, die Auswahl für uns war viel zu groß, sodass es eine Freude ist, dass wir uns für eines entscheiden konnten, hahaha. :loool:


    Und zu guter letzt haben wir noch gar nicht das Pensum des Lesens festgelegt, geschweige denn angesprochen ! Das Buch hat knapp 300 Seiten mit insgesamt 10 Kapiteln. Daraus ergeben sich viele Einteilungsmöglicheiten. Einige wenige Beispiele sind 2 Kapitel die Woche; 1 Kapitel pro 2 Tage; Sortierung nach Seiten; etc. etc. Lediglich 1 Kapitel pro Tag wäre mir allerdings zu schnell, denke ich. Irgendwie benötigen wir auch Zeit zum Verstehen, zum Austauschen und evtl sogar zum Diskutieren und Bequatschen. :loool:


    Ich freue mich und bin sehr gespannt ! =)

  • Cato Censorius

    Hat den Titel des Themas von „Kate Bolick - Spinster (ab dem ? 2018)“ zu „Kate Bolick - Spinster. Making a life of one's own (ab dem ? 2019)“ geändert.
  • :bounce: Klasse, dass du den Thread schon erstellt hast. Freu mich auf unsere gemeinsame Leserunde.


    Spontan sagt mir die zweite Lesevariante sehr zu, also 1 Kapitel pro 2 Tage. Was meinst du? Oder ginge dir das zu schnell?

    Ich :study: gerade:

    Flora Annie Steel - Englische Märchen

    Sherianna Boyle - Emotional Detox

  • Buchmaus1001

    Ne, ich denke, das ist völlig in Ordnung ! :loool:


    Wollen wir sonst vllt einfach gleich einen Tag festlegen ? Was hieltest du evtl von Montag ?

  • Montag passt super. Kapitel 1 also dann bis Dienstag. :) Freu mich schon!

    Ich :study: gerade:

    Flora Annie Steel - Englische Märchen

    Sherianna Boyle - Emotional Detox

  • Ich mich ebenfalls !


    Dürfte ich dich, liebe Squirrel, evtl bitten unseren Threadnamen zu "Kate Bolick - Spinster. Making a life of one's own (ab dem 18.2.2019)" zu ändern ? Denn jetzt haben wir ein Startdatum. =) Das wäre echt klasse ! :loool:

  • Squirrel

    Hat den Titel des Themas von „Kate Bolick - Spinster. Making a life of one's own (ab dem ? 2019)“ zu „Kate Bolick - Spinster. Making a life of one's own (ab dem 18.02.2019)“ geändert.
  • Dürfte ich dich, liebe Squirrel, evtl bitten unseren Threadnamen zu "Kate Bolick - Spinster. Making a life of one's own (ab dem 18.2.2019)" zu ändern ? Denn jetzt haben wir ein Startdatum. =) Das wäre echt klasse ! :loool:

    darfst Du :D viel Spaß Euch allen :winken:

    viele Grüße vom Squirrel

    :study: Rafik Schami - Die dunkle Seite der Liebe


  • Squirrel

    Vielen Dank ! :loool:



    Hab jetzt auch mit dem preface angefangen. Ich finde ihren Schreibstil so auf den ersten Moment sehr angenehm ! Bin weiterhin sehr gespannt.

    Außerdem hatte ich irgendwann letzte Woche auch nochmal "spinster" gegoogelt und das Wort ist ja wirklich aufgeladen ! Einerseits gesellschaftlich-traditionell als Symbol des Scheiterns einer Frau, in eine Ehe zu kommen, und andererseits feministisch als fundamentale Kritik am Patriarchat. Schwieriges Wort. Und er ist tatsächlich sehr einseitig, denn einen ähnlich negativ konnotierten Begriff gibt es für unverheiratete Männer in höherem Alter nicht.


    Der Titel könnte also bereits eine Kampfansage sein ! :loool: Allerdings nur eventuell. Denn sie fängt sehr entspannt und locker an. Bin allerdings nicht mal mit preface fertig. =)

  • Buchmaus1001

    Hoffentlich st es okay, wenn ich jetzt schon etwas zum Kapitel sage ! Hab es vorhin doch schon durchgelesen. =)

    Ich weiß gar nicht so genau, ob zu dem Buch gespoilert werden kann, deswegen kann ich nicht wirklich sagen, du solltest besser zuerst das Kapitel lesen. :loool: Aber ich denke, es macht keinen großen Unterschied.




    AUF JEDEN FALL muss ich meine Anfangsprognose des prefaces ernsthaft korrigieren. Damit meine ich meine Prognose bezüglich des Sprachlichen. Sie schreibt doch schwieriger als erwartet, hahaha. Ich muss doch hin und wieder Begriffe nachschlagen, Sätze 2-3mal lesen, wenige Einzelpassagen tatsächlich lediglich zu 50% verstanden übergehen oder 1-2 Seiten erneut lesen. Außerdem schreibt sie manchmal etwas bruchstückhaft oder stark paraphrasierend. Und letztendlich springt sie auch inhaltlich oft zwischen den Themen. Ihre Themen sind ja grob zusammengefasst ihre Vergangenheit, ihre Geburtstagsfeier zum 40., ihre Top 5 der Literatur und ihr Ausflug zum Haus von Edna Millay. Dazu kommen mehrere Exkurse beispielsweise zu Begriffgeschichte (spinster), vergangenen Religionen (Vestalinnen; antike Götterwelt) und soziokulturellen Phänomenen (Auswirkungen von Kriegen auf die Position von Frauen). Hoffe, ich hab nichts vergessen.


    Aber es ist eine Challenge ! :loool:

    Denn bisher finde ich ihre Berichte und Erzählungen sehr spannend und ergreifend.


    Besonders interessant ist natürlich ihr Bericht zum spinster an sich, als gesellschaftlich gescheiterte Frau. Gescheitert in der Gesellschaft und auch persönlich dadurch, dass sie es nicht geschafft hat, sich an einen Mann zu binden. Etwas ähnliches habe ich tatsächlich vor kurzem erst über "christmas cake" in Japan gelesen. Das ist ein Weihnachstkuchen, der ab dem 25. Dezember nicht mehr zu gebrauchen ist. Er wird nämlich nicht mehr gegessen, weil Weihnachten rum ist, und auch in den Läden kann er deswegen nicht mehr verkauft werden. Und als christmas cake werden daraus folgend dann auch Frauen bezeichnet, die es nicht geschafft haben bis zum 25 Lebensjahr zu heiraten. Und nett oder komplimentierend ist diese Bezeichnungen auch in Japan definitiv nicht gemeint. ^^




    Außerdem habe ich mir fest vorgenommen, wenn ich dazu komme, mal zu recherchieren, wie es in Deutschland ist und war mit der Stigmatisierung von unverheirateten Frauen (hab auch direkt mal nachgedacht. Kenne auch persönlich keine, denke ich ! Aber männliche sogar mehrere).

    Und ich will den Autorinnen und Literaturverweisen von Kate Bolick mal wenigstens teilweise nachgehen. :loool:

  • Das ist ein Weihnachstkuchen, der ab dem 25. Dezember nicht mehr zu gebrauchen ist. Er wird nämlich nicht mehr gegessen, weil Weihnachten rum ist, und auch in den Läden kann er deswegen nicht mehr verkauft werden.

    Krass! Davon habe ich noch nie gehört. :shock:

    Da kann man sich aber auch fragen, ob das so sinnvoll ist - wenn man bedenkt, dass ich anderen Ländern die Menschen sterben, weil sie nichts zu essen haben....



    Und als christmas cake werden daraus folgend dann auch Frauen bezeichnet, die es nicht geschafft haben bis zum 25 Lebensjahr zu heiraten. Und nett oder komplimentierend ist diese Bezeichnungen auch in Japan definitiv nicht gemeint. ^^

    Das finde ich ziemlich heftig. Aber es überrascht mich jetzt nicht so. Ich habe eine Freundin, die aus Hongkong kommt. Sie hat u. a. eine jüngere Schwester. In ihrer Kultur ist es üblich, dass die Kinder der Reihenfolge des Alters nach heiraten. Die Älteste zuerst - und er dann die jüngeren Geschwister. Und auch da der Reihe nach. Jetzt wollte die jüngere Schwester meiner Freundin heiraten, obwohl meine Freundin noch nicht verheiratet war. Von ihrer Familie wurde sie daraufhin unter Druck gesetzt. Die Schwester hat eine Zeitlang gewartet, aber i-wann hat sie dann doch geheiratet und meine Freundin wurde daraufhin lange Zeit von ihrer Familie gemieden. Inzwischen hat es sich wieder etwas beruhigt. Auch meine Freundin ist inzwischen verheiratet. Dennoch merkt man deutlich in ihrer Familie, dass sie nicht mehr den Stand dort hat, den sie früher mal hatte.

    wie es in Deutschland ist und war mit der Stigmatisierung von unverheirateten Frauen (hab auch direkt mal nachgedacht. Kenne auch persönlich keine, denke ich ! Aber männliche sogar mehrere).

    hab ich dich richtig verstanden? Du kennst mehrere männliche, unverheiratete Frauen? :P:mrgreen:



    Sorry, ihr zwei, ich wollte mich nicht einmischen.

    Bevor du urteilst, über mich oder mein Leben,
    ziehe meine Schuhe an und laufe meinen Weg,
    durchlaufe die Straßen, Berge und Täler,
    fühle die Trauer,
    erlebe den Schmerz und die Freuden
    ... und erst DANN urteile. :wink:

  • hab ich dich richtig verstanden? Du kennst mehrere männliche, unverheiratete Frauen? :P:mrgreen:

    Hahahaha :loool:

    Tatsächlich, voll in den Sand gesetzt diesen Satz. :shock: War mir gar nicht aufgefallen !



    Sorry, ihr zwei, ich wollte mich nicht einmischen.

    Gar nicht schlimm, hahaha. Zumindest von meiner Seite aus sind andere immer willkommen. =)

    Und besonders du, Falcon, natürlich immer wieder gerne ! :loool:


    Krass! Davon habe ich noch nie gehört. :shock:

    Da kann man sich aber auch fragen, ob das so sinnvoll ist - wenn man bedenkt, dass ich anderen Ländern die Menschen sterben, weil sie nichts zu essen haben....

    Mh, tatsächlich weiß ich es nicht, aber ich könnte mir vorstellen, dass er recycled und nicht weggeschmissen wird. Immerhin haben die Japaner auch eine umfassende Praxis des Recycling von Weihnachtsschokolade allgemein zu anderen Süßigkeiten, beispielsweise zum Valentinstag (meine ich zumindest, mich daran erinnern zu können ! :loool:).

    Nur kann der Weihnachtskuchen halt in dieser speziellen Form nicht mehr benutzt/verkauft werden und verliert damit seinen Sinn.



    Das finde ich ziemlich heftig. Aber es überrascht mich jetzt nicht so. Ich habe eine Freundin, die aus Hongkong kommt. Sie hat u. a. eine jüngere Schwester. In ihrer Kultur ist es üblich, dass die Kinder der Reihenfolge des Alters nach heiraten. Die Älteste zuerst - und er dann die jüngeren Geschwister. Und auch da der Reihe nach. Jetzt wollte die jüngere Schwester meiner Freundin heiraten, obwohl meine Freundin noch nicht verheiratet war. Von ihrer Familie wurde sie daraufhin unter Druck gesetzt. Die Schwester hat eine Zeitlang gewartet, aber i-wann hat sie dann doch geheiratet und meine Freundin wurde daraufhin lange Zeit von ihrer Familie gemieden. Inzwischen hat es sich wieder etwas beruhigt. Auch meine Freundin ist inzwischen verheiratet. Dennoch merkt man deutlich in ihrer Familie, dass sie nicht mehr den Stand dort hat, den sie früher mal hatte.

    Wahnsinn. Von individueller Entscheidungserlaubnis kann da echt keine Rede sein. Und dabei ist Hongkong bereits ein liberalerer Raum in China. Wie es dann in bäuerlichen oder inländischen Gebieten aussieht, will ich gar nicht wissen. Na, vielleicht doch, weil man davor nicht die Augen verschließen sollte, doch wahrscheinlich wäre dort "Standesverlust" noch eine unfassbar nette Bestrafung. =/

  • Zitat von Cato Censorius

    Besonders interessant ist natürlich ihr Bericht zum spinster an sich, als gesellschaftlich gescheiterte Frau. Gescheitert in der Gesellschaft und auch persönlich dadurch, dass sie es nicht geschafft hat, sich an einen Mann zu binden. Etwas ähnliches habe ich tatsächlich vor kurzem erst über "christmas cake" in Japan gelesen. Das ist ein Weihnachstkuchen, der ab dem 25. Dezember nicht mehr zu gebrauchen ist. Er wird nämlich nicht mehr gegessen, weil Weihnachten rum ist, und auch in den Läden kann er deswegen nicht mehr verkauft werden. Und als christmas cake werden daraus folgend dann auch Frauen bezeichnet, die es nicht geschafft haben bis zum 25 Lebensjahr zu heiraten. Und nett oder komplimentierend ist diese Bezeichnungen auch in Japan definitiv nicht gemeint. ^^

    Das wusste ich bisher auch nicht. Du kennst dich im asiatischen Raum gut aus, woher kommt das?


    Mit dem ersten Kapitel bin ich durch, hat ein bisschen gedauert, bis ich mich eingelesen hatte, aber ihren Schreibstil finde ich jetzt durchaus ansprechend.


    Sie ist also schon sehr früh auf den Trichter gekommen, diese „gesellschaftlichen Normen“ zu hinterfragen. Ich schreibe es hier bewusst in Anführungszeichen, da ich nicht sicher bin, ob sich das Heiratenwollen tatsächlich nur darauf zurückführen lässt.

    Im ersten Kapitel erwähnt sie ja auch, dass wir Menschen nach wie vor Rudeltiere sind, und ich denke, diese Tatsache zusammen mit einem Bedürfnis nach Sicherheit trägt nicht unwesentlich zu dem Wunsch bei.


    Am interessantesten fand ich die Abhandlung zum Begriff „spinster“. Das ist so ein typischer Begriff, der Übersetzer*innen immer wieder Kopfschmerzen bereitet. Denn soweit ich weiß, gibt es kein passendes Äquivalent im Deutschen. Auch der Begriff „Magd“ fasste ja früher nur die Jungfräulichkeit eines Mädchens auf. Am besten triffts vielleicht noch „alte Jungfer“, was definitiv pejorativ belegt ist.


    Über die Statistik im ersten Kapitel habe ich mich gewundert. 1890 hat es also 35% unverheiratete Frauen gegeben. Ob das noch eine direkte Auswirkung vom amerikanischen Bürgerkrieg war?

    Und 2013 sind es sogar 53%. Heißt aber dann doch, dass die Gesellschaft sich dahingehend schon grundlegend geändert hat. Aber vielleicht beleuchtet sie die Hintergründe ja noch etwas genauer im weiteren Verlauf.


    Hoffentlich geht sie auch noch näher auf den Unterschied zwischen „unmarried“ und „single“ women ein. So wie es bei ihr klingt, nimmt sie mehr Anstoß an dem Begriff „single woman“. Was meinst du?


    Zitat von The Falcon

    Sorry, ihr zwei, ich wollte mich nicht einmischen.

    Misch dich gerne öfter ein. Die Geschichte über deine Freundin finde ich schrecklich, aber trotzdem interessant. Es ist immer wieder erschreckend, was die Gesellschaft einzelnen Menschen antun kann.

    Ich :study: gerade:

    Flora Annie Steel - Englische Märchen

    Sherianna Boyle - Emotional Detox

  • Sie ist also schon sehr früh auf den Trichter gekommen, diese „gesellschaftlichen Normen“ zu hinterfragen. Ich schreibe es hier bewusst in Anführungszeichen, da ich nicht sicher bin, ob sich das Heiratenwollen tatsächlich nur darauf zurückführen lässt.

    Findest du ? Ihre kurze autobiographische Passage wirkte eher total stereotypisch auf mich. Deswegen bin ich noch etwas verwirrt, wie sie so sozialkritisch wurde. Sie beschrieb sich ja als körperzentriert, weil Jungs "männlich" (evtl hinschauend, schmeichelnd, aufplusternd, etc) auf sie reagierten, und sie beschrieb sich als unsicher ihrem Körper gegenüber, weil sie früh große Brüste bekam und den Neid ihrer Mitschülerinnen fürchtete. An einer Stelle meinte sie sogar, sie habe im Unterricht regelmäßig Zettel mit Freundinnen über crushes ausgetauscht und wolle als team leader in den inneren Zirkel der weiblichen soccer Mannschaft kommen.

    Ihre Reflexion wirkt bisher rückblickend auf mich, als habe sie ihre eigene Jugend erst später wirklich verstanden. Was denkst du ?




    Hoffentlich geht sie auch noch näher auf den Unterschied zwischen „unmarried“ und „single“ women ein. So wie es bei ihr klingt, nimmt sie mehr Anstoß an dem Begriff „single woman“. Was meinst du?

    Gute Frage, hab auch nochmal nachgelesen. ^^ Darauf geht sie ja auf dne Seiten 15f. ein und ich glaube, obwohl sie dabei viele Fragen stellt, macht sie das schon relativ früh klar. "unmarried" sind schlichtweg alle, die nicht verheiratet sind. "single" seien alle diejenigen, die noch nie verheiratet waren, sodass Witwen und Geschiedene unter "unmarried" fallen. Wobei, moment. So jetzt während des Schreibens ist es doch gar nicht so klar. Ja, doch, hoffentlich geht sie weiterhin darauf ein, hahaha. :loool:

    Aber ja, ich denke ebenfalls, dass sie eher ein Problem mit "single" hat, weil gerade diesem Begriff viel Negatives anhängt und dieser "Status" sogar rechtlich benachteiligt wurde (und wird ?). Aber evtl ist das in den USA anders als bei uns (gewesen) ?

    So viele Klammern. Verwirrend. =/


    Über die Statistik im ersten Kapitel habe ich mich gewundert. 1890 hat es also 35% unverheiratete Frauen gegeben. Ob das noch eine direkte Auswirkung vom amerikanischen Bürgerkrieg war?

    Und 2013 sind es sogar 53%. Heißt aber dann doch, dass die Gesellschaft sich dahingehend schon grundlegend geändert hat. Aber vielleicht beleuchtet sie die Hintergründe ja noch etwas genauer im weiteren Verlauf.

    Statistiken sind ja immer so eine Sache. Ihre Bedeutung ist oft genauso unermittelbar wie ihre Interpretationsmöglichkeiten zahllos. Interessant ist besonders, dass Bolick sie selbst erwähnt und fast nichts weiter dazu sagt. Wir könnten sie also selbst ebenfalls in alle Richtungen interpretieren. Aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass sie darauf nicht weiter eingeht.


    Das wusste ich bisher auch nicht. Du kennst dich im asiatischen Raum gut aus, woher kommt das?

    "asiatischer Raum" klingt so hochgestochen, hahaha. Tatsächlich betrifft es lediglich Japan, weil ich ein so großer Fan japanischer Comic-Literatur bin, dass ich auch Bücher zu anderen japanischen Themen förmlich verschlinge. :loool:

  • Zitat von Cato Censorius

    Findest du ? Ihre kurze autobiographische Passage wirkte eher total stereotypisch auf mich. Deswegen bin ich noch etwas verwirrt, wie sie so sozialkritisch wurde. Sie beschrieb sich ja als körperzentriert, weil Jungs "männlich" (evtl hinschauend, schmeichelnd, aufplusternd, etc) auf sie reagierten, und sie beschrieb sich als unsicher ihrem Körper gegenüber, weil sie früh große Brüste bekam und den Neid ihrer Mitschülerinnen fürchtete. An einer Stelle meinte sie sogar, sie habe im Unterricht regelmäßig Zettel mit Freundinnen über crushes ausgetauscht und wolle als team leader in den inneren Zirkel der weiblichen soccer Mannschaft kommen.

    Ihre Reflexion wirkt bisher rückblickend auf mich, als habe sie ihre eigene Jugend erst später wirklich verstanden. Was denkst du ?

    Das musste ich jetzt echt erst noch mal nachlesen, aber ja – du hast in jedem Fall recht! Erst nachdem ihre Mutter gestorben war, und da war sie 23, hat sie ihre „awakeners“ allmählich entdeckt. Sie muss also irgendwann zwischen 23 und 40 umgedacht haben. Ihre Jugendjahre hatte ich schon wieder völlig verdrängt. Hoffen wir mal, das liegt nur daran, dass ich mich erst eingrooven musste. ^^


    Zitat von Cato Censorius

    Aber ja, ich denke ebenfalls, dass sie eher ein Problem mit "single" hat, weil gerade diesem Begriff viel Negatives anhängt und dieser "Status" sogar rechtlich benachteiligt wurde (und wird ?). Aber evtl ist das in den USA anders als bei uns (gewesen) ?

    Du meinst damit, dass Singles zum Beispiel einen höheren Steuersatz bei uns bezahlen oder was genau? Wäre spannend, das für die USA in Erfahrung zu bringen. Werde gleich mal ein wenig recherchieren.

    Zitat von Cato Censorius

    Statistiken sind ja immer so eine Sache. Ihre Bedeutung ist oft genauso unermittelbar wie ihre Interpretationsmöglichkeiten zahllos. Interessant ist besonders, dass Bolick sie selbst erwähnt und fast nichts weiter dazu sagt. Wir könnten sie also selbst ebenfalls in alle Richtungen interpretieren. Aber irgendwie habe ich das Gefühl, dass sie darauf nicht weiter eingeht.

    Das wäre schade. Wozu dann überhaupt diese Statistik erwähnen? Bin gespannt, was noch so an historischen Hintergründen kommt.


    Zitat von Cato Censorius

    "asiatischer Raum" klingt so hochgestochen, hahaha. Tatsächlich betrifft es lediglich Japan, weil ich ein so großer Fan japanischer Comic-Literatur bin, dass ich auch Bücher zu anderen japanischen Themen förmlich verschlinge.

    Klingt aber auch nur so hochgestochen, weil ich mir nicht sicher war, wie weit dein Wissen reicht. Von Hongkong war ja schließlich auch die Rede. Und meine Kenntnisse über Japan, China und Asien im Allgemeinen sind sehr beschränkt, abgesehen von Indien vielleicht.

    Ich :study: gerade:

    Flora Annie Steel - Englische Märchen

    Sherianna Boyle - Emotional Detox

  • Ich habe heute schon mal ein bisschen vorgelesen, da ich morgen Abend unterwegs sein und keine Zeit haben werde, viel zu schreiben.


    In Kapitel 2 musste ich so einiges verarbeiten. Was sie vom Krankheitsverlauf bei ihrer Mutter erzählt, ist für mich schlicht ein Albtraum. Auch wenn sie kein Mitleid erwecken will, kann ich nicht anders als mitzufühlen, zumal ich zu meiner Mutter ein ähnlich enges Verhältnis habe.


    Um die 20 herum schleicht sich der Wunsch nach einem Single-Leben also allmählich ein, wenn auch nur schriftlich und im Geheimen. Interessant finde ich, dass sie den Begriff „spinster“, trotz des negativen Beiklangs für sich selbst nutzt - wobei sie ihn in ihrem Tagebuch auch zunächst scherzhaft gebraucht haben könnte.


    Zu Beginn ihres Berufslebens stellt sie sich Fragen, die sich wohl viele angehende Künstler stellen. In diesem Punkt kann ich mich unheimlich gut mit ihr identifizieren. Man fragt sich wirklich, ob man für sich selbst finanziell aufkommen kann, wie man an die erste Publikation kommt und so weiter.

    Damals, in einem meiner Übersetzungsseminare, haben wir Studenten die Berufsübersetzer gefragt, ob sie uns wertvolle Tipps geben könnten. Weißt du, was ihre Antwort war? „Sucht euch einen reichen Mann, alleine kann man davon nicht leben.“

    In dieser Situation ist es einfach doppelt schwer, auf einen Partner oder eine Partnerin an seiner Seite zu verzichten. Das wiederum sollte aber nicht der Grund sein, eine Partnerschaft einzugehen, und so dreht sich die Spirale, du verstehst, was ich meine, oder?


    An einer Stelle schreibt sie so etwas wie: Die Beziehung stand ihr irgendwie dabei im Weg, zu sich selbst zu finden. Und ich denke, hier würde ich ihr widersprechen. Ich bin überzeugt davon, wenn man eine respektvolle Partnerschaft hat und sich gegenseitig den nötigen Freiraum lässt, kann man auch währenddessen zu sich selbst finden.


    Ihre Mutter schien mit ihrer Familie durchaus glücklich, war aber auch frustriert, wie Kate schreibt. Und diese Spannung habe einen großen Einfluss auf ihr späteres Leben genommen. Klar! Analysiert man nicht automatisch, wie zufrieden die eigenen Eltern mit ihrem Leben sind und versucht dann, es besser zu machen?

    Ich :study: gerade:

    Flora Annie Steel - Englische Märchen

    Sherianna Boyle - Emotional Detox

  • Das musste ich jetzt echt erst noch mal nachlesen, aber ja – du hast in jedem Fall recht! Erst nachdem ihre Mutter gestorben war, und da war sie 23, hat sie ihre „awakeners“ allmählich entdeckt. Sie muss also irgendwann zwischen 23 und 40 umgedacht haben. Ihre Jugendjahre hatte ich schon wieder völlig verdrängt. Hoffen wir mal, das liegt nur daran, dass ich mich erst eingrooven musste. ^^

    Ach, klar. Du willst lieger erst gar nicht wissen, was ich bisher bestimmt alles missverstanden habe, hahaha. :loool:


    Aber tatsächlich wirds besser, finde ich ! Bei mir zumindest. Ich musste mich nämlich auch erst sprachlich einlesen.


    Doch das Kapitel für heute habe ich leider noch nicht ganz durch. Sorry ! Und heute Abend komme ich von der Arbeit direkt ins Bett. Ich schreibe dann morgen auch noch zum heutigen Kapitel, falls das in Ordnung ist !

    Ich habe heute schon mal ein bisschen vorgelesen, da ich morgen Abend unterwegs sein und keine Zeit haben werde, viel zu schreiben.

    Deswegen wäre das für mich natürlich auch völlig in Ordnung !



    Die Mutter von Kate Bolick erinnert mich total an die Suffrageten-Mutter der Kinder aus Mary Poppins. Kennst du den Film ? Also die ältere Version. Die neuere habe ich noch nicht gesehen. =) Nur leider kann ich sie nicht mit ihrem Vater vergleichen, weil dieser durch dauerhafte Abwesenheit glänzt. Ein wenig schade eigentlich. :loool:

  • Klingt aber auch nur so hochgestochen, weil ich mir nicht sicher war, wie weit dein Wissen reicht. Von Hongkong war ja schließlich auch die Rede. Und meine Kenntnisse über Japan, China und Asien im Allgemeinen sind sehr beschränkt, abgesehen von Indien vielleicht.

    Ja, bei mir ist es sehr ähnlich. Habe in Asien ein paar strahlende Punkte, an denen ich ein wenig Bescheid weiß, doch parallel dazu zahllose weiße Flächen auf meiner Karte. :loool:


    Das wäre schade. Wozu dann überhaupt diese Statistik erwähnen? Bin gespannt, was noch so an historischen Hintergründen kommt.

    Das bin ich ebenfalls. Ich fand, sie machte im ersten Kapitel jedenfalls einen sehr klugen und weit angelegt gebildeten Eindruck. Auch die ganzne Querverweise zu antiken Gesellschaften fand ich beeindruckend. =)


    Du meinst damit, dass Singles zum Beispiel einen höheren Steuersatz bei uns bezahlen oder was genau? Wäre spannend, das für die USA in Erfahrung zu bringen. Werde gleich mal ein wenig recherchieren.

    Ne, tatsächlich meinte ich es genau andersherum. Ich erwartete zu diesem Zeitpunkt, dass Bolick uns noch einiges zu den USA zu erzählen hat und wollte wissen, wie es hier bei uns genau mit solchen Benachteiligungen oder Sonderregelungen aussieht. Beispielsweise, dass ein Ehepaar weniger Versicherungsbeiträge zahlt. Oder das ein nicht-verheiratetes Paar vor dem Finanzamt dennoch als "eheähnlich" gilt, um mehr Geld einziehen zu können. Solche Sachen und spezieller auf Singles.

    Aber was hast du herausgefunden ? =)



    Aber jetzt erstmal Bett. Bin vor 15min fix und fertig von Arbeit heim. ^^

  • Bevor ich irgendwas andere sage, will ich erstmal auf die Antwort eingehen, die dir damals die Berufsübersetzer in den Seminaren gegeben haben. Wow, das ist echt zuviel. Der Satz ist eine unverschämte Gradwanderung zwischen desillusionierendem Sexismus und unfreundlicher Ehrlichkeit wegen der Berufsaussichten. Keine Ahnung, was ich davon halten soll. Deswegen freut es mich umso mehr, dass du deinen Wunsch durchgezogen hast ! :loool: Mit oder ohne Partner, der dich finanziell unterstützt hat ?




    In Kapitel 2 musste ich so einiges verarbeiten. Was sie vom Krankheitsverlauf bei ihrer Mutter erzählt, ist für mich schlicht ein Albtraum. Auch wenn sie kein Mitleid erwecken will, kann ich nicht anders als mitzufühlen, zumal ich zu meiner Mutter ein ähnlich enges Verhältnis habe.

    Das kann ich total nachempfinden. Zusätzlich begeistert mich auch ihr Verhältnis zu ihrer Mutter, das aus purer und konzentrierter Konversation besteht. :loool: Auch das kann ich wirklich gut nachempfinden. Der Tod ihrer Mutter MUtter muss also ein richtiger Schock gewesen sein. Deswegen ist auch ihr letzter Satz des Kapitels so dramatisch, laut dem bei Bolick in genau diesem Moment des Todes ihrer Mutter für sie selbst ein neuer Lebensabschnitt beginnt.


    Um die 20 herum schleicht sich der Wunsch nach einem Single-Leben also allmählich ein, wenn auch nur schriftlich und im Geheimen. Interessant finde ich, dass sie den Begriff „spinster“, trotz des negativen Beiklangs für sich selbst nutzt - wobei sie ihn in ihrem Tagebuch auch zunächst scherzhaft gebraucht haben könnte.

    Das fand ich ebenfalls interessant ! Vielleicht hat sie ihn als Kampfbegriff benutzt ? So in unbewusster Anlehnung an ihre kämpferische Mutter ?

    Aber mit Anfang 20 waren es auch bereits die mitt90er. Ob spinster da noch so negativ konnotiert war ? Im ersten Kapitel hatte sie auch ihre Mutter zitiert, die es bereute, lediglich ein wenig später geboren worden zu sein. Denn dann wäre ihr Leben einfacher geworden und sie hätte keinen Zwang gehabt, heiraten zu müssen.


    An einer Stelle schreibt sie so etwas wie: Die Beziehung stand ihr irgendwie dabei im Weg, zu sich selbst zu finden. Und ich denke, hier würde ich ihr widersprechen. Ich bin überzeugt davon, wenn man eine respektvolle Partnerschaft hat und sich gegenseitig den nötigen Freiraum lässt, kann man auch währenddessen zu sich selbst finden.

    Das denke ich auch. Meine Erfahrungen und die meines Umfeldes im Freundschaftskreis und in Familie sagen mir ebenfalls, dass es tendziell möglich ist. Wobei ich eine Großcousine habe, die sich gerade mit 40 versucht selbst zu findenund mir fest erzählt hat, dass Frauen jüngere Männer brauchen, um aktiv bleiben zu können. Denn Männer werden schneller seßhaft, auch was die Lebensgestaltung angeht, während Frauen "später" (Wechseljahre ? höheres Alter ?) nochmal abenteuerlustig würden.




    So. Und das Kapitel für heute/morgen muss ich noch lesen ! =) Das fange ich aber noch vor der Arbeit an.

  • Das heutige Kapitel war wieder sehr interessant !


    Nicht eines der wichtigsten, doch eines der präsentesten Themen ist ihre Beziehung zu ihrem Arbeitskollegen bei der Zeitschrift. Dazu will ich doch nochmal kurz diese eine Stelle von dir zitieren.

    An einer Stelle schreibt sie so etwas wie: Die Beziehung stand ihr irgendwie dabei im Weg, zu sich selbst zu finden. Und ich denke, hier würde ich ihr widersprechen. Ich bin überzeugt davon, wenn man eine respektvolle Partnerschaft hat und sich gegenseitig den nötigen Freiraum lässt, kann man auch währenddessen zu sich selbst finden.

    Ich weiß, ich habe dazu bereits etwas gesagt, aber ich glaube, das Kapitel hat das Thema der Beziehung doch etwas spezifiziert. Denn Bolick ist zwar sehr glücklich mit ihrem neuen Partner doch findet sie hier weder ihr dauerhaftes Glück, noch ihre Zukunft. Ich hatte sie hier jetzt nachträglich doch etwas anders verstanden. Dass sie die Beziehung eingeht, dass sie mit ihm nach New York zieht (obwohl sie es nicht will), dass es ihr unfassbar schwer fällt, sich wieder zu trennen und dass ihr das Single-Dasein immer wieder im Kopf herumschwirrt (ohne etwas zu unternehmen), scheint bei ihr irgendwie alles mit äußeren Einwirkungen einherzukommen. Ich glaube doch nicht, dass sie direkt die "Beziehung" meint, die ihr im Weg steht, sondern dass ihr die "Gesellschaft" immer wieder eine Beziehung nahe legt, ob sie will oder nicht. Und das nimmt solche Ausmaße an, dass es einem Zwang sehr ähnlich ist.

    Vielleicht will sie sich also nicht unbedingt von der Beziehung vrabschieden, sondern von dem zwanghaften Einfluss des Umfeldes auf ihre Lebensentscheidungen. Und wenn es bedeutet, dass sie nicht heiraten oder eine Beziehung eingehen will, soll ihr das auch niemand vorschreiben dürfen. Was meinst du dazu ? Falls es überhaupt verständlich ist, hahaha. :loool:



    Viel wichtiger schien ihr in diesem Lebensabschnitt (mit präzisen Jahreszahlen oder Altersangaben habe ich es mittlerweile tatsächlich aufgegeben. Ich blicke nicht vollständig durch, was die Chronologie angeht) ihre Arbeit zu sein. Das Interviewen von interessanten Persönlichkeiten scheint ihr eine Leidenschaft geworden zu sein. Und es führt sie auch zur ersten eigenen und direkt erfolgreichen Literaturproduktion, die sie ihrem managing editor vorlegt. Dieser findet ihn gut und lässt ihn dann auch wohl abdrucken. Außerdem zieht sie nach New York, um dort eine graduate school zu besuchen. Sie sagt es zwar nicht deutlich, doch wird sie bestimmt Jounalistik oder Literatur studiert haben wollen. Wikipedia sagt nichts dazu und auf ihrer HP steht lediglich, dass sie an der Uni NY writing lehrt(e?).



    Außerdem begegnet ihr in dieser Zeit auch die ominöse Maeve Brennan in einem Zeitungsartikel. Bolick lernt sie nicht mehr persönlich kennen und liest von ihr oder über sie auch nur wenig. Doch durch Imagination und Halbwissen erschafft sich Bolick in Brennan ein wundervolles Vorbild, dem sie nacheifert. Das finde ich sowohl dramatisch, denn was passiert, wenn sie die Wahrscheit erfährt, als auch beeindruckend, weil sie das so ehrlich und reflektiert preisgibt. Brennan wurde so als positives Schattenvorbild zum ersten awakener Bolicks.



    Und persönlich auch sehr bemerkenswert, aber narrativ etwas losgelöst fand ich das paraphrasierte Interview auf den letzten Seiten des Kapitels. Das ist ungefähr auf den Seiten 62-66 und war diese Diskussion über die 3 Formen des self. Das hat mich total angesprochen, hahaha. Besonders an der Stelle, wo sie sagte, dass das unbewusste Interagieren auf zwischenmenschlicher Ebene eben manchmal daran scheitert, dass das eigene self nicht mit dem anderen self umgehen kann, weil das eine beispielsweise positiv und das andere eventuell negativ ist. Das ist zwar sehr simpel und vereinfachend, aber vielleicht gerade deswegen leicht verständlich und eventuell leicht zu Reflexionen anwendbar.

  • Die Mutter von Kate Bolick erinnert mich total an die Suffrageten-Mutter der Kinder aus Mary Poppins. Kennst du den Film ? Also die ältere Version.

    Leider nein, nie gesehen.

    Aber was hast du herausgefunden ? =)

    Im Endeffekt gar nichts mehr, weil ich dann Mittwochabend doch zu müde war, um noch weiter auf die Suche zu gehen, bis auf heute zu beschäftigt war und heute dann einen System-Zusammenbruch hatte, sodass ich meinen Laptop erst mal wieder ans Laufen kriegen musste. Und heute Abend, nachdem ich endlich das dritte Kapitel gelesen habe, werde ich wohl auch keine Lust mehr haben und eher ins Bett gehen. So kann einem das Leben einen Strich durch die Rechnung machen. Sorry! Vielleicht fühle ich mich irgendwann in der nächsten Woche noch bemüßigt dazu, mehr herauszufinden.

    Bevor ich irgendwas andere sage, will ich erstmal auf die Antwort eingehen, die dir damals die Berufsübersetzer in den Seminaren gegeben haben. Wow, das ist echt zuviel. Der Satz ist eine unverschämte Gradwanderung zwischen desillusionierendem Sexismus und unfreundlicher Ehrlichkeit wegen der Berufsaussichten. Keine Ahnung, was ich davon halten soll. Deswegen freut es mich umso mehr, dass du deinen Wunsch durchgezogen hast ! :loool: Mit oder ohne Partner, der dich finanziell unterstützt hat ?

    Mit Partner, ohne finanzielle Unterstützung. Das war und ist mir selbst sehr wichtig.

    Zusätzlich begeistert mich auch ihr Verhältnis zu ihrer Mutter, das aus purer und konzentrierter Konversation besteht.

    Dieses Thema hat sie auch in Kapitel 3 wieder aufgenommen. Sie fragt sich, ob man als Schriftstellerin solo sein müsste, damit man eben nicht so viel redet, sondern mehr reflektiert. Sie sagt auch, dass Singles bewusster leben und mehr über sich und andere Menschen nachdenken würden. Ich weiß schon, was sie damit meint, aber vollständig zustimmen kann ich ihr auch hier nicht. Natürlich denkt man als Single mehr nach, ist sich seinem Selbst bewusster als mit Partner. Aber auch in einer Partnerschaft kann man ein sehr reflektierender Mensch sein. Ich würde eher sagen, das hängt vom Einzelnen ab.

    Aber mit Anfang 20 waren es auch bereits die mitt90er. Ob spinster da noch so negativ konnotiert war ?

    Hab grad ein wenig recherchiert. Der Begriff ist definitiv negativ besetzt im Englischen. Auch heute noch.

    Wobei ich eine Großcousine habe, die sich gerade mit 40 versucht selbst zu findenund mir fest erzählt hat, dass Frauen jüngere Männer brauchen, um aktiv bleiben zu können. Denn Männer werden schneller seßhaft, auch was die Lebensgestaltung angeht, während Frauen "später" (Wechseljahre ? höheres Alter ?) nochmal abenteuerlustig würden.

    Interessante Ansicht. Da kann ich aber weder aus meiner Sicht etwas zu beitragen noch habe ich Bekannte, die das irgendwie bestätigen würden. Da muss ich wohl noch ein bisschen warten, um es selbst zu testen. :lol:

    Ich glaube doch nicht, dass sie direkt die "Beziehung" meint, die ihr im Weg steht, sondern dass ihr die "Gesellschaft" immer wieder eine Beziehung nahe legt, ob sie will oder nicht. Und das nimmt solche Ausmaße an, dass es einem Zwang sehr ähnlich ist.

    Da stimme ich dir auf jeden Fall zu. Das ist eine Auffassung, die bei ihr sehr deutlich wird. Trotzdem würde ich sie nicht auf diese eine Stelle beziehen, die ich meinte. Da schreibt sie: "..., I began to sense a friction between the intimacy we shared and the autonomy required to become the people we wanted to be." (Seite 28). Vielleicht meintest du eine andere Stelle?

    Doch durch Imagination und Halbwissen erschafft sich Bolick in Brennan ein wundervolles Vorbild, dem sie nacheifert. Das finde ich sowohl dramatisch, denn was passiert, wenn sie die Wahrscheit erfährt, als auch beeindruckend, weil sie das so ehrlich und reflektiert preisgibt

    Sie deutet ja auch am Ende des 3. Kapitels an, dass sie ganz erschrocken war, als sie dann in der Biografie die Wahrheit über Maeve Brennan herausgefunden hat. Und da hat sie mich jetzt wirklich neugierig gemacht. Was sie dabei wohl erfährt? Das greift sie doch bestimmt noch mal auf später!


    Auch in Kapitel 3 verhält sie sich noch wie die meisten, würde ich sagen. Sie zieht nach New York – mit Freund – obwohl sie in Gedanken immer wieder die Möglichkeit durchspielt, mit ihm Schluss zu machen, weil sie vielleicht doch lieber single wäre. Bei mir steigt jetzt die Spannung, in welche Richtung ihr Denken sich später entwickelt. Denn natürlich kann man sich sehnlichst wünschen, single zu werden, allerdings glaube ich auch, dass der Wunsch unterschwellig öfter da ist, auch wenn man in einer glücklichen Beziehung ist. Schließlich will der Mensch immer das haben, was er grad nicht hat. Oder sagt man sich diesen Satz nur, um sein Gewissen zu beruhigen. Was meinst du?


    Wie kommst du momentan so voran? Bei mir könnte es morgen wieder mal knapp werden mit dem Posten. Da mein Laptop heute den ganzen Tag über zu nichts zu gebrauchen war, muss ich das leider morgen nachholen, d.h. es wird ein sehr arbeitsintensiver Tag bei mir morgen. Und ob ich dann noch die Muße habe, das komplette Kapitel 4 zu verschlingen und etwas dazu zu schreiben, ist fraglich. Falls du also nichts dagegen hast, würde ich gern einen Joker-Tag einschieben und für Kapitel 4 drei Tage ansetzen wollen. Wäre das ok?

    Ich :study: gerade:

    Flora Annie Steel - Englische Märchen

    Sherianna Boyle - Emotional Detox

  • Im Endeffekt gar nichts mehr, weil ich dann Mittwochabend doch zu müde war, um noch weiter auf die Suche zu gehen, bis auf heute zu beschäftigt war und heute dann einen System-Zusammenbruch hatte, sodass ich meinen Laptop erst mal wieder ans Laufen kriegen musste. Und heute Abend, nachdem ich endlich das dritte Kapitel gelesen habe, werde ich wohl auch keine Lust mehr haben und eher ins Bett gehen. So kann einem das Leben einen Strich durch die Rechnung machen. Sorry! Vielleicht fühle ich mich irgendwann in der nächsten Woche noch bemüßigt dazu, mehr herauszufinden.

    Hahaha, nicht schlimm. Das kenne ich sehr gut ! :loool:



    Aber auch in einer Partnerschaft kann man ein sehr reflektierender Mensch sein. Ich würde eher sagen, das hängt vom Einzelnen ab.

    Das denke ich ebenfalls. Definitiv.



    Hab grad ein wenig recherchiert. Der Begriff ist definitiv negativ besetzt im Englischen. Auch heute noch.

    Okay, wirklich damit gerechnet habe ich tatsächlich nicht. Dann ist das Buch eventuell eher als Versuch der Vereinnahmung dieses Begriffes zu lesen. Bolick versucht wohl hier "spinster" positiv umzumünzen als legitimer Lebensentwurf, ohne dass Frauen bis heute dafür diskriminiert und etwas herablassend betrachtet werden. Was ich als Grundgedanken eigentlich wirklich gut finde.

    Vor allem auch weil die Tradition der Vereinnahmung von beleidigenden Begriffen ja sehr lang ist. Sei es nun "Neger", "bitch"/"Schlampe" oder "schwul". Nur weiß ich nicht, ob es mit spinster so erfolgreich und dauerhaft wird.



    Da stimme ich dir auf jeden Fall zu. Das ist eine Auffassung, die bei ihr sehr deutlich wird. Trotzdem würde ich sie nicht auf diese eine Stelle beziehen, die ich meinte. Da schreibt sie: "..., I began to sense a friction between the intimacy we shared and the autonomy required to become the people we wanted to be." (Seite 28). Vielleicht meintest du eine andere Stelle?

    Ne, ich hatte keine einzelne spezielle Stele im Kopf, als ich das geschrieben hatte. Aber passt nicht auch in deine Stelle die Gesellschaft mit rein ? Bisher hat sie sich ja fast nur von Beziehung zu Beziehung gehangelt. Dann meint sie hier nicht ganz dezidiert "die" Beziehung als Institution, sondern den Zwang eine eingehen zu sollen. Und in dem Zitat könnte jedes "we" durch ein "I" ersetzt werden. Denn für sie scheint das Konzept der Beziehung einfach zu omnipräsent, als dass sich einzelne weibliche Personen ohne Konsequenzen dagegen entscheiden könnten. Vielleicht geht es ihr eher einfach nur um die Möglichkeit, sich dagegen entscheiden zu dürfen, ohne gleich als spinster oder alte Jungfer oder christmas cake abgestempelt zu werden.



    Denn natürlich kann man sich sehnlichst wünschen, single zu werden, allerdings glaube ich auch, dass der Wunsch unterschwellig öfter da ist, auch wenn man in einer glücklichen Beziehung ist. Schließlich will der Mensch immer das haben, was er grad nicht hat. Oder sagt man sich diesen Satz nur, um sein Gewissen zu beruhigen. Was meinst du?

    Klingt für mich ein wenig so, als wäre genau das die Kernfrage des Buches. Will sie es WIRKLICH ? ^^



    Wie kommst du momentan so voran? Bei mir könnte es morgen wieder mal knapp werden mit dem Posten. Da mein Laptop heute den ganzen Tag über zu nichts zu gebrauchen war, muss ich das leider morgen nachholen, d.h. es wird ein sehr arbeitsintensiver Tag bei mir morgen. Und ob ich dann noch die Muße habe, das komplette Kapitel 4 zu verschlingen und etwas dazu zu schreiben, ist fraglich. Falls du also nichts dagegen hast, würde ich gern einen Joker-Tag einschieben und für Kapitel 4 drei Tage ansetzen wollen. Wäre das ok?

    Ich komme gut voran. Aber natürlich, klar. Gerne und kein Problem. =)

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